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Veröffentlicht am 21.09.2025

Sehr komplex, verwirrend und düster

Katabasis
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Alice ist eine sehr ehrgeizige Doktorandin der Analytischen Magie in Cambridge und arbeitet unter dem besten Magier der Welt, Professor Grimes. Als dieser durch einen Fehler im magischen Pentagramm stirbt, ...

Alice ist eine sehr ehrgeizige Doktorandin der Analytischen Magie in Cambridge und arbeitet unter dem besten Magier der Welt, Professor Grimes. Als dieser durch einen Fehler im magischen Pentagramm stirbt, entschließt sich Alice ihm in die Hölle zu folgen und zurückzuholen. Dabei schließt sich plötzlich Peter an, das Genie in ihrem Jahrgang. Die beiden haben alte Werke von Philosophen studiert, die bereits in die Hölle gereist sind und dadurch versucht sich auf die sieben Höllenkreise mit deren jeweiligen Todsünde vorzubereiten. Doch haben sie alle Gefahren bedacht, einschließlich ihrer eigenen Gefühle?

Der Aufbau und das System der Hölle waren sehr verwirrend für mich. R. F. Kuang kann beeindruckende und stimmige Geschichten schreiben, das hat sie bisher hinreichend bewiesen. Aber hier ist mir die Geschichte leider zu komplex gewesen. Als Alice und Peter in der Hölle ankommen sehen sie zwar eine Knochenwand, aber auch direkt Gebäude, die aussehen wie ihre Uni, was mich zunächst enttäuscht hat. Alice‘ und Peters Ziel ist es ihren verehrten Professor zu finden, aber trotzdem kamen mir die beiden oft ziellos vor. Außerdem hat die Hölle für Lebende, wie die beiden es sind, andere Regeln als für die verstorbenen Seelen. Und das Vorankommen in den Höllenkreisen unterliegt auch bestimmten Regeln. Aber WIE sehen die Regeln aus? Ich hab das oftmals nicht verstanden, warum die beiden etwas taten, warum nicht und warum sie weiter zogen oder überhaupt wohin. Dabei hilft es auch nicht, dass alle alten Philosophen und Magier, die bereits in die Hölle gereist sind, andere Aufzeichnungen angefertigt haben und die beiden Protagonisten sich auch überhaupt erst einmal einen Überblick bzw. Lageplan über die Hölle machen mussten. Es ist okay, wenn vieles schwammig ist oder sich erst entwickelt, aber irgendwann kommt der Punkt, wo man das auch den Leser/innen verständlich nahe bringen muss. Die Erklärungen anhand von Philosophie und mathematischer Logik sind zwar faszinierend, aber oftmals auch nicht verständlich. Entweder hätte die kluge Autorin hier die unnötigen Erläuterungen weglassen sollen oder genauer und einfacher veranschaulichen.

Mit der Zeit wurden die abstrakten Erklärungen weniger und die Charaktere der Geschichte weiter herausgearbeitet. Wir treffen nämlich auf Alice und Peter als sie gerade in die Hölle hinabsteigen. Während sie sich dort ihren Weg bahnen, gibt es immer wieder Rückblicke in ihre Studienzeit. Die Autorin hat die Vergangenheitskapitel dabei wirklich geschickt beschrieben, sodass wir Alice, Peter und den Professor immer besser kennenlernen. Die Hölle selbst ist natürlich kein Spaziergang und wurde vor allem als grau und trist beschrieben. Die Schilderung von Alice‘ Studium selbst kann damit aber gekonnt mithalten. Es gibt viele ernste und düstere Themen, die dem Genre Dark Academia alle Ehre machen (Triggerwarnung). Ab diesem Zeitpunkt wurde ich viel mehr mitgerissen, als bei den vielen Mikroabenteuern in den Höllenkreisen. Die Geschichte wurde im letzten Drittel sehr, sehr fesselnd, wirklich schockierend, absolut schmerzvoll und gleichzeitig berührend zu lesen.

„Im Kern ging es bei Magie nicht um komplizierte Mathematik oder Logik oder Linguistik, sondern darum, dass man daran glaubte. Durch den Glauben entfaltete ein Zauber seine Wirkung. Es war gar keine Frage der Algorithmen, sondern der Selbsttäuschung.“ S.155f


Fazit:
Das Buch „Katabasis“ macht seinem Genre Dark Academia wirklich alle Ehre. Zunächst folgt man Alice und Peter auf ihrem oft nebulösen und komplexen Weg in der Hölle, was für mich verwirrend und bis heute teilweise unverständlich war. Später werden die Themen immer düsterer und wohl auch die akademische Ausbildung an Unis und deren Schwächen kritisiert (Buch spielt vor der Jahrhundertwende). Was anfangs philosophisch und abenteuerlich beginnt, wird immer mehr charakterorientiert, geheimnisvoll und fesselnd.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 17.09.2025

Ruhig, naturverbunden, introvertiert

Der Garten der kleinen Wunder
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Die Mittdreißigerin Toja illustriert Notizbücher, wohnt in einem Pflanzenparadies und hat ihren Platz im Leben gefunden. Aber nicht zuletzt durch Wille, einer eigenwilligen Frau, der sie als Jugendliche ...

Die Mittdreißigerin Toja illustriert Notizbücher, wohnt in einem Pflanzenparadies und hat ihren Platz im Leben gefunden. Aber nicht zuletzt durch Wille, einer eigenwilligen Frau, der sie als Jugendliche begegnet ist. Als die 14-jährige Nachbarin Vica an Tojas Gartenzaun steht, wird sie an diese Zeit erinnert. Trotz des Unbehagens von Vicas Vater, der Toja und deren Mitbewohner Bär als schräge Künstler mit einem verwilderten Garten sieht, besucht Vica den Nachbarsgarten immer öfter und es entspinnt sich eine zarte Freundschaft.

Diese Geschichte ist ruhig und leise, hat dafür aber eine umso größere Botschaft: Denn jede*r ist genauso richtig, wie man ist, insbesondere auch Introvertierte und Hochsensible, die aufgrund ihres ruhigen Verhaltens meist hinter Extrovertierten untergehen. Vica fühlt sich deshalb oftmals nicht wohl, was ihr Vater nicht versteht. Doch Toja ist genauso gestrickt, wodurch Vica in der älteren Namensvetterin eine Vertraute und in deren Garten einen Rückzugsort findet. Genauso wie Toja vor vielen Jahre mit Wille, deren Aufeinandertreffen durch Rückblicke in die Vergangenheit immer wieder erzählt werden. Ich kann mich an kein Buch erinnern, in dem ein introvertierter Mensch die Hauptperson ist und auch noch auf dessen Wesen so intensiv eingegangen wird. Ich finde es toll, dass hier durch Vica viele Beispiele aufgezeigt werden, um Introvertierte sichtbar zu machen und Verständnis für ihr Verhalten zu schaffen. Dies hat die Autorin sehr anschaulich dargestellt, nicht zuletzt durch ihren ruhigen, bildhaften und einfühlsamen Schreibstil. Man kann die Situationen gut nachvollziehen und erhält ein umfassendes Bild von den zurückhaltenden Charakteren.

Patricia Koelle-Wolkens Schreibstil ist gleichzeitig auch wunderschön. Ich mag die Wortwahl, besonders für die vielen schönen Naturbeschreibungen und die Vergleiche, die sich auch oft an Pflanzen oder Tieren orientieren. Tojas Garten ist ein besonderer Ort mit so vielen Pflanzen, Blumen und Minibiotopen. Ich liebe den naturnahen und blütenreichen Garten von Toja, vor allem mit dem Apfelbaum, an dem sich eine Rose hochrankt, und ebenso die wunderschönen Beschreibungen der Autorin dazu. In dem Buch hat sie auch Figuren von sehr bunten Tieren eingefügt, bei deren Schilderung man meinen mag, dass es sie nicht geben kann, weil sie zu schön aussehen um wahr zu sein, aber ich hab jedes gegoogelt und finde sie ebenfalls wunderwunderschön. Sucht mal Bilder von dem Mandarinfisch und dem Vogel Gabelracke!

>>Alles, was das Leben schöner macht und die Menschen lehrt, zu genießen, ist etwas Wunderbares.<< S. 184

Allerdings finde ich einige Aspekte im Buch zu sehr schwarz/weiß dargestellt: Vicas Vater lässt sich sehr schnell überzeugen seinen englischen Rasen auch mit bunten Blumen zu gestalten und schiebt das frühere Geschimpfe über die herübergeflogenen Samen auf den Gärtner ab. Ne, der macht nur was man ihm aufgetragen hat! Außerdem finde ich es schade, dass Toja applaudiert als Vica eine schwierige Situation verweigert und abhaut. Ja, wir Introvertierten erleben so oft Nachteile, was nicht fair ist, aber vielleicht sollte man sich für eine zielführendere Lösung einsetzen statt die ängstliche Jugendliche zu widerspenstigen Verhalten zu ermutigen und sie so erst ins nicht erwünschte Rampenlicht zu rücken. Es ist Fakt, dass durch viel Kontakt zu anderen Menschen die soziale Batterie für Introvertierte sinkt und wir erst einmal wieder Zeit für uns alleine brauchen, wogegen die Extrovertierten Kraft daraus ziehen. Aber nicht jede introvertierte Person hat enorme Probleme damit z. B. ein Referat zu halten, ein großes Fest/Wochenmarkt zu besuchen oder mit Gerüchen klarzukommen. Die drei Introvertierten in dem Buch haben immer gleich empfunden, sodass ich mich zu wenig gesehen gefühlt habe, zu wenig introvertiert. Ich habe den Eindruck, dass hier auch Hypersensibilität angesprochen wurde, ohne es aber beim Namen zu nennen. Es wäre schön gewesen, neben dem Extrem hier mehr Abstufungen zu haben.


Fazit:
„Der Garten der kleinen Wunder“ ist eine sehr leise und farbenprächtige Geschichte mit viel Liebe zur Natur und die Fähigkeit die kleinen Dinge zu schätzen. Es schafft Verständnis für Introvertiertheit, vielmehr Hochsensibilität. Nach anfänglichen Problemen in die Geschichte zu kommen, wurde mir auch einiges zu extrem dargestellt. Ansonsten ist die Geschichte ruhig und beinhaltet einen sehr schönen, bildhaften und einfühlsamen Schreibstil.

Veröffentlicht am 09.09.2025

Teilweise etwas überzogen, aber trotzdem sehr liebenswert

Sweet like you
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Zu Beginn des Buches lernen wir Cassie in ihrem Job in New York kennen. Sie ist eine zielstrebige Karrierefrau und möchte Teilhaberin in der Marketing-Agentur werden. Nachdem sie die Beerdigung ihrer Tante ...

Zu Beginn des Buches lernen wir Cassie in ihrem Job in New York kennen. Sie ist eine zielstrebige Karrierefrau und möchte Teilhaberin in der Marketing-Agentur werden. Nachdem sie die Beerdigung ihrer Tante Etta verpasst hat, fliegt sie kurz für ein Wochenende zur Testamentseröffnung nach Honey Springs. Dort erbt sie überraschend Ettas Honigbienen-Farm und soll auch noch übergangsweise für drei Wochen deren Bürgermeisteramt übernehmen. Wenn auch widerwillig bleibt Cassie ihrer Tante zuliebe in der Stadt, in der sie als Jugendliche kurz lebte und sich damals in Nick verliebte.

Diesen Kontrast am Anfang zwischen Cassies bisherigem Leben und der kleinen Stadt Honey Springs hat mir sehr gut gefallen. In Honey Springs ist alles nach den Bienen ausgerichtet, von den Namen der Läden bis zur Basketballmannschaft. (Sogar die Sprache der Autorin hat sich immer wieder darauf bezogen, was sehr passend ist.) Außerdem sind die Bewohner des Städtchens sehr eigen und zu Beginn erlebt man direkt eine Babyparty für eine Katze mit. Ich hab mich sofort wohlgefühlt in Honey Springs. Der Szenenwechsel zwischen New York und Honey Springs hat die Besonderheiten der Kleinstadt noch mehr hervorgehoben. Obwohl ich das Setting sehr mag, sind einige kleine Dinge eher unrealistisch und überzogen, z. B. die Fähigkeiten der Katze. Aber das finde ich nicht wirklich schlimm, weil es amüsant war und ich es deshalb als Eigenheit der Stadt akzeptiert habe.

Einzig gestört hat mich die Rolle einer Bewohnerin, Bea. Neben der Liebesgeschichte zwischen Cassie und Nick und ihren Versuchen sich ins Bürgermeisteramt einzufinden, nimmt diese Buchfigur plötzlich viel Platz ein. Bea führt das Diner der Stadt und ist dementsprechend auch für Klatsch und Tratsch zuständig, aber dass ihr eine viel bedeutenderer Rolle im Buch eingeräumt wurde, die der Bienenkönigin, habe ich nicht verstanden. Einerseits hat es für mich Ettas Bemühungen als ehemalige Bürgermeisterin herabgesetzt und andererseits wurde mir Bea bis zum Schluss nicht sympathisch.

Das Ende passt zur Geschichte und ich finde es schön. Obwohl die Liebesgeschichte zwischen Cassie und Nick bezüglich ihrer Trennung in der Jugend sehr verwirrend war, bin ich auch mit deren Abschluss vollsten zufrieden.


Fazit:
„Sweet like you“ umfasst nicht nur die liebenswerte und etwas skurrile Stadt Honey Springs, in der sich alles um Honigbienne dreht, sondern auch eine schöne Liebesgeschichte. Einzig eine Buchfigur und deren Rolle mochte ich bis zum Schluss nicht. Ach übrigens, das Rezept in der vorderen Innenklappe ist wirklich unheimlich lecker!

Veröffentlicht am 09.09.2025

Eine besondere Geschichte, die mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte

Das Knistern der Sterne
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Stella hat es momentan schwer im Leben, denn ihre Ehe ging in die Brüche, sie hat ihr Gespür für ihre Arbeit als Masseurin verloren und diesen Job nun ebenfalls. In dieser Situation findet der ältere Balthasar ...

Stella hat es momentan schwer im Leben, denn ihre Ehe ging in die Brüche, sie hat ihr Gespür für ihre Arbeit als Masseurin verloren und diesen Job nun ebenfalls. In dieser Situation findet der ältere Balthasar Stella und bittet sie, mit ihm die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff anzutreten. Das Arrangement sieht folgendermaßen aus: Balthasar kommt für die Reise auf, lässt Stella freie Hand und möchte zum Abendessen ihre Gesellschaft und währenddessen hören, was sie den Tag über erlebt hat.

Beide Protagonisten waren mir anfangs sehr sympathisch und ich konnte ihre Situation mitfühlen. Auch wenn noch lange geheim bleibt, was in deren Leben vor sich geht, so konnte die Autorin die Gefühle von Stella und Balthasar nachvollziehbar beschreiben. Der Schreibstil ist definitiv etwas Besonderes. Clarie Hoffmann nutzt zwar viele Schachtelsätze, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und kann die Geschichte durch die besondere Atmosphäre des Erzählstils genießen.

Leider wurden mir die beiden Protagonisten mit jeder Seite immer fremder. Balthasar kommt man bis zum Ende hinweg gar nicht mehr nah. Das liegt daran, dass die Geschichte aus Stellas Perspektive beschrieben wird und der Leser nur noch beim Abendessen auf Balthasar trifft. Hier hat die Autorin ein besonderes Mittel zum Erzählen verwendet, da man nur dem Dialog der beiden Protagonisten folgt. Es gibt keine Tätigkeiten der beiden, keine Mimik, keine Gestik. Einfach nichts, das mich durch die oft philosophischen Gespräche führt. Dadurch wurde es mühsam dem Gespräch zu folgen und ich hatte dadurch oft das Gefühl in der Kabine nebenan zu sitzen und zu lauschen. Dabei bin ich der Typ Leserin, der mitten in der Handlung sein und sie direkt miterleben möchte. Weil der Fokus ebenfalls auf das tägliche Abendessen gelegt wird, sind Stellas übrige Stunden auf dem Schiff mit der Zeit eher langweilig. Manche Kapitel sind nur kurz und sehr knapp beschrieben, deren entstandene Lücken erst beim Abendessen mit Balthasar gefüllt werden. Aber es wird auch wirklich alles, das mal angesprochen oder angedeutet wird und in dem Moment fehlt, später wieder aufgegriffen und abgeschlossen. Leider schwand auch meine anfängliche Sympathie und Anteilnahme gegenüber Stella, da sie meinem Empfinden nach auch gemein und manchmal rücksichtslos ist.

>>Es gibt auf Erden keine größere Macht als einen glücklichen Menschen. Und Luis war an diesem vollkommenen Tag das beste Beispiel dafür, dass dieser Satz der Wahrheit entsprach.<< S. 211

Die ganze Geschichte erscheint mir sehr entrückt. Ich mag besondere Geschichten, die etwas anders sind und das hat mir hier auch gut gefallen. Durch die Reise auf dem Meer ist ein Teil der Realität gefühlt weit weg. Auch wenn mir die beiden Protagonisten nicht immer sympathisch waren, sind Stella und Balthasar alles andere als 0815, vor allem Stella mit ihrer Gabe. Und insebesondere der Junge Luis hat mir sehr gut gefallen – mein Lieblingscharakter! Man spürt oftmals die Fantasie der Autorin, z. B. auch darin, dass der Buchtitel in einem unwirklichen Moment aufgegriffen wird.

Das Ende finde ich schön. Es rundet die ganze Geschichte ab, ist mir aber etwas zu rosarot, wird teilweise sogar tiefgründig und bringt einem auch die beiden Protagonisten wieder näher. Wie Stella mit ihren Schicksalsschlägen schlussendlich umgeht um einen Neuanafang starten zu können, hat mir gut gefallen. Auch als Balthasars Vergangenheit gelüftet wurde, hab ich mich wieder in ihn hinein fühlen können und hatte trotz allem Mitleid mit ihm. Ein Detail bezüglich Balthasars Ende der Kreuzfahrt hat mich sehr gestört, aber ich hab das Buch trotzdem zufrieden und mit einem guten Gefühl schließen können.


Fazit:
„Das Knistern der Sterne“ ist ein besonderes Buch, auch wenn es mich zwiegespalten zurücklässt. Die Geschichte wirkt entrückt, die Protagonisten sind nicht einfach nur gewöhnlich und der Schreibstil ist auch besonders. Leider hing der Mittelteil bezüglich der beiden Hauptfiguren und der Handlung etwas durch. Wenn man kein Problem mit einem kargen Dialog hat, vielleicht sogar gerne Drehbücher oder Theaterstücke liest, wird man definitiv mehr gefallen an der Geschichte finden als ich. Auch wenn ich einiges zu bemängeln habe und das Buch nur bedingt weiterempfehlen kann, muss ich nach einem zeitlichen Abstand nach Beenden des Buches nun sagen, dass ich die Geschichte doch recht gerne gelesen habe und es in meinen gelesenen Büchern nicht missen möchte.

Veröffentlicht am 09.09.2025

Wie ich mir SciFi wünsche

Behemoth
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Die Erde ist mehr denn je zerstört und die Menschen leben mittlerweile auf dem Mond und dem Mars. Eines Tages wurden drei Raumschiffe losgeschickt, um zu einem weit entfernten Sonnensystem zu gelangen. ...

Die Erde ist mehr denn je zerstört und die Menschen leben mittlerweile auf dem Mond und dem Mars. Eines Tages wurden drei Raumschiffe losgeschickt, um zu einem weit entfernten Sonnensystem zu gelangen. Nach mehreren hundert Jahren hat sich die Gesellschaft der drei Generationsschiffe unterschiedlich entwickelt. Das eine hat sich biomedizinisch enorm weiterentwickelt, das andere hat immer noch mit den Auswirkungen eines Unglücks zu kämpfen und vom dritten, in dem sich die meiste Bevölkerung im Kryoschlaf befindet, hat schon lange niemand mehr etwas gehört. Kurz vor Erreichen ihres Ziels taucht ein unbekanntes Objekt auf, nach dem alle Raumschiffe gieren, denn das Objekt könnte den nach Jahrhunderten angeschlagenen Schiffen benötigte Ressourcen bieten. Die Leser/innen begleiten während der Geschichte Laohu, einem Sicherheitsbeamten auf dem Weltschiff Zeng He und das Ehepaar Rangi und Helen, die auf dem Weltschiff Tereschkowa Außeneinsätze durchführen um das Schiff zu warten.

Zu Beginn des Buches wird auf ein Namensverzeichnis und Glossar hingewiesen, die hinten im Buch zu finden sind. Das ist gut gemacht, denn sonst finde ich die Lesehilfe immer erst nach dem Beenden der Geschichte. Doch hier braucht man es eher selten, da trotz der vielen Schauplätze in Gegenwart und Vergangenheit die vielen Charaktere doch so unterschiedlich und toll gezeichnet sind, dass man sich gedanklich immer gut in dem entsprechenden Kapitel wiederfindet. Und auch technische Details und alle anderen Informationen werden von dem Autorenduo sehr verständlich dargestellt.

Die Geschichte ist sehr mitreißend und zwar nicht erst, als die Raumschiffe das unbekannte Objekt im All erreichen. Auch davor ist die Erzählung sehr spannend, weil man verfolgen kann, wie unterschiedlich die Bevölkerungen auf den drei Schiffen leben – sehr faszinierend – und auch einiges aus der Vergangenheit erfährt. Ab und zu wird nämlich von Oren auf dem Mars berichtet. Auch der Grund, weshalb die Raumschiffe ins weite Weltall geschickt wurden, hat mir gut gefallen und zur Spannung beigetragen. Das Autorenduo hat eine mitreißende und beeindruckende Geschichte mit vielschichtigen Charakteren geschaffen!

>>Dieses plötzliche ungeschönte Erkennen, wie winzig das alte Weltschiff war und um wie viel unbedeutender man selbst im Vergleich dazu. Es gab nichts, was einen Menschen darauf vorbereiten konnte. Lautlos glitten die drei anderen Shuttles neben ihnen aus der Schleuse, jedes eine zerbrechliche Blase aus Atemluft, gefüllt in wenig mehr als einen Huch schimmernder Aluminiumfolie, voll mit winzigen Zellkolonien, die sich in genau diesem Moment ihrer Unwichtigkeit bewusst wurden.<<, S. 213

Fazit:
„Behemoth“ ist eine sehr spannende und mitreißende Geschichte über drei Generationsraumschiffe während ihres Wettrennens zu einem weit entfernten Ziel, als sie ein unbekanntes Objekt im All finden. In der Geschichte gibt es nichts, was mich gestört hätte. „Behemoth“ ist so, wie ich mir einen SciFi-Roman im Weltall vorstelle.