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Veröffentlicht am 04.12.2020

Weihnachten in Colorado

Eine Weihnachtshochzeit im Schnee
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Manchmal braucht man ein Buch, was direkt ins Herz geht und mir war von Beginn an klar, dass "Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" dazugehören wird. Man hat kaum die erste Seite aufgeschlagen, schon befindet ...

Manchmal braucht man ein Buch, was direkt ins Herz geht und mir war von Beginn an klar, dass "Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" dazugehören wird. Man hat kaum die erste Seite aufgeschlagen, schon befindet man sich mitten in der Story und fiebert mit den Charakteren mit.

Rosie möchte heiraten - doch sie kennt Dan erst seit wenigen Monaten, weshalb ihre Familie ihr nicht die Freude entgegen bringt, die sie sich erhofft hat. Während ihre Eltern eher damit ein Problem haben, dass die Hochzeit genau an Weihnachten stattfinden soll und dann auch noch im weit entfernten Amerika, geht es ihrer Schwester Katie eher um Dan selbst und sie vermutet, dass Rosie den schlimmsten Fehler ihres Lebens begehen wird und säht damit Zweifel in den Gedanken ihrer Schwester. Mit dem Gedanken die Hochzeit ihrer Schwester zu sabotieren reist Katie nach Amerika, doch warum verhalten sich ihre Eltern plötzlich so merkwürdig - ja, fast peinlich? Was Katie und Rosie nicht wissen - ihre Eltern leben seit mehreren Monaten getrennt, haben sich nur noch nicht getraut ihren Kindern zu sagen und die Hochzeit der jüngsten Tochter ist dafür ja nun auch nicht der geeignete Moment.

Diese und weitere Umstände sorgten dafür, dass wir Leser in der Geschichte eine Menge Gefühle durchleben. So führt das peinliche Flirten der Brauteltern zu einem Lacher nach dem Anderen, während andere Momente die Tränen flutartig laufen lassen. Für mich ist diese Geschichte eine perfekte Mischung, die wirklich genau in die Weihnachtszeit passt und eine Menge Alltagssituationen aufgreift, die dem Einen oder Anderen Leser wahrscheinlich bekannt vorkommt und dieser sich dadurch in die einzelnen Situationen hineinversetzen kann.

"Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" zeigt uns, dass keine Familie perfekt ist, dass jeder Einzelne sein Päckchen zu tragen hat und dass es manchmal das Wichtigste ist, über alles zu reden und dennoch zusammen zu halten. Dass es wichtig ist genauer hinzusehen, denn nicht jeder kann über alles reden, auch wenn es besser wäre es zu tun. Man sollte den Menschen in der eigenen Umgebung mehr Beachtung schenken und auch die kleinsten Anzeichen, dass irgendwas nicht stimmt, nicht einfach ignorieren - egal wie unangenehm die Situation auch zu sein scheint. Die Geschichte lehrt uns, dass man sich den Situationen stellen muss und dass man auch für seine Fehler einstehen sollte, denn eine ernst gemeinte Entschuldigung kann manchmal wahre Wunder wirken.

Neben all diesen wirklich wichtigen Themen, die im Buch direkt und indirekt behandelt werden, besticht die Geschichte aber vor allem durch wahre und authentische Charaktere. So merkt man immer wieder, wie sehr die Familie aneinander hängt und doch eigentlich nur das Beste füreinander möchte. Rosie ist noch sehr jung, lebensfroh und wechselt schnell ihre Meinung, weshalb Katie auch so besorgt ist in Hinblick auf die Hochzeit. Katie dagegen ist sehr ernst und lebt nur für ihre Job - jedoch lässt ein traumatisches Erlebnis ihr Leben und ihre Entscheidungen sehr überdenken. Dan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, der sich in allen Situationen genau richtig verhält - aber kann jemand wirklich so perfekt sein? Laut seinem besten Freund und Trauzeugen Jordan schon - welcher übrigens mein liebster Charakter in dem Buch war. Sie alle sind so unterschiedlich und doch könnte diese ungleiche Runde nicht besser zusammen passen.

Aber was mich neben dem wirklich sehr angenehm zu lesenden Schreibstil an dem Buch auch begeistert hat war das Setting. Ich meine...allein die Schneelandschaft in Aspen/Colorado wirkt ja schon zum Träumen schön. Aber die beschriebene Hotelanlage, die Lodge und ihre Baumhäuser - ich stelle mir das einfach unglaublich romantisch und vor allem gemütlich vor. Und vielleicht habe ich dadurch auch sehr Lust darauf bekommen Weihnachten in Colorado zu verbringen ;)

Dieses Buch konnte mich durchweg überzeugen. Ich wollte nicht, dass es endet. Ich wollte nicht Abschied nehmen von den Charakteren. Ich wollte noch länger in Aspen bleiben. Aber wie alles Schöne kommt auch ein Buch irgendwann zum Ende und lässt und leicht verlassen zurück. Aber ich freue mich darauf irgendwann wieder einmal "Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" in die Hand zu nehmen und mich in Colorados verschneite Berge zu träumen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2020

Angenehm für Zwischendurch

Die Worte des Windes
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Als Fantasy-Liebhaber sind Geschichten über Hexen bei mir immer gern gesehen, da ich diese Wesen immer spannend finde und sie auch viel Raum für Möglichkeiten lassen. So war ich auch neugierig auf das ...

Als Fantasy-Liebhaber sind Geschichten über Hexen bei mir immer gern gesehen, da ich diese Wesen immer spannend finde und sie auch viel Raum für Möglichkeiten lassen. So war ich auch neugierig auf das neuste Werk von Mechthild Gläser, denn die Autorin konnte mich bereits mit "Die Buchspringer" von ihrem Können überzeugen.

In "Die Worte des Windes" begleiten wir die junge Wetterhexe Robin, die sich nach einem tragischen Unfall vor ihrer Familie versteckt und unter den Menschen ein gewöhnliches Leben führt. Durch Zufall begegnet sie dem Sturmjäger Aaron und seinem Schüler Damian und die Drei müssen sich gefährlichen Abenteuern stellen. So auch der Tatsache, dass plötzlich Donnerdrachen in dem kleinen Küstenort auftauchen und alles zerstören. Doch Robin weiß nicht, dass dieser Zusammenhalt auch bedeutet, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss - ob sie will oder nicht.

"Die Worte des Windes" ist eine kurzweilige, aber sehr angenehm zu lesende Fantasy-Geschichte, an welcher ich nichts aussetzen kann - vor allem der Schreibstil macht es uns Lesern leicht durch die Seiten zu fliegen und doch die Geschichte vollkommen in uns aufnehmen zu können. Sie hat einen tollen Spannungsbogen, sodass sich das Abenteuer immer weiter aufbaut, seinen Höhepunkt erreicht, aber zwischendurch auch Pausen lässt, um das Geschehene sacken zu lassen. Ich habe die gesamte Geschichte mit Robin mit gefiebert und mit ihr gehofft, dass alles gut enden und sie ihrem Platz auf der Welt finden wird, an welchem sie sich sicher fühlen kann.

Robin als Charakter gefällt mir sehr gut. Man merkt zwar, dass sie noch sehr jung ist und das Leben noch vor sich hat, aber dennoch ist sie sich im Klaren, worauf es ankommt und wie sie sich zu verhalten hat, damit ihre Tarnung nicht auffliegt. Sie hat ein Ziel vor Augen, aber man merkt dennoch ihre Sehnsucht nach ihrer Heimat - was ich bei der Familie nur nicht so ganz nachvollziehen kann. Sie ist die siebte Prinzessin und hat in den Augen ihrer Mutter das Land in Ungnade fallen lassen. Eine wirkliche Bindung zwischen den Beiden spürt man nicht und ich kann mir auch nicht vorstellen, wo Robin ihre Herzlichkeit her hat - aber sie ist ein wunderbarer Charakter, der authentisch und überzeugend ausgearbeitet ist.

Mit Aaron hatte ich meine Probleme. Er kam mir immer etwas oberflächlich vor - nach Anerkennung buhlend. So war ich auch nicht gerade überrascht, was sein Verhalten im späteren Teil des Buches betrifft. Auf mich macht er einen jüngeren Eindruck als Robin, obwohl er eigentlich der Ältere der Beiden ist. Aber er sieht einige Dinge noch sehr naiv und muss noch Vieles für das Leben lernen. Sein einziges Ziel scheint es zu sein, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten - egal, was es kosten mag. Das fand ich etwas schade, aber passte dennoch in die Geschichte.

Und was sagt ihr zur Optik des Buches? Ich finde es absolut passend zur Geschichte! Es zeigt die Verbundenheit von Robin mit den Winden und man kann sich schön erträumen, in welche Richtung uns das Buch wohl bringen wird. Was ich schade finde an der Wahl des Paperbacks, ist, dass es damit nicht mehr zu den bisherigen Büchern im normalen Taschenbuchformat passt. Optisch sind sie auf die gleiche Art erstellt, die selbe Schriftart und es hätte so schön zusammen passen können, aber leider ist es durch das gewählte Paperback höher als die bisher erschienenen Bücher und passt damit im Regal nicht mehr so optimal zusammen. Das ist aber eine reine Geschmackssache - ich liebe es halt, wenn ich Reihen oder mehrere Bücher eines Autors, die auch beim gleichen Verlag erschienen sind, zusammen stehen haben kann und kein Unterschied im Format auffällt.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass dieses Buch für alle geeignet ist, die gern Jugendbuch-Fantasy lesen und sich in fremde und bekannte Welten gleichermaßen entführen lassen wollen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2020

Spannend mit kleineren Schwächen

Secret Academy
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Selten hat ein Buch meine Meinung so oft umschwenken lassen wie "Secret Academy" von Valentina Fast. Es hat einen starken Anfang, der direkt Lust darauf macht weiter zu lesen. Anfangs dachte ich wirklich, ...

Selten hat ein Buch meine Meinung so oft umschwenken lassen wie "Secret Academy" von Valentina Fast. Es hat einen starken Anfang, der direkt Lust darauf macht weiter zu lesen. Anfangs dachte ich wirklich, dass dieses Buch ein Highlight werden würde. Aber zwischendurch kamen immer wieder Phasen, die sich etwas gezogen haben. Es passierte nicht sehr viel und man fragte sich ab und an, was noch kommen würde. Aber das letzte Drittel des Buches nahm wieder so sehr an Fahrt auf, dass ich nun ungeduldig darauf warte, wie die Reise wohl weitergehen wird, denn das Ende...ich konnte es kaum glauben. Auf der einen Seite war es logisch, verständlich und eigentlich auch klar - auf der anderen Seite dachte ich nur "Das kann sie doch jetzt nicht wirklich machen" und legte das Buch nach dem Beenden ungläubig zur Seite. Ich habe es im Buddyread gelesen und wir konnten uns auch nicht direkt austauschen, da wir beide die Geschehnisse erstmal sacken lassen mussten - es war einfach grandios!

Doch worum geht es in Secret Academy eigentlich? Wir begleiten Alexis während ihres letztes Jahres der Ausbildung zum Agent der MI20. Es ist eine Schule für außergewöhnliche Begabte. Alexis Ziel jedoch ist es ihre Ausbildung zu beenden und schnellstmöglich ihre Schwester adoptieren zu können. Bis zu dem Tag, an welchem Cassie aus dem Heim verschwindet, in welchem die beiden Schwestern gemeinsam aufgewachsen sind und das Alexis Welt komplett auf den Kopf stellt.

So...wo soll ich nun anfangen? Wie bereits erwähnt, das Buch startet unglaublich stark und machte mich damit nur neugieriger auf die Geschichte, als ich sowieso schon war. Die Story ist definitiv klasse und ich glaube auch, dass der Folgeband herausragend werden wird. Hier hatte ich zwischendurch aber meine Probleme, was zum Teil an Alexis selbst liegen kann. Ich wurde mit ihr nicht so recht warm, da sie sehr schwankend in ihrer Meinung war, sich oft umentschieden hat. Ich kann auch ihr Misstrauen in ihre Freunde irgendwo nachvollziehen, nachdem Cassie verschwunden ist, aber auf der anderen Seite denke ich mir, wenn man seinen Freunden schon nicht trauen kann - wem denn dann? 

Dafür habe ich mich ein bisschen in Adam verliebt und kann gar nicht mal so genau sagen, warum eigentlich. Er ist der Neue an der Schule, keiner kennt ihn. Er ist ruhig, zurückhaltend, gibt nicht viel von sich Preis. Und dennoch ist er für mich einer der interessantesten Charaktere des Buches, da er sehr geheimnisvoll wirkt und man einfach deutlich mehr über ihn erfahren möchte. Auch wenn ihm noch keiner so recht traut, hilft er dennoch, wo er kann und lässt niemanden im Stich.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Man kommt leicht durch die Seiten und sie schafft es in Momenten, in welchen man denkt, dass doch endlich mal wieder etwas passieren kann, mit wenigen Sätzen eine Spannung aufzubauen, dass man beim Lesen nicht mehr in der Lage ist, das Buch aus der Hand zu legen.

Ich für meinen Teil fand das Buch wirklich toll zu lesen, auch wenn es noch ein Müh besser hätte sein können. Aber ich denke, dass das auch einfach Geschmackssache ist. Ich freue mich dennoch schon sehr auf das zweite Buch und hoffe, dass ich mich dort dann auch mit Alexis mehr anfreunden kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2020

Lockere Geschichte mit Potential nach oben

Celestial City - Akademie der Engel
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Lange habe ich mich auf "Celestial City" gefreut, denn der Klappentext hat mich direkt neugierig gemacht. Vor allem da ich Geschichten über Engel mittlerweile mehr und mehr liebe bin ich immer auf der ...

Lange habe ich mich auf "Celestial City" gefreut, denn der Klappentext hat mich direkt neugierig gemacht. Vor allem da ich Geschichten über Engel mittlerweile mehr und mehr liebe bin ich immer auf der Suche nach weiteren Abenteuern, die ich entdecken kann. Da ich auch gern Geschichten über magische Schulen und Akademien lese, klang dieses Buch einfach perfekt und ich freue mich es mit ein paar lieben Mädels gelesen zu haben.

In "Celestial City" begleiten wir Brielle, welche durch einen Handel ihrer Mutter durch einen Vertrag an die Dämonen gebunden ist. Als Dämonenhörige offenbaren sich jedoch entgegen ihrer Erwartung schwarze Flügel - etwas vollkommen Neues - und so wird Brielle doch an der Fallen Academy der Engel aufgenommen. Als Außenseiter kämpft sie sich durch den Alltag - der charmante Lincoln meist an ihrer Seite - und gemeinsam stellen sie sich den Gefahren.

Es ist ein schönes Jugendbuch, aber man sollte beim Lesen nicht zu viel Spannung erwarten. Man muss eine ganze Weile warten, bis die Spannung im Buch zunimmt und sie flaut auch recht schnell wieder ab. Mich störte das nicht sonderlich, aber wer ein spannungsgeladenes Abenteuer erwartet, der wird hier leider nicht glücklich werden. Für mich hat es sich einfach lesen lassen, man kam gut durch die Seiten und es war eine angenehme Lesezeit.

Man muss sich jedoch bewusst sein, dass in diesem Buch sehr viele Klischees bedient werden. Die Neue an der Schule, als Außenseiter begonnen, findet doch eine Menge Freunde an der Schule, zu deren Mittelpunkt sie schnell wird. Eine beste Freundin, die ohne ihre Hilfe nicht aus einer aussichtslosen Situation rausfindet. Der Schulschwarm schlechthin, der scheinbar an niemandem Interesse zu haben scheint - die Romance im Buch ist jedoch vorhersehbar. Und die Oberzicke der Schule, die alle coolen Leuten um sich schart und der Neuen das Leben zur Hölle machen möchte. Ich selbst habe kein Problem damit in Klischees zu lesen, jedoch machen diese Punkte das Buch an einigen Stellen vorhersehbar und könnten das Lesevergnügen mindern.

Die Charaktere waren relativ gut ausgearbeitet, aber Brielle ist für mich ein Charakter, der definitiv noch Entwicklungspotential hat. Sie ist in einer Gegend aufgewachsen, in welcher sie früh lernen musste, zu kämpfen und sich zu verteidigen. Dennoch finde ich sie in einigen Situationen etwas zu kindisch und naiv. Lincoln wirkte immer wie der verschlossene Junge, der niemanden an sich ran lässt und der scheinbar nur für den Kampf gegen die Dämonen lebt. Wie sich die Beziehung zwischen den Beiden aufbauen konnte, verstehe ich noch nicht so ganz, aber irgendwie passte es dennoch.

Alles in Allem ist dieses Buch nichts überragendes, aber dieses spannende Ende macht definitiv neugierig auf mehr und ich hatte dennoch viel Spaß beim Lesen. Ab und an braucht man auch mal Geschichten, in welchen man nach einem anstrengenden Tag ein paar Seiten liest und kurz die Welt vergisst, ohne sich zu sehr aufs Lesen konzentrieren zu müssen. Es ist ein Wohlfühlbuch für mich, kein Highlight, aber eine Geschichte, die Möglichkeiten bietet, etwas Großartiges zu werden. (3,5 / 5 Sternen)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

Brutal aber Genial

Der Heimweg
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Zu Fitzek seinen Büchern muss man wahrscheinlich nicht mehr viel sagen, denn die Meisten von uns, die gern Psychothriller lesen, werden schon einmal eines seiner Bücher in der Hand gehalten haben und Folgendes ...

Zu Fitzek seinen Büchern muss man wahrscheinlich nicht mehr viel sagen, denn die Meisten von uns, die gern Psychothriller lesen, werden schon einmal eines seiner Bücher in der Hand gehalten haben und Folgendes festgestellt haben: Die Bücher sind IMMER übertrieben, die Bücher sind immer aufs Äußerste brutal und die Bücher sind immer so spannend geschrieben, dass man sie kaum aus der Hand legen möchte. Wo jedoch in anderen seiner Werke öfter mal Logikfehler die Euphorie des Lesers etwas in den Hintergrund stellten, konnte der Heimweg nahezu gänzlich überzeugen.

Doch worum geht es? In "Der Heimweg" begleiten wir hauptsächlich Klara und Jules, die durch das Begleittelefon durch Zufall miteinander verbunden werden. Während Klara ein Opfer häuslicher Gewalt ist und hinter jeder Ecke das Böse vermutet, sorgt Jules am Telefon dafür, dass nervöse Frauen sich auf ihrem Heimweg etwas sicherer fühlen. Doch dieser Anruf ist anders als seine sonstigen Gespräche. Denn Klara ist das nächste Opfer des Kalender-Killers und kennt bereits ihren Todestag.

Klara und Jules sind zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Entwicklung ich im Laufe des Buches mit Spannung verfolgt habe. Sie sind authentisch und auch, wenn man das ein oder andere Mal wieder verwirrt ins Buch blickte, wurde zum Ende hin alles aufgeklärt und machte Sinn. Dieses Buch ist wunderbar durchdacht und ich war schneller mit der Story am Ende als ich es mir gewünscht hätte. Zahlreiche Wendungen sorgten dafür, dass ich immer weiterlesen wollte - und nicht durfte, da ich es im Buddyread gelesen habe. Wer Fitzek kennt, der weiß, dass er die einmalige Gabe hat, Kapitel so enden zu lassen, dass man sich denkt "Na gut, das eine Kapitel noch, es hat zu spannend geendet" und ja - das machte das Weglegen nach jedem Abschnitt nur noch schwieriger, da er dies in "Der Heimweg" auch wieder perfekt umgesetzt hat.

Wie auch in seinen anderen Büchern liebe ich die kurzen Kapitel. Es zieht sich nicht über Seiten und doch passiert so viel, dass man beim Lesen nicht das Gefühl bekommt, dass dieses Kapitel überflüssig gewesen wäre. "Der Heimweg" überzeugt durch einen lockeren Schreibstil, der jedoch an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt. Man kommt super durch die Seiten und hat das Buch schneller beendet als man vorher gedacht hätte.

"Der Heimweg" ist brutal, nichts für schwache Nerven und definitiv blutiger als so manch andere seiner Bücher bisher. Aber dennoch passte alles zusammen und ergab auch Sinn. Die Szenen wurden nicht nur geschrieben um zu schocken, sie verdeutlichten einfach jedes Mal die Lage, in welcher sich die Charaktere aktuell befanden. Eine Szene ganz speziell jedoch war so perfekt umgesetzt, dass mir beim Lesen einfach schlecht wurde, da ich mich so geekelt habe - wie gesagt, man sollte ein starkes Nervenkostüm haben, wenn man sich Fitzeks Büchern widmet.

Ein Psychothriller, der fast nicht perfekter sein könnte. Ein Meisterwerk in meinen Augen! Es war mir ein Fest dieses Buch lesen zu können, auf welches ich so lang hin gefiebert habe. Nun heißt es wieder ein Jahr warten, bis wir uns Fitzeks genialen Ideen erneut widmen können.

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