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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Atmosphärisch, spannend und emotional – ein Hörbuch, das im Kopf bleibt

Léon und die Frau im blauen Kleid
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Ich höre viele Hörbücher, aber dieses hat mich sofort abgeholt. Die Atmosphäre des sommerlichen Nizzas ist so lebendig beschrieben, dass ich beim Zuhören richtig das Meer, die Hitze und gleichzeitig diese ...

Ich höre viele Hörbücher, aber dieses hat mich sofort abgeholt. Die Atmosphäre des sommerlichen Nizzas ist so lebendig beschrieben, dass ich beim Zuhören richtig das Meer, die Hitze und gleichzeitig diese unterschwellige Spannung gespürt habe. Der Fall beginnt rätselhaft und entwickelt sich immer intensiver – genau die Art Krimi, die mich nicht loslässt.

Besonders begeistert hat mich das Ermittlerduo. Ihre Art miteinander umzugehen, ihre Unterschiede und ihre gemeinsame Entschlossenheit haben dafür gesorgt, dass ich emotional voll dabei war. Ich hatte wirklich das Gefühl, sie auf ihrer Reise durch die dunklen Abgründe der High Society zu begleiten.

Die Sprecherleistung ist großartig und hat alles noch einmal verstärkt. Jede Szene wirkt lebendig, jede Stimmung kommt klar rüber, und ich war so oft komplett im Moment versunken.

Kurz gesagt: Ich liebe dieses Hörbuch. Es ist spannend, atmosphärisch und emotional, und ich werde noch lange daran zurückdenken. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Fesselnder Provence Krimi mit einzigartigem Flair

Tödliches Déjà-vu
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Tödliches Déjà vu ist für mich der bisher stärkste Band der Campanard Reihe. René Anour verbindet erneut eine atmosphärische Provence Kulisse mit einem ungewöhnlichen Fall rund um das mysteriöse Sterben ...

Tödliches Déjà vu ist für mich der bisher stärkste Band der Campanard Reihe. René Anour verbindet erneut eine atmosphärische Provence Kulisse mit einem ungewöhnlichen Fall rund um das mysteriöse Sterben und Verschwinden von Bienen. Schon der Einstieg ist spannend. Die exzentrische Imkerin Jeanne Marceaux und ihre fast magische Verbindung zu ihren Bienen wirken sofort faszinierend und rätselhaft. Als sie kurz darauf unter dramatischen Umständen stirbt, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung, die bis zum Schluss fesselt.

Commissaire Campanard bleibt wie gewohnt sympathisch, eigenwillig und menschlich. Man begleitet ihn gern durch Grasse, durch Lavendelfelder und kleine Gassen, während sich langsam ein komplexes Puzzle aus Umweltfragen, menschlichen Abgründen und persönlichen Motiven zusammensetzt. Besonders gelungen ist, wie feinfühlig Anour das Thema Bienensterben in die Handlung einwebt, ohne je belehrend zu wirken.

Das Hörbuch selbst ist ein Genuss. Stefan Kaminski verleiht jeder Figur eine eigene Note, ohne zu übertreiben. Seine warme, präzise Erzählweise passt ideal zur Mischung aus Spannung, Lokalkolorit und leiser Melancholie, die diese Reihe auszeichnet.

Fazit Ein kluger, atmosphärischer Krimi mit einer aussergewöhnlichen Idee, starken Figuren und einem Setting, das man förmlich riechen und schmecken kann. Für Fans der Provence Reihe ein Muss und für Neueinsteiger ein sehr guter Startpunkt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Seniorenheim mit Ermittlungsauftrag

Betreutes Morden
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In Sheldon Oaks möchte Carol, einstige Serienmörderin, ihren Ruhestand eigentlich in aller Ruhe verbringen. Der Einzug ins Seniorenheim soll für sie ein Neuanfang sein – diskret, geordnet, möglichst unauffällig. ...

In Sheldon Oaks möchte Carol, einstige Serienmörderin, ihren Ruhestand eigentlich in aller Ruhe verbringen. Der Einzug ins Seniorenheim soll für sie ein Neuanfang sein – diskret, geordnet, möglichst unauffällig. Doch diese Hoffnung zerschlägt sich rasch: Kaum hat sie sich eingerichtet, wird vor ihrem Balkon ein Mensch getötet. Obwohl sie nachweislich nichts damit zu tun hat, fällt der Verdacht reflexartig wieder auf sie. Ihr Ruf holt sie ein – hartnäckiger, als ihr lieb ist.

Carol bleibt jedoch nicht allein mit der Situation. Um sie herum formiert sich ein höchst ungewöhnliches Ermittlerquartett: eine resolute Ex-Innenministerin, ein ehemaliger Kriminalkommissar, der den Polizeialltag auch im Ruhestand nicht ganz hinter sich lassen kann, und eine Pathologin, die mehr Erfahrung mit Toten mitbringt, als jedem in ihrer Nähe lieb sein dürfte. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf – nicht aus Abenteuerlust, sondern weil im Seniorenheim kaum jemand bereit ist, die Sache ernsthaft zu verfolgen.

Der Roman überzeugt durch die präzise Kombination aus feinem Humor, spannungsreicher Erzählweise und einer klar gezeichneten Figurenkonstellation. Die Geschichte nutzt den Schauplatz Altersheim nicht als Karikatur, sondern als Bühne für scharfe Beobachtungen, kluge Dialoge und ein Ermittlerteam, das sich zwar ungewöhnlich gibt, aber erstaunlich effizient agiert. Carol selbst bleibt dabei die zentrale Figur: selbstironisch, kontrolliert, und immer darauf bedacht, endlich nicht mehr als permanente Verdächtige zu gelten.

Wer Krimis sucht, die sich durch Charakterstärke, subtile Pointen und eine unverbrauchte Ausgangslage auszeichnen, findet in Sheldon Oaks eine erfrischend moderne Variante des Seniorenkrimis – charmant, präzise erzählt und überraschend lebendig.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Solider Portugal-Krimi mit starker Atmosphäre

Die Tote von Nazaré
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Maren Berger, die sich nach einem traumatischen Einsatz eigentlich erholen möchte, gerät unerwartet in einen neuen Fall. Ihr Fund einer Leiche am Praia do Norte, die später nicht mehr auffindbar ist, bildet ...

Maren Berger, die sich nach einem traumatischen Einsatz eigentlich erholen möchte, gerät unerwartet in einen neuen Fall. Ihr Fund einer Leiche am Praia do Norte, die später nicht mehr auffindbar ist, bildet den Ausgangspunkt für eine kontinuierlich ansteigende Spannungskurve.

Das Zusammenspiel zwischen Maren und Inspetor João Ferreira wirkt stimmig und entwickelt sich im Laufe der Ermittlungen nachvollziehbar. Beide ergänzen sich gut und bilden ein Duo, das Potenzial für weitere Geschichten mitbringt.

Die Figuren, allen voran Maren und Ferreira – sind klar gezeichnet, und ihr Zusammenspiel wirkt glaubwürdig. Die Themen Trauma und Neuanfang werden zurückhaltend, aber präsent eingebunden.

Insgesamt ist es ein gut produziertes Hörbuch mit stimmigem Setting, einem klassischen Krimiplot und solider Spannung, das vor allem Fans von Portugal-Krimis ansprechen dürfte.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Eine leise, tief bewegende Familiengeschichte (als Hörbuch)

Niemands Töchter
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Niemands Töchter ist eine leise, aber tief bewegende Geschichte über zwei Frauen, deren Leben auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet – und die doch durch unsichtbare Fäden familiärer Wunden ...

Niemands Töchter ist eine leise, aber tief bewegende Geschichte über zwei Frauen, deren Leben auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet – und die doch durch unsichtbare Fäden familiärer Wunden zusammengeschweisst sind. Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf, klug und wach, aber umgeben von einem Schweigen, das schwerer wiegt als jede Wahrheit. Dass sie „Niemands Tochter“ ist, spürt sie lange bevor sie versteht, warum ihr Zuhause sich so fremd anfühlt.

Parallel begegnet man Isabell, die 2019 in Berlin lebt und die Abwesenheit ihrer Mutter wie einen Schatten durch ihr Leben trägt. Diese Leerstelle formt ihr Denken, ihre Beziehungen und die Art, wie sie versucht, selbst Familie zu sein. Als sich die Wege der beiden Frauen auf unerwartete Weise kreuzen, entsteht eine stille, kraftvolle Dynamik: Zwischen alten Polaroids, verdrängten Erinnerungen und zerbrochenen Träumen beginnt sich eine Wahrheit abzuzeichnen, die beide gleichermassen herausfordert wie befreit.
Judith Hoersch gelingt ein eindringliches Debüt, das Themen wie Identität, Herkunft und die Weitergabe familiärer Verletzungen mit grosser Empathie behandelt. Ihr Erzählstil ist poetisch, klar und nah an den Figuren, sodass man Almas und Isabells Innenwelt unmittelbar spürt. Besonders berührend ist, wie behutsam sie zeigt, dass Schweigen über Generationen hinweg wirkt – und wie heilsam es sein kann, wenn man endlich beginnt, die eigene Geschichte auszusprechen.

Niemands Töchter ist ein Hörbuch, das nachhallt: eine Erzählung über das, was wir verlieren, das, was bleibt, und die Kraft, sich trotz aller Brüche auf die Suche nach dem eigenen Glück zu machen. Ein stilles, starkes Werk voller Tiefe und Menschlichkeit.

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