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Veröffentlicht am 06.05.2021

Perfekt unperfekt

Die Frauen von Kilcarrion
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Die meisten Leser und Leserinnen von uns kennen mittlerweile die Reihe um Louisa Clark, welche durch "Ein ganzes halbes Jahr" bekannt wurde. Seitdem lese auch ich die Bücher der Autorin unwahrscheinlich ...

Die meisten Leser und Leserinnen von uns kennen mittlerweile die Reihe um Louisa Clark, welche durch "Ein ganzes halbes Jahr" bekannt wurde. Seitdem lese auch ich die Bücher der Autorin unwahrscheinlich gern, auch in dem Wissen, dass mich wohl keine Geschichte so sehr berühren wird wie die Erste, die ich jemals von ihr gelesen habe. Trotzdem freue ich mich jedes Mal auf neue Werke von Jojo Moyes und war demnach auch sehr gespannt auf "Die Frauen von Kilcarrion", welches das eigentliche Debüt von ihr war, nur jetzt mit neuer Übersetzung erschienen ist.

Klappentext: Kates Verhältnis zu ihren Eltern war immer schwierig. Als junge Frau hat sie Irland verlassen, unverheiratet und schwanger, um in London neu anzufangen. Bei ihrer eigenen Tochter wollte sie alles besser machen. Kates unstetes Leben jedoch belastet die Beziehung zu der mittlerweile sechzehnjährigen Sabine. Als die Kluft zwischen ihnen immer größer wird, macht sich Sabine auf den Weg nach Irland, um auf Gut Kilcarrion ihre Großmutter kennenzulernen. Joy freut sich darauf, ihre Enkelin zu sehen. Sie hofft, dass sie zu ihr die Verbindung aufbauen kann, die sie zu ihrer Tochter Kate so schmerzlich vermisst. Aber Sabines unbefangene Art wirbelt das Leben auf Kilcarrion durcheinander und zwingt Joy, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. Und alle drei Frauen müssen sich fragen, ob sie bereit sind, zu verzeihen und die Wunden der Vergangenheit heilen zu lassen.

Auch wenn ich am Anfang meine Probleme hatte in die Geschichte zu finden und eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen, war diese Story dennoch etwas ganz Besonderes für mich. Es zeigte, wie sehr das Leben einen Menschen und dessen Handlungen beeinflussen kann, egal wie sehr man sich vorgenommen hat, dass es anders laufen soll. Diese Geschichte zeigte den Beginn einer großen Liebe und wie diese durch das Leben auf die Probe gestellt wurde. Es zeigte, wie sehr man sich ein anderes Leben wünschen kann, als die eigenen Eltern es führen und dadurch die Beziehung zu seiner eigenen Tochter immer wieder belastet. Und es zeigt, wie eine fast fremde Enkeltochter doch in ein Leben passen kann, welches ihrem gewohnten so unähnlich ist und doch genau das Leben ist, was man sich für sein eigenes Kind immer gewünscht hat.

Die Frauen von Kilcarrion könnten unterschiedlicher kaum sein und doch wollen sie alle nur Eines: ein glückliches Leben für sich selbst und ihre Familie. Es dauerte aber lang, bis das deutlich wurde und ich einen Bezug zu den Charakteren und ihren Gefühlen aufbauen konnte. Das lag nicht daran, dass die Protagonisten nicht authentisch wären - denn das sind sie definitiv - sondern daran, dass das Verhältnis zwischen den Personen der Geschichte meist einfach kühl und abweisend ist - Ganz dem Motto, harte Schale, weicher Kern, denn das passt hier als Beschreibung sehr gut. Jede der drei Frauen, egal ob Kate, Joy oder Sabine, haben sich lange keine Gedanken darüber gemacht, was ihr Verhalten in den anderen Auslösen könnte und dennoch hat man auch eine wunderbare Entwicklung miterleben dürfen, bei welcher sie sich immer weiter öffneten und versuchten, die anderen Frauen zu verstehen.

Dieses Buch ist eine Geschichte, die zeigt, dass kein Leben perfekt ist. Dass es okay ist, wenn man die Entscheidungen der eigenen Familie mal nicht nachvollziehen und verstehen kann. Es zeigt, wie wichtig es ist an Beziehungen zu arbeiten - egal ob an der zum Partner, zu den Eltern, zum eigenen Kind oder zu guten Freunden - nichts darf selbstverständlich sein und genau diese Message wurde für mich deutlich beim Lesen. 

Wie gewohnt ist auch dieses Buch von Jojo Moyes wieder sehr bildhaft und gefühlvoll geschrieben. Vor allem die Rückblicke in die Vergangenheit, aus Joys und Edwards Leben und was sie zusammen durchgestanden haben, fand ich jedes Mal wieder toll zu erleben, da sie aus einer Welt kommen, wie wir sie uns heute kaum noch vorstellen können.

Ich habe es wieder sehr genossen eine Geschichte der Autorin zu lesen und auch, wenn sie vielleicht nicht perfekt ist, wurde es für mich ein Buch, was ich sehr lieben gelernt habe und vielleicht sogar noch einmal lesen werde. Ich kann dieses Buch wirklich jedem Leser und jeder Leserin empfehlen, die Geschichten aus dem normalen Leben lieben, auch wenn es an einigen Punkten tief ins Herz geht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2021

Mal was Anderes

Jäger der Schatten
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Bei "Jäger der Schatten" war es um mich schon geschehen, als ich dieses wundervolle Cover gesehen habe - es machte mich einfach direkt neugierig auf die Geschichte dahinter. Auch der Klappentext versprach ...

Bei "Jäger der Schatten" war es um mich schon geschehen, als ich dieses wundervolle Cover gesehen habe - es machte mich einfach direkt neugierig auf die Geschichte dahinter. Auch der Klappentext versprach mir eine tolle Geschichte und so habe ich mich sehr darauf gefreut in die Tiefen dieser Welt einzutauchen.

In diesem Buch begleiten wir Louise, die aufgrund ihres ungewöhnlichen Aussehens viele Namen hat - keiner davon ist schmeichelhaft. Sie lebt im Zirkus und muss dort alle Demütigungen der Besucher über sich ergehen lassen. Ihr einziger Lichtblick am Tag ist der Moment, wenn sie Eli, dem Trapeztänzer, bei seiner Aufführung zuschauen kann. Doch plötzlich wird Eli entführt und als er Tage später zurück kommt, ist er nicht mehr der Eli, den Louise kannte. Er ist komplett ausgewechselt und Louise vertraut ihm nicht mehr. Als sie der Sache nachgeht, stößt sie auf eine alte Legende, die man sich nur flüsternd weiter erzählt - über Wesen, die in den Schatten wohnen und Rache an den Menschen fordern.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich es genossen habe, diese Geschichte zu lesen. Zwar wäre noch ein wenig Luft nach oben, aber für mich war die Geschichte mal etwas Anderes. Gerade das Setting - wann liest man schon mal eine Geschichte, die im Zirkus spielt? Es hat mir wirklich gefallen, dass dieses Buch allein damit heraussticht. Auch die Geschichte konnte mich überzeugen, da es für mich sehr spannend war, Louise auf ihrer Suche nach Antworten zu begleiten. Zu erleben, wie sie sich auch über Anweisungen hinwegsetzt und versucht, eine Lösung zu finden hat mich einfach begeistert. Zwar finde ich ihren Umgang mit dem Odinskraut etwas fraglich, da dies falsche Bilder an vor allem jüngere Leser und Leserinnen vermitteln könnte, aber ich fand es dennoch interessant zu sehen, wie sehr dieses Kraut ihre Wahrnehmung beeinträchtigt und sie trotz der Abhängigkeit immer ein Stückchen weiter bringt.

Die Charaktere fand ich teilweise etwas blass, weshalb ich einige davon nicht wirklich einschätzen konnte. Da hätte ich mir eine bessere Ausarbeitung erhofft, aber sie passten dennoch meist gut ins Geschehen. Louise war eher eine ruhige Person, die zwar gedanklich eine eigene Meinung hatte, diese aber leider nur äußerst selten mit den anderen geteilt hat - ich denke, dass dies gerade daran liegt, wie sie aufgewachsen ist und es ihr somit an genügend Selbstvertrauen mangelt. Aber ich hätte mir gewünscht, dass sie sich auch mal für sich selbst einsetzt und den anderen so zeigt, dass sie auch stark sein kann, wenn sie das möchte. 

Mein liebster Charakter in dem Buch war definitiv der kleine Maku, der zwar hörte, was Louise ihm sagte, aber dennoch nach seinem eigenen Kopf gehandelt hat. Er wollte beweisen, dass er nicht nur ein Kind ist, sondern auch helfen kann, wofür ich ihn einfach nur noch niedlicher fand. Er hat sehr viel Positives in diese Geschichte gebracht und ist dabei mein kleiner Held geworden.

Auch wenn diese Geschichte noch Potential gehabt hätte, etwas "Größeres" zu werden, finde ich sie dennoch total gelungen und ich hatte viel Spaß beim Lesen. Das Ende war so anders, als ich es mir vorher gedacht hatte, aber passte dennoch gut in die Geschichte. Also wer mal etwas Neues lesen möchte, wird mit "Jäger der Schatten" definitiv seine Freude haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Ein perfekter Thriller

Vergiss mein nicht
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Ach was freue ich mich, endlich wieder die tollen Thriller aus Grant County von Karin Slaughter zu lesen. Theoretisch sind sie alle für mich ein Reread, aber nach gut 15 Jahren habe ich so vieles vergessen, ...

Ach was freue ich mich, endlich wieder die tollen Thriller aus Grant County von Karin Slaughter zu lesen. Theoretisch sind sie alle für mich ein Reread, aber nach gut 15 Jahren habe ich so vieles vergessen, dass die Bücher für mich durchweg spannend bleiben und ich tatsächlich nicht mehr weiß, was kommt. 

Sarah Linton und Jeffrey Tolliver wollen eigentlich nur ein ungezwungenes und entspanntes Date auf der Rollschuhbahn verbringen, als plötzlich alles aus dem Ruder gerät. Die 13-Jährige Jenny Weaver steht mit einer Waffe vor der Rollschuhbahn und möchte Mark erschießen - keiner weiß, warum. Jeffrey versucht alles, um Jenny von ihrem Vorhaben abzubringen, doch sie lässt nicht mit sich reden und es kommt zur Eskalation - Jeffrey muss Jenny erschießen, um Mark das Leben zu retten. Bei der Obduktion der Leiche entdeckt Sarah jedoch etwas so grausames, was keiner wirklich glauben kann und die Situation spitzt sich immer mehr zu.

Gleich vorweg - dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven! Man sollte sich bewusst sein, dass man in diesem Buch Themen begegnet, die nicht jeder vertragen kann. Denn auch wenn dies "nur" eine fiktive Geschichte ist, sind die Themen, die die Autorin hier aufgreift, leider ziemlich real und können den einen oder anderen Leser ziemlich triggern. Es ist keine leichte Kost, das sollte man vorher wissen. Ich war beim Lesen mehr als einmal schockiert und habe Bücher ähnlicher Thematik von anderen Autoren schon abgebrochen, weil es mir zu nahe ging. Aber bei "Vergiss mein nicht" konnte ich nicht aufhören zu lesen, ich musste es einfach beenden und wissen, was für grausame Dinge in Grant County geschehen - so schwer sie auch manchmal zu lesen sind.

Aber genau deswegen liebe ich die Thriller von Karin Slaughter, da sie es schafft, die Spannung durch so wichtige Themen immer weiter aufzubauen. Wir erfahren häppchenweise immer mehr, was tatsächlich geschehen ist und jede Offenbarung ist oftmals noch schockierender als die Vorige. Jede neue Seite ist spannender als das bisher Gelesene, sodass es schwer wird, das Buch einfach zur Seite zu legen. Ich wollte unbedingt wissen, wie dieser grausame Fall wohl ausgehen wird, aber auf der anderen Seite wollte ich nicht, dass das Buch endet, denn für mich gehört Karin Slaughter zu den besten Thriller-Autoren, die wir aktuell haben und ich freue mich deshalb auch sehr, dass der Harper Collins Verlag die Grant County Reihe in neuem Design mit neuer Übersetzung noch einmal veröffentlicht. 

Wie auch im ersten Fall dieser Reihe mag ich die Protagonisten Sarah Linton und Jeffrey Tolliver sehr gern. Man merkt, wie nah ihnen die einzelnen Fälle gehen und wie sehr sie diese aufklären wollen. Sie gehen nicht nach Hause und lassen die Arbeit Arbeit sein. Sie nehmen sie mit in die eigenen vier Wände und überlegen weiter, was sie eventuell übersehen haben können. Gegenseitig geben sie sich dabei sehr viel Stärke und unterstützen den anderen, auch wenn sie sich gerade erst nach ihrer Scheidung wieder annähern - sie wissen, wie der andere tickt und wollen sich so gut es geht helfen. Auch wenn sie anfangs wie ein ungleiches Paar wirken, so ergänzen sie sich perfekt und sind dadurch stärker als viele andere.

Für mich ist diese Reihe nach wie vor einfach perfekt. Ich kann nichts finden, was an diesem Buch nicht gut sein könnte (außer manchmal das Fehlen von Absätzen zwischen den Situationen). Es ist eine Reihe, die jeder Thriller-Liebhaber gelesen haben sollte - egal ob im alten oder neuen Design. Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 28.04.2021

Absolutes Wohlfühlbuch

Fadeaway
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"Breakaway" war 2020 für mich ein Wohlfühlbuch, welches jedoch auch etwas Luft nach oben hatte. Aber ich habe mich in der Clique aus Berlin so wohl gefühlt, dass ich mich sehr darauf gefreut habe, auch ...

"Breakaway" war 2020 für mich ein Wohlfühlbuch, welches jedoch auch etwas Luft nach oben hatte. Aber ich habe mich in der Clique aus Berlin so wohl gefühlt, dass ich mich sehr darauf gefreut habe, auch den zweiten Band "Fadeaway" zu lesen. Bücher in der eigenen Heimat zu lesen, finde ich immer besonders toll, da es doch einige Schauplätze gibt, die ich kenne und mir die einzelnen Szenen dazu noch bildlicher vorstellen kann als nur durch das Geschriebene.

In diesem Buch geht es um Kyra, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und positiv in die Zukunft zu blicken. Sie beginnt ihr Psychologie Studium und  bemerkt gleich am ersten Tag Zustände, die sie so nicht hinnehmen möchte. Motiviert startet sie einen Podcast, in welchem sie die Themen anspricht, die sie bewegen und ihren Hörern eine Stimme gibt. Keiner weiß, wer sie wirklich ist - außer Milan, der ihr plötzlich so sehr unter die Haut geht, obwohl sie genau das verhindern müsste.

Ich muss ehrlich sagen, dass dieser Band ein richtiges Highlight für mich geworden ist. Durch "Breakaway" wissen wir ja vorher schon, was Kira widerfahren ist - in diesem Teil setzen wir uns aber damit noch einmal richtig auseinander. Ich konnte jedes Mal, wenn Kyra sich damit beschäftigt hat, spüren, wie tief sie das Geschehene getroffen hat und wie sehr sie das alles nur vergessen möchte. Es zeigte auf eine leichte, aber dennoch sehr emotionale Art und Weise, wie wichtig es ist, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die einem widerfahren sind, da sie uns sonst irgendwann einholen werden, so wie es bei Kyra passiert ist.

Als Charakter mag ich Kyra unglaublich gern. Sie ist mutig und stark, kämpft jeden Tag gegen ihren inneren Dämon und auch, wenn es einige Zeit gedauert hat, zeigt sie den Menschen, die ihr wichtig sind, dass es ihr eben nicht gut geht - sie gesteht sich Schwäche ein und das macht sie in meinen Augen nur noch stärker. Auch wenn sie in manchen Situationen sehr impulsiv reagiert hat, macht gerade das sie noch wesentlich authentischer. Sie ist für ihre Freunde da und lässt niemanden im Stich, was sie als Charakter sehr sympathisch macht.

Milan hingegen war mir zwar nicht unsympathisch, aber man merkte schon, dass für ihn Handball an erster Stelle steht und alles andere erst danach kommt, was ihn zuerst etwas oberflächlich wirken lies. Aber ich mochte es, wie er Kyra einfach nicht aus dem Kopf bekam und sie mit ihrem Podcast ohne Kompromisse unterstützt hat. Ich brauchte meine Zeit, um mit Milan als Charakter warm zu werden, aber im Endeffekt finde ich, dass er doch perfekt zu Kyra passt und die beiden sich wunderbar ergänzen.

Auch "Fadeaway" ist wieder leicht geschrieben, dass man schnell durch die Seiten fliegt. Aber nicht nur das ließ mich das Buch in fast einem Rutsch durchlesen. Denn Anabelle Stehl schafft es durch kurze dramatischere Momente durchweg eine Spannung aufrecht zu erhalten, dass man das Buch einfach nicht zur Seite legen kann.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass dieses Buch ein Highlight geworden ist. Ein Wohlfühlbuch mit ganz viel Tiefe und Emotionen, welches ich nicht so schnell vergessen werde. Definitiv eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 21.04.2021

Guter Abschluss der Reihe

Pandora Stone - Morgen kommt vielleicht nie mehr
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Mit "Morgen kommt vielleicht nie mehr" ging die Trilogie um Pandora Stone nun zu Ende und bekam damit einen würdigen Abschluss, auch wenn ich denke, dass noch etwas mehr hätte passieren können. 

Nachdem ...

Mit "Morgen kommt vielleicht nie mehr" ging die Trilogie um Pandora Stone nun zu Ende und bekam damit einen würdigen Abschluss, auch wenn ich denke, dass noch etwas mehr hätte passieren können. 

Nachdem Jen und Pandora von ihrem Versuch zurück sind, zu erfahren, was in der Welt wirklich geschehen ist, steht Pandora wieder ganz am Anfang. Warum erinnert sich Jen an ein anderes Ende ihrer Mission als sie selbst? Sie haben doch das Gleiche erlebt, waren ununterbrochen zusammen - aber warum kann Jen sich nicht an den Tanker erinnern? Und warum scheint sie die einzige zu sein, die Nate gesehen hat? Pandora versucht nun wieder Jen und diesmal auch die anderen Freunde der Gruppe zu überzeugen, dass ihre Erinnerungen nicht echt sind und das Virus erst durch Jens und Pandoras Ausbruch in die Welt hinausgelassen wurde. Ein Wettlauf gegen die Zeit - denn die Gruppe hat nur 3 Monate Zeit, alles zu unternehmen, dass die Welt gerettet werden kann.

Dieser Band setzt direkt nach den Geschehnissen des zweiten Bandes ein und so haben wir einen nahtlosen Übergang in den weiteren Verlauf der Geschichte. Ich war gespannt darauf zu erfahren, wie dieses Abenteuer wohl ausgehen wird und ob Pandora es schafft, ihre Freunde von dem scheinbar unmöglichen Gedanken zu überzeugen, dass alles, was die Akademie ihnen erzählt hat, eine Lüge war und ihre Familien noch leben - die Menschheit noch nicht ausgestorben ist und die Freunde eine Chance haben, alle zu retten. Durch den Kampf gegen die Zeit wurde eine Spannung aufrecht erhalten, durch welche ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, denn ich wollte immer wissen, ob das momentane Vorhaben gelingen wird.  Zwischendurch kamen ein paar Längen auf, aber die konnte ich hier gut "überlesen", sie störten mich nicht weiter.

Toll zu sehen fand ich, wie die Gruppe zusammengearbeitet hat. Jeder brachte seinen Teil ein und keiner ruhte sich auf den Ideen und Vorschlägen der anderen aus. Das Buch zeigte, dass man zusammen viel schaffen kann - wenn man denn an einem Strang zieht und wirklich zu einem Team zusammen wächst. Egal welches Hindernis sich ihnen in den Weg gestellt hat, sie haben versucht eine Lösung dafür zu finden und gemeinsam daran gearbeitet, diese auch umzusetzen.

Das Buch hatte einige Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Charaktere, bei denen man glaubte, sie stehen für das Gute ein, entpuppten sich als Feinde. Andere offenbarten Enthüllungen, mit denen man so nicht gerechnet hatte. Das alles brachte aber weitere Spannung in das Geschehen. Nur das Ende lässt mich etwas unglücklich zurück, da meiner Meinung nach nicht alle Fragen geklärt wurden und es relativ offen gelassen wurde, was ich sehr schade fand. Hier habe ich mir einen besseren Abschluss gewünscht, in dem wir zumindest in einem Epilog noch erfahren, wie es für die Welt weiter geht. Aber wie sagt man so schön? Man kann nicht alles haben ;)

Ein paar Schwächen sind in diesem Buch für meinen Geschmack vorhanden, aber auch das wird wohl jeder anders empfinden und ich weiß, dass viele diese Reihe sehr lieben. Alles in allem ist es eine gute dystopische Trilogie, die ich recht gern gelesen habe und definitiv auch empfehlen kann.

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