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Veröffentlicht am 19.07.2019

Lagarde ermittelt auswärts

Der Kommissar und die Toten von der Loire
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"Der Kommissar und die Toten von der Loire" ist bereits der zehnte Fall der Krimiserie von Maria Dries.

Auch hier ermittelt Lagarde nicht in seiner Wohngemeinde, sondern wird als Einsatzleiter an einen ...

"Der Kommissar und die Toten von der Loire" ist bereits der zehnte Fall der Krimiserie von Maria Dries.

Auch hier ermittelt Lagarde nicht in seiner Wohngemeinde, sondern wird als Einsatzleiter an einen Tatort geschickt. Einerseits gibt sich die Autorin so mehr Möglichkeiten die Fälle abwechslungsreich zu gestalten, andererseits vermisse ich als Leser das alte, bewährte Team von Barfleur. Es ist schade, nicht zu wissen, wie es den lieb gewonnenen Figuren aus den ersten Bänden ergeht.

Nichtsdestotrotz ist auch der zehnte Fall sehr spannend geschrieben und zum Miträtseln geeignet. Wie so oft verstecken sich einige persönliche Dramen in der Geschichte, was die Fälle interessant macht. Auch wenn man zu Beginn denkt, die eine oder andere Person könnte verdächtig sein - was genau dahinter steckt und ob sie überhaupt mit dem Fall zu tun haben, erfährt man erst gegen Ende des Kriminalromans.

In "Der Kommissar und die Toten von der Loire" freut sich die diensthabende Polizistin vor Ort, Yvonne Martel, gar nicht darüber, dass sie einen auswärtigen Kommissar vor die Nase gesetzt bekommt und will erst gar nicht mit ihm zusammen arbeiten. Als sie Lagarde kennenlernt, tut sie es dann aber doch, denn sie ist schnell von seinem wohlwollenden Wesen überzeugt.

Der Fall ist happig: ein Bogenschütze tötet auf Schlössern an der Loire. Zuerst gehen die Ermittler von einer Einzeltat aus, doch als auf einem benachbarten Schloss jemand auf dieselbe Art ums Leben kommt, wird nach Verbindungen gesucht, die es aber kaum gibt. Erst durch aufmerksame Zeugen nähern sich Philippe und Yvonne der Lösung des Falles.

Fazit: Ein - wie immer - interessanter und unterhaltender Fall für Philippe Lagarde.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Packend geschildert

Der Kommissar und das Biest von Marcouf
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Einmal mehr wird Kommissar Lagarde zu einer Ermittlung herbei gezogen. Immer öfter muss er nun in der ganzen Normandie die Polizei vor Ort unterstützen.

Zusammen mit Gendarmin Annie Lucas soll er aktuell ...

Einmal mehr wird Kommissar Lagarde zu einer Ermittlung herbei gezogen. Immer öfter muss er nun in der ganzen Normandie die Polizei vor Ort unterstützen.

Zusammen mit Gendarmin Annie Lucas soll er aktuell in Sainte-Mère-Eglise herausfinden, wieso ein Liebespaar auf einer kleinen, unbewohnten Insel ermordet wurden. Könnte der unbekannte Mann auf der Insel, der von einer Zeugin gesehen wurde, etwas mit dem Doppelmord zu tun haben?

Leider bleibt es nicht nur bei dem einen Mordfall und Lagarde und die Gendarmen suchen zwischen Pains au Chocolat bei den Wache-Besprechnungen und an der Küste in Hafenkneipen nach dem Täter.

Lagarde ermittelt wie immer gründlich, er geht jeder Spur nach. Die jungen Gendarmen können jeweils viel von ihm lernen, Lagarde ist aber auch auf ihre Hinweise angewiesen und zählt auf Teamarbeit.

Die Suche nach dem Mörder ist packend geschildert. Wenn ich in der Gegend Ferien machen würde, ich würde glaub alle bisherigen Fälle noch einmal lesen.

Fazit: Spannender Fall inmitten einer schön beschriebenen Gegend.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Rosen und Chansons

Die Rosengärtnerin
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Ich freute mich sehr auf den neuen Roman von Sylvia Lott, der zu einem grossen Teil im französischen Loire-Tal angesiedelt ist. Eine wunderschöne Gegend mit einem grossen Weinanbau-Gebiet und vielen Châteaus. ...

Ich freute mich sehr auf den neuen Roman von Sylvia Lott, der zu einem grossen Teil im französischen Loire-Tal angesiedelt ist. Eine wunderschöne Gegend mit einem grossen Weinanbau-Gebiet und vielen Châteaus.

Ein solches Schlösschen erbt die 37-jährige Ella aus Hamburg. Sie hat keine Ahnung, wieso gerade sie die Erbin einer Chanson-Sängerin sein soll. Ella macht sich aber bald auf den Weg ins Loire-Tal, um das heraus zu finden. Ihr Erbe ist an eine Bedingung geknüpft: Ella muss genau ein Jahr in Cremont-sur-Crevette wohnen und darf nicht mehr als zwei Wochen abwesend sein, sonst erbt der unsympathische Neffe des Barons. Ella lässt sich schnell auf das Abenteuer ein und verfällt in ihrem Frankreich-Jahr nicht nur dem Charme des Manoirs.

Da Ella in dieser Zeit eine Biografie über Jeanne schreiben will, bildet die Gegenwartsgeschichte den Rahmen um Jeannes Lebensgeschichte. Diese beginnt in den ersten Kriegsjahren um 1942 im Bordelais und endet in der ersten Hälfte mit Jeannes Rückkehr aus Ostfriesland, wo sie während des Krieges einige Jahre als Fremdarbeiterin auf dem Südmarschhof verbrachte.

Der erste Teil von Jeannes Geschichte ist enorm vorhersehbar. Spannender und interessanter wurde es erst in der zweiten Hälfte des Romans, in dem Jeanne in Paris als Chansonsängerin berühmt wird und später an der Seite des Barons in Cremont-sur-Crevette in der Arbeit in ihrem Rosengarten Entspannung findet.

Jeanne führte ein interessantes Leben, emotional blieb sie mir aber fern. Jeannes Figur war spannender als die von Ella, die - einfach mal so, um Leben in die Bude zu bringen - ihre Künstler-Freunde zu sich einlädt. Dies um einerseits nicht alleine zu sein, andererseits in der Hoffnung, dass die Künstler vielleicht das Dorf ein wenig verschönern. Anna, Ellas Freundin, mochte ich zwar gar nicht, aber in einem muss ich ihr recht geben: dass solch ein Zusammenleben wie in einer WG ohne jegliche Regeln nicht funktioniert. Ella lernt dies nur allzu bald.

Obwohl ich sonst immer begeisterte Sylvia-Lott-Romane-Leserin bin, wurde ich in "Die Rosengärtnerin" mit den Figuren nicht warm. Mit Jeanne im zweiten Teil konnte ich grad noch ein bisschen mitfiebern, aber zu Ella konnte ich keine Beziehung aufbauen, sie blieb sehr blass. Die Nebenfiguren - einige der Dorfbewohner, Sina und Annas Tochter - fand ich fast interessanter.

Eventuell lag es auch daran, dass mir die Geschichte insgesamt zu vorhersehbar war. Einige unerwartete Verbindungen waren vorhanden, es gab auch nette Wiedersehen mit gewissen Figuren, aber zum mich richtig wohl zu fühlen fehlte mir etwas.

Dafür stimmte die Atmosphäre, die genauen geschichtlichen Recherchen und die schönen Landschaftsbeschreibungen.

Fazit: Schöne Geschichte, die mich emotional aber nicht mitnehmen konnte.
3.5 Punkte.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Wenn Heinrich wüsste...

Das Heinrich-Problem
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Die Schweizer Autorin Alexandra Holenstein legt mit "Das Heinrich-Problem" ihren ersten Roman vor. Wer aber ist Heinrich und was das Problem?

Heinrich ist Anwalt, er lebt und arbeitet in Zürich. Das Problem ...

Die Schweizer Autorin Alexandra Holenstein legt mit "Das Heinrich-Problem" ihren ersten Roman vor. Wer aber ist Heinrich und was das Problem?

Heinrich ist Anwalt, er lebt und arbeitet in Zürich. Das Problem ist er selbst, nur sieht er es selbst überhaupt nicht so. Probleme verursachen seiner Meinung nach nur Frauen. Sie wollen Kinder, einen auf Familie machen, grössere Wohnungen, und und und.

Berti Fischer, Heinrichs Ehefrau, hat auch bald eins: ein Problem. Mit zwei Sätzen hakt Heinrich während eines Abendessen zuhause ab, dass er bald ausziehen will. Danach sagt er nichts mehr. Wochenlang. Hat sie richtig gehört? Ja, hat sie. Bald findet Berti heraus, dass Heinrich sie betrügt. Betrogen hat. Immer noch. Und abhauen will. Ha, da hat Heinrich aber die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne Berti gemacht!

Nachdem Berti aus ihrem ersten Schock erwacht, findet sie Unglaubliches über ihren Ehemann heraus. Sie ist nämlich längst nicht die einzige Frau, die von ihm betrogen wird. Berti merkt, dass die Tipps, die sie als Beziehungscoach ihren Kunden in ihrer kleinen Praxis gibt, nicht alle so leicht zu befolgen sind.

Nach dem Motto "läck du mir am Tschöppli" plant Berti jetzt Heinrichs Pläne zu sabotieren. Wenn der wüsste! Aber Heinrich ist zu stark damit beschäftigt, sich selbst zu bedauern: er nervt sich, dass er etwas gesagt hat, denn seither kann er zuhause keine warmen Abendessen mehr erwarten.

Überspitzt erzählt die Autorin die witzige Geschichte über eine Frau, die nach vielen Ehejahren aus ihrem Alltagstrott erwacht und die unleidige Sache selbst in die Hand nimmt und aus einem grossen Chaos das Beste macht.

Die Leser sind leicht im Vorteil, denn einige Dinge erahnt man schon lange, bevor Berti sie erfährt. Das sorgt für Spannung, denn man weiss nicht, wie Berti oder andere darauf reagieren.

Der Roman ist nicht nur amüsant zu lesen, sondern auch sehr gut recherchiert. Die Geschichte enthält viel Lokalkolorit, sie ist hauptsächlich in Zürich und zum Teil im Raum Locarno angelegt. Als Zürcher kann man die Wege der Charaktere in der Stadt deshalb sehr gut nachvollziehen.

Gestört haben mich nur zwei Dinge: in einem Roman, der in der Schweiz angesiedelt ist und passenderweise von Helvetismen strotzt, schmerzt es mir in den Ohren, wenn jemand beim Flanieren zwischen den Luxemburgerli an der Bahnhofstrasse und dem Seefeld in "die Tram" anstatt in "das Tram" einsteigt. Auch passt zu einem Schweizer Roman absolut kein deutsches Bushaltestelle-Schild auf dem Cover.

Fazit: Liebhaber von lustigen Romanen, bei denen man lachen muss, kommen voll auf ihre Kosten.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 04.07.2019

Urlaub! Oder doch nicht?

Tod in Porto
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Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet ...

Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet hat.

Fonseca und sein Team freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub oder zumindest auf einige ruhige Sommertage. Doch daraus wird nichts, denn mitten in der Nacht wird ein Mann erschossen. Keine Zeugen, kein Motiv. Rui Pinto hat den Toten aber schon öfters gesehen in seinem Quartier, zusammen mit zwei weiteren Männern und einer verschüchterten hübschen Halbjapanerin. Bald stellt sich heraus, dass diese Männer allesamt Brasilianer sind - doch wieso weilen sie in Porto?

Die Polizei merkt schnell, dass die Arbeitskollegen und Bekannten des Toten es allesamt mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und kommt dem Grund des Verbrechens immer näher.

Ein verzwickter Fall, bei dem jeder Ermittlungserfolg schnell wieder getrübt wird oder sich andere Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen Fonseca, Pinto, Ana und Dinis wird immer besser. Ana ist mittlerweile vollständig integriert und muss sich keine Sticheleien mehr anhören. Ein tolles Team, von dem ich gerne mehr lesen würde.

Doch so richtig packen konnte mich der Krimi nicht. Das Hauptthema "Brasilianische Unterwelt" hat mich dafür viel zu wenig interessiert. Der Krimi könnte damit fast überall auf der Welt spielen, jedenfalls in den Teilen, in denen Portugiesisch gesprochen wird. Ich fand es sehr schade, dass kein näherer lokaler Bezug zu Porto hergestellt wurde wie im ersten Band "Barco Negro" - der mit Fado und Abstechern in die portugiesischer Geschichte herausragend war.

Keine Frage, "Tod in Porto" ist spannend und ausgeklügelt, aber gefällt mit den Übeltätern aus mafiösen Strukturen wohl eher Krimilesern und weniger den Leserinnen.

Fazit: Ein komplexer Fall für ein tolles Ermittlungsteam, bei dem mir im Gegenteil zum ersten Band das Lokalkolorit fehlt.
3.5 Punkte.