Profilbild von Talisha

Talisha

Lesejury Star
offline

Talisha ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Talisha über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2025

Weitermachen oder aufgeben?

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
0

Sophie Dubois weiss nicht, wo ihr der Kopf steht: Tochter Riley rebelliert, Mutter Tanya in der Altersresidenz ebenfalls und dann fährt Sophie bei der Eröffnung eines neuen Restaurants aus ihrer Haut, ...

Sophie Dubois weiss nicht, wo ihr der Kopf steht: Tochter Riley rebelliert, Mutter Tanya in der Altersresidenz ebenfalls und dann fährt Sophie bei der Eröffnung eines neuen Restaurants aus ihrer Haut, was ihr fast den Job kostet. Als Wiedergutmachung soll sie fernab von London in Cornwall ein kleines Pub auf Vordermann bringen.

Für alle Probleme gibts eine Lösung, doch mit diesem Motto kommt Sophie im Smugglers' Inn nicht weit. Port Haven wär eigentlich ein malerisches Dorf. Doch das Pub hat schon bessere Tage gesehen. Zudem muss das ganze Personal übernommen werden und im Gastraum darf nichts baulich verändert werden. Als Sophie einen Tisch verschiebt, verscherzt sie es sich auch bei den Stammkunden. Koch Lennox versucht zu vermitteln. Und dann ist ja auch Annabelle Scott, die es seit dem Vorfall in London auf Sophie abgesehen hat.

Das Setting in Cornwall, besonders das Smugglers' Inn, konnte ich mir bildlich vorstellen. Ich wäre wie Sophie auch nicht begeistert gewesen, wenn man in so einem dunklen Raum nichts modernisieren dürfte.

Thematisiert werden Familienkonstellationen und Lebensziele. Dass nicht nur Erfolg zählt, sondern man auch scheitern darf und trotzdem noch genau so viel Wert ist.

Mir hat diese leichte Auftaktsgeschichte zur neuen Trilogie "A Taste of Cornwall", bei der mehrere Charaktere etwas zu verbergen versuchen, gut gefallen. Die Figuren machten alle eine glaubhafte Entwicklung durch, angefangen von Sophie und ihrer Familie bis hin zu Annabelle. Manchmal fehlte mir allerdings etwas Tiefe.

Fazit: "Eine Prise Liebe" ist ein kurzweiliger und unterhaltender Roman aus der Feder von Katharina Herzog. Somit werden wir die Figuren auch im nächsten Jahr weiter begleiten können. In Band 2 wird Anabelle Scott im Zentrum stehen.
4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2025

Urlaub? Na ja...

Urlaub für den Commissario
0

Urlaub für den Commissario? Nicht wirklich. Denn Pellegrini macht überraschend Vaterschaftsurlaub und ist total übermüdet, da ihn die sechs Wochen alte Emma nachts wach hält. Der Neue im Team, Tonio Gruber, ...

Urlaub für den Commissario? Nicht wirklich. Denn Pellegrini macht überraschend Vaterschaftsurlaub und ist total übermüdet, da ihn die sechs Wochen alte Emma nachts wach hält. Der Neue im Team, Tonio Gruber, hält auf dem Kommissariat die Stange, da auch Claudia aufgrund eines Todesfalles in der Familie einige Wochen frei genommen hat. Und er macht es gut! Man freut sich schon, wenn man alle drei irgendwann wieder gemeinsam offiziell ermitteln dürfen.

Als Stammgäste der Pension von Pellegrinis Eltern verunglücken, weist erst alles auf einen Unfall hin. Doch den beiden Kommissaren und der Ispettrice lässt es keine Ruhe und sie schauen genauer hin. Das Verhalten von einigen Beteiligten gibt den Ermittlern ein komisches Bauchgefühl. Claudia steigt schnell offiziell wieder ein, Pellegrini inoffiziell. Letzteres ist auch gut so, denn er kennt die Familie des Opfers und kann von der Pension aus Erkundigungen einholen. So kann er auch seine beiden Leben miteinander verbinden, da er die Arbeit sehr vermisst.

