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Veröffentlicht am 04.07.2026

Persönlichkeitsformung aus Mosaiksteinen

Das Mosaik der Frauen
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Nadim Suri ahnt das sein Leben dem Ende entgegen geht. Schwer herzkrank liegt er im Krankenhaus und möchte, dass seine Erinnerungen aufgeschrieben werden. Said, wie er ein Flüchtling aus Damaskus und literarisch ...

Nadim Suri ahnt das sein Leben dem Ende entgegen geht. Schwer herzkrank liegt er im Krankenhaus und möchte, dass seine Erinnerungen aufgeschrieben werden. Said, wie er ein Flüchtling aus Damaskus und literarisch bewandert, kommt jeden Tag und notiert, was Nadim über sein unruhiges Leben zu berichten hat. Politisch verfolgt täuscht er seinen eigenen Tod vor um in Deutschland, durch seine Mutter besitzt er auch die deutsche Staatsbürgerschaft, ein neues Leben zu beginnen. Seine erste Liebe Salma wurde in Syrien vom Geheimdienst ermordet und mit seiner Mutter kann er nur über Umwege kommunizieren. Er rettet sich in seine Arbeit als Übersetzer und Dolmetscher und lernt viele Frauen kennen. Von allen nimmt er Lebensweisheiten mit, die sich wie Mosaiksteine zu seinem Weltbild zusammensetzen und seine Persönlichkeit formen. Jeder dieser Frauen ist ein Kapitel gewidmet, fast wie in 1001 Nacht aufgebaut. Er erlebt kleine und große Lieben, Ausnutzen seiner Großzügigkeit und Verlust durch Tod und Verlassen werden. Die Erzählen dieser Lieben ist eingebunden in die politischen und gesellschaftlichen Begebenheiten in arabische Länder, hauptsächlich Syrien, aber auch in Deutschland.
Der Schreibstil Schamis gefällt mir sehr gut, mehr über die Politik und Kultur Syriens zu erfahren bereichert die Handlung, die auf Grund der Vielzahl an Frauengeschichten, auch nur aus männlicher Sicht erzählt, ein wenig zu langatmig ausfällt.

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Veröffentlicht am 04.07.2026

Politiker mit Schwächen und Stärken

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Armin Laschet freut sich, dass er statt Bundeskanzler nun Bundespräsident geworden ist. Seinen Einzug ins Schloss Bellevue hat er sich jedoch anders vorgestellt. Sein Amtsvorgänger wollte keinen Fuß mehr ...

Armin Laschet freut sich, dass er statt Bundeskanzler nun Bundespräsident geworden ist. Seinen Einzug ins Schloss Bellevue hat er sich jedoch anders vorgestellt. Sein Amtsvorgänger wollte keinen Fuß mehr hineinsetzen und so erkundet er die Räumlichkeiten um dort auf seltsame Personen zu stoßen. Nebenbei beherbergt das Schloss auch Geheimagenten, die durch den Präsidenten überall mit hingeschleust werden können. Glücklicherweise ist da auch Kimmi, das Nachbarskind aus der Aachener Reihenhaussiedlung, die für seinen Social Media Auftritt engagiert wurde und ihn immer noch Onkel Laschi nennt. Doch so nebenbei ist sie auch Geheimagentin. Als gleich am ersten Tag ein Anschlag auf Laschet erfolgt, überschlagen sich die Ereignisse und auch Laschet muss in Aktion treten.
Völlig überdreht, sehr witzig und in einem Rutsch gut zu lesen. Besonders das Battle zwischen Lachet und Söder hat mir sehr gut gefallen. Hier werden Politiker mit all ihren Schwächen, auch manchen Stärken gezeigt, jedoch nie verletzend oder unter der Gürtellinie. Einzig die Handlung rund um die Maus waren zu viel des Guten. Gegenüber der Serie um Miss Merkel fehlte es ein wenig an Tiefgründigkeit.

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Veröffentlicht am 04.07.2026

Episoden aus der Heidestraße

Die Straße
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Die Heidestraße steht Namens gebend für jede andere durchschnittliche Straße in einer durchschnittlichen Stadt mit ihren Bewohnern. Das Straßenfest, wie jedes Jahr im November steht an und der Festausschuss ...

Die Heidestraße steht Namens gebend für jede andere durchschnittliche Straße in einer durchschnittlichen Stadt mit ihren Bewohnern. Das Straßenfest, wie jedes Jahr im November steht an und der Festausschuss ist mit den Plänen beschäftigt. Gerade ist ein neuer Mieter dazugekommen, neben der kleinen Wohnung auch mit Räumlichkeiten für ein Antiquariat. Das Leben und Sterben im Altersheim, aus Sicht der älteren Bewohner wie auch der Heimleiterin, wird uns von dem jeweiligen Protagonisten aus ihrer Sicht erzählt. Der Bäckerladen, der Blumenladen und einige der dort Wohnenden berichten uns aus ihrem Leben. Der demenzkranke Pfarrer, für den nun nun neuer kommen muss.
Ein ganzes Jahr vergeht während wir in Episoden und nur kleinen Schnipseln aus Sicht der Menschen ihr Leben, Lieben, Leiden und auch Sterben mitverfolgen. Um den roten Faden nicht zu verlieren ist ein genaues Lesen unerlässlich, nicht immer erkennt man sofort, wer uns gerade etwas mitteilen möchte. Wenn man sich jedoch darauf erfährt man viel über unterschiedlichste Lebensweisen der Bewohner der Heidestraße.

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Veröffentlicht am 04.07.2026

die Kleinsten ganz groß

Bakterien – die heimlichen Helden
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Peter Wohlleben nimmt uns mit in die Welt der Bakterien, Lebewesen, Einzeller, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Dabei sind sie bereits kurz nach Entstehung der Erde auf dieser heimisch und können ...

Peter Wohlleben nimmt uns mit in die Welt der Bakterien, Lebewesen, Einzeller, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Dabei sind sie bereits kurz nach Entstehung der Erde auf dieser heimisch und können mit extremsten Bedingungen klarkommen. Bis vor einigen Jahren verband uns mit dem Begriff Bakterien nur negatives, sind machen krank, sind unhygienisch. Doch ohne sie könnten wir überhaupt nicht leben und nicht nur wir, alle Pflanzen und Tiere benötigen Bakterien zum Leben. Es wird davon ausgegangen, dass erst die Bakterien ein Leben auf der Erde ermöglichten. Woher sie kamen ist noch nicht ausreichend erforscht, vom Mars oder lebten und leben sie unter dem Eis der Jupitermonde? Um die menschlichen Umweltsünden auszumerzen sind sie im ständigen Einsatz für eine lebenswerte Zukunft, denn benötigen auch uns für ihr eigenes Leben.
Hochinteressant, aus unterschiedlichen Blickwinkeln, über die Entwicklung und die Auswirkungen der Bakterien, über neue Ansätze in der Forschung wird uns eine für die meisten unbekannte Welt unterhaltsam und leicht verständlich nahegebracht.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Gottesfürchtigkeit

John of John
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Cal soll wieder zurück nach Hause, nach Falaby, einem kleinen Ort in den äußeren Hebriden. Seiner Großmutter Ella geht es schlecht und so verlässt Cal Edinburgh, wo er nach seinem Textilstudium ohne Job ...

Cal soll wieder zurück nach Hause, nach Falaby, einem kleinen Ort in den äußeren Hebriden. Seiner Großmutter Ella geht es schlecht und so verlässt Cal Edinburgh, wo er nach seinem Textilstudium ohne Job und Wohnung nicht glücklich war. Doch zu Hause erwartet ihn auch sein strenger Vater John, stark im presbyterianischem Glauben verankert. Cal eckt durch seine langen und gefärbten Haare an und wagt es nicht, seinem Vater seine Homosexualität zu beichten, obwohl dieser ihn zu einer Ehe drängt. John selbst ist geschieden von Grace, die Mann und Kind für seinen Bruder verlies und Ella, Grace Mutter, hat Cal erzogen. Das Haus, in dem John als Schafzüchter und Tweedweber wohnt, gehört Ella, die es ihrer Tochter überschreiben möchte. Wo soll John dann leben? Sein Nachbar Innes, zu dem er ein sehr inniges Verhältnis hat, bietet ihm Räumlichkeiten an, doch dieses kann John nicht annehmen. Wie würde das aussehen, da könnten ja die anderen Kirchenmitglieder glauben, er wäre schwul, das darf nicht sein, das ist nicht gottgefällig.
So tragen beide, Cal und John, ihre Andersartigkeit mit sich selbst aus, immer auf der Suche nach einem Weg zwischen Pflicht und Glück.
Der Roman beschreibt das karge und einfache Leben auf der schottischen Insel, der Gemeinschaft und Hilfe untereinander. Jeder kennt jeden und so ist es schwierig, ein Geheimnis für sich zu behalten. Gottesfürchtigkeit steht vor Mitgefühl, denn der Glaube steht über allem. Trotz der Länge des Romans bei gleichzeitig wenig Handlung langweilt er auf keiner Seite. Ganz hervorragend geschrieben.

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