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Veröffentlicht am 18.11.2016

Auf der Suche nach Sonnenscheingeschichten

Britt-Marie war hier
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Die Figur Britt-Marie ist mir und sicher auch vielen anderen bereits aus Fredrik Backmans Roman „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ bekannt. Dort wird sie als schrullige alte Meckerziege dargestellt ...

Die Figur Britt-Marie ist mir und sicher auch vielen anderen bereits aus Fredrik Backmans Roman „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ bekannt. Dort wird sie als schrullige alte Meckerziege dargestellt und war mir das ganze Buch über recht unsympathisch. Umso gespannter war ich nun darauf, Britt-Marie in Backmanns neuen Roman etwas besser kennen zu lernen. Denn wie wir schon in „Ein Mann namens Ove“ gelernt haben, steckt hinter jedem Verhalten eine Geschichte. Und so ist es auch bei Britt-Marie.

Nachdem Britt-Marie bei ihrem Mann Kent ausgezogen ist, weil der sie betrogen hat und sie an einem Punkt angekommen ist, an dem sie das auch nicht mehr ignorieren kann, ist sie nun auf der Suche nach einem Job. Denn man will ja gebraucht werden, wenn man nicht gebraucht wird, ist man wehrlos. Mit viel Durchhaltevermögen schafft sie es, der armen Arbeitsvermittlerin im Arbeitsamt einen Job in dem kleinen Dorf Borg aus den Rippen zu leiern. Borg ist eigentlich der letzte Ort, an dem man landen möchte: Wegen der Finanzkrise wurde alles geschlossen, es gibt kaum noch etwas, und auch das Jugendzentrum, in dem Britt-Marie arbeiten soll, wird bald geschlossen werden. Das interessanteste ist wohl die Duchfahrtsstraße, auf der man Borg in zwei Richtungen verlassen kann. Mit ihrer einzigartigen Art schafft es Britt-Marie aber wundersamerweise, sich im Dorf einzuleben und in die Herzen der Bewohner zu schleichen, obwohl sie das gar nicht will. Plötzlich ist sie Trainerin einer Fußballmannschaft, die nicht zielen kann. Und das obwohl sie gar keine Ahnung von Fußball hat (und wohl auch nie haben wird). Und nach und nach verändert sich Britt-Marie zum Positiven…

Neben der Hauptfigur Britt-Marie werden verschiedene Themen angesprochen. Da geht es darum, wie man eine Mannschaft wird. Um die Folgen der Finanzkrise für ein kleines Dorf und deren Bewohner. Um Familiendramen und Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Häufig hat man das Gefühl, alles ist auswegslos. Und dann kommt eine kleine Sonnenscheingeschichte, und man ist wieder versöhnt.

Ich mag die Bücher und die Schreibweise von Fredrik Backman sehr. Manch einen nerven die häufigen Wiederholungen von bestimmten Floskeln (So!), für mich hat das herrlich Britt-Maries Eigenheiten unterstrichen. Backman hat mal wieder eine Welt geschaffen, in die man vollends eintauchen kann. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und mochte Britt-Maries (kleinen, man sollte nicht zu viel erwarten) Wandel sehr. Für alle Backman-Liebhaber ein Muss!

Veröffentlicht am 18.11.2016

Vom eigenen Rhythmus einer Insel

Wolkenblau - Eine Liebe auf Hiddensee
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Entsetzt muss Paula feststellen, dass ihr verheirateter Liebhaber und Chef sie betrügt - mit ihrer besten Freundin! Hals über Kopf flieht sich auf die Insel Hiddensee und nistet sich in der urigen Pension ...

Entsetzt muss Paula feststellen, dass ihr verheirateter Liebhaber und Chef sie betrügt - mit ihrer besten Freundin! Hals über Kopf flieht sich auf die Insel Hiddensee und nistet sich in der urigen Pension "Dünenrose" ein. Hier möchte sie Abstand gewinnen und sich über ihre Zukunft klar werden. Schnell kommt sie in Berührung mit den Einheimischen und steht zwischen zwei Männern - dem charmanten Martin und dem rätselhaften Simon. Und als wäre das noch nicht genug, taucht plötzlich ihr Liebhaber auf der Insel auf. Paula muss schnell feststellen: Die Insel hat ihren eigenen Rhythmus. Und sie kann dein Leben verändern...

"Wolkenblau" macht von der ersten Seite an Lust auf Urlaub, Ostsee, Strandkörbe und Sanddorngrog. Jule Vesterlund hat einen locker leichten Roman geschrieben, der den Leser auf die Insel entführt. Mit viel Gefühl, etwas Dramatik und ohne Längen hat das Buch alles, was ein Liebesroman für die perfekte Auszeit vom Alltag braucht.

Die Charaktere sind schön beschrieben, sodass man gleich ein Bild vor Augen hat. Schön fand ich auch die Beschreibungen der Insel Hiddensee, ihrer Landschaft, ihrer Bewohner und der lokalen Besonderheiten. Ich habe das Gefühl, die Insel zu kennen und möchte nun unbedingt mal hin. Daher hier auch eine kleine Warnung: Macht akutes Fernweh!

Veröffentlicht am 18.11.2016

Gelungener Auftakt. Ich möchte mehr.

Rubinrot
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Die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier ist mir immer und immer wieder über den Weg gelaufen, und nun endlich habe zugeschlagen, auch wenn ich nicht (mehr) zur Zielgruppe gehöre.

Worum geht es?

Die 16-jährige ...

Die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier ist mir immer und immer wieder über den Weg gelaufen, und nun endlich habe zugeschlagen, auch wenn ich nicht (mehr) zur Zielgruppe gehöre.

Worum geht es?

Die 16-jährige Gwendolyn Shepert führt ein fast ganz normales Leben. Sie geht zur Schule, hat eine beste Freundin und tut Sachen, die Mädchen eben so tun. Gäbe es da nicht eine klitzekleine Besonderheit: In ihrer Familie gibt es seit Jahrhunderten immer wieder Frauen, die das Zeitreise-Gen geerbt haben und in die Vergangenheit springen können. Jetzt warten alle gespannt darauf, dass ihre Cousine Charlotte ihren ersten Sprung macht, denn sie soll das Gen tragen und wurde ihr Leben lang darauf und die wichtige Aufgabe, die darauf folgt, vorbereitet. Aber es ist nicht Charlotte, die plötzlich einen Zeitsprung macht und sich in der Vergangenheit wiederfindet, sondern Gwen. Plötzlich ist sie der Rubin, die letzte in der Reihe der zwölf Zweitreisenden und die Schlüsselfigur einer Mission, die seit hunderten von Jahren ihren Lauf nimmt. Gemeinsam mit dem gutaussehenden, aber abweisenden Gideon, ebenfalls ein Zeitreisender, beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Welches Geheimnis verbirgt sich im Chronografen, was passiert, wenn der Kreis der Zwölf sich schließt, warum will ihr niemand die ganze Wahrheit sagen und sollte man sich zwischen den Zeiten verlieben?

„Rubinrot“ ist ein Jugendbuch, das merkt man ganz klar am Schreibstil, der Sprache und den Aussagen der (jungen) Protagonisten, vor allem Gwen. Das ist auch gar nicht schlimm, denn so soll es ja sein. Das Buch konnte auch mich als erwachsene Frau fesseln, und das ist doch die Hauptsache, oder?

Die Ereignisse in „Rubinrot“ passieren innerhalb von 2 Tagen. Man wird in die Welt der Zeitreisen eingeführt, versucht sich die verschiedenen Charaktere zu merken und zuzuordnen und das ganze Konstrukt Zeitreisen zu verstehen. Denn das ist gar nicht so einfach. Wie war das noch gleich mit der Kontinuität? Was muss man beachten, wenn man in die Vergangenheit reist? Und ist nicht alles schon passiert, wie soll man es dann noch tun? Das alles fand ich sehr unterhaltsam, und so einiges Mal konnte ich mit Gwen mitfühlen, wenn ihr der Kopf geschwirrt hat. Für mich ist „Rubinrot“ ein gelungener Auftakt der Reihe, ich habe direkt im Anschluss mit „Saphirblau“ weitergemacht.

Empfehlenswert für alle Mädchen und auch Frauen mit Fantasie.

Veröffentlicht am 18.11.2016

Macht Lust auf das Finale

Saphirblau
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Nachdem ich den ersten Teil der Trilogie „Rubinrot“ innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, musste ich sofort mit „Saphirblau“ weitermachen. Nach „Rubinrot“ war ich über die Zeitreisen, die Protagonisten ...

