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Veröffentlicht am 17.02.2025

Spannend und geheimnisvoll

Die verborgene Tochter
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Georgia ist gerade mit dem Verkauf ihres Start-Ups beschäftigt, als sie einen rosa Saphir und einen Hinweis auf ihre Grossmutter bekommt. Nachdem sie den Verkauf gebührend gefeiert und zur Ruhe kommt, ...

Georgia ist gerade mit dem Verkauf ihres Start-Ups beschäftigt, als sie einen rosa Saphir und einen Hinweis auf ihre Grossmutter bekommt. Nachdem sie den Verkauf gebührend gefeiert und zur Ruhe kommt, denkt sie erst nach Monaten, bei einem Besuch bei einer Schmuckauktion wieder an die kleine Schachtel und beginnt nach diesem speziellen Saphir zu forschen. Diese Suche führt sie nach Genf zu einem Juwelier. Luca, der den Familienbetrieb übernommen hat, kann ihr weiter helfen. Zusammen enthüllen sie eine tragische Geschichte, die im zweiten Erzählstrang enthüllt wird.

Es ist 1951, als Delphines Hoffnung, dass aus der Zweckehe mit ihrem Mann Giovanni vielleicht doch noch Liebe daraus wird, definitiv begraben wird. Denn nun muss sie für ihn mit ihren beiden Kindern von Italien nach Genf umziehen. Immerhin ist die unglückliche Delphine hier aufgewachsen, aber Lust auf den Umzug hat sie keine. Erst als Delphine Florian, dessen Ehe ebenso nur auf Papier besteht, kennenlernt, ist der Umzug eine neue Chance. Ich verrate wahrscheinlich nichts Neues, wenn ich sage, dass das Schicksal Delphine nicht sonderlich gut gewogen scheint. Es wird zwar nicht erwähnt, höchstens ein wenig durch die Blume, doch ich denke, dass Giovanni an einer bestimmten Stelle Schicksal gespielt hat.

Ab der ersten Sekunde fühlt man Delphine mit. Sie ist ein Charakter, den man sofort ins Herz schliesst und mit ihr leidet und sich mit ihr freut. Mich beeindruckte diese innerlich verlorene, aber doch starke Frau, die im richtigen Augenblick geistesgegenwärtig handelt, sehr.

"Familie" und das Gefühl "zuhause zu sein" wird in diesem Band stark thematisiert - neben Delphines Lebens- und Familiengeschichte erfährt Georgia, die bei ihrer Freundin aufgewachsen ist, weshalb ihre verstorbenen Eltern keinen guten Draht zu ihrer Grossmutter hatten. Daneben steht Luca mit seiner glücklichen Sippe, die Georgia sofort aufnimmt. Und ganz vielleicht, erfreulicherweise, könnte Genf für Georgia sogar ein Happy End bereit halten.

Während man die ersten drei Bände noch gut als Stand Alone bzw. nicht in der richtigen Reihenfolge lesen konnte, sollte man spätestens ab diesem Band die Reihenfolge einhalten, denn nun erfährt man einiges über Hope Berenson, die sich ihrer aktuellen Patientin gegenüber stark öffnet. Das macht neugierig auf ihre ganze Geschichte. Auch Mia lernt man hier in "Die verborgene Tochter" ein bisschen besser kennen, weil sie sich mit Georgia anfreundet.

Interessant war die Geschichte um den rosafarbenen Saphir aus dem königlichen Diadem auch dadurch, weil man ganz wenig über das ehemalige italienische Königshaus erfuhr.

Fazit: Soraya Lane lässt die Leserschaft erneut in eine spannende und geheimnisvolle Erzählung eintauchen. Vor allem die verbotene Liebe in der Vergangenheit berührt.
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Musik und Fernweh

Die verheimlichte Tochter
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Im dritten Band dieser Reihe nimmt uns Soraya Lane mit nach Griechenland auf eine kleine Insel. Auch Ella gehört zu den jungen Frauen, die bei einem Londoner Anwalt eine kleine Schachtel überreicht bekommen. ...

Im dritten Band dieser Reihe nimmt uns Soraya Lane mit nach Griechenland auf eine kleine Insel. Auch Ella gehört zu den jungen Frauen, die bei einem Londoner Anwalt eine kleine Schachtel überreicht bekommen. In Ellas Schachtel liegt ein Foto und ein Notenblatt. Ihr Bekannter Gabriel hilft Ella betreffend dem Notenblatt, doch das ist eine viel schwierigere Suche als beim Foto, das bald nach Griechenland verortet werden kann. Nun hat Ella zumindest einen Anhaltspunkt und sie reist auf die kleine griechische Insel Skopelos und hofft, mehr herauszufinden.

In der Vergangenheitsebene muss die sehr junge Alexandra Ende der 1960er-Jahre aus Griechenland nach England zu ihren Verwandten fliehen. Sie fühlt sich endlich zuhause, nicht zuletzt auch dank dem jungen Musiker Bernard, als das Leben ihr erneut einen Schlag verpasst.

Soraya Lane erzählt Alexandras Leben und Ellas Suche abwechselnd, beide Zeitebenen sind sehr ereignisreich. Der Schreibstil fesselt, so dass man möglichst ohne Pause bis zum Ende durchlesen möchte.

Dieser Band kann gut als Stand Alone gelesen werden. Wer Lust auf eine gefühlsstarke und interessante Geschichte hat, die vorwiegend auf einer der Sporadeninseln in der schönen Ägäis stattfindet, ist hier richtig.

Fazit: Eine emotionale Geschichte mit viel Musik und Fernweh, die ich auf jeden Fall noch einmal lesen möchte.
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Wer ist schneller?

Das Mörderarchiv
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Drei Wochen vor ET des zweiten Bandes des "Mörderarchives" dachte ich, es wäre eine gute Idee, den ersten Band endlich zu lesen. Wenn der mich überzeugt, dann könnte ich praktisch nahtlos weiter lesen. ...

Drei Wochen vor ET des zweiten Bandes des "Mörderarchives" dachte ich, es wäre eine gute Idee, den ersten Band endlich zu lesen. Wenn der mich überzeugt, dann könnte ich praktisch nahtlos weiter lesen. Mittlerweile weiss ich, dass ich Band 2 lesen werde, aber ich weiss auch, dass es nicht zeitnah sein wird, auch wenn ich diesen vorliegenden ersten Band mit vier Sternen honoriere.

Viel davon ist der tollen Idee des Krimis zuzuschreiben, denn Einzelheiten haben mich nicht ganz überzeugen können. Im Grossen und Ganzen geht es darum, dass Grosstante Frances in ihrer Jugend nach einer Weissagung glaubt, dass sie eines Tages umgebracht wird. Seitdem sammelt sie alles Mögliche über ihr Umfeld. Und da gab es einiges zu sammeln, denn in ihrem Freundeskreis geschehen merkwürdige Dinge. Aber sie tat gut daran vorzusorgen, denn sie hatte recht: Francis wurde ermordet und nun sollen Annie und Saxon den Mörder entlarven. Wer erfolgreich ermittelt, erbt Tante Francis Vermögen.

Der Einstieg las sich gut, doch sobald Annie in Castle Knoll angekommen ist, kamen zeitgleich ganz viele Figuren neu dazu, das war verwirrend. Dasselbe in den Rückblicken, in denen Tante Francis von ihrer Jugend erzählte. Wer ist jetzt mit wem verbandelt, wer miteinander verwandt und wer war damals zusammen? Der Rückblick war interessant, aber plötzlich war Francis verheiratet - hab ich was überlesen? Und dann ihr Mantel: der war weg, dann da und dann wieder weg und kein Wort mehr darüber, bis er wieder auftaucht.

Am meisten Mühe hatte ich aber mit Annie, die zwar nett ist, aber unheimlich schwer zu fassen. Angehende Krimi-Autorin, aber kann kein Blut sehen und kippt schnell um. Schliesst ihr Zimmer nicht ab, obwohl sie gewisse Dinge darin aufbewahrt. Ihre Hand ist nach einem Tag gar kein Thema mehr - war das doch keine schlimme Reaktion?

Ihr Kontrahent Saxon konnte ich auch nicht gut einschätzen. War er nur extrem verwöhnt worden in seiner Kindheit oder ist er neurodivergent oder hat ein psychologisches Problem?

Trotz meiner Kritik war der Krimi als Einstieg in die "Mörderarchiv"-Reihe unterhaltend. Umso mehr bin ich auf den Folgeband gespannt, der wird zeigen, ob es sich lohnt, das Leben in Castle Knoll weiterhin zu verfolgen.

Fazit: Eine tolle Krimi-Idee, dessen Umsetzung aufging, aber in den Einzelheiten schwächelte.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Filmreif

Drei Feiertage und eine Hochzeit
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Auf den ersten Seiten war ich genervt von bereits bekannten Szenen aus Filmen, die hier auf die Protagonistinnen umgewandelt wurden. Auch der Buchtitel ist einem bekannten Film sehr ähnlich. Fast hätte ...

Auf den ersten Seiten war ich genervt von bereits bekannten Szenen aus Filmen, die hier auf die Protagonistinnen umgewandelt wurden. Auch der Buchtitel ist einem bekannten Film sehr ähnlich. Fast hätte ich das Buch aus der Hand gelegt, doch ich wollte unbedingt wissen, wie die Autorinnen die drei Feiertage darstellen, weshalb ich dann doch weiter las. Schlussendlich war ich froh darüber, doch von Anfang an:

Anna soll die Feiertage mit ihrem relativ neuen Freund bei seinen Eltern in Kanada verbringen. Da sie später als er fliegt und direkt zu einem Gala-Event soll, ist sie entsprechend gekleidet - sprich ziemlich unpassend zum Wetter - und nur mit Handgepäck ausgerüstet.

Maryams jüngere Schwester will unbedingt und kurzfristig an Weihnachten heiraten. Deshalb hat Maryam alles organisiert und fliegt nun mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft der Brautseite zusammen nach Toronto zur Familie des Bräutigams. Das einzige entspannte Familienmitglied ist Dadu, Maryams Grossvater, ein früherer Regisseur von Bollywood-Filmen. Noch mehr "Film" ist später im Roman enthalten, weshalb ich die ersten Szenen im Nachhinein zwar immer noch nicht gut finde, aber immerhin verstehen konnte.

Unter nicht so positiven Umständen lernen sich Anna und Maryam bereits am Flughafen kennen. Dass sie im Flugzeug nebeneinander sitzen, fand anfangs keine von ihnen gut, doch da beide Flugangst haben, kommen sie sich ein wenig näher, erzählen einander von ihren Ängsten und Sorgen.

Aufgrund der prekären Wetterverhältnisse und des Jahrhundert-Schneefalls müssen sie in der Kleinstadt Snow Falls notlanden und werden dort in einem Hotel untergebracht. Schwierig für Maryams Familie, da sie noch die letzten Tage Ramadan haben und fasten. Anne erlebt einen witzigen Pub-Abend, bevor sie ihr unrenoviertes Hotelzimmer bezieht. Nur für eine Nacht - das sollten sie alle überstehen, denken sie. Doch das Wetter macht ihnen erneut einen Strich durch die Rechnung und sie müssen noch länger in Snow Falls bleiben.

Diese Kleinstadt entpuppt sich als kleines, friedliches Juwel, das alle Figuren früher oder später überraschen wird. Bei einigen Szenen fragte ich mich jedoch, ob die tatsächlich so passieren können, wenn doch so dermassen viel Schnee liegt und der Schneefall noch nicht vorbei ist. Auf einer Parkbank sitzen und essen, wäre so ein Beispiel.

Ich war gespannt, wie die Autorinnen die drei Feiertage, das islamische Eid al Fitr (auch unter dem Namen "Zuckerfest" bekannt), das christliche Weihnachtsfest und das jüdische Chanukka-Fest zusammenbringen. Obwohl nur Grundsätzliches darüber erzählt wird, ist es ihnen sehr gut gelungen. Das gegenseitige Verständnis und der Respekt gegenüber der anderen Religionen zeichnet die Charaktere und die Kleinstadtbewohner aus.

Meine Lieblingscharaktere waren für einmal nicht die Protagonistinnen, sondern Dadu, Maryams und Shaimas Grossvater, und Josh Tannenbaum. Weder mit Maryam noch mit Anna bin ich sehr warm geworden, aber bei den beiden unsicheren Frauen ist eine deutliche Entwicklung sichtbar.

Fazit: Nach ersten klischeehaften Szenen entwickelt sich der Roman zu einer schönen und unterhaltenden Geschichte, die ich mir aufgrund vieler filmreifen Szenen sehr gut verfilmt vorstellen kann. Den Film würde ich mir zu Weihnachten sicherlich ansehen.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Bücher, Blumen und Geheimnisse

Die Zuverlässigkeit des Zufalls
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Fälschlicherweise ging ich davon aus, dass der Roman in Paris spielt - keine Ahnung, wie ich darauf kam - dies ist jedoch nur im Prolog der Fall. Der schildert eine Szene, die Nina-Marie mit ihrem in der ...

Fälschlicherweise ging ich davon aus, dass der Roman in Paris spielt - keine Ahnung, wie ich darauf kam - dies ist jedoch nur im Prolog der Fall. Der schildert eine Szene, die Nina-Marie mit ihrem in der Zwischenzeit an Krebs verstorbenen Freund Eric in Paris erlebte. Das Paar lebte in Berlin, Nina noch immer. Dort besitzt sie zusammen mit ihrer Mutter eine Buch- und Blumenhandlung.

Protagonistin Nina nimmt auch zwei Jahre nach Erics Tod kaum noch am Leben teil, ihre Trauer ist zu gross und helfen lassen will sie sich nicht.

Andern helfen jedoch möchte sie. Denn als sie das Rätsel um die wöchentlichen Duftsträusse, die jeweils am Donnerstag abgeholt werden, lüftet, ist für sie klar, dass sie alles dran setzen möchte zu helfen, dass sich jemand anders wieder unter Menschen mischt. Eine schwierige Aufgabe, die vor allem aber auch Nina selbst auf die Strasse raus bringt.

Dass jeder anders mit Trauer und Verlust umgeht, wird im Roman anhand von Beispielen mehreren Figuren gezeigt. Manchmal hilft ein Hund, manchen das Schreiben und Nina sicherlich auch Jacks klare und harte Fragen, die an Ninas selbst eingerichteten Trauer-Wohlfühlzone-Mauer rütteln.

Nicht nur Nina, auch andere Charaktere machen eine grosse Entwicklung durch. Autorin Lilli Beck hat ihre Figuren allesamt sehr unterschiedlich charakterisiert. Zum Beispiel Eric, der an die Zuverlässigkeit des Zufalls glaubt und daneben Jack, der nichts von Zufällen wissen will. Lilli Beck Schreibstil ist flüssig und so bildlich, dass man sich die Personen samt ihren Wohnungen und Läden genau vorstellen kann.

Das Augenmerk legt die Autorin deutlich auf die Trauerbewältigung. Obwohl mich die Geschichte gut unterhalten hat, war mir persönlich das fast zu viel, besonders die von Nina aufgeschriebene Geschichte über "Marie" empfand ich als zu lang. Gefallen hat mir aber, wie diese Geschichte im Epilog noch kurz erwähnt wurde und Sinn ergab.

Fazit: Schöner Roman über die vielen Facetten der Verlustbewältigung.
4 Sterne.

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