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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2025

Nicht ganz mein Fall

Das glückliche Leben
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Worum geht es in dem Buch?
Eric hat bei Décathlon, einer großen Firma, gearbeitet. Er war dort sehr erfolgreich und wird jetzt von seiner ehemaligen Schulkameradin Amélie abgeworben. Sie ist von seinen ...

Worum geht es in dem Buch?
Eric hat bei Décathlon, einer großen Firma, gearbeitet. Er war dort sehr erfolgreich und wird jetzt von seiner ehemaligen Schulkameradin Amélie abgeworben. Sie ist von seinen Fähigkeiten überzeugt. Für Kunden in Südkorea hat er eine Präsentation ausgearbeitet und soll diese in Seoul vorstellen.
Dort gerät er in eine Firma, die Beerdigungen simuliert. Fasziniert ist er und liegt eine Weile in einem Sarg. Dort hat er sehr starke Empfindungen, er scheint den Tod zu spüren und überlegt sich, was er in seinem Leben besser machen kann.
Seinen Job verliert er und reist zurück nach Paris. Er will sich von jetzt an mehr um die Leute kümmern, die ihm wichtig sind. Seine Mutter beispielsweise und seinen Sohn Hugo. Weiterhin gründet er ein Unternehmen, das Beerdigungen simuliert. Lycoris heißt es und beginnt, erfolgreich zu werden. Menschen sehen diese Behandlungen als Therapie.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit erzählt. Es enthält viel indirekte Rede, dadurch lässt sich das Buch nicht flüssig lesen. Das gefällt mir nicht besonders gut, ich würde mehr direkte Rede begrüßen. Der Erzählstil wirkt auf mich teilweise hölzern, fast so, als ob man einen Bericht schreibt.
Ebenfalls wirken die Personen auf mich sehr distanziert. Ich vermisse mehr Herzlichkeit in dem Roman. Zu den Personen kann ich als Leserin keine Nähe aufbauen.
Ich lese einiges darüber, wie man ein gut funktionierendes Unternehmen aufbaut – die richtige Idee zur richtigen Zeit hat. Das reicht mir aber nicht für einen guten Roman. Letztendlich konnte mich das Buch nicht mitreißen. Ich vergebe drei Sterne.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Was ist und was hätte sein können

Weißes Licht
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Worum geht es in dem Buch?
Charlie und Garrett kennen sich von der Universität. Dort sind sie Freunde geworden. Garrett hat irgendwann das Studium abgebrochen und arbeitet auf einem Flughafen, Charlie ...

Worum geht es in dem Buch?
Charlie und Garrett kennen sich von der Universität. Dort sind sie Freunde geworden. Garrett hat irgendwann das Studium abgebrochen und arbeitet auf einem Flughafen, Charlie ist Kardiologe geworden und verdient gut.
Als Charlie heiraten will, soll Garrett ihn und seine zukünftige Frau Cece trauen. Die Hochzeitsgäste sind eingeladen, die Hochzeit wird in Charlies Elternhaus an einem See in Montana stattfinden. Garrett lernt Cece kurz vor der Hochzeit kennen und verliebt sich in sie. Cece verliebt sich ebenfalls in ihn. Beide wissen nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen, und treffen schließlich eine folgenschwere Entscheidung. Kurz nach der Hochzeit verlässt Cece Charlie und heiratet Garrett. Charlie ist verletzt, untröstlich und legt die Freundschaft zu Garrett und seiner Familie erst mal auf Eis.
Nach Jahren treffen sie sich wieder, haben unterdessen Familien und versuchen, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Alle drei – Charlie, Cece und Garrett haben sich verändert. Nach der romantischen Liebe ist bei Cece und Garrett der Alltag eingekehrt. Sie haben eine Tochter. Charlie hat eine hübsche Griechin, namens Angeliki, geheiratet. Sie haben zwei Kinder. Ihre Vergangenheit, diese eine Entscheidung, dass Cece Garrett heiratete und nicht Charlie, hat diese drei Personen geprägt und beeinflusst ihr Leben.

Meine Meinung zu diesem Buch:
„Weißes Licht“ ist kein Buch, das man schnell durchlesen kann. Man braucht Zeit dafür. Eigentlich ist das Lektüre für einen Urlaub. Lektüre, die sich, meiner Meinung nach, lohnt. Denn das Buch besticht durch interessante Charaktere und Handlung und einen sehr schönen Schreibstil. „Weißes Licht“ zählt zu den besten Büchern, die ich 2025 gelesen habe.
Die Personen in dem Buch, ihre Gedanken und ihr Schicksal konnten mich berühren und zum Nachdenken bringen. Ich fand sie gut beschrieben und glaubwürdig, und ich wollte wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Deswegen habe ich das Buch gelesen.
Der Autor erzählt immer wieder in Zeitsprüngen. Anfangs irritierte mich das, aber ich habe mich daran gewöhnt. Der Schreibstil ist so, dass man sich die Landschaft vorstellen kann – und man kann auch in das Gefühlsleben der Menschen blicken. Immer wieder fließen die Folgen des Klimawandels in die Handlung ein.
Für mich ist „Weißes Licht“ ein großer amerikanischer Roman, der in der heutigen Zeit spielt. Ich vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Ein Roman mit Denkanstößen

Drei Tage im Schnee
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Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits ...

Worum geht es in dem Buch?
Hannah arbeitet in der Pressestelle eines großen Unternehmens. Ihr Alltag ist stressig, sie bewältigt ihren Bürojob und den Haushalt gleichzeitig und antwortet morgens bereits auf E-Mails, abends nach dem Job ebenfalls. Eine innere Stimme kritisiert sie ständig. Obwohl sie sich Urlaube in teuren Hotels leisten kann, ist ihr Leben grau und eintönig geworden.
Um sich eine Auszeit zu nehmen, mietet sie sich drei Tage im Winter in einem Holzhaus ein. In der Nähe trifft sie Sophie, ein Kind. Die Gespräche und die gemeinsame Zeit mit Sophie veranlassen Hannah, über ihr Leben nachzudenken…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren sind sympathisch. Das, was sie tun und worüber sie sich unterhalten, regt mich immer noch zum Nachdenken an. Beispielsweise, dass man Träumen eine Chance geben sollte. Wenn man ein Projekt nicht weitermachen will, hört man damit auf.
Hannah beschließt, sich immer eine Zeit am Tag zu nehmen, während der sie in sich hineinhört, was sie gerade braucht.
Es gibt noch weitere solcher Anregungen, die man als Leser/in mit in sein Leben nehmen kann.
Für mich ist „Drei Tage im Schnee“ ein kurzer, lebendig geschriebener Roman mit vielen Anregungen. Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Strandidylle mit Konflikten

Sonntags am Strand
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch gibt in Romanform Momentaufnahmen eines Sommertags an einem italienischen Strand. Es geht um Enzo, der für Liegen und den ordnungsgemäßen Zustand des Strands zuständig ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch gibt in Romanform Momentaufnahmen eines Sommertags an einem italienischen Strand. Es geht um Enzo, der für Liegen und den ordnungsgemäßen Zustand des Strands zuständig ist, Essen kocht und es an Touristen und Einheimische verkauft. Er ist Witwer und kann sich damit etwas von seiner Trauer ablenken.
Davide und Giulia sind als Touristen in diesen Urlaubsort. Sie haben Eheprobleme und diskutieren. Giulia fühlt sich überfordert mit den drei Kindern, die ebenfalls dabei sind. Sie ist der Meinung, dass Davide sie nicht versteht.
Alberto ist mit seiner Freundin Felice an den Urlaubsort gekommen. Sie hätte lieber Urlaub mit Freundinnen gemacht, aber hat sich arrangiert, mit Alberto hier zu sein.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ruhig ist dies alles erzählt, aus der Sicht eines auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler). Man bekommt als Leser die Probleme mit, die die Personen haben. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, nicht ausgesprochene Dinge, die eine Atmosphäre, eine Beziehung beschädigen können. Andererseits ist dieser kurze Roman immer wieder schön, denn man liest, dass sich mancher Konflikt auch lösen lässt, wenn man beispielsweise miteinander redet und dem anderen zuhört.
Manchmal versöhnt man sich, findet neue Horizonte und lebenswerte Aussichten.
Ein manchmal kurzweiliger, aber auch tiefgründiger Sommerroman, den man besonders gut im Urlaub lesen kann. Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Lesenswerte Familiengeschichte

Die Verlorene
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. Sie stirbt wenig später.
Ihrer Tochter Ellen und deren Tochter Laura hat Änne nie viel aus ihrer Kindheit, Jugend und der Zeit in Schlesien während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Sie wollte es nicht, war traumatisiert von dem, was sie erlebt hatte. In Ännes Nachlass finden Ellen und Laura Briefe und Bilder, die sie nicht zuordnen können. Änne hatte offensichtlich eine Schwester, namens Luise. Um mehr über Änne, Luise und ihre Familie herauszufinden, müssen sie von Frankfurt nach Polen reisen. Laura findet den „Pappelhof“, wo Änne und Luise aufwuchsen. Ellen reist wenig später nach. Gemeinsam suchen sie Personen, die ihnen Informationen geben können.
Die zweite Geschichte spielt vorwiegend in Schlesien auf dem Pappelhof während der Jahre 1943 bis 1947. Die Zwillinge Änne und Luise wachsen mit ihren Brüdern auf dem Pappelhof auf. Ihre Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit Viehzucht. Sie beschäftigen auch Kriegsgefangene. Einer davon ist Karl. Luise fühlt sich zu ihm hingezogen, was besonders von ihrem Vater argwöhnisch beobachtet wird. Auch Änne gefällt das gar nicht, denn sie will ihre Schwester nicht verlieren.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) erzählt. Es liest sich flüssig. Die beiden Handlungen sind mitreißend. Als Leserin wollte ich wissen: Warum hat Änne ihrer Familie in Frankfurt nie erzählt, dass sie eine Zwillingsschwester, namens Luise, hatte? Was ist mit Luise passiert?
Beim Lesen stellen sich noch weitere Fragen. Die Autorin schafft es, immer wieder Spannung zu erzeugen, indem viele Kapitel mit einem Cliffhanger enden. Die Ereignisse 2019 wechseln sich ab mit den Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien. Ich war als Leserin gebannt von der Handlung, nie wurde das Buch langweilig. Bis zum Schluss blieb das Buch spannend und offenbarte vieles, mit dem ich zu Anfang der Lektüre nie gerechnet hätte.
„Die Verlorene“ bot für mich nicht nur eine spannende Familiengeschichte, sondern auch viele interessante Einblicke in das Leben und die Gefühle der Menschen in den so genannten ehemaligen „deutschen Ostgebieten“. Ich selbst hatte Verwandte aus diesen Gebieten und mir wurde durch die Lektüre vieles wieder bewusst, was diese Verwandten erlebt hatten.
Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

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