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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2019

Irgendwie nicht überzeugend

Lazarus
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Im Rahmen einer Leserunde durfte ich eine Entdeckung machen und zum ersten Mal ein Buch von Lars Kepler lesen, von dem ich schon so viel gehört, aber noch nichts gelesen hatte. Sehr informativ kam vom ...

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich eine Entdeckung machen und zum ersten Mal ein Buch von Lars Kepler lesen, von dem ich schon so viel gehört, aber noch nichts gelesen hatte. Sehr informativ kam vom Verlag eine Broschüre mit Informationen und damit wusste ich dann, dass Lars Kepler ein Pseudonym für ein Ehepaar ist, das zusammen die Romane schreibt. So war ich denn neugierig wie 2 Personen zusammen einen Thriller schreiben und ob ich einen Unterschied in der Schreibweise feststellen kann. Vorab nein ! Spannend von Anfang bis Ende und sehr gut und flüssig geschrieben, da gibt es nichts zu bemängeln, aber zur Geschichte:
Joona und Saga sind schwedische Polizisten und bekommen es mit der Angst zu tun, als verschiedene Mordopfer in Europa auftauchen, deren Tod sehr genau an eine Verbrechensweise eines toten Serienkillers erinnern, der von Saga erschossen wurde und der schon einmal Joona und seine Familie bedroht hat, doch Saga ist sicher dass er erschossen wurde. Nachdem Joona in Deutschland einen Tatort besichtigt hat, ist er fest entschlossen, Urlaub zu nehmen und seinen Notfallplan durchzuführen...ja er hatte wohl immer geglaubt, dass Jurek ( der Serienkiller) noch immer am Leben ist. Joona verschwindet völlig vom Erdboden. Saga und Ihr Kollege Nathan sollen ermitteln und den neuen Killer fangen, doch ist er wirklich neu ?
Da ich die vorhergehenden Bücher der Reihe nicht kenne, kannte ich die Vorgeschichte gar nicht, was aber nichts ausgemacht hat, da doch vieles gut beschrieben wurde und es war wirklich spannend. Aber....

Ja dieses aber beschäftigte mich sehr lange und wenn ich mir die Frage stelle, wie mir die Geschichte gefallen hat, bin ich sehr Zwiespältig. Die Geschichte wäre gut gewesen, wenn nicht alle außer Joona bei der schwedischen Polizei so naiv, leichtsinnig, voller Fehler mit Hang zur absoluten Blödheit gehabt hätten.
Das hat mir die Geschichte ziemlich kaputt gemacht.
Die Darsteller waren am Anfang so gut beschrieben und die Sympathie war sofort da, die Spannung auch aber immer wieder war da ein Killer der vor Perfektion strotzt und eine Polizei die alles falsch macht, was meine 15 Jährige Tochter nur anhand Krimis besser machen würde. Damit fehlt mir das nachvollziehen in der Realität , das ich bei Büchern , die nicht in der Fantasy oder Sci FI Realität angesiedelt sind, erwarte.
Eine logische oder spannende Lösung oder ein Zufall der hilft den Verbrecher zu schnappen, sind mir recht.
Zum Nachdenken gibt mir immer wieder, dass ich es einfach nicht darauf beruhen lassen kann, dass ein Buch unterhalten soll und weiter nichts. Irgendwie habe ich mehr erwartet und bin darüber enttäuscht, aber mehr als 3 Sterne kann ich einfach nicht geben.

Veröffentlicht am 28.07.2018

Perfekter Auftakt einer Fantasy Saga

Magie ist dein Tod
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Mit großer Erwartung habe ich den Debutroman von Ralph Döppmann erwartet und bin sehr stark beeindruckt von diesem Auftakt zu einer Fantasy Serie. 500 Seiten klein beschrieben, würde so mancher Verlag ...

Mit großer Erwartung habe ich den Debutroman von Ralph Döppmann erwartet und bin sehr stark beeindruckt von diesem Auftakt zu einer Fantasy Serie. 500 Seiten klein beschrieben, würde so mancher Verlag einen 700 Seiten Wälzer daraus machen.


Vorneweg muss man sagen, davon ist keine Seite langweilig oder mit irgendwelchen Phrasen voll geschrieben, um Platz zu füllen. Es scheint, als ob das in einem Guß geschrieben wurde und sehr viel Wert, auf gute und spannende Unterhaltung gelegt wurde.

Geschichte: In einer mittelalterlich angelegten Welt, in der Stadt Buccaras, ist das Handelshaus Lovans einer der größeren Atbeitgeber mit hohem Ansehen. Als der erste Schreiber getötet wird, versucht Katharina die älteste Tochter Lovans, den Mörder ausfindig zu machen. War es Raubmord oder wurde der erste Schreiber gezielt durch einen Auftragsmord beseitigt? Katharina und ihre Helfer finden Stück für Stück heraus, das nicht alles mit normalen Dingen zugegangen sein kann. Umso schlimmer, als es im gesamten Königreich verboten ist, Magie in irgendeiner Form zu benutzen. Je weiter Sie bohren, umso mehr sind darin verstrickt oder verdächtig. ...

Wunderbare Charaktere, sei es Katharina, die Tochter , die stark genug ist, sich jeder Situation zu stellen. Sara die 2.Tochter, die auf der Akademie lernt. Conner, Liam, Ryan und Ronen sowie Bryan, allesamt Helfer von Katharina. Der Hauptmann Arnim als Hauptmann der Stadtwache und so viele mehr, die alle wunderbar vorgestellt werden und dafür sorgen, dass die verschiedenen Erzählstränge, allesamt spannend und übersichtlich bleiben.

Die verbotene Magie, die durch Priester überwacht wird oder auch Gerichtsprozesse mit einem starken Anwalt, sowie einer sehr guten Kriminalgeschichte sorgen wirklich für Vielseitigkeit und einem Haufen neuer Ideen. Der Charme, den diese Geschichte ausstrahlt,
zieht einen sofort ins Geschehen und die kurzen Kapitel helfen, den Überblick zu behalten und jederzeit an jeder Stelle ,direkt wieder im
Geschehen reinzulesen. Perfekt gemacht!

Fazit: Ein dickes Kompliment an den Autor, alles richtig gemacht und mich begeistert. Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung ! Eines der besten Bücher für mich 2018!

Veröffentlicht am 18.05.2019

Dieburg trifft Berlin

Magic Hoffmann
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Komplett übertrieben aber mit einer Leichtigkeit und Humor dass es nur so Spaß macht

Geschichte: Fred, Nickel und Annette aus Dieburg bei Darmstadt sind unzertrennliche Freunde und träumen davon nach ...

Komplett übertrieben aber mit einer Leichtigkeit und Humor dass es nur so Spaß macht

Geschichte: Fred, Nickel und Annette aus Dieburg bei Darmstadt sind unzertrennliche Freunde und träumen davon nach Kanada auszuwandern. Doch dafür braucht man Geld und so beschließen die Drei eine Bank auszurauben. Fred, der mit einer Überportion Selbstbewusstsein ausgestattet ist aber nicht die hellste Kerze auf der Geburtstagstorte ist, weigert sich seine Schuhe zu vernichten. Kurze Zeit später klingelt die Polizei und prüft das Schuhwerk... Fred kommt nach einigen Jahren Knast wieder frei , nachdem er eisern geschwiegen hat und seine Freunde nicht verraten hat, aber vor dem Gefängnis wartet niemand auf ihn was an sich schon merkwürdig ist und im zu denken geben sollte aber Fred glaubt immer an das Gute im Menschen und macht sich auf die Suche nach seinen beiden Freunden, die mittlerweile nach Berlin umgezogen sind. Dort angekommen geht die Suche los, denn Fred ist immer noch überzeugt, dass seine beiden Freunde nur auf ihn warten um mit ihm nach Kanada zu gehen....

Naiv, Überheblich und teilweise sehr dämlich agiert Fred und trotzdem schaffte es Arjouni das man unbedingt die Geschichte von Fred lesen will. Erzählstil ist wie immer erstklassig und es macht süchtig, Seite für Seite weiter zu lesen. Fred ist so wunderbar dargestellt und man nimmt ihm sofort ab, dass Provinz auf Großstadt trifft und er so vieles falsch versteht. Er trifft auf Situationen und Menschen, die ihn verändern und die Faszination, wie sich Menschen innerhalb ein paar Jahre , verändern können.

Für mich eines der besten Bücher von Arjouni und eine klare Empfehlung für jeden , der noch nie Arjouni gelesen hat.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Vorhersehbar aber trotzdem gut

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
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Auch ich mache normal einen Bogen um Spiegelbestseller, da die gehypten Bücher oftmals nicht mal als Standard taugen. Dieses mal habe ich das Buch allerdings privat empfohlen bekommen und dachte, gib dem ...

Auch ich mache normal einen Bogen um Spiegelbestseller, da die gehypten Bücher oftmals nicht mal als Standard taugen. Dieses mal habe ich das Buch allerdings privat empfohlen bekommen und dachte, gib dem ganzen eine Chance. Keine schlechte Entscheidung !

Geschichte: Der 65 jährige alte Harold Fry, des Lebens eher überdrüssig, ohne rechte Freude im Leben. Sein Sohn hatte vor Jahren Selbstmord begangen und mit seiner Frau Mareen versteht er sich eigentlich auch nicht mehr so wirklich. Als er einen Brief von Queenie bekommt, einer ehemaligen Kollegin von vor 20 Jahren , die an Krebs erkrankt ist und in Schottland im Krankenhaus liegt. Harold beschließt zu antworten und will den Brief in den Briefkasten an der Ecke werfen aber irgendwie gelingt das nicht und er beschließt den Brief persönlich zu überbringen und zwar zu Fuß.... 1000 km von Südengland - und Harold hat viel Zeit zum nachdenken.....

Es ist natürlich ein vorhersehbares Buch, das will ich nicht abstreiten, aber die Frage ist immer, wie füllt der Autor das Roadmovie ? Harold beginnt über die Vergangenheit und Vergängliches nachzudenken. Über seinen toten Sohn , über seine Frau, sein Leben.... und will Queenie den Mut geben, weiter zu leben. Dabei ist Queenie eigentlich nur der Auslöser, der Harold die Gelegenheit gibt, sein eigenes Leben zu analysieren und auf Wunsch zu ändern.

Es ist einfach schön geschrieben und natürlich berührt es auf eine Weise , die nicht so aufdringlich ist und damit eher die leisen Töne getroffen hat.Mich hat es getroffen, aber ich würde mir jetzt dieses kleine Juwel auf keinen Fall mit dem Folgeband versauen lassen, den es inzwischen gibt. Dieses Buch sollte für sich alleine stehen und man muss es genießen. Es ist das erste Mal, dass ich der Beststellerliste tatsächlich attestieren muss, dass hier ein Weltklassebuch geschrieben wurde.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Wie ein Märchen

Der Schatten des Windes
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Bislang hatte ich noch nichts von Carlos Ruiz Zafon gelesen oder gehört aber auf dem Flohmarkt das Hörspiel mit Matthias Schweighöfer entdeckt und zugegriffen. Dann lag das nochmal 1 Jahr und spontan die ...

Bislang hatte ich noch nichts von Carlos Ruiz Zafon gelesen oder gehört aber auf dem Flohmarkt das Hörspiel mit Matthias Schweighöfer entdeckt und zugegriffen. Dann lag das nochmal 1 Jahr und spontan die Tage die CD ins Auto mitgenommen. Zum Glück!

Geschichte: Daniel wird mit 10 Jahren von seinem Vater zu einem sehr geheimen Ort in Barcelona geführt. Die Bibliothek der vergessenen Bücher. Sein Vater , Besitzer einer Buchhandlung, möchte dass Daniel in die geheime Welt eingeführt wird. In dieser Bibliothek lagern in Gängen , Bücher, die vergessen wurden oder von denen nur noch 1 Exemplar besteht. Daniel soll sich ein Buch aussuchen und sein Leben lang versuchen, dieses Buch vor dem vergessen zu bewahren. Er entscheidet sich spontan für ein Buch eines Julian Carax =" Der Schatten des Windes ". Im laufe der Zeit beschließt Daniel mehr über den Autor herauszufinden und anscheinend gibt es jemand, dem sehr daran liegt, alle Bücher von eben diesem Julian Carax zu verbrennen. Je weitere Daniel mit seinen Erkundigungen vorwärts kommt, umso mehr ist er gefährdet....

Ich denke, das Buch dazu dürfte an Umfang und Inhalt unschlagbar sein. Das ganze Buch auf 2 CD mit 158 Minuten zu kürzen, und als Hörspiel zu veröffentlichen ist mutig, kostet aber 1 Stern. Die Sprecher und der Erzähler dagegen machen aus diesem Hörspiel ein Erlebnis und etwas wirklich besonderes. Eine Atmosphäre aus einem Märchen mit starken und sehr Ausdruckvollen Stimmen, die sich keine Schwäche geben. Hier wird auf höchstem Niveau gespielt.
Die Geschichte ist eine Mischung aus Krimi, Historie und Liebesgeschichte. Natürlich gibt es bei der Kürzung viele Namen, viele Personen und man muss schon "dran" bleiben um nicht den Überblick zu verlieren, aber es lohnt sich.

Die Atmosphäre ist dicht und düster und wer den Autor wie ich, noch nicht kannte, hat die Möglichkeit herein zu schnuppern und sich ein Bild zu machen. Ich werde sicherlich überlegen, mir weitere Bücher zu beschaffen, da die Ausdrucksweise einfach nur schön ist.
Für mich also eine klare Empfehlung!