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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2020

Spannend aber zum Teil Unrealistisch

DRAUSSEN
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Dies ist das erste Mal das ich die beiden Autoren höre und ich gebe zu, dass ich zwiegespalten bin. Einerseits sehr gut erzählt, aber die Idee dahinter überzeugt mich nicht 100%.

Geschichte: Ein sehr ...

Dies ist das erste Mal das ich die beiden Autoren höre und ich gebe zu, dass ich zwiegespalten bin. Einerseits sehr gut erzählt, aber die Idee dahinter überzeugt mich nicht 100%.

Geschichte: Ein sehr narbiger und teils verbrannter Mann, der im Wald eine Gruppe Menschen im Überleben unterrichtet und den Bogen etwas überzieht. 2 Kinder , die im Wohnwagen leben, und von der restlichen Welt komplett abgeschnitten sind. Stephan ist vor irgend etwas oder irgendwem auf der Flucht und versucht Cayenne und Joshua von allem fern zu halten und unterrichtet die beiden selbst nach militärischen Regeln. Als Cayenne plötzlich von einem fremden Mann im Wald überfallen wird, gerät Ihre halbwegs heile Welt ins totale Chaos und Stephan kann Cayenne gerade so retten und ins Krankenhaus bringen. Doch wer hat es auf die drei abgesehen und warum ...

Die Geschichte ist einfach sehr gut erzählt und der Sprecher macht seine Arbeit richtig gut. Natürlich sind die mittlerweile 16 Jährige Cayenne und ihr jüngerer Bruder Joshua mittlerweile nicht mehr besonders amüsiert darüber wie sie leben und vorn allen Menschen abgeschottet zu sein. Sowie sich jemand zu sehr für de Drei interessiert, müssen alle wieder umziehen oder sich im Wald verstecken und auf ihre Art überleben. Ganz langsam erfährt man durch Tagebucheinträge eines deutschen, der sich der französischen Fremdenlegion angeschlossen hat , über die Ausbildung und die Verlegung auf eine der Überseeinseln Frankreichs. Irgendwann schließt sich der Kreis...

Auch wenn mir die Geschichte weit hergeholt ist, kann man sich der Spannung nicht entziehen und auch den Charakteren nicht. Ich ertappe mich dabei, wie ich Cayenne für ihren Blödsinn anschreien möchte und mit wieviel Geduld Stephan versucht eine heile Welt zu schaffen, die es von Anfang an nicht war und auch ihm könnte man sagen, warum erzählst du den beiden nicht einfach die ganze Wahrheit, die langsam aber sicher ans Licht kommt.

Fazit: Etwas Unrealistisch aber sehr gut erzählt und selbst nach Wochen bei mir noch sehr präsent im Unterbewusstsein, damit in jedem Fall 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Heldin oder einfach nur Kriminelle ?

Capitana
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Suhrkamp schafft es immer wieder neue Autoren zu gewinnen, die mich komplett überzeugen können. Aber auch immer wieder Autoren, die etwas besonders macht oder eine ungewöhnliche oder neue Art an sich haben. ...

Suhrkamp schafft es immer wieder neue Autoren zu gewinnen, die mich komplett überzeugen können. Aber auch immer wieder Autoren, die etwas besonders macht oder eine ungewöhnliche oder neue Art an sich haben. So auch dieser Roman der mich beeindruckt.

Lola eine junge Latina ist die Anführerin einer kleinen Gang in Los Angeles, die hauptsächlich mit Drogen handelt und diese auch an Latinos in ihrer Gegend verkauft. Zusätzlich sorgt sie sich sich um die Menschen in Ihrem Viertel und erfüllt Ihnen Gefallen, die sie bei Gelegenheit als Gegengefallen wieder einfordert. Dieses System ist für alle ein Gewinn und stärkt die Zusammengehörigkeit. Ihre angenommene Tochter Lucy versucht sie dagegen, vom Gang-Leben abzuschirmen und lässt sie auf eine teure Privatschule gehen. Als eines Tages eine Frau kommt, und sich beklagt, dass Ihr Mann sie immer geschlagen hat und sie nicht will dass er aus dem Gefängnis zu ihr zurück kommt, nimmt Lola den Auftrag an. Als sich herausstellt, dass diese Frau eine falsche Geschichte erzählt hat, gehen die Schwierigkeiten erst richtig los, da Lola den Auftrag nicht mehr stoppen kann....

Wunderbar geschrieben und mit Sicherheit nicht an die Realität grenzender Thriller, der von einer Frau mit viel Herz und Leidenschaft ausgeht, die für andere kämpft und das Drogengeschäft alles am laufen hält. Die Realität würde sicherlich anders aussehen. Doch dieser Roman ist spannend, entwickelt wunderbare Charaktere und hat eine Geschichte, die einmal am Rollen, nicht mehr zu stoppen ist. Lola eine Frau die zwischen allen Welten hängt. Früh auf sich gestellt, mit der Verantwortung für Ihre Angestellten ( Soldaten), dem Willen Ihrer Tochter ein gutes Leben zu bieten, Ihren Soldaten gegenüber keine Schwäche zu zeigen und da stellt Ihr Plötzlich jemand eine Falle und Lola muss überlegen, wer Ihre Freunde sind und wer versucht sie zu manipulieren....

Ich kann es normalerweise nicht mehr ertragen, dass jeder Autor, jeder Film , jede Serie aus den USA versucht, die verschiedenen Kulturen immer als beste Freunde darzustellen. Keine Serie, in der nicht eine Weiße mit einer Asiatin, Farbigen und möglichst noch einer Latina befreundet ist, damit das alles ausgewogen ist. Dieses Gefühl hatte ich hier nicht, obwohl Lola wirklich gerne der Welt der Weißen angehören würde und teilweise nicht mal an einem Tisch mit ihnen sitzen sollte,
ist der Patriotismus nicht sehr ausgeprägt und gefällt mir sehr gut.

Fazit: Ein Thriller mit absoluter Empfehlung. Ich wurde blendend unterhalten. Die Geschichte hat mich beschäftigt und war sehr spannend. Auch Tage nach dem lesen, war die Geschichte noch präsent, so dass für mich 5 Sterne klar sind.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Sympathische Erzählungen

Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht
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Andrea Petkovic hat in Ihrem bisherigen Leben, eine beeindruckende Karriere hinter sich und obwohl erst 33 Jahre alt, sicher schon einiges zu erzählen. Für mich sehr interessant, ist immer die Frage der ...

Andrea Petkovic hat in Ihrem bisherigen Leben, eine beeindruckende Karriere hinter sich und obwohl erst 33 Jahre alt, sicher schon einiges zu erzählen. Für mich sehr interessant, ist immer die Frage der Motivation oder was steckt hinter solch einem Mensch. Was treibt ihn an ? Was für Ziele hat er sich gesetzt ?

"Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" verfolgt einen losen Faden an kurzen Geschichten, die bunt pendeln zwischen Erinnerung, privaten Momenten, Tennis, oder von Motivation und Frustration in ihrem bisherigen Leben. Eine Leben das sie schon als Jugendliche auf sich selbst gestellt, führen musste oder wollte und zwischen Darmstadt und New York pendelt.

Mir gefällt ein Buch voll Erzählungen, die nicht den Anspruch erwecken, eine komplette Biographie aufzubauen, sondern oft einfach lose eingestreute Geschichten aus dem Alltag einen Einblick in das Leben einer Frau Petkovic geben. Als Einwandererkind aus Tuszla fest verhangen in der deutschen Kultur aufgewachsen mit Jugoslawischen Wurzeln und Mentalitäten. Für mich ein wunderbares Beispiel die Frage, warum eine Lehrerin sich wundert, wenn ein Kind den Wunsch hat, die Beste in irgendeiner Sache zu sein ? Das sollten sich heute viele einmal fragen, warum sie ihr potential einfach liegen lassen und ein Einwandererkind, diese Tatsache für selbstverständlich hält.

Auch Wunderschön beschrieben, der Leidensweg nach den Verletzungen und ein ungewöhnlicher Motivationstrainer. Das Ziel zu erreichen und zusammen zu brechen, weil nach dem Ziel kein weiteres Ziel gelauert hat. Natürlich spielt sich viel in der Tenniswelt ab, aber irgendwie alles eher in der Situation eines Beobachters der das Innenleben der Frau Petkovic verfolgt. So gesehen verdingt es viel Respekt, sein Innenleben preis zu geben, was mir persönlich Andrea Petkovic in Ihrer Stärke und Vielseitigkeit , sehr Nahe gebracht hat und auf mich sehr sympathisch gewirkt hat.

Es ist kein Buch der Superlative und wartet auch nicht mit spektakuleren Enthüllungen auf, doch habe ich die Erzählungen einfach gerne gelesen und durch den sehr guten Erzählstil , sind die Geschichten nur so dahin geglitten.
Hat mir gut gefallen !

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2020

Spannender Thriller um ein bedrohliches Thema

Das Tartarus-Projekt
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Michael Landorff ist ein eher behäbiger ex Journalist und konservativer Autor, vom Erfolg nicht gerade überwältigt. Als er auf eine Party bei einem Großindustriellen in München eingeladen wird, geht er ...

Michael Landorff ist ein eher behäbiger ex Journalist und konservativer Autor, vom Erfolg nicht gerade überwältigt. Als er auf eine Party bei einem Großindustriellen in München eingeladen wird, geht er zwar hin, kennt aber außer einer alten Bekannten die eine Werbeagentur hat , niemand auf der Feier. Am nächsten Tag besucht ihn die Polizei, da der Gastgeber auf der Party ermordet wurde. Seine Bekannte findet, dass es sich um die Gelegenheit handelt, ein exklusives Besuch zu schreiben, dass den Fall aufdecken soll und will es groß herausbringen und vermarkten. Landorff wird völlig überrumpelt aber mangels alternativen beginnt er zu ermitteln....

Was mit einer langen Einleitung auf einer Party begann, bei der Landorff eher als Sofareporter dargestellt wird, wird im Verlauf der Geschichte zu einer sehr spannenden und süchtig machenden Story. Mit Anlauf und ersten Verwicklungen der Geheimdienste, ist Landorff und seine eher unfreiwillige Partnerin Alexandra Buschmann, die perfekten Hauptpersonen für ein Thema, das sicherlich in den nächsten Jahren sehr beschäftigen wird und damit ein spannendes und aktuelles Szenario aufwirft, dem wir alle ausgesetzt sein können.

Die Darsteller sind sehr gut gezeichnet, der Überblick ist immer vorhanden, das Tempo steigert sich bis zum beeindruckenden Finale. Ist mir der Hauptdarsteller am Anfang noch zu schwerfällig, kommt er richtig in Schwung. Wer kann wertrauen oder besser lieber gar niemand? Ist jeder der, für den er sich ausgibt ?

Fazit: Wunderbare Geschichte zwischen Thriller und Agentenroman angesiedelt und eine absolute Empfehlung in diesem Genre !

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2020

Rachsüchtiger starker Thriller

Der Todesbruder
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Der mittlerweile 3. Teil nach "der Todesmeister " und die " Todesbotin" kann trotz der beiden Vorgeschichten mühelos auch einzeln gelesen werden. Gerade am Anfang scheinen die wechselnden Orte eher zu ...

Der mittlerweile 3. Teil nach "der Todesmeister " und die " Todesbotin" kann trotz der beiden Vorgeschichten mühelos auch einzeln gelesen werden. Gerade am Anfang scheinen die wechselnden Orte eher zu verwirren, ohne Vorkenntnisse aber das erledigt sich relativ schnell...

Geschichte: In einer alten leerstehenden Fabrikanlage, wird eine Leiche gefunden, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurde. Die Mordwaffe, ein aus sehr alten Teilen zusammengesetzter Vorsintflutlicher Flammenwerfer und auch die Römischen Zimmern die gefunden werden, schließen auf eine Exekution. Kurze Zeit später wird in einer Laubenkolonie ein Mann gefunden, der durch eine hohe Anzahl Wespenstiche, teilweise bis in die Lunge, zu Tode kam. Auch hier römische Ziffern. Viktor Puppe und sein deutsch japanischer Kollege Ken Togukawa fangen an zu ermitteln und versuchen das Muster hinter den Morden zu erkennen...

Ein durch häufiges Wechseln der Orte ungemein spannende Geschichte nimmt ihren Anfang und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Auch wenn die Personen nicht gerade das typische Krimi Schema aufweisen. ( Ken als Halbjapaner, schrill und nervig, Stella als Gerichtsmedizinerin einfach nur sehr speziell mit vielen Alleingängen und Treueproblemen, Begüm als deutsch-Türkin, die Stella nicht ausstehen kann und zugleich Chefin von Viktor und Ken geworden ist.)

Viktor ist sympathisch, Klugscheißer aber dennoch sehr sozial mit einer sehr merkwürdigen Familiengeschichte im Hintergrund. Ken der mir persönlich bis zur 300.Seite einfach nur auf die Nerven ging sorgen dafür, dass ich dieses Buch mit gelebt habe. Mich aufgeregt , erleichtert aufgeatmet und mit gefiebert habe. Damit kann ich wohl sagen, dass diese Geschichte mich gepackt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die man mit Viktor durchleben muss und es ist keine Gerade. Die Hauptperson ist wirklich super aufgebaut und es endet für mich mit einer Überraschung. Man denkt auf Seite 400 ist alles erzählt und dann kommen noch einmal 40 Seiten mit denen man so nicht gerechnet hat. Kompliment !

Berliner Schnauze gemischt mit Multi-Kulti, was bei vielen oftmals nur peinlich wirkt. Man denke an die Amerikanischen Serien, in den immer ein Weißer, Farbiger, Latinos und Asiate auftreten müssen. Hier wirkt das eher belebend und natürlich und macht einfach Spaß und trägt zur Geschichte recht gut bei. Ein in jeder Hinsicht herausragender Thriller, der von Anfang an Fahrt aufgenommen hat und zum Ende nochmal Vollgas gibt. So wie es sein soll.

Fazit: Absolute Empfehlung 5 Sterne !

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere