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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2018

Perfekter Auftakt einer Fantasy Saga

Magie ist dein Tod
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Mit großer Erwartung habe ich den Debutroman von Ralph Döppmann erwartet und bin sehr stark beeindruckt von diesem Auftakt zu einer Fantasy Serie. 500 Seiten klein beschrieben, würde so mancher Verlag ...

Mit großer Erwartung habe ich den Debutroman von Ralph Döppmann erwartet und bin sehr stark beeindruckt von diesem Auftakt zu einer Fantasy Serie. 500 Seiten klein beschrieben, würde so mancher Verlag einen 700 Seiten Wälzer daraus machen.


Vorneweg muss man sagen, davon ist keine Seite langweilig oder mit irgendwelchen Phrasen voll geschrieben, um Platz zu füllen. Es scheint, als ob das in einem Guß geschrieben wurde und sehr viel Wert, auf gute und spannende Unterhaltung gelegt wurde.

Geschichte: In einer mittelalterlich angelegten Welt, in der Stadt Buccaras, ist das Handelshaus Lovans einer der größeren Atbeitgeber mit hohem Ansehen. Als der erste Schreiber getötet wird, versucht Katharina die älteste Tochter Lovans, den Mörder ausfindig zu machen. War es Raubmord oder wurde der erste Schreiber gezielt durch einen Auftragsmord beseitigt? Katharina und ihre Helfer finden Stück für Stück heraus, das nicht alles mit normalen Dingen zugegangen sein kann. Umso schlimmer, als es im gesamten Königreich verboten ist, Magie in irgendeiner Form zu benutzen. Je weiter Sie bohren, umso mehr sind darin verstrickt oder verdächtig. ...

Wunderbare Charaktere, sei es Katharina, die Tochter , die stark genug ist, sich jeder Situation zu stellen. Sara die 2.Tochter, die auf der Akademie lernt. Conner, Liam, Ryan und Ronen sowie Bryan, allesamt Helfer von Katharina. Der Hauptmann Arnim als Hauptmann der Stadtwache und so viele mehr, die alle wunderbar vorgestellt werden und dafür sorgen, dass die verschiedenen Erzählstränge, allesamt spannend und übersichtlich bleiben.

Die verbotene Magie, die durch Priester überwacht wird oder auch Gerichtsprozesse mit einem starken Anwalt, sowie einer sehr guten Kriminalgeschichte sorgen wirklich für Vielseitigkeit und einem Haufen neuer Ideen. Der Charme, den diese Geschichte ausstrahlt,
zieht einen sofort ins Geschehen und die kurzen Kapitel helfen, den Überblick zu behalten und jederzeit an jeder Stelle ,direkt wieder im
Geschehen reinzulesen. Perfekt gemacht!

Fazit: Ein dickes Kompliment an den Autor, alles richtig gemacht und mich begeistert. Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung ! Eines der besten Bücher für mich 2018!

Veröffentlicht am 10.11.2018

Interessanter Fall, teilweiselangatmig aber spannend

Die Opfer, die man bringt
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Dies war mein erster Fall von Sebastian Bergmann und ich war total überrascht, weil alles sehr ungewöhnlich von Anfang bis Ende war. Das war kein klassischer Ermittler sondern eine ganze Abteilung und ...

Dies war mein erster Fall von Sebastian Bergmann und ich war total überrascht, weil alles sehr ungewöhnlich von Anfang bis Ende war. Das war kein klassischer Ermittler sondern eine ganze Abteilung und es hat mir gefallen.

Geschichte: Eine Frau wird mit einer Spritze betäubt und vergewaltigt, mit einem Jutesack über dem Kopf liegen gelassen. Die Kriminalabteilung mit Vanja ermittelt und es kommt zu einer weiteren Vergewaltigung und bei einer dritten wird die Frau nur als Leiche gefunden. Anneli schaltet Sebastian Bergmann , als Kriminalpsychologen ein um ein Täterprofil zu erstellen. Das Elend beginnt damit , da Vanja auf keinen Fall mit Sebastian arbeiten will und verlässt ihren Job, um wieder bei der Reichsmordkommission in Stockholm zu arbeiten, doch die werden ebenfalls eingeschaltet um den Mord und die Vergewaltigungsserie aufzuklären und Vanja trifft doch wieder auf Sebastian....

Man muss einfach sagen, dass der reine Kriminalfall warscheinlich in einem drittel der Seiten aufgeklärt wäre und die restlichen Seiten werden wir bis ins kleinste Detail mit den privaten Leben und Problemen aller Protagonisten versorgt. Daher auch 1 Stern Abzug, denn die Beschreibungen sind wirklich sehr langatmig und sehr detailliert und teilweise dachte ich wirklich, dass ich jetzt eher ein Drehbuch lese, als ein Krimi.

Auf der anderen Seite , kommt der Leser auch ohne Vorkenntnisse der anderen Teile wunderbar klar, weil er im Laufe des Buches alles wichtige im Zwischenmenschlichen Bereich der vorhergehenden Fälle erklärt bekommt und damit gut zurecht kommt.

Sebastian ist der merkwürdigste Ermittler , wobei das auch nicht stimmt, da alle aus dem Team gleichermaßen vorkommen und es wirklich keinen Star in der Truppe gibt. Sebastian wird von fast niemand gemocht und es ist erstaunlich, dass der Psychologe so oft in ein Fettnäpfchen tritt, daher sehr ungewöhnlich als Ermittler. Auch der Rest der Truppe hat alle Macken und teilweise sehr gravierende. Es ist sicher, dass weitere Teile folgen müssen, da zwar der Fall abgeschlossen wurde aber die Akteure haben dann doch noch einiges zu enthüllen.

Gut gemacht und 4 Sterne für die mal etwas komplett andere Erzählweise und Aufbau des Krimis. Auch ohne Vorkenntnisse kann an dieser Stelle weitere Teile gelesen werden und das ist schon mal sehr gut. Das Ende war überraschend und damit hat sich das alles schon gelohnt.

Klare Empfehlung, mit der Einschränkung, viel Zeit für die Vorstellung und privaten Probleme der Protagonisten mitzubringen.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Korruption bis in höchste Kreise

Mehr Bier
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Auch im 2. Fall des Türkischen Detektivs Kayankaya, der kein Wort türkisch kann , ist von Anfang an wieder Vollgas angesagt und es wird kein Wort vertan, sondern die Geschichte kommt direkt zum Punkt.

zur ...

Auch im 2. Fall des Türkischen Detektivs Kayankaya, der kein Wort türkisch kann , ist von Anfang an wieder Vollgas angesagt und es wird kein Wort vertan, sondern die Geschichte kommt direkt zum Punkt.

zur Geschichte: Bei den Chemiewerken Bollig wird ein Attentat ausgeübt, der Nachtwächter wird niedergeschlagen und der Inhaber mit mehreren Schüssen hingerichtet. Ein einfaches Attentat von Umweltschützern ? 4 Personen sind schnell in Untersuchungshaft, aber lt. Aussage des Nachtwächters soll es noch einen 5. Mann gegeben haben. Der Anwalt der 4 Attentäter engagiert Kayankaya um den 5.Mann zu finden. Dieser braucht nicht lange um die ersten Diskrepanzen in den Aussagen zu entdecken und er ermittelt wobei die Verdächtigen bis in die höchsten Kreise reichen und auch die Witwe hätte durchaus ihre Gründe....

Absolut starkes Buch mit einem wie immer sehr direkten Detektiv, der sich mit alles und jedem sofort anlegt und wie immer in viele brenzlige Situationen kommt. Die Sprache ist direkt und es wird keine Zeit vergeudet. Von Anfang geht es zielgerichtet zur Sache und es werden keine Gefangenen gemacht.

Die Geschichte ist wie immer intelligent gemacht. Kayankaya ist einfach nur ein total guter Typ und nach wie vor einer der besten Ermittler, die es je gab, in meinen Augen.

1 Stern Abzug, weil das starke Buch trotzdem noch stärkere Brüder hat.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Sehr bizarre Familiengeschichte

Das Hotel New Hampshire
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Ich hatte schon oft von dem Film gehört und von der Geschichte, wollte mir aber lieber unbedingt das Buch anschauen um alle Details mitzubekommen. Endlich habe ich es gepackt das Buch zu lesen. Vielleicht ...

Ich hatte schon oft von dem Film gehört und von der Geschichte, wollte mir aber lieber unbedingt das Buch anschauen um alle Details mitzubekommen. Endlich habe ich es gepackt das Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es jedoch eher vor vielen Jahren lesen sollen, als noch "Garp" oder "Gottes Werk und Teufels Beitrag" wirkliche Klassiker waren, aber bis auf die Zeit in der es spielt hat es mir gut gefallen.

Geschichte: John, drittes Kinde einer Familie aus New Hampshire erzählt in der "Ich " Form über die Erlebnisse, seitdem sein Vater, seine Mutter kennengelernt hatte, über den Kauf eines Bären, die Arbeit im ersten Hotel New Hampshire, über Freunde, Freude, Leid und alles was einer insgesamt 7 Köpfigen Familie alles passieren kann und konnte. Über Gefühle, die Liebe zur Schwester, die Homosexualität des Bruders, über den Haushund "Kummer", über die Reise nach Wien und über Trauer und Todesfälle.

Wer dieses Buch als verrückt beschreiben würde, hätte nicht unrecht! Lachen, Weinen und absoluter Unsinn liegen hier total nah beisammen. Jede Person wird im Detail mit allen Unarten oder Heldentaten beschrieben, die die Familie auf ihrem Weg begegnen oder begleiten. Skurriles, brutales , verlogenes aber auch wirklich schöne Momente , die einem das Buch sehr nahe bringen. Es zu beschrieben ist irgendwie nur schwer möglich. Wer kauft schon einen Bären, der gerne mit dem Motorrad mitfährt?

John ist der Erzähler und vielleicht der normalste in der Familie und man benötigt viel Zeit und viel Ruhe um alles auf sich wirken zu lassen. Gelingt das, kann sich jeder auf eine sehr schöne Geschichte freuen.

Fazit: auch nach vielen Jahren immer noch zu empfehlen. 1 Stern Abzug weil nichts und niemand Gottes Werk und Teufels Beitrag toppen kann.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Wunderschöne warmherzige Geschichte

Die Pension Eva
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Der Spiegel schrieb: " Ein bizarrer, sehr komischer Bildungsroman", wobei es sich aber eher um eine komische und vor allem warmherzige kleine Geschichte aus Sizilien im 2.Weltkrieg handelte , die einfach ...

Der Spiegel schrieb: " Ein bizarrer, sehr komischer Bildungsroman", wobei es sich aber eher um eine komische und vor allem warmherzige kleine Geschichte aus Sizilien im 2.Weltkrieg handelte , die einfach nur schön ist.

Geschichte: Nene steht kurz vor seinem 12.Geburtstag und würde wirklich gerne herausfinden, was das für ein Haus ist " Die Pension Eva ". Die Geschichte spielt vor und während des 2. Weltkriegs und erzählt sowohl die Entwicklung des jungen Nene, als auch die Geschichte der Pension Eva, nie natürlich nichts anderes als ein Bordell in Vigata ist, bei dem die Huren an ihren freien Tagen Nachhilfe in Sprachunterricht geben oder mit den fast Erwachsenen zu Abend essen.

Das Buch erzählt über Freundschaften, erste Liebe, unmögliche Liebe , lustige Anekdoten und verrückte Zufälle. Wunderschön beschrieben, mit einem Augenzwinkern und einem Melodramatischen Ende. Die Erzählform ist wie immer sehr direkt und sehr feinfühlig. Es ist kein Krimi, einfach eine gute Geschichte, die man gelesen haben sollte.

Fazit: Wunderbar !