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Veröffentlicht am 17.03.2025

Schöner Abschluss der Dilogie

Not Worth Keeping
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Nach dem fiesen Cliffhanger von "Not Worth Saving" wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie die Geschichte von Brooke und Noah weitergeht – vor allem, weil ich die Chemie und Spannung der beiden von ...

Nach dem fiesen Cliffhanger von "Not Worth Saving" wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie die Geschichte von Brooke und Noah weitergeht – vor allem, weil ich die Chemie und Spannung der beiden von Anfang an so sehr gespürt habe.

In "Not Worth Keeping" von Marie Niebler sind die Nachwehen aus Band 1 deutlich zu spüren. Brooke ist zurück in Auckland und hat weder zu Noah noch zu ihrem Bruder Greyson Kontakt, worunter alle leiden. Erzählt wird die Story wieder abwechselnd aus Sicht von Brooke und Noah, wodurch man als Leser trotzdem die ganze Zeit mit dabei ist und die Gefühle und Gedanken der beiden Protagonisten hautnah mitbekommt.

Brooke und Noah sind beide so sympathische Charaktere, auch wenn ihr Verhalten für mich vor allem in diesem Band nicht immer so ganz nachvollziehbar ist. Wie schon im ersten Band hat mich die mangelnde Kommunikation gestört, die sich mehr oder weniger durch die gesamte erste Hälfte zieht. Dadurch hat sich die zweite Hälfte und die Entwicklung der Charaktere etwas gehetzt für mich angefühlt.

Besonders toll fand ich aber, wie Noah sich weiterentwickelt. Ich hatte ihn im ersten Band sofort in mein Herz geschlossen und habe die ganze Zeit mit ihm mitgelitten, obwohl er durch sein Verhalten und sein Schweigen selbst dazu beigetragen hat, dass er so leidet. Toll fand ich auch die paar wenigen Rückblick-Kapitel, die seine Zeit im Heim und sein Kennenlernen mit Greyson aufzeigen. Dadurch lernt man Noah noch besser kennen und versteht, warum er sich schwer auf andere Menschen einlassen kann und sich als Belastung für andere empfindet. Als er am Ende mit seinem Pflegevater Dave spricht, hatte ich dann auch kurz ein paar Tränchen verdrückt; die Szene war einfach zu schön. 🥹🫶🏼

Insgesamt ist "Not Worth Keeping" dank Nieblers tollem Schreibstil und und der sympathischen Protagonisten aber ein schöner Abschluss der Dilogie. Und am Ende mochte ich doch tatsächlich auch Grey ein bisschen, das hätte ich nach Band 1 niemals gedacht. 🙃🤭

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Leider nicht so stark wie erwartet

Mit kaltem Kalkül
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Ich hatte Michael Tsokos schon lange auf meiner Wunschliste, da ich Rechtsmedizin und forensische Anthropologie total spannend finde und auch ein riesiger "Bones"-Fan bin. Deshalb hatte ich mich sehr auf ...

Ich hatte Michael Tsokos schon lange auf meiner Wunschliste, da ich Rechtsmedizin und forensische Anthropologie total spannend finde und auch ein riesiger "Bones"-Fan bin. Deshalb hatte ich mich sehr auf "Mit kaltem Kalkül" rund um die Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao gefreut.

Leider hatte ich aber schon zu Beginn Probleme, in die Story hineinzufinden. Dies lag zum einen an den beiden voneinander losgelösten Erzählsträngen. Während der ehemalige jordanische Geheimdienstler Khalaf auf eigene Faust nach dem verschwundenen Jungen sucht, beschäftigen sich Dr. Sabine Yao und ihr Team parallel mit einigen rechtsmedizinischen Fällen, die aber alle nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Es werden viele Figuren und Fälle eingeführt, ohne dass jedoch wirklich etwas passiert, wodurch ich vor allem das erste Drittel als recht spannungsarm und langatmig empfand.

Hinzu kommt, dass ich mit dem Schreibstil von Tsokos nicht wirklich warm geworden bin. Die Sätze sind oft sehr lang und verschachtelt, wodurch der Lesefluss sehr beeinträchtigt wird. Außerdem waren mir die Beschreibungen zum Teil zu detailliert und es gab recht viele Wiederholungen.

Sabine Yao ist aber eine sehr sympathische Protagonistin. Mir hat es gefallen, Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit zu bekommen. Dennoch ist sie die ganze Zeit sehr blass geblieben. In der ersten Hälfte taucht sie kaum auf, während sie in der zweiten Hälfte mehr oder weniger im Schatten der leitenden Ermittlerin Monica Monti steht. Das fand ich sehr schade, da ich so gerne mehr über Yao und ihre Arbeit erfahren hätte.

Alles in allem ist "Mit kaltem Kalkül" damit leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Nach einem holprigen Start hat die Story aber glücklicherweise an Fahrt aufgenommen, nachdem die beiden Handlungsstränge zusammengeführt wurden. Da ich so viel Gutes über Tsokos gehört habe, werde ihm auf jeden Fall noch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Für mich leider der schwächste Fitzek

Das Kalendermädchen
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Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein Go-To-Autor, wenn es um Psychothriller geht. Ich habe seine früheren Werke wie "Der Augensammler" oder "Passagier 23" geliebt, weil sie so spannend und atmosphärisch ...

Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein Go-To-Autor, wenn es um Psychothriller geht. Ich habe seine früheren Werke wie "Der Augensammler" oder "Passagier 23" geliebt, weil sie so spannend und atmosphärisch sind, doch die letzten Jahre haben mich seine Bücher immer mehr enttäuscht. Auf "Das Kalendermädchen" habe ich mich aber sehr gefreut, da ich vorab das Notrufprotokoll aus dem ersten Kapitel auf Fitzeks Instagram-Profil gelesen und direkt Gänsehaut hatte.

Der Schreibstil hat mit wie gewohnt sehr gut gefallen, da er sehr flüssig und atmosphärisch ist und ich sofort im Geschehen war. Außerdem waren mir mit Olivia und Valentina die Protagonstinnen der beiden Erzählstränge sehr sympathisch und ich mochte es, mehr über sie zu erfahren.

Bereits nach den ersten Kapiteln hatte ich unzählige Fragezeichen im Kopf und war komplett verwirrt – was per se etwas Gutes ist. Durch die verschiedenen Erzählstränge und auch -zeiten ist die Spannungskurve für mich aber sehr flach geblieben. Zwar gibt es die für Fitzek typischen Cliffhanger am Ende vieler Kapitel, allerdings wurde dann meist die Perspektive gewechselt, wodurch sich keine wirkliche Spannung aufgebaut hat.

Hinzu kommt, dass es für meinen Geschmack zu viele Logikfehler und unrealistische Momente gibt. Ob die Pille danach, die es so in dieser Form vor 21 Jahren noch gar nicht gab, die Szene im Krankenhaus oder auch das Verhalten Julians in der kompletten Story – es gab einfach so viel, was vorne und hinten nicht gepasst hat und mir das Gefühl gegeben hat, dass die Geschichte an den Haaren herbeigezogen ist, wodurch ich die Geschichte nicht wirklich genießen konnte.

Sebastian Fitzek ist ein Meister der Cliffhanger und Plot Twists, aber in den letzten Jahren konnte mich keines seiner Werke so wirklich überzeugen. "Das Kalendermädchen" ist für mich leider sein bisher schwächstes Werk.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Tolle Idee, aber viel verschenktes Potential

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Mit "Everything We Never Said" von Sloan Harlow wollte ich dem Romantic Suspense-Genre eine weitere Chance geben. Denn obwohl ich Romance und Thriller liebe, konnte mich die Kombi bisher noch nicht überzeugen.

Der ...

Mit "Everything We Never Said" von Sloan Harlow wollte ich dem Romantic Suspense-Genre eine weitere Chance geben. Denn obwohl ich Romance und Thriller liebe, konnte mich die Kombi bisher noch nicht überzeugen.

Der Einstieg in die Story hat mir auch wirklich gut gefallen. Harlows Schreibstil ist flüssig, einnehmend und sehr atmosphärisch. So schafft sie es, die Trauer und Schuldgefühle, die Ella nach ihrem Autounfall, bei dem ihre beste Freundin Hayley tödlich verunglückt ist, perfekt rüberzubringen.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Großteil der Geschichte aus Ellas Perspektive erzählt wird und man als Leser tiefe Einblicke in ihre Gedanken und ihr Gefühlschaos erhält. Hin und wieder gibt auch Kapitel aus Sicht von Hayleys Ex Sawyer sowie Tagebucheinträge von Hayley, was mir gut gefallen hat.

Sawyer fand ich als Charakter spannend und interessant, gleichzeitig konnte ich ihn aber auch nicht wirklich einschätzen. Mal wirft er Ella böse Blicke auf dem Gang zu, nur um sie im nächsten Moment in Schutz zu nehmen. Leider kamen die beiden sich dann auch schon sehr schnell näher – viel zu schnell für meinen Geschmack, weshalb ich die Lovestory auch überhaupt nicht gefühlt habe.

Als Ella dann Hayleys Tagebuch findet, habe ich gehofft, dass die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Leider liest Ella aber nur alle paar Tage einen Eintrag und rätselt lieber vor sich hin, anstatt einfach weiterzulesen und die Antwort zu bekommen. Das fand ich sehr unrealistisch, selbst für einen Teenager. Dadurch dümpelt die Geschichte im Mittelteil auch sehr vor sich hin und alles bleibt recht oberflächlich, was ich schade finde, da hier so viel Potenzial gewesen wäre.

Ab der Hälfte war mir dann klar, über wen Hayley in ihrem Tagebuch schreibt. In der Hinsicht war das große Finale dann keine Überraschung mehr für mich. Allerdings wartet Harlow mit einem Plot Twist auf, den ich so nicht habe kommen sehen. Das hat mir gut gefallen.

Insgesamt ist "Everything We Never Said" ein nettes Buch für zwischendurch, das sprachlich überzeugen kann und einige wichtige Themen anspricht.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Auf dem Weg zu sich selbst

Trusting Yourself – Steh zu dir und für dich ein
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Anabelle Stehl habe ich schon lange auf meiner Wunschliste. Dass mein erstes Buch von ihr ein Sachbuch wird, hätte ich aber nicht gedacht. Und auch wenn ich nicht die Hauptzielgruppe von "Trusting Yourself" ...

Anabelle Stehl habe ich schon lange auf meiner Wunschliste. Dass mein erstes Buch von ihr ein Sachbuch wird, hätte ich aber nicht gedacht. Und auch wenn ich nicht die Hauptzielgruppe von "Trusting Yourself" bin, hat es mich doch sehr zum Nachdenken angeregt und mich darin bestärkt, mich mehr mit mir selbst auseinanderzusetzen und an mich selbst zu glauben.

Dabei fühlt es sich gar nicht wirklich so an, als würde man ein Sachbuch lesen. Der Schreibstil ist so toll und nahbar, denn anstatt bloßer Theorie bringt die Autorin so viele Anekdoten und persönliche Erfahrungen mit ein, dass man das Gefühl hat man würde mit einer Freundin sprechen.

Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es etwas erschreckend fand, wie oft ich mich in ihren Geschichten wiedererkannt habe. Ob die Zurückhaltung bei der mündlichen Mitarbeit in der Schule und Uni oder auch die ständigen Zweifel in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten (Stichwort: Impostor-Syndrom) – ich habe mich beim Lesen immer wieder ertappt gefühlt und dadurch auch mein eigenes Verhalten hinterfragt. Sehr hilfreich fand ich dabei die Affirmationen und Übungen, durch die ich mich noch einmal mehr mit mir auseinandergesetzt habe.

Das Buch umfasst sehr viele wichtige Themen, die sich nicht nur auf das eigene Selbstbild beziehen, sondern auch auf die Beziehungen zu anderen Menschen. Denn wir definieren uns selbst zum großen Teil über Vergleiche und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Bewunderung, Neid und Missgunst werden ebenso angesprochen wie toxische Beziehungen, Slutshaming oder auch Menstruation. Das hat mir gut gefallen. Durch diese Vielzahl an Themen bleibt vieles aber leider auch etwas oberflächlich; hier und da hätte ich mir ein paar tiefere Einblicke (z.B. auch zu den Ursachen) gewünscht.

Mit "Trusting Yourself" zeigt Anabelle Stehl, dass sie mehr als "nur" New Adult kann. Für alle Neulinge auf dem Gebiet und vor allem auch eine jüngere Zielgruppe kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. 🙂

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