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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Mischung aus Tiefsee-Abenteuer, Dystopie und schwarzem Humor

Swallowed
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2072, nach der Apokalypse: Tiefseepiraten entführen die brillante Wissenschaftlerin Tatjana. Doch es geht um mehr als ihre Freiheit, denn ihre Erfindung ist die letzte Hoffnung, die Erdoberfläche wieder ...

2072, nach der Apokalypse: Tiefseepiraten entführen die brillante Wissenschaftlerin Tatjana. Doch es geht um mehr als ihre Freiheit, denn ihre Erfindung ist die letzte Hoffnung, die Erdoberfläche wieder bewohnbar zu machen. Kann sie entkommen und diesen Traum verwirklichen oder geht alles in den Tiefen des Meeres verloren?

🪼

Die Menschheit hat sich nach einem Atomkrieg in die Tiefsee geflüchtet. Das Setting ist ebenso düster, wie faszinierend. Die Vorstellung von Seeungeheuern, Unterwasserstädten, bizarren U-Booten und anderen fortschrittlichen Technologien, die ein Leben unter Wasser möglich machen, ist wirklich sehr spannend.

🌊

Dabei treffen wir auf durchgeknallte Piraten, die mit wachsender Begeisterung dem Alkoholkonsum frönen und uns mit spritzigen Wortgefechten und Sarkasmus unterhalten. Die Figuren sind interessant und oft bewusst überzeichnet, was gut zur satirischen Grundstimmung passt. Wir finden immer wieder ernstere Themen wie Machtränkeleien, Wissenschaft und deren Folgen sowie gesellschaftskritische Anspielungen.

👍🏻

Der Schreibstil ist ungewöhnlich und manchmal etwas fordernd, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, wird man mit einer originellen und ziemlich abgefahrenen Geschichte belohnt. Ich feiere die nautisch angepassten Begriffe, Redewendungen und Wortneuschöpfungen.

🤪

Bei dem Pseudonym L. X. Wilhelm handelt es sich übrigens um ein Autoren-Duo. Es überzeugt mit diesem Auftakt der Reihe und bietet uns eine kreative und chaotische Mischung aus Tiefsee-Abenteuer, Dystopie und schwarzem Humor.

❤️

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Unheimlich, düster und beklemmend

Das gierige Haus
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Ein verlassenes Haus, das seit den 70er-Jahren immer wieder Menschenleben fordert. Jessie, deren Schicksal untrennbar mit diesem Haus verbunden ist nachdem ihr kleiner Bruder nach einer Mutprobe darin ...

Ein verlassenes Haus, das seit den 70er-Jahren immer wieder Menschenleben fordert. Jessie, deren Schicksal untrennbar mit diesem Haus verbunden ist nachdem ihr kleiner Bruder nach einer Mutprobe darin verschwindet und nicht wieder herauskommt.

🏠

Wir begleiten vor allem Jessie über mehrere Jahre und erleben mit ihr welches Grauen das Haus verbreitet. Sie ist wie besessen von der Geschichte des Gebäudes und sammelt alle Informationen darüber. Im Zuge dessen gibt es ein paar Rückblenden, in denen ihr berichtet wird, was den Betreffenden im Haus passiert ist. Diese lassen die Haare zu Berge stehen. Man könnte sich wirklich fragen, warum nicht alle sofort das Weite suchen. Hier zeigt sich, dass grade das Verbotene und die Gefahr einen faszinierenden Sog ausüben. Jessie macht im Verlauf eine große Entwicklung durch: von einem verletzten und renitenten Teenager zu einer verantwortungsvollen und mutigen jungen Frau. Es gibt noch einige andere liebenswerte und interessante Charaktere, besonders Jessies Found Family habe ich ins Herz geschlossen.

🤨

Die Autorin beeindruckt wieder mit ihrem besonderen Schreibstil, der mich jedes Mal direkt in seinen Bann zieht. Besonders stark finde ich die Atmosphäre: durchgehend unheimlich, düster und beklemmend. Das Haus selbst wirkt nicht nur wie ein Ort, sondern wie ein lebendiges Wesen mit eigenem Willen. Es gibt einige Schockmomente, die Spannung lebt aber eher von einer konstanten, unterschwelligen Bedrohung, die unter die Haut geht. Dennoch wird es stellenweise ziemlich blutig und brutal.

😱

Die Themen Trauer, Schuld, Wut und schwierige Familienverhältnisse ziehen sich konsequent durch die Handlung und verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe.

🥺

Perfekt für alle, die mysteriöse Orte, düstere Geheimnisse und starke Protagonistinnen mögen.

👍🏻

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Wohlfühlatmosphäre, Charakterentwicklung und leise Spannung

The House Witch 1
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Finlay ist der neue Koch am königlichen Hof von Daxaria. Schnell wird klar, dass er mehr ist als nur ein talentierter Küchenmeister: Als Haushexer verfügt er über eine besondere Form der Magie, die sich ...

Finlay ist der neue Koch am königlichen Hof von Daxaria. Schnell wird klar, dass er mehr ist als nur ein talentierter Küchenmeister: Als Haushexer verfügt er über eine besondere Form der Magie, die sich auf Schutz, Komfort und das „Zuhause“ konzentriert. Während er versucht, seine Fähigkeiten geheim zu halten, wird er zunehmend in die Machtspiele am Hof hineingezogen.

👨‍🍳

Ich mag die warme und gemütliche Atmosphäre. Der Fokus liegt weniger auf actiongeladenen Ereignissen als auf zwischenmenschlichen Beziehungen, Alltagsmomenten und emotionaler Entwicklung. Die vielen Szenen rund ums Kochen lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen und sorgen für zusätzliche Behaglichkeit. Ich liebe auch die magischen Elemente.



Doch hinter der ruhigen Oberfläche verbergen sich Intrigen und politische Konflikte, die die Handlung vorantreiben und eine unterschwellige Bedrohung verursachen. Und natürlich könnte auch sein Geheimnis Fin zum Verhängnis werden.

🤫

Die Figuren sind vielschichtig gestaltet – besonders Fin überzeugt als sympathischer, geheimnisvoller Protagonist, dessen Wunsch nach einem sicheren Zuhause berührt. Auf der anderen Seite schafft er es aber mit seiner zunächst unnahbaren, freundlichen aber doch ziemlich bestimmten Art zuverlässig Leute vor den Kopf zu stoßen. Obwohl er möglichst für sich allein bleiben möchte, sorgt grade diese dafür, dass die Menschen ihm die Tür einrennen und sich für ihn interessieren. Es ist bewundernswert wie er sich für alle einsetzt, die ungerecht behandelt werden oder Hilfe benötigen.

❤️

Ich mag es wie das Küchenteam zusammenwächst, füreinander einsteht und sich alle Charaktere zum Positiven entwickeln. Meine Favoriten sind definitiv Kater Kraken und Prinz Eric. Übrigens erleben wir die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.

🐈‍⬛

Es handelt sich um den Auftakt einer Fantasy Reihe, von der es mindestens drei Bände geben wird. Es ist ein charmantes, humorvolles und herzerwärmendes Buch, das auf epische Schlachten verzichtet und eher durch Wohlfühlatmosphäre, Charakterentwicklung und leise Spannung punktet. Wer die Bücher von Sarah Beth Durst mag (beispielsweise Spellshop und The enchanted Greenhouse), wird auch The House Witch gerne lesen.

🥰

Da ich das Hörbuch gehört habe, weiß ich nicht genau, ob das Buch eine Triggerwarnung enthält. Diese kann man aber im Internet nachlesen, was ich gegebenenfalls auch empfehlen würde.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Wird immer düsterer, je mehr man erfährt

Revenge
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Ein Schuss in einer Tankstelle verändert alles: Vince wird schwer verletzt, Sara und Liv müssen alles mit ansehen. Während die Polizei ermittelt, kämpfen sie mit ihrer Vergangenheit und erkennen, dass ...

Ein Schuss in einer Tankstelle verändert alles: Vince wird schwer verletzt, Sara und Liv müssen alles mit ansehen. Während die Polizei ermittelt, kämpfen sie mit ihrer Vergangenheit und erkennen, dass Vertrauen gefährlich sein kann. Sie geraten in einen Strudel aus Geheimnissen, Angst und unangenehmen Wahrheiten.

😱

Die Handlung beginnt dramatisch mit dem Schuss und zieht Lesende direkt in ihren Bann. Durch Perspektivenwechsel, Rückblicke und relativ kurze Kapitel wird der Spannungsbogen konstant oben gehalten. Am Ende entsteht letztendlich ein schockierendes Gesamtbild. Der Schreibstil ist modern und leicht zu lesen, was gut zur Zielgruppe passt.

👍🏻

Die Charaktere wirken authentisch und emotional greifbar. Ihre inneren Konflikte sorgen dafür, dass man mit ihnen mitfiebert. Auf mich wirken die Protagonist:innen in ihren Handlungen allerdings deutlich älter als sie sind (16-17 Jahre). Angesichts dessen, finde ich es schon krass, was da so abgeht.

😯

Große Themen sind Gewalt und Trauma, Schuld und Vertrauen. Die Darstellung ist teilweise sehr intensiv, was ich für einen Jugendthriller schon heftig finde. Daher würde ich sagen, dass das Buch eher für ältere Jugendliche geeignet ist. Außerdem wäre es ratsam sie Triggerwarnung zu beachten.

🫢

Revenge ist ein packender Jugendthriller, der immer düsterer wird, je mehr man erfährt und der definitiv seinem Titel gerecht wird.

💔

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Komplett anders als erwartet

Träume aus Salz
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Eigentlich sind Flo und Matty glücklich. Gemeinsam verbringen sie ihren Urlaub auf einer griechischen Insel – Sonne, Meer und Leichtigkeit inklusive. Doch unter dieser Oberfläche brodelt etwas: ein unausgesprochenes ...

Eigentlich sind Flo und Matty glücklich. Gemeinsam verbringen sie ihren Urlaub auf einer griechischen Insel – Sonne, Meer und Leichtigkeit inklusive. Doch unter dieser Oberfläche brodelt etwas: ein unausgesprochenes Geheimnis, das Flo zunehmend belastet. Die Begegnung mit der Kartenlegerin Sofia ändert alles und Flo beginnt sich mit ihrer Vergangenheit und verdrängten Wahrheiten auseinanderzusetzen.

🤫

Ich muss schon sagen, dass ich zwiegespalten bin. Einerseits gefällt mir Griechenland als Setting sehr, ebenso wie dessen atmosphärische Beschreibungen und die daraus entstehende Urlaubsatmosphäre. Die Themen Tarot, Astrologie, Träume, griechische Mythologie finde ich sehr spannend, auch wenn ich zum Kartenlegen an sich keinerlei eigenen Bezug oder davon Ahnung habe. Letztendlich kam das alles aber irgendwie zu kurz.

🃏

Der Schreibstil war stellenweise echt gelungen, dann aber wieder eher holprig und distanziert. Daher blieben die Charaktere für mich nicht greifbar, wirkten eher diffus. Besonders sympathisch wurde mir keiner von ihnen. Die Liebesgeschichte fühle ich ebenfalls persönlich nicht wirklich.

😯

Flos Unsicherheiten und innere Konflikte werden nachvollziehbar dargestellt. Gleichzeitig fragt man sich, wieso sie immer alles zurückhält und schweigt. Ihre Perspektive zeigt, wie schwer es sein kann, sich den eigenen Wahrheiten zu stellen und diese dann auch auszusprechen.

🥺

Am Ende kam weder ein Knall, noch fand ich das gelüftete „Geheimnis“ tatsächlich dramatisch. Dafür, dass es im Prolog derart angeteasert und über 300 Seiten aufgebauscht wurde, bin ich echt etwas enttäuscht. Klar, für Flo ist das ein großes Problem und Trauma, aber als Außenstehende fühlt sich das Ganze eben nicht so extrem an. Einzig der Umgang damit und die Art und Weise wie es aufgedeckt wird, ist für mich fragwürdig.

🫢

Wir finden hier Themen wie Selbstfindung, Identität, komplizierte Familienverhältnisse und Traumata. Insgesamt habe ich mir etwas mehr erhofft, schade.

❤️‍🩹

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