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Veröffentlicht am 04.03.2021

Originelle Idee spannungslos umgesetzt ...

Der Wald der verlorenen Schatten
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Klappentext:
Hyoju, eine junge Frau von 29 Jahren, verlor als Kind ihre Eltern bei einem Autounfall. Sie arbeitet als Ticketverkäuferin an einem Busschalter, ein Job, der ihr keinen Spaß macht. Sie fühlt ...

Klappentext:
Hyoju, eine junge Frau von 29 Jahren, verlor als Kind ihre Eltern bei einem Autounfall. Sie arbeitet als Ticketverkäuferin an einem Busschalter, ein Job, der ihr keinen Spaß macht. Sie fühlt sich leer und ausgebrannt, weil sie ohne Sinn und Zweck in den Tag hineinlebt. Ihr Freund hat vor Kurzem die Beziehung beendet, als er erfahren hat, dass sie eine Waise ist. Umso mehr überrascht es sie, als sie plötzlich Nachricht vom Tod ihrer Großmutter erhält, und sie fährt in ein kleines Dorf, um an der Bestattung teilzunehmen. Am letzten Tag der Beerdigungsfeier halten die Dorfbewohner ein merkwürdiges Ritual auf einem Hügel vor einem nahe gelegenen Berg ab; dabei warnen sie Hyoju, den Berg zu betreten. Als sie nach Hause zurückkehren will, betritt sie irrtümlich die verbotene Zone. Im gleichen Moment bemerkt sie, wie ein silbern glänzender Schatten aus ihrem Körper entweicht. Auf ihrem Weg trifft sie einen geheimnisvollen Mann namens Muyeong, der halb menschlich, halb göttlich ist, magische Kräfte besitzt und den Kreislauf des Waldes behütet. Er führt sie zu einem 1000-jährigen Ginkgobaum, dem eigentlichen Herrscher des Waldes, der alle seine Bewohner miteinander verbindet. Hyoju erfährt: Wenn es ihr nicht gelingt, ihren Schatten innerhalb der nächsten fünf Tage wