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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2018

Ein netter Thriller mit interessantem Hintergrund

Wenn die Nacht verstummt
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Wenn die Nacht verstummt ist der dritte Teil der Reihe um die Amisch Gemeine in Painters Mill. Auch mit diesem Band ist Linda Castillo wieder ein netter Thriller gelungen, der sich gemütlich lesen lässt. ...

Wenn die Nacht verstummt ist der dritte Teil der Reihe um die Amisch Gemeine in Painters Mill. Auch mit diesem Band ist Linda Castillo wieder ein netter Thriller gelungen, der sich gemütlich lesen lässt. Keine Katastrophe, aber eben auch kein neues Lieblingsbuch. Für mich eine Geschichte, die ihren Reiz vor allem im Hintergrund hat. Die Amischgemeinde bietet einen Interessanten Rahmen, lernt man doch sonst, durch die zurückgezogene Lebensweise relativ wenig von dieser Gemeinschaft kennen. Durch Castillos Geschichten bekommt man ein wenig Gefühl dafür, wie die Amisch ihr Leben gestalten und mit ihren Angelegenheiten umgehen.

Dazu gehören auch die Hasstaten die neuerdings in Painters Mill Überhand zu nehmen scheinen. Genau mit diesen beschäftigt sich Chief Kate Burkholder. Eine Polizeichefin die als ehemalige Amische genau weiß, wie die Dinge in einer solchen Gemeinschaft geregelt werden und wie schwierig es für die Behörden ist zu helfen.
Auf jeden Fall eine Frau, die mir in ihrer Position gefällt, die mir mit ihrem Privatleben allerdings immer wieder auf die Nerven gegangen ist. Die typische Beziehungsunfähigkeit, die Alkoholsucht und ähnliche Dinge finde ich schade, bedienen sie doch sämtliche Klischees eines Ermittlers. Hier hätte ich mir einen grundlegend anderen Aufbau der Protagonistin von der Autorin gewünscht. Die sonstigen Charaktere gefallen mir nämlich gut.

Fazit:
Ein netter Thriller, der für mich zu viele Klischees enthällt.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Ungewohnt nachdenklich für ein Jugendbuch

Während ich vom Leben träumte
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Während ich vom Leben träumte, ist ein Jugendbuch das in diesem Bereich überrascht. Es ist trauriger und nachdenklicher als die meisten Vertreter des Genres, sodass es sich zeitweise eher wie ein Roman ...

Während ich vom Leben träumte, ist ein Jugendbuch das in diesem Bereich überrascht. Es ist trauriger und nachdenklicher als die meisten Vertreter des Genres, sodass es sich zeitweise eher wie ein Roman liest. Trotzdem sind die nachdenklichen Themen mit klassischen Teeniesorgen kombiniert, sodass es nicht nur auf die Tränendrüse drückt. Liebe, Träume, Tod, Freundschaft, Familie und Selbstfindung sind dabei zu einem gekonnten Mix kombiniert. Würde es nicht ab und an zu esoterisch werden, hätte das Buch von mir die volle Punktzahl erhalten. So gibt es hier einen Punkt abzug.

Der Schreibstil der Autorin konnte mich überzeugen, auch wenn
der Einstieg in das Buch war eher schwierig war. Die ersten Seiten verwirren durch eine seltsame Perspektive, was sich aber schnell besserte. Danach las sich die Geschichte sehr schön und Genretypisch leicht. Durch wiederkehrende kleine Einschübe von Nahtodberichten, gab es reichlich Abwechselung, die zeitweise für Gänsehaut sorgte. Die Autorin geht hierbei gleichermaßen sensibel wie schonungslos mit dem Thema Tod um und wird für ein Jugendbuch überraschend deutlich.

Gleiches gilt für die Figuren des Buches. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und sind nicht immer einfach. Besonders die Protagonistin Eden ist nicht das liebe kleine Mädchen, was für mich aber eher ein plus ist. Trotzdem kann ihre mitunter zickige Art auch nerven. Besonders ihr Zwillingsbruder tat mir dabei zeitweise wirklich leid, was ihr Verhalten aber umso authentischer macht, wenn man ihre Situation bedenkt.

Fazit:
Ein ungewöhnliches Jugendbuch was mich sehr gut unterhalten hat. 4 1/2 Sterne gibts von mir.

Veröffentlicht am 02.05.2018

Klein aber fein

Das Mädchen, das in der Metro las
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Das Mädchen, das in der Metro las ist ein kurze, aber sehr schöne Geschichte. Man sollte sich beim Lesen klarmachen, das es bei diesem Buch nicht darum geht eine realistische Geschichte zu erzählen, sondern ...

Das Mädchen, das in der Metro las ist ein kurze, aber sehr schöne Geschichte. Man sollte sich beim Lesen klarmachen, das es bei diesem Buch nicht darum geht eine realistische Geschichte zu erzählen, sondern eine Botschaft zu vermitteln bzw. gleich mehrere.
Klar es geht um Bücher, die befreien, aber auch einengen können, darüber hinaus auch um verpasste Momente, Erlebnisse und Freundschaft. Einfach die kleinen und großen Freuden dieses Lebens, die man sowohl erhaschen kann, in dem man sich per Buch durch ferne Länder begibt, als auch wenn man sich seiner Umgebung einfach mal mit offenen Augen nähert und den Blick für Kleinigkeit behält.
Um diese Dinge hat die Autorin eine schöne kleine Geschichte gestrickt, die mich berühren konnte und die auch zum Nachdenken anregt. Wo will ich hin? Was sind meine Wünsche?

Der Stil der Autorin ist dabei manchmal poetisch und manchmal ein wenig holprig. Sagen wir, etwas woran sie noch arbeiten könnte. Trotzdem liest sich das Buch angenehm und flott.
Besser als mit ihrer Schreibe konnte die Autorin bei mir aber mit ihren Figuren punkten. Sehr liebevoll gezeichnet, wenn auch nicht so intensiv beschrieben, wie mancher Leser es sich vielleicht wünschen würde. Ich mochte aber gerade das, denn es macht thematisch Sinn das manches im Verborgenen bleibt. Feret-Fleury gibt den Charakteren einfach Privatsphäre, die ich ihnen auch nicht nehmen möchte.

Fazit:
Ein kleiner Schatz, der mir bis auf den holprigen Stil manchmal sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Ein Klassiker der mich nicht 100% gepackt hat

Die unendliche Geschichte
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Die unendliche Geschichte ist ein Buch zu dessen Inhalt man wohl nicht mehr viele Worte verlieren muss. Ein Klassiker, den die meisten Menschen schon in ihrer Kindheit gelesen haben. Ich habe das bisher ...

Die unendliche Geschichte ist ein Buch zu dessen Inhalt man wohl nicht mehr viele Worte verlieren muss. Ein Klassiker, den die meisten Menschen schon in ihrer Kindheit gelesen haben. Ich habe das bisher versäumt und nun nachgeholt und war überraschenderweise weniger begeistert als erwartet. Klar die überbordende Fantasie des Autors ist Weltklasse. Auch Teile der Geschichte konnten mich wirklich begeistern. Besonders Atrejus Reise gefiel mir sehr.
Bei Bastian wurde es mir aber dann zu zäh. Irgendwie bin ich während des Lesens immer wieder abgeschweift, weil für meinen Geschmack zu viel geschwafelt wurde. Weniger in der Landschaftsbeschreibung, als in den Dialogen. Da hätte für mich einiges gekürzt werden können.
Die Charaktere fand ich durchmischt. Teilweise wirklich toll beschrieben und feinfühlig gewählt, teilweise eher plump und nervig. Die Vielfalt der Figuren war auf jeden Fall gegeben und hat mich in ihrer Individualität beeindruckt.

Fazit:
Ein großes Werk, dessen Zugang sich mir nicht vollständig geöffnet hat. Trotzdem ein Buch was man gelesen haben sollte.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Aus diesem Thema hätte man mehr machen sollen

Die Geschichte des Wassers
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Erstmal vorweg muss ich sagen, das ich es toll finde, das sich die Autorin diesem überaus wichtigen Thema annimmt. Der Bedeutung des Wassers und unserem fatalen Umgang damit. Um gleichzeit unsere Taten ...

Erstmal vorweg muss ich sagen, das ich es toll finde, das sich die Autorin diesem überaus wichtigen Thema annimmt. Der Bedeutung des Wassers und unserem fatalen Umgang damit. Um gleichzeit unsere Taten und deren Folgen aufzuzeigen, ist die Handlung des Buches dafür in zwei Erzählstränge geteilt. Zum einen erleben wir die Geschichte von Signe, einer Umweltaktivistin die ihr Leben lang gegen die Ausbeutung der Erde gekämpft hat und auch im Alter nicht müde wird sich zu erheben. Zum anderen begleiten wir David und seine kleine Tochter Lou, die auf Grund von Dürren gezwungen sind aus ihrer Heimat zu flüchten.

Zwei Geschichten mit viel Potenzial, das die Autorin leider nicht ausgeschöpft hat. Die Handlung rund um Signe bleibt während des gesamten Buches auf Abstand. Signe als Figur ist oftmals schroff und wenig sympathisch, auch wenn ich sie eigentlich gerne mögen würde. Ich hatte mir erhofft das in ihrem Erzählstrang die Ausbeutung des Planeten und die Wichtigkeit der Meere, Flüsse und Seen rüberkommen würde. Zum Teil geschieht das auch und der Kapitalismus auf Kosten der Natur wird deutlich. Hier mochte ich besonders den Teil zum Thema Gletschereis. Trotzdem kam die Liebe zum Wasser für mich nicht richtig an. Es wirkte manchmal mehr wie ein Kampf um des Kampfes willen.

David und Lous Part war durchaus unterhaltsam, auch wenn er ebenfalls Schwächen aufwies. Die beiden Charaktere waren mir auf jeden Fall sympathischer, sodass man dort ein bisschen mitfiebern konnte. Spannend fand ich in diesem Teil auf jeden Fall die Nutzbarmachung von Meerwasser als Trinkwasser. Überdies kamen leider wenig technische oder umweltrelevante Themen zum Zug. Es handelt sich mehr um eine klassische Flüchtlingsgeschichte.

Da es sich hier ja um ein Hörbuch handelt, dürfen natürlich auch die Sprecher nicht zu kurz kommen. Besonders positiv fand ich es auf jeden Fall, das zwei Sprecher im Einsatz waren. So wusste man bei den wechselnden Erzählungen immer, wo man gerade ist.
Shenja Lacher hat für mich einen guten Job gemacht. Ich mag seine Stimme und konnte mir David durch ihn gut vorstellen.
Christiane Blumhoff war für mich eine authentische Besetzung von Signe. Der Ton war oft aggressiv und schwankte schnell ins Unangenehme. Dies passte zwar super zur Figur, nervt aber trotzdem zeitweise gehörig

Fazit:
Alles in allem fehlte mir einfach etwas Tiefgang. Es wurde für meinen Geschmack viel an Potenzial verschenkt. Trotzdem gibt es einen Stern für das wichtige Thema Wasser, einen für Teile der Geschichte und einen für die Sprecher, die für ihre nervigen Rollen wenig konnten.