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Thaliomee

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2017

Eine Frau verschwindet

Wo ist Jay
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Was wie ein zusammengesponnener Thriller klingt, basiert tatsächlich auf einer wahren Geschichte! Die hübsche und beliebte Jay verschwindet, aber niemand scheint sich Sorgen zu machen. Ihr Mann berichtet ...

Was wie ein zusammengesponnener Thriller klingt, basiert tatsächlich auf einer wahren Geschichte! Die hübsche und beliebte Jay verschwindet, aber niemand scheint sich Sorgen zu machen. Ihr Mann berichtet von einem Streit und einem Abschiedsbrief, auch die Polizei informiert er nicht sofort. Die Freunde vermissen Jay, sind aber auch wütend und können sich ein Verbrechen nicht vorstellen.

Nur Mia, Jays beste Freundin glaubt nicht, dass Jay ihre Kinder von einem auf den anderen Tag verlassen hat. Die beiden haben erst vor kurzem ein Wochenende gemeinsam verbracht und Mia ist sich sicher, dass Jay ihr von Problemen erzählt hätte. Sie stellt Fragen und macht sich damit nicht überall beliebt. Auch über Jay erfährt sie Dinge, die sie an ihrer Freundschaft zweifeln lassen.

Langsam erfährt man mehr, aber die Tragödie, die am Ende geschieht hätte ich nicht geahnt. Überraschende Wendungen und eher ruhige Szenen wechseln sich ab so, dass es bis zum Schluss spannend bleibt.

Von außen betrachtet sind die Hauptfiguren vollkommen normal: Drei Pärchen und zwei Singles, die sich regelmäßig treffen und in verschiedenen Konstellationen etwas miteinander unternehmen. Natürlich gibt es dabei engere Freundschaften und auch Menschen, die sich nicht so sehr mögen. Die Charaktere sind gut ausgestaltet, die Autorin zeigt hier Liebe zum Detail. Denn auch die anderen haben teils komplizierte Beziehungen untereinander.

Ein außergewöhnliches Buch, auch weil es eben einer wahren Geschichte nachempfunden ist. Der Fall ging nicht groß durch die Presse, die Autorin hat aber mit einigen der Beteiligten selbst gesprochen.

Das Buch ist wirklich empfehlenswert, leider hat mich das Cover (durch die schlechte Druckqualität!) eher abgeschreckt. Wer aber gute Thriller und Krimis mag, sollte es unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 09.06.2017

Stellenweise eher langatmig

Die Bienen
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Dieses Buch war für mich sowohl optisch als auch vom Inhalt her etwas Besonderes. Die Sprache und Handlung ist auf die Welt der Bienen ausgelegt und man wird vollkommen ins Innere des Bienenstocks hineingezogen. ...

Dieses Buch war für mich sowohl optisch als auch vom Inhalt her etwas Besonderes. Die Sprache und Handlung ist auf die Welt der Bienen ausgelegt und man wird vollkommen ins Innere des Bienenstocks hineingezogen. Man erfährt, wie das Leben organisiert ist und wie die Tiere in Kasten eingeteilt werden, die mehr oder weniger Rechte haben als andere. Natürlich kann man sehr viele kristische Töne hinein interpretieren und das ganze Buch als Fabel auf eine Gesellschaft sehen. Man kann es aber auch einfach als fantasievolles Buch über einen Insektenstaat lesen.
Was mich gestört hat, war die Vermenschlichung an vielen Stellen, so tragen zum Beispiel einige Tiere Kleidung.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Flora 717, einer Arbeiterbiene, die einer eher niedrigen Schicht angehört. Sie ist ungewöhnlich schlau und durchläuft mehrere Stationen im Bienenstock. Wir folgen ihr auf die Brutstation und bis zur Königin. Mit ihr zusammen lernen wir die machohaften Drohnen kennen und entdecken das Leben außerhalb des Stocks. Es gibt viele Wendungen und Wirrungen, die das Buch interessant machen, aber richtige Spannung kommt nicht auf.

Ein lesenswertes Buch, dass aber etwas speziell ist.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Gelungene Mischung mit bekannten Autoren

Glücksgeschichten
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Bei Anthologien gibt es immer Geschichten, die mich begeistern und welche die ich eher schlecht finde. Und natürlich sehr viel dazuwischen. Genauso ist es hier auch, aber es gab viele kleine Juwelen, die ...

Bei Anthologien gibt es immer Geschichten, die mich begeistern und welche die ich eher schlecht finde. Und natürlich sehr viel dazuwischen. Genauso ist es hier auch, aber es gab viele kleine Juwelen, die das Hören lohnenswert machen. Ich muss zugeben, dass es besonders (aber nicht nur!) die Geschichten namhafter Autoren waren, die mich zum Schmunzeln oder nachdenken gebracht haben.

Durch die unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprecher kann man die Geschichten gut voneinander abgrenzen, aber mir viel es schwer, sie direkt hintereinander zu hören: Vom Rußland der 80er kann es nach Berlin (im Zeitalter von Smartphones) und gleich danach in die griechische Antike gehen. Eine gute Mischung also mit soliden literarischen Werken und eher kurzen Anekdoten.

Bei 6 CDs und knapp 40 Geschichten ist sicher für jeden Hörer etwas dabei. Allerdings ist die Überschrift "Glück" nicht ganz treffend, es geht viel um Liebe - und für mich war der Ausgang auch manchmal traurig (wie das in der Liebe eben so ist).
Eine schöne Sammlung also für Romantiker und Liebhaber von Geschichten, die einfach mitten aus dem Leben stammen.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Philosophisches Buch mit mutigem Ende

Der Brief
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Das Cover des Buches beschreibt den Inhalt eigentlich sehr treffend: Marie in Hamburg und Marie in Paris. Natürlich gibt es nur eine Marie und die lebt mit ihrer Partnerin Johanna in Hamburg. Sie ist gesund, ...

Das Cover des Buches beschreibt den Inhalt eigentlich sehr treffend: Marie in Hamburg und Marie in Paris. Natürlich gibt es nur eine Marie und die lebt mit ihrer Partnerin Johanna in Hamburg. Sie ist gesund, glücklich und arbeitet als Journalistin. Als sie einen Brief von ihrer Jugendfreundin Christine bekommt, ist sie verwirrt. Die Schrift, die Erinnerungen an gemeinsame Kindertage und auch viele Details stimmen, aber einiges passt nicht zusammen. Christine schreibt sowohl von ihrer Tochter Amelie (die es nicht gibt), als auch von einer Begegnung mit Yvonne (die schon seit Jahren tot ist). Marie besucht Christine und spricht sie darauf an. Christine streitet nicht nur ab, den Brief geschrieben zu haben, sie reagiert auch wütend und möchte nicht weiter darüber reden. Dies ist erst der Anfang von mysteriösen Ereignissen, die Marie letztendlich nach Paris führen, denn auf den Briefen ist nicht ihre Adresse in Hamburg, sondern eine in Paris als Empfänger angegeben.


Das Buch ist spannend und ich habe es verschlungen. Und dann war es plötzlich zu Ende und ich musste die letzten Seiten zweimal lesen um zu glauben, dass dies wirklich die große Auflösung war, auf die ich gewartet hatte. Es war nämlich nichts von dem, was ich erwartet hatte. Während des ganzen Buches habe ich mich gefragt, wie die Autorin da wieder herauskommt, wie sie am Ende alles logisch zusammenbringt oder ob sie sich einer übernatürlichen Erklärung bedienen muss. Und genau da ist das Enttäuschungspotenzial dieses Buches: Es handelt sich weder um einen Thriller noch um einen Krimi. Auf dem Cover steht schlicht „Roman“. Das kann vieles bedeuten, für mich ist es ein philosophisches Buch, dass zum Nachdenken anregt.


Das Lesen hat mir Spaß gemacht, es hat mich gefesselt und ich finde die Idee sehr mutig umgesetzt.

Veröffentlicht am 24.05.2017

Tolles Spielbuch - ein Muß für alle Rollenspieler

Destiny Quest 1: Die Legion der Schatten
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Spielbücher sind immer etwas ganz anderes, sie erzählen eine Geschichte, nur eben nicht jedem Leser die gleiche. Destiny Quest ist im Stil der „Klassiker“ wie D&D oder DSA gehalten, man spielt einen Held, ...

Spielbücher sind immer etwas ganz anderes, sie erzählen eine Geschichte, nur eben nicht jedem Leser die gleiche. Destiny Quest ist im Stil der „Klassiker“ wie D&D oder DSA gehalten, man spielt einen Held, der verschiedene kleine Abenteuer in einer mittelalterlichen Fantasiewelt erlebt. Vor dem Lesen steht allerdings die Erstellung des Charakters. Dies geht sehr schnell und recht einfach, man kann quasi sofort losspielen. Wie so oft, weiß der Held nichts über seine Vergangenheit, im Laufe der Geschichte klärt sich dann einiges. Man kann 3 Akte durchlaufen, die optisch durch Karten dargestellt sind, was eine gute Übersicht bietet. Auch die Schwierigkeitsgrade der Quests sind angegeben und man kann sich zunächst an einfachen Aufträgen probieren.

Die kleinen Abenteuer, die natürlich oft mit Kämpfen enden, sind alle sehr unterschiedlich und durchweg phantasievoll und gut geschildert. Dadurch ist das Buch sehr abwechslungsreich und der rote Faden entsteht allein durch den Charakter. Ich weiß nicht genau, wie lange ich an dem Buch gelesen bzw. gespielt habe, aber ich konnte es kaum aus der Hand legen. Es macht Spaß zu sehen, wie sich der Charakter entwickelt, immer neue Gegenstände aufsammelt und immer stärkere Gegner besiegt.

Die Regeln sind relativ simpel, das Kampfsystem ist schnell erklärt. Auch die Erstellung des Charakters bietet nicht viele Möglichkeiten, die Steigerung geschieht erst im Laufe des Buches. Alles in allem ein sehr gutes Buch auch (oder gerade) für Einsteiger. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass der Held nicht sterben kann (und dabei alles verliert), sondern ein verlorener Kampf einfach wiederholt werden kann. Das mag unrealistisch sein, erspart aber viel Blätterei!

Eine schöne Idee finde ich, die Spielwelt offen zu gestalten, d.h. ich kann alle Quests und sogar die Endgegner in beliebiger Reihenfolge absolvieren. Man kann das Buch getrost zur Seite legen und später weitermachen ohne sich viel ins Gedächtnis rufen zu müssen. Andererseits kann man die Quests mehrfach spielen, wenn sie gut gefallen haben, um andere Wege auszuprobieren ohne, dass man durcheinander gerät. Überhaupt fand ich das Buch sehr gut strukturiert.

Obwohl es darüber sicher geteilte Meinungen gibt, habe ich mich gefreut, einen echten Würfel benutzten zu müssen. Das war etwas umständlicher, macht für mich aber das Rollenspiel (auch als Einzelspieler) aus.


Ein ganz tolles Spielbuch, dass ich jedem Rollenspieler ans Herz legen möchte!