Bestens gelungene Fortsetzung
Tod eines WeinbauernWinter am Neusiedlersee – und Frau Oberst Dr. Luise Pimpernell muss für Ermittlungen in die Kälte hinaus. Was ist passiert? Der alte Emser, ein Eigenbrötler und Weinbauer liegt tot in seinem Weingarten. ...
Winter am Neusiedlersee – und Frau Oberst Dr. Luise Pimpernell muss für Ermittlungen in die Kälte hinaus. Was ist passiert? Der alte Emser, ein Eigenbrötler und Weinbauer liegt tot in seinem Weingarten. Erschlagen oder erfroren? Das ist die Frage, die sich nicht nur die Pimpernell sondern auch der Gerichtsmediziner stellt.
Bei den Befragungen der Angehörigen durch Luise und ihren Kollegen Roman Grümpl zeigen die Familienmitglieder wenig Trauer. Nur die Enkelkinder Melanie und Viviane, scheinen so etwas wie Bestürzung über den gewaltsamen Tod des Großvaters zu verspüren. Die anderen sind eher am verwertbaren Erbe interessiert. Auf die Weingärten schielt der aktuelle Pächter, dessen Pachtvertrag in wenigen Wochen ausläuft. Doch auch der umtriebige und stets zu Mauscheleien bereite Bürgermeister von Schilfern hat großes Interesse an dem Weinkeller und dem Streckhof des Toten. Mit dem Grundbesitz ließe sich trefflich Profit machen! Zumal Emsers Kinder wenig für den Weinbau übrighaben: der eine Sohn ist spielsüchtig und daher pleite und der andere stellt lieber Windräder in die Landschaft!
Allerdings hat die liebe Familie die Rechnung ohne den alten Griesgram gemacht. Da nutzt es nicht einmal, das handgeschriebene Testament zu verbrennen.
Meine Meinung:
Der Autorin ist mit der unkonventionellen Frau Oberst eine einprägsame Protagonistin gelungen. Nicht mehr ganz jung und ein wenig untergroß, bringt sie mit ihrer ungewöhnlichen Kleidung Farbe in das Leben. Wer trägt schon Sommer wie Winter knöchellange Röcke und Haferlschuhe? Nicht zu vergessen, die selbstgehäkelten Westen, die immer schlampig zugeknöpft sind. Besonders lachen musste ich über die „Russenmütze“ mit den Ohrenschützern. Ein weiteres besonderes Merkmal an der Pimpernell ist ihre alte, abgetragene Schultasche. Im Gegensatz dazu, ist der zarte Kollege Roman Grümpl immer wie aus dem Ei gepellt – allerdings in elegantem grau. Beide werden ob ihrer äußeren Erscheinung grob unterschätzt. Der Grümpl hat nicht nur eine dröhnende Bassstimme, sondern mehrere Pokale in asiatischem Kampfsport.
Obwohl das Dorf Schilfern fiktiv ist, kann jeder Leser die eine oder andere Marotte einer bekannten Person erkennen. Das macht den Schreibstil der Autorin recht lebendig. Es wird munter ein wenig im Dialekt gesprochen. Keine Sorge, es gibt ein Glossar. Regionale Eigenschaften bei Land und Leuten kommen auch nicht zu kurz. Im Anhang finden sich ein paar echt burgenländische Schmankerl zum Nachkochen.
Trotz aller Leichtigkeit und dem fröhlichen Erzählstil, schwingen ernste Untertöne mit. Die Nachfolge bei Weinbauern ist nicht immer gesichert. Die liebe Familie ist oft anderwertig interessiert. Nicht zu vernachlässigen sind Gier und Hoffnung auf schnelles Geld.
Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung von „Tod eines Surfers“ mit der schrulligen Ermittlerin Oberst Dr. Luise Pimpernell. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.