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Veröffentlicht am 15.12.2020

Ein Diamant, der deine Seele berührt

Making Faces
4

Handlung:


,,Seit sie denken kann, ist Fern Taylor in Ambrose Young verliebt. Ambrose, der überall beliebt ist und so schön, dass ein unscheinbares Mädchen wie Fern niemals auch nur auf die Idee gekommen ...

Handlung:


,,Seit sie denken kann, ist Fern Taylor in Ambrose Young verliebt. Ambrose, der überall beliebt ist und so schön, dass ein unscheinbares Mädchen wie Fern niemals auch nur auf die Idee gekommen wäre, bei ihm eine Chance zu haben.“ Dieser Satz steckt alten Fanatikern von Liebesgeschichten bereits im Blut. Man könnte auf den ersten Blick vermuten es handle sich um eine klischeeüberladene New-Adult Geschichte mit bereits vorhersehbarem Ende, aber lasst Euch nicht vom Äußeren trügen- ,,Making faces“ ist mehr als nur all das! In dem Buch, welches eine Neuausgabe von ,,Vor und das Leben“ ist, begleiten wir unsere Protagonistin Fern Taylor. Ihre Freizeit verbringt Fern mit ihrem besten Freund und Cousin Bailey Sheen, der an den Rollstuhl gefesselt ist, aber dennoch das Leben mit jeder Faser aufsaugen will. Eigentlich schien es ganz klar, was die Zukunft für sie bereithält. Bis zu dem Moment, als Ambrose, ihr heimlicher Schwarm, Fern endlich ,,sieht“, aber so zerbrochen ist, dass sie nicht weiß, ob ihre Liebe genug seien wird…


Meine Meinung:


Amy Harmon ist eine Meisterin darin, ihre Figuren und Leser auf Achterbahnen der Gefühle zu schicken. Ich hätte niemals erwartet, dass das Buch so viel Tiefgang aufweist und so viele wichtige Themen auf relativ sanfte Weise anspricht. Man erlebt alles mit- von häuslicher Gewalt über Krankheiten bis hin zum Tod. Natürlich stehen aber auch Liebesgeschichten und die Beziehungen der einzelnen Protagonisten im Vordergrund. Auch hier erhält der Leser ein breites Spektrum an menschlichen Beziehungen, Charakteren, Persönlichkeiten und Abgründen: auf der einen Seite gibt es unglaublich philosophische und weise Charaktere, wie z.B. Ferns Vater, auf der anderen Seite allerdings auch so schreckliche Menschen, denen du in Wirklichkeit nicht begegnen möchtest.

Und das ist auch das, was für mich ,,Making faces“ so besonders gemacht hat: nicht die Handlung an sich, denn diese könnte an einigen Stellen durchaus etwas knapper und spannender gestaltet werden, sondern die Charakterzüge verschiedener Menschen, die die Atmosphäre dieses Buches so wunderschön, aber auch melancholisch gemacht haben. Diese Wirkung wird außerdem auch, wie ich finde, durch die einzelnen liebevollen Kapitelnamen verstärkt, welche oft kleine Weisheiten enthalten oder sich auf griechische Sagen beziehen.
Stilistisch betrachtet schreibt Amy Harmon aus der 3. Person Präsens Singular. Damit hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, weil ich mich gerne aus der Ich-Perspektive, quasi “live“ in die Protagonisten hineinversetze. Aber auch hier wurde ich im Laufe der Geschichte davon überzeugt, dass Gefühle einzelner Personen auch sehr gut mit einem schönen Schreibstil, wie mit dem von Amy Harmon, in der 3. Person überbracht werden können. Sehr schön fand ich außerdem, dass dabei immer ein anderer Hauptcharakter in Blick gefasst wurde.


Fazit:


Abschließend betrachtet kann man festhalten, dass ,,Making faces“ auf jeden Fall für alle diejenigen etwas seien wird, die emotional berührt werden wollen und dabei aber auf keine klischeehafte, sondern tiefgreifende Geschichte zurückgreifen wollen. Zwar hat das Buch ab und zu seine Längen, jedoch wird dies durch den epischen Schreibstil Amy Harmons wieder ausgeglichen.
Alles in Einem: Dieses Buch ist ein kleiner Diamant, der deine Seele berührt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere