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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2019

Humoristisches Häferlgucken

Aufgedeckt!
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Nach „Wir sind super!“ (2016) und „Fröhliche Weihnachterl“ (2017) ist nun das dritte humoristische Buch von Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker erschienen. Mit dabei ist auch Gerhard Haderer, der für ...

Nach „Wir sind super!“ (2016) und „Fröhliche Weihnachterl“ (2017) ist nun das dritte humoristische Buch von Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker erschienen. Mit dabei ist auch Gerhard Haderer, der für das Cover verantwortlich zeichnet.

Diesmal begeben sich die beiden Autoren und Kabarettisten wie weiland Sherlock Holmes und Dr. Watson auf einen Streifzug durch die österreichische Kulinarik. Neben Trinkgenuss und Tafelfreuden geht es, natürlich um politische Satire-Schmankerl, an denen es zur Zeit nicht wirklich mangelt.

Sie untersuchen dabei folgende Kapitel:

aktuelle kulinarische Trends
Nach Prominenten benannte Genüsse
Mystisches und Historisches
Multi-Kulti-Imbissstand
Statt eines Nachworts: Leserbriefe
Gedichte
Rezepte

In jedem Kapitel gibt es ausgewählte Rezepte vorzüglicher Speisen, die leicht nach zu kochen sind.

Über die (fiktiven)Leserbriefe im Anhang musste ich herzlich lachen. Manchmal sind die Rezepte auch mit böser Satire gewürzt.

Fazit:

Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker als Häferl guckende Detektive sind ein (im wahrsten Sinn des Wortes) köstlicher Einfall, dem ich gerne 5 Kochlöffel gebe. Guten Appetit!

Veröffentlicht am 27.10.2019

Faszination Wildtiere

Unser Wild
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Christoph Burgstaller, Berufsjäger und Fotograf, stellt in seinem neuem Buch 15 jagbare Tiere der Alpen der Alpen vor:

Gamswild
Adler
Feldhase
Schwarzwild
Steinwild
Ente
Rotwild
Murmeltier
Auerwild
Birkwild
Fuchs
Fasan
Rehwild
Schneehuhn
Dachs

Jede ...

Christoph Burgstaller, Berufsjäger und Fotograf, stellt in seinem neuem Buch 15 jagbare Tiere der Alpen der Alpen vor:

Gamswild
Adler
Feldhase
Schwarzwild
Steinwild
Ente
Rotwild
Murmeltier
Auerwild
Birkwild
Fuchs
Fasan
Rehwild
Schneehuhn
Dachs

Jede Tierart wird mittels Steckbrief vorgestellt, der neben Größe, Gewicht, Tragzeit etc., auch noch ein schematische Landkarte mit ihrer Verbreitung in den Ländern der Alpen beinhaltet. Damit bekommt der interessierte Leser einmal einen guten Überblick.

Anschließend erfährt man allerlei Wissenswertes über die Tiere. Die einen, extrem scheu, die anderen so neugierig, dass sie den Menschen bis in die Städte folgen und dort z.B. in Mülltonnen auf Nahrungssuche gehen.

Die einfühlsamen und informativen Texte unterstreichen die beeindruckenden Fotos.

Apropos Fotos: Einige Seiten beschäftigen sich mit der richtigen Ausrüstung. Und damit ist nicht nur die Wahl der Kamera oder des passenden Objektives gemeint, sondern auch das richtige Schuhwerk und das eine oder andere Accessoire zum Tarnen von Haut und Gerät. Wer stundenlang auf Fotopirsch ist, will sich seine Fotos nicht von einer plötzlichen Reflexion verpatzen lassen.

Christoph Burgstaller ist nicht nur Berufsjäger sondern leitet seit 2011 Jagdkurse im schönen Pinzgau. Für ihn ist das Jagern nicht sinnloses Ballern auf alles was sich bewegt, sondern dient zur Erhaltung der Arten.

Sein Buch ist auch eine Art Leitfaden für Wildbeobachter, denn

„Kenntnisse über das Verhalten der Tiere sind entscheidend. Nur wer weiß, wann und wo sie sich zeigen, kann vorhersehbar gute Aufnahmen machen.“ (S.33)

Das Buch ist im Servus-Verlag erschienen und aufwändig produziert. Sehr ungewöhnlich ist der Ausschnitt im Buchdeckel.

Fazit:

Ein wunderbares Buch für alle jene, die Wildtiere gerne beobachten, manchmal auch jagen und Freude an wunderschönen Fotos haben. Das Buch eignet sich perfekt als Geschenk. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Rechtsgeschichte von der Neuzeit bis in die Gegenwart

"Alles, was geschieht, geschieht mit Recht."
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Alles, was geschieht, geschieht mit Recht“ - dieser Titel ist ein Zitat aus Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“. Doch stimmt das überhaupt?

In seinem zweiten Buch zur Rechtsgeschichte befasst sich Alfred ...

Alles, was geschieht, geschieht mit Recht“ - dieser Titel ist ein Zitat aus Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“. Doch stimmt das überhaupt?

In seinem zweiten Buch zur Rechtsgeschichte befasst sich Alfred J. Noll mit dem Staat, dem Eigentum und dem modernen Sicherheitsfetischismus. Der Autor ist begeisterter Jurist und versucht in zehn Kapiteln den Lesern seine Leidenschaft zu vermitteln. ?

Eigentum: seit jeher und für immer?
Staat und Gesetz
Volkssouveränität: Das Beispiel Österreich
Demokratie als Perpektivenvielfalt
Parlamentarismus
Höchstgerichtsbarkeit und Justiz
Menschenrechtspolitik und Völkerrecht
Europa braucht eine Verfassung
Migration und Multikulturalismus
Sicherheit vor allem

Meine Meinung:

Wie schon das Vorgängerbuch „Wie das Recht in die Welt kam“ ist auch dieses hier mit großer Sachkenntnis geschrieben.
Schmunzeln musste ich beim Zitat von Johann Wolfgang von Goethe, der ja nicht nur Dichter und Universalgelehrter war, sondern vornehmlich Jurist, der die Gesetzesflucht schon zu seiner Zeit anprangert: „Wenn man alle Gesetze studi[e]ren sollte, so hätte man keine Zeit sie zu übertreten.“ (S. 69).

Im Kapitel 4 - „Demokratie als Perspektivenvielfalt“ geht Alfred J. Noll mit den Medien hart ins Gericht. Er stellt die durchaus berechtigte, provokante These auf, dass die Medien die „Entstehung von Wissen sogar verhindern“. (S. 120)

Bedenklich kann einen stimmen, wenn, wie der Autor auf S. 179 ausführt, dass bei Eingabe des Wortes „Freiheit“ in die Stichwortsuche des RIS (Rechtsinfomationssystem), der Datenbank des österreichischen Bundeskanzleramtes, eingibt die Trefferanzahl 867 ergibt. Bei Eingabe des Suchwortes „Sicherheit“ erhöht sich die Trefferquote auf 9.450. Also ein Verhältnis 10:1 für die Sicherheit. Das gilt auch für die größte Internetsuchmaschine.

In seinem Postskriptum geht der Autor noch auf die Beziehung „Recht und Revolution“ ein. „Jedes Recht kommt durch Unrecht auf die Welt. Die Revolution stört die Ordnung, schafft Unrecht.“ (S. 200)

Wie schon im Vorgängerbuch geschrieben ist die umfassende Sachkenntnis gleichzeitig Stärke und Schwäche dieses Buches. Kaum jemand kann dem Autor ein x für ein u vormachen (ausgenommen ein Juristenkollege natürlich).

Das Buch, das vom Verlag als Essay bezeichnet wird, besticht durch die schier unerschöpfliche Sachkenntnis und einen beeindruckenden Schreibstil, der allerdings manchmal zu lange Sätze mit einer Wendung zu viel, beinhaltet. Wieder zitiert der Autor ausgiebig aus vielen anderen Werken. Doch Nicht-Juristen, denen die philosophischen Werk Hegels oder Karl Marx‘ nicht geläufig sind, müssen beinahe über diese Zitate hinweglesen.


Das Buch verfügt über eine gediegene Aufmachung: Als Hardcover mit einem Lesebändchen und abgerundeten Ecken. Die Schriftart und Schriftgröße sind augenfreundlich gewählt.

Fazit:

Dieses Buch zeigt viele Facetten des Rechtes seit der Bildung von Nationalstaaten bis in die Gegenwart und warum es nicht möglich ist, ohne Recht auszukommen. Ein paar Gesetze weniger wären auch genug (siehe J. W. von Goethe). Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.10.2019

EIne Anleitung zur Weiterentwicklung

Aufrichten!
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Die Grande Dame der österreichischen Psychotherapie hat ein leicht lesbares Buch darüber geschrieben, wie sich vor allem Frauen, nach kleinen oder größeren Schicksalsschlägen wieder aufrichten können.

Im ...

Die Grande Dame der österreichischen Psychotherapie hat ein leicht lesbares Buch darüber geschrieben, wie sich vor allem Frauen, nach kleinen oder größeren Schicksalsschlägen wieder aufrichten können.

Im Grunde erzählt sie wenig Neues. Eine Vielzahl der Ratschläge ist sattsam bekannt. Worin liegt also der Mehrwert dieses Buches? Zum einem können Ermunterungen nicht oft genug wiederholt werden und zum anderen sind die Beispiele, aus dem reichen Erfahrungsschatz der Autorin, so bildhaft dargestellt, dass es möglich ist, das eine oder andere für sich selbst zu adaptieren.

In acht Kapiteln zeigt uns Rotraut Perner wie es möglich ist, sich (wieder) Aufzurichten und eine andere Haltung einzunehmen:

Einige Vorbemerkungen
vom Boden empor
Blickrichtungen
Aufrichten
Haltungen
Bewegung
Selbstbestimmung
Wachsen in Schritten

Ergänzt wird das Buch durch Anmerkungen und ein Literaturverzeichnis.

Interessant habe ich gefunden, dass sie das Buch ursprünglich „Haltung“ nennen wollte, und dann auf Grund des gleichnamigen Buches von Reinhold Mitterlehner davon Abstand genommen hat. Trotzdem geht es in diesem Buch um „Haltung“ - nämlich um „Kopf hoch, Bauch einziehen und gerader Rücken“. Wer dies schon selbst ausprobiert hat, merkt, dass diese nunmehr gestraffte Körperhaltung sich auch auf die Psyche auswirkt. Allerdings bedarf es einiger Übung, diese Haltung auch in kritischen Situationen des Alltags einzunehmen. Hier muss ich ein altes Sprichwort zitieren: „Gut Ding braucht Weile“. Auch die Autorin weist darauf hin, dass diese „Anleitung zum seelischen Wachstum“ nichts für Eilige ist.

Fazit:

Ein gutes Buch, um Bekanntes zu wiederholen und zu verinnerlichen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.10.2019

Faszination Hoher Norden

Im Norden
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»Vielleicht liegt es an meiner norwegischen Mutter und dem skandinavischen Blut in meinen Adern, meiner sonnenempfindlichen Haut oder schlicht an der Tatsache, dass mich karge Landschaften von jeher mehr ...

»Vielleicht liegt es an meiner norwegischen Mutter und dem skandinavischen Blut in meinen Adern, meiner sonnenempfindlichen Haut oder schlicht an der Tatsache, dass mich karge Landschaften von jeher mehr begeistert haben als Palmen und tropische Strände.«

Mit diesen Worten versucht die Fotografin und Architektin Isabelle Bacher die Faszination zu beschreiben, mit der sie in den Norden reist. Ihre Fotos strahlen diese bedingungslose Liebe zu diesen kargen Landschaften und beinahe lebensfeindlichen Gebieten aus.

Mit einer gehörigen Portion Geduld und Gelassenheit hat sie Stunden und Tage gewartet, um eine bestimmte Stimmung auf ihre Fotos zu bannen. Das ist ihr wirklich bestens gelungen!

Das Zusammenspiel zwischen Licht und Dunkel, Wasser und Stein sowie die Phänomene des Nordhimmels lassen eine mystische Welt vor den Augen der Betrachter entstehen, worüber die Leser nur staunen können.

Ergänzt wird der prächtige Bildband durch einfühlsame Texte von Caroline Metzger und Fotos aus Isabelle Bachers persönlichem Umfeld.

Gerne gebe ich diesem wunderbaren Bildband 5 Sterne.