Auch Marcos Mutter ist davon überzeugt, dass es eben kein Unfall war und gibt keine Ruhe. Auch sonst nicht, sie weiss eh alles besser, besonders was Emma betrifft. La Mama hat mich in diesem Band total genervt, ich fand sie sehr aufdringlich. Pellegrini hat sich viel gefallen lassen, ich schiebe es mal auf den Schlaf- und Espressomangel.

Was es damit auf sich hat, wird in "Urlaub für den Commissario" schön erzählt, besonders die Hintergründe über die Vaterschaft und Franca. Das war genau in richtigem Masse, nicht zu viel und nicht zu wenig. Das Ende macht dann auch neugierig auf eine Fortsetzung.

Dieser fünfte Band ist ein etwas anderer Fall als üblich, aber eine Krimi-Lektüre, die Spass macht. Der Plot, das Setting und auch das Team, jetzt ohne Fabio sowieso, ist toll.

Fazit: Ein interessanter und gut unterhaltender fünfter Band. Urlaub hat Pellegrini ja nicht wirklich, aber ohne Ermittlung wird es ihm schnell langweilig.
5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2025

Locker und originell - ohne Plan

Sommer ohne Plan
0

Cassi hat den Wunsch zu fliehen, erst landet sie in ihrem Heimatdorf, dann kauft sie sich spontan ein Häuschen im Wald. Der ideale Ort um alleine zu sein. Der Makler versteht aber etwas falsch und streut ...

Cassi hat den Wunsch zu fliehen, erst landet sie in ihrem Heimatdorf, dann kauft sie sich spontan ein Häuschen im Wald. Der ideale Ort um alleine zu sein. Der Makler versteht aber etwas falsch und streut Gerüchte: Cassi gäbe diverse Kurse und sei eine Heilerin. Erst ist sie zu müde, irgendwas zu erklären, aber bald schon findet sie den Gefallen daran, sich sozusagen neu zu erfinden und legt los.

Dabei freundet sie sich mit einigen Dorfbewohnern an und schaut hinter deren Kulissen. Die Geschichten, die sie entdeckt, machen auch etwas mit ihr. Vor allem aber erobert Pavel ihr Herz. Der alte Mann nimmt sie, wie sie ist und hilft ihr beim sachten Renovieren des baufälligen Hauses. Irgendwann bricht Cassis Lügengebilde zusammen - eigentlich lügt sie ja nicht, sie lässt die anderen vermuten und erzählt selbst aber nichts - und nun wird es interessant, wie es weiter geht.

Pavel war mein Lieblingscharakter, sein Schicksal tat mir leid. An Cassi kam man nicht so recht ran, aber das passte sehr gut zur Geschichte und machte sie glaubhaft.

Ich mochte die Idee des Romans, doch Cassis Bornout ist mir ein bisschen zu hoch gegriffen - es wird nach und nach aufgelöst. "Aberwitzig", wie es im Klappentext steht, empfand ich den Roman nicht, eher melancholisch und sanft humorvoll. Er nimmt das grosse Geschäft mit den vielen Selbsthilfe-Coaches auf die Schippe, doch am Ende geht es einfach nur um Freundschaft und um Mut.

Fazit: "Sommer ohne Plan" ist ein lockerer und origineller Roman, in dem es ums Mensch sein und Zuhören geht.
4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2025

Ein langes, aber interessantes Auf und Ab

Montmartre - Licht und Schatten
0

Sofort war ich mitten drin im Montmartre anno 1866. Streifte mit Elise unerlaubt durch das Quartier, beobachtete das Leben von Valérie Dumas, die Tochter des bekannten Kunsthändlers.

Licht und Schatten ...

Sofort war ich mitten drin im Montmartre anno 1866. Streifte mit Elise unerlaubt durch das Quartier, beobachtete das Leben von Valérie Dumas, die Tochter des bekannten Kunsthändlers.

Licht und Schatten - ein passender Titel. Das Licht leuchtet eher auf Valérie, die in eine wohlhabende Familie geboren wird. Elise dagegen erlebt täglich den Schatten des Lebens. Sie arbeitet als Wäscherin bei ihrer Mutter. Marianne, die alte und weise Hebamme, war bei beiden Geburten dabei.

Abwechselnd wird das Leben von Valérie und Elise, die man beim Erwachsen werden begleitet, erzählt. Ausbildung, Job, erste Liebe - und beides je einmal im Licht (Reichtum) und auf der Schattenseite (Armut). Dabei kreuzen sich die Wege der beiden immer mal wieder, das macht die Geschichte enorm interessant. Behandelt werden auch die grossen Fragen des Lebens, zum Beispiel das Thema Verhütung, wer meint es gut mit dir, wer nutzt dich nur aus - das und vieles mehr müssen die beiden und ihre Familien teilweise schmerzhaft lernen.

Marie Lacrosse bringt uns Montmartre näher und wer sich mit der Hoch-Zeit der Impressionisten in Paris ein bisschen auskennt, trifft immer wieder auf bekannte Namen, die den beiden Protagonistinnen begegnen.

Die Begeisterung, mit der ich bis nach der Mitte diesen ersten Band las, verebbte danach langsam, denn es ging immer weiter mit dem Auf und Ab der Geschichte der Charaktere und wollte kein Ende und leider auch keinen Höhepunkt haben. Vielleicht gibt es den dann im zweiten Band, auf den ich mich trotz der erneuten Länge freue.

Fazit: Eigentlich ein sehr toller erster Band, der uns die Geschichte von Montmartre anhand spannender Figuren näher bringt, aber viel zu ausführlich auf 624 Seiten erzählt.
4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2025

Drei Sommertage

Das Leben fing im Sommer an
0

Ich war ja schon sehr sehr skeptisch, denn generell mag ich Romane mit jugendlichen Protagonisten gar nicht. Dennoch hat mich Christoph Kramer mit seinem Debüt positiv überrascht. "Das Leben fing im Sommer ...

Ich war ja schon sehr sehr skeptisch, denn generell mag ich Romane mit jugendlichen Protagonisten gar nicht. Dennoch hat mich Christoph Kramer mit seinem Debüt positiv überrascht. "Das Leben fing im Sommer an" erzählt von drei Tagen im Sommer des autofiktiven Protagonisten Chris. Die erste Liebe, der erste Kuss, ein Roadtrip und Freundschaft, die teilweise immer noch anhält.

Ja, heiss war er tatsächlich, der Sommer 2006. Daran kann ich mich gut erinnern, nicht nur weil ich da hochschwanger war und in der Hitze gelitten habe. Von diesem Sommer bleiben mir deshalb natürlich ganz andere Erinnerungen als jene des Protagonisten, obwohl auch ich die Fussball-WM (die kaum vorkommt übrigens) geschaut habe. Ich konnte mich aber gut hineinversetzen in den Roman, denn bei den einen oder anderen Erlebnissen der Charaktere gibt es ähnliche nostalgische Erinnerungen an die Sommer, in denen ich um die 16 Jahre alt war. Capri-Sun wurde damals bei uns in der Schweiz zwar nicht getrunken, wir hatten andere Getränke, die in meiner Jugend hip waren. Aber mit solch erinnerungswürdigen Getränken, Speisen und anderen Dingen konnte der Autor sicherlich einige Leser und Leserinnen mal kurz in die eigene Vergangenheit zurück führen.

Mir hat gefallen, wie der Protagonist dazu stand, ruhiger als andere zu sein, einige Werte hochgehalten hat und authentisch blieb, und trotzdem, dem Alter entsprechend, Dinge ausprobieren wollte. Andererseits gibt es einige Szenen, bei denen ich denke, dass das Alter der Jungs durchaus aufgefallen sein müsste, also wenig realistisch - aber eben, Autofiktion, darf also durchaus auch mal nicht realistisch sein.

Die ersten drei Tage der Geschichte, die Christoph Kramer erzählt, nehmen einen Grossteil des Romans ein. Interessant wurde es meiner Meinung nach aber erst in den letzten drei Kapitel, insbesondere im letzten Kapitel "Ein ganzes Leben später". Genau dieses letzte Kapitel macht für mich aus, dass dieser Roman gelungen ist, weil erst dann diese ersten drei Tage Sinn ergeben. Von daher: dran bleiben und zu Ende lesen!

Fazit: Für mich ein überraschend gelungenes Debüt, das mich gut unterhalten hat!
4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere