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Veröffentlicht am 04.06.2024

Hass-Liebe zwischen Aethermagie und einem großen Krieg

The Hurricane Wars
2

Talasyn und Alaric stehen während eines verheerenden Krieges auf unterschiedlichen Seiten, wodurch vorprogrammiert ist, dass ihre erste Begegnung (und alle weiteren) unter keinem guten Stern steht. Doch ...

Talasyn und Alaric stehen während eines verheerenden Krieges auf unterschiedlichen Seiten, wodurch vorprogrammiert ist, dass ihre erste Begegnung (und alle weiteren) unter keinem guten Stern steht. Doch nachdem beiden ein schicksalhafter Ereignis offenbart wird, dem sie nur gemeinsam entgegentreten können, bleibt ihnen keine Wahl, als zusammenzuarbeiten.
Man merkt vielleicht, meine Inhaltsangabe muss recht vage bleiben, um nicht zu viel zu verraten. Das liegt auch daran, dass dieses Buch vor allem zu Beginn mit unglaublich viel Handlung und Wendungen gefüllt ist, die manchmal auch überfordern können. Ich hatte hier zwar grundlegend ein Gefühl für die Atmosphäre bekommen, aber insbesondere das Magiesystem blieb für mich bis zum Schluss voller Fragezeichen. Vieles wirkte auf mich zu grob gezeichnet und ich musste die Leerstellen für mich selber füllen, um einigermaßen zufrieden weiterlesen zu können.
Das Buch wird aus den Perspektiven von Talasyn und Alaric erzählt, was der Geschichte zu Gute kommt und hilft, beide Seiten zu verstehen. Beide hadern damit, den anderen näher an sich heranzulassen, da sie verfeindet sind, gleichzeitig keimen aber Gefühle in ihnen auf. Talasyn ist hier die unbedachtere, störrischere von beiden. Ihre Handlungen können sich schnell wandeln, sobald ihre Gewissensbisse sie einholen. Auch Alaric kann sprunghaft sein, aber wenn ruht dies meist durch seinen Vater und dessen Führung. Generell wird die Zerrissenheit der beiden gut thematisiert. Mit ihnen generell als Liebespaar hatte ich aufgrund der Kriegsthematik meine eigenen Probleme.
Ansonsten wandelt der Schreibstil zwischen detaillierten Umgebungsbeschreibungen, während wichtige Details zu Welt und Magie offengelassen werden. Die Dialoge mochte ich grundlegend gerne, auch wenn mir ein wenig Gefühl und Mitfiebern manchmal gefehlt hat. Spannend fand ich wiederum die Intrigen und das Spinnen von Möglichkeiten durch die großen Führungsämter der einzelnen Nationen (Urduja und Gaheris). Bis zum Schluss wusste ich vor allem bei Ersterer nicht, ob sie überhaupt eine von den Guten ist. Dagegen blieb insbesondere Talasyn noch zu blass und unbedarft und konnte hier noch nicht „mitspielen“.
Fazit: Ein Reihenauftakt mit Luft nach oben. Mir gefiel die Handlungsdichte, das Setting und die Intrigen, die gesponnen wurde. Gleichzeitig fühlte ich mich oft hilflos in dieser großen Welt, die mich in ihrer Komplexität nicht auffing. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass in Band zwei viele der einzelnen Handlungsstränge weitergesponnen werden und auch überraschen, was mich doch auch mit Vorfreude zurücklässt.

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  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.06.2024

Totenwiederbelebung mitten auf dem Ozean

Prometheus Highschool 1: Wie man ein Monster zum Leben erweckt
0

Die Prometheus-Highschool ist eine etwas andere Schule, denn hier wird nicht etwa Deutsch oder Mathe gelernt, sondern die Wiederbelebung von Toten. Athena passt perfekt hierher, hat sie doch gerade erst ...

Die Prometheus-Highschool ist eine etwas andere Schule, denn hier wird nicht etwa Deutsch oder Mathe gelernt, sondern die Wiederbelebung von Toten. Athena passt perfekt hierher, hat sie doch gerade erst die verstorbene Nachbarskatze mithilfe eines Blitzeinschlages erfolgreich wiederbelebt. So recht will Athena aber auch auf diese Schule nicht passen, denn wieder wird sie als Neue wahrgenommen. Also gibt sie ihr Bestes, alleine ihren Platz zu finden und experimentiert fleißig weiter. Aber sie ist nicht die einzige, die hier ihr Unwesen treibt ...

Den Einstieg in das Buch mochte ich richtig gerne. Athena ist eine furchtlose Protagonistin, die ihren eigenen Kopf hat und gerne auch mal aneckt. Feinfühligkeit ist nicht so ihr Ding, da rennt sie lieber mitten durch die Wand. Das war zu Beginn erfrischend anders, mit der Zeit fiel es mir aber doch immer schwerer, mit ihr mitzufühlen, da sie anderen gegenüber auch recht wenig Empathie zeigt und lieber ihr eigenes Ding macht - wodurch die Nebencharaktere generell auch eher blass blieben, obwohl es davon so einige gibt. Godfrey war mir mit seiner verpeilten Art noch der liebste, aber auch er kam immer seltener vor. Der Schreibstil spiegelte für mich diese Oberflächlichkeit wieder, ging nicht tiefer, sodass ich mich nicht in die Handlung gesogen fühlte.

Handlungstechnisch gab es für mich keinen klaren, roten Faden. Jemand treibt auf dem Schiff sein Unwesen und zum Ende hin kommt (wahrscheinlich) auch heraus, um wen es sich da handelt. Währenddessen macht Athena ihr eigenes Ding und eckt dabei mit allen an, aber so richtig Spannung kam für mich nicht auf. Die Idee des Buches mag ich richtig gerne, weil es anders ist und sicher auch den ein- oder anderen durch die skurrilen Inhalte anspricht.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2024

Das Spiel mit den Emotionen

Not in Love – Die trügerische Abwesenheit von Liebe
1

Riesige Freude meinerseits, ein neues Ali Hazelwood Buch in den Händen halten zu können. Bei diesem Roman hat sie schon vorweg angesprochen, dass dieser sich von ihren vorherigen STEM-Romanen unterscheiden ...

Riesige Freude meinerseits, ein neues Ali Hazelwood Buch in den Händen halten zu können. Bei diesem Roman hat sie schon vorweg angesprochen, dass dieser sich von ihren vorherigen STEM-Romanen unterscheiden wird und sie hat nicht zu viel versprochen. Was gleich geblieben ist, ist ihr fantastischer, humorvoller, anschaulicher und ehrlicher Schreibstil, der mich ihre Bücher immer wieder in rasanter Geschwindigkeit durchlesen lässt. Es ist wie ein nach Hause kommen.

Bei Not in Love sind nicht nur die Perspektiven besonders im Vergleich zu Alis letzten Romanen. Hier kommen sowohl Hauptprotagonistin Rue, als auch Gegenpart Eli zu Wort, wobei Rue aus der Ich-Perspektive erzählt und Eli als Personaler-Erzähler. In beide konnte ich mich problemlos hineinversetzen und zwischen den Wechsel hatte ich keine Probleme. Rue war mir mit ihrer sozialen Inkompetenz besonders sympathisch und in viele der beschriebenen Situationen konnte ich mich sehr gut hineinversetzen. Eli dagegen ist ein Sonnenschein, mitunter die Personifizierung des Guten. Ich mochte ihn auch, Rue mochte ich lieber.

Beide öffnen sich Stück für Stück gegenüber dem anderen, geben Einblicke in ihre verkorksten Kindheiten und Familien. Ihre Gespräche, dass sich aneinander herantasten mochte ich am liebsten. Das Ganze wurde mit der Zeit von vielen Sexszenen überschattet, was Ali ja auch im Vorwort angekündigt hatte. Besonders im Mittelteil verlor ich dabei aber die Bindung, die Rue und Eli aufgebaut haben, da es sich vor allem ums körperliche zu drehen schien. Ich hätte mir hier einfach noch mehr gemeinsame Momente gewünscht, die nicht sexueller Natur waren.

Spannend fand ich auch die Hintergrundgeschichte rundum das Patent für Biokraftstoffe, das von den unterschiedlichen Firmen, für die Rue und Eli arbeiteten, hart umkämpft wurde. Ich hatte recht früh eine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte drehen würde, aber ich denke auch, dass die Autorin dies bewusst so gestaltet hatte. Hier gab es keine großen Überraschungen, aber es war definitiv interessant und etwas anderes. Ich kann mir gut vorstellen, dass große Errungenschaften auch in der realen Welt der Wirtschaft und Geldgier mancher Menschen gegenüberstehen.

Fazit: Ganz viel Liebe für Ali Hazelwood, ein weiterer, toller Roman aus ihrer Feder, der Wissenschaft und große Gefühle verbindet.

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Veröffentlicht am 26.05.2024

3 Jungs im Fadenkreuz

Promise Boys - Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord.
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"Promise Boys" erzählt die Geschichte von J.B., Trey und Ràmon. Alle drei sitzen gemeinsam nach, als ihr Direktor erschossen wird. Sofort geraten sie ins Fadenkreuz der Ermittlungen und einige ihrer Taten ...

"Promise Boys" erzählt die Geschichte von J.B., Trey und Ràmon. Alle drei sitzen gemeinsam nach, als ihr Direktor erschossen wird. Sofort geraten sie ins Fadenkreuz der Ermittlungen und einige ihrer Taten und Worte rücken sie in kein positives Licht. Da die Polizei nicht auf ihrer Seite ist, müssen sie mithilfe ihrer Freunde eigene Ermittlungen anstellen, um herauszufinden, was an jenem Tag geschehen ist. Doch können sie überhaupt einander vertrauen?

Der Schreibstil des Buches ist besonders, denn es kommen viele verschiedene Stimmen zu Wort. Unterteilt ist das Buch in 5 Teile und die ersten 3 Teile widmen sich jeweils den Perspektiven der Jungs. Hier berichten zunächst Außenstehende vom Mord, aber auch von ihrer Meinung über J.B., Trey und Ràmon, welche alle drei aus sozialschwächeren Familien kommen und sich mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert sehen. Das Buch schafft es, hier zu sensibilisieren, denn die Jungs werden quasi von ihrer Umgebung verurteilt, ohne eine gerechte Chance zu bekommen. Wenn man ihren Alltag miterlebt, spürt man dies noch stärker. Die Gründe, warum sie schlussendlich nachsitzen, sind wirklich unfair und dennoch hatten sie keine Chance, dieser Situation zu entgehen.

Diese vielen Perspektivwechsel und auch der kurzlebige Schreibstil führen aber schlussendlich dazu, dass die Geschichte wie eine Achterbahnfahrt an einem vorbeirauscht. Ich konnte das Buch unglaublich schnell durchlesen, es blieben aber auch zahlreiche Fragen offen und manche Dinge wirkten nicht so nach, wie sie es gekonnt hätten. Das Ende hätte länger sein können. Auch die Auflösung des Mordes kam zwar nicht unbedingt überraschend, aber wirkte doch konstruiert, weil einiges nicht so recht zusammenpasste.

Alles in allem ein Buch, dass sich sehr schnell liest und auch unterhält, aber sich in seiner eigenen Schnelligkeit verliert und dadurch nicht alle Geschichten zu Ende erzählt. Die Hintergründe der Promise-Boys haben mich berührt und die Ungerechtigkeiten stoßen einem bitter auf. Der Mord selbst wurde aber nicht schlüssig geklärt, wodurch das Buch nicht rund wirkt.

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Veröffentlicht am 25.05.2024

Vampire im Teehaus

A Tempest of Tea
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Ich habe mich sehr auf "A Tempest of Tea" gefreut, denn es klingt nach einer spannenden Mischung aus Krimi- und Fantasyroman. Hauptprotagonistin Arthie Casimir führt gemeinsam mit ihrem Bruder Jin ein ...

Ich habe mich sehr auf "A Tempest of Tea" gefreut, denn es klingt nach einer spannenden Mischung aus Krimi- und Fantasyroman. Hauptprotagonistin Arthie Casimir führt gemeinsam mit ihrem Bruder Jin ein etwas anderes Teehaus, bei dem nachts die Vampire ein- und ausgehen. Beide müssen unter einem Regime leben, dass ihre einstige Heimat ausgebeutet haben. Nach einem schicksalshaften Ereignis sehen sie sich schließlich gezwungen dem Widder - Herrscher von Ettenia - die Stirn zu bieten und ein Dokument zu stehlen, dass ihn stürzen könnte.

Dafür holt Arthie neben Jin auch Flick, eine Meisterfälscherin, Matteo, einen Vampir, und Laith, einen Gardist mit ins Boot. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Arthie, Jin und auch Flick. Die vielen Perspektivwechseln, auch nach recht kurzen Kapiteln, führten bei mir dazu, dass ich mich nicht gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen konnte und keine Bindung zu ihnen aufbaute. Am sympathischsten war mir noch der quirlige Jin, der nie um einen frechen Spruch verlegen ist. Arthie wird mitunter recht übermenschlich dargestellt, sie schafft alles und kann alles, um sie brauch man sich keine Sorgen zu machen. Flick blieb recht blass, es geht viel um das Zerwürfnis mit ihrer Mutter und ihre Abstammung.

Der Erzählstil wirkte vom Tempo her nicht rund, stilistisch gefiel er mir gut. Die Autorin hat mit sehr eindrucksvollen Vergleichen gespielt, die große Bilder in den Kopf malen und mich an den ein oder anderen Ort geführt haben. Es wirkte allerdings so, als würde auf die vielen Plottwists hingearbeitet werden, welche wiederum recht zügig als dramatische Momentaufnahmen abgehakt wurden. Und die Plottwists hatten es vor allem in der 2. Hälfte in sich und waren absolut spannend, aber durch die Zügigkeit hallten sie leider kaum nach. Auch wirkten einige Dialoge oder Handlungen erzwungen, wodurch das Leseerlebnis insgesamt auf mich nicht flüssig wirkte. Die zwei Liebesgeschichten habe ich leider auch nicht gefühlt.

Alles in allem will ich nach diesem Ende auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht. Ich kann mir vorstelle, dass Band 2 hilft, sich noch mehr an die Charaktere zu gewöhnen und eine emotionale Verbindung zur Geschichte aufzubauen.

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