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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2026

Nichts ist so, wie es scheint

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Cecilia verdient sich ihren Lebensunterhalt seit dem Tod ihrer Mutter mit Housesitting, und sie genießt es, sich dort in andere Lebensverhältnisse einzufühlen. Besonders liebt sie die Häuser der Familie ...

Cecilia verdient sich ihren Lebensunterhalt seit dem Tod ihrer Mutter mit Housesitting, und sie genießt es, sich dort in andere Lebensverhältnisse einzufühlen. Besonders liebt sie die Häuser der Familie Waldner, denn diese gut situierte Familie hat jeden Luxus, den sie sich wünscht. Hier darf sie sogar ihre Freunde einladen, wenn sie sich einsam fühlt.
Aktuell wird sie auf einer kleinen Insel in der Ostsee abgesetzt, wo die Waldners eine Villa haben. Dort wird sie aber nicht lange allein bleiben, da auch Johannes Walter nachkommen wird, mit dem sie eine magische Liaison aufgebaut hat. Als ihm jedoch etwas dazwischenkommt, lädt sie ihre besten Freunde ein, ihr Gesellschaft zu leisten. Und damit beginnt ein perfides Spiel, das irgendwann außer Kontrolle gerät....
Gleich zu Beginn ist das Spannungslevel sehr hoch, denn im Prolog wird im Pool ein Toter gefunden, dessen Identität nicht bekannt wird . Man rätselt die ganze Zeit, wer dieses Opfer war, aber erst gegen Ende erfolgt die Lösung. Überhaupt rätselt man in diesem Thriller viel, denn es gibt immer wieder Überraschungen sowie Wendungen. Eine Spur verläuft im Sande, während sich eine neue auftut. Das Miträtseln gefällt mir sehr, und ich hatte hier viele Anlässe dazu.
Der Schreibstil ist flüssig und liest sich angenehm. Nur die Wortwahl könnte an einzelnen Stellen etwas gehobener sein (immer diese F-Wörter!). Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich sehr gerne mag.
Auch gut gefallen hat mir die Beschreibung der Dynamik in der kleinen Gruppe, nachdem Cecilias Freunde mit Johannes zusammentreffen. Man kann die Anspannung und die Feindseligkeit deutlich spüren bzw. herauslesen. Da ist kein einziger, den man sympathisch findet, alle werden getrieben von Egoismus und Hinterhältigkeit.
Es ergeben sich immer wieder neue Fragen, und bis zum Ende werden die meisten auch beantwortet, zumindest die wichtigsten.
Weniger gut gefallen hat mir, dass vieles glatt läuft, wo man als gewöhnlicher Mensch Schwierigkeiten erwarten würde, wenn nicht sogar Versagen.Diese doch recht zahlreichen Stellen lassen die Handlung irgendwie unrealistisch erscheinen.
Aber auf jeden Fall war das Ende super spannend und nicht vorhersehbar, im Gegensatz zu anderen Geschehnissen in diesem Buch.
Alles in allem hatte ich eine spannende Lesezeit und kann das Buch empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Ein Attentat und viele Verdächtige

Stürmische Klippe
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Während Sylt von einem Sturm umtost wird, findet im noblen Haus einer ehemaligen Politikerin eine Geburtstagsfeier statt, nebenbei aber auch geheime Beratungen. Die Politikerin wird am Morgen im Meer attackiert ...

Während Sylt von einem Sturm umtost wird, findet im noblen Haus einer ehemaligen Politikerin eine Geburtstagsfeier statt, nebenbei aber auch geheime Beratungen. Die Politikerin wird am Morgen im Meer attackiert und entkommt knapp dem Attentäter. Zu ihrem Schutz bittet sie ihre Freundin Hilke, Chefin der Mordkommission, um unauffälligen Beistand, die dann wiederum Liv Lammers bittet, sie zu unterstützen, denn man sollte den Täter baldmöglichst finden, bevor Schlimmeres passiert.
Liv Lammers und ihr Freund, der Rechtsmediziner Sebastian, halten sich aus privaten Gründen gerade auf Sylt auf, so dass Liv sich zur Unterstützung ihrer Chefin bereit erklärt. Eine spannende Jagd beginnt, denn es gibt viele Verdächtige, und keiner kann im Sturm die Insel verlassen.
Die Spannung in diesem Thriller ist von Anfang an gegeben und der Spannungsbogen reißt nicht ab. Eine Lesepause fiel nicht leicht. Immer wieder finden sich neue Spuren und Verwicklungen, die zum Miträtseln einladen. Und es gibt überraschende, aber meist schlüssige Wendungen, die zum Umdenken zwingen. Das motiviert unermüdlich zum Weiterlesen, denn auch kurz vor dem Buchende ist noch nicht alles geklärt.
Liv Lammers ist eine sympathische Ermittlerin, die einiges riskiert und auch vor Alleingängen nicht zurückschreckt. Privat hat sie außerdem schon einiges hinter sich. Ihr Privatleben spielt zwar immer wieder mal eine Rolle, aber es nimmt nicht überhand, was mir persönlich sehr gut gefällt. Doch dieses Mal wird Liv hart getroffen und gerät in einen Zwiespalt.
Die einzelnen Charaktere werden authentisch gezeichnet, sie erscheinen glaubwürdig und nicht konstruiert, angefangen bei der ruchlosen Politikerin bis hin zum Sylt-Blogger.
Nebenbei erfahren wir auch einiges über Sylt und die Gefahren, die sich aus dem Massentourismus dort ergeben. Sehr beeindruckend sind auch die Recherchen der Autorin über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Insel, besonders für die Westküste, wo Sandvorspülungen stattfinden.
Dies ist nicht das erste Liv Lammers-Buch für mich, aber ich habe nicht alle Bände gelesen. Der Einstieg in den zehnten Band bereitet jedoch keine Probleme, wozu sicherlich auch der kurzatmige und fließende Schreibstil der Autorin beiträgt. Man ist mitten im Geschehen und empfindet auch die unheilvolle Atmosphäre von Anfang an.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn nicht alle Handlungsfäden zur Zufriedenheit gelöst wurden. Manchmal wurde ein Vorfall einfach nicht weiter verfolgt, obwohl der Leser darauf wartete. Es blieben noch einige Fragen offen...aber vielleicht wird man im nächsten Band noch die eine oder andere Antwort finden. Ich freue mich schon auf den nächsten Liv Lammers-Fall.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Für einen Thriller nicht genug Spannung

The Woman in Suite 11
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Laura 'Lo' Blacklock, bekannt aus 'The Woman in Cabin 10', möchte den beruflichen Wiedereinstieg als Journalistin wagen und nimmt eine Einladung in ein neu eröffnetes Schweizer Hotel am Genfer See an. ...

Laura 'Lo' Blacklock, bekannt aus 'The Woman in Cabin 10', möchte den beruflichen Wiedereinstieg als Journalistin wagen und nimmt eine Einladung in ein neu eröffnetes Schweizer Hotel am Genfer See an. Dort soll sie für die Financial Times den Besitzer des Luxushotels zu einem Interview bewegen, einen exzentrischen Millionär, der selten in Erscheinung tritt. Vor Ort trifft sie auf einige Bekannte, die schon im Vorgängerband eine Rolle spielten und die Laura an die schlimmen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff erinnern.
Ich hatte spannende Thrillerkost erwartet, jedoch musste ich mich etwas gedulden, bis ich das Gefühl hatte, das Buch nicht mehr aus den Händen legen zu wollen.
Zunächst wird nur Laura Blacklocks Familienleben beschrieben, ihr Verhältnis zu den Kindern und zu ihrem Mann, und die teure Wohngegend in NY, wohin es sie durch Heirat verschlagen hat. Der erste mysteriöse Vorfall ereignet sich auf S. 61, aber wenn man dann aufkeimende Spannung erwartet, wird man enttäuscht. Denn nun wird in aller Ausführlichkeit Lauras erstes Dinner im Schweizer Luxushotel beschrieben, was ich wieder recht langatmig fand.
Spannung setzt erst ein, als Laura in eine andere Suite des Hotels gebeten wird und dort auf eine Frau trifft, die im ersten Band eine zwielichtige Rolle spielte. Rückbezüge und Erläuterungen zum ersten Band finden reichlich statt, ohne dass die genauen Vorkommnisse beschrieben werden. Hätte ich nicht vor kurzem den Film zum ersten Band gesehen, wäre mir nicht klar geworden, um was es damals ging. Den ersten Band habe ich nicht gelesen.
Laura als Hauptprotagonistin erscheint mir nicht überzeugend, denn sie ist zu gutgläubig und vielleicht sogar naiv. Gerade zu den erlebten Vorfällen damals auf dem Schiff passt das nicht. Sie müsste zumindest ein gesundes Misstrauen entwickelt haben, wenn nicht sogar äußerste Vorsicht walten lassen, denn sie hat die Traumata von damals noch nicht vollständig verarbeitet. Immer wieder fühlt sie aufkommende Panikattacken und nimmt Psychopharmaka. Sie ist unfähig zu lügen, auch wenn es dabei um ihr eigenes Wohl geht. Das wirkt unrealistisch.
Ihre Gegenspielerin dagegen ist dreist und unehrlich. Sie tischt Laura fantasiereiche Lügen auf und stellt obstruse Forderungen, wobei sie leichtes Spiel hat, denn Laura ist leicht zu manipulieren. Sogar als sie in kriminelle Machenschaften einbezogen wird, denkt sie nicht an ihre Familie, sondern lässt sich darauf ein. Dabei wird immer wieder betont, wie wichtig ihr die Kinder sind.
Der Schreibstil liest sich angenehm, jedoch gibt es einige redundante Elemente. Interessant finde ich die teilweise den Kapiteln vorangestellten Chats, Mails usw., die vorausweisend sind und insofern Spannung erzeugen, weil man wissen möchte, wie es zu den angekündigten Schritten kommt.
Das Ende kann man sich schon vorher ausrechnen, nur Laura durchschaut es wieder mal nicht, obwohl eindeutige Hinweise da sind. So bleiben auch schließlich einige Fragen offen und manches wirkt nicht schlüssig.
Alles in allem hat mich das Buch zwar gut unterhalten, aber für einen Thriller fehlte es mir an Spannung und Überzeugungskraft.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Hochspannend, teilweise ausgesprochen brutal

Rostiges Grab
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Dies ist der 3. Band der Reihe 'Leo Asker'. Obwohl ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe, konnte ich mich gut einfinden und das Lesen genießen.
Inhaltlich geht es um einen ungelösten Cold Case, ...

Dies ist der 3. Band der Reihe 'Leo Asker'. Obwohl ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe, konnte ich mich gut einfinden und das Lesen genießen.
Inhaltlich geht es um einen ungelösten Cold Case, denn Jahre zuvor wurde die Leiche einer jungen Frau entdeckt, brutal getötet, deren Ehemann schnell unter Verdacht gerät, aber seitdem verschwunden ist. Man vermutet, dass er sich im Rostskogen versteckt hält, einem großen Wald- und Sumpfgebiet, in dem früher Torf abgebaut wurde. Dort steht auch noch die alte Torffabrik, mittlerweile ein Lost Place und abgeriegelt. Eines Tages jedoch erhält ein junges YouTuber-Paar einen Schlüssel zugeschickt mit den Koordinaten der alten Fabrik und hofft auf außergewöhnliches Filmmaterial. Dort treffen sie auf eine verwirrt wirkende Frau, die ihnen mit geheimnisvollen Kommentaren einen Finger übergibt, der sich als Ringfinger der getöteten Frau herausstellt. Leo Asker zögert zunächst, weil eine Beförderung für sie ansteht, aber dann übernimmt die Kommissarin des 'Dezernats für Verlorene Seelen' der Polizei in Malmö mit ihren Leuten den Fall.
Leo ist eine taffe junge Frau, die in ihrer Kindheit und Jugend gelernt hat, sich zu verteidgen, koste es, was es wolle. Sie hat etwas von einer 'Wonderwoman', mit Superkräften, befreundet sein möchte ich mit ihr nicht. So nimmt sie es auch mit schwierigen Gegnern auf, die in Überzahl erscheinen und trotzdem vor ihr kapitulieren müssen. Das gönnt man ihr zwar, aber bisweilen erscheinen diese Szenen etwas unrealistisch. Ich weiß nicht mehr, wie viele gebrochene Nasenbeine im Buch vorkommen....Aber sie ist ein aufrichtiger Charakter, der für seine Prinzipien steht und sich nicht davon abbringen lässt.
Diese 'Nahkampfszenen' sind teilweise sehr brutal, aber noch viel schlimmer sind ein paar Seiten mit Tierquälerei, die in mir ein fürchterliches Grauen ausgelöst haben. Ich möchte nicht näher darauf eingehen, aber man sollte darauf gefasst sein.
Auch die anderen Protagonisten finden nicht meine uneingeschränkte Sympathie, da sie entweder total korrupt sind oder irgendetwas verheimlichen oder vertuschen wollen.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, so dass man peu à peu immer mehr erfährt und sich ein Gesamtbild erstellen kann. Das Ganze wird begleitet von einer bedrohlichen Atmosphäre, die sich beständig hält.
Der Schreibstil ist flüssig, abwechslungsreich und konnte mich bis zum Ende fesseln, denn der Autor Anders de la Motte versteht es, Spannung aufzubauen und diese auch logisch zu steigern bis zu der Auflösung und einem rasanten Showdown. Immer wieder schiebt er neue Spannungselemente ein, so dass man das Buch nicht weglegen möchte. Immer wenn ich eine Pause einlegen wollte, habe ich zunächst in das neue Kapitel hineingelesen....
Das Cover ist übrigens beeindruckend gestaltet, der Titel in rostähnlicher Prägung und darunter ein präparierter Totengräberkäfer, der im Buch auch eine Rolle spielt. Die Grundfarbe ist natürlich schwarz.
Ich habe das Buch gern gelesen (bis auf die Tierquäler Szenen) und möchte es jedem empfehlen, der nervenaufreibende Thriller mag.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Perfider Thriller - Spannung bis zum Schluss

Safe Space
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Anna ist forensische Psychologin und will ihren ersten Job in der JVA Weyer antreten. Dafür hat sie ihre Gründe, die sich nach und nach kristallisieren, denn Anna ergreift diesen Job aus sehr persönlichen ...

Anna ist forensische Psychologin und will ihren ersten Job in der JVA Weyer antreten. Dafür hat sie ihre Gründe, die sich nach und nach kristallisieren, denn Anna ergreift diesen Job aus sehr persönlichen Gründen. Man bekommt das Gefühl, dass sie nur auf dieses Ziel hinarbeitet, alles andere ist zweitrangig, sogar die Beziehung zu ihrem Freund Jonathan.
Von Anfang an ist dieser Thriller so spannend, dass man ihn nicht aus den Händen legen möchte. Wenn Anna z.B. in der JVA ein Notsignalgerät bekommt, zeigt dies, wie gefährlich der Job ist und dass sie es sicher brauchen wird. Aber dies ist nur ein harmloser Spannungsmoment, viel intensivere folgen, die teilweise dazu führen, dass man die Luft anhält. Nur im mittleren Teil des Buches erschienen mir einige Passagen etwas langatmig und gedehnt. Gegen Ende jedoch überschlugen sich die Ereignisse und überraschenden Wendungen.
Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven und auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Die Autorin führt diese meisterhaft zusammen, so dass am Ende alles zusammenpasst, wenn auch einiges etwas realitätsfern erscheint.
Sehr ergreifend sind die eingeschobenen Rückblicke auf das Leben des kleinen Leon, der unter seinem sadistischen Vater leidet.
Sehr atmosphärisch wird die Situation und das Klima in der JVA beschrieben. Anna wechselt hier zwischen starkem Selbstbewusstsein und frappierender Unsicherheit im Umgang mit den Häftlingen, aber auch bei ihren Kollegen. Wem kann sie trauen? Der Verrat lauert überall.
Man rätselt immer mit, aber die Autorin baut sehr geschickt Hinweise ein, die einen nicht weiterbringen oder die sich als falsche Fährten entpuppen. Zahlreiche Cliffhanger an den Enden der Kapitel bewirken, dass man immer weiter lesen möchte. Nur noch ein Kapitel...
Der Schreibstil ist flüssig und liest sich angenehm. Die einzelnen Charaktere werden detailreich abgebildet, so dass man ein Bild im Kopf hat, besonders von Anna und Leon. Richtig sympathisch ist mir dabei keine der Figuren, alle haben mentale Störungen und verhalten sich nicht normal. Manchmal tun sich sogar tiefe Abgründe auf. Auch Tierquälerei und Kindesmisshandlung finden sich auf einigen Seiten, die den Leser tief berühren könnten.
Alles in allem hatte ich eine gute und spannende Lesezeit, war stets beteiligt am Geschehen, weil ich die Lösung finden wollte. Trotz der sich bisweilen ergebenden Realitätsferne kann ich das Buch empfehlen.

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