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Veröffentlicht am 12.07.2018

Verloren in mitten der Gesellschaft

Flussrauschen
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Ein junges Mädchen, Magda, wird durch den Journalisten Moosbach (welch Zufall – im Urlaub tot in der Wupper aufgefunden. Sie und ihre Großmutter Greta, waren als Außenseiter bekannt und es scheint so, ...

Ein junges Mädchen, Magda, wird durch den Journalisten Moosbach (welch Zufall – im Urlaub tot in der Wupper aufgefunden. Sie und ihre Großmutter Greta, waren als Außenseiter bekannt und es scheint so, als ob sich nie wirklich jemand für sie interessierte. Mittels Tagebucheinblenden als auch im Vorspann lässt sich erahnen, das Magda von Greta sehr schlecht behandelt wurden ist.
Es werden viele Fährten gelegt, manchmal fragte ich mich, was diese Personen jetzt mit dem Ganzen zu tun haben, aber letztendlich fügt sich alles zu einem stimmigen Bild.
Moosbach und die junge Sanna, welche Magda in der psychiatrischen Klinik kennenlernte, lassen Magdas Schicksal keine Ruhe. Damit sind zwei eher Außenstehende fast die Einzigen die handeln. Beide recherchieren und finden heraus, dass Greta in Wirklichkeit ihre Mutter ist. Dies lichtet etwas den Nebel, denn um so zu handeln (und sein Kind so zu behandeln) muss etwas Schlimmes vorgefallen sein. Bei Frauen lässt dies meist nur einen Schluss zu… Mitunter wird vieles nur angedeutet, so dass der Leser sich selbst darüber Gedanken machen kann. Dies finde ich sehr gut – es muss nicht immer alles bis ins letzte Detail beschrieben werden.
Es ist insgesamt eine sehr traurige Geschichte, über das Leid was Menschen anderen zufügen, nicht nur das Augenblickliche, sondern auch das, was in den Opfern weiterlebt und weitergegeben wird. Greta hat selbst nie Liebe erfahren, kann sie diese somit auch nicht an ihre Tochter weitergeben. Und auch die Gottesfürchtigkeit beider hilft ihnen nicht weiter – im Gegenteil sie akzeptieren (oder erwarten?) regelrecht demütigend behandelt zu werden, leben ohne Vertrauen zu niemanden, nicht einmal zueinander. Und sind dadurch einsam in einer Gesellschaft, die lieber bequem ist und wegschaut, als sich ehrlich zu fragen, wie könnte ich helfen.
Für mich ein sehr interessantes, berührendes und auch spannendes Buch – und damit eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 11.07.2018

Wie ein Wunder – ein berührendes Buch von einer ungewöhnlichen Frau

Ins Herz gebrannt
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Das berühmte Bild hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht und ich bin sehr dankbar, dass ich lesen durfte. Ich habe viel Neues erfahren z.B. das es nur ein Flugzeug mit 2 Bomben war, das dieses unendliche ...

Das berühmte Bild hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht und ich bin sehr dankbar, dass ich lesen durfte. Ich habe viel Neues erfahren z.B. das es nur ein Flugzeug mit 2 Bomben war, das dieses unendliche Leid gebracht hat – das es nicht die Amerikaner waren, sondern quasi die eigenen Leute. Selbst in einem sozialistischen Land, der DDR, aufgewachsen, ist mir das Wesen der Propaganda bekannt, wurden uns solche und ähnliche Bilder immer wieder gezeigt – in Hinblick auf die bösen Amis, die bösen Kapitalisten. Ich hatte gedacht, dass Kim alle erdenkliche Hilfe bekommen hat und war sprachlos, das sie regelrecht zu Propagandazwecken missbraucht wurde, ihr ohne zu wissen, Worte in den Mund gelegt wurden, die sie nie gesagt hatte – und die sie nicht kannte, weil sie die Übersetzung nicht verstand.
Ich bewundere sie für ihren Mut, sich nichts gefallen zu lassen, ihren Freiheitsdrang, ihre Fluchtversuche, ihre Reise nach Kuba, in der Hoffnung, alles würde besser, die Flucht nach Kanada, ohne nichts und mit der Befürchtung, das ihr geliebter Mann nicht mitzieht. Der Bruch mit ihrer Familie, speziell mit der Mutter, die nicht versteht, dass es der Glauben ist, der ihre Tochter so positiv antreibt.
Zuversichtlich und im Urvertrauen an Gott, zu dem sie in all ihrem Leid den Zugang gefunden hat, wächst in ihr eine Stärke, eine Größe, jedes Problem zu meistern, Rückschläge in Stärke zu verwandeln und anderen dabei noch Zuspruch spenden zu können. Dieses motivierende „Vorwärts“ zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch.
Kim hat mit und durch Gott erfahren, vergeben zu können und die daraus gewonnene Stärke für den Einsatz für den Frieden zu nutzen. Es gibt wahrscheinlich kein besseres Symbol dafür, als gestärkt aus allem Elend als Botschafterin für den Frieden aufzutauchen. Gewissermaßen hilft sie den Menschen damit auch – wie sie es immer schon wollte, seit sie für ihren Traum Ärztin zu werden, kämpfte.
Ich freue mich sehr, zu lesen, dass sich Kim mit ihren Eltern versöhnen konnte, und auch sie, wie alle Geschwister den Weg zu Gott gefunden haben. Nach allem Schlimmen was Kim erfahren musste ist ihre Überleben und ihre positive Entwicklung doch ein Wunder!

Veröffentlicht am 13.06.2018

Gut durchdachte Handlung bei treffendem Titel

Die Schlingen der Schuld
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Dieses Buch hat mich sehr angesprochen, es war einfach und zügig zu lesen.
Ein älterer deutscher Aussteiger wird im Outback tot aufgefunden. Der Grund für die eigentliche Tat bleibt lange unklar, viele ...

Dieses Buch hat mich sehr angesprochen, es war einfach und zügig zu lesen.
Ein älterer deutscher Aussteiger wird im Outback tot aufgefunden. Der Grund für die eigentliche Tat bleibt lange unklar, viele falsche Fährten und Spuren führen zu unrichtigen Schlüssen – dadurch bleibt es bis zum Ende sehr spannend. Über anfängliche Annahme eines Gelegenheitsmordes bis hin zu Verwicklungen in Drogengeschäfte reicht die Vermutung der Ermittler. Weitere Tote folgen, deren Verbindung zum ersten Opfer lange gesucht wird. Dabei ist die Umsetzung der gesamten Handlung sehr gut durchdacht. Anfänglich irritierende Fakten (über die ich selbst lange gerätselt habe), fügen sich schlussendlich stimmig in das große Ganze, wobei für mich keine Frage offen bleibt.
Die gestörte Familienbeziehung eines Polizisten quasi als Nebenstrang ist an sich nichts Neues – aber in der Art und Weise wie sie in diesem Buch geschildert wird, glaubhaft und nicht klischeebelastet. Dieser „Nebenschauplatz“ bleibt durch das ganze Buch hinweg stimmig, in den Schicksalsschlägen wohl dosiert und in diesem Stil bleibt der Autor sich treu - es hätte auch nicht gepasst, hier ein Happy End zu erwarten.
Sehr interessant finde ich, dass die Handlung in Australien spielt. Die enorme Weite und großen Entfernungen mit den daraus resultierenden Schwierigkeiten waren mir bisher noch nicht so bewusst.
Für mich sehr ansprechend und treffend gewählt sind Cover und Titel. Während mich das Cover schon bei der Bewerbung sehr angesprochen hat, wurde mir der Titel – und das was damit schon ausgedrückt wird (das leichte „Verheddern“ in Schlingen jeglicher Art und insbesondere in denen der Schuld) – erst nach dem Lesen des Buches richtig bewusst.
FAZIT:
Für dieses Buch gibt es von mir eindeutig eine Leseempfehlung. Wer gut durchdachte und tiefgründige Handlungen mag, wird hier nicht enttäuscht werden. Für mich war alles in diesem Buch stimmig und plausibel. Der Titel beschreibt sehr treffend, was den Leser hier erwartet.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Charaktere
  • Geschichte
Veröffentlicht am 13.06.2018

Traurige Wahrheit!

Albtraum
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Vielen Dank für Möglichkeit, dieses Buch zu lesen. Dies habe ich auch sehr zügig getan – weil es mich – einmal begonnen - gar nicht losgelassen hat. Man kann sich nicht wirklich vorstellen, das so viel ...

Vielen Dank für Möglichkeit, dieses Buch zu lesen. Dies habe ich auch sehr zügig getan – weil es mich – einmal begonnen - gar nicht losgelassen hat. Man kann sich nicht wirklich vorstellen, das so viel Elend einer einzelnen Person widerfährt. Schon ein Teil davon ist ausreichend, einen Menschen zerbrechen zu lassen. Und trotz aller Widrigkeiten, die Franziska erleben muss, hat sie sich nicht aufgegeben.
Sehr erschütternd für mich waren die Darstellung der ersten Kindheitsjahre, welche endlich in der Geborgenheit eines Kinderheimes endet. Oft geht ja hier das Martyrium erst los. Umso unverständlicher für mich ist, dass – allerdings auch typisch für das jetzige Deutschland – die Rechte der Mutter und die Ansprüche mit der Begründung es wäre gut für das Wohlergehen des Kindes, über das Wohl des Kindes gestellt werden. Leider gibt es auch in der heutigen Zeit genug Beispiele, wo Kinder wider besserem Wissens in der Obhut ihrer Eltern belassen oder wieder zurückgegeben werden – in der Regel endet dies für das Kind nicht positiv. Für Hundehalter sind inzwischen eine Art „Führerscheine“ erforderlich – nur Kinder kann sich jeder anschaffen.
Erschreckend ist natürlich auch das langsame Mahlwerk der Bürokratie, was die Ausstellung einer Geburtsurkunde – und damit der Legitimität der real existierenden Person Franziska herstellt. Was nicht sein kann – das nicht sein darf…
Schön das Franziska auf ihrem Weg echte Freunde hatte, die sie unterstützten, halfen und weiterkämpften, als sie sich selbst schon aufgegeben hatte. Und immer wenn ich dachte, jetzt geht es nicht schlimmer, wurde es trotzdem so. Mit der ungewollten, aus einer Vergewaltigung heraus entstandenen Schwangerschaft, steht sie letztendlich mit ihrer verhassten Mutter auf einer Stufe. Auch hier wieder vom Staat allein gelassen ohne Berücksichtigung ihres Schicksals. Wenn es ihr schon in der Schwangerschaft nicht gelungen ist eine Bindung aufzubauen ist es mir unverständlich, das 2 Jahre lang von behördlicher Seite vorgegeben wird, das sie sich mit dem Kind auseinandersetzen muss. Zumal die Großmutter händeringend den Kontakt sucht, mit der Bereitschaft beide zu unterstützen. Warum konnte man der Oma den Enkel nicht überlassen, wenn die Mutter ihn schon nicht wollte? Es verlangt ja keiner, dass Franziska Martha verzeihen oder sich mit ihr abgeben soll. Aber ihr Kind, zu dem sie keinerlei Bindung hat bzw. aufbauen konnte und wollte, wäre bei Martha tausendmal besser aufgehoben gewesen.
Das Ende stimmt mich sehr traurig, bleiben doch viele Fragen. Mich würde es interessieren, wie es mit der „richtigen“ Franziska weiterging. Ob sie es geschafft hat, ihr Leben zu meistern und einen Zugang zu ihrem Sohn finden konnte. Ich würde es ihr sehr wünschen!
Alles in allem ist dies ein Buch, das unter die Haut geht. Eine absolute Leseempfehlung von mir dafür!

Veröffentlicht am 13.06.2018

Überzeugende Handlung mit überraschendem Ende!

Der Pflegefall
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Jetzt bin ich mit dem Buch durch – was sich super gelesen hat - und bin doch etwas „geplättet“. Mit diesem Ende hatte ich nicht gerechnet, war es doch ständig ein „Hin und Her“ – wer von beiden Parteien ...

Jetzt bin ich mit dem Buch durch – was sich super gelesen hat - und bin doch etwas „geplättet“. Mit diesem Ende hatte ich nicht gerechnet, war es doch ständig ein „Hin und Her“ – wer von beiden Parteien die Wahrheit sagt. Aber gerade durch dieses Ende ist es sehr gelungen – ein krönender Abschluß!
Ich gestehe, beide Positionen sind sehr glaubhaft dargestellt. Wenn ich überzeugt davon war, richtig zu liegen, wurde mir mit dem nächsten Kapitel quasi das Gegenteil bewiesen. Sehr deutlich ist dargestellt, wie schwierig es für Außenstehende ist, die Aussagen Einzelner richtig einzuordnen und sich nicht beeinflussen zu lassen. Zu rasch ergreift man aufgrund geschilderter (!) Tatsachen (die nicht richtig sein müssen) Partei. Die Objektivität geht rasch verloren, wenn man in das Geschehen involviert – und wie die Ich-Erzählerin – auch abhängig ist. Diese war mir sofort sympathisch – ein typischer Fall von „durchs soziale Netz gefallen“ – und trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen – ergreift in ihrem Alter (was mich dann doch erstaunt hat, bin ich doch davon ausgegangen, dass sie viel jünger ist) noch die kleine Chance die sich ihr bietet. Und das dieser Job kein Zuckerschlecken ist, dürfte jeden, der schon mal in den Alltag von Pflegenden Einblick nehmen durfte oder gar selbst aktiv werden musste, klar sein. Zu der schweren Tätigkeit kommt die seelische Belastung der zu pflegenden Person, die selten einfach zu Händeln ist. Zuviel Frust über die eigene Unzulänglichkeit, Hilflosigkeit und gerade auch Störung der Intimsphäre dürfte es keinem leicht machen, seinen eigenen Verfall bzw. die Notwendigkeit der Hilfe zu akzeptieren. Nüchtern und sachlich beschreibt die Autorin die Realität, den traurigen Alltag, ohne zu beschönigen. Auch dies macht das ganze Buch sehr stimmig!
Der alte Herr Brunt – möchte man mit ihm ob der geschilderten Situation doch Mitleid haben – ist und bleibt ein egoistischer und damit auch grausamer Mensch. Ohne Rücksicht auf andere, hat er stets das getan, was ihm den Vorteil verschaffte. Und auch im Alter – man möchte es kaum glauben - bleibt er dieser Verhaltensweise treu. Keinerlei Einsicht im Angesicht des Todes, mit sich und anderen Frieden zu schließen, setzt er quasi noch eins drauf. Das seine „Opfer“ nach dieser Manipulation Rache nehmen wollen, ist fast verständlich – jedoch gleichfalls nicht legal.
FAZIT:
Dieses Buch – in einem eher untypischen Thema angesiedelt – ist sehr gut durchdacht und es machte mir großen Spaß es zu lesen. Dementsprechend hatte ich es auch in 2 Tagen geschafft – was für sich sprechen dürfte. Wer sich durch die (er)nüchternde Realität des Alterns und Pflegens nicht abschrecken lässt, findet ein in sich sehr stimmiges Buch – mit einem überraschenden, aber sehr gelungenen Ende. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!