Nachdem ich den ersten Teil der Trilogie „Rubinrot“ innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, musste ich sofort mit „Saphirblau“ weitermachen. Nach „Rubinrot“ war ich über die Zeitreisen, die Protagonisten und das große Ziel, den Kreis der Zwölf zu schließen, informiert. Aber viel mehr ist nicht passiert und nun war ich neugierig, wie es mit Gwen und Gideon so weitergeht.

Gwen hat ihr Herz an Gideon verloren und hat neben den Zeitreisen nun auch noch das Problem, dass sie aus Gideon nicht schlau wird. Spielt er ihr nur was vor, um sie gefügig zu machen? Und außerdem will ihr irgendwie immer noch niemand so richtig vertrauen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lesley und ihrem neuen Kumpel, dem Wasserspeierdämon Xemerius, versucht sie auf eigene Faust, das Geheimnis zu lüften. Dabei erfährt sie so einiges Interessantes uns bekommt Hilfe aus der Vergangenheit…

Auch diesen Teil habe ich sehr schnell gelesen und war genauso gefesselt wie vom ersten Teil. Gwen entwickelt sich vom unsicheren Mädchen, das am liebsten nichts mit der Zeitreiserei zu tun haben möchte weiter und wird selbstsicherer. Als Mittelstück der Trilogie „arbeitet“ sich dieser Teil recht konsequent Richtung Show Down im dritten Teil vor, was vollkommen in Ordnung ist. Wie schon in Teil 1 ist der Schreibstil jugendlich und zielgruppengerecht. Mein persönliches Highlight ist die Figur Xemerius, ein Wasserspeierdämon, den Gwen versehentlich in einer Kirche aufgabelt und der um keinen Spruch verlegen ist.

Eine spannende Fortsetzung, die Lust mach auf den letzten Teil und die große zentrale Frage: Schließt sich der Kreis?

Veröffentlicht am 18.11.2016

Endlich die Auflösung der zentralen Frage: Schließt sich der Kreis?

Smaragdgrün
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Nahtlos an „Rubinrot“ und „Saphirblau“ musste ich nun auch den dritten Teil anschließen. Denn auf diesen Teil lief alles hinaus: Die vielen kleinen Hinweise, Zusammenhänge, Rückblicke. Kerstin Gier hat ...

Nahtlos an „Rubinrot“ und „Saphirblau“ musste ich nun auch den dritten Teil anschließen. Denn auf diesen Teil lief alles hinaus: Die vielen kleinen Hinweise, Zusammenhänge, Rückblicke. Kerstin Gier hat es wunderbar geschafft, im großen Finale die Handlungsstränge zusammenlaufen zu lassen.

Die Handlung schließt sich nahtlos an das Ende von Teil zwei an und wir finden eine todtraurige Gwen vor, deren Herz von Gideon gebrochen wurde. Jetzt versucht sie erst recht auf eigene Faust hinter die Geheimnisse zu kommen, die ihr keiner erzählen will. Dabei trifft sie auch auf ihren jungen Großvater, der sich sein ganzes Leben damit beschäftigt, seiner Enkelin aus der Zukunft zu helfen. Diesen Handlungsstrang fand ich großartig, denn er hilft auch, die Logik der Zeitreisen zu verstehen und auch die Auswirkungen verschiedener Zeitsprünge.

Am Ende gibt es die große Auflösung, die sehr kompakt daherkam. Auf wenigen Seiten fügte sich alles so schnell zusammen, dass mir ein wenig schwindelig wurde. An sich fand ich das Ende durchaus passend und logisch, ein wenig mehr Details zu Gideon und Gwen und ihrer Zukunft hätte ich mir schon gewünscht. Denn nach der letzten Seite habe ich das Buch zugeklappt und mich gefragt: Das war‘s? Und jetzt? Vielleicht liegt es auch daran, dass ich alle drei Bücher sehr schnell hintereinander gelesen habe, aber ich konnte schwer fassen, dass die Geschichte nun vorbei sein soll. Trotzdem bin ich mit diesem Band sehr zufrieden, die Erwartungen, die Teil eins und zwei geschürt haben, wurden erfüllt.

Eine gelungener Abschluss einer tollen Trilogie, die mich vollkommen gefesselt hat.