Profilbild von Tanpopo

Tanpopo

Lesejury Star
offline

Tanpopo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tanpopo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2025

Eine harte Welt voller Blut

Nordnacht
0

„Dies ist eine Welt aus Blut.“ So das Cover. Und es stimmt. Der Auftakt der Blutgeschworenen-Reihe führt den Leser in eine überwiegend düstere Welt der Wikinger.
Die Götter existieren nicht mehr, doch ...

„Dies ist eine Welt aus Blut.“ So das Cover. Und es stimmt. Der Auftakt der Blutgeschworenen-Reihe führt den Leser in eine überwiegend düstere Welt der Wikinger.
Die Götter existieren nicht mehr, doch ihre sterblichen Überreste und Hinterlassenschaften liegen am Fuß der Weltenesche. Und man munkelt, dass unter dieser die Drachengöttin Rif-Lika eingekerkert noch existieren soll. All das weckt Begehrlichkeiten, denn die Welt ist hart, grausam, machtorientiert …

Vor diesem Hintergrund entwickelt John Gwynn gekonnt die Geschicke um seine drei Protagonisten Orka, Varg und Elvar. Trotz unterschiedlicher Motivation führen die Wege der Drei am Ende zusammen und lassen die Leser:in voller Erwartungen an den zweiten Teil der Trilogie zurück.

Was möglicherweise den ein oder anderen vor dem 603 Seiten umfassenden Roman zurückschrecken lässt ist die doch sehr, sehr ausführliche Beschreibung der Welt und der Alltagsgebräuche. Man merkt sehr deutlich, dass der Autor eine Faszination für die Welt der Wikinger hat und davon recht viel in seinem Roman wiedergeben möchte. Für mich macht er das gekonnt, für andere möglicherweise jedoch ein wenig zu ausführlich.

Ich kann den Roman alle empfehlen, die Highfantasy, Wikinger und ein durchaus leicht düsteres und raues Setting bevorzugen. Schreibtechnisch einfach gut gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2025

Zuviel von allem

Anarchie Déco
0

Naja, der Slogan „Babylon Berlin mit Magie“ ist für mich viel zu hoch gegriffen.
Das Buch im allgemeinen ist schon interessant, war für mich jedoch zu langatmig, viel zu wenig Flair der 20er Jahre in Berlin ...

Naja, der Slogan „Babylon Berlin mit Magie“ ist für mich viel zu hoch gegriffen.
Das Buch im allgemeinen ist schon interessant, war für mich jedoch zu langatmig, viel zu wenig Flair der 20er Jahre in Berlin und zu sehr bemüht allen Leseansprüchen im Hinblick auf Herkunft, Geschlechtlichkeit und politischen Interessen gerecht zu werden.
Ich mag Berlin und ich mag die Goldenen Zwanziger. Aber die besondere Synthese der damaligen Zeit kam trotz der gefühlt unzähligen Verweise auf reale Orte und Personen nicht zustande. Wenn es durch diese nicht an Berlin gebunden wäre, hätte es auch überall anders spielen können.

Ich habe versucht das Buch in den letzte 3 Jahren wiederholt zu lesen, bin aber nie über die Hälfte hinausgekommen und lege es nunmehr endgültig zur Seite.

Meiner Meinung nach hätte dem Roman etwas weniger von Allem oder eine Fokussierung auf einzelne Aspekte besser getan.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2025

Mit alten Bekannten nimmt die Handlung an Fahrt auf

Papier & Blut
0

Es heißt auf nach Australien für Al und seinen Hobgob Buck, als er vom Verschwinden der dortigen Siegelmagierin erfährt. Die Suche nach ihr und weiteren Kolleginnen gestaltet sich rasant, gefährlich und ...

Es heißt auf nach Australien für Al und seinen Hobgob Buck, als er vom Verschwinden der dortigen Siegelmagierin erfährt. Die Suche nach ihr und weiteren Kolleginnen gestaltet sich rasant, gefährlich und vor allem in eine unerwartete Richtung, denn das Verschwinden der Siegelagentinnen ist eher ein „Kollateralschaden“. Die Ereignisse selber gelten dem Eisernen Druiden.

Also gibt es hier einen sehr umfassenden Gastauftritt von eben jenem nebst tierischen Begleiter und das im unverwechselbaren Erzählstil des Autors. Damit hat man eigentlich schon einen guten Garant für Unterhaltung.
Aber im Gegensatz zum ersten Band, finde ich dass die Gesamthandlung mehr Tiefe bekommt. Neben Al’s Fluch wird es interessanter irgendwie herauszubekommen, wer oder was sich hinter den ständigen Andeutungen über Gladis, die schon viel Scheiße erlebt hat verbergen könnte. Und da sich das für Al bis zum Ende des Bandes nicht erschließt, bin deutlich auf den Abschlussband der Trilogie gespannt.

Für alle, die gerne Urban-Fantasy lesen und eine gewisse Art von (zum Teil) derberen Humor mögen, kann ich die Reihe nur empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2025

Echte Verbundenheit

Smaragour – Der Bund der Drachen
0

Jamie hat sich entschieden in den Docks zu bleiben. Denn so kann er ganz nah bei seinem Drachen sein, mit dem er sich verbunden fühlt. Außerdem bleibt er aus dem Sichtfeld seines Gegners, Ronrök, der alle ...

Jamie hat sich entschieden in den Docks zu bleiben. Denn so kann er ganz nah bei seinem Drachen sein, mit dem er sich verbunden fühlt. Außerdem bleibt er aus dem Sichtfeld seines Gegners, Ronrök, der alle Drachen beherrschen will.
Jamie und seine Freunde setzen sich dieses Mal dafür ein, die Calmer, die die Drachen gefügig machen abzuschaffen. Denn die Behörden wollen dies nicht, immerhin schaden die Calmer den Drachen ja nicht. Doch warum geht es dann den Drachen sichtlich immer schlechter?

Die Geschichte wird nahtlos weitererzählt und um einiges konkreter. Dabei werden die Ereignisse auf persönlichere Ebenen gehoben. Sei es die Auseinandersetzung zwischen den Ansichten Ronröks, Drachen zu beherrschen und Jamies mit den Drachen in Partnerschaft zu koexistieren oder auch die Darstellung der Zweiklassengesellschaft in Bezug auf den Zugriff auf die Drachen.
Schön dargestellt fand ich vor allem die persönliche Entwicklung der Beziehungen der Teenager. Immerhin haben sie ganz alltägliche Probleme Heranwachsender zu bewältigen. Da sind Jamies Gefühle für Tex und Tex Eifersüchteleien, wenn es um den Umgang zwischen Jamie und Emine geht. Halt das ganz normale Gefühlschaos.
Und es gibt Einblicke in die Geschichte der Drachenreiter. Was mich ein wenig verwunderte ist die zeitliche Darstellung. Geschichtlich betrachtet gibt es den Umgang mit Drachen noch gar nicht so lange (150, vielleicht 200 Jahre?) Und die Nutzung der Calmer auch nicht. Und trotzdem scheint im täglichen Umgang viel in Vergessenheit geraten zu sein. Das las sich ein wenig irritierend.

Ansonsten spiegelt auch der zweite Band das wieder, was zuvor schon begann. Es geht um Mut, Einstehen für die eigenen Ansichten und den Wert der Freundschaft.
Also eine wirkliche Leseempfehlung für ältere Kinder und Jugendliche, die gerne Abenteuer erleben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Besser

Die Nebel von Walhalla (Bd. 2)
0

Insgesamt ist die Geschichte etwas besser geworden.

Auch wenn es hier wieder mit der Beschreibung der Zustände auf dem Höllhof um Pferdehaltung und Tierwohl geht, hatte ich nicht den Eindruck so „belehrt“ ...

Insgesamt ist die Geschichte etwas besser geworden.

Auch wenn es hier wieder mit der Beschreibung der Zustände auf dem Höllhof um Pferdehaltung und Tierwohl geht, hatte ich nicht den Eindruck so „belehrt“ zu werden wie in „Alessas Seelenpferd“.
Jetzt kommt endlich mehr Hintergrund zum Vorschein, auch wenn noch nicht immer alle Zusammenhänge ganz klar werden. Aber es hat definitiv etwas mehr Mix von Pferdegeschichte und nordischer Mythologie.

Was diesmal jedoch ein negatives Leseempfinden bei mir ausgelöst hat, ist die Einführung von Joel in das Team. Ich bin normalerweise immer ein Freund, wenn Jungen in eine „Mädchenhandlung“ mit eingebunden werden, da ich nicht so sehr reine Jungs- oder Mädchenbücher mag. Doch hier hat es mich gestört.
Vielleicht liegt es an der Grundthematik der Geschichte mit dem Team Valkyrie. Eigentlich eine reine Mädchensache, so dass die Figur von Joel ein wenig an einen „Quotenjungen“ erinnert. Auch die Verankerung im Hintergrund, dass es im alten Team Valkyrie einen Jungen gab, der aber der Verräter der Gruppe wurde, erzeugte bei mir eher Antipathie für die gesamte Geschichte.

Insgesamt gesehen ist die Reihe ganz nett und kann pferdevernarrte Mädchen bestimmt überzeugen. Ich schaue mir den letzten Band noch an. Vielleicht wird’s am Schluss ja noch besser?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere