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Veröffentlicht am 14.06.2019

Ungeschönter und informativer Einblick in die Gefängnis-Welt!

Knast
1

Klappentext:
Über 30 Jahre arbeitete Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten. Die Häftlinge vertrauten ihm. Sie erzählten von den dunklen Seiten des Lebens ...

Klappentext:
Über 30 Jahre arbeitete Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten. Die Häftlinge vertrauten ihm. Sie erzählten von den dunklen Seiten des Lebens und ließen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. Hautnah erlebte er Konflikte und Tragödien. Persönlich und eindringlich erzählt Joe Bausch von der Welt hinter Gittern, in der ganz eigene Regeln herrschen. Und er gibt wichtige Denkanstöße, wie Häftlinge resozialisiert und Verbrechen verhindert werden können. Der Knast steht nicht am Rande der Gesellschaft - er ist vielmehr ihr Spiegel. Joe Bausch gewährt Einblicke in eine Welt, die wir nur allzu gerne vergessen würden. Er gibt dem Knast eine Stimme.

Autor und Sprecher:
Hermann-Joseph Bausch-Hölterhoff (Joe Bausch) wird am 19. April 1953 in Ellar geboren. Die Fächer Theaterwissenschaft, Politik, Germanistik und Rechtswissenschaften studierte er an der Universität in Köln und an der Phillips Universität Marburg. Darauf folgte an Medizinstudium an der Universität in Bochum, welches er 1985 mit Examen abschloss. Von Beruf ist Bausch Arzt, Schauspieler und Drehbuchautor. Seine ersten regelmäßigen Auftritte als Schauspieler hatte er im Tatort Dr. Joseph Roth. Mit dem Buch "Knast", welches 2012 erscheint, feiert er sein Debüt als Autor.


Bewertung:
Das Cover ist schlicht und zeigt den Autor selbst. Der weiße Hintergrund passt zu seinem Beruf als Knastarzt und zum Knast selbst.

Der Autor erzählt authentisch und ruhig über den Alltag in einem deutschen Gefängnis, in dem er als Arzt arbeitet. Dabei unterteilt er seine Erlebnisse in unterschiedlichen Themen auf, wie

Zeit
Das Lazaret
Frauen der Gefangenen
B-Zellen
Arbeit im Knast
Sexualität
Krankheit und Arztgänge
Unterbringung
Rechtsradikale im Knast
Geheimcode-Sprache
Abgeschobene Häftlinge
Kindersoldaten
Supervision
Lebenslänglich
Sicherungsverwahrung
ect.

Zu Anfang gibt der Autor eine kleine Einleitung zu seiner Person, wie er zu der Arbeit im Gefängnis kam und zu dem Hörbuch von sich. Dann erzählt er nach und nach von den verschiedenen Erlebnissen geordnet nach den Knast-Themen. Seine Stimme ist angenehm, wenn auch für mich etwas ungewöhnlich. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.


Fazit:
Ungeschönt und ausführlich berichtet der Autor aus dem Alltag der Menschen im Gefängnis. Nicht alles ist so ernst, manches ist recht witzig und locker. Auch solche Erlebnisse lässt er nicht aus. Sein Erzählstil hat mich mit in den Gefängnis-Alltag gerissen und die Sortierung der Themen empfand ich als sehr angenehm.

Ein informativer Einblick in eine zu wenig beachtete Welt in Deutschland.

Veröffentlicht am 01.03.2019

Große Gefühle mit großartiger Geschichte und lebendigen Charakteren!

Vicious Love
2

VEREINZELNT SPOILER

Klappentext:
Die Erfolgsreihe aus den USA — endlich auch auf Deutsch!

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron "Vicious" Spencer ...

VEREINZELNT SPOILER

Klappentext:
Die Erfolgsreihe aus den USA — endlich auch auf Deutsch!

Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron "Vicious" Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten -
Mitreißend, verboten, sexy — die Sinners of Saint werden dein Herz im Sturm erobern!

"Ich liebe diese Reihe!" Kylie Scott, Spiegel-Bestseller-Autorin


Die Autorin:
L. J. Shen lebt mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht gerade an ihrem neuesten Roman schreibt, genießt sie gern ein gutes Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf Netflix.

Die Übersetzerin:
Über Patricia Woitynek konnte ich nach langer Recherche nichts herausfinden.


Bewertung:
"Vicious war, wie sein Name schon sagte, gemein. Dumm nur, dass mein Hass auf ihn von einer dünnen Schale umgeben war, die sich wie Liebe anfühlte. Aber ich gelobte mir, sie zu zertrümmern und nur noch den Abscheu zuzulassen, ehe er mich kaputtmachte."
(Emilia, Seite 28)


Puh, wo fange ich bloß an? Es gibt so viel darüber zu erzählen ...

Zunächst die Aufmachung: Das Cover ist schlicht gehalten und zieht einen dennoch in seinen Bann. Die Art der Grafik und die extrem unterschiedlichen Farben, schwarz und beige-rosé, spiegeln in meinen Augen die Geschichte und die Charaktere perfekt wieder. Hier würde ich einen nackten Mann oder ein Pärchen unpassend finden. Das Cover drückt für mich Erotik aus und zugleich Eleganz.

Der Schreibstil der Autorin lässt auch gar nichts zu wünschen übrig: Er ist sehr flüssig, bringt die Schwere seicht rüber und lässt einen bei 447 Seiten glauben, dass es nur 200 Seiten sind! ich bin nur so darüber geflogen und es war viel zu schnell vorbei! ^-) Die Autorin lässt sowohl Vicious als auch Emilia aus deren Sicht erzählen, was den Leser eine intensivere Bindung zu Beiden aufbauen lässt. Es fühlt sich an, als ist man hautnah dabei.

"Ich würde ein Elite-College in Los Angeles besuchen, ein paar Stunden von Todos Santos entfernt, und sie würde hier ausharren. Jede zweite Woche würde ich zurückkommen, und sie wäre immer noch hier. Um für mein Wohlergehen zu sorgen. Um mir zu Diensten zu sein. Mich zu beneiden. Sie würde klein und bedeutungslos bleiben. Und vor allem- mein."
(Vicious, Seite 37)


Ich finde Vicious aus psychologischer Sicht wahnsinnig spannend und anziehend. Furchtbar wie kaputt er innerlich ist, dass er Emilia- die er abgöttisch liebt- zerstören will und aus innerem Zwang sogar muss (!), damit er etwas Befriedung an Frieden spüren kann ... und gleichzeitig auch, weil er sie hasst, dafür, dass sie seiner Stiefmutter so ähnlich sieht- auch wenn ihr Charakter es nicht tut. Er hat sie immer wieder gedemütigt, weil er sie dafür hast, dass sie Jo so ähnlich sieht! Auf der anderen Seite hat er sie götterhaft geliebt und wollte sie nicht zerstören! Und er wollte sie nicht mit den Jungs teilen! Da spielen Egoismus und Fürsorge beider maßen die führende Rolle!

Die Kontrolle über Emilia hilft ihm, am Leben teilhaben zu können- auf seine Art- und sich irgendwie gut zu fühlen und nicht wie ein Stück Dreck. Er tut mir sehr leid, sowohl er auch richtig wütend macht mit seinem ganzen Verhalten. Aber das macht ihn so interessant- die zwei Facetten in ihm.

"Brauchst du Hilfe, Helferlein", raunte er mir zu. ich hasste ihn dafür, dass er mich so nannte. "Was immer ich brauchen könnte", zischte ich, "will ich nicht von dir." Vicious quittierte das mit einem wölfischen Grinsen. "Das habe ich zu entscheiden. Aber ich bin noch zu keinem Entschluss gelangt."
(Emilia, Seite 59)


Emilia ist viel zu gut für die Welt! Mehrmals gibt sie sich auf für ihre Familie. Sie ist wie Vic in ihrem Denken und ihren Gefühlen immer wieder zwiegespalten. Es hat schon etwas trauriges, wie sie sich für Rose verantwortlich fühlt. Da frage ich mich, was da im Elternhaus abgelaufen ist. Darüber lässt sich aber nichts rauslesen. ich nehme an, die Autorin wollte den familiären Fokus mehr auf Vicious legen... ich weiß gar nicht richtig, wer mir mehr leidtut! Ich würde mich an Roses Stelle total schlecht fühlen (was in der Geschichte gar nicht wirklich rüberkommt; eher so, als sei es selbstverständlich, was Emilia für sie tut). Rose wird sehr unterschiedlich dargestellt. Vielleicht wollte die Autorin zeigen, dass Rose im Wesen sehr stark und selbstständig ist, aber die Krankheit dies oft verhindert. Könnte ich mir gut vorstellen. Sonst würde dieses hin und her für mich auch nicht passen.

Die Beziehung zwischen Vicious und Emilia ist zweifellos kompliziert verstrickt. Auf der anderen Seite ist das ja im wahren Leben auch so, wenn sich solche Persönlichkeiten begegnen. Da kann es ja nur schwierig werden! Aber trotzdem bangte ich immer, dass die Beiden sich zusammenraffen!

Er hält sich für unwichtig und Emilia einfach zu gut, als dass er sie sie haben könnte... Und er schämte sich wegen dem, was ihm angetan wurde. Er wollte sie auch nicht einfach nur ins Bett loten, weil er sie viel zu sehr liebte und respektierte, was er immer wieder durchscheinen lässt- sich selbst aber nicht wirklich eingestehen will. Warum auch? Die größte Liebe seines Lebens bisher hat er grausam verloren ... seine Mutter! Liebe bedeutet für ihn Schmerz! Von außen gesehen, ziemlich suspekt und unlogisch. Psychologisch gesehen macht es total Sinn! Jemand, der mit Psychologie nichts anfangen kann, versteht das einfach nicht- wie Vic sich verhält! Was sein Problem genau ist und warum er Emilia nicht einfach fragt, ob er mit ihr ausgeht.

"Im selben Moment, in dem ich sie in ihrem dürftigen Outfit gesehen hatte, wusste ich, dass sie mir gehörte. Nur wusste sie das noch nicht."
(Vicious, Seite 63)


Gesehen, zwei Minuten getalked, und zack- hoffnungslos verliebt! Wer's glaubt!!!!! Das finde ich total an den Haaren herbeigezogen!!! Echt total unglaubwürdig!!!! Das gefällt mir auch sehr an der Figur von Vic: die Autorin lässt uns teilhaben an seinen Gedanken und Gefühlen, die miteinander kämpfen. Kann sehr gut transportiert werden.


Ich musste voll Schmunzeln und war genauso überrascht wie Emilia und der Tätowierer, als Vicious ihn aus seinem eigenen Studioraum rauswirft! Ihn rauzuschmeißen, weil er mit Emilia vögeln will!!!! Einfach der Hammer!!! Diese durchplatzte Ungeduld... Zum Griemeln!!!! Nachdem sie ihn durch den Tag schleift... Er lässt auch einige Male seine sanfte und verletzte Seite bei Emilia durchblicken, wie als er ihr ein Date anbietet. Das sind mit Abstand meiner allerliebsten zwei Szenen!


Also entweder war Dean echt zu naiv und blöd, dass er Emilias Gefühle gegenüber Vicious nicht gemerkt hat (war ja mehr als auffällig) oder er hat es absichtlich gemacht wie so eine Art Konkurrenzkampf zwischen den Zeilen. Ist für mich außerhalb dieser Varianten nicht nachvollziehbar!

"Ein schweres Leben brachte jede Menge Hindernisse und Herausforderungen mit sich, aber man war auch umgeben von Menschen, die man liebte, die einem wichtig waren. Ein schlechtes Leben war gleichbedeutend mit Leere. Es musste nicht zwingend hart oder schwierig sein, aber es fehlten darin besagte Menschen."
(Emilia, Seite 69)


Die Grenze ist echt schmal von solchen gesellschaftlichen Bomben und persönliche Wertungen. Aber ich finde, das die Geschichte hier nicht Frauenerniedrigend ist... natürlich, sieht Vic Emilia als Objekt, aber das ist sein Gedankengut und er handelt danach. Es überdeckt weder die ganze Geschichte noch ist es Kern davon: Es ist lediglich eine der Auswirkungen seiner kaputten Seele. Das ist für mich ein großer Unterschied, so mal man auch seine andere Seite kennenlernt.

Fazit:
Die Geschichte ist durchweg aufregend: Du weißt hier nie, wann du in der nächsten Szene wütend bist, erregt oder die Augen rollst! Echt toll! Die Autorin hat eine fantastische Art, mit den Lesern zu spielen! Wieder eine neue Autorin für mich entdeckt, und es versteht sich ja von selbst, dass ich die restlichen Bände verschlingen werde- auch wenn ich mir mehr von Vicious und Emilia wünsche! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Bände so extrem fesselnd sind wie dieses Buch hier. Aber ich werde mich überraschen lassen.

Ich möchte mich noch nach der langen "Rede" bei dem Lübbe Verlag und der Lesejury bedanken. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! Es war meine erste Leserunde bei euch!

Leider kann ich nicht mehr als fünf Sterne vergeben, da es nicht mehr gibt! Für alle, die es prickelnd mögen, aber auch eine solide Geschichte dabei lesen möchten (hier geht es nämlich nicht nur um Erektionen). Keine Angst vor dem Bad Boy ... der will nur spielen!

ANMERKUNG: Leider hat buecher.de meine Rezension außer einige Sätze nicht veröffentlicht. Vielleicht ein Systemfehler.


Erstellt am 6. Mai 2018

Veröffentlicht am 01.03.2019

Stilvolle, seichtlose Erotik mit Thriller-Spannung!

Dirty
1

Klappentext:

»Eigentlich müsste ich Angst vor ihm haben. Es ist falsch, dass ich mich so zu ihm hingezogen fühle. Aber er hat mich aus meiner persönlichen Hölle entführt. Und dafür werde ich ihm ewig ...

Klappentext:

»Eigentlich müsste ich Angst vor ihm haben. Es ist falsch, dass ich mich so zu ihm hingezogen fühle. Aber er hat mich aus meiner persönlichen Hölle entführt. Und dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.«

Dirty liebt es, mit der Lust der Frauen zu spielen. In seiner eigens hierfür eingerichteten Spielhöhle lässt er nur »Auserwählte«, die er über seine speziell dafür angelegte Website findet. Er entscheidet, welche der Bewerberinnen in den Genuss kommen, von ihm beglückt zu werden. Bis eine Frau auf ganz anderem Weg in seinem Bett landet und ihm völlig unerwartet unter die Haut geht.

Olivia hat mit ihrem Leben abgeschlossen, seit sie von Ernesto Castellano, gefürchteter Geschäftsmann und Drogenboss, entführt wurde und in dessen Villa Tag für Tag unglaubliches Leid erfährt. Als eines Nachts ein geheimnisvoller Fremder ihr Gefängnis betritt, schöpft sie neuen Lebensmut. Obwohl er sie mit einer Waffe bedroht, bringt er sie von dem Anwesen weg und nimmt sie mit zu sich. Als dieser Mann sich dann auch noch um ihre körperlichen sowie seelischen Wunden kümmert, wird sie sich seiner ungeahnten Anziehungskraft bewusst. Doch bringt er ihr wirklich die lang ersehnte Freiheit?

Die Autorin
:
Gleich mit ihrem Debütroman "Auf Umwegen ins Herz" landet Sarah Saxx einen Amazon Kindle-Bestseller und lebt seither ihren Traum: Leser mit romantischen Geschichten tief im Herzen zu berühren und dieses gewisse Kribbeln auszulösen. Die 1982 im Sternzeichen Zwillinge geborene Tagträumerin liebt Milchkaffee, wilde Achterbahnfahrten und Jazzmusik. Sarah schreibt, liebt und lebt in Oberösterreich und verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern.

Bewertung:

Ich durfte den Roman von Vorablesen lesen. Und es hat sich definitiv gelohnt! Die Autorin war mir bis dato unbekannt, und ich freue mich jedesmal, wenn ich durch Bücher, neue Autoren kennenlerne!

Das Cover passt hervorragend zum Titel und auch zu der Geschichte. Ich selbst mag solche Muskelmänner nicht, aber der Klappentext dazu hat mich neugierig gemacht. Ich hatte mal wieder Lust auf einen erotischen Roman, der aber nicht vulgär und frauenerniedrigend ist. Und dieser hier ist stilvoll erotisch, aber keinesfalls langweilig und seicht. Die perfekte Mischung Erotik erwartet den Leser hier!

»Letzte Diskussionen im Flur waren verklungen, ich hatte Autos ein und aus fahren hören, bis es irgendwann so still geworden war, dass ich nur noch meinen Atem und meinen Herzschlag hörte. Meine Absicherung, dass ich immer noch am Leben war. In einem Leben, das nicht länger lebenswert war.«
(Olivia)


Die Charaktere gefallen mir sehr gut, selbst die Nebencharaktere. Die Autorin hat sie glaubhaft geschrieben. Olivias Gefühle und Gedanken konnte sie realistisch transportieren, sodass es auch zu dem Leidensweg von Olivia passt. Nur, dass sie sich von Dirty nach ihrer Entführung von ihm direkt so sexuell angezogen fühlt, fand ich doch etwas übertrieben- nach all dem, was sie durchgemacht hatte!

Überspitzt fand ich die Szene, wo sie sich vor Dirtys Augen selbst befriedigt und ihn dabei auch noch in die Augen sieht. Erotischer und intimer geht es ja gar nicht ... und ist weitaus schwieriger als Sex mit jemanden zu haben, auch wenn man dabei selbst die Kontrolle behält. Das hat irgendwie wieder nicht zu Olivias schmerzhaften Gefühlen und Gedaken gepasst. Bis dahin war die Geschichte sehr glaubwürdig, aber ab da, hat mich schon etwas die Enttäuschung gepackt. Es fiel mir für einen Moment schwer, weiterzulesen, obwohl der Schreibstil von Anfang bis Ende durchgehen sehr leicht und flüssig ist. Als ich es geschafft hatte, dranzubleiben und weiterzulesen, flog ich wieder über die Seiten und kam schnell zu dem Ende. Sehr schade! Ich hätte noch etwas weiterlesen können! Aber es blieben keine Fragen offen, alles klärte sich bis dahin.

»Ich schloss die Augen. Es zu hören, was sie für mich empfand, noch dazu mit dieser Liebe in ihrer Stimme, war das beste Geständnis überhaupt.«
(Dirty)


Die Spannung war von Anfang an da, aber intensiv wurde es erst ab der Entführung von Olivia. Leider bezieht sich der zweite Teil auf Rich, Dirtys besten Freund. Einen zweiten Teil würde ich gerne von Dirty und Olivia lesen, obwohl sich alles bereits im ersten Teil geklärt hat. Für die nicht ganz nachvollziehbaren Szenen - die sehr minimal sind - muss ich einen halben Stern abziehen, aber ich kann es sehr gut weiterempfehlen für diejenigen, die auf stilvolle Erotik mit ein paar vulgären Wörtern stehen. Diese ziehen sich nämlich nicht durch den ganzen Text und entwürdigen auch nicht die Frau. Super gut gemischt!

Das ist sicher nicht das letzte Buch der Autorin, das ich lesen werde!

4,5 Sterne! Und eines meiner Lieblingsbücher!


Erstellt am 17. April 2018

Veröffentlicht am 01.03.2019

Imposante Geschichte mit spannenden Charakteren, aber auch Logikfehler, wenig Magie ...

Die Spiegelreisende
1

Klappentext:
Vor langer Zeit wurde die Erde in 21 Archen zerschlagen, die seither wie Inseln am Himmel schweben. Auf der Arche Anima lebt Ophelia inmitten ihrer Familie. Die junge Frau hat ganz besondere ...

Klappentext:
Vor langer Zeit wurde die Erde in 21 Archen zerschlagen, die seither wie Inseln am Himmel schweben. Auf der Arche Anima lebt Ophelia inmitten ihrer Familie. Die junge Frau hat ganz besondere Fähigkeiten: Sie kann durch Spiegel reisen und Gegenstände lesen. Dazu muss sie nur ihre Handschuhe abstreifen und ein Objekt in die Hand nehmen - schon kann sie dessen Vergangenheit sehen. Eines Tages beschließen die Matriarchinnen von Anima, dass Ophelia ihre Familie verlassen muss, um auf die eisige Arche Pol zu ziehen und den Adligen Thorn zu heiraten. Sie darf die Familienehre nicht beschmutzen, und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich auf eine abenteuerliche Reise zum Pol zu begeben. Dort erwartet sie ihre furchteinflößende Schwiegerfamilie, der Drachenklan, sowie die Trugbilder der Miragen. Von nun an kann sie niemanden mehr trauen, nicht einmal ihrem zukünftigen Ehemann Thorn. Wer ist der Mann, mit dem sie von nun an leben soll? Und warum wurde ausgerechnet sie auserkoren? Ophelia muss auf der Hut sein, um den zahlreichen Fallstricken ihres neuen Lebens zu entgehen ...

Autorin:
Christelle Dabos wurde 1980 an der Côte d’Azur geboren. Nach ihrem Studium zog sie nach Belgien und arbeitete als Bibliothekarin. Als sie 2007 an Krebs erkrankte, begann sie zu schreiben. Zunächst veröffentlichte sie Auszüge aus Die Spiegelreisende im Internet. Nachdem sie den Jugendbuchwettbewerb von Gallimard Jeunesse gewonnen hatte, wurde der erste Band der Serie, Die Verlobten des Winters, publiziert und entwickelte sich rasch zu einem Bestseller. Mittlerweile sind zwei weitere Bände erschienen, und Christelle Dabos schreibt am Abschluss der Tetralogie.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, als ich zwölf Jahre alt war, kam ich in die Mittelschule. Ich war gut in Französisch, passabel in Englisch, und der Lehrplan sah eine weitere lebende Sprache vor. Ich wählte Deutsch, weil meine Großmutter es in ihrer Jugend gelernt hatte und die Art, wie sie mir davon erzählte, mir Lust machte, es auch zu versuchen. Das war meine erste katastrophale Note. Heute würde ich gerne durch einen Spiegel reisen und diesem jungen Mädchen ins Gesicht sehen können, um ihr zu sagen:

»Hör mal, wenn du groß bist, wirst du Bücher schreiben. Diese Bücher werden ins Deutsche übersetzt werden, und irgendwo in Deutschland wird eine Buchhändlerin oder ein Buchhändler eins davon in Händen halten, es lesen und sich seinerseits bemühen, es anderen zu vermitteln. Und dann wirst du dich schön blöd fühlen, dass du nicht mal versucht hast, diese Sprache zu verstehen, die von nun an Teil deiner Geschichte sein wird.«

Leider habe ich diese Gabe nicht. Ich kann Ihnen nur die beiden deutschen Sätze schreiben, die meine Großmutter mir beigebracht hat und die mir in Erinnerung geblieben sind. Ich finde, sie bringen es gut auf den Punkt: Ich weiß nichts und Danke schön.


Bewertung:
Für mich war das eine besondere Gewinnauslosung bei vorablesen, da ich zunächst aus der Gewinnsparte rausfiel. Doch gleich am nächsten Vormittag wurde mir vom Team mitgeteilt, dass als Ersatzleserin für jemand anderes aus dem Lostopf gezogen wurde. Ich habe mich riesig gefreut! Hier noch mal ganz offiziell meinen herzlichsten Dank an das Vorablese-Team und auch an den Insel Verlag für das gestellte Leseexemplar!

Das Buch ist sehr klobig, gut gebunden und hat als Hardcover keinen losen Umschlag, was mich sehr freut. Zum Lesen nehme ich den sowieso runter, da er sonst leicht Schäden nimmt. So war das Thema erstmal gelöst. Der Buchumschlag erinnert mich sehr an die Hardcover aus den 90er und 20er Jahre; auch mein Erstlingswerk von Tausendundeinenacht, den ich mit 10 Jahren von meiner Mutter geschenkt bekommen habe, hat dieselbe Aufmachungsart und Bindung. Ich muss immerzu daran denken, wenn ich das Buch anschaue. Gefällt mir sehr gut! Der Titel passt wunderbar zum illustrierten Cover wie auch zur Geschichte. das Cover wirkt sehr imposant, auch wenn es hauptsächlich in blau und schwarz getaucht ist. Das Gesamtkonzept des Buches ist farblich einstimmig - von Innenseite bis Leseband. Zusätzlich kam im Buch selber ein paar kleine Überraschungen zum Vorschein. Zwei Postkarten, von denen eine das Cover von Band 2 zeigt, ein tolles Lesezeichen und eine Legendenkarte über die wichtigsten Figuren der Serie. Das kommt gerade bei komplexeren Fantasiegeschichten selten vor, daher war das die schönste Überraschung von allen. Das Buch enthält außerdem noch ein Inhaltsverzeichnis der beiden Geschichtsteile: Die Verlobten und Im Mondscheinpalast. So viel dazu.

"Du hast von allen in der Familie den stärksten Charakter, meine Kleine. Vergiss, was ich dir neulich gesagt habe. Denn ich prophezeie dir, dass der Wille dieses Mannes an deinem zerbrechen wird." (Großonkel, Seite 88)

Fesselnd ging es mit dem ersten Kapitel los, in dem Orphelia mit ihrem Großonkel ein Gespräch über die bevorstehende Heirat führt. Hier wird nicht lange gefackelt und der Leser bekommt nicht erst eine lange Vorgeschichte der Charaktere oder Gegebenheiten zu lesen. Der kleine Beitrag dazu finde ich gut ermessen. Der Schreibstil ist locker, sodass sich die Geschichte fließend lesen lässt.

Die beiden Hauptcharaktere Ophelia und Thorn (tolle Namen) sind gut erdacht und wirken die meiste Zeit auch glaubhaft. Ophelia ist mir etwas sympathischer, da die Autorin Thorn sehr unausstehlich konstruiert hat und ich die Vermutung habe, dass die Antisympathie genau ihr Bestreben war. Er wirkt doch etwas zu grob und verdrießlich, dass ich manchmal über seine Person genervt war. Die Beziehung zwischen Orphelia und Thorn schleicht während des gesamten Buches langsam dahin ... es passiert kaum etwas zwischen ihnen, es scheint mehr Schein als Sein zu sein, was ihre Verlobung angeht. Es wird viel darüber geschrieben, oberflächlich und was die Gesellschaft dazu meint, aber das war's es auch schon. Ich hatte mir viel mehr Interaktion zwischen den beiden vorgestellt. Wenn sich eine Szene mit beiden zusammen oder ein Dialog zwischen ihnen ereignet, dann ist diese/r sehr kurz.

Beide, Orphelia und Thorn, haben Momente, in denen sie sehr unglaubwürdig rüberkommen. Es gibt so einige Szenen, die mich von einem zum nächsten Moment enttäuscht haben (nein, ich halte das für keinen Spoiler, etwas im Geschehen darf man zu lesen haben):

~ Gwenael weckt Orphelias Tante Roseline aus einen tiefen Zauber mit ihrer eigenen Magie ? , und das in innerhalb einer Minute???
~ Orphelia schüttet ihrer Schwiegertante Berenilde Wasser ins Gesicht und diese erwidert gar nichts? Und das, obwohl sie stetig Spitzen und anderes gegen Orphelia verteilt???
~ Der unnachgiebige Thorn verliebt sich plötzlich irgendwann in Orphelia, ohne dass für uns als Leser eine Entwicklung dies bezüglich herauszulesen ist???
~ Orphelia vergibt Berenhilde nach nur drei Gedankengänge eine große Intrige, die für sie von wichtiger Bedeutung ist???

Alles doch sehr unrealistisch und konstruiert!!! Das hat den Leseverlauf sehr gestört und die Charaktere und die jeweiligen Situationen abgeschwächt. Das sind folglich ziemliche Logikfehler in meinen Leseraugen. Es gibt eine Dialogszene die mir sehr gefällt und die mich zum Lachen bringt:

"Also bitte, ihr beide werdet einander doch wohl nicht immer noch gram sein! Wo wir drei uns seit fünf Jahren nicht gesehen haben!" "Fünfzehn", sagte Freyja eisig. "Sechzehn", korrigierte Thorn hölzern. "Kinder, wie die Zeit vergeht!", seufzte Gottfried, der weiterhin lächelte. (Seite 445)

Die Nebencharaktere finde ich genauso gut erdacht und spannend in ihren Sein. Jeder von ihnen hat seine eigene Wirklichkeit und Ziele, die sich auch schon mal ineinander verflechten und zu einem komplexen Eindruck führen. Erst im Nachgang mit Abschluss des Buches, merke ich, dass so einiges gar nicht so komplex zu verstehen ist und vieles erklärt. Er werden dann erst so einige Verhaltensweisen der Charaktere erklärlich gemacht und ich habe schon einen kleinen Aha-Effekt gehabt. Die Charakter-Legende zum Buch habe ich gar nicht gebraucht, da die Charaktere wirklich einfach gehalten werden und nicht schwer zu merken waren. Trotzdem habe ich aus Lust immer wieder nachgeschaut, ich wollte nicht, dass sie sich einsam fühlt.

Beim Lesen habe ich gemerkt, wie bemüht die Autorin war, diese Welt liebevoll zu gestalten. Allerdings konnte ich mir nicht alles so bildlich vorstellen, weil einige Passagen und nicht ausreichend beschrieben sind. Sie sind manchmal für meinen Geschmack zu kurz gehalten, sodass ich nicht immer mit meiner Vorstellungskraft mitkam. Das hat sich natürlich auf das Verständnis der Geschichte ausgewirkt, sowie auf die Lesefreude. In anderen Szenen sind die Passagen wiederum viel zu langgezogen. Da dachte ich "wann endet das hier mal?" und war kurz davor, mich zu langweilen. Wenn dann noch meine mangelnde Vorstellungskraft dazukam, war das nicht mehr so erfreulich.

Sich ergeben? Um sich zu ergeben, musste man eine Situation akzeptieren, und um eine Situation zu akzeptieren, musste man sie verstehen. Doch Ophelia verstand rein gar nichts. (Seite 18)

Der ganze Hype zum Buch ist für mich sowieso uninteressant, eher noch nervig! da spielt es keine Rolle, ob er gerechtfertigt ist oder- wie in diesem Fall- nicht sonderlich gerechtfertigt. Besonders der Vergleich zu Harry Potter stößt bei mir sehr sauer auf. Das Buch und seine Geschichte sind nicht annähernd mit Harry Potter zu vergleichen! Das ist wieder nur eine Aufpuscherei zur Geldeinnahme.

Die Charaktere besitzen, jeder für sich, Fähigkeiten und die Welt ist mit Magie geschaffen, aber von großem Zauber kann ich hier nicht erzählen. Durch diesen unsinnigen Vergleich habe ich sehr viel mehr Magie erwartet, als ich zu lesen bekam. Sowas ist immer ärgerlich und auch förderlos für den Verlag und den Autoren; wenn der Leser seine darauf geschürten hohen Erwartungen nicht befriedigt bekommt, fällt dem entsprechend auch die Bewertung der Bücher schlechter aus. Das ist der Fuchs, der sich selbst in den Schwanz beißt. Anders kann ich es nicht von mir geben.

Ihre Brust schmerzte. Mehr als ihre aufgeschlitzte Wange. Mehr als die geprellte Rippe. Es war ein tiefer, stechender Schmerz, gegen den es kein Heilmittel gab. (Seite 477)

Die Geschichte ist gewaltig und mit vielen Intrigen und kleinen Nebenszenen gebaut. Es fällt schwer, alles mit der selben Auffassungsmöglichkeit aufzufangen und zu sortieren. Das soll keinesfalls ein Nachteil sein, nur eine Anmerkung meinerseits. Trotz der Themenwucherung finde ich es als Fanatsiegeschichte recht einfach beschrieben, anders als manch andere Geschichte, die sehr komplex ist und schwer verständlich, wenn man kein Hardcore-Fantasy-Leser ist. Das Ende enthält einen Cliffhänger, der aber nicht so heftig bzw. ärgerlich für den Leser ist, der nun auf den nächsten Band warten muss. Das sollte auch fairer Weise positiv erwähnt werden. Besonders gefällt mir in diesem Zusammenhang, dass die folgenden Bände nicht länger als sechs Monate auf sich warten lassen. Das kommt der Geschichte sehr zugute, da ich als Leser diese noch im Kopf halten und recht schnell weiterspinnen kann. Ich finde es immer sehr bedenklich, auf Bänder einer Serie länger als sechs Monate zu warten, teilweise ziehen die Wartezeiten bis zu 1 1/2 Jahre hin. Das ist nicht nur Folter, sondern auch kontraproduktiv für die Geschichten und deren Bewertungen im Nachhinein.

Bei Thorn war sie auf alles vorbereitet gewesen. Gewalt. Verachtung. Gleichgültigkeit. Aber er hatte nicht das Recht, sich in sie zu verlieben. (Seite 355)


Fazit:
Das Buch zu bewerten finde ich äußerst schwer, ich überlege seit Tagen schon, wie ich dem gerecht werde ... am liebsten würde ich die Sternebewertung auf 3,5 - 4 stehen haben, aber die gibt es ja nicht. Für eine 3,5 ist die Geschichte doch etwas zu gut, aber für eine volle 4 mangelt es einfach an zu vielem ... Als Endbewertung gebe ich nun wirklich sehr gute 3,5 Sterne! Die Geschichte ist imposant und nahezu unkompliziert geschrieben, die Charaktere fesseln durchweg, jedoch ernüchtern einige Logikfehler, mal langgezogene und mal kurgefasste Passagen. Die große Erwartung an Magie durch die Lobungstäuschung der Medienkultur wird enttäuscht. Dennoch werde ich definitiv Band 2 lesen, da großes Potenzial vorhanden ist und ich hoffe, dass dieses in Band 2 zur Geltung kommt. Sollte dieser Band nicht noch mehr rausholen können, wäre das für mich das Signal, die Reihe damit zu beenden. Das fände ich sehr schade!

Band 2: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast erscheint am 14. Juli 2019
Band 3: Das Gedächtnis von Babel erscheint am 11. November 2019
Band 4: Der Titel ist noch nicht bekannt, erscheint aber im Frühjahr 2020

Interessierte können sich auch ein Interview mit der Autorin durchlesen:
https://www.diespiegelreisende.de/news/

Cover ⭐⭐⭐⭐⭐
Titel ⭐⭐⭐⭐⭐
Schreibstil ⭐⭐⭐⭐
Charaktere ⭐⭐⭐⭐
Thema ⭐⭐⭐⭐
Atmosphäre ⭐⭐⭐
Anspruchsvoll ⭐
Handlungen ⭐⭐⭐
Spannung ⭐⭐⭐
Aktion ⭐⭐⭐
Erotik
Fantasie ⭐⭐⭐
Humor ⭐
Liebe ⭐

P.S.: Ich hoffe, ich habe keinen meiner wichtigen Aspekte vergessen, aufzuführen, es ist schwer, hier alles beisammenzuhalten, trotz Notizen.

Erstellt am 28. Februar 2019

Veröffentlicht am 18.02.2019

Eine humorvolle Liebesgeschichte mit Schnulz und Klischee, aber auch wichtigem Thema!

Now and Forever - Weil ich dich liebe
1

Klappentext:
Jillian Nichols weiß, dass sie nicht wie andere Mädchen ist. Dass sie nie eine Zukunft, nie ein normales Leben haben wird. Doch sie will kein Mitleid und tut alles, um ihr Geheimnis vor allen ...

Klappentext:
Jillian Nichols weiß, dass sie nicht wie andere Mädchen ist. Dass sie nie eine Zukunft, nie ein normales Leben haben wird. Doch sie will kein Mitleid und tut alles, um ihr Geheimnis vor allen zu verbergen. Darum gibt es für sie klare Regeln, wenn es um Jungs geht – einen Tanz, einen Drink, eine Nacht und niemals mehr. Das geht so lange gut, bis sie Liam trifft. Der schottische Austauschstudent ist nicht nur superhot und supernett, sondern auch superstur. Liam will nicht nur eine Kerbe an Jillians Bettpfosten sein und ihre Regeln sind ihm völlig egal. Er ist wild entschlossen, an Jillians Seite zu bleiben.

"Liam zog mich an wie ein Magnet. Je mehr ich mich widersetzte, desto schwerer wurde es. Doch ich wusste, dass es bei uns beiden auf gebrochene Herzen hinauslief, wenn er jemals die Wahrheit herausfinden würde." (Jillian, Innenklappe)

Autorin:
Geneva Lee lebt mit ihrer Familie in Seattle, ist passionierte Sammlerin von Taschen und liebt es, zu reisen. Mit ihrer "Royals"-Saga hat sie schnell die Herzen ihrer Leser gewonnen und sich damit ganz nebenbei ihre Träume von der Seele geschrieben. Denn Geneva Lee ist eine unverbesserliche Romantikerin und liest mit Vorliebe Geschichten, in denen starke, sexy Männer die Hauptrolle spielen. Sie lebt zusammen mit ihrer Familie im Mittleren Westen der USA.


Bewertung:
Das Cover ist wunderschön! Der Hintergrund ist schlicht, aber das Paar im Mittelpunkt ist romantisch und fantasievoll mit Blumen verziert. Es sieht aus, als besteht es aus einem Blumenmeer, eine Mischung aus Pflanzen und Menschen. Der Titel ist in 3D gedruckt und harmoniert farblich schön mit dem Gesamtcover.

Ich zog seinen Mund auf meinen. Ich konnte nicht ertragen zu hören, was er sagen wollte. Nicht, wenn ich mich so sehr danach sehnte, dass er etwas sagte, das ich noch nie zuvor gehört hatte. Und nicht, wenn ich gleichzeitig so sehr wollte, dass er es niemals sagte. Aber es war auf seinen Lippen, und ich konnte es schmecken, und ich wusste, dass es auch auf meinen lag, und so umschlangen wir einander.
(Jillian, Seite 157)


Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, sodass ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen hatte. Die Charaktere sind humorvoll, wie auch einige Dialoge, was der Geschichte Leichtigkeit verleiht. Ich musste oft lachen. Für mich war aus dem Klappentext schon herauszulesen, welches Geheimnis Jillian hütet, das wurde auch auf dem ersten Seiten recht deutlich, wenn auch nicht ausgeschrieben. Aber man kann sich als Leser seinen Teil dazu denken. Sehr unvorhersehbar ist es nämlich nicht.

"Du verbirgst etwas vor mir, Jillian, und das tut weh. Das tut weh, weil ich alles an dir will. Den sexy Teil und den lustigen und besonders den, der Mist baut." (Liam, Seite 257)

Die Entwicklung der Liebesbeziehung von Jillian und Liam verläuft holprig, aber humorvoll. Je weiter die Geschichte verläuft, desto trauriger und dramatischer wird es. Dabei wird es auch immer klischeehafter und schnulziger, was mir gar nicht zusagte. Das hat genervt und die Geschichte störend gemacht. Die Sexszenen waren unnötig überspitzt mit typischen Schnulzsätzen, was mich stöhnen ließ vor Ärger und Genervtheit. Es ist einfach immer dasselbe und ich frage mich, weshalb Autoren nicht einfach "normale" Sexszenen schreiben können ...

"Die Erinnerung wird besser sein als jede Zukunft, die wir miteinander teilen können", sagte ich durch den Nebel, der seine Nähe in mir auslöste. "Ich habe dir nicht versprochen, dass das mit uns für immer sein wird, Jillian. Und ich bitte dich auch nicht darum, mir das zu versprechen. Ich möchte nur eine Chance - eine richtige."
(Jillian und Liam, Seite 258)


Das Thema, das Jillian als Geheimnis hütet und entlarvt wird, ist sehr ungleich in der Geschichte eingebaut und behandelt worden. Anfänglich wird es nur hin und wieder erwähnt oder die Folgen davon. Gegen Ende wird es als Aufklärungspflicht im College der Beiden aufgegriffen und erläutert. Ich finde es sehr gut, weil man als Leser endlich von Jillians Geheimnis genaueres erfährt. Es macht sie auch viel sympathischer.


Fazit:
Das Buch hat eine schöne, romantische Aufmachung. Die Geschichte lässt sich leichthin lesen und die Charaktere sind humorvoll. Hin und wieder wird es sehr klischeehaft und schnulzig. Ein wichtiges Thema wird hier eingebaut, aber nicht wie ein Sachbuch bearbeitet, es bleibt in allem dennoch ein Liebesroman. Ich hatte mehr Spannung erwartet, einige Stellen kamen mir etwas langatmig vor. Ich möchte dem Buch trotzdem vier Sterne geben, da es im großen und ganzen doch sehr unterhaltsam ist und durch die humorvollen Dialoge nicht so schwerfällig, wie man es vom Thema erwarten würde. Trotzdem findet es hier seinen Platz in der Geschichte, sodass ich es für einen Liebesroman ausgewogen finde. Wer mehr vom Thema lesen möchte, sollte lieber einen dramatischen Roman oder ein Sachbuch zur Hand nehmen. Da hier ein Liebesroman im Vordergrund "versprochen" wird, halte ich es für recht gelungen umgesetzt.

Das ist der erste Teil der Reihe und ich denke, dass die Folgebände mehr raushauen können, denn Potenzial war auch hier mehr gegeben als umgesetzt wurde. Ich werde mir trotz einiger Schwächen die Folgebände durchlesen.

With or Without You - Mein Herz gehört dir
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Only with You - Du bist mein größtes Glück
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