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Veröffentlicht am 17.08.2025

Unterhaltsamer Erlebnis-Cocktail über ein russisches Studentenleben in Moskau

Moscow Mule
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Karina und ihre Busenfreundin Tonya studieren Journalismus in Moskau und versuchen trotz ständiger Geldnot sich über Wasser zu halten, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Was das Nachtleben oder die Männerwelt ...

Karina und ihre Busenfreundin Tonya studieren Journalismus in Moskau und versuchen trotz ständiger Geldnot sich über Wasser zu halten, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Was das Nachtleben oder die Männerwelt betrifft, sind ihre Erlebnisse abenteuerlich und unerschrocken. Da sie keine Privilegien wie andere Altersgenossen genießen, versuchen sie das Beste aus ihrer Lage herauszuholen und machen aus ihrer Not eine Tugend. Eigentlich hilft hier kein großer Plan, jedoch teilen sie beide den Traum von einem freien Leben in Westeuropa.

Obwohl ich ehr selten zeitgenössische Romane lese, hat mich bei dem Buch „Moscow Mule“ von Autorin Maya Rosa, sowohl das außergewöhnlich ansprechende Cover, der coole Titel, als auch die Leseprobe in ihren Bann gezogen.
Interessant fand ich den intensiven persönlichen Schreibstil mit vielen eindrucksvollen Szenen einer Jugend/Studentenzeit Anfang der 2000er in Moskau und Umgebung. Es folgt eine Erzählung von russischen Sitten und Gebräuchen, aber auch von Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung, Freiheit sowie Selbstbestimmung. Der Wunsch nach einem freien, lebenswerten Leben wird bei Karina immer übermächtiger, gekrönt mit der Sehnsucht, diese Privilegien in Berlin zu finden. Im Buch findet man eine russische Seele die nach Befreiung strebt, auch wenn man Vertrautes zurücklassen muss.
Die Protagonistin Karina selbst ist herrlich chaotisch, verpeilt und lebensfroh! Sie wurschtelt sich mit einer Lässig und Leichtigkeit durch die eisigen Straßen und Regionalbahnen Russlands, man bekommt beinahe Gänsehaut beim Lesen.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman, der leider nur dezent die politische Entwicklung der russischen Bevölkerung aufzeigt. Die Spaltung zwischen Armut und Reichtum spielt dabei sicherlich eine einschneidende Rolle. Gefallen hat mir der erfrischende unkomplizierte Ton der Autorin, der wirklich sympathisch und lesenswert ist.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2025

Ein vielschichtiger und fesselnder Thriller

Dunkle Sühne
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In der kleinen Stadt North Falls, wo jeder jeden kennt, verschwinden in der Nacht zum 4. Juli während des Feuerwerks zwei 15-jährige Mädchen. Eine der vermissten Teenager ist die Tochter von Deputy Emily ...

In der kleinen Stadt North Falls, wo jeder jeden kennt, verschwinden in der Nacht zum 4. Juli während des Feuerwerks zwei 15-jährige Mädchen. Eine der vermissten Teenager ist die Tochter von Deputy Emily Cliftons bester Freundin, die daher persönlich stark betroffen ist. Leider weisen die vorgefundenen Spuren auf das Schlimmste hin. Obwohl Emily und ihr Vater Sheriff Clifton alle Hebel in Bewegung setzen, um die Mädchen zu finden, tun sich bei den Ermittlungen alsbald schockierende Abgründe auf!

Der Thriller „Dunkle Sühne“, der amerikanischen Autorin Karin Slaughter liest sich fesselnd von Beginn an. Über 500 Seiten geballte Spannung und unerwartete Wendungen warten auf den Leser.

Die unglaublichen Aktionen der Mädchen, ihre dunklen Geheimnisse und die daraus schockierenden Vorkommnisse enthüllen sich erst nach und nach, doch eine endgültige Klärung der Ereignisse wird erst 12 Jahre später folgen! Die Protagonisten wirken dabei sehr amerikanisch, werden glänzend beschrieben und man hat sogleich eine bildliche Assoziation. Das Klischeehafte wird mit der patriotischen Anfangsszene des Independence Day noch verstärkt, die Flagge wehte vor meinem geistigen Auge! Er ist sicherlich nichts für schwache Nerven und vermittelt leider auch ein recht deprimierendes Mann/Frauen Bild. Meine Ahnung was die Richtung der Auflösung anbelangt, hat sich dann am Ende wirklich teilweise erfüllt. Bingo.

Der blutverschmierte Bär auf dem Cover wirkt gefährlich und steht wohl sinnbildlich für die unbarmherzige Bedrohung, die im Buch lauert. Das passt eigentlich recht gut.



Mein Fazit:

Interessanter Thriller, den ich absolut vielschichtig und unterhaltsam fand. Die Autorin werde ich mir merken, es war definitiv Spannung nach meinem Geschmack.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Unterhaltsamer zweiter Kasino-Teil

Kasino
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Baden Baden 1849 - Claire ist erleichtert, das sie ihren Job als Croupière auch unter der neuen Leitung von Edouard Bénazet im berühmten Kasino Baden-Badens behalten kann und stürzt sich voller Elan in ...

Baden Baden 1849 - Claire ist erleichtert, das sie ihren Job als Croupière auch unter der neuen Leitung von Edouard Bénazet im berühmten Kasino Baden-Badens behalten kann und stürzt sich voller Elan in die neue Saison. Dort soll sie sogar den neuen französischen Kollegen Claude Duchamp einarbeiten. Doch diese Aufgabe wird Claire fast zum Verhängnis, denn sie zieht damit die Aufmerksamkeit der eifersüchtigen und völlig unreifen Sophie auf sich. Sophie sieht die Croupière als Konkurrentin und beschließt sie zu vernichten!
Der neu hinzugezogene Arzt Friedrich Leberecht im Hause ihrer besten Freunde Günther und Beate entpuppt sich leider als wahre Enttäuschung, Claire empfindet ihn als Besserwisser und entwickelt eine regelrechte Abneigung gegen ihn.

Der zweite Teil von „Kasino - Neues Spiel, neues Glück“ geschrieben von Martina Sahler und Heiko Wolz knüpft an die spannende Geschichte des ersten Buches an und erzählt ganz nebenbei die Entwicklung Baden-Badens zu einer berühmten und weltbekannten Kurstadt. Auch gesellschaftliche und politische Themen werden im Roman behandelt und eingebaut. Besonders im Focus stehen aber dieses Mal Liebesbeziehungen und das Augenmerk richtet sich gleich auf drei jungen Damen.
Insgesamt jedenfalls eine spannende Mischung, denn schwupps war das Buch auch schon zu Ende gelesen!

Mein Fazit:
Vielleicht nicht ganz so fesselnd wie Band 1, aber dennoch ein unterhaltsamer Roman mit einem gut aufgelöstem Ende des Buch-Duetts.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Kurzweiliger historischer Roman

Ein verhängnisvolles Testament
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In grauer Vorzeit hat ein Vorfahre des Thannberger Rittergeschlechts mit dem Kurfürsten von Trier einen unseligen Vertrag geschlossen. Er besagt, das bis in die siebte Generation immer nur ein männlicher ...

In grauer Vorzeit hat ein Vorfahre des Thannberger Rittergeschlechts mit dem Kurfürsten von Trier einen unseligen Vertrag geschlossen. Er besagt, das bis in die siebte Generation immer nur ein männlicher Nachkomme erben kann, sonst verliert die Familie ihren Besitz an das Kurfürstentum. Dem Geistlichen Erhard von Kellheim, birgt die Entdeckung dieses Dokuments eine willkommene Gelegenheit, für sich und seine Familie an Reichtum und Einfluss zu kommen. Mit der Absicht den Besitz des todkranken Burgherren zu übernehmen klopften die Kellheimer an das Burgtor der Thannberger. Doch so ganz einfach ist die Sache dann doch nicht, denn die Frau von Ritter Leopold ist schwanger und ihre Hoffnung groß noch für männlichen Nachwuchs zu sorgen. Um den Besitz vielleicht auch anderweitig zu sichern, ruft Elisabeth auch noch ihre kluge Cousine Anna zu Hilfe, um ihr gegen die zwei unsäglich aufdringlichen Kellheimer Geier beizustehen.
„Ein verhängnisvolles Testament“ ist ein unter dem bekannten Pseudonym Iny Lorenz verfasster historischer Roman, der in der Zeit um 1590 spielt. Es geht um die Erbfolge einer Ritterfamilie und weist dabei besonders auf die geringe Wertschätzung des weiblichen Geschlechts hin. Nicht nur was das Erben, sondern auch was Selbstbestimmung oder Klugheit anbelangt, wurden Frauen damals rigoros unterschätzt, benachteiligt und unterdrückt. Dieses Unrecht wird in einer spannenden Geschichte sichtbar gemacht, in der neben der schwangeren Elisabeth auch ihre Cousine Anna eine tragende Rolle spielt. Mit den Kellheimer Brüdern gibt es zwei unfassbar üble Gesellen, über die man sich ordentlich ärgern kann! Es gibt unzählige Attacken auf die armen Frauen sowie andere Überraschungen und die ganze Angelegenheit bleibt bis zum Schluss eine spannende Sache. Besonders den Charakter und Humor von Cousine Anna hat mir sehr gut gefallen. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich habe mich trotz ein paar Längen gut unterhalten gefühlt.
Mein Fazit:
Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit einem starken Frauencharakter und einem gelungenen Ausflug in die Spätrenaissance.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Frankenkrimi, absolut fesselnd und voller Spannungsmomente

Rattenharpyie
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Der erfolgreiche Schweizer Geschäftsmann Zurbriggen wird nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten ermordet in seinem Luzerner Haus aufgefunden. In einem noblen Altersheim in Oberfranken wird an ...

Der erfolgreiche Schweizer Geschäftsmann Zurbriggen wird nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten ermordet in seinem Luzerner Haus aufgefunden. In einem noblen Altersheim in Oberfranken wird an einem hundertjährigen Rentner ebenfalls ein grausames Verbrechen verübt, das Parallelen zu dem Schweizer Fall aufweist. Die Verbindung der beiden Männer wird der Bamberger Mordkommission schon bald klar, doch die Aufklärung wird eine ziemlich knifflige Angelegenheit, die vor allem die Bamberger Kripo tief in die Vergangenheit führt!

„Rattenharpyie“ ist ein packender Krimi, der bis weit in eine dunkle Vergangenheit zurückführt. Obwohl dieser Krimi von Helmut Vorndran Teil einer Reihe ist, war ich angenehm überrascht diesen auch, ohne die Vorgängerbände zu kennen, gut lesen zu können.
Schon der Blick des Vogels auf dem Cover lässt düsteres ahnen und die menschlichen Abgründe, die sich in der Geschichte zeigen, haben es in sich. Spannend fand ich auch den regionalen Bezug, da ich diese Ecke Frankens sehr gut kenne, aber nicht viel von den historischen Ereignissen von damals wusste.
Im Buch bekommt man einen Einblick über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und deren Folgen. Ein Tagebuch bringt alles ans Licht und sorgt für eine grandios spannende Story. Was ein Flugzeugstützpunkt in England, ein grausam ermordeter 100-Jähriger in Oberfranken und ein toter reicher Geschäftsmann in der Schweiz miteinander zu tun haben, wird im Krimi auf absolut spannende Weise enthüllt. Das Bamberger Ermittlerteam ist absolut sympathisch, allerdings ist der Chef eine etwas gewöhnungsbedürftige Persönlichkeit. Der fiktive Fall verbirgt einige interessante historische Hintergründe, die auch mit Bildern und Landkarten unterstrichen werden.
Das ganze fügt sich am Ende zu einer schlüssigen Aufklärung zusammen und ist wie ich finde, sehr clever konstruiert.
Aufgefallen ist mir der Krimi eigentlich aufgrund des auffallenden schönen Covers, ein richtiger Eyecatcher, gefällt mir sehr gut.


Mein Fazit:
Für mich war dieser Krimi ein absoluter Pageturner, der mich von Anfang bis zum Schluss fasziniert und absolut gut unterhalten hat. Werde mich jetzt mit Sicherheit auch mal um die Vorgängerbände kümmern, Franken ich komme!

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