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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2018

Zum Selberlesen und Verschenken!

Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen
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Andreas Jäger stellt in diesem sehr schön gestalteten Buch 25 Frauen vor. Die einen sind mehr, die anderen kaum bekannt. Doch sie alle haben Grosses für die Weltgeschichte erreicht. Mich sprach an, dass ...

Andreas Jäger stellt in diesem sehr schön gestalteten Buch 25 Frauen vor. Die einen sind mehr, die anderen kaum bekannt. Doch sie alle haben Grosses für die Weltgeschichte erreicht. Mich sprach an, dass jedem Porträt noch ein "Was hätte XY getan?" angehängt ist - eine Antwort auf eine aktuelle Frage, die sich Mädchen heutzutage stellen. Deshalb haben das Buch nicht nur ich, sondern auch meine 11jährige Tochter gelesen.

Zuerst wird jeweils die betreffende Frau in ein paar wenigen Sätzen und mit einem Steckbrief kurz vorgestellt, daneben sieht man ein gezeichnetes Bild von ihr. Auf der nächsten Seite wird ihre Geschichte erzählt, an dessen Ende die zeitgemässen "WWXYD?"-Frage samt Antwort steht - mit Sicherheit ein Highlight des Buches. Einige der Frauen kannte ich nicht, Lord Byrons Tochter Ada Lovelace zum Beispiel oder die amerikanische Bürgerrechtlerin Harriet Tubman, und so war das Buch auch für mich als Erwachsene sehr interessant. Am Ende des Buches folgt ein kleiner Test, um herauszufinden, welcher von fünf der Porträtierten man ähnelt. Auf der letzten Seite ist zum besseren Überblick eine Zeitleiste mit all den vorgestellten Frauen abgebildet.

Das Buch verbindet Geschichte mit der Gegenwart und zeigt den heutigen Mädchen, was ihre Vorgängerinnen alles erreicht haben für die Gleichstellung zwischen Frau und Mann. Es hilft ihnen Situationen besser aushalten zu können, weil die jungen Leserinnen erfahren, dass die Kindheit vieler berühmter Frauen oft auch nicht einfach war, dass die Frauen auch schon vor Jahrhunderten gleiche Probleme hatten und das Wichtigste: dass trotz vermeintlicher Schwierigkeiten dennoch etwas aus ihnen wurde. Das Buch macht Kindern und Jugendlichen Mut, den eigenen Weg weiterzugehen.

Die interessanten Porträts sind quer durch die Historie zusammengestellt. Aus allen möglichen Bereichen wurden die Frauen ausgewählt. Dies sorgt für eine tolle Vielfalt, denn für jeden ist sicherlich mindestens eine beeindruckende Vorbildfigur dabei, mit der man sich ein Stück weit identifizieren kann. Das Buch zeigt nebenbei auch, dass Geschichte nicht langweilig ist.

Fazit: Dieses Buch mit den schönen Illustrationen ist eine wunderbare Geschenkidee für alle Mädchen zwischen zehn und achtzehn und ist auch für alle anderen Menschen ein aufschlussreiches Sachbuch.
5 Punkte.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Sommerliche Lektüre

Das Strandcafé an der Riviera
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In Jennifer Bohnets sommerlichem Roman dreht sich nicht alles um Rosies neues Strandcafé wie es der Klappentext verheisst. Denn es werden auch die Geschichten von zwei weiteren Frauen erzählt. GeeGee und ...

In Jennifer Bohnets sommerlichem Roman dreht sich nicht alles um Rosies neues Strandcafé wie es der Klappentext verheisst. Denn es werden auch die Geschichten von zwei weiteren Frauen erzählt. GeeGee und Erica sind Freundinnen und lernen im Laufe des Romans Rosie kennen.

Rosie eröffnet ihr Café, nebenan betreibt Sebastian ein Hotel. Zuerst ist Rosie misstrauisch, doch dann beginnt sie Seb zu vertrauen. Mit einem der Hotelgäste hat sie mehr Mühe und auch die erste Saison ist für Rosie nicht so leicht. Doch sie kann mit der Unterstützung von Tansy, James und Seb rechnen.
GeeGee ist Maklerin und in Geldnöten. Sie muss aus ihrer Wohnung ziehen und überlegt sich, ob sie das Büro, das sie eh kaum benützt kündigen soll.
Erica hat vor kurzem ihren Mann bei einem Unfall verloren. Nun steht sie vor der Frage, ob sie im gemeinsamen Haus wohnen bleibt oder für sich und ihre Tochter Cammie ein neues Zuhause sucht. Ihre Schwiegermutter möchte die beiden gerne in der Nähe, aber Erica hat ihr Geschäft an der Küste und möchte nicht gerne in die Berge ziehen. Andererseits gefällt es Cammie in der Nähe der Grosseltern und der Cousinen.

Die Wege der drei Frauen treffen sich immer mal wieder, aber nicht so, dass man von drei unzertrennlichen Freundinnen reden kann. Es ist eher so, dass man drei Geschichten verfolgt, die Berührungspunkte sind eher kurz. Die längste und aufregendste Geschichte gehört klar Rosie. Für sie wird es ein Sommer, der ihr Leben von Grund auf verändern wird.

Die Storys werden zart und feinfühlig geschildert. Doch mir schien, als ob die Autorin sehr vorsichtig sein wollte; sie hat eher weniger als mehr erzählt. Die Beziehungsgeschichten sind deshalb eher nebensächlich, die Figuren sind mehr mit dem Leben an sich als mit der Suche nach Liebe beschäftigt. Dies gefiel mir gut, auch die Job-Probleme der Frauen wurden nachvollziehbar geschildert. Aber es gab einige Situationen, die die Autorin vertiefen hätte sollen oder zumindest den Figuren bereits am Anfang einen Fusstritt zu verpassen, damit diese die Sache gleich klären (bei Rosie die Magenverstimmungs-Klage, bei GeeGee die Bürosituation) und nicht erst am Ende.

Zu sagen, der Roman sei oberflächlich wäre zu übertrieben, aber er ist auf jeden Fall zu wenig tiefgründig. Es gibt schlicht zu wenig Verbindungspunkte. Der Plot hätte gewonnen, wenn Jennifer Bohnet den Frauen mehr Gemeinsamkeiten oder mehr Zeit zusammen (z.B. tägliches Kaffeetrinken morgens) verschrieben hätte.

"Das Strandcafé an der Riviera" ist eine nette Lektüre, die nicht lange nachwirkt, aber dennoch schön zu lesen ist.

Fazit: Ein leichter, unterhaltender Roman für den Liegestuhl.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 08.06.2018

Emotionslos

Die Blütenmädchen
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Valentina Cebeni erster auf Deutsch erschienener Roman "Die Zitronenschwestern" konnte mich nicht überzeugen, zu düster war mir die Atmosphäre. Als ich das Cover des neuen Romans sah und den Klappentext ...

Valentina Cebeni erster auf Deutsch erschienener Roman "Die Zitronenschwestern" konnte mich nicht überzeugen, zu düster war mir die Atmosphäre. Als ich das Cover des neuen Romans sah und den Klappentext las, hörte sich das weit freundlicher an und ich wollte der Autorin nochmals eine Chance geben.

In "Die Blütenmädchen" hat Dafne eine Affäre mit ihrem verheirateten Chef, der sich nicht von seiner Ehefrau trennen will. Als diese schwanger wird, beendet Dafne die Beziehung und geht von Rom weg, zurück in ihr Heimatdorf zu ihrer Grosstante Clelia. Bei ihr ist sie aufgewachsen, für Dafne war sie immer die Grossmutter, die sie nicht hatte. In der Werkstatt ihres verstorbenen Grossonkels/Grossvaters Levante verbrachte Dafne viele glückliche Stunden in ihrer Kindheit - als sie diese betritt, ist für sie klar, dass sie hier arbeiten möchte. Zusammen mit Milan, der in der Werkstatt Unterschlupf suchte. Dafne findet bei seinen Sachen eine alte Uhr, die ihr sehr speziell vorkommt. Kurz darauf entdeckt sie eine genau gleiche zweite Uhr und sie spürt, dass da eine Verbindung sein muss. Dieser Geschichte will sie nachgehen. Und da ist auch noch ihr wiederkehrender Traum von einem Mädchen mit einer roten Baskenmütze.

Der Roman hat einige Haken:
Zum einen sind die Charakter schwierig. Milan ist ein stiller, ruhiger Mann, der aber auch eine andere Seite hat, wie Dafne irgendwann feststellt. Dass er kaum etwas über sich erzählt, macht ihn geheimnisvoll, nicht fassbar und auch nicht sympathisch. Dafne fand ich auch keine leichte Person. Sie sieht oder erlebt viele Situationen, die für sie nicht klar erscheinen. Anstatt die Situation ganz einfach durch eine kurze Frage aufzuklären, denkt sie sich ihren Teil und malt sich weiss was nicht aus und zieht sich zurück, böse auf die Person und die ganze Welt. Alle paar Seiten wieder, was mich mit der Zeit beim Lesen fast wahnsinnig machte. Ja, durch solche falsch verstandene Situationen kann man einen Roman locker künstlich um 100 Seiten verlängern. Dafne wirkt sehr selbstsüchtig und scheint sich nur für die Geschichten von ihr nicht nahe stehenden Leuten zu interessieren, zu Dialogen scheint sie nicht fähig zu sein.

Zum anderen wird einiges nur angedeutet und nie fertig erzählt. Diese logistische Oberflächlichkeit zieht sich durch den ganzen Roman, wie beim Beispiel Milan klar erkennbar ist: er taucht einfach so auf, wird einfach so eingestellt und kann einfach so dort wohnen ohne sich z.B. auf der Gemeinde zu melden. Aber auch Dafne löst ihre Wohnung und ihr Arbeitsverhältnis in Rom nie auf; Personen, die Dafne angeblich wichtig waren, tauchen plötzlich nie mehr auf. Und von diesen unlogischen Beispielen gibt es noch viel mehr. Für mich darf ein Roman nur wenig davon haben, sonst wirkt alles künstlich und unglaubwürdig.

Im Zentrum steht diese Werkstatt mit alten Dingen, in denen Dafne Geschichten der Vorbesitzer sieht und den Dingen wieder neues Leben einhauchen will. Möglichst so, dass die neuen Besitzer eine Erinnerung an früher hat. Porträtiert wird diese Werkstatt in einer Ortschaft namens Torralta irgendwo in Italien. Die Idee, eine Restauratorin, die alten Dingen durch deren Geschichten neuen Sinn gibt, fand ich gut.

Aber nun wurde mir klar, wieso ich mit dem ersten Roman so Mühe hatte. Hier sind die Umstände ganz anders, eigentlich fröhlicher und lieblicher als auf der Insel mit der patriarchalischen Struktur. Und so fällt auf, was den Romanen von Valentini Cebeni fehlt: Leben, Charme und Emotionen. Eigentlich wäre alles vorhanden für eine wirklich gute Geschichte, in die man eintauchen kann und in der man spürt, riecht, hört und miterlebt. Doch der Zauber der Gegenstände, die Dafne verschönert, verschliesst sich und konnte mir nicht näher gebracht werden. Wenn Cebeni von Schnee draussen schreibt, dann spüre ich nicht, wie Dafne dabei empfindet.

Dazu kommt, dass ich die Auflösung der Uhrenstory zu wenig interessant empfand; und dann bringt sie erst noch kein Ende mit sich. Die Autorin kommt nämlich auf den letzten 100 Seiten mit etwas ganz anderem hervor. Sie zieht plötzlich weitere Geheimnisse aus ihrem Schriftstellerhut und bastelt daraus eine zusätzliche Erzählung. Da vorher mit keinem Wort etwas davon erwähnt wurde, fand ich die Handlung an den Haaren herbeigezogen und überflüssig. Man hätte dies geschickter in die Gesamthandlung einbauen können, damit eine stimmige Geschichte daraus geworden wäre. Auch erschloss sich mir bis zuletzt der Zusammenhang des Titels mit dem Inhalt in keinster Weise.

Die Autorin vermag es nicht ihren Geschichten Atmosphäre einzuhauchen, wie es anderen Autoren scheinbar spielend gelingt. Die selbe Geschichte, von anderen Autorinnen geschrieben, würde plausibler und gefühlsvoller wirken, aber Cebenis simpler Erzählstil bleibt auf der unbeseelten Seite und konnte mir keine Emotionen vermitteln.

Fazit: Eigentlich eine gute Geschichte, wenn sie nicht so emotionslos daher kommt. Ich werde einfach nicht warm mit Cebenis oberflächlichem Schreibstil.
3 Punkte.

Veröffentlicht am 07.06.2018

Die Freiheit in der Cola-Flasche

Das verlorene Kopftuch
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Früher hab ich viele Bücher über Nahost gelesen, darunter hat mich Brunni Prasskes "Mögen deine Hände niemals schmerzen" begeistert. Deshalb freue ich mich - fast 20 Jahre später - auf einen erneuten Einblick ...

Früher hab ich viele Bücher über Nahost gelesen, darunter hat mich Brunni Prasskes "Mögen deine Hände niemals schmerzen" begeistert. Deshalb freue ich mich - fast 20 Jahre später - auf einen erneuten Einblick in den Iran, diesmal mit dem Buch von Nadine Pungs.

Ich habe "Das verlorene Kopftuch" mit Prasskes Büchern im Hinterkopf und meinen eigenen Eindrücken von orientalischen Ländern gelesen. Auch Nadine Pungs trifft auf viele gastfreundliche Menschen, die sie spontan zu sich nach Haus einladen, die ihr die Stadt oder den richtigen Weg zeigen oder einfach neugierig sind, diese alleinreisende Frau kennenzulernen. So offen wie diese Iraner geht auch Pungs auf die Leute zu.

Die Autorin beschreibt unterhaltsam die Kultur und Geschichte des Landes, erzählt farbig von den schönen Landschaften und schildert die Erlebnisse der Fahrtwege per Taxi, Bus, Zug und Schiff zu den Sehenswürdigkeiten des Irans. Sie setzt sich während ihrer Reise stark mit der Politik, mit dem Tragen des Schleiers, der Freiheit der Iraner im Allgemeinen und die der Frauen im Besonderen auseinander.

Freiheit, oder die Definition davon, ist ein grosses Thema. Kein Wunder, denn als europäische Frau ist man der Thematik auf Schritt und Tritt ausgesetzt und sei es nur weil das Kopftuch immer wieder verrutscht. Zur Freude der Einheimischen haben die Technikerrungenschaften der Neuzeit den Iran längt erreicht. Sie sind nun durch Internet mit der restlichen Welt verbunden und kommen einfacher in den Genuss von kleineren Freiheiten, wie z.B. das Herunterladen oder Hören moderner Musik, die sonst verboten ist. Noch immer werden die Freiheiten hinter verschlossenen Türen gelebt - die iranische Freiheit beginnt sozusagen hinter der Haustüre.

Wie überall auf der Welt erlebt man nicht nur Positives. Doch die negativen Reiseerlebnisse kann die Autorin zum Glück an einer Hand abzählen. Dazu gehört die ewige Frage nach dem Verheiratet-sein, von der sie irgendwann genug hat und sich mit einem "Ehering" Abhilfe schafft. Ich musste lachen, denn das kam mir sehr bekannt vor: bei meinen Reisen (nicht durch den Iran) hatte ich ebenfalls mit dem Ehering meiner verstorbenen Grossmutter vorgesorgt und kann daher den Unterschied, den so ein kleiner Ring ausmacht, vollkommen verstehen.

Durch die eingefügte Landkarte kann man Nadine Pungs Reiseroute nachverfolgen, zahlreiche farbige Fotos ergänzen die Erzählungen.

Fazit: Nadine Pungs erzählt bildhaft von ihrer Reise durch das Land, von Begegnungen mit den Menschen, deren Mentalität und gibt den Heimgebliebenen das Gefühl mitzureisen. Ein lesenswertes Buch für alle, die sich für fremde Kulturen interessieren.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Eine irische Miss Marple?

Mörderische Teatime
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Mae Pennywether, die den "Whisky im Totenfass"-Lesern sicherlich gut in Erinnerung blieb, ermittelt wieder!

Doch zuerst schimpft Mae ausgiebig und macht ihrer Meinung über Moderatorin Annie Cleary gründlich ...

Mae Pennywether, die den "Whisky im Totenfass"-Lesern sicherlich gut in Erinnerung blieb, ermittelt wieder!

Doch zuerst schimpft Mae ausgiebig und macht ihrer Meinung über Moderatorin Annie Cleary gründlich Luft. So ist man als Leser vom ersten Satz an mitten in der Geschichte drin. Annie ist in der Gegend aufgewachsen und machte sich damals durchs Band unbeliebt. Alle sind froh, dass sie mittlerweile in Dublin lebt. Für ihre letzte Sendung will Anny Mae interviewen und kommt dafür zurück nach Badger's Borrow, nahe Ballymahon. Keine 24 Stunden später ist Annie tot - verdächtig sind viele, darunter Annies Ex-Männer, ihre Mitarbeiter, einige alte Bekannte aus der Umgebung sowie Tearoom-Besitzerin Clarissa und unsere Mae.

Leider arbeitet Mae's Neffe Brandon neuerdings in Galway und Badger's Borrow muss mit einem neuen Polizisten, D.I. Andrew O'Malley, vorliebnehmen. Als Auswärtiger hat es Andrew nicht sehr leicht. Nach Absprache mit Brandon versucht Andrew Mae mit einer lästigen Aufgabe zu betrauen. Doch Mae durchschaut das Spiel und ermittelt selbst. Es scheint, als ob sie Andrew immer einen Schritt voraus ist.

Mae gefiel mir bereits im ersten Band, und auch hier schreitet sie forsch ein und nimmt es mit dem neuen Polizisten auf. Andrew und Mae ergeben ein tolles Team, auch wenn beide das wohl nicht so sehen. Mae gibt ihm Tipps, wie er sich besser akklimatisieren könnte, was Andrew als Altweiber-Gerede abtut. Aber Andrew merkt bald, dass Mae ziemlich fit ist und Zusammenhänge schnell kapiert.

Die Autorin blieb im gesamten Buch nahe beim Thema Tee. Die Kapitel werden mit Tee-Sprichwörtern überschrieben und es gibt nicht nur typisch englischen Tee, sondern auch andere Tee-Spezialitäten. Mae trinkt ab und an einen Matcha Latte, hat Teerosen zuhause und ist bestens mit einem Samowar und der türkischen Çaydanlik ausgerüstet. Als Leser lernt man so nebenbei etwas über die verschiedenen Teesorten und -zubereitungen. Obwohl ich ein Kaffeemensch bin und nicht so oft Tee trinke, fand ich den steten Einbezug des Themas sehr interessant und passend.

Einzig eine Übersichtskarte der Gegend fehlte mir im Buch. Auch wenn Badger's Borrow der Fantasie der Autorin entsprungen ist, hätte ich gerne eine Karte abgedruckt gehabt, um zum Beispiel Fahrtwege nach zu verfolgen.

Ivy Pauls Erzählstil hat sich seit dem ersten Buch, in dem Mae vorkommt, verbessert, die Übergänge hier sind sauber und stimmig. Übrigens liest sich dieser Krimi auch ohne Vorkenntnisse von "Der Tote im Whiskyfass" gut. Der Fall wird in sich abgeschlossen, doch es gibt Anzeichen, dass es vielleicht in Bälde einen weiteren Fall mit Mae und Andrew geben könnte. Mich würde es jedenfalls freuen.

Fazit: Amüsanter und interessanter Cosykrimi mit Mae Pennywether, die fast als irische Miss Marple durchgehen könnte.
4 Punkte.