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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2019

Erstklassige Satire

Er ist wieder da
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Adolf Hitler erwacht im Sommer 2011 erneut zum Leben. Ohne Eva,ohne Partei, ohne Krieg. Unter tausenden Ausländern und Angela Merkel. Er hat keine Ahnung wie er hier zurückgekommen ist und versteht die ...

Adolf Hitler erwacht im Sommer 2011 erneut zum Leben. Ohne Eva,ohne Partei, ohne Krieg. Unter tausenden Ausländern und Angela Merkel. Er hat keine Ahnung wie er hier zurückgekommen ist und versteht die Welt nicht mehr. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit startet er eine neue Karriere als Comedian - und die Menschen feiern und bejubeln ihn.


"Er ist wieder da" ist der erste Roman von Timur Vermes den er nicht als Ghostwriter veröffentlicht hat, und er ist es definitiv Wert gelesen zu werden.
Der Charakter Hitler ist erschreckend real und wirklich gut recherchiert, was aber auch zu erwarten war da der Autor Geschichte studierte. Trotz aller Schwierigkeiten die er mit zB der neuen Technik hat ist dieser Hitler keine Witzfigur.
Die Reaktionen der Menschen aus Berlin-Mitte sind plausibel - niemand möchte glauben das es der echte Hitler ist, was gravierende Folgen hat. In seiner neuen Karriere als Comedian tritt er ebenfalls im Fernsehen auf, mit Millionen Publikum. Er wird trotz seiner extrem rassistischen Aussagen, oder vielleicht gerade dafür, in den Himmel gelobt. Auch wenn die Situation noch so komisch ist, sobald man anfängt das Buch mit der Realität zu vergleichen bleibt einen das Lachen stecken.

Vermes hat einen sehr flüssigen Schreibstil der sich ohne Probleme durchgehend lesen lässt. Allerdings kommen sehr viele Monologe vor und die Handlung verliert sich dadurch ein bisschen.

Fazit:

Ein erstklassiger Roman der gerade zur heutigen Zeit sehr realistisch und plausibel ist. Ebenso trägt er dazu bei seine eigenen Gedanken und Aktionen noch mal zu überdenken. Wirklich jedem zu empfehlen


Ich habe dieses Buch vor mehreren Monaten gelesen und es bleibt mir definitiv im Gedächtnis

Veröffentlicht am 08.06.2019

Nick der Antiheld

London Killing
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Der Polizist Nick Belsey versinkt im Chaos, hat Schulden ohne Ende, kein Dach mehr über dem Kopf und ein Disziplinarverfahren am Hals. Bevor er seinen Plan sich aus dem Staub zu machen in die Tat umsetzen ...

Der Polizist Nick Belsey versinkt im Chaos, hat Schulden ohne Ende, kein Dach mehr über dem Kopf und ein Disziplinarverfahren am Hals. Bevor er seinen Plan sich aus dem Staub zu machen in die Tat umsetzen kann, landet der Fall von Alexei Devereux auf seinem Schreibtisch: ein vermisster russischer Oligarch. Und schon reift in Nicks Kopf eine neue Idee: die Identizät des Vermissten könnte ihm helfen sich aus London abzusetzen. Doch er ist nicht der einzige mit diesem Gedanken. Nick nistet sich in Devereuxs Villa, ein und fängt an auf eigene Faust zu ermitteln. Draufgängerisch, kaltschnäuzig und immer an der Grenze zur Illegalität.

"London Killing" von Oliver Harris ist der Auftakt einer Reihe.

Nick Belsey merkt man bei seinem Verhalten eigentlich nicht an das er Polizist ist, ziemlich egal was er gerade macht. Überall hat er seine zwielichtigen Kontaktpersonen, die er natürlich auch nutzt. Es ist interessant zu sehen wie ein Antiheld auf seinen ganz eigenen verkehrte Art und Weise versucht das richtige zu tun. Und Oliver Harris' Schreibstil passt wirklich fabelhaft dazu. Schnell und atmosphärisch.

Allerdings muss ich zugeben dass das Buch erst ab ungefähr der Hälfte wirklich an Fahrt aufnimmt, hätte man etwas kürzer gestalten können.
Doch wenn man davon absieht ist "London Killing" ein hervorragender Thriller mit hoffentlich genauso hervorragenden Nachfolgern.

Veröffentlicht am 30.05.2019

"Ich höre 101Punkt5..."

Amokspiel
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Es sollte ihr letzter Tag werden. Ira Samin, Kriminalpsychologin, hat alles sorgfältig für ihren Selbstmird vorbereitet. Doch dann durchkreuzt ein Einsatz ihre Pläne - sie wird zu einer brutalen Geiselnahme ...

Es sollte ihr letzter Tag werden. Ira Samin, Kriminalpsychologin, hat alles sorgfältig für ihren Selbstmird vorbereitet. Doch dann durchkreuzt ein Einsatz ihre Pläne - sie wird zu einer brutalen Geiselnahme in einem Radiosender gerufen. Der Pschopath legt das Leben seiner Geiseln in die Hände wahllos angerufener Zuhörer. Und er verlangt Leoni, seine vor Monaten gestorbene Verlobte, wieder zu sehen. Iran beginnt mit einer aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen von Menschen zu hören.

"Amokspiel" ist das zweite Werk des heutigen Bestsellerautors Sebastian Fitzek. Solide Grundidee, guter spannungsaufbau.
Ich flog geradezu durch das Buch, keine einzige Seite war langweilig. Fitzek versteht es einfach einen Pageturner zu schreiben. Ich fieberte wirklich mit ob Ira es schaffen würde Jan umzustimmen. Die Auflösung hat mich dann wirklich aus den Socken gehauen.

Die Charaktere waren realistisch gehalten und ihr Handeln logisch. Selbst Jan, der Psychopath, hat zu einem gewissen grad nachvollziehbar gehandelt.

Fazit

Ein stabiler Psychothriller der mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Und für alle Fitzek Fans zu empfehlen.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Ein reißerisches Familiendrama

Weißglut
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Sayre Hoyle hat sich geschworen nie wieder nach Destiny zurückzukehren. Niemals mehr Kontakt zu ihrer Familie.
Doch dann erreicht sie eine schreckliche Nachricht und es dauert nicht lange bis sie am Grab ...

Sayre Hoyle hat sich geschworen nie wieder nach Destiny zurückzukehren. Niemals mehr Kontakt zu ihrer Familie.
Doch dann erreicht sie eine schreckliche Nachricht und es dauert nicht lange bis sie am Grab ihres Bruders steht. Als die Polizei anfängt von Mord zu reden, spricht für Sayre alles dafür das der Mörder aus der eigenen Familie kommt. Sie fängt an nach der Wahrheit zu suchen, gegen ihren Entschluss Destiny sofort wieder zu verlassen. Und gegen den Willen von Beck Merchant, dem Anwalt der Familie. Wie magnetisch fühlt sich Sayre zu ihm hingezogen, doch ihm zu vertrauen wäre tödlich, schließlich gehört er quasi zu ihrer Familie.

"Weißglut" (Erstausgabe 2004) ist ein hervorragender Thriller der US-Amerikanischen Autorin Sandra Brown, und noch dazu der erste den ich von ihr lese. Mit einer Mischung aus Thriller und erotischer Spannung, die in diesem Buch keineswegs fehl am Platz ist, hat sie definitiv einen weiteren Leser gewonnen.

Sayre Hoyle ist eine erstklassige Protagonistin. Ausdrucksstark, frech, wild, stur, durchsetzungsfähig, und trotz allem sympathisch. Sie ist einfach eine starke Persönlichkeit. Man merkt gleich zu Anfang wie wenig sie ihre Familie leiden kann und egal wie viel Mühe man sich gibt ihren Bruder Chris Holye oder gar ihren Vater Huff zu mögen, Sayre schafft es immer wieder die beiden in ein noch schlechteres Licht zu rücken. Aber sie ist auch einfühlsam und versucht dem Ort sowas wie Gerechtigkeit zu bringen.

Die Story Idee ist vielleicht nicht besonders Originell, da es, wie in fast jeden Thriller, darum geht einen Mord aufzuklären. Aber da die Charaktere fast durchgehend unter Strom stehen gibt das der Geschichte den nötigen Reiz. Nicht zu vergessen die prickelnde Atmosphäre zwischen Sayre und Beck Merchant. Ebenso gibt es diverse Widersacher, wie zum Beispiel Slap Watkins, die der Familie das Leben noch schwerer machen.

Fazit:

Ich bin relativ schwer in die Geschichte reingekommen, aber nach einer Weile war ich wirklich gefesselt und wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Ein wirklich reißerisches Familiendrama.