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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2017

Venedigs Robin Hood

Das blaue Medaillon
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Alessa ist 20 Jahre alt. Ihre Eltern starben früh und so wurde sie von ihrem Großvater und ihrer Tante aufgezogen. Ihr Großvater lehrte sie, wie man stiehlt und ihre Tante brachte ihr vieles über Theater ...

Alessa ist 20 Jahre alt. Ihre Eltern starben früh und so wurde sie von ihrem Großvater und ihrer Tante aufgezogen. Ihr Großvater lehrte sie, wie man stiehlt und ihre Tante brachte ihr vieles über Theater und Schauspiel bei.

Pietro Ferretti ist Alessas Großvater. Einige Informationen aus Alessas früher Kindheit, behält er für sich, um sie zu schützen. Zenobia ist Alessas Tante. Zu Beginn des Buches ist sie schwer krank und stirbt bald darauf.

Kurz bevor Zenobia stirbt, fordert sie Pietro auf, Alessa zu informieren, warum ihre Eltern damals starben – bzw. umgebracht wurden. Herbei spielt das blaue Medaillon eine große Rolle. Daraufhin wird eine Kette an Ereignissen in Gang gesetzt, was dazu führt, dass Pietro von einem venezianischen Auftragsmörder umgebracht wird. Alessa muss fliehen.

Um vor Mezanotte zu flüchten, schließt sie sich der Schauspielerfamilie Sartori an, die auf dem Weg nach Deutschland sind, um am Hof eines Herzogs aufzutreten. Dort lebt ihr einziger verbliebener Verwandter.

Dieser historische Roman wird mir auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben.
Ich liebe die Charaktere – allen voran Alessa, Flori und Arthur. Einfach weil sie mutig, aufrichtig und leidenschaftlich sind.
Gleichzeitig fand ich es wieder mal ungemein spannend, in eine andere Zeit einzutauchen. Vor allem für Venedig habe ich da eine Schwäche, aber auch die Kapitel am Hof fand ich toll.

Zudem hatten wir hier ja eine Robin-Hood-ähnliche Szenerie mit Alessa als Meisterdiebin. Das fand ich auch sehr spannend und daher war das Lesen sehr kurzweilig.

Natürlich lese ich viele Bücher – die meisten davon gute bis sehr gute. Trotzdem muss ich sagen, dass mir schon lange keines mehr so kurzweilig erschien, mich so gefesselt hat und mich in freudiger Erwartung gestimmt hat, wenn ich wusste, dass ich bald weiterlesen darf.

Eine Aussage von Alessa hat mich dabei beeinduckt und nachdenklich gestimmt: „Ich glaube nicht, dass jemals ein Herrscher für längere Zeit mächtig blieb, der nicht bereit war, seine Macht auch durch Erpressung und Mord zu verteidigen.“
Darin liegt (leider) so viel Wahrheit und ist damit irgendwie auch Essenz unserer menschlichen Geschichte.
Morde geschehen bei weitem in unserer Gesellschaft (zumindest in Europa) nicht mehr so viele wie damals, doch geht das ganze nun viel perfider zugange.

Auch den Verlauf der Story, die unerwarteten Wendungen und den Abschluss fand ich super und sehr passend. Vor allem, dass das Cover ja wie die Faust aufs Auge passt ?

Von Martha Sophie Marcus werde ich sehr gerne wieder etwas lesen. Eine rundum gelungene Leserunde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Liebe trotz Macken und Schicksal

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Dieses Buch hat ein supertolles Cover. Doch dieses Mal hat mich vor allem der Titel angesprochen. … wenn man trotzdem liebt … Trotz Macken? Trotz Fehlern? Trotz Unstimmigkeiten?

Isabelle Wagner, die Protagonistin, ...

Dieses Buch hat ein supertolles Cover. Doch dieses Mal hat mich vor allem der Titel angesprochen. … wenn man trotzdem liebt … Trotz Macken? Trotz Fehlern? Trotz Unstimmigkeiten?

Isabelle Wagner, die Protagonistin, ist der Inbegriff eines Gewohnheitstieres. Sie hat ihren Alltag komplett strukturiert und hasst es, wenn sie an den Abläufen etwas ändern muss. Seit Jahren arbeitet sie als Floristin im Laden von Brigitte, den sie irgendwann übernehmen will. Mit ihrer „Gewohnheits-Macke“ ließ sie mich immer wieder schmunzeln. So auch, als das Restaurant gegenüber einen neuen Besitzer erhält und so ihre Mittagessensgewohnheit durcheinander gebracht wird.

Jens Thiel ist Chefkoch und Inhaber des neuen Restaurants gegenüber. Er ist ein direkter Typ, gerne etwas sarkastisch und kocht die leckersten Sachen, über die ich je gelesen habe schmacht
Für eine Weile hat er seine Halbschwester Merle an der Backe, da ihre Eltern Archäologen sind und für eine Ausgrabung verreisten. Merle geht noch zur Schule und steckt mit ihren fast 17 Jahren in einer typischen „ausprobier-Teenie-Phase“. Doch zwei Dinge sind für sie klar – sie will, genau wie Jens, Köchin werden und Jens braucht unbedingt eine Frau.

Dann hätten wir da noch die gute Seele des Buches – Knut. Er kommt auch schon in den anderen Bänden von Petra Hülsmann vor (die ebenfalls in der Hamburger Gegend spielen) und hat mich am allerschnellsten um den Finger gewickelt. Solche Charaktere wünscht man sich in die Wirklichkeit! In diesem Buch, bekommt Knut auch etwas Liebe ab?

Petra Hülsmann hat hier wundervolle Charaktere geschaffen. Jede einzelne Seite fühlt man mit den Protagonisten mit, lacht mit ihnen, sorgt sich um sie und weint mit ihnen. vor allem Isa hat es mir mit ihrem, auf den ersten Blick, naiven und etwas verschrobenen Charakter angetan. Hätte ich dieses Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich es wohl in wenigen Stunden durchgehabt.

Mit diesem Buch hat Petra Hülsmann meinen 1. Eindruck bestätigt und die Erwartungen erfüllt. Es gab tolle, mitreißende Charaktere, herzzerreißende Szene und trotzdem hat es sich leicht und locker gelesen. Also ein absolutes MUSS für die Urlaubszeit:)

Mehr zum Buch unter: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/frauenromane/glueck-ist-wenn-man-trotzdem-liebt/id_5380130

Veröffentlicht am 18.01.2017

Ein Sachbuch, dass die Erkrankung "Depression" näher bringt, sehr zum nachdenen anregt und voller weiser Worte steckt.

Depression abzugeben
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Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum ...

Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum anderen, worauf ich bei mir selbst achten möchte, bzw. was mir über mich selbst klargeworden ist.

Ich glaube, jeder kennt mindestens eine Person in seinem näheren Umfeld, mit einer psychischen Krankheit. Auch ich kenne (wissentlich) zwei Personen mit Depressionen und eine Person mit Borderline.
Ich muss zugeben, bei den beiden mit Depressionen habe ich typisch unwissend gehandelt – mit dem Gedanken „Ich kann nicht nachvollziehen, wie die depressiv werden konnten. Die haben doch alles. Haus, tolle Familie, Job etc.“ Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es Krankheiten sind – nur kann man die eben nicht sofort sehen, wie z. B. einen gebrochenen Arm.
Appell an alle psychisch Erkrankten: Sagt eurem Umfeld, was ihr habt, klärt über die Krankheit auf, wenn ihr nicht missverstanden werden wollt. Klar müsst ihr nicht jedem alles offen legen, aber den Menschen, die euch wichtig sind müsst ihr eine Hilfestellung geben, eure Krankheit zu begreifen.
Wäre die Person, die ich kenne, die an Borderline erkrankt ist, offen mit mir umgegangen, dann hätten wir unseren Kontakt sicher nicht abgebrochen. Ich weiß jetzt, dass mein Verhalten ihr gegenüber nicht richtig war – aber woher hätte ich es wissen sollen? Und psychische Krankheiten bedeuten auch immer, dass der Erkrankte an sich selbst arbeiten muss, um mit dem Umfeld wieder klarzukommen. D. h. von beiden Seiten ist Mühe notwendig.
„Ihr seid nicht schwach, wenn ihr euch Hilfe holt. Ihr seid klug und so mutig, eure Dämonen zu bekämpfen. Das ist ein Zeichen großer Stärke“ (Zitat, S. 428, Depression abzugeben)

Dieses Buch hat mich lachen, weinen und viel nachdenken lassen. Obwohl ich keine derartige Erkrankung habe, war das für mich persönlich die Quintessenz:
„Man behauptet zwar gerne, man benötige dringend Querdenker, Visionäre Menschen, die sich gut in andere einfühlen können [und lasst mich das tolle Wort benchmark hinzufügen]. Aber lebt man sein Talen aus, kriegt man mündlich oder schlimmer noch, disziplinarisch gleich eine aufs Dach.“ (Zitat, S. 395, Depression abzugeben)
Oh, wie recht Uwe Hauck damit hat! Nur habe ich in diesem Fall Glück, nicht psychisch erkrankt zu sein, damit sowas bei mir eine Katastrophe ausgelöst hätte.

Abschließend möchte ich Uwe Hauck noch einmal zitieren und jedem ans Herzen legen, dieses Buch zu lesen:
„Dein Leben ist ein Roman, für dessen Happy End du selbst verantwortlich bist“

Weitere Rezensionen auf www.luckyside.wordpress.com

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die perfekte Mischung aus geschichtlichem Hintergrundwissen und Fantasie

Die Lilien-Reihe 1: Die Stunde der Lilie
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Das Cover finde ich sehr gelungen. Sowohl die Lilie, als auch der Hintergrund und die Schrift finde ich passend gewählt.

Sandra Regnier hat echt einen schönen Schreibstil und mich damit kurzerhand ins ...

Das Cover finde ich sehr gelungen. Sowohl die Lilie, als auch der Hintergrund und die Schrift finde ich passend gewählt.

Sandra Regnier hat echt einen schönen Schreibstil und mich damit kurzerhand ins Versaille des 18. Jahrhunderts katapultiert. Beinahe wäre ich, wie die Protagonistin Julia, in dieser Zeit stecken geblieben, die für den Betrachter voller Leidenschaft, Intrigen und Abenteuern zu sein scheint.

Julia verschwindet bei einem Ausritt mit ihrer Freundin irgendwie durch ein Zeitportal und landet im 18. Jahrhunder in Frankreich auf dem Gelände des im Aufbau bestehenden Schlosses Versaille. Und natürlich landet sie genau vor dem aktuellen König Ludwig, der sie zu seinem Mündel und Etienne de Montsauvan zur Ihrem Lehrer erklärt.

Julia ist total sympathisch. Sie wird nicht als naives Dummchen dargestellt, der andauernd zum Heulen zumute ist. Nein. Hier haben wir eine tolle Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lässt, ihre Meinung kundtut und die im Geschichtsunterricht ausnahmswiese aufgepasst hat.

Auch die anderen Charaktere sind detailliert ausgearbeitet und zum Greifen nah.

Veröffentlicht am 03.12.2017

Rasant - Spannend - einfach genial!

Die Ernte des Bösen
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„Die Ernte des Bösen“ ist der dritte Fall für Cormoran Strike.
Cormoran wird mehr denn je mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch dieses Mal wird nicht nur vieles seiner Vergangenheit aufgedeckt, sondern ...

„Die Ernte des Bösen“ ist der dritte Fall für Cormoran Strike.
Cormoran wird mehr denn je mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch dieses Mal wird nicht nur vieles seiner Vergangenheit aufgedeckt, sondern auch von seiner Assistentin Robin Ellacott.
Ihre Hochzeit mit Matthew steht nun kurz bevor. In Erwartung, etwas für die Feier geschickt zu bekommen, nimmt sie ein Paket von einem Kurier an, der sie vor der Detektei abfhängt. Erschreckenderweise befindet sich darin ein abgetrenntes Frauenbein.

Alle Hinweise deuten darauf hin, dass der Täter jemand aus Strikes Vergangenheit ist. So beginnen die beiden zu ermitteln. Doch nicht nur Strike muss sich mit seiner Vergangenheit befassen, auch Robin wird schmerzhaft an Geschehnisse erinnert, die sie lange verdrängt hat. Doch sie lässt sich nicht einschüchtern und ermittelt weiter.

„Sie sah die Risiken so deutlich vor sich ausgebreitet wie ein Seiltänzer die Felsspitzen und tosenden Wassermassen unter seinen Füßen.“

Ein genialer dritter Teil, der viel über die beiden Protagonisten preisgibt. Spannend, rasant mit viel Potenzial zu Herzrasen.