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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Für alle, die gerne falsch liegen:)

Missing Page - Tödliche Worte
6

„Je genauer wir beobachten und protokollieren, desto eher können wir der Polizei später helfen, die schuldige Person zu ermitteln. „ O Gott, bitte lass es nicht mich sein…““

Schlafwandlerin Toni nimmt ...

„Je genauer wir beobachten und protokollieren, desto eher können wir der Polizei später helfen, die schuldige Person zu ermitteln. „ O Gott, bitte lass es nicht mich sein…““

Schlafwandlerin Toni nimmt an einem Schreibworkshop eines Bestsellerautors teil. Sie erhofft sich, so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen- ihre Schreibblockade zu überwinden und einen persönlichen Rachefeldzug durchzuführen. Als Giffard tot aufgefunden wird, findet sie keine Ruhe mehr. Hat ihr Groll gegen ihn sie zu einer Mörderin gemacht? Hat sie ihn aus Hass im Schlaf umgebracht? Toni muss die Antwort finden, um Frieden mit sich selbst zu schließen. Und sie nimmt uns mit auf ihre Suche nach dem Täter.

„Missing Page“ ist ein spannender Krimi, der viel Raum für eigene Ideen und Spekulationen bietet. Als Leser:in geht man mit Toni ihre Notizen zu dem Fall durch und zerbricht sich gemeinsam mit ihr den Kopf, um den Mörder zu finden. Alle sind verdächtig, doch keiner passt so richtig ins Muster. Selbst nachdem ich das Buch beiseite gelegt habe, konnte ich nicht aufhören zu grübeln und nach Hinweisen zu suchen. Mehrmals glaubte ich, der Lösung nahe zu sein, in Wirklichkeit war ich jedoch weit davon entfernt.

Die sich langsam anbahnende Romanze zwischen Toni und Georg fand ich ziemlich süß. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob sie wahr ist, oder nur eine Farce, ein Schauspiel, den Georg spielt, um den Verdacht von sich zu lenken. Beim Lesen dachte ich oft: „Bitte, Katie Kento, sei nicht so gemein und enttäusch mich nicht. Lass Georg einer der Guten sein.“ hat sie meine Bitte erfüllt? Finde es selbst heraus :)

Mit einer Priese Humor lässt die Autorin die Leser:innen oft schmunzeln und verleiht so der dürsteten Stimmung des Anwesens eine Leichtigkeit, die das lesen noch angenehmer macht.

Die Beschreibungen der Figuren und der Ortschaft sind so bildhaft, dass man mit ein wenig Vorstellungskraft nicht nur ein Buch liest, sondern auch „einen Film“ vor Augen hat.

Trotz der oben genannten positiven Aspekte hat mir in der Auflösung eine Kleinigkeit, die ich nicht genau benennen kann, gefehlt, um dem Buch fünf Sterne zu geben. Nichtsdestotrotz kann ich „Missing Page“ uneingeschränkt weiterempfehlen und bin mir sicher, dass es für viele Leser:innen ein Highlight, womöglich sogar eines ihrer Lieblingsbücher werden wird.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Leider nichts für mich

Böser, böser Wolf
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Das Buch hat mich anfangs total mitgerissen und ich habe auf ein Highlight schon am Anfang des Jahres für mich gehofft.
Wenn nicht das gruselige Cover gewesen wäre, hätte ich aufgrund des Titels eher ...

Das Buch hat mich anfangs total mitgerissen und ich habe auf ein Highlight schon am Anfang des Jahres für mich gehofft.
Wenn nicht das gruselige Cover gewesen wäre, hätte ich aufgrund des Titels eher an ein Kinderbuch gedacht. Die Kombination aus Schwarz und Rot finde ich sehr gelungen und passend.
Der Schreibstil ist wirklich besonders und die Grundidee des Buches sehr einzigartig. Es ist nur eine Geschichte, ich hatte aber das Gefühl, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Katie schien mir eine begnadete Schriftstellerin zu sein und ihre Geschichten waren anfangs recht spannend.
Doch ungefähr ab der Mitte des Buches änderte sich das für mich. Die Handlung wurde zu einem ziemlichen Mischmasch, sodass ich kaum noch mitgekommen bin. Irgendwann entwickelte sich die Geschichte stark in Richtung Fantasy, was leider überhaupt nichts für mich ist. Ich musste mich regelrecht dazu zwingen, weiterzulesen.
Leider muss ich gestehen, dass ich es am Ende doch nicht bis zum Schluss geschafft habe und den Rest nur noch überflogen habe. Statt eines Highlights des Jahres wurde das Buch für mich daher leider eher zu einer Enttäuschung…

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Ein neues Lieblingsbuch?!

A Good Girl’s Guide to Murder
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„Wo jeder alles weiß, weiß keiner die Wahrheit.“
In einer kleinen Stadt, in der jeder jeden kennt, ist die Wahrheit oft das Erste, das untergeht. Pippa Fitz-Amobi ist davon überzeugt, dass genau das in ...

„Wo jeder alles weiß, weiß keiner die Wahrheit.“
In einer kleinen Stadt, in der jeder jeden kennt, ist die Wahrheit oft das Erste, das untergeht. Pippa Fitz-Amobi ist davon überzeugt, dass genau das in Little Kilton passiert ist.

Andy Bell ist vor fünf Jahren verschwunden. Ihr Freund hat ein paar Tage danach einen Selbstmord begangen. Für alle in der Stadt steht fest: Das war Sal, ihr Freund, der Ausländer. Für alle außer Pip. Sie weigert sich, mit dem Strom zu schwimmen, stattdessen möchte sie zufriedenstellende Antworten finden und sich selbst von der Wahrheit überzeugen.

Das Buch hat sich wirklich fast wie von selbst gelesen. Holly Jacksons Schreibstil ist angenehm leicht, ohne oberflächlich zu sein, und mit einem feinen Hauch Humor gewürzt. Trotz der ernsten Themen – Vorurteile, Rassismus, Verrat, Freundschaft und Vertrauen – wird die Stimmung nie drückend. Stattdessen entsteht eine mitreißende Spannung, die einen durch die Seiten trägt.

Pippa ist eine Protagonistin, die einen vom ersten Moment an mitnimmt. Ich war direkt emotional involviert und wollte sie bei ihren Nachforschungen begleiten. Sie ist klug, empathisch, sympathisch und absolut überzeugend in dem, was sie tut. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und ihre strukturierte, organisierte Herangehensweise haben mich sehr beeindruckt. Da kann ich mir bei ihr einiges abschauen :) Auch ihr Umfeld, ihre Familie, Freunde und sogar Nebenfiguren, sind stimmig und authentisch gestaltet. Besonders schön fand ich die familiären Szenen, die immer wieder Wärme in die Geschichte gebracht haben. Gerade ihr Stiefvater ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Obwohl sie sich in ihrer Umfeld so gut aufgehoben fühlt, möchte sie trotzdem ganz unvoreingenommen bleiben und keinen möglichen Verdächtigen auslassen- und das auf die Gefahr hin, am Ende doch bitter enttäuscht zu werden. Je tiefer Pip in ihre Nachforschungen eintaucht, desto spannender wird die Handlung – und desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge. Das Ende hat mich regelrecht umgehauen. Einige Vermutungen hatte ich zwar im Hinterkopf, doch die Wendungen waren so geschickt gesetzt, dass ich trotzdem mehrfach sprachlos war. Und doch war die Auflösung im Nachhinein absolut schlüssig und logisch.

A Good Girl’s Guide to Murder ist nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein klug konstruierter Roman mit Tiefe, Herz und einem starken moralischen Kompass. Holly Jackson schafft es, ernste Themen mit Leichtigkeit zu vermitteln, ohne sie zu verharmlosen. Ihre Figuren sind lebendig, ihre Handlung clever aufgebaut, und der Spannungsbogen hält bis zur letzten Seite.
Ich bin wirklich froh, auf dieses Buch aufmerksam geworden zu sein – sonst hätte ich ein echtes Highlight verpasst. Pip werde ich so schnell nicht vergessen – und ich freue mich jetzt schon darauf, sie in den Folgebänden wiederzusehen.
Das Buch kann ich wirklich jedem empfehlen, der spannende und clever aufgebaute Krimis mag. Aber auch für diejenigen, die ihre ersten Erfahrungen im Krimi-Genre machen möchten, ist das Buch eine absolute Empfehlung. Einfach etwas ganz anderes und Besonderes als gewohnt!

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Spannung mal anders – ein Krimi mit Perspektivwechsel und vielen Wendungen

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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Girls Trip hat mich von der ersten Seite an gepackt – und das, obwohl (oder gerade weil) man den Täter eigentlich schon kennt. Dieses ungewöhnliche Konzept, bei dem nicht das Wer, sondern das Warum im ...

Girls Trip hat mich von der ersten Seite an gepackt – und das, obwohl (oder gerade weil) man den Täter eigentlich schon kennt. Dieses ungewöhnliche Konzept, bei dem nicht das Wer, sondern das Warum im Mittelpunkt steht, fand ich besonders spannend. Die Geschichte arbeitet sich rückwärts durch die Ereignisse, von dem Tag nach der Tat bis zur Abreise, und enthüllt dabei Stück für Stück die dunklen Geheimnisse und Abgründe der Figuren. Durch verschiedene Perspektiven – darunter Tagebucheinträge, Chatnachrichten und Verhörprotokolle – erfährt man immer mehr über die Vorgeschichte, die Beziehungen und die Dynamiken zwischen den Figuren. Dabei lädt das Buch immer wieder zum Miträtseln ein. Es gibt viele kleine Hinweise, versteckte Details und genug Raum für eigene Theorien, was ich persönlich sehr spannend fand. Der Aufbau ist clever gemacht und hält die Spannung auf eine ganz andere Art aufrecht, als man es von typischen Krimis kennt. Man muss wirklich aufmerksam lesen, um die versteckten Hinweise und Zusammenhänge zu erkennen.

Was die Figuren betrifft: Sie handeln oft unüberlegt, impulsiv und manchmal schwer nachvollziehbar und sind mir persönlich eher unsympathisch– aber das passt für mich zur Geschichte. Es geht schließlich hauptsächlich um privilegierte Teenager, die in einer ganz eigenen Welt leben. Dass sie größtenteils keine tiefgründigen, reflektierten Charaktere sind, fand ich daher nicht störend – im Gegenteil: Es hat für mich gut zur Atmosphäre des Buches gepasst. Für Leser, die reife und vielschichtige Figuren erwarten, könnte das allerdings ein Kritikpunkt sein.

Einziger Wermutstropfen für mich: Nach der spannenden Auflösung hätte ich mir noch ein Kapitel oder zumindest ein paar Seiten gewünscht, um zu erfahren, wie es für die Beteiligten danach weitergeht. Das hat mir ein kleines bisschen gefehlt – daher gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen.

Fazit:
Ein fesselnder, psychologisch raffinierter Jugendthriller mit einem ungewöhnlichen Aufbau, der zum Mitdenken einlädt. Wer Lust auf Spannung, Intrigen und eine gehörige Portion Drama unter reichen Teenagern hat, kommt hier definitiv auf seine Kosten!

PS.: das Cover ist ein echter Hingucker und passt voll und ganz zur Atmosphäre des Buches. Ich bin gespannt auf weitere Bücher von Jan Gangsei – Girls Trip war definitiv eine vielversprechende erste Begegnung .

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Krimi mit Potenzial

Eine von uns
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Die GALS- Gina, Annie, Laura und Sara- sind unzertrennlich. Best Friends forever. Ihr Motto: big love, true friends, no secrets. Doch genau dieses Versprechen wird im Laufe der Geschichte auf eine harte ...

Die GALS- Gina, Annie, Laura und Sara- sind unzertrennlich. Best Friends forever. Ihr Motto: big love, true friends, no secrets. Doch genau dieses Versprechen wird im Laufe der Geschichte auf eine harte Probe gestellt. Sind sie wirklich so gute Freunde, wie sie zu sein glauben? Mary, Saras Schwester, ist da ganz anderer Meinung.

In dem Buch „Eine von uns“ kommen die Protagonistinnen Gina und Mary abwechselnd zu Wort, was uns Einblicke in zwei ganz unterschiedliche Gefühls- und Gedankenwelten gibt. Von Anfang an wird klar, dass Mary nichts gutes im Schilde führt. Sie hat einen Racheplan und dem folgt sie erbarmungslos, komme was da wolle. Gina dagegen ist überfordert mit ihrer aktuellen Situation: ein Kleinkind, ein nur einige Wochen altes Baby, ein abgebranntes Haus, eine neue Bleibe mit einer unheimlichen Haushälterin, die ihr einerseits Angst einjagt, auf deren Hilfe sie andererseits manchmal angewiesen ist. Ich muss zugeben: Ihr Verhalten war für mich oft schwer nachvollziehbar. Manchmal wollte ich ihr regelrecht zurufen: „Tu das bloß nicht!“

Besonders gelungen fand ich die Rückblicke in die Jugendzeit der vier Freundinnen – sie helfen, die Figuren und ihre Dynamik besser zu verstehen. Für mich war bald klar, dass die GALS nicht wirklich die besten Freunde waren, die man sich hätte wünschen können. Vor allem für Sara nicht. Doch gerade im Teenageralter denkt man oft nicht weit genug, ist wenig empathisch und sehr mit sich selbst beschäftigt. Da dreht sich das meiste um das Oberflächliche, die wirklich tiefen Gefühle, die peinlichen Seiten des Lebens, Zweifel und Unsicherheiten werden gerne verdrängt. Später kommen dann Schuldgefühle – und der Wunsch, manches anders gemacht zu haben. So war das auch bei den GALS in Bezug auf Sara.

Die Geschichte hat grundsätzlich viel Potenzial, und der Schreibstil von Samantha Hayes hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin baut langsam Spannung auf und bringt sie am Ende zum Höhepunkt. Das Ende empfand ich allerdings stellenweise als unrealistisch und etwas naiv. Teilweise zu weit hergeholt.

„Eine von uns“ war kein Highlight für mich, doch eine gute Unterhaltung für Zwischendurch. Kritische Leser, die Logiklücken nicht so gut verzeihen können, werden meiner Meinung nach von der Lektüre enttäuscht. Denjenigen, die das Lesen an sich genießen und zufrieden sind, weil sie Stoff zum Nachdenken und Miträtseln hatten, unabhängig von der Auflösung, kann ich das Buch weiterempfehlen.

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