Profilbild von Wencke

Wencke

Lesejury Star
offline

Wencke ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wencke über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2017

Ein sehr schöner Roman über traurig, schön bis lecker

Das Brombeerzimmer
0

Zunächst einmal überzeugt das Buch durch seine schöne Umschlaggestaltung. Die finde ich sehr gelungen und das Buch fühlt sich sehr schön an. Da kann es mit der Freude am Lesen schon beginnen. Insgesamt ...

Zunächst einmal überzeugt das Buch durch seine schöne Umschlaggestaltung. Die finde ich sehr gelungen und das Buch fühlt sich sehr schön an. Da kann es mit der Freude am Lesen schon beginnen. Insgesamt ist dieser Roman sehr einfach zu lesen und bereit damit unbeschwertes Lesevergnügen. Zum Ende hin hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Geschichte unnötig in die Länge gezogen wird und das Lüften des Familiengeheimnisses bewusst hinausgezögert wird.

Zum Inhalt: Seit einem Jahr schon muss Nora ohne ihren geliebten Julian leben. Die beiden waren sehr glücklich miteinander und hatten noch so viel vor. Doch nach einem Herzinfarkt wird Julian aus dem Leben gerissen. Er überlebt den Infarkt nicht. Für Nora bricht die Welt zusammen. Auch nach einem Jahr hat sie nicht das Gefühl, dass ihre Trauer weniger wird. Aber sie hat auch großartige Unterstützung von ihrer Freundin und von ihrer Mutter. Dann findet sie einen Brief von Julians Großtante Klara. Beim Erwähnen dieser Großtante erfährt Nora bei Julians Familie teilweise eine deutliche Ablehnung. Warum ist das so, was hat sich da in früheren Jahren in der Familie ereignet?


Dieses Buch ist sehr schön geschrieben und am Anfang auch sehr traurig, da musste ich doch tatsächlich ein paar Tränen verdrücken. Gespickt ist dieses wunderschöne Buch mit sehr leckeren Rezepten, z. B. ein vielversprechendes Holunderblütengelee, eine Brombeerkonfitüre mit Lavendelblüten oder ein Gurkenlikör. Das Holunderblütengelee und den Gurkenlikör werde ich auf jeden Fall ausprobieren!

Auf jeden Fall spreche ich für dieses Buch eine klare Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 05.03.2017

Ein Leben mit dem Tod - eine wahre Geschichte

In jedem Augenblick unseres Lebens
0

Karin ist in der dreiunddreißigsten Schwangerschaftswoche. Sie und Tom erwarten ihr erstes Kind. Zunächst begann es mit grippeähnlichen Symptomen. Doch dann wird im Krankenhaus eine akute Leukämie diagnostiziert. ...

Karin ist in der dreiunddreißigsten Schwangerschaftswoche. Sie und Tom erwarten ihr erstes Kind. Zunächst begann es mit grippeähnlichen Symptomen. Doch dann wird im Krankenhaus eine akute Leukämie diagnostiziert. Die kleine Livia erblickt per Kaiserschnitt das Licht der Welt. Für Karin sieht es gar nicht gut aus. Nach und nach treten Probleme der einzelnen Organe auf. Karin verliert den Kampf gegen den Tod. Nun ist Tom mit der kleinen Livia alleine und muss sich dem Leben stellen. Seine Schwiegereltern stehen ihm mit Hilfe zu Seite. Doch so manche bürokratische unvorstellbare Situation muss er alleine meistern.

Tom Malmquist schreibt seine eigene unfassbare Geschichte, man träumt, lebt, denkt nicht dran und auf einmal fällt die eigene Welt wie ein Kartenhaus zusammen.

Sehr ungewöhnlich ist der Schreibstil, den der Autor gewählt hat. Das Buch ist aus seiner Sicht geschrieben. Es ist allerdings nicht immer eindeutig, wer gerade etwas erzählt, es ergibt sich meistens aus dem zusammenhängenden Text. Der Leser muss dort schon sehr aufmerksam sein und aufpassen "wo" der Autor sich gerade befindet.

Die ersten fast einhundert Seiten beschreiben die Tragik in der Klinik, wo sehr genau beschrieben wird, was gerade passiert. Da hatte ich so meine Probleme mit den Abkürzungen, z.B. der Begriff ECMO, wird einmal erklärt und wiederholt sich dann sehr oft, oder THIVA - Thoraxintensivstation. Das hätte meiner Meinung nach für einen Leser, einfacher/verständlicher geschrieben werden können.

Der Leser erfährt nach den ersten 100 Seiten, wie sich Tom und Karin kennengelernt haben und was sich bis dahin ereignet hat.

Insgesamt überzeugt diese Geschichte durch ihre Realität, der Leser muss sich allerdings auf diesen Schreibstil einlassen. Dann ist es ein trauriges aber wahres Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Der zweite Fall für Klaudia Wagner - ein solider Regionalkrimi

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
0

Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kommt man meiner Meinung nach gut in diesen zweiten Fall hinein. Die Autorin vermittelt auf eine gelungene Weise die Geschehnisse aus dem ersten Buch, so hat ...

Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kommt man meiner Meinung nach gut in diesen zweiten Fall hinein. Die Autorin vermittelt auf eine gelungene Weise die Geschehnisse aus dem ersten Buch, so hat der Leser nicht das Gefühl, dass er was verpasst hat. Ich lese sehr gerne Krimireihen, weil man trotz eines neuen Falles immer wieder auf bekannte und sympathische Charaktere trifft. Genau so geht es mir auch bei dieser Spreewald-Krimi-Reihe.

In diesem Buch geht es um einen rumänischen Gurkenarbeiter, der tot in einem Fließ gefunden wird. War es ein Unfall oder wurde er umgebracht? Auf einem Fest am Abend zuvor war der rumänische Gurkenarbeiter an einem Streit beteiligt. Gibt es dort einen Zusammenhang? Oder hat dieser Tod vielleicht sogar einen rassistischen Hintergrund? Klaudia mit ihrem Team ist fleißig am Ermitteln, doch so richtig kommt sie dem ganzen nicht auf die Spur und dann gibt es eine weitere Tote.

Der Schreibstil der Autorin ist klar und verständlich und es rund herum ein solider Regionalkrimi, der ohne viel "Schnickschnack" auskommt und das gefällt mir sehr gut.

Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall von Klaudia Wagner.

Veröffentlicht am 19.02.2017

Ein Tiger erobert die Herzen

Billy the Beast. Ein Traum von einem Tiger
0

Billy the Beast ist ein herrlich amüsantes Buch für sehr kurzweilige Lesestunden. Wobei der Hintergrund schon eher ein sehr trauriger ist: Bert ist 16 Jahre alt und bringt sagenhafte 101 kg auf die Waage. ...

Billy the Beast ist ein herrlich amüsantes Buch für sehr kurzweilige Lesestunden. Wobei der Hintergrund schon eher ein sehr trauriger ist: Bert ist 16 Jahre alt und bringt sagenhafte 101 kg auf die Waage. Zu seinem Lieblings- und vielleicht auch Hauptnahrungsmittel zählt er Twix. Das ist furchtbar praktisch: in einem Twix sind gleich zwei Riegel drin . Der Schulalltag ist für Bert eine Qual. Es verwundert kaum, dass er ein leichtes Opfer für Mobbing-Attacken ist. Aber auch sonst leidet er unter seinem Gewicht. Aufgrund seines Gewichtes, bzw. seines Körpervolumens schwitzt er sehr schnell und stark. Ein Klassenausflug kann so sehr schnell ganz furchtbar unangenehm für ihn werden. Es ist schwer für ihn, etwas dagegen zu tun. Auch von zu Hause aus, hat er nicht die beste Unterstützung.

Fast etwas unfreiwillig kommt er zu Billy, dem Tiger-Kostüm und wird zum Maskottchen der Eishockeymannschaft. Er verliebt sich in die schöne Lilly. Ganz neben bei hilft ihm sein Billy sogar dabei, dass die Pfunde fast von alleine purzeln und Billy the Beast erobert die Herzen.

Das Buch umfasst insgesamt 270 Seiten. Die Schrift ist relativ groß. So ist dieses Buch in relativ kurzer Zeit durchgelesen und bereitet mit einer besonderen Art von Humor sehr unterhaltsame Lesestunden.

Veröffentlicht am 15.02.2017

Ferrante-Fieber

Die Geschichte eines neuen Namens
0

Ich habe in den bisherigen Meinungen oft gehört, dass es sehr hilfreich ist, wenn man den ersten Teil dieser Neapolitanischen Saga gelesen hat. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen und fand das auch ...

Ich habe in den bisherigen Meinungen oft gehört, dass es sehr hilfreich ist, wenn man den ersten Teil dieser Neapolitanischen Saga gelesen hat. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen und fand das auch nicht tragisch. Auf den ersten Seiten werden die Familien quasi vorgestellt und auch durch das Geschriebene der ersten Kapitel habe ich das Gefühl, dass neue Leser "auf Stand" gebracht werden.

Es geht um die Freundinnen Elena und Lila in den 1960-er Jahren. Lila ist gerade frisch verheiratet, doch glücklich ist sie nicht. Elena hingegen macht Abitur und entscheidet sich anschließend für ein Studium. Trotz dieser sehr unterschiedlichen Lebensweisen und der vorhandenen Distanzen verbindet die beiden eine sehr besondere Freundschaft.

Die Autorin überzeugt mit ihrem besonderen Schreibstil. Der Leser fühlt sich regelrecht nach Italien in die 60-er Jahre versetzt.