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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2018

Ein Streifzug durhc die Vergangenheit

Wiener Stadtjuwelen im Wandel der Zeit
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Wiener Stadtjuwelen im Wandel der Zeit/Roither & Lehne/5 Sterne

Die Bundeshauptstadt Wien war und ist voll mit imposanten Baudenkmälern. Nicht alle konnten dem Lauf der Zeit Stand halten.

Einige sind ...

Wiener Stadtjuwelen im Wandel der Zeit/Roither & Lehne/5 Sterne

Die Bundeshauptstadt Wien war und ist voll mit imposanten Baudenkmälern. Nicht alle konnten dem Lauf der Zeit Stand halten.

Einige sind während des Zweiten Weltkrieges durch Bombentreffer schwer beschädigt worden, wie der Heinrichshof oder der Philipphof. Während der Heinrichshof als Opernringhof in neuer puristischer Sachlichkeit 1960 wiedereröffnet wurde, trägt das Grundstück des Philipphofes das Mahnmal von Alfred Hrdlitschka.

Andere wiederum, wie der Stephansdom, dessen Dach durch Funkenflug während des Bombardements Wiens Feuer gefangen hatte und völlig ausgebrannt ist, ist in seiner vollen Pracht wiederhergestellt worden.

Die wunderschönen Bahnhofsgebäude des Nord- und Westbahnhofs aus dem 19. Jahrhundert haben nicht überlebt. Sie mussten profanen Zweckbauten weichen. Und selbst der neue Westbahnhof wurde mit Eröffnung des Hauptbahnhofes zu einem Nahverkehrsbahnhof degradiert.

Das Kaffeehaus am Konstantinhügel im Prater habe ich als Kind noch selbst kennengelernt. Es wurde erst 1970 abgerissen. Schade, heute wäre es bestimmt ein cooler Treffpunkt.

Das „Haas-Haus“ an der Ecke Stephansplatz/Graben ist schon das dritte seiner Art. Ob es diesmal Bestand haben wird?

Das Autoren-Duo hat 34 dieser Gebäude ausgewählt, und präsentiert ihre Geschichte(n), die mit wunderschönen schwarz/weiß-Fotos ergänzt werden.

Veröffentlicht am 18.10.2018

Eine kulinarische Reise durch Georgien

Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818
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Georgien war 2018 Gastland der Frankfurter Buchmesse. Was liegt also näher, als sich mit dieser ehemaligen Sowjetrepublik zu beschäftigen?

Der Autor ist promovierter Mediziner und unterrichtet an der ...

Georgien war 2018 Gastland der Frankfurter Buchmesse. Was liegt also näher, als sich mit dieser ehemaligen Sowjetrepublik zu beschäftigen?

Der Autor ist promovierter Mediziner und unterrichtet an der „Kakha Bendukidze Kulinarischen Akademie“.

Die Entstehungsgeschichte dieses Kochbuchs, das 200 Jahre alte Rezepte behutsam aktualisiert, ist im Vorwort zu lesen.
Baghasvilis Eingriffe beziehen sich hauptsächlich auf Maßangaben. Er bemüht sich, alle jene Zutaten zu verwenden und auf die Tauglichkeit im Jahr 2018 zu überprüfen. Manche Ingredienzien waren vor 200 Jahren nicht oder nur schwer erhältlich, manche sind es heute. So feiert zum Bespiel Topinambur eine Renaissance.

Wunderschöne Fotos ergänzen dieses Kochbuch.
Das Kochbuch macht Lust, die häufig einfachen Speisen nach zu kochen. Dafür erhält es 5 Sterne und eine Lese- und Nachmachempfehlung.

Veröffentlicht am 18.10.2018

UNblutig und dennoch spannend

Pralinen des Todes
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Der umtriebige Marc Bergmann wird auf einer Parkbank sitzend tot aufgefunden. Schnell ist klar, dass der Mann mit einer Praline vergiftet worden ist. Wer kennt die Gewohnheiten des Frauenhelden besser ...

Der umtriebige Marc Bergmann wird auf einer Parkbank sitzend tot aufgefunden. Schnell ist klar, dass der Mann mit einer Praline vergiftet worden ist. Wer kennt die Gewohnheiten des Frauenhelden besser als Ehefrau oder Geliebte?

Inspektor Quentin Neuner muss sich durch das komplexe Privatleben des Toten durcharbeiten. Bergmann ist nicht nur verheiratet, sondern hat eine Verlobte und gut ein halbes Dutzend Geliebte, die einer straffen Zeiteinteilung bedürfen. Bei der Durchleuchtung des Umfelds stößt die Polizei noch auf einen russischen Gangsterboss, der mit dem Ermordeten Geschäfte gemacht hat. Doch auch der Schwiegervater, Inhaber einer Baufirma, hätte ein Motiv: Der liebe Schwiegersohn wollte die Firma an sich reißen und anschließend Gewinn bringend verkaufen.

Einige der Verdächtigen haben ein wasserdichtes Alibi und sind bald aus dem Rennen. Haben Quentin Neuner und sein Team etwas übersehen?

Meine Meinung:

Ein unblutiger Krimi, der ohne Verfolgungsjagden und unnötige Äktschn auskommt. Hier wird sachlich ermittelt. Quentin und sein Team machen ihre Arbeit, sind vor Fehlern nicht gefeit und müssen sich, da das Opfer ein B-Promi in Salzburg ist, mit der Presse, dem Polizeipräsidenten und dem Bürgermeister herumschlagen. Da trifft es sich gut, dass der Staatsanwalt Quentins Freund ist. Überhaupt fehlen hier die üblichen Querelen in der Dienststelle, was angenehm auffällt. Die einzige Ungereimtheit, die ich orte, ist das Naheverhältnis von Ermittler und Staatsanwalt zu einer Verdächtigen, die eine ehemalige Schulkollegin der beiden ist.

Dieser Krimi besticht durch spannende Verstrickungen und fesselnde authentische Dialoge. Für das nötige Lokalkolorit sorgt der Streifzug durch Salzburg.

Fazit:

Diesen gelungenen Krimi kann ich allen Freunden eines unblutigen Krimis nur empfehlen. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.10.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Habsburgs schräge Vögel
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Jede Familie hat so ihre auffälligen Mitglieder. Je größer die Sippe, desto häufiger die Unangepassten. So gesehen ist die Anzahl der genannten schrägen Vögel sogar gering anzusehen. Weil sie aber einer ...

Jede Familie hat so ihre auffälligen Mitglieder. Je größer die Sippe, desto häufiger die Unangepassten. So gesehen ist die Anzahl der genannten schrägen Vögel sogar gering anzusehen. Weil sie aber einer Jahrhunderte alten, weit verzweigten Dynastie angehörten, ist das Interesse an ihren Marotten nach wie vor ungebrochen.

Allerdings habe ich von diesem Buch mehr erwartet als die ohnehin hinlänglich bekannten Geschichten um körperliche und seelische Unzulänglichkeiten einer Dynastie, die durch Inzucht über Jahrhunderte Gendefekte munter weitergibt. Aufgefallen ist mir, dass sich das hervorragende Unterkiefer („Habsburger-Lippe) im Laufe der Zeit verliert. An dessen Stelle tritt der langgezogenen Schädel wie bei Kaiser Franz II./. und seinen Brüdern Erzherzog Karl und Erzherzog Johann. Das wäre interessant, zu untersuchen welche Gene oder Mutationen hierfür verantwortlich zeichnen.

Die Autorin springt leider durch Zeit und Raum anstatt kurze Einzelporträts chronologisch anzuführen. Es scheint, als hätte sie selbst den Überblick verloren, denn einiges wird mehrfach wiederholt, wie z.B. die Keuschheitskommission von Maria Theresia, Rudolf II. oder Ferdinand II.. Für die Leser, die sich in der Genealogie der Habsburger nicht so gut auskennen kann es verwirrend sein, zwischen den Jahrhunderten herum zu hüpfen.

Positiv erwähnen möchte ich das ausführliche Literaturverzeichnis im Anhang und die Abbildungen im Buch.

Fazit:

Hat leider meine Erwartungen nicht erfüllt, aber die sind vielleicht zu hoch geschraubt. Diesmal kann ich nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 18.10.2018

War leider nichts für mich

No More Bullshit
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Das Autorenkollektiv „Sorority“, das aus zahlreichen Frauen der Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Journalismus besteht, hat versucht die gängigsten Stammtuschparolen zu entlarven und zu widerlegen.

Nach ...

Das Autorenkollektiv „Sorority“, das aus zahlreichen Frauen der Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Journalismus besteht, hat versucht die gängigsten Stammtuschparolen zu entlarven und zu widerlegen.

Nach einer allgemeinen Einführung werden uns in 15 Kapiteln, die häufigsten Sprüche oder Vorurteile präsentiert. („Rabenmütter = Kap. 4, „Hysterisch“ = Kap. 10 oder „Qualität vor Quote“ = Kap. 13).

Obwohl ich 25 Jahre als Gleichbehandlungsbeauftragte und damit für Frauenförderung tätig war, kann ich mich nicht allen feministischen Statements anschließen. Nur-Frau-Sein als Qualifikation ist leider zu wenig.

Auch das Durchgendern aller Begriffe halte ich für überzogen. Die Sprache wird hier teilweise vergewaltigt und die Lesbarkeit lässt deutlich zu wünschen übrig.
Ein paar Auswüchse gefällig?

Zwar nicht in diesem Buch angeführt, aber dennoch erlebt und bezeichnend:

Die Stierin als weibliches Gegenstück zum Stier. Erstens ist das weibliche Rind eine Kuh und zweitens keine Person.

Sächliche Hauptwörter gendert man gar nicht, deshalb ist die Anrede „Liebe Mitgliederinnen und liebe Mitglieder“ ein grammatikalischer Holler.

Damit tut man den Frauen nichts Gutes, denn die geringeren Löhne steigen um keinen Cent. Man gibt die Gleichbehandlungsbemühungen nur der Lächerlichkeit preis.

So unterschiedlich die einzelnen Themen sind, so unterschiedlich ist die Qualität der einzelnen Beiträge.