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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2021

War in Ordnung

Zwischen zwei Herzschlägen
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Die Buchbeschreibung klingt sehr vielversprechend und hat für mich letztendlich den Ausschlag gegeben, weshalb ich mich für dieses Buch entschieden habe. Der Roman hat mir insgesamt auch gut gefallen. ...

Die Buchbeschreibung klingt sehr vielversprechend und hat für mich letztendlich den Ausschlag gegeben, weshalb ich mich für dieses Buch entschieden habe. Der Roman hat mir insgesamt auch gut gefallen. Allerdings war er mir mit den fast 600 Seiten eindeutig zu lang. Ich hätte das Buch lesenswerter gefunden, wenn es rd. 200 Seiten weniger gehabt hätte.

Die einzelnen Kapitel werden jeweils aus der Sicht der Protagonisten erzählt. So ergibt die Sichtweise der einzelnen Personen ein tolles Gesamtbild. Es geht um Joel, Kerry und Tim. Deren Geschichte, die sich im Verlauf von 18 Jahren ereignet hat, wird quasi chronologisch in diesem Roman erzählt.

In der Silvesternacht am 31.12.1999 bricht der 17-jährige Joel beim Fußballspielen zusammen, er bleibt reglos liegen. Einzig die gleichaltrige Kerry erfasst die Situation und durch ihr rasches Handeln und ihre Wiederbelebungsmaßnahmen kann Joel ins Leben zurückgeholt werden. Kerry schwärmt schon lange für den erfolgreichen und gutaussehenden Joel, wobei Kerry sich sehr wohl bewusst ist, dass er sie nicht wahr nimmt. Der dritte im Bunde ist Tim, der sich in Kerry verliebt hat. Kerry sieht in Tim jedoch den besten Freund, den sie sich vorstellen kann.

Über die vielen Seiten bleibt es bis zum Schluss spannend, wer mit wem sein Glück findet. Insgesamt wirklich schön zu lesen, aber wie schon geschrieben: manchmal ist weniger mehr.

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Veröffentlicht am 07.05.2021

Kriminalroman mit historischem Hintergrund des besetzten Paris

Die Toten vom Gare d’Austerlitz
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Die Handlung um den Protagonisten Inspecteur Edouard Giral, genannt Eddie, von der Pariser Polizei beginnt an dem Tag, an dem die deutsche Wehrmacht 1940 in Paris einmarschiert:
Auf einem Pariser Bahnhof ...

Die Handlung um den Protagonisten Inspecteur Edouard Giral, genannt Eddie, von der Pariser Polizei beginnt an dem Tag, an dem die deutsche Wehrmacht 1940 in Paris einmarschiert:
Auf einem Pariser Bahnhof wurden die Leichen von 4 Polen gefunden, die durch Giftgas aus dem letzten Krieg zwischen Frankreich und Deutschland getötet.
Schon zu Beginn seiner Ermittlungen am Bahnhof kommen deutsche Soldaten Eddie Giral in die Quere.
Girals Gegenspieler ist Major Hochstetter von der Abwehr, dem Militärgeheimdienst der Wehrmacht, aber auch die Gestapo, die ihre Schwergen als Geheime Feldpolizei maskiert hat, weil die Wehrmacht ohne Gestapo und SS den Westfeldzug unternehmen sollte, mischt sich ein.
Und dann ist da noch Auban, ein französischer Ermittler, der eher auf der Seite der Deutschen zu stehen scheint.
Eddie legt sich verbal immer wieder mit seinen deutschen Gegenspielern und körperlich sogar mit Alban an.
Als Girals Sohn Jean-Luc auftaucht, den und dessen Mutter er vor 15 Jahren verlassen hat als Jean-Luc fünf Jahre alt war, der eine französische Armee-Uniform trägt, verschachtelt sich Giral in ein Spiel seinen Sohn vor den Besatzern zu beschützen und die Hintergründe zum Tod der Polen zu ermitteln ...

Zuerst ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, zumal der Autor immer wieder Retrospektiven einbaut, um Informationen aus Girals Vergangenheit zu liefern, die das Wesen und Umfeld der Hauptperson, aber auch einiger Nebenpersonen vermitteln.
Diese Rücksprünge erklären aber viel und sind so eingesetzt, dass der Handlung nicht vorgegriffen und der Leser meiner Meinung nach gut mitgenommen wird.
Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich aber an den Stil, denn weder Wortwahl und Satzbau, noch die Handlung sind Trivial, insbesondere der historische Hintergrund.

Das Cover mit schwarz-weiß Bildern des Eiffel-Turms und der Eglise Notre-Dame ordnet den Kriminalroman örtlich ein und lässt eine Handlung in der jüngeren Vergangenheit erwarten.
Gleichzeitig wird so schon vor Lesen der ersten Sätze ein etwas düsterer Eindruck aufgebaut.

Im Nachwort erwähnt der Autor, dass weitere Titel rund um den Protagonisten Eddie Giral folgen könnten, die dann sicherlich auch im gleichen historischen Kontext angesiedelt sein dürften:
Ich bin gespannt was da noch kommen könnte ...

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Nordwesttod
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Dieses ist ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe, die in St. Peter-Ording erzählt. Anna Wagner kommt aus München und ist eigentlich nur für ein halbes Jahr in Kiel eingesetzt. Für den aktuellen ...

Dieses ist ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe, die in St. Peter-Ording erzählt. Anna Wagner kommt aus München und ist eigentlich nur für ein halbes Jahr in Kiel eingesetzt. Für den aktuellen Vermisstenfall darf sie aus St. Peter-Ording ermitteln zusammen mit Hendrik Norberg, der die Polizeidienststelle dort seit neuestem leitet.
Die älteste Tochter der Hoteliersfamilie Brechtmann ist spurlos verschwunden, keiner scheint etwas zu wissen.

Schön bei Krimireihen finde ich, dass auch etwas von den privaten Geschichten der Ermittler zu lesen ist. Anna Wagner hat gerade eine Scheidung hinter sich. Sie braucht erst einmal Abstand zu ihrem bisherigen Alltag. Bei Hendrik Norberg ist seine Frau vor gerade mal drei Monaten verstorben. Bei ihm und seinen beiden Söhnen ist die Trauer gerade sehr groß, er hat sich bewusst für den Job als Dienststellenleiter entschieden, so arbeitet er vor Ort und kann damit mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Früher hatte sich seine Frau überwiegend um die Kindererziehung gekümmert.

Ich empfinde diesen Krimi als sehr bodenständig. Es gibt wenig Blutvergießen und es wird ganz klassisch und solide ermittelt. Interessante Details kommen nach und nach ans Licht, das macht es spannend.

Der Schreibstil liest sich locker und verständlich, die relativ kurz gehaltenen Kapitel habe ich als sehr angenehm empfunden.

Nun habe ich gesehen, dass ich bald schon einen neuen Fall mit Anna Wagner und Hendrik Norberg lesen kann, da freue ich mich schon drauf!

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Veröffentlicht am 19.04.2021

Ein Roman zum Abtauchen

Ich dachte schon, du fragst mich nie
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Wiedermal ist es Gabriella Engelmann wunderbar gelungen, einen Wohlfühlroman zum Abtauchen zu schreiben. Ein herrlich lockerer Schreibstil und eine Geschichte, die zu Teilen in Hamburg aber auch auf der ...

Wiedermal ist es Gabriella Engelmann wunderbar gelungen, einen Wohlfühlroman zum Abtauchen zu schreiben. Ein herrlich lockerer Schreibstil und eine Geschichte, die zu Teilen in Hamburg aber auch auf der Sonneninsel Mallorca erzählt.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Kapitel aus den unterschiedlichen Sichtweisen von Sophie und Marc erzählt werden. So ergibt sich für die Leserin ein tolles Gesamtbild.

Zum Inhalt:
Vor 5 Jahren ist der Mann von Sophie sehr plötzlich gestorben. Sie vermisst ihn immer noch unglaublich. Für Sophie ist es nun am Wichtigsten, für ihre Töchter da zu sein und sie in ihren Vorhaben zu unterstützen. Die ältere Tochter Liv möchte sich den Traum von einem eigenen Restaurant verwirklichen. Total unglücklich bricht sie sich, kurz bevor die ersten Gäste zur Eröffnung kommen, die Hand. Wie kann das gesamte Vorhaben nun noch gut über die Bühne gebracht werden?

Insgesamt ist dieses ein herrlicher Wohlfühlroman, den ich sehr empfehlen kann, wenn man einfach unbeschwert in einen Roman abtauchen möchte.

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Ein solider Thriller

Blütengrab
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Dieser Thriller erzählt Anfang der 1990-er Jahr in Mecklenburg. Die Themen, die zu der Zeit dort aktuell sind, werden sehr gut herausgearbeitet und sehr gut in den Thriller eingearbeitet. Der Schreibstil ...

Dieser Thriller erzählt Anfang der 1990-er Jahr in Mecklenburg. Die Themen, die zu der Zeit dort aktuell sind, werden sehr gut herausgearbeitet und sehr gut in den Thriller eingearbeitet. Der Schreibstil ist leicht verständlich, so dass man wunderbar in die Geschichte eintauchen kann.
Am Anfang war das Buch zwar interessant, es hat mich da aber noch nicht so gefesselt, das kam erst im letzten Drittel des Buches. Ab einem gewissen Punkt musste ich dann unbedingt wissen wie es weitergeht und konnte das Buch dann kaum noch aus der Hand legen.

Zum Inhalt:
Ulrike Bandow - in einem kleinen Ort in Mecklenburg aufgewachsen - lebt mit ihrem Bruder zusammen. Der Vater ist vor vielen Jahren gestorben und die Mutter meinte, in Westdeutschland ein besseren Leben führen zu können. Zunächst mäßig begeistert ist Ulrike Bandow von ihrem Kollegen Ingo Larssen, der ausdrücklich in Ostdeutschland arbeiten möchte, was Ulrike so gar nicht verstehen kann.
Bei den Ermittlungsarbeiten, wo es um den Tod eines Mädchens geht, arbeiten die beiden jedoch sehr gut zusammen und schätzen den jeweils anderen Kollegen.

Insgesamt ein guter solider Thriller!

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