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Veröffentlicht am 08.11.2021

Band 1 der Stonebridge-Reihe

Ein Wunsch in den Wellen - Stonebridge Island 1
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Ella Thompson gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass es nach der Lighthouse-Trilogie nun die Stonebridge-Island-Trilogie gibt.

Zu Anfang des ...

Ella Thompson gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass es nach der Lighthouse-Trilogie nun die Stonebridge-Island-Trilogie gibt.

Zu Anfang des ersten Bandes werden dem Leser die Cooper Frauen vorgestellt.
Olivia – die Mutter der Cooper-Schwestern, die sich noch schwerlich vom Verlust ihres Mannes erholt.
Megan und Summer arbeiten auf dem Gestüt der Familie – den Silver Brook Stables. Und Abigail, von allen Abby genannt, kam vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls zurück und leitet das Gestüt nun gemiensam mit ihren Schwestern. Zudem gibt sie traumatisierten oder kranken Kindern Therapiereitstunden.

Stonebridge Island ist eine fantastische Kulisse. Ella Thompson beschreibt die Natur so bildhaft, dass ich oft das Gefühl hatte, ich würde dort mit Abby am Strand stehen und der Wind würde auch mir die Haare zerzausen.
Im ersten Moment mit der Natur nicht anfreunden kann sich Cameron. Der soll bei Abby seine vom Gericht aufgebrummten Sozialstunden ableisten. Doch auch Abby findet dieses Arrangement nicht gerade toll.

„Ausgerechnet der Mann, der alles symbolisierte, was sie verabscheute, hatte für einen Moment ihre Welt aus den Angeln gehoben und sie fliegen lassen.“
Ein Wunsch in den Wellen – Heyne Verlag

Cameron ruft in Abby Erinnerungen wach, die sie nur allzu gern verdrängt hat … nun muss sie sich wohl oder übel ihrer Vergangenheit stellen, denn Cameron wird nach kürzester Zeit klar, dass Abby eine besondere Frau ist und Stonebridge-Island eine wundervolle Heimat.

„Aber wenn er sie wirklich für sich gewinnen wollte – und ihm wurde plötzlich klar, wie sehr er das wollte, musste sie die Entscheidung treffen.“
Ein Wunsch in den Wellen – Heyne Verlag

Es war so schön, Abbys und Camerons Entwicklung von Seite zu Seite zu begleiten. Ich hoffe, wir sehen die beiden in den Folgebänden wieder und bin gespannt, welche der Cooper-Schwestern den nächsten Hauptpart übernimmt.

Und dann gibt es da ja noch eine Familie auf der Insel, die eine alte Fehde mit den Cooper-Frauen ausficht und etwas böses im Sinn hat. Ich kann es kaum erwarten, weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Eine Folge voller Käsekuchen

Tee? Kaffee? Mord! - Arsen und Käsekuchen
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Im „Black Feather“ findet der alljährliche Käsekuchen-Wettbewerb statt. Doch dieser endet früher und anders als von allen Gästen, Zuschauern und Nathalie erwartet. Denn nach den ersten Bissen, die immer ...

Im „Black Feather“ findet der alljährliche Käsekuchen-Wettbewerb statt. Doch dieser endet früher und anders als von allen Gästen, Zuschauern und Nathalie erwartet. Denn nach den ersten Bissen, die immer dem Inhaber der Bäckereikette „Baker’s Belly“ zustehen, der zugleich Chefjuror ist, fällt Stuart Ridlington einfach tot um.
War ein Käsekuchen vergiftet und wenn ja, welcher?
Wer wollte Stuart Ridlington Böses und könnte wirklich Rita Buffridge zu den Verdächtigen gehören – eine ältere Frau, die 10 Jahre in Folge den Wettbewerb gewann?

Auch hier unterstützen Nathalie und Louise den Constable – vor allem, weil der vermeintliche Mord direkt vor deren Augen und zudem noch in Nathalies Café stattgefunden hat.

Diese Folge war sowohl rasant als auch amüsant. Zumal sich eine Romanze anbahnt und Nathalie ein weiteres großes Projekt in Earlsraven vorantreibt.
Es gefällt mir, dass die Autorin zu den in sich abgeschlossenen Fällen auch noch eine Hintergrundgeschiche spinnt, die man so von Mal zu Mal weiterverfolgen kann.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Ein Herzensöffner

Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich
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Letztes Jahr habe ich „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“ gelesen und es als wundervollen Lebens- und Glückswegweiser empfunden.
Damals schrieb ich: „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“ ist ...

Letztes Jahr habe ich „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“ gelesen und es als wundervollen Lebens- und Glückswegweiser empfunden.
Damals schrieb ich: „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“ ist ein Buch für die Seele, ein Leuchtturm für Verirrte, ein Augenöffner.“

Als „Augenöffner“ empfand ich auch „Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich“. Oder soll ich sagen „Herzöffner“?
Auf eine ganz wundervolle Art bringt Tessa Randau die Sprachen der Liebe – also jede Form der Kommunikation in Beziehungen – dem Leser näher.

„Es gibt Orte, die sind mit einer Sehnsucht verbunden. Andere mit einer Erwartung. Und manche mit einer Hoffnung.“
Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich – dtv Verlag

Überall, wo wir Hoffnung und Erwartungen haben, können wir enttäuscht werden. Genauso aber auch andersherum. Auch an uns kann unser Partner Erwartungen haben, die wir enttäuschen.
So geht es der Protagonistin, die mit ihrem Mann seit langem mal wieder ein Wochenende ohne die Kinder in den Bergen verbringt. Doch ihr Mann will am ersten Tag biken gehen anstatt mit ihr zu wandern. Eins führt zum andern und sie gehen im Streit auseinander.
Die Protagonistin geht alleine los und findet einen Steinkreis, an dem sie den Streit und ihre Beziehung im allgemeinen reflektiert.

„Man sagt, dies seien die fünf Steine der Weisheit. Wer eine ungeklärte Frage mit sich herumträgt, der soll an diesen Ort kommen und sich ins Zentrum setzen […] und dann sein Herz öffnen und die Frage loslassen.“
Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich – dtv Verlag

Ein Mann, der sich als Einheimischer und Bergführer herausstellt, findet sie dort recht aufgelöst vor und spricht sie an. Sie beschließen, ein wenig gemeinsam weiter zu wandern und sprechen dabei über Beziehungen. Am Beispiel ihres Streits analysieren sie, wie man bei einem Streit reagiert, warum man so reagiert, was einen beim Partner stört und weshalb man enttäuscht oder wütend ist.
Dabei wird eines klar und das hat bei mir auch zu einem Aha-Effekt geführt:

„Es gibt nicht nur die EINE Realität, sondern unzählige Realitäten, die nebeneinander existieren. So viele, wie es Individuen auf diesem wunderbaren Planeten gibt. Denn keine zwei Lebewesen sehen, hören und emfinden absolut gleich.“
Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich – dtv Verlag

Mehr mag ich nicht verraten, denn am besten lässt sich alles nachvollziehen, wenn man dieses Buch einfach liest.

Für mich liegt die Zielgruppe hierbei auf allen Erwachsenen, die in einer Beziehung sind oder die gerne in einer Beziehung wären. Wobei sich alles auch auf Freundschaften übertragen lässt.
Es ist wundervoll, wie Tessa Randau zwei theoretische Kommunikationskonzepte so genial in eine Geschichte verpackt, dass es unglaublich nachvollziehbar und augenöffnend ist.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Anfangs genial - dann verlieren sich die Fäden

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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In „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ habe ich mir so viele Textstellen markiert, wie schon lange nicht mehr. Natasha Pulley hat eine ganz besondere Art zu schreiben und eine geheimnisvolle Atmosphäre ...

In „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ habe ich mir so viele Textstellen markiert, wie schon lange nicht mehr. Natasha Pulley hat eine ganz besondere Art zu schreiben und eine geheimnisvolle Atmosphäre zu erzeugen.

„In der Telegrafieabteilung des Innenministeriums roch es immer ein wenig nach Tee. Quell dessen war ein Päckchen Lipton’s, das sich hinten in Nathaniel Steepletons Schreibtischschublade befand.“
Der Uhrmacher in der Filigree Street – Klett-Cotta Verlag

Was für ein genialer Einstieg in diese Geschichte, die sich um den Telegrafisten Nathaniel dreht. Als er eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt, findet er eine Taschenuhr in seinem Zimmer vor und versucht herauszufinden, wer diese dort platziert hat. Als er nichts herausfindet, gerät das Rätsel um die Uhr beinahe in Vergessenheit, bis diese ihm ein halbes Jahr später das Leben rettet.
Kurz vor der Detonation einer Bombe, gibt die Uhr ein Warnsignal ab und bringt Nathaniel damit aus der Gefahrenzone.

Kurzerhand begibt Nathaniel sich in die Filigree Street, um den Uhrmacher aufzusuchen.

„Wäre er wie mit einem Fallschirm in seine jetzigen Gedanken gesprungen, ohne die Zusammenhänge zu kennen, hätte er angenommen, dass er einen Tag erlebte, an dem er nach einem langen, schweren Fieber wieder zu sich kam.“
Der Uhrmacher in der Filigree Street – Klett-Cotta Verlag

Nathaniel ist mir von Anfang an sympathisch gewesen und es macht unglaublich viel Spaß, seinen Bemühungen zu folgen, das Geheimnis um den Uhrmacher zu verstehen und die Fälle der Bombenanschläge zu lösen. Das erste Drittel habe ich verschlungen … wie sich die Geschichte dann aber entwickelt, fand ich von der Dramaturgie her etwas unverständlich und emotional für mich nicht immer ganz nachvollziehbar.

Insgesamt war es aber ein großes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Auftakt der Bodensee-Saga

Töchter der Hoffnung
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„Bei aller Freude, die sie empfand, wurde ihr schmerzlich bewusst, dass das Leben nie wieder so sein würde, wie vor dem großen Krieg.“
Töchter der Hoffnung – Penguin Verlag

Normalerweise meide ...

„Bei aller Freude, die sie empfand, wurde ihr schmerzlich bewusst, dass das Leben nie wieder so sein würde, wie vor dem großen Krieg.“
Töchter der Hoffnung – Penguin Verlag

Normalerweise meide ich Romane, die während der Weltkriege spielen, weil sie mich oft sehr traurig machen. Doch die Kurzbeschreibung dieses Romans hat mich so unglaublich neugierig gemacht, dass ich es unbedingt lesen wollte. Und ich wurde mit einer hoffnungsvollen Geschichte um drei mutige Schwestern belohnt.

Es ist kurz vor Ende des 1. Weltkriegs, als Gustav Lindner, der Vater der drei Schwestern, verletzt aus dem Krieg heimkehrt. Die Saga dreht sich zwar vorrangig um die Töchter, Gustav spielt aber eine tragende Rolle.

„Das Leben, das er vor dem Krieg gehabt hatte, war vorbei. Aber er hatte noch einige Jahrzehnte vor sich, und die würde er gestalten – schon allein der Mädchen Willen.“
Töchter der Hoffnung – Penguin Verlag

Lilly, Katharina und Helena. Drei junge Frauen, drei Charaktere und jede voll Träume und Hoffnungen für ihr Leben.
Helena träumt vor allem von einer Zukunft für den Lindenhof, doch der steht kurz vor dem Aus und solange noch Krieg herrscht, werden auch keine Gäste kommen. Mit den Marmeladen und Gebäckstücken, die sie zusätzlich verkauft, lässt sich das Blatt auch nicht wenden. Doch Aufgeben ist für sie keine Option.

„Helena steckte sich eine Mirabelle in den Mund und spürte dem perfekten Verhältnis aus Süße und Säure nach. Dieses wollte sie in ihrer Marmelade weiterführen, um die Sonne, den Garten und die Leichtigkeit dieses Sommertages darin einzufangen – und auf diese Weise für die kalte, dunkle Winterzeit aufzubewahren.“
Töchter der Hoffnung – Penguin Verlag

Helena steckt voller Optimismus und Tatendrang und hat mich so in ihr Leben hineingezogen.
Erst kürzlich war ich einen Tag in Meersburg, wo der Großteil der Handlung angesiedelt ist. So konnte ich mir vieles ganz genau vorstellen.
Doch auch für Helena gibt es Rückschläge und ihr Vertrauen, ihr Mut und ihre Hoffnungen werden immer wieder auf die Probe gestellt.

„Sehen Sie, Helena. Wir neigen dazu, das, was wir bekommen und das, was wir geben, gegeneinander aufzurechnen. Wir möchten nichts schuldig bleiben. Das ist ein großer Fehler.“
Töchter der Hoffnung – Penguin Verlag

Doch Helena ist nicht allein. Ihr Vater und der ein oder andere Hausgast spricht ihr Mut zu und unterstützt sie.

„Die vergangenen Jahre hatten den drei Schwestern viel abverlangt. Sie waren erwachsen geworden, während das Leben die Träume ihrer Kindheit neu geschrieben hatte. Nun stand die Zukunft vor ihnen, verheißungsvoll und herausfordernd zugleich.“
Töchter der Hoffnung – Penguin Verlag

Maria Nikolai hat so einen wundervollen Schreibstil und ich hatte das Glück, sie schon bei den verschiedensten Veranstaltungen der LitLove kennen zu lernen.
Töchter der Hoffnung war ein toller Auftakt in die Bodensee-Saga. Ich freue mich schon auf den nächsten Band und bin gespannt, welche Schwester hier im Vordergrund stehen wird.

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