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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2018

Das Leben ist kein Ponyhof...

Kühn hat Ärger
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Dreh und Angelpunkt des Buches ist Kriminalhauptkommissar Martin Kühn. Nach einer schweren Lebenskrise ist Kühn wieder im Einsatz und ein grauenvoller Mord an einem jugendlichen Migranten machen ihm und ...

Dreh und Angelpunkt des Buches ist Kriminalhauptkommissar Martin Kühn. Nach einer schweren Lebenskrise ist Kühn wieder im Einsatz und ein grauenvoller Mord an einem jugendlichen Migranten machen ihm und der Münchner Mordkommission zu schaffen! Waren hier etwa Rechtsradikale am Werk, scheint der erste Eindruck zu sein!?
Doch die Spur führt die Mordermittler auch ins Nobelviertel Grünwald. Kühn und sein Kollege kommen mit einer völlig anderen Welt in Kontakt. Aber nicht nur beruflich ist die Situation des Herrn Kommissars Kühn verzwickt, auch privat häufen sich schon bald die Probleme…..

Obwohl ich Band 1 „Kühn hat zu tun“, der Kühn Reihe von Jan Weiler nicht kenne, habe ich recht schnell in den neuen Kriminalroman „Kühn hat Ärger“ hineingefunden! Schon die Leseprobe konnte mich begeistern und erinnerte mich entfernt an alte Derrick Serien, die ja zumeist in der Münchner Nobelgegend spielten. Diese noblen Orte gibt es heute auch noch, doch findet man dort generell nicht sehr viel Kriminalität;) Doch dieser Fall ist sehr plausibel und gut vorstellbar.
Jan Weilers großartiger Schreibstil liest sich hervorragend und die gute Beschreibung von Kühns Seelenleben und seiner Lebenseinstellung lassen einen sympathischen Hauptakteur vor dem geistigen Auge entstehen. Alle Aspekte seiner privaten und beruflichen Welt sind mit dem täglichen Geschehen hier in der Stadt vereinbar und wirklich authentisch geschildert, auch wenn vielleicht manche Situationen ein wenig übertrieben wird und Orte dazu erfunden werden.
Kein reiner Krimi, auch gelungene Gegenwartslektüre, die so manche Klischees, Gutmenschentum, Querulanten, die Kluft von Arm und Reich und die Schwierigkeiten des Miteinanders in den Focus stellt! Gesellschaftskritische Momente werden oft mit einem Augenzwinkern angegangen, das gefällt mir sehr…man muss das Buch nicht so ernst nehmen!
Bemerkenswert und auch besonders interessant finde ich, wie die Menschen im Buch (besonders natürlich Kühn) mit manchen Situationen umgehen. Überraschende Momente, die ab und an für ein „Aha“, „Ok“ oder „Na gut“ und natürlich zum Überlegen anregen, wie man selbst wohl in solch einer Situation reagieren würde…..

Der Kriminalroman liest sich turboschnell und hat mir wirklich sehr gut gefallen! Allein schon das er hier in meiner Stadt spielt ist natürlich mega;) Rundum gelungener Kriminalroman mit einer Prise Humor, einem menschlich normalen Kommissar, einem spannenden Fall und interessanten Wendungen. Natürlich möchte ich auch noch das wunderschöne Cover erwähnen, dessen Farbe und Motiv sehr ansprechend gestaltet ist!

Veröffentlicht am 01.03.2018

Gelungener zweiter Fall für Commissaire Luc Verlain

Château Mort
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Es ist heiß und nicht viel los in der Aquitaine….. Commissaire Luc Verlain hat Besuch von seinem Freund und Pariser Kollegen Yacine und die beiden genießen das Leben und die letzten Tage des Sommers am ...

Es ist heiß und nicht viel los in der Aquitaine….. Commissaire Luc Verlain hat Besuch von seinem Freund und Pariser Kollegen Yacine und die beiden genießen das Leben und die letzten Tage des Sommers am Strand. Eine nette Abwechslung ist da der berühmten Marathon du Médoc, für den sie sich als Begleitschutz gemeldet haben. Sie machen mit ihren Motorrädern die Strecke frei und bewundern die lustig verkleideten Marathonläufer, die sich durch die Hitze kämpfen. Als Erfrischung dient bei diesem Marathon nicht nur Wasser, die Läufer werden auf den Chateaus sogar mit edlen Weinen bedient. Bei einer Pause auf dem Chateau von Lucas Schulfreund Richard passiert es, ein Streckenpasten meldet per Funk mehrere kollabierte Teilnehmer. Luc und Yacine eilen zu den Verletzten, doch für einen der Teilnehmer kommt die Hilfe zu spät……

„Chateau Mort“ ein Aquitaine-Krimi von Autor Alexander Oetker ist der Nachfolgeband von „Retour“, also sozusagen der zweite Fall für den sympathischen Commissaire Luc Verlain.
Neben dem bekannten Marathon spielen auch Trauben eine große Rolle, denn alles im neuen Mordfall von Luc dreht sich um das Weinanbaugebiet Médoc, seine Chateaus und den „Grand Cru“ einen Wein der Spitzenklasse. Der Hang zum süßen Leben und sein Faible für schöne Frauen wird Luc auch dieses Mal beinahe zum Verhängnis, er ist eben ein Filou der Spitzenklasse;) eben typisch Franzose!
Das Buch ist wieder sehr amüsant, spannend und flüssig zu lesen, einfach ein Krimi-Genuss! Aber Vorsicht, bitte nicht hungrig an die Lektüre machen, denn sonst kann ich für nichts garantieren;)
Ab und an war ich schon in Versuchung mich ins Auto zu setzen und gen Frankreich zu fahren, das nächste französischen Lokal aufzusuchen, oder wenigstens eine Flasche Wein aus dem Keller zu holen.

Mein Fazit: Eine tolle Fortsetzung des ersten Falles, auch dieses Mal wieder mit reichlich Lokalkolorit und einem wirklich grandios konstruierten Mordfall, der bis zur letzten Seite spannend bleibt!
Ein Muss für Krimi und Frankreich-Fans, natürlich auch für die, die es werden wollen;) bei mir weckt das Buch mein Fernweh und natürlich die Vorfreude auf Sommer, Reisen und schöne Gegend!
Ein Tipp, vorher auch den ersten Band der Reihe lesen, das sorgt für mehr Verständnis, denn es tauchen viele lieb gewonnene Protagonisten aus Buch 1 auf.

Veröffentlicht am 28.02.2018

Der Fluch des Geldes

Alles Geld der Welt
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Die Familienbiographie der Gettys beginnt Ende des 19. Jahrhunderts mit George Franklin Getty und seiner Frau Sarah, die im Ölboom von Oklahoma 1903 schon den Grundstock zum Familienvermögen geschaffen ...

Die Familienbiographie der Gettys beginnt Ende des 19. Jahrhunderts mit George Franklin Getty und seiner Frau Sarah, die im Ölboom von Oklahoma 1903 schon den Grundstock zum Familienvermögen geschaffen haben. Ihr Sohn, der berühmte "Geizhals" Jean Paul Getty, wurde von George recht kurz gehalten und konnte dessen Anforderungen, was seinen Lebenswandel betraf nicht gerecht werden. Dieses Missverstehen sollte Zeit seines Lebens Pauls Antrieb sein Geld anzuhäufen. Sein Händchen für Geld, stand leider im krassen Gegensatz zu seinem Verständnis von mitmenschlicher Beziehung. Das sollten all seine Ehefrauen, seine Kinder und Enkel zu spüren bekommen……

Der Autor John Pearson beschreibt in seiner Biographie „Alles Geld der Welt“ das tragische Schicksal einer kompletten Familiendynastie, man könnte dem Buch aber auch den Titel „Fluch des Geldes“ geben! Sehr eindrucksvoll und ausführlich schildert der Autor den Aufstieg der Familie Getty als Firma und Individuen und auch die Auswirkungen von einer unglaublich Menge Geld und dessen Auswirkungen auf die einzelnen Familienmitglieder. Eine sehr übersichtlicher Familienstammbaum zu Beginn des Buches ist wirklich sehr hilfreich bei der Lektüre:) „Wer das Geld hat besitzt die Macht“, diese Allmacht nutzt der „Alte“ Patriarch Getty schamlos aus, wirklich gruselig!
Wie eigentlich laut Cover und Klappentext verkündet, erwartet man vom Buch zuerst einmal einen Roman über den tragischen Entführungsfall von Paul Getty III. Das ist aber nicht der Fall, die Entführung ist nur eine kurze Episode! Für den Entführungsfall muss man ins Kino gehen und sich den Film ansehen (kann ich sehr empfehlen!)
Das Buch ist aber die perfekte Ergänzung um die Wahrheit und die Hintergründe zum Film zu erfahren.
Außerdem fand ich es extrem spannend weitere Familienmitglieder und auch deren Schicksal kennen zu lernen und so die Familiengeschichte zu komplettieren!

Mein Fazit: Absolute Leseempfehlung, diese Biografie konnte mich wirklich begeistern, spannend, interessant und aufschlußreich. Man erfährt, „Geld allein macht nicht glücklich“, dazu reicht nicht einmal alles Geld der Welt!

Veröffentlicht am 19.02.2018

Wenn dich die Vergangenheit einholt…

Totenweg
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Frida Paulsen steckt gerade mitten im Prüfungsstress der Hamburger Polizeiakademie, als sie von ihrer Mutter zurück auf den heimatlichen Apfelhof in der Elbmarsch zitiert wird. Ihr Vater Fridtjof wurde ...

Frida Paulsen steckt gerade mitten im Prüfungsstress der Hamburger Polizeiakademie, als sie von ihrer Mutter zurück auf den heimatlichen Apfelhof in der Elbmarsch zitiert wird. Ihr Vater Fridtjof wurde niedergeschlagen und liegt im Komma. Frida muss sich um alles kümmern, da ihre Mutter unfähig ist sich um Hof und Ernte zu kümmern. Dort angekommen, trifft Frida wieder auf Kommissar Bjarne Haverkorn, einen älteren Ermittler, der schon vor 18 Jahren in ihrem Heimatort Deichgraben einen grauenvollen Mordfall untersucht hat. Damals wurde Fridas beste Freundin Marit Ott, Opfer eines brutalen Kindermörders! Frida wird wieder mit der grauenvollen Vergangenheit konfrontiert, die sie jahrelang verdrängt hat, denn sie war es die Marit gefunden hat……

Der Kriminalroman „Totenweg“ von Autorin Romy Fölk, ist der Auftakt zu einer spannenden Krimiserie mit der jungen Polizistin Frida Pausen und dem erfahrenen Alt-Ermittler Bjarne Haverkorn. In diesem ihren 1.Fall lernen sich die beiden ungleichen Kollegen näher kennen und entdecken Gemeinsamkeiten, die sie am Ende zu einem guten Team zusammenschweißt. Mit Hilfe von Haverkorn, muss Frida ihre Vergangenheit aufarbeiten und Bjarne kann vielleicht endlich einen "Cold Case" ad akta legen, der ihn seit Beginn seiner Laufbahn bei der Kriminalpolizei verfolgt.
Dazu kommen noch einige private Schwierigkeiten der beiden Hauptcharaktere. Während Frida um Haus und Hof kämpfen muss, als sie feststellt das ihr Vater kurz vor der Pleite steht, kämpft Haverkorn dagegen um seine Ehe.
Die Autorin hat sich wirklich einen verzwickte und spannende Geschichte ausgedacht, die ab der ersten Seite fesselt. Die flüssige und anschauliche Erzählweise ist großartig im Fluss und ihre Protagonisten sind sehr menschlich und sympathisch. Auch mit Lokalkolorit wird nicht gespart und man erfährt viel über diese Gegend und ihren Menschenschlag. Schräg gedruckte Rückblenden sorgen für einen großartigen Spannungsaufbau. Die Geschichte ist gut konstruiert und sorgt mit einigen unerwarteten Wendungen für zusätzlichen Nervenkitzel.

Insgesamt ein wirklich solider und spannungsgeladener Krimi, der mir viel Lesevergnügen bereitet hat und Lust auf mehr Krimis mit den beiden Ermittlern weckt. Am Ende des Buches befindet sich schon ein Ausblick auf den Folgeband namens „Bluthaus“. Darauf freue ich mich schon sehr, denn die Leseprobe macht Appetit

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.02.2018

Spannender Auftakt einer Mystery-Serie mit offenen Ausgang- am Ende etwas unbefriedigend

Das Vermächtnis des Künstlers
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Der Amerikaner Dr. George Mallory, Dozent für Psychologie und einem Faible für Parapsychologie wird bei unerklärbaren mysteriösen Fällen gerne um Hilfe gebeten, die er meist durch natürliche Phänomene ...

Der Amerikaner Dr. George Mallory, Dozent für Psychologie und einem Faible für Parapsychologie wird bei unerklärbaren mysteriösen Fällen gerne um Hilfe gebeten, die er meist durch natürliche Phänomene aufklären kann. Durch diese Erfolge hat sich Dr. Mallory in dieser Branche schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Der Brief einer Kunstmuseums-Kuratorin aus Venedig erweckt seine Neugier. Einige unerklärbare Todesfälle die mit unheimlichen Gemälden eines unbekannten Künstlers namens Bragolin in Verbindung stehen, erschüttern anscheinend gerade ganz Europa! Da die ganze Sache zugleich lukrativ und interessant erscheint, macht sich Dr. Mallory von Virginia aus auf den weiten Weg nach Italien um die Sache zu ergründen, nicht ahnend welche Gefahr auch ihn lauert…..!

Das Buch „Das Vermächtnis des Künstlers“ von Autor Gordon McBane ist der Auftakt eines Venedig-Krimis bestehend aus drei Teilen. Das sollte man unbedingt Wissen, bevor man sich an die Lektüre macht, da die Geschichte leider urplötzlich endet!
Einen Parapsychologie als Ermittler, dazu einen unheimlichen und mysteriös angelegten Fall mit „verfluchten“ Kunstwerken, finde ich von der Idee an sich, sehr genial!
Auch die Kulisse Venedig mit seinem morbiden Flair und seiner geheimnisvollen Geschichte ist gut ausgedacht. Die Protagonisten sind allesamt interessant und gut beschrieben, teils sympathisch oder im Gegensatz dazu auch unheimlich, genau wie man es sich eigentlich für einen guten Thriller wünscht.
Doch es gibt leider auch ein paar Kritikpunkte die mir das Lesevergnügen versalzen haben und am Ende den guten Eindruck zunichte machen. Des öfteren hatte ich einfach das Gefühl, das die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wird. Etliche langatmige Ausschweifungen im Text bremsen immer wieder den Spannungsbogen und Lesefluss, das mag ich so gar nicht! Auch das abrupte Ende hat mich enttäuscht, denn es fühlt sich einfach nicht passend an.

Dieses Gefühl der Enttäuschung am Ende ist bei mir leider so übermächtig, das ich nur drei Sterne vergeben kann! Schade um die gute Idee, denn die Geschichte birgt eigentlich großes Potenzial.