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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Emotional, magisch, düster

Die Arcyrion-Akten – Fall 3: Gefangene der Zeit
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Ein verzweifelter Vater bittet Kiara und Draven darum, seinen Sohn zu finden. Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder: der sonst so draufgängerische Ermittler lehnt den Fall ab und das weil er ihn tatsächlich ...

Ein verzweifelter Vater bittet Kiara und Draven darum, seinen Sohn zu finden. Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder: der sonst so draufgängerische Ermittler lehnt den Fall ab und das weil er ihn tatsächlich für zu gefährlich hält! Doch Kiara möchte dem Mann unbedingt helfen und stellt daher eigene Nachforschungen an. Niemals hätte sie ahnen können welche alten Wunden sie damit aufreißen würde.

🔍

Mittlerweile habe ich alle Charaktere in mein Herz geschlossen und so fiebere ich jedes Mal mit, wenn diese sich mal wieder in Gefahr begeben oder sich mit ihren „alltäglichen“ Problemen rumschlagen.

😱

Wir erleben die Geschichte aus Kiaras Sicht. Diese ist nach den letzten Ereignissen hin- und hergerissen zwischen Vertrauen und Misstrauen und hadert mit ihrer Vergangenheit. Neith kämpft ebenfalls mit ihren Traumata, Verlust, Trauer sowie ihrem Selbstwertgefühl. Draven ringt zunehmend mit seinem eigenen Dämonen. Und Luke? Der schwebt auf Wolke 7 und zweifelt gleichzeitig an sich selbst.

🥺

Es handelt sich um den sehr gelungenen dritten Teil dieser 5-bändigen queeren Urban Fantasy Reihe. Es wird ziemlich emotional, magisch, düster und wir dürfen uns über einige interessante Wendungen freuen. Der Cliffhanger ist ganz schön fies und ich bin sicher, dass die Freund:innen im nächsten Teil auf eine besonders harte Probe gestellt werden. Nicht weniger als die Rettung der Menschheit wird auf dem Spiel stehen.

😳

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Leichten Sommerroman erwartet, deutlich härtere Themen bekommen

Die Sommer mit ihm
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Sophia flieht nach dem Tod ihrer Mutter und dem Ende ihrer Beziehung ins griechische Küstendorf Methoni. Dort, wo ihre Mutter viele Sommer verbrachte und malte, sucht sie nun ein verschollenes Gemälde. ...

Sophia flieht nach dem Tod ihrer Mutter und dem Ende ihrer Beziehung ins griechische Küstendorf Methoni. Dort, wo ihre Mutter viele Sommer verbrachte und malte, sucht sie nun ein verschollenes Gemälde. Sie begegnet dem Fischer Theo, der ihrem Leben eine neue Richtung gibt.

🖼️

Wir erleben die Ereignisse aus Sophias Perspektive. Sie versinkt in Trauer um ihre Mutter und erhofft sich in Methoni endlich Trost zu finden. Sie möchte sich ihrer Mutter näher fühlen, denn schließlich hat diese so viel Zeit in dem idyllischen Dorf verbracht. Für meinen Geschmack lässt sie sich etwas zu schnell von ihrem Vorhaben ablenken und tut insgesamt nicht wirklich viel, um das Gemälde aufzuspüren. Ihre Gefühlswelt wird authentisch dargestellt und dennoch bin ich nicht ganz warm mit ihr geworden. Auf mich wirkte sie teilweise ziemlich egoistisch.

🤔

Auch Theo ist mir nicht so sympathisch geworden wie ich es mir erhofft habe. Grade zum Ende hin, als es um wichtige Entscheidungen geht, fand ich sein Verhalten eher grenzwertig. Da gab es einige (griechische) Nebencharaktere, die mich mehr in ihren Bann gezogen haben. Natürlich muss auch Sophias Exfreund erwähnt werden: was für ein ekelhafter Typ.

😖

Ich liebe das griechische Setting, welches sofort Urlaubsfeeling vermittelt. Die Beschreibungen von Land und Leuten tragen zu einer Wohlfühlatmosphäre bei. Sophia ist Köchin und begeistert sich vor allem für die griechische Küche. Die zahlreichen kulinarischen Details rufen daher besondere Reiselust hervor.

🇬🇷

Wer hier allerdings einen leichten Sommerroman erwartet, muss mit deutlich härteren Themen rechnen. Denn diese Reise nach Griechenland ist sehr viel emotionaler als gedacht. Es geht um die Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und Abschied sowie um Sehnsucht, Liebe, Selbstfindung, Hoffnung und Neuanfänge. Außerdem spielen Unfruchtbarkeit, ein unerfüllter Kinderwunsch sowie Fehlgeburten große Rollen, was ich ziemlich heftig finde. Es gibt dazu keinerlei Triggerwarnung! Zudem gibt es in dem Kontext auch einige medizinische und pflegerische Ungereimtheiten (ich bin Krankenschwester in der Gynäkologie). Insgesamt ist die Handlung leider auch recht vorhersehbar.

😢

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Magie, Kolonialkritik und Sprachwissenschaft geschickt vereint und dennoch leider eher langatmig

Babel
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Robin Swift, ein Waisenjunge chinesischer Herkunft, wird im 19. Jahrhundert nach England gebracht, um in Oxfords Übersetzerinstitut „Babel“ ausgebildet zu werden. Dieses ist die Quelle einer besonderen ...

Robin Swift, ein Waisenjunge chinesischer Herkunft, wird im 19. Jahrhundert nach England gebracht, um in Oxfords Übersetzerinstitut „Babel“ ausgebildet zu werden. Dieses ist die Quelle einer besonderen Form von Magie, die auf der Kraft von Sprache basiert – sogenannte Silberarbeit. Doch Robin erkennt bald, dass das akademische Paradies nicht frei ist von Macht, Kolonialismus und Gewalt.

😲

Wir erleben die Ereignisse hauptsächlich aus Robins Perspektive. Er befindet sich stets in einem inneren Konflikt: er fühlt sich als Fremder in einer Welt, die ihn duldet, aber nie ganz annimmt. Doch darf man sich die Veränderung eines Systems wünschen, obwohl man selbst Teil davon ist und davon profitiert?

🤔

Zusätzlich bekommt jede:r seiner Freund:innen ein eigenes Kapitel, durch das wir sie näher kennenlernen, ihre Vergangenheit und ihre Beweggründe besser verstehen. Im Prinzip mochte ich die Dynamik zwischen ihnen, aber irgendwie gibt es untereinander auch immer wieder Ungereimtheiten, die ihre Freundschaft auf die Probe stellen.

🥺

Das Thema Sprache, deren Bedeutung, Einfluss, Herkunft und Entwicklung sowie Übersetzungen nehmen einen unheimlich großen Teil der Geschichte ein. Ich finde das alles zwar sehr interessant, aber durch zahlreiche Fußnoten, historische Bezüge und sprachtheoretische Überlegungen auch ziemlich anspruchsvoll. Außerdem sorgen diese Ausführungen dafür, dass alles eher langatmig wirkt.

🗣️

Zum Glück nimmt das Buch im letzten Drittel ein bisschen Fahrt auf, da wird es dann teilweise sogar ganz schön heftig. Dennoch hat es für mich definitiv zu viele Längen, da hätte man echt einiges komprimieren können. Ich bin froh das Hörbuch gehört zu haben, das macht es meiner Meinung nach einfacher allem zu folgen.

🎧

Besonders aufgeregt haben mich der Rassismus, die Stellung der Frauen, das Ungleichgewicht der Gesellschaft, die Ausbeutung von Minderheiten und die damit einhergehenden Ungerechtigkeiten. Somit ist „Babel“ kein Wohlfühlbuch – es ist ein wütendes Manifest über Sprache als Machtinstrument und ein Dark-Academia-Roman, der Magie, Kolonialkritik und Sprachwissenschaft geschickt vereint.

👍🏻

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Dieses Buch ist leise, queer, intensiv.

Wir sind wild und wunderbar
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2.500 Meilen Wanderweg. Zwei verletzte Herzen. Eine langsame, zärtliche Annäherung.

💞

Alexei flieht nach seinem Coming-out auf den Pacific Crest Trail – allein, wütend, verletzt. Dann trifft er Ben: ...

2.500 Meilen Wanderweg. Zwei verletzte Herzen. Eine langsame, zärtliche Annäherung.

💞

Alexei flieht nach seinem Coming-out auf den Pacific Crest Trail – allein, wütend, verletzt. Dann trifft er Ben: offen, laut, frei. Zwischen Sonnenaufgängen, Schneefeldern und stillen Momenten lernen sie, sich selbst (und vielleicht auch einander) zu lieben.

🥰

Wir erleben die Ereignisse aus den Perspektiven beider Protagonisten. Alexei ist ruhig und in sich gekehrt. Er ist gerne alleine. Er möchte den Trail nutzen, um zu reflektieren, die Ablehnung durch seine Eltern zu verarbeiten und die Zukunft zu planen. Ben hingegen ist extrovertiert, lebensfroh, und dennoch ebenfalls sehr verletzlich. Er hat schon einige unschöne Beziehungen hinter sich und möchte jetzt erstmal Single bleiben. Beide bringen dementsprechend ihre eigenen Probleme und Ängste mit. Ihre Liebesgeschichte ist subtil, glaubwürdig und trifft direkt ins Herz.

❤️

Der Pacific Crest Trail bietet eine kraftvolle und atmosphärische Kulisse: Schnee, Wüsten, Wälder, Berge, Flüsse und Seen. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft und wunderschön, da bekommt man direkt Fernweh. Zum Ende hin lässt das Tempo allerdings ein wenig nach und der Fokus verschiebt sich von der Wanderung hin zu persönlicher Reflexion, Charakterentwicklung und zwischenmenschlichen Beziehungen, was das ursprüngliche Abenteuergefühl etwas abschwächt.

🏞️

Natürlich geht es um wichtige Themen: Coming‑Out, Homophobie, toxische Beziehungen, Selbstfindung und Selbstliebe, Vertrauen. Alles sehr authentisch und berührend.

🥺

Dieses Buch ist leise, queer, intensiv. Es erzählt von Identität, Schmerz, Nähe – und vom Mut, wild und wunderbar zu sein.

💗

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Manchmal braucht man nur den richtigen Menschen, um abzuheben

Triff mich über den Wolken
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Olive hat Flugangst und klammert sich grade panisch an ihrer Armlehne fest, als der Pilot einen medizinischen Notfall ausruft. Als Krankenschwester ergreift sie sofort die Initiative und rettet damit ein ...

Olive hat Flugangst und klammert sich grade panisch an ihrer Armlehne fest, als der Pilot einen medizinischen Notfall ausruft. Als Krankenschwester ergreift sie sofort die Initiative und rettet damit ein Leben. Leider wird ihr Flug danach ersatzlos gestrichen. Zum Glück bietet Copilotin Stella ihr eine Mitfahrgelegenheit an und die beiden verbringen einen wundervollen Tag zusammen. Überraschenderweise bittet Stella sie anschließend darum ihre Fake-Freundin zu werden. Und so endet das, was als Notfall begonnen hat in einer Fake-Beziehung - allerdings mit echten Gefühlen.

💘

Wir erleben die Ereignisse aus Olives Sicht. Sie zeigt sich verletzlich und emphatisch, ihre Ängste, besonders vor dem Fliegen, werden eindrucksvoll und nachvollziehbar beschrieben. Nach dem Unfall ihres Bruders ist in ihrer Familie und in ihrem Leben nichts mehr wie es war und das nimmt sie sehr mit.

😢

Stella hingegen ist selbstbewusst und ehrgeizig. Aber sie macht sich auch große Sorgen um ihren kranken Vater und ist somit hin- und hergerissen zwischen ihrer Karriere und dem Verantwortungsgefühl ihrer Familie gegenüber. Die Chemie zwischen ihr und Olive stimmt sofort, die aufkeimenden Gefühle wirken authentisch.

💖

Die meisten Nebenfiguren bleiben jedoch eher flach, bestimmte Konflikte fühlen sich sehr konstruiert an. Außerdem frage ich mich wirklich, was mit Olives schrecklicher Familie los ist! Leider werden einige Nebenhandlungen ebenfalls nicht befriedigend aufgelöst.

🤔

Themen wie Karriere, Verantwortung, Krankheiten, Verlust, Trauer, Depressionen, Ängste und Panikattacken spielen eine große Rolle.

🥺

Insgesamt finde ich das Buch charmant, unterhaltsam und sehr emotional. Ich mag die queere Repräsentation sowie das Fake-Dating Trope. Zwischen Flugangst, Herzklopfen und Selbstzweifeln entsteht eine zarte Romanze, die zeigt: Manchmal braucht man nur den richtigen Menschen, um abzuheben.

🛫

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