Profilbild von WhiskynBooks

WhiskynBooks

aktives Lesejury-Mitglied
offline

WhiskynBooks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit WhiskynBooks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2021

Spannend und mystisch- auch ganz ohne Blutbad

Schneewittchen schläft
0

Was würdest du tun, wenn dein Leben von einer Sekunde zur nächsten aus den Angeln gehoben wird? Was würdest du tun, wenn du deine Tochter im Kofferraum des vor dir fahrenden Autos siehst, dir dann aber ...

Was würdest du tun, wenn dein Leben von einer Sekunde zur nächsten aus den Angeln gehoben wird? Was würdest du tun, wenn du deine Tochter im Kofferraum des vor dir fahrenden Autos siehst, dir dann aber gesagt wird, dass sie zu diesem Zeitpunkt längst tot war? Was würdest du tun, wenn niemand dir glaubt- dich alle für verrückt halten?

Diese Fragen habe ich mir gestellt, während ich dieses Buch verschlungen habe. Ganz ehrlich, ich wüsste es nicht. Was Gabe allerdings tut, ist bemerkenswert. Er gibt nicht auf und der Leser blickt ihm über die Schulter, während er verzweifelt nach seiner Tochter sucht. Doch auch in seiner Vergangenheit schlummern Geheimnisse. Wie vertrauenswürdig ist er wirklich?

Diese und andere kleine Irrwege strickt die Autorin C.J. Tudor in ihrem Thriller, indem sie Perspektivwechsel einbaut. Nur langsam entwirren sich die Gedanken, bis man das große Ganze durchblickt, denn hier sind so einige Schicksale miteinander verknüpft. Zwielichtige Gestalten tauchen auf, aber auch Charaktere die mir schnell sympathisch waren.

Die Handlungsketten sind nachvollziehbar und auch nicht unnötig überspitzt. Hat dieses Buch auch gar nicht nötig, denn allein der Schreibstil hält den Spannungsbogen.

Was dann doch etwas verwirrt, sind mystische Elemente in dem Buch. Ich denke das ist Geschmackssache. Da ich mich sonst im Fantasy-Genre zu Hause fühle, war diese winzige Prise Mystik für mich gut platziert und hat die ganze Geschichte bereichert.

Klare Empfehlung für alle, die eine düstere Stimmung und guten Spannungsbogen schätzen, nichts gegen eine kleine Portion Übernatürliches haben und auf ein blutrünstiges Massaker verzichten können.
Ich werde diese Autorin auf jeden Fall im Auge behalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2021

Nette Fortsetzung, aber mit den genialen anderen Bänden kann sie nicht mithalten...

Die Wanderhure und der orientalische Arzt
0

Als ich gesehen habe, dass es nun tatsächlich einen ACHTEN Band der Wanderhuren-Reihe geben soll, bin ich kurz in Jubel ausgebrochen.

Diese Reihe war früher meine absolute Lieblingsreihe. Ja, die Blicke ...

Als ich gesehen habe, dass es nun tatsächlich einen ACHTEN Band der Wanderhuren-Reihe geben soll, bin ich kurz in Jubel ausgebrochen.

Diese Reihe war früher meine absolute Lieblingsreihe. Ja, die Blicke von Lehrern, Eltern und Freunden waren unbezahlbar, nachdem eine 15-Jährige auf die Frage nach dem Lieblingsbuch mit: „Na die Wanderhure“ antwortet.

Das Autorenpaar Iny Lorentz gehört somit für mich zu den Größten im Genre der historischen Romane. Das liegt vor allem an der intensiven Recherche-Arbeit, die sich nicht nur auf das Setting, sondern auch auf die Sprache bezieht. Authentisch, derb und trotzdem verständlich ist hier die Devise.

Die Protagonistin Marie ist ein harter Brocken und kämpft sich durch eine Zeit (1410), in der Frauen nichts Wert waren. Nur gut, dass auch die Männer sich den Dreck unter ihren Stiefeln nicht gegönnt haben und eine Intrige die nächste jagt. In allen Bänden fiebert man mit, leidet, ist schockiert über die Gewalt, wütend über die Ungerechtigkeiten. Mit Herzrasen und Gänsehaut fliegt man durch die Geschichten.

Tja und jetzt kommt der heißersehnte 8. Band….
Wir starten direkt wieder mit einer Intrige, spannender Auftakt also. Marie mit der wohl sympathischsten Familie des Mittelalters erscheint auf der Bildfläche. Schreibstil und Charaktere wie immer überragend. Woran es diesem Bald aber leider mangelt ist eine spannende Storyline. Gut durchdacht und ausgeschmückt, aber eben auch relativ früh vorhersehbar.
Ich betone hier mal, dass das meckern auf hohem Niveau ist, denn dieses Buch ist mehr als lesenswert, aber in Relation zu den ersten kann es einfach nicht mithalten.

Großes Plus ist aber mal wieder Marie: Wenn man zurückblickt, was sie alles schon mitgemacht hat, kann man nur staunen. Und Gott sei Dank: Ihren Biss hat sie noch immer nicht verloren. Ohne sie wären hier mal wieder alle aufgeschmissen, aber Marie regelt das schon.

Um nicht zu spoilern habe ich das inhaltliche jetzt mal oberflächlich gehalten, denn alle Bände bauen aufeinander auf. Auch wenn ich kurz verwirrt war, denn meiner Meinung nach war eine der Töchter in einem vorherigen Band schon viel älter, aber kann auch an meiner persönlichen Verwirrtheit liegen.
Sollte man nicht die gesamte Reihe lesen wollen, kann man dieses Buch auch für sich geschlossen lesen, denn es werden immer mal wieder Erklärungen zu den Verhältnissen eingeschoben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2021

Packend und gut durchdacht... Klare Empfehlung für Thriller-Liebhaber

Die Nacht – Wirst du morgen noch leben?
0

Wo fängt man bei diesem Buch bloß an?

Ich habe Band 1 und 2 direkt hintereinander weg gelesen, man kann „Die Nacht“ auch für sich geschlossen lesen, aber wenn man so eine ausgeprägte Spoiler-Phobie hat ...

Wo fängt man bei diesem Buch bloß an?

Ich habe Band 1 und 2 direkt hintereinander weg gelesen, man kann „Die Nacht“ auch für sich geschlossen lesen, aber wenn man so eine ausgeprägte Spoiler-Phobie hat wie ich, empfehle ich, Band 1- „Das Spiel“ zuerst zur Hand zu nehmen.

Neuer Fall, alte Gesichter… Zumindest zwei und zwar Inga Björk und Christian Brand, die man durch die Ermittlungen zu einer neuen Mordserie und durch ihre persönlichen dunklen Gedanken begleitet. Die muss man wohl auch haben, wenn man für Europol arbeitet.

Mit den anfänglichen Perspektiv-Wechseln hatte ich zu kämpfen, denn hier kommt jeder zu Wort: Ein Anwalt, ein Firmenchef, eine Ärztin und zwischendurch sogar ein kleiner Junge (immer etwas gruselig in einem Thriller, wenn ihr mich fragt). Die haben zunächst Mal gaar nichts miteinander zu tun … bis die Dominosteine fallen und die Nacht beginnt! Und dann fragt man sich plötzlich: Weer denkt sich so einen kranken Scheiß aus… Jan Beck natürlich. Und da ich auf genau sowas stehe, wird es wohl nicht mein letztes Buch von ihm gewesen sein.

Ich finde den zweiten Band sogar besser als den ersten. Im ersten Band wird der Fokus auf die Täter gelegt, die mehr oder minder durchgehend bekannt sind. Im zweiten allerdings mehr auf die Opfer. Diese stehen in im Kreis aufgestellten Glaskästen, in denen sie auf brutalste Weise ums Leben kommen, wenn nicht jemand der Zuschauer (richtig gehört, das alles wird live übertragen) eine der Aufgaben erfüllt. Erinnert an „Saw“, ist aber ganz anders… Lest es einfach.

Das Ende ist dann doch irgendwie absurd nach dem Motto: Einen Schocker hab ich noch. Passt allerdings zum großen Ganzen, also von mir eine Leseempfehlung für Thriller-Liebhaber, die auf lockeren, aber auch etwas zynischen Schreibstil stehen, in dem sich auch mal Kritik (zum Beispiel) an der Schnelllebigkeit und Cyberkontrolle heutzutage versteckt. Wie viel lassen wir uns durch Internet und Medien beeinflussen und wer bist du schon noch, ohne dein Smartphone?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2021

Trockener Humor vom Feinsten.

The Stranger Times
0

Der Einstieg erfolgt durch das wohl bizarrste Vorstellungsgespräch, das man sich vorstellen kann:
„Wo sehen Sie sich heute in fünf Jahren?“ […] „War eine Fangfrage. Keiner kommt hierher, der eine Zukunft ...

Der Einstieg erfolgt durch das wohl bizarrste Vorstellungsgespräch, das man sich vorstellen kann:
„Wo sehen Sie sich heute in fünf Jahren?“ […] „War eine Fangfrage. Keiner kommt hierher, der eine Zukunft hat. Zu uns kommt selbst die Zukunft zum Sterben. Ich weiß, wovon ich spreche, glauben Sie´s mir.“

Diese Art von Humor zieht sich durch das ganze Buch.
-Ein durchgeknallter Chef ohne Empathie, dafür mit scharfem Verstand und einer Vorliebe für Whisky.

-Eine Frau im Umbruch mit sich selbst und ihrem Leben, der sie dazu treibt, sich auf eine Stelle zu bewerben, die mit den Worten: „Publikation sucht verzweifelten Menschen mit der Fähigkeit mittels der englischen Sprache Sätze zu bilden“ ausgeschrieben wird.

-Eine Frau mit guter Seele und festem Glauben, die Flüche hasst, aber umgeben ist von Menschen, die fluchen wie die Rohrspatzen. Tee ist ihr Allheilmittel.

-Ein Mädchen tief in der Pubertät und in Selbstzweifeln, das dafür umso lieber mit Worten um sich schießt, als wären es Kanonenkugel… Und das ziemlich treffsicher.

-Zwei Kumpels, die verschiedener nicht sein könnten, sich aber aus jedem Scheiß herausziehen, nachdem sie den anderen reingeritten haben.

-Von dem dauer-bekifften Typen, der im Erdgeschoss lebt, fangen wir mal nicht an.

->Tja, das ist die Redaktion der Stranger Times und ich kann sagen, langweilig wird es hier nicht! Eine Kuriosität jagt die nächste, denn genau darüber schreibt diese Zeitung.

Noch ein Kriminalfall oben drauf und eine ordentliche Portion Übernatürliches und man hat ein Buch, das zum Lachen bringt, fesselt und dass man ziemlich schnell ausgelesen hat - ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen.

Ich finde es lässt sich schwer in eine Schublade stecken, aber ich würde es als Fantasy-Krimi mit einem Touch Comedy beschreiben. Sogar die Danksagung ist Mal was GANZ anderes und beweist wieder den trockenen Humor des Autors- Genau mein Geschmack.

Es handelt sich um einen Trilogie-Auftakt, die Bände sind aber in sich abgeschlossen und ich werde mir definitiv auch die Folgebände holen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2021

Fressen, schlafen, Wildschweinjagd.

Phoebe & Layla
0

Mal was ganz anderes für mich: Ein auktorialer Erzählstil…aus Hundesicht.

Schon die Einleitung finde ich liebevoll gestaltet, und die Vorstellung der Protagonisten (nennen wir sie einfach mal so) ist ...

Mal was ganz anderes für mich: Ein auktorialer Erzählstil…aus Hundesicht.

Schon die Einleitung finde ich liebevoll gestaltet, und die Vorstellung der Protagonisten (nennen wir sie einfach mal so) ist lustig, sehr persönlich und sogar mit Bildmaterial unterstrichen. Denn die beiden fröhlichen Hunde auf dem Cover gibt es wirklich und – Überraschung: Ihre beiden Herrchen auch. Was von dem Erzählten der Realität und was der Fantasie entsprungen ist, bleibt aber wohl ein Geheimnis.

Welcher Hundebesitzer kennt es nicht: Man sitzt am Tisch mit Freunden, beobachtet seinen Vierbeiner und fängt an, dessen Gedanken zu synchronisieren (vielleicht passiert das allerdings auch nur mir, wenn ich ein buntes Getränk zu viel hatte). Der Gedanke, daraus einfach mal ein Buch zu machen, ist irgendwie naheliegend und doch genial.

Man begleitet Phoebe und Layla durch ihren Alltag in ihrem hübschen Hotel, aber auch auf so manch kleinem Abenteuer. Langweilig wird es jedenfalls nie, erst recht nicht, wenn ihre Freunde einen Gastauftritt haben und erstmal erklären, wie man sich seinen Menschen erzieht. Amüsant und irgendwie auch beunruhigend😖.

Vielleicht nicht die rasanteste Storyline, die geboten wird, aber auf jeden Fall genug Stoff zum Grinsen und so manch versteckte Botschaft. Zum Beispiel die Themen Straßenhunde, illegale Aufzucht/ Verkauf von Hunden, aber auch Toleranz und Schubladendenken finden ihren Platz im Buch. Ein locker leichter Schreibstil oben drauf und schon fühlen sich diese Themen nicht mehr so erdrückend an.

Was ich aus dem Buch mitnehme ist: Fressen, Schlafen, Wildschweinjagd- Ist das ein Leben, vielleicht machen wir uns das Leben manchmal einfach zu schwer. Und vor allem: Ich bin froh, dass mein Hund nicht sprechen kann, mit dem, was er so alles miterlebt, könnte er mich gnadenlos erpressen. Ich liebe ihn trotzdem!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere