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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2020

Mord auf den Shetlands

Stürmische Nacht
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Dieser Krimi ist für mich der erste von Marsali Taylor und der vierte aus der Reihe um Cass Lynch und Detective Gavin Macrae.

Cass und Gavin kennen sich aus den Vorgänger-Fällen und sind noch (?) kein ...

Dieser Krimi ist für mich der erste von Marsali Taylor und der vierte aus der Reihe um Cass Lynch und Detective Gavin Macrae.

Cass und Gavin kennen sich aus den Vorgänger-Fällen und sind noch (?) kein (Liebes)Paar. Dennoch verbringen sie immer wieder Zeit miteinander. Bei einem Ausflug finden die beiden eine teilweise skelettierte Leiche. Schnell stellt sich heraus, dass der Mann ermordet wurde. Denn, um die Identifizierung zu erschweren, ist das Opfer nackt zurückgelassen worden.
Mit Cass‘ Hilfe und Spürsinn ist wenig später der Name des Toten bekannt: Ivor Hughes, ein nicht sehr glücklicher Geschäftsmann und Frauenheld.

Cass, die eigentlich Cassandra heißt, lebt auf einem Segelboot und ist eine passionierte Seglerin. Als gute Zuhörerin zieht sie ihre eigenen Schlüsse. Neben der Ehefrau, der Geliebten und einem geschassten Geschäftspartner gibt es noch andere, die auf Ivor nicht gut zu sprechen waren.

So lieber Leser, such dir einen Mörder aus.

Meine Meinung:

Das Setting dieses Krimis hat mir sehr gut gefallen - die Shetlands, eine raue Inselgruppe und das mitten im Winter. Auch, dass die Hauptfigur ein unkonventionelles Leben auf einem Segelboot führt, finde ich sehr interessant. Ich selbst bin zwar nicht seefest, aber Schiffe faszinieren mich sehr. Deshalb haben mir die verwendeten nautischen Begriffe beim Lesen genauso wenig Mühe gemacht, wie die Redewendungen aus dem Gälischen, die im Anhang erklärt sind.

Der Schreibstil ist recht bildhaft und manchmal ufert die Autorin in ihren Beschreibungen von Land und Leuten ziemlich aus. So erfahren wir einiges über oft nebensächliche Details wie über Nippes, einen Kindergeburtstag und abgewetzte Sofas, die die Handlung nicht weiterbringen.
Die Spannung baut sich sehr langsam auf und kommt erst im letzten Drittel ein wenig in Fahrt.

Die richtige Polizeiarbeit tritt eher in den Hintergrund, weil der Fokus auf der Schnüffelei von Cass liegt.

Fazit:

Auf Grund der flachen Spannungskurve sollte der Krimi eigentlich nur 2 Sterne erhalten, aber weil mir das Setting gut gefallen hat, gebe ich 3 Sterne. Wer also einen ruhigen Krimi aus dem Seglermilieu bevorzugt, ist hier richtig.

Veröffentlicht am 04.07.2020

Ein actionreicher Thriller

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge
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Dieser Krimi ist der zweite rund um die höchst unterschiedlichen Zwillingsschwester Zara und Zoë. Die eine, Zara, ist Sonderermittlerin von Europol in Den Haag, und Zoë eine Profikillerin der korsischen ...

Dieser Krimi ist der zweite rund um die höchst unterschiedlichen Zwillingsschwester Zara und Zoë. Die eine, Zara, ist Sonderermittlerin von Europol in Den Haag, und Zoë eine Profikillerin der korsischen Mafia.

Indizien und Vorahnungen, dass eine Islamistengruppe während der Sommerakademie von Friedensnobelpreisträgerin Ashrami Rafiki. einen Terrorakt verüben könnten, lassen Zara wieder zu ungewöhnlichen Gegenmaßnahmen greifen.

Wie schon im ersten Fall, tauschen die ungleichen Schwestern, die sich als eineiige Zwillinge zum Verwechseln ähnliche sehen die Rollen.

Meine Meinung:

Der Thriller ist, wie es sich für dieses Genre gehört, actiongeladen. Zahlreiche Verfolgungsjagden und Schießereien wechseln einander ab. Dazwischen gibt es - zumindest bei Zoë - auch einen kurzen Einblick in ihr aktuelles Privatleben.

Es ist wie in anderen Krimis, Thrillern oder Romanen, dass das „Böse“ eine umfassendere Beschreibung der Charaktere ergibt. Ich finde Zoë besser dargestellt als Zara, die im Gegensatz zu ihrer kriminellen Schwester ein wenig verblasst.

Das Ende ist für mich nicht ganz zufriedenstellend, aber vielleicht finde ich hierzu die Erklärung im ersten Band, auf den mehrfach hingewiesen wird. Dieses Buch möchte ich jedenfalls noch lesen.

Fazit:

Ein actionreicher Thriller, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 04.07.2020

Ein Solo für Rupert

Rupert undercover - Ostfriesische Mission
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Rupert, der Kriminalbeamte mit einem Faible für Currywurst, ist den Lesern aus der Krimi-Reihe rund um Ann-Kathrin Klaasen gut bekannt. Hier bekommt er, der sich als cooler Ermittler beim BKA sieht, endlich ...

Rupert, der Kriminalbeamte mit einem Faible für Currywurst, ist den Lesern aus der Krimi-Reihe rund um Ann-Kathrin Klaasen gut bekannt. Hier bekommt er, der sich als cooler Ermittler beim BKA sieht, endlich seine große Chance, bei der Wunschtruppe mitzuspielen.

Rupert sieht nämlich dem Sohn eines Gangsterbosses zum Verwechseln ähnlich und soll für einen gezielten Schlag gegen dessen Machenschaften in dessen Rolle schlüpfen. Es bleibt wenig Zeit zur Vorbereitung, nur ein aufgeklebtes Bärtchen und eine kurze Einführung in die Vita des Drogenbosses.

Obwohl alle Kollegen und vor allem Chefin Ann-Kathrin Klaasen der Mission skeptisch gegenüberstehen, nimmt Rupert die Herausforderung an. Dass das Angebot ausgerechnet an seinem Geburtstag kommt, findet er als besonderes Geschenk, zumal er der ungeliebten Buttercremetorte seiner ebenso ungeliebten Schwiegermutter entkommt.

Meine Meinung:

Dieser Krimi enthält, anders als die Krimis rund um Ann-Kathrin Klaasen (AKK), einige humorvolle Situationen. Rupert, der bislang eher als Maul- und Weiberheld aufgefallen ist, und dem AKK und ihre Mitarbeiter wenig zutrauen, kann sich in seiner neuen Rolldoch behaupten, auch wenn er manchmal in brenzlige Situationen gerät.

Natürlich sind solche Horuck-Undercover-Aktionen im echten polizeilichen Alltag nicht möglich. Da werden die Personen akribisch gebrieft und lange zuvor geschult. Aber, es ist ja nur eine Geschichte und da darf der Autor ja ein bisschen in die Trickkiste greifen.

Ich habe schmunzeln müssen, wie Rupert Gefallen an seiner Rolle als Boss findet. Er, der im Normalfall Anweisungen befolgen muss, darf bzw. muss sie diesmal geben. Die Zwickmühle auf diesem ungewohnten Terrain führt selbstverständlich zu komischen wie heiklen Situationen. Als vegetarisch lebender Gangsterboss hat der Fan von Currywurst und Grillkotelette das eine oder andere Mal echte Probleme, die er erstaunlich gut meistert.

Spannend sind auch die mehrfachen Perspektivenwechsel, die einen Einblick in den Familienclan des Gangsterbosses geben.

Fazit:

Ein leicht zu lesender Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe. Das richtige Buch für sommerliche Mußestunden. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.07.2020

Der Vorgänger ist besser

Regatta in den Tod
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Schauplatz dieses Krimis ist diesmal die Flensburger Förde. Beim „Glücksburg Trimarthon“, einem Wettkampf für Wassersportler fällt eine Stand-up-Paddlerin tot ins Wasser.
Da ist passt es doch prächtig, ...

Schauplatz dieses Krimis ist diesmal die Flensburger Förde. Beim „Glücksburg Trimarthon“, einem Wettkampf für Wassersportler fällt eine Stand-up-Paddlerin tot ins Wasser.
Da ist passt es doch prächtig, dass sowohl Nick Harder und sein Freund Paul Beck als auch die beiden dänischen Kolleginnen und zufällig die aktuellen Freundinnen Lotta Lundkvuist und Theresa Vestergaard bei diesem sportlichen Wettkampf anwesend sind.

Schnell finden sich zahlreiche Motive und Verdächtige. Erschwerend für die Ermittler kommt dazu, dass eine der Sportlerinnen nicht nur mehrere Gründe hat, die Ermordete zu hassen sondern auch noch die beste Freundin von Kommissarin Lundkvuist.

Wird diese Konstellation die Ermittlungen behindern und die deutsch-dänischen Beziehung auf die Probe stellen?


Meine Meinung:

Dieser Krimi fällt zu seinem Vorgänger ein wenig ab. Mir persönlich sind ein wenig zu viele Zufälle dabei. Außerdem halte ich Lotta wegen der Freundschaft zur Verdächtigen Grit für befangen. Sie müsste eigentlich von diesem Fall abgezogen werden.

Außerdem finde ich, Lotta ein wenig übergriffig, wenn sie den Kleidungsstil von Paul ständig kritisiert und ihm Klamotten nach ihrem Geschmack aufdrängt.

Die Zwiegespräche zwischen Paul und Kater Watson sind wieder herzerfrischend und könnten meiner Ansicht nach ein bisschen mehr sein.

Fazit:

Hat mich nicht ganz so überzeugt wie sein Vorgänger, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Fesselnd bis zur letzten Seite

Die Taten der Toten
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Das ist mein erster Krimi des deutsch-schwedischen Autoren-Duos Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsen.

In ihrem achten gemeinsamen Krimi rund um die Kommissarinnen Stina Forss und Ingrid Nyström behandeln ...

Das ist mein erster Krimi des deutsch-schwedischen Autoren-Duos Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsen.

In ihrem achten gemeinsamen Krimi rund um die Kommissarinnen Stina Forss und Ingrid Nyström behandeln sie Schwedens größtes Trauma: Den Mord am Ministerpräsidenten Olof Palme im Jahre 1986.

Da dieser Mord nach wie vor nicht restlos aufgeklärt worden ist und der damals präsentierte Täter bereits verstorben ist, bietet sich dieses Verbrechen auch nach 34 Jahren perfekt für einen rasanten Krimi an, der an der Grenze zum Thriller balanciert.

Die beiden Kommissarinnen Stina Forss und Ingrid Nyström entdecken eine neue Spur in diesem politischen brisanten Mordfall. Mit Hilfe ihrer Teammitglieder beginnen sie inoffiziell zu recherchieren. Als mehrere Anschläge auf Stina verübt werden, täuscht diese ihren Selbstmord vor, denn es ist Stina und Ingrid klar, dass sie dem Täter sehr nahe gekommen sind.
Immer wieder führen Indizien zu Stinas Vater. Ist er Palmes Mörder? Was haben die jungen Männer, die er in einer geheimen Mission ausgebildet hat mit dem Mord an Olof Palme zu tun? Oder haben die damit gar nichts zu tun, sondern wurden von ihm für eine ganz andere Mission ausgebildet?

Nyström belastet ihr Team bis aufs Äußerste und schreckt auch nicht davor zurück, ihre Kontakte spielen zu lassen und Gefälligkeiten einzufordern bzw. in geheime Datenbanken einbrechen zu lassen.

Meine Meinung:

Es ist wohl ein ziemlicher Zufall, dass gerade einmal zwei Wochen nach Erscheinen dieses Buches ein (angeblicher) Abschlussbericht der schwedischen Polizei zum Mordfall Olof Palme veröffentlicht wird. Ein Abschlussbericht nach 34 (!) Jahren? Ich persönlich glaube ja nicht wirklich an Zufälle und das zeitliche Zusammentreffen der beiden Ereignisse wirkt schon ein wenig seltsam auf mich. Denn, so wie im Buch beschrieben, gab es jede Menge Ermittlungspannen der echten Polizei. Olof Palme war mehreren Gruppen (auch in seinen eigen Reihen) ein Dorn im Auge.

Die im Krimi angedachten Szenarien von Verschwörungen innerhalb Schwedens und das Mitwirken ausländischer Geheimdienste klingen glaubhaft.
Es scheint, als führte jeder Ermittlungsansatz zu einer Lösung und gleichzeitig in eine Sackgasse. Der Leser kann sich hier selbst eine Lösung aussuchen, denn wie singt schon Rainhard Fendrich so schön „Alles ist möglich, nix ist fix“.

Der Schreibstil ist rasant und packend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die raschen Perspektivenwechsel erhöhen die Spannung, denn die Autoren schwenken immer dann zu einer anderen Sichtweise, wenn es gerade besonders brenzlig wird. Die Spannung dreht sich in einer immer schneller drehende Spirale, in deren Zentrum Stina und ihr Vater stehen. Die einzelnen Ermittlungsansätze nähern sich asymptotisch an und erreichen in der dargebotenen Auflösung einen Höhepunkt.

Das Autoren-Duo verwebt gekonnt Fakten mit Fiktion. Wie hoch der jeweilige Anteil ist, ist von mir schwer zu beurteilen.

Fix ist, dass ich mir die anderen Krimis mit Stina Forss und Ingrid Nyström ansehen werde.

Fazit:

Ein informativer und fesselnder Krimi, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.