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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2021

Verliere dich nicht im Irrgarten

Die Birkenbraut und ihr Ungeheuer
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Mit und ohne Umschlag ist dieses Buch ein echter Hingucker. Die Autorin hat ihre unausgelebte Grafiker-Karriere verwirklicht und außerdem viel Herzblut in ihren Debüt-Roman gesteckt. Ich finde es hat sich ...

Mit und ohne Umschlag ist dieses Buch ein echter Hingucker. Die Autorin hat ihre unausgelebte Grafiker-Karriere verwirklicht und außerdem viel Herzblut in ihren Debüt-Roman gesteckt. Ich finde es hat sich gelohnt!

Die Protagonistin Onora wollte ich erst schütteln und ihr sagen: Wehr dich, du bist etwas Besonderes. Aber erschütternde Ereignisse können den Menschen lähmen. Wichtig ist: Nicht aufgeben und finden, wofür man wirklich brennt. Man erlebt hier eine sehr starke Charakterentwicklung und ob sie am Ende den Mut hat, für sich einzustehen, oder findet, wonach ihr Inneres schon immer sucht, müsst ihr selbst herausfinden.

Auch mit Bad Boy/ Goodboy kann die Autorin dienen. Oder ist böse dann doch gut, oder gut eigentlich böse? Verwirrung pur und das im positiven Sinne. Macht euch selber ein Bild.

Arianne hat eine komplexe Geschichte gesponnen, in der noch alte Geschichten erzählt werden. Clanführer, verschiedene Drunen und Feen dürfen mitmischen. Drunen schlafen viel und lesen den ganzen Tag… Ich glaube ich will eine Drune sein.
Auch die Namensgebung ist außergewöhnlich. Wenn man sich konzentriert auf das Buch einlässt, wird man in eine mystische, dunkle, vormittelalterliche Welt gezogen, die begeistert. Dazu kommt der verträumt, verspielt, realistische Schreibstil der Autorin – einfach außergewöhnlich.

Ein paar Szenen am Ende sind nichts für schwache Nerven, aber Arianne war so nett, mir ausführlich zu erklären, was sie sich dabei gedacht hat. Man darf nicht vergessen, in welcher Zeit die Geschichte spielt und dass wir patriarchalische Gesellschaften auch nicht verstehen müssen, aber es hat sie gegeben. Ich finde wichtig, zu welchem Fazit all diese Ereignisse führen. Es wird nichts verherrlicht, sondern der Geist der Zeit eingefangen und die Dynamik der bestehenden Beziehungen widergespiegelt. Da sie Geschichte studiert, denke ich sie weiß schon, was sie da schreibt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2021

Emotionale Schatzsuche mit Taris

Zepter aus Licht
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Ein toller Auftakt in eine komplexe Urban-Fantasy-Welt. Man erkennt Schreibstil und Aufbau von Marah Woolf schnell wieder. Der Leser wird langsam und mit Spannung in die neue Welt eingeführt, bis die Geschichte ...

Ein toller Auftakt in eine komplexe Urban-Fantasy-Welt. Man erkennt Schreibstil und Aufbau von Marah Woolf schnell wieder. Der Leser wird langsam und mit Spannung in die neue Welt eingeführt, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Komplizierte Namen haben es mir etwas schwer gemacht (selber Schuld, hinten im Buch ist ein Namensverzeichnis, aber ich hatte Angst, mich zu spoilern).

Marah lässt hier griechische, norwegische und ägyptische Mythologie verschmelzen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das für eine Recherchearbeit war, zumal diese Autorin in gerade mal einem Jahr 4 dicke Fantasy-Bücher veröffentlicht hat, die alle mit Cover, Story und Protas überzeugen…Respekt!

Nachdem ich die Hierarchien und Strukturen durchschaut habe, bin ich über die Seiten geflogen. Verbindungen zu Bibelgeschichten sind so raffiniert ausgelegt und in die Geschichte eingeflochten, dass ich kurz überlegt habe, ob die Autorin vielleicht ein paar Götter im Freundeskreis hat, die ihr die Welt erklärt habe… beunruhigend plausibel.

Danke auch für die Protagonistin Taris. Eine hoch intelligente, neugierige, raffinierte, emanzipierte, loyale Frau, die sich nicht mal von einem Dämon was sagen lässt. Freundschaftsanfrage ist raus.

Azrael und sein Freundeskreis sind vor allem durch ihre Geheimnisse interessant. Horus ist auf jeden Fall der Kindskopf der Truppe und damit mein Favorit. Nur die Frisuren sind nicht mein Ding. Bei dem Wort „Man-Bun“ kann ich nichts gegen leichte Gesichtsentgleisung tun. Aber über Geschmack lässt sich streiten.

Das Ende hat sich ein wenig gezogen, aber nach einem kleinen Cliffhanger bin ich gespannt, ob Marah Woolf wieder einmal bei den Folgebänden noch eine ordentliche Schippe drauflegt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2021

"Bell Kennedy, bell sie einfach an"

Durch die kälteste Nacht
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Auf und ab mit der Queen der Emotionen

Ich bin mit Wut in das Buch eingestiegen. Die ersten Szenen haben gesessen. Allerdings finde ich den Einstieg holprig. Man ist mitten in der Story und weiß gar ...

Auf und ab mit der Queen der Emotionen

Ich bin mit Wut in das Buch eingestiegen. Die ersten Szenen haben gesessen. Allerdings finde ich den Einstieg holprig. Man ist mitten in der Story und weiß gar nicht genau, wie man da überhaupt hingekommen ist.

Als nächstes hat es mich zum Lächeln gebracht. BCC hat nämlich wieder einmal wundervolle Charaktere zum Verlieben geschaffen. Sie sind einfach menschlich. Niemand ist perfekt, mit jedem geht einmal das Temperament durch und man begeht Fehler. Sie zeigt, das Verzeihen wichtig ist. Sich selbst und auch anderen, aber auch, dass es Dinge gibt, die man NICHT mit sich machen lassen muss und die auch nicht zu verzeihen sind.

Kennedy und Jax sind starke Protagonisten, die man auf einem langen Weg begleitet. Und sie haben mich zum Nachdenken gebracht: Ist man komisch, wenn man anders ist? Aber was ist eigentlich „anders“ und wer hat das Recht, das zu definieren?

Es gibt noch zwei weitere Charaktere in die ich mich durch ihre uneingeschränkt freundliche und offene Art verliebt habe (wen könnte ich wohl meinen🧐?). Ehrliche Worte sind oft die härtesten.

Aber gibt es auch einige in dem kleinen Örtchen Havenbarrow, die meiner Meinung nach eine Abreibe verdient hätten ->wieder gemischte Gefühle.

Aufbau und Schreibstil sind überragend. Diese Autorin findet Wörter, die bewegen. Seifenblasen und Gänseblümchen haben bei mir die Tränen fließen lassen. Ihr müsst wohl selber rausfinden, warum 😋 (wiederhole: ich weine fast nie). Dennoch muss ich sagen, dass hier einige sehr wichtige Szenen viel zu kurz abgehandelt wurden und man an vielen Stellen durch die Geschichte stolpert. Das Buch hätte gut 100 Seiten mehr gebrauchen können, um nicht so abgehackt zu wirken. Damit für mich definitiv hinter „Wie die Ruhe vor dem Sturm“, aber emotional aufwühlend und berührend.
Kurz: Wut, Lächeln, Nachdenken, Weinen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2021

„Ich glaube an meinen Himmel und an mich“

Victor, Lily und der Weg nach Hause
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Die Idee der Geschichte hat mich begeistert und neugierig gemacht. Ein Waisenjunge, der über ein Dating-Portal eine Mutter finden will. Humor und Tiefgang vorprogrammiert.
Man liest aus der Sicht eines ...

Die Idee der Geschichte hat mich begeistert und neugierig gemacht. Ein Waisenjunge, der über ein Dating-Portal eine Mutter finden will. Humor und Tiefgang vorprogrammiert.
Man liest aus der Sicht eines auktorialen Erzählers, was es für mich zwischendurch schwierig gemacht hat, zu verstehen, um wessen Gedanken es sich gerade handelt.
Andererseits hat man so in alle Gefühlswelten einen Einblick denn nicht nur Victor und Lily sind wichtig für diese Buch. Allgemein ein interessanter Schreibstil mit teilweise sehr tiefgründigen Phrasen und Gedankengängen.

Der kleine Victor hat sich mit seiner lebensfrohen Art sofort in mein Herz geschlichen. Er ist clever, mutig, vielleicht ein bisschen dreist, aber liebt mit ganzem Herzen… Er betrachtet die Welt mit der Leichtigkeit eines Kindes und doch weiser als so manch Erwachsener. Ihn gibt es nur im Package, denn seine beiden besten Freunde stehen alles mit ihm durch. Dieses pfiffige Trio hat es in sich.

Lily wirkte auf mich zunächst etwas zu verschlossen. Es hat also einige Seiten gedauert, um mit ihr warm zu werden, aber auch sie hat ihre Vergangenheit. Ihre Tätigkeit als Patissière wird sehr lebhaft beschrieben. Ich habe direkt Lust aufs Backen bekommen.

Im Mittelteil fand ich die Story sein wenig zäh. Man hat das Gefühl, dass sich alles im Kreis dreht. Dennoch habe ich mich durchgehen wohl gefühlt. Das Wort „niedlich“ kommt mir sofort in den Sinn, wenn ich an das Buch denke.

Man muss sich gewiss nicht immer mit seinen Eltern einig sein, aber nach diesem Buch bin ich einfach dankbar, sie zu haben. Die Schilderungen sind so authentisch, dass mich bereits der Verdacht beschlichen hat, der Autor sei eine Waise gewesen – Ist nicht der Fall, aber er hat so intensive Recherchearbeit betrieben, dass die Erzählungen einfach nur authentisch sind.

Kinder haben eine Menge zu sagen, wir sollten ihnen öfter zuhören.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2021

Ein sozial- und medienkritisches Buch, das auf jeden Fall zum Nachdenken bringt.

Tanz um die Wahrheit
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-Glaubt ihr alles, was in den Medien berichtet wird? Vieles erscheint mir oft nicht die ganze Wahrheit zu sein. Vielleicht doch eher "ein Tanz um die Wahrheit"?-

Zunächst werden die ℂ𝕙𝕒𝕣𝕒𝕜𝕥𝕖𝕣𝕖 in fließenden ...

-Glaubt ihr alles, was in den Medien berichtet wird? Vieles erscheint mir oft nicht die ganze Wahrheit zu sein. Vielleicht doch eher "ein Tanz um die Wahrheit"?-

Zunächst werden die ℂ𝕙𝕒𝕣𝕒𝕜𝕥𝕖𝕣𝕖 in fließenden Übergängen vorgestellt. Das Interessante dabei ist, dass die Vorstellung bei der Kindheit der jeweiligen Eltern beginnt… Ein wenig verwirrend, denn bei den ganzen Zeitsprüngen bin ich teilweise nicht mitgekommen. So ganz habe ich den Sinn dieser ausführlichen Schilderungen auch noch nicht ganz verstanden. Vielleicht um die vielschichtigen politischen Interessen besser zu verstehen.
Dennoch sammelt der Kolumnist Masser bei mir Sympathie-Punkte durch seine selbstkritischen Ansichten und hohen moralischen Ansprüche.

Der 𝕊𝕔𝕙𝕣𝕖𝕚𝕓𝕤𝕥𝕚𝕝 ist an sich gut verständlich, aber ich musste beim Lesen oft an meinen Vater denken - Er HASST „denglisch“. Und so reden hier ein paar der Charaktere. Immer mal englische Satzfetzen eingebaut. Nun ja, wer’s mag… verurteile ich jetzt mal nicht, aber ich fand es ein wenig anstrengend.

Zu den ℍ𝕒𝕟𝕕𝕝𝕦𝕟𝕘𝕖𝕟 kann ich gar nicht so viel sagen, denn ich fand so viel ist gar nicht passiert. Manche Passagen haben sich ein wenig gezogen. Also: Spannungsfaktor hält sich in Grenzen.

Was ich allerdings sehr interessant an diesem Buch finde, sind die viele 𝔻𝕖𝕟𝕜𝕒𝕟𝕤𝕥öß𝕖, die der Autor gibt. Wo beginnt Manipulation? Gibt es die absolute Wahrheit? Steht die Wahrheit immer für das Gute und die Lüge für das Schlechte? Kann die Wahrheit sogar unser Feind sein? Wie verändern sich die Medien und finde ich das Gut? Ist es ok, dass heute jeder Influencer Journalist spielen könnte?

Wenn auch nicht das spannendste Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe, ist die Message des Autors wichtig und kommt durch gute Wortwahl sehr gut zur Geltung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere