Platzhalter für Profilbild

VerenaStahl

aktives Lesejury-Mitglied
offline

VerenaStahl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit VerenaStahl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Subtile Spannung im Nachkriegsberlin

Die weiße Nacht
0

Die Autorin hat einen sehr bildhaften Schreibstil, sodass man sich direkt ins Nachkriegs-Berlin versetzt fühlt. Sie schafft es wirklich gut, die Probleme und Lebensrealitäten der Menschen zu dieser Zeit ...

Die Autorin hat einen sehr bildhaften Schreibstil, sodass man sich direkt ins Nachkriegs-Berlin versetzt fühlt. Sie schafft es wirklich gut, die Probleme und Lebensrealitäten der Menschen zu dieser Zeit darzustellen, wie Hunger, Kälte, Traumata und Zerstörung. Sehr interessant war außerdem, vor welche Herausforderungen die Polizei in diesen Tagen stand, sei es fehlende Ausrüstung oder generell die Organisation. Ich mag es zudem, wenn man historische Orte, die nicht so bekannt sind, und deren – wenn auch oftmals traurige – Geschichte kennenlernt.

Insgesamt hat mir allerdings für einen Krimi etwas die Spannung gefehlt. Die Opfer sind für mich recht blass geblieben, da man nicht allzu viel und wenn dann nur Oberflächliches von ihnen erfährt und es auch keine Rückblicke oder Perspektiven von ihnen gibt. So kam es bei mir nicht zu einem richtigen Mitfiebern, sondern ich habe es mehr als historischen Roman mit polizeilichen Ermittlungen gelesen.

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass das der erster Band einer Reihe ist. Dementsprechend gab es auch Handlungsstränge, die zu der Geschichte nichts beigetragen haben, aber vermutlich in einem späteren Band relevant werden. Dazu gehört auch ein kleiner Cliffhanger am Ende, der neugierig auf mehr macht.

Wenn man nicht mit der Erwartungshaltung herangeht, einen super spannenden Krimi vor sich zu haben, ist es ein interessanter und empfehlenswerter historischer Roman.

Veröffentlicht am 01.12.2025

Perfekter Thriller für die Winterzeit

Eisnebel
0

Ich mag einfach Thriller in einem Closed Setting und dieses hier passt perfekt zur Jahreszeit. Die Geschichte spielt (bis auf ein paar Rückblicke in die Vergangenheit) hauptsächlich im Winter auf dem abgelegenen ...

Ich mag einfach Thriller in einem Closed Setting und dieses hier passt perfekt zur Jahreszeit. Die Geschichte spielt (bis auf ein paar Rückblicke in die Vergangenheit) hauptsächlich im Winter auf dem abgelegenen Anwesen der Daltons, natürlich ohne Handyempfang.

Dort will Connor seiner Familie seine Verlobte Theodora vorstellen. Die Familiendynamik ist ganz interessant, denn die Familienmitglieder sind aufgrund der kurzen Kennenlernzeit natürlich erstmal skeptisch.

Theodora kann sich an fast nichts aus ihrer frühestens Kindheit erinnern. Zusammen mit ihr erlebt man immer wieder Träume und Flashbacks und nach und nach ergeben die Puzzleteile ein großes Ganzes.

Den Schreibstil fand ich super und schnell zu lesen. Alles ist sehr atmosphärisch und düster beschrieben, sodass man sich gut in die Szenerie hineinversetzen kann. Der Anfang zieht sich ein wenig, aber es lohnt sich dranzubleiben. Es gilt viele Familiengeheimnisse aufzuklären und Verstrickung aufzudröseln und es stellt sich immer wieder die Frage, wem man vertrauen kann.

Für die Fünf-Sterne-Bewertung hat mir das gewisse Etwas gefehlt, trotzdem kann ich das Buch für kalte Wintertage nur empfehlen.

Veröffentlicht am 02.11.2025

Keine leichte Liebesgeschichte

My Haunted Heart – Ich sehe dich
0

Nach dem Klappentext hatte ich mir ehrlich gesagt etwas anderes erwartet. Es wird sehr schnell klar, welche Vergangenheit Sawyer und Flora verbindet und der Rest und das Ende lassen sich dann auch zusammenreimen. ...

Nach dem Klappentext hatte ich mir ehrlich gesagt etwas anderes erwartet. Es wird sehr schnell klar, welche Vergangenheit Sawyer und Flora verbindet und der Rest und das Ende lassen sich dann auch zusammenreimen. Ich hatte mit mehr Spannung gerechnet.

Die Autorin hat es geschafft, die Atmosphäre sehr düster zu gestalten, was gut zum Vibe der Geschichte gepasst hat. Gut fand ich, dass viele ernste Themen behandelt wurden wie Traumata, Verlust, Vergebung, etc. An manchen Stellen wurde es richtig emotional, sodass bei mir ein paar Tränchen geflossen sind.

Gleichzeitig ging es aber auch etwas in die Richtung Dark Romance. Sawyers Verhalten und Gedanken waren teilweise schon sehr grenzüberschreitend. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einordnung gewünscht.

Deshalb konnten mich die Entwicklungen zwischen Sawyer und Flora auch nicht wirklich packen. Es hat sich irgendwie falsch, zu schnell und ungesund angefühlt.

Bevor man sich für das Buch entscheidet, sollte man unbedingt die Triggerwarnungen lesen. Es ist keine lockere, leichte Liebesgeschichte.

Veröffentlicht am 02.11.2025

Tapfere und selbstlose Frauen in schrecklichen Zeiten

Wir dachten, das Leben kommt noch
0

Ich habe ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Die ersten ca. 100 Seiten haben sich gezogen, da noch nicht wirklich viel passiert ist. Danach konnte ich das Buch allerdings kaum aus ...

Ich habe ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Die ersten ca. 100 Seiten haben sich gezogen, da noch nicht wirklich viel passiert ist. Danach konnte ich das Buch allerdings kaum aus der Hand legen.

Die Autorin erzählt auf zwei Zeitebenen: 1998 als Gegenwartsebene und während des Zweiten Weltkriegs. Dabei ist die Geschichte nur in Teilen fiktiv. Auch Personen, die wirklich gelebt haben, kommen darin vor.

Es werden eher weniger explizite Szenen des Krieges geschildert. Der Fokus liegt mehr auf dem alltäglichen Leben einer englischen SOE-Agentin im besetzten Frankreich, so alltäglich es eben sein kann. Trotzdem werden die schrecklichen Schicksale, Ängste und Entbehrungen der Menschen mehr als deutlich.

Ich fand das Thema super spannend, von der Rekrutierung der Agentinnen über ihre Ausbildung bis hin zu ihrem eigentlichen Einsatz. Die Geschichte macht durch tapfere und selbstlose Frauen in schrecklichen Zeiten Mut. Auch die Rolle der BBC im zweiten Weltkrieg war interessant.

Es tauchen sehr viele Personen auf, teilweise mit Decknamen. Zum Glück gibt es aber am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, das sehr hilfreich ist.

Man braucht für dieses Buch schon etwas mehr Konzentrationen, um allen Verstrickungen und Namen folgen zu können. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen, der sich für das Thema des Zweiten Weltkriegs interessiert.

Veröffentlicht am 21.10.2025

Nicht vom süßen Cover täuschen lassen

Spookily Yours
0

Das Cover vermittelt zwar einen süßen Eindruck und auch der Anfang der Geschichte ist recht kindlich geschrieben, schnell kommen allerdings spicy Szenen, die es in dem recht dünnen Buch überproportional ...

Das Cover vermittelt zwar einen süßen Eindruck und auch der Anfang der Geschichte ist recht kindlich geschrieben, schnell kommen allerdings spicy Szenen, die es in dem recht dünnen Buch überproportional häufig gibt.

Kommen wir damit auch zu meinem Hauptproblem mit dem Buch, und zwar die Länge bzw. die Kürze. Auf knapp 250 Seiten schafft man es einfach nicht eine handlungs- bzw. wendungsreiche Geschichte und tiefergehende Charaktere unterzubringen sowie eine Fantasywelt zu erschaffen. Es hat einfach an Handlung gefehlt. Probleme wie Damiens Rückverwandlung in eine Katze lösten sich wie von selbst und alles lief irgendwie zu perfekt.

Die Annäherung zwischen Damien und Willow konnte ich nicht richtig nachvollziehen. Willow wirkte nicht mal wirklich überrascht, dass ihre Katze ein Dämon ist.

Die Atmosphäre des Buches war definitiv auf Halloween und Herbst ausgelegt. Das Kürbis-Thema wird zwar auch irgendwann einfach zu viel, aber ansonsten ist die Stimmung in einem kleinen Hexendorf ganz gut gelungen. Schade, dass man nur wenig über Willows Hexenzirkel erfahren hat, der für sie eine zentrale Bedeutung hatte.

Wer keinen Spice mag, sollte hiervon definitiv die Finger lassen und auch die Leute, die gerne eine ausgereifte Handlung haben, kommen hier nicht auf ihre Kosten.