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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Mord in der Senioren-Residenz

Betreutes Morden
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Carol Quinn, eine verurteilte Serienmörderin, kauft sich nach Verbüßen ihrer Haftstrafe in die luxuriöse Seniorenresidenz Sheldon Oaks, deren finanzielle Situation nicht ganz so rosig ist, ein. Den anderen ...

Carol Quinn, eine verurteilte Serienmörderin, kauft sich nach Verbüßen ihrer Haftstrafe in die luxuriöse Seniorenresidenz Sheldon Oaks, deren finanzielle Situation nicht ganz so rosig ist, ein. Den anderen Heimbewohnern wird die Vergangenheit des Neuzugangs geflissentlich verschwiegen. Carol findet schnell Anschluss, doch als einer der Bewohner vom Dach stürzt, holt Carol ihre Vergangenheit ein. Vor wenigen Tagen noch beliebtes Mitglied der Residenz, wird Carol nun von allen gemieden.

Von allen? Nein, einige wenige unterstützen sie dabei, ihre Unschuld zu beweisen

Wie Carol es schafft, statt einen Mord zu begehen und zu vertuschen, einen solchen aufzuklären, verrate ich euch nicht.

Meine Meinung:

Für die gewiefte Serienmörderin (der eine oder andere Mord ist unentdeckt geblieben), ist es nicht ganz einfach, die Seiten zu wechseln. Doch gemeinsam mit ihren Ermittlerfreunden und einer Menge schwarzem Humor gelingt es Carol, den wahren Täter zu überführen.

Skurrile Charaktere und absurden Situationen sorgen für viele unterhaltsame Momente. Gleichzeitig bleibt der Mordfall spannend genug, um das Interesse aufrechtzuerhalten, erfahren wir doch einige Details aus Carols Vergangenheit.

Wer hier eine gewisse Ähnlichkeit mit der Reihe „Donnerstagsmordclub“ sieht, liegt nicht ganz falsch. Ermittelnde Pensionisten sind aktuell im Trend, bürgen sie ja mit ihren unkonventionellen Ideen und kauzigen Eigenarten für so manche spannende Situation.
Der Autor schafft es, mit zahlreichen Wendungen seine Leserinnen und Leser bei der Stange zu halten. Einige der gelegten Spuren führen in eine Sackgasse. Ich hatte recht bald eine Idee, was auf dem Dach zu finden sein würde, zu dem der Zugang so explizit verboten ist.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, in dem eine ehemalige Serienmörderin ermitteln muss, 4 Sterne.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Fesselnd bis zur letzten Seite

Der Bulle auf St. Pauli
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Dieser 6. Krimi rund um den pensionierten Polizisten Gerhard „Gerd“ Sehling ist eine gelungene Fortsetzung der bisherigen Reihe.

Obwohl Gerd nun als True-Crime-Tourguide durch St. Pauli tourt, ist er ...

Dieser 6. Krimi rund um den pensionierten Polizisten Gerhard „Gerd“ Sehling ist eine gelungene Fortsetzung der bisherigen Reihe.

Obwohl Gerd nun als True-Crime-Tourguide durch St. Pauli tourt, ist er mit jeder Faser Polizist geblieben. Er geht mit wachsamen Blicken durch sein Hamburg, weshalb es nicht ausbleibt, dass er immer wieder über Drogenhändler und Zuhälter stolpert. Nun, er hat ja Jahrzehnte im Milieu Dienst getan und den Blick für sein früheres Klientel behalten. Wie sagt man so schön? Einmal Bulle, immer Bulle! Das trifft auf Gerd zu 100 Prozent zu, auch wenn er sich bei seinen früheren Kollegen nicht immer beliebt macht.

Diesmal fällt ihm ein Kleinkrimineller buchstäblich vor die Füße. Der Mann entkommt, den Rucksack voller Drogen kann Gerd sicherstellen. Immerhin verständigt er seine Kollegen von der Drogenfahndung. Allerdings ändert er kurzfristig seine Tour, um dem Flüchtigen nachzustellen. Mit einem Touristen aus Bayern hat er einen kongenialen „Komplizen“.

Meine Meinung:

Nachdem ich vor wenigen Wochen selbst in Hamburg war, habe ich sofort die Schauplätze wie Landungsbrücken, Baumwall, Dietmar-Koel-Straße oder Reeperbahn vor Augen. Selbst den Borstelmannsweg kenne ich, da ich schon zwei Mal in dem dortigen Apart-Hotel gewohnt habe.

Ben Westphal ist das Pseudonym eines erfahrenen Drogenfahnders, weshalb die sowohl die Story als auch die Dialoge (z.B. Funkverkehr) authentisch dargestellt werden. Die realistische Beschreibung der Polizeiarbeit und der kriminellen Strukturen lässt den Leser direkt dabei sein. Der Spannungsbogen ist sehr hoch.

Schmunzeln muss ich immer wieder über Gerd und sein Frau Dörte, die sich voller Liebe kabbeln. Ich kann sie sehr gut verstehen, wenn sie vor Angst um Gerd, einen rauen Ton anschlägt. Gerd als True-Crime-Tourguide ist eine echte Wucht. Vor allem dann, wenn er seine Touristen heimlich dafür einspannt, Verdächtige zu beobachten, wie auf der Fahrt mit dem Bügeleisen der Linie 61.

Ben Westphal gelingt zudem außerordentlich gut, die Seite Hamburgs abseits von Elbphilharmonie und Alsterkolonnaden darzustellen.

Ich freue mich schon auf einen weiteren Band. Zuvor muss ich noch die ersten Bände lesen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung, die für die ganze Reihe gilt.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Eine Leseempfehlung

Der Gesang der See
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Mit diesem historischen Roman entführt uns die norwegische Autorin Trude Teige in die Welt des 19. Jahrhunderts, in das Dorf Kvalsivka, im Westen Norwegens. Hier wächst Kristiane, die Tochter des Lotsen, ...

Mit diesem historischen Roman entführt uns die norwegische Autorin Trude Teige in die Welt des 19. Jahrhunderts, in das Dorf Kvalsivka, im Westen Norwegens. Hier wächst Kristiane, die Tochter des Lotsen, in dem kleinen Fischerdorf auf, dessen Wohl vom Fischfang und der eher kargen Landwirtschaft abhängt. Das Leben der Menschen ist von harter Arbeit und den Sorgen um die Männer, die als Fischer allzu häufig von der erbarmungslosen See verschlungen werden, gekennzeichnet.

Als auch Kristianes Vater von einem Fischzug nicht mehr zurückkehrt, fühlt sie sich verpflichtet, ihr Versprechen ihm gegenüber einzuhalten, nämlich die begehrte Lotsennummer in der Familie zu behalten. Obwohl sie von ihrem Vater das Handwerk des Lotsen und alles über den Fischfang gelernt hat, ist es ihr als Frau verboten, als Lotsin zu arbeiten. Sie muss heiraten. Wenige Monate später, sie ist mit dem ersten Kind schwanger, kommt auch Anders um Leben.

Als auch ihr Mann Anders nicht zurückkehrt, wird sie von der Lotsenschaft dazu gezwungen, erneut zu heiraten. So heiratet sie Lars, den sie von klein auf kennt und der sie schon immer geliebt hat. Obwohl sie Lars auch liebt und braucht, gehört ihre wahre Leidenschaft einem anderen. Während der Lotsenhof immer mehr prosperiert, freundet sich Lars ausgerechnet mit dem Mann an, den Kristiane begehrt ...

Meine Meinung:
Dieser Roman ist der erste von Norwegens Bestsellerautorin Trude Teige, der erst vor kurzem ins Deutsche übersetzt worden ist. Schon bei diesem Roman ist das Potenzial der Autorin spürbar. Ihre Figuren, vornehmlich starke Frauen, die sich von Konventionen nicht von ihrem Weg abhalten lassen, sind sehr gut herausgearbeitet. Daneben kann man in die norwegische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts eintauchen. Hier legt Trude Teige eine besonderes Augenmerk auf die harte Arbeit der Fischer, die den Naturgewalten ausgeliefert sind und wenn die Erträge des Fischfangs nicht ausreichen, vom kargen Boden einer kleinen Landwirtschaft leben müssen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem eindrucksvollen historischen Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Eine Leseempfehlung

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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Dieses Buch ist der dritte Band der beliebten Jugendbuchreihe FREI und erzählt die bewegende Geschichte von Koray, der sich auf die Suche nach seinem Vater begibt und dabei nicht nur seine Freunde, sondern ...

Dieses Buch ist der dritte Band der beliebten Jugendbuchreihe FREI und erzählt die bewegende Geschichte von Koray, der sich auf die Suche nach seinem Vater begibt und dabei nicht nur seine Freunde, sondern auch sich selbst besser kennenlernt.

Koray hat genug von Geheimnissen, von Halbwahrheiten und dem Lebensstil seiner Mutter. Als die beiden, nachdem der letzte Lebensgefährte der Mutter deren Existenz als Influencerin zerstört und mit dem gesamten Vermögen verschwindet, in die alte Heimat Rottloch zurückkehren, will er endlich Antworten auf die Frage nach seinem Vater finden.

Dabei wird er von seinen Freunden Nico, Nasrin und Nina unterstützt. Dass er sich in Marc verliebt ist nicht vorgesehen, bringt aber ein weiteres Thema in die Geschichte, das sowohl für Leserinnen und Leser als auch für deren Eltern interessant zu lesen ist.

Koray und seine Freunde stoßen auf alte Fotos, auf Familiengeheimnisse anderer und letztlich auf die Erkenntnis, dass man nicht unbedingt blutsverwandt sein muss, um in einer Familie zu leben.

Meine Meinung:

Diese Geschichte vom Erwachsenwerden, erster Liebe und die Such nach den eigenen Wurzeln hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere der Jugendlichen wirken an einigen Stellen gereifter als Korays Mutter Chiara, die als Influencerin in anderen Sphären geschwebt ist und nun den Aufprall in der Wirklichkeit des Dorfes schlecht verkraften kann. Tja, der Umschwung von Abu Dhabi nach Rottloch ist schwierig. Stellenweise benimmt sich Chiara wie ein kleines Kind, wodurch sie mir nicht sehr sympathisch ist.

Korays Freunde zeigen, wie wichtig Zusammenhalt, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind. Jede Figur bringt ihre eigene Persönlichkeit mit ein, wodurch die Geschichte lebendig und vielseitig wird.

Der Schreibstil wirkt authentisch, ist wunderbar kurzweilig und angenehm zu lesen. Der Autorin gelingt es wunderbar, wichtige Themen wie Familie und Selbstfindung sensibel und modern zu vermitteln.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Coming-of-Age-Geschichte, die durch Humor, Tiefgang, Abenteuer und erste Liebe besticht 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Auftakt zu einer skurrilen Krimi-Reihe

Ziemlich beste Verbrecher
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Dieser Krimi aus der Feder von Sunil Mann ist der Auftakt einer Reihe rund um die Pensionisten Alois Mistelzweig und Bertha Bartok, die in einer Art Schicksalsgemeinschaft in einer Villa, die ihrer früheren ...

Dieser Krimi aus der Feder von Sunil Mann ist der Auftakt einer Reihe rund um die Pensionisten Alois Mistelzweig und Bertha Bartok, die in einer Art Schicksalsgemeinschaft in einer Villa, die ihrer früheren Arbeitgeberin gehört hat, zusammenleben. Ohne richtiges Einkommen schummeln sie sich durch allerlei Gaunereien durch das Leben. Als sie dabei ertappt werden, einer augenscheinlich vermögenden Dame, das frisch abgehobene Geld aus der Handtasche zu ziehen, müssen sie wohl oder übel den Deal mit der Frau akzeptieren, um nicht bei der Polizei angezeigt zu werden. Die Bedingung lautet, ihre Freundin Emilie zu finden.

Die beiden ahnen nicht, in welches Hornissennest aus Intrigen, Korruption und Lügen sie stoßen werden. Auch einem Mord kommen sie auf die Spur, dabei haben Bertha und Alois im Garten der Villa, unter dem Birnbaum, selbst ein delikates Problem.

Meine Meinung:

Ich kenne den Autor Sunil Mann, Sohn einer in die Schweiz eingewanderten indischen Familie, schon von seiner Reihen rund um den Privatdetektiven Vijay Kumar sowie um das Ermittlerpaar Marisa Greco und Bashir Berisha.

Doch dieser Reihenauftakt ist ein wenig anders. Er zeichnet sich durch seinen durchaus humorvollen Grundton aus, auch wenn es stellenweise auch ernste Szenen gibt. Bertha, die ehemalige Köchin und der verhinderte Konzertpianist können sich eigentlich nicht ausstehen. Dennoch ermitteln sie gemeinsam, um Geld für den Unterhalt der Villa zu erhalten. Was es mit der Villa auf sich hat, müsst ihr selbst lesen.

Wer das Cover genau betrachtet, kann den Schatten zweier Personen entdecken, die im Garten ein Loch graben. Richtig geraten, das sind unsere Hobby-Schnüffler.

Der Cliffhanger deutet auf eine Fortsetzung hin. Möge sie bald erscheinen.

Fazit:

Wer einen Krimi mit skurrilen Ermittlern lesen möchte, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne.