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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2022

Regt zum Nachdenken an

Lovely Planet
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In diesem Buch versucht sich die Autorin Maria Kapeller der Frage „Warum reist der Mensch?“ Auf den Grund zu gehen. In sieben Kapiteln bemüht sie sich, Antwort darauf zu finden.

Warum reisen wir so maßlos?
Welche ...

In diesem Buch versucht sich die Autorin Maria Kapeller der Frage „Warum reist der Mensch?“ Auf den Grund zu gehen. In sieben Kapiteln bemüht sie sich, Antwort darauf zu finden.

Warum reisen wir so maßlos?
Welche Folgen hat unsere Reiselust?
Warum dürfen wir uns in Dankbarkeit verneigen?
Wie erschaffen wir einen neuen Reiserealismus?
Welche Wege gibt es, um umweltverträglicher zu reisen?
Wie wachsen wir beim Reisen innerlich?
Was, wenn wir das Reisen neu erfinden?

Maria Kapeller nähert sich dem Thema Reisen philosophisch an. Sie beleuchtet unter anderem die Auswirkungen auf die Einheimischen, die von Touristen häufig bestaunt werden. Die Bedeutung von (Flug)Reisen auf das Klima ist bereits mehrfach erforscht und trotzdem wird munter mit dem Flugzeug verreist. Sicherlich spielen Kosten für Tickets und Zeitersparnis eine Rolle, denn wenn ein Bahnticket Wien-Brüssel gleich dreimal so teuer, und die Reise fast viermal solange dauert, steigt man eher ins Flugzeug als in den Zug.

Die Kernfrage ist, „muss“ man überhaupt verreisen? Oder wecken Hochglanzbroschüren eine Sehnsucht, die es ohne dies Bilder nicht geben würde? Die letzten beiden Jahre, die coronabedingt das Reisen eingeschränkt haben, haben deutlich gezeigt, dass vor allem Fernreisen nicht wirklich lebensnotwendig sind. Manche meiner Freunde sind total unentspannt, dass sie nicht reisen durften. Für sie ist das Reisen zum Teil eine Prestigeangelegenheit, weiter, schneller und teurer. Ich persönlich kann diesem Reisefieber wenig abgewinnen.

Das Buch ist flott und flüssig geschrieben. Es regt zum Nachdenken an und das ohne den sonst üblichen erhobenen Zeigefinger. Maria Kapeller setzt sich mit den ökologischen und ökonomischen Folgen unserer Reisegesellschaft auseinander.

Fazit:

Ein Buch, das anregt, die eigenen Reisegewohnheiten zu überdenken. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 02.05.2022

Gipfel sammeln

Osttirol Summits
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Dieser Berg- und Wanderführer bietet eine vollständige Liste der jeweils höchsten Punkte aller 33 Osttiroler Gemeinden. Man kann diese „Hochpunkte“ als Berg-, Ski- oder Radtour erklimmen.

Für Flachländer ...

Dieser Berg- und Wanderführer bietet eine vollständige Liste der jeweils höchsten Punkte aller 33 Osttiroler Gemeinden. Man kann diese „Hochpunkte“ als Berg-, Ski- oder Radtour erklimmen.

Für Flachländer wie mich ist das Sammeln von Gipfeln schwer begreiflich zu machen, scheint aber die Leidenschaft vieler Bergfexe zu sein. Ob dabei nicht das Wesen einer Bergtour verloren geht? Nämlich eins sein mit der Natur.

Sei es, wie es sei, Gabriel Seitlinger weiß, worüber er schreibt, ist er doch studierter Geograf, Mitarbeiter der Salzburger Landesregierung, Abteilung Raumplanung und leidenschaftlicher Bergsteiger.

Er beschreibt bekannte und weniger bekannte Touren. Insgesamt 75 an der Zahl. Die Touren sind nach geografischen Gesichtspunkten zusammengefasst:

Venedigergruppe
Glocknergruppe
Schobergruppe
Villgratner Berge
Karnische Alpen
Lienzer Dolomiten

Bei jeder Tour ist angegeben, ob sie sich als Berg-, Ski- oder Radtour eignet. Kartenausschnitt, Angabe von Koordinaten, Anforderungen, Ausrüstung und Ausgangspunkt vervollständigen den „Steckbrief“.

Fazit:

Dieser Bergtourenführer bietet ein kompaktes Kompendium der schönsten und höchsten Berggipfel Osttirols. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.05.2022

Ein gelungener Wanderführer

Wandern mit Weitblick im Flachgau
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Dieser Wanderführer ist das erste Buch einer fünfteiligen Reihe aus dem Verlag Pustet, die das schöne Bundesland Salzburg unter die Lupe nimmt.

Autor Siegfried Hetz kenne ich schon aus anderen Publikationen. ...

Dieser Wanderführer ist das erste Buch einer fünfteiligen Reihe aus dem Verlag Pustet, die das schöne Bundesland Salzburg unter die Lupe nimmt.

Autor Siegfried Hetz kenne ich schon aus anderen Publikationen. Er präsentiert den Flachgau in 50 Routen als Wanderparadies, das auch mit dem Fahrrad erkundet werden kann.

Dazu gibt es Ausschnitte aus den entsprechenden Wanderkarten, Beschreibung der Routen und Zusatzinformationen über Sehenswürdigkeiten, denen der aufmerksame Wanderer begegnen kann: Einem tosenden Wasserfall, der vielfältigen Fauna und Flora bis zur stummen, aber umso faszinierenderen Welt der Steine und Mineralien.

Wie wir es vom Autor gewöhnt sind, weist er auf die richtige Ausrüstung hin, dann so mancher Wanderer hat schon bei einem Wetterumschwung eine böse Überraschung erlebt.

Im Vorsatzblatt findet man die Übersicht über alle Touren, fein säuberlich mit Nummern versehen.

Fazit:

Wandern mit Weitblick heißt auch wertschätzende Begegnung mit der Natur zu ihrem Schutz und unserem Wohl. Gerne gebe ich diesem Wanderführer 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.05.2022

Wieviel Weltgeschichte passt in ein Menschenleben?

Die drei Emigrationen der Sonja Berg
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„Wenn du mich fragst, wo meine Heimat ist, dann muss ich dir sagen: ich weiß es nicht. Meine Familie und anderen Verwandten sind überall auf der Welt zerstreut, in Südafrika, in Israel, den USA, England ...

„Wenn du mich fragst, wo meine Heimat ist, dann muss ich dir sagen: ich weiß es nicht. Meine Familie und anderen Verwandten sind überall auf der Welt zerstreut, in Südafrika, in Israel, den USA, England und der Schweiz. Bei Heinz ist es genauso – diese Emigrationen werden ein Stück von dir!“

Daniel Becker lernte 1987, gerade einmal 18 Jahre alt, das Ehepaar Sonja und Heinz Berg kennen, als er sich in der Schule mit der Russischen Revolution beschäftigte.

Das Ehepaar, das es gemeinsam auf fünf Emigrationen bringt, erzählt detailreich in den 1980er-Jahren ihre Lebensgeschichten in zahlreichen Treffen immer „nach acht“.

Dreimal musste Sonja emigrieren. 1918 aus Russland, 1934 aus Nazideutschland und 1962 aus dem Südafrika der Apartheid. Heinz aus Deutschland und aus Südafrika.

Das Ehepaar hat niemals den Mut verloren oder Hass entwickelt. Sie haben einfach ihre Sachen gepackt, sind gegangen und haben neu angefangen. Sie haben sich nicht beklagt. Sie haben, sagen beide unisono, Dankbarkeit gelernt. Dankbarkeit jenen Menschen gegenüber, die sie unterstützt haben und auch jenem Land gegenüber, das sie aufgenommen hat.

„Man sollte kaum glauben, dass so viel Weltgeschichte in ein Menschenleben passt.“

Erst dreißig Jahre später bringt Daniel Becker diese Lebensläufe zu Papier. Sonja und ihr Mann sind bereits 1995 bzw. 1990, verstorben, doch angesichts der aktuellen Weltlage ist das Thema Flucht und Vertreibung aktuell wie nie zuvor.

Daniel Becker begibt sich auf Spurensuche. Er kontaktiert Verwandte, Nachfahren von Freunden der beiden und fördert eine schier unüberschaubare Menge von Material zutage. Das fasziniert mich ungemein! Nach 100 Jahren so viele Briefe, Dokumente und Fotos vor sich liegen zu haben, ist erstaunlich.

Die Fülle des Materials ist es aber auch, die den 5. Stern kostet. Das seitenlange Zitieren aus Briefen hat mich ein wenig ermüdet. Hier wäre weniger wohl mehr gewesen. Aber, das ist natürlich Ansichtssache. Zahlreiche Fotos zeigen längst vergangene Tage aus dem Leben von Sonja und Heinz.

Fazit:

Eine faszinierende Geschichte einer jüdischen Familie, die dreimal emigrieren musste. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 02.05.2022

Fesselnde Einblicke

Digitale Forensik. Die Zukunft der Verbrechensaufklärung
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Als Technikerin bin ich sehr neugierig, wie die digitalen Helferleins die Kriminalisten bei der Aufklärung von Verbrechen, die oft schon Jahre her sind, unterstützen können. Daher habe ich dieses Buch ...

Als Technikerin bin ich sehr neugierig, wie die digitalen Helferleins die Kriminalisten bei der Aufklärung von Verbrechen, die oft schon Jahre her sind, unterstützen können. Daher habe ich dieses Buch mit großem Interesse gelesen.

Autor Dirk Labudde ist Bioinformatiker und Forensiker. Er wird angefordert, wenn die Kriminalisten mit ihrem Latein am Ende sind, denn

„Forensik ist eine Querschnittswissenschaft, und genau das macht sie so spannend für mich: Medizin, Biologie, Physik, Chemie, Psychologie greifen ineinander, und mittlerweile gehört eben auch die Informatik dazu“

In seinem Buch schildert er einige Fälle, die ohne seine Hilfe wohl nicht lösbar gewesen wären. Allerdings zeigt er auch die Grenzen der Wissenschaft auf. Nicht jeder Fall ist lösbar. Zudem spricht er zwischenmenschliche und ethische Probleme an, zwei Aspekte, die neben wirtschaftlichen Faktoren nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Als gelernte Vermesserin sind Laser-Scanning-Aufnahmen von Tatorten für mich eine bekannte Tatsache. Aus der gigantischen Punktwolke dann ein 3D-Abbild des Tatortes zu erstellen, bedeutet einen großen Fortschritt. Spannend finde ich die Erschaffung von digitalen Doubles, um z.B. den Sturz eines Opfers von der Brücke zu simulieren, zumal die Brücke zwischen der Tat und der aktuellen Bearbeitung des Falles umgebaut worden ist. Dass hier riesige Datenmengen erarbeitet werden, ist klar und sicherlich eine Herausforderung. Ich denke, Dirk Labudde und sein Team sind ziemlich angespannt, ob sich ihre Gedanken auch beweisen lassen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Einblick in die digitale Forensik 5 Sterne.