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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Willkommen im „Coastal Inn“ in Seagull Bay

Mord & Breakfast
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Die schottische Flagge, die Disteln und der Tartan Tam o‘ Shanter auf dem wunderschönen Cover lassen keinen Raum für Zweifel: Der Plot dieses Cosy-Krimis entführt seine Leserinnen nach Schottland. Man ...

Die schottische Flagge, die Disteln und der Tartan Tam o‘ Shanter auf dem wunderschönen Cover lassen keinen Raum für Zweifel: Der Plot dieses Cosy-Krimis entführt seine Leserinnen nach Schottland. Man könnte fast die Rufe der Möwen von Seagull Bay und die Hektik im Bed & Breakfast hören…

Die Protagonistin Melody Moss ist in Schottland verabredet, nachdem sie entlassen wurde. Ihre Tante Mabel, die Besitzerin des Bed & Breakfast „Coastal Inn“ ist verstorben und hat sie als Erbin in ihrem Testament eingetragen, obwohl sie jahrelang keinen Kontakt hatten. Allerdings unter gewissen Bedingungen…

Dieser Roman bedient sich allen Artefakten des Cosy-Crime-Genres. Vom Beruf Journalistin ist Melody eine neugierige Protagonistin, die mit polizeilichen Ermittlungen nichts am Hut hat. Cheddar, der Bulldogge ihrer Tante wird ihr zum liebevollen Gefährten. Der Ort des Geschehens verfügt über eine besondere Stimmung und ist Heimat für eine große Gemeinschaft besonderer Menschen, die fast alle einen Grund hätten haben können, Mabel beseitigen zu wollen. Somit kann Anne Gordon, die Autorin, die Leser
innen auf zahlreichen falschen Fährten schicken und das Lesevegnügen andauern lassen.

Wer leichte Cosy-Krimis mag, der wird von dieser literarischen Reise nach Schottland begeistert sein. Tee, sowie Scones und Shortbread stehen bereit: Das „Coastal Inn“ in Seagull Bay heißt euch Willkommen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Kompakt, komisch und komplett

Hochbeet für Ahnungslose
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Die witzige Aufmachung mit grünen und bunten Illustrationen im Comic-Stil von Véro Mischitz und die verständlichen Erklärungen von Anja Klein machen aus diesem Buch das perfekte Vademecum, wenn man sich ...

Die witzige Aufmachung mit grünen und bunten Illustrationen im Comic-Stil von Véro Mischitz und die verständlichen Erklärungen von Anja Klein machen aus diesem Buch das perfekte Vademecum, wenn man sich mit der Permakultur vertraut machen möchte. Es beinhaltet alles, was man als Hochbeet-Neuling wissen muss: von A wie Ameisen bis Z wie Zwiebel.

Nachdem die Autorinnen erklärt haben, was ein Hochbeet überhaupt ist und welche Vorteile es mit sich bringt, lernt man auch, wie es gebaut und gefüllt werden kann. Auch Werkzeuge und Zubehör finden einen Platz in diesem Sachbuch, sowie vieles Wissenswertes über Samen und Pflanzen.

Nach der Bepflanzung kommen natürlich das Pflegen und die Ernte. Sogar für das Lagern der gelesenen Früchte und Gemüse gibt es Tipps und Methoden. Ein weiteres Highlight sind die vielfältigen Pflanzpläne, die Anja Klein zusammengestellt hat. Sehr hilfreich für Anfänger, die noch Erfahrung sammeln müssen…

Die Illustrationen von Véro Mischitz sind trotz Comic-Stils sehr realistisch. Dadurch lassen sich dargestellte Pflanzen gut erkennen. Im Gegensatz zu Gartenbüchern einiger selbstverliebter Influencer, die sich auf jeder zweiten Seite abbilden lassen, ist dieses Buch wirklich nützlich und hilfreich.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Ein Schreibstil à la Van Gogh

Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte
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Erst nach seinem Tod wurde Vincent Van Gogh ein der weltberühmtesten Künstler, wie seine Werke heutzutage zelebriert werden. In seiner Lebenszeit sah es für ihn ganz anders aus. 1889 kommt er als Patient ...

Erst nach seinem Tod wurde Vincent Van Gogh ein der weltberühmtesten Künstler, wie seine Werke heutzutage zelebriert werden. In seiner Lebenszeit sah es für ihn ganz anders aus. 1889 kommt er als Patient nach Saint-Rémy-de-Provence in die von Charles Trabuc geleiteten Heilanstalt. Dieses Ereignis ändert das Leben seiner Frau Jeanne Trabuc, zwischen Erinnerungen und neue Erfahrungen, sich wiederentdeckt.

Dieser Roman ist keine Romanbiographie von Vincent Van Gogh. Schon das schöne Cover macht es klar: Eine unkenntlich gemachte Frau, die Richtung Zukunft zugucken scheint, steht im Vordergrund. Van Goghs Sternennacht, halb verdeckt, wurde in den Hintergrund gedrängt.

Es handelt sich auch nicht um eine Romanbiographie von Jeanne Trabuc. Wie die Autorin im Nachwort erklärt, hat sie einfach zu wenig Anhaltspunkte gelassen. Es ist also eine Fiktion, die Susan Fletchers Feder entsprang. Die nicht mehr so junge, aber auch noch nicht so alte Protagonistin, Jeanne Trabuc, ist bereit gegen langjährige Regel zu verstoßen, um den neuen faszinierenden Patienten kennenzulernen.

Die Autorin hat einen besonderen und sehr angenehmen Schreibstil: Sie schreibt ihre Geschichte wie ein Gemälde. Durch ihre Pinselführung entsteht die rührende Geschichte einer Frau, die sich sucht und wiederfindet. Verziert wird diese Geschichte mit einigen bunten Szenen, die das Entstehen einiger Werke Van Goghs beschreiben. Auch die provenzalische Atmosphäre trägt zum Zauber dieses Romans bei.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Die Hoffnung wächst aus den Trümmern

In den Scherben das Licht
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Der hoffnungsvolle Titel und das pastellfarbene Cover haben mich auf Anhieb begeistert. Auch der Klappentext war für mich eine Offenbarung: Diesen Roman mit seiner Geschichte im Hamburg der Nachkriegszeit ...

Der hoffnungsvolle Titel und das pastellfarbene Cover haben mich auf Anhieb begeistert. Auch der Klappentext war für mich eine Offenbarung: Diesen Roman mit seiner Geschichte im Hamburg der Nachkriegszeit würde ich lesen!

Seite für Seite, Monat für Monat folgt der Leser die Jugendlichen Gert und Gisela, sowie Frieda Wahrlich, die einstige Schauspielerin, die den beiden ein Dach gegeben hat. Über die Jahre nimmt diese kleine Gemeinschaft verletzter Seelen zu und baut sich in den Trümmern eine Zukunft.

Dieser Roman gleicht einer Zeitgemälde und beschreibt akkurat diverse Szenen des Alltags der Hansestadt Hamburg, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihren Aschen erwacht. Die Geschichte vermittelt Hoffnung und zeigt wie wichtig Verbundenheit in schweren Zeiten ist.

Die Protagonisten sind sehr verschieden und wirken mit ihren Marotten authentisch, auch wenn einige ihrer Reaktionen mir fraglich erscheinen. Das Ende fühlt sich irgendwie auch aufgesetzt, als ob die Geschichte unbedingt eine Ende finden musste.

Der Roman wirkt durch die wachsende Anzahl der Gemeinschaftsmitglieder teilweise planlos. Genau diese Figuren teilen sich nur durch leere Zeilen getrennte Absätze innerhalb eines Kapitels, was das Lesen zwischendurch erschwert.

So auch zwischendurch der Schreibstil. Ziemlich abgehackt. Oft ohne Verb. Nicht so meins. Gewöhnungsbedürftig. Aber zum Glück nicht durchgehend so.

Fazit: Eine ansprechende und hoffnungsvolle Geschichte mit einigen stilistischen Schwächen.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Schicksalhafte Verbindungen

Lebensbande
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Da Mechtild Borrmann eine meiner Lieblingsautor*innen ist, war klar, dass ich ihren neuen Roman lesen würde. Was für ein Vergnügen, ihren unverwechselbaren Schreibstil und ihr Gabe für fesselnde und herzergreifende ...

Da Mechtild Borrmann eine meiner Lieblingsautor*innen ist, war klar, dass ich ihren neuen Roman lesen würde. Was für ein Vergnügen, ihren unverwechselbaren Schreibstil und ihr Gabe für fesselnde und herzergreifende Geschichten zu genießen…

Nach einer Ode an die Freundschaft in dem Prolog nimmt die Autorin die Leser auf eine bewegende Reise in einigen der dunkelsten Stunden Deutschlands mit. Nach einem unbeschwerten Jugend lernt die Rheinländische Lene das Leben in einem anderen Licht kennen. Ihr geliebter Sohn ist im dritten Reich unerwünscht und wird ihr weggenommen. Die Krankenschwester Nora wird Lene zur größten Unterstützung, um der Junge zu retten. So entsteht eine Verbindung fürs Leben. Nach dem Rheinland wird Nora nach Danzig versetzt und lernt Lotte kennen, mit der auch ein „Lebensband“ verknüpft wird.

Mehr über die Geschichte von Lene, Nora und Lotte darf ich gar nicht erzählen. Eins ist aber sicher: Mechtild Borrmanns neues Meisterwerk bietet spannende und rührende Lesestunden. Die Erzählstränge bieten Einblicke in unterschiedlichen Epochen und Orte. Diese werden sehr glaubhaft beschrieben, so dass man sich die verschiedenen Stationen und Situationen sehr gut vorstellen kann. Die Autorin reißt den Leser in einem unaufhaltsamen Gefühlskarusell mit, das ein ziemlich vorhersehbares Ende ausgleicht. Es wird schwierig, das Buch beiseitezulegen.

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