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Veröffentlicht am 04.09.2022

Perfect Day: Tröstlich oder tödlich

Perfect Day
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Über einen Zeitraum von mehreren Jahren verschwinden immer wieder kleine Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren. Die Polizei entdeckt bei Ihren Ermittlungen und auf der Suche nach den ihnen rote Schleifen. ...

Über einen Zeitraum von mehreren Jahren verschwinden immer wieder kleine Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren. Die Polizei entdeckt bei Ihren Ermittlungen und auf der Suche nach den ihnen rote Schleifen. Wie bei einer Schnitzeljagd weisen sie den Weg zu den Mädchen, die vom sogenannten Schleifenmörder durch Aufschneiden der Pulsadern getötet wurden.
Der angesehene Philosophieprofessor und Anthropologe Walter Lesniak gerät unter den Verdacht, die Taten begangen zu haben. Die Indizien sprechen eindeutig gegen ihn und er wird verhaftet.
Nur seine Tochter Ann ist von seiner Unschuld überzeugt und stellt eigene Ermittlungen an, um ihren Vater zu entlasten. Wenn Sie ihn im Gefängnis besucht, schweigt er zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.
Drei verschiedene Teile, die immer abwechselnd erzählt werden, schildern zum einen die Sichtweise von Ann, in einem anderen Teil beschreibt der Täter seine Taten – was zunächst nicht klar erkennbar ist und schließlich offenbart sich der Täter einem Journalisten und versucht diesem sein Handeln zu erklären. Auch bei diesen Sequenzen kommt die Erkenntnis, um was und wen es hier geht, erst spät, was den Spannungsbogen hochhalten soll.

Mein Fazit:
Romy Hausmann pflegt einen eigenen Schreibstil, den man mögen muss, um ihn zu verstehen. Es ist etwas langatmig und der Aufbau zuweilen verwirrend. Der Plot wird nicht wie sonst üblich durch Kapitel getrennt. Die Absätze wechseln zwischen „Wir“, „Ann“ und „AUFNAHME“.
Der Titel des Buches ist mir zu kryptisch. Leider kann ich keinen Bogen zwischen dem Titel und der Handlung spannen.

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Veröffentlicht am 25.08.2022

Die Vergangenheit ruht nie

Der Vollstrecker (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 2)
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Der zweite Fall für die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom Morddezernat I des LAPD.
Ein grausamer Mörder fügt seinen Opfern höllische Schmerzen zu und foltert sie zu Tode. Danach markiert er ...

Der zweite Fall für die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom Morddezernat I des LAPD.
Ein grausamer Mörder fügt seinen Opfern höllische Schmerzen zu und foltert sie zu Tode. Danach markiert er sie mit Ziffern auf dem Rücken. Da Captain Bolton in den Ruhestand gegangen ist, haben die beiden Polizisten es nicht nur mit der Jagd auf einen skrupellosen Mörder zu tun, sondern müssen sich auch vor ihrer neuen Vorgesetzten Captain Barbara Blake ständig für ihre Ermittlungsmethoden rechtfertigen.
Aber erst nach dem zweiten Mord wird den Detectives klar, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Eine Gemeinsamkeit haben die Verbrechen: Der Täter nimmt immer Bezug auf die Ängste seiner Opfer. Danach richtet er seine Foltermethoden aus. Die Polizei sucht verzweifelt nach der Verbindung zwischen den Opfern und dem Täter – und irgendeine Verbindung muss es geben.
Als Hunter und Garcia dem Täter auf die Spur kommen, geraten sie wieder einmal in Lebensgefahr.

Mein Fazit:
Die Tötungsdelikte grenzen schon an Horror, wonach man diesen Roman durchaus auch als Horrorthriller bezeichnen könnte. Hier wird dem Leser Nervenkitzel pur serviert. Gut und schlüssig geschrieben, die einzelnen Personen in der Art und Weise, dass man sie sich gut vorstellen kann. Der Spannungsbogen reißt während des ganzen Romans nicht ab. Ein echter Pageturner.

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Veröffentlicht am 20.08.2022

True Crime vom Feinsten

Maxima Culpa
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In seiner über 30-jährigen Berufszeit als Gefängnisarzt hat Joe Bauch versucht zu ergründen, wie Sexualstraftäter und Mörder:innen ticken. Dabei kam er zu der Erkenntnis, dass jedes Verbrechen im Kopf ...

In seiner über 30-jährigen Berufszeit als Gefängnisarzt hat Joe Bauch versucht zu ergründen, wie Sexualstraftäter und Mörder:innen ticken. Dabei kam er zu der Erkenntnis, dass jedes Verbrechen im Kopf beginnt. Man kriegt beim Lesen einen Eindruck davon, dass nicht nur Männer brutal mit ihren Opfern umgehen, auch Frauen können gewalttätig sein, wobei sie bis zum äußeren gehen.
Bei einigen Fällen konnte ich mich erinnern, da sie wochen- und monatelang durch die Presse gingen.
Es ist erschreckend, wie Menschen ticken können und nicht immer liegt es an einem Martyrium in der Kindheit.

Mein Fazit:
Im Gegensatz zu Michael Tsokos – der Leiter der Rechtsmedizin in der Charité – beschränkt sich Joe Bausch einzig und allein auf True Crime in den nacherzählten wahren Fällen, lediglich die Namen der Täter:innen wurden geändert.
Tsokos schreibt in Form von Thrillern – fiktiv mit True Crime vermischt - und Bausch schreibt dokumentarisch.
Eine flüssige, leicht verständliche Schreibweise und Spannung charakterisieren das Buch von Bausch. Es ist absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Wie ein Albtraum bis zur Erlösung

Erlösung
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Der dritte Fall für Vizepolizeikommissar Carl Mørck vom Morddezernat Q der Kopenhagener Kriminalpolizei und seinem syrischen Assistenten Hafez el-Assad. Sie bearbeiten ungelöste Kriminalfälle, die schon ...

Der dritte Fall für Vizepolizeikommissar Carl Mørck vom Morddezernat Q der Kopenhagener Kriminalpolizei und seinem syrischen Assistenten Hafez el-Assad. Sie bearbeiten ungelöste Kriminalfälle, die schon längst zu den Akten gelegt worden sind.
In diesem Fall spielt eine Flaschenpost eine entscheidende Rolle, die bereits vor sechs Jahren aufgegeben und in Schottland an Land gespült wurde. Über Umwegen gelangt sie auf den Schreibtisch von Mørck.
Ein Kidnapper rächt sich an kinderreichen Familien, deren Glaube tief verwurzelt in einer Sekte sind. Dieser Glaube hilft dem Soziopathen, der als Kind selbst traumatisiert wurde, seine Taten auszuführen.
Lange Zeit bleibt sein Handeln unbemerkt, nicht zuletzt, weil er als treusorgender Ehemann und Familienvater in einer Scheinwelt lebt.
Erst als die Kripobeamten in einem aktuellen Fall Zugang zu einer zunächst verschlossenen und betroffenen Familie finden, kommen sie der Lösung näher.

Mein Fazit:
Wie bei den ersten beiden Büchern zieht sich die Handlung am Anfang und es dauert, bis das Geschehen „Fahrt“ aufnimmt. Für meinen Geschmack übertreibt es der Autor etwas mit den Humoresken. Die Schreibweise ist leicht verständlich, obwohl drei Handlungsstränge miteinander vermischt werden. Gekonnt inszeniert, wie sich der Kreis um den Täter immer enger zieht.

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Veröffentlicht am 05.08.2022

Das Eulentor – der Schlund zur Hölle

DAS EULENTOR
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Im August 1911 macht sich eine Expedition – geleitet von dem Wiener Arzt Dr. Andreas Berger – auf den Weg in den Nordatlantik. Ziel ist der Hornsund-Fjord auf Spitzbergen, eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe. ...

Im August 1911 macht sich eine Expedition – geleitet von dem Wiener Arzt Dr. Andreas Berger – auf den Weg in den Nordatlantik. Ziel ist der Hornsund-Fjord auf Spitzbergen, eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe. Dort errichtet man die Forschungsstation Sibirion. Ziel ist es, die Gegend zu kartografieren. Aber bei stark einsetzendem Sturm wird plötzlich eine Öffnung in den Fels gerissen und eine schwarze Öffnung mit einem Durchmesser von ca. drei Metern tut sich auf.
Ab diesem Zeitpunkt beginn das Unheil.
Man will den Schacht erkunden. Zunächst werden Steigbügel in den Fels geschlagen, um nach unten zu gelangen.
Im Laufe der Jahre werden die technischen Möglichkeiten immer besser, um tiefer in den Schacht zu gelangen. Je tiefer man vordringt, desto mehr mysteriöse Dinge geschehen. Tod und Wahnsinn übernehmen die Oberhand.
Die Nazis schicken norwegische Zwangsarbeiter und jüdische Gefangene als Versuchskaninchen in die Tiefe, um den Schacht zu erforschen. Letztendlich erreicht man eine Tiefe von ca. 1.000 Kilometern, aber ein Ende des Schachts ist nicht in Sicht.

Mein Fazit:
Andreas Gruber kann nicht nur Krimis, auch Mystery-Thriller versteht er eindrucksvoll zu schreiben. Wer dieses Genre mag, ist hier genau richtig.
Er schreibt in zwei Zeitebenen, die gekonnt miteinander verwoben sind und man verliert beim Lesen nie die Übersicht. Alles in sich wirkt schlüssig, auch wenn es fiktiv ist.

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