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Veröffentlicht am 20.10.2024

Eine extreme, mitreißende und erschütternde historische Familientragödie

Die Mitford Schwestern
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Die Mitford-Schwestern brillieren mit ihrer Schönheit in der britischen Upperclass. Doch das glanzvolle Bild bekommt einen dramatischen Sprung, als die glamouröse Diana, nach nur kurzer Ehe mit dem reichen ...

Die Mitford-Schwestern brillieren mit ihrer Schönheit in der britischen Upperclass. Doch das glanzvolle Bild bekommt einen dramatischen Sprung, als die glamouröse Diana, nach nur kurzer Ehe mit dem reichen Guinness Erben, ihren Mann für den Anführer der britischen Faschisten Oswald Mosley verlässt. Ihr fanatischer Einsatz für den Faschismus wirkt sich auch drastisch auf die Familie aus, während ihre jüngere Schwester Unity völlig dem Nazi-Wahn verfällt, wendet sich die Jüngste dem Kommunismus zu. Nancy die Vernünftige versucht ihre Meinung derweil in sarkastische Romanform umzusetzen.

Der neue historische Roman der Bestsellerautorin Marie Benedict „Die Mitford Schwestern“ widmet sich der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen und erzählt das Leben von sechs legendären Schwestern und ihren extremen und äußerst konträren politischen Anschauungen. Während Nancy, die Schriftstellerin und älteste Schwester den ruhigen und konservativen Part in der Familie innehat, schwanken die jüngeren zwischen extremen politischen Richtungen wie den Kommunisten und den Faschisten.
Die Lebensgeschichten der Schwestern werden grandios dargestellt, der Leser betrachtet die damalige Zeit durch die Augen von jeweils drei Personen. Der Focus liegt dabei auf Nancy, Diana und Unity Mitford. Besonders verstörend und fanatisch wird dabei Unitys Faszination für Hitler geschildert. Diese Art von Personenkult und blinden Fanatismus, erscheint aus unserer heutigen Sichtweise auf die Vergangenheit schon sehr beängstigend. Doch wie im Nachwort erwähnt, kommt auch in der heutigen Zeit dieses Phänomen wieder zum Ausdruck, wenn man sich so auf der politischen Bühne umschaut. Der flüssige und anschauliche Schreibstil der Autorin hat mich schon bei ihrem Porträt von „Lady Churchill“, begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht, es ist erstklassig recherchiert und umgesetzt.

Mein Fazit:
Der Roman bietet ein faszinierendes, unterhaltsames und fesselndes Zeitporträt und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung, besonders auch für Geschichtsinteressierte.
Bislang waren mir die Mitfords gar kein Begriff, doch nun habe ich gar Lust mir einmal einen Roman von Nancy Mitford zu besorgen.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Kurzweiliger Krimi mit fantasievoller Handlung

Kein Land in Sicht
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Kriminelle Machenschaften auf hoher See

Auf einem Kreuzfahrtschiff erwacht eine Frau und hat den totalen Blackout. Wer ist sie und was macht sie nur auf einem Schiff? Auch nachdem ihr erklärt wird, sie ...

Kriminelle Machenschaften auf hoher See

Auf einem Kreuzfahrtschiff erwacht eine Frau und hat den totalen Blackout. Wer ist sie und was macht sie nur auf einem Schiff? Auch nachdem ihr erklärt wird, sie würde als Animateurin arbeiten, fühlt sich alles völlig fremd in ihrem Leben an. Währenddessen kämpft irgendwo im Bauch des Schiffes ihr Kollege Michael, zusammen mit einigen entführten Kindern ums Überleben.
Es geschehen merkwürdige Dinge auf dem Kreuzfahrtschiff und man kann nur hoffen das sich Sarah Peters endlich erinnert!

„Kein Land in Sicht“ ist ein treffender Titel für das Krimi-Debüt von Autorin Christina Pertl, da sich alles auf einem Kreuzfahrtschiff abspielt. Das herausragende Thema ist sowohl spannend als auch gruselig, denn es geht um Organhandel. Die Handlung ist unterhaltsam, auch wenn sich, für meinen Geschmack alles ein wenig zu konstruiert und übertrieben anfühlt.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Beschreibung des Kreuzfahrt-Kosmos sehr anschaulich, amüsant und detailliert geschildert. Darunter leidet für meinen Geschmack ein wenig der Handlungsablauf der ja schon sehr ernst und dessen kriminelle Spannung, oft nebenbei erzählt und unrealistisch wirkt. Die zum Teil dramatischen Szenen, hätte es gar nicht gebraucht, da wäre weniger mehr gewesen. Dafür blieben die kriminellen Aktivitäten und deren rohes Geschäftsgebaren zumeist im Dunklen und wirkten gar „easy going“. Man hatte von dem eigentlich nicht existenten Ermittler-Team keinen besonders professionellen Eindruck, aber das könnte vielleicht bewusst so gewollt sein, der Krimi ist ja der erste Teil von weiteren Folgen.
Das Buch glänzt durch sein wundervoll gestaltetes Klapp-Cover mit einem richtigen Bullauge, das ist ein richtiger Hingucker bzw. Durchgucker und fällt auf:).

Mein Fazit:
Der Krimi mit seinen überraschenden Turnarounds, ist trotz seiner Übertreibungen und ein paar kleinen Längen, sehr kurzweilig. Sein Thema finde ich hochbrisant und aktuell, als Trigger-Warnung sei gesagt: Organhandel mit Kindern ist nichts für schwache Nerven!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Sensationell packender Thriller

Bis in alle Endlichkeit
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Eines Morgens fällt dem Privatdetektiv Lee Crowe in einer miesen Gegend von San Francisco eine wunderschöne junge Frau vor die Füße, besser gesagt er findet sie tot auf dem Dach eines Rolls-Royce. Die ...

Eines Morgens fällt dem Privatdetektiv Lee Crowe in einer miesen Gegend von San Francisco eine wunderschöne junge Frau vor die Füße, besser gesagt er findet sie tot auf dem Dach eines Rolls-Royce. Die beste Gelegenheit für einen Schnappschuss für die Medien als Zubrot. Die Tote ist zufälligerweise die Tochter der fünftreichsten Frau der Welt, Olivia Gravesend. Wie es der Zufall will, wird Crowe von Olivia als Ermittler engagiert, da diese nicht an einen Selbstmord ihrer Tochter glaubt. Kaum mit seiner Recherche begonnen, geht es rund in Lees Leben, bald kann er kaum fassen welche Geheimnisse da ans Tageslicht kommen.

„Bis in alle Endlichkeit“ ist ein neuer Thriller, des Deutschen-Krimipreis-Trägers 2023 James Kestrel, der langsam aber intensiv startet und kontinuierlich immer mehr an Fahrt zulegt. Die Geschichte ist geheimnisvoll, rätselhaft und auch megaspannend. Lee Crowe als ermittelnder Privatdetektiv ist ein interessanter und sympathischer Protagonist mit dem Herz am rechten Fleck. Geschickt manövriert er sich durch brenzlige Situationen und hat immer ein As im Ärmel. Der Schreibstil ist äußerst geistreich, bildhaft und spannungsreich gestaltet, am meisten begeisterten mich manch überraschende Wendungen. Das Thema ist außerordentlich interessant und brisant gewählt, dazu kommt eine genial gestrickte rasante Handlung.
Das Cover passt gut zur Location, die Geschichte spielt in der Gegend um San Francisco wie die Brücke sofort vermuten lässt.

Mein Fazit:
Großartiger Thriller mit einer tollen Story. Einmal gestartet möchte man mit der Lektüre gar nicht mehr aufhören. Hoffe auf Fortsetzung, das Ende klingt vielversprechend!

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Veröffentlicht am 01.10.2024

Ein Gemüse-Kochbuch mit Mehrwert und mit tollen ungewöhnlichen Rezepten

Liebes Gemüse
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Die Schweizer Bloggerinnen von „Urkraut“, Pascale Amez und Melissa Knüsel sind absolute Gemüse-Expertinnen und haben mit ihrem Buch „Liebes Gemüse“ ein außergewöhnliches Kochbuch geschaffen. Wie der Name ...

Die Schweizer Bloggerinnen von „Urkraut“, Pascale Amez und Melissa Knüsel sind absolute Gemüse-Expertinnen und haben mit ihrem Buch „Liebes Gemüse“ ein außergewöhnliches Kochbuch geschaffen. Wie der Name sagt, spielt logischerweise Gemüse die Hauptrolle darin. Doch es geht nicht ums Kochen und Essen alleine, es wird auch Wert auf die Pflege von alten Sorten, den Anbau, die Aufzucht und nachhaltige Verwendung Wert gelegt.

Nach einem kurzen Vorwort von Pascale und Melissa und ihren Gedanken zur Gemüsewelt mit vielen Basics, geht es dann mit großer Sortenvielfalt voran. Im Buch geht es nachhaltig saisonal voran, beginnend mit dem Frühling, Sommer, Herbst bis zum Wintergemüse. Besonders schön fand ich zunächst die Einführung zu den einzelnen Gemüsesorten, mit vielen Hinweisen und Tipps für den Anbau und die Pflege der Pflanzen. Das heißt, es gibt eine wirklich ausführliche Warenkunde mit unterhaltsamem Text.
Im Anschluss daran, folgen die Lieblingsrezepte der Autorinnen, meist mit Bild und ausführlich beschriebenen Kochvorgang. Des Weiteren folgen die bestmöglichen Kombinationsvorschläge von Aromakomponenten, also welche Zutaten jeweils gut zueinander passen, das ergibt weitere inspirierende Aspekte.
Weitere kurze Rezeptvorschläge regen zu zusätzlichen Verwendungsideen an, auch eine hilfreiche Kompetente. Durch das schlichte grafische Cover in einem satten Grün wirkt das Kochbuch schon jetzt wie ein GU-Klassiker, mir gefällt das.

Mein Fazit:
Ein ganz wunderbares und anregendes Kochbuch, das auch mich als Nicht-Vegetarierin begeistern konnte.
Besonders gut fand ich bei diesem Kochbuch die großartigen Details zu den einzelnen Nahrungsmitteln, äußerst informativ und interessant welche Sorten und Vielfalt es doch dabei gibt. Auch die ausgewählten und nicht allzu alltäglichen Gerichte fand ich super, mal was anderes. Mir hat das Fleisch dabei gar nicht gefehlt und wer mag, kann ja auch tierische Produkte hinzufügen.
Durch die vielen Tipps zu Sorten, Anbau und Aufzucht der einzelnen Gemüsearten ist das Buch auch eine wunderbare Lektüre für Hobbygärtner oder solche die es werden wollen. Insbesondere natürlich empfehlenswert für Vegetarier und Veganer.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Großartige Fortsetzung der Rheinsaga

Loreley - Fluss der Zeit
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Bacharach 1842 - Die bezaubernde Lisette und der Gastwirtssohn Manuel, stellen kurz vor Manuels Abreise zu seiner Ausbildungszeit in London fest, das sie ineinander verliebt sind. Ihre Liebe wollen sie ...

Bacharach 1842 - Die bezaubernde Lisette und der Gastwirtssohn Manuel, stellen kurz vor Manuels Abreise zu seiner Ausbildungszeit in London fest, das sie ineinander verliebt sind. Ihre Liebe wollen sie aber vorerst geheim halten. Keine sehr gute Idee, denn zu ihrem Unglück gibt es zwei Personen, die ihnen ihr Glück missgönnen und übel mitspielen werden. Während Manuel in London weilt, reist Lissi den Sommer über mit ihrem Vater auf dem Rhein. Dort schlägt das Schicksal bald besonders hart zu, denn sie erlebt ein traumatisches Schiffsunglück am Loreley-Felsen.

Der Roman „Fluss der Zeit“ von Autorin Susanne Popp, als Fortsetzung von „Die Frau am Fluss“ enthüllt nun das Rätsel um die Geburt und Abstammung von Juliane. Der Roman beginnt mit einer erwachsenen Lissy, Tochter der im ersten Band verunglückten Julie und des Schiffskapitäns Johann König. Grundliegendes Thema der beiden Bände ist dabei eine fantasievolle Geschichte um die Sagenentwicklung der Loreley, die Entwicklung der Rhein-Schifffahrt und des Tourismus. Insgesamt eine gelungene Komposition. Sehr anschaulich und intensiv erzählt, sowie außerordentlich gut recherchiert, präsentiert die Autorin hier ihre Version der Loreley-Sage. Mit einem Hauch von Romantik, einigen spannungsgeladenen Episoden und einer guten Portion Tragik, wünscht man sich am Ende sehr, das sich alles so zugetragen hat.

Mein Fazit:
Auch die Fortsetzung hat mich wieder total begeistern können. Ein faszinierendes und sehr unterhaltsames Buch-Duett, das sich intensiv mit der Geschichte der Loreley und dem Rhein beschäftigt. Man bekommt sogleich Lust eine Reise zu diesen sagenumwobenen herrlichen Orten am Rhein zu unternehmen, um auf den Spuren von Merle, Juliane und Lisette zu wandeln oder auf einem der historischen Schiffe den Fluss entlangzufahren. Absolute Leseempfehlung meinerseits:).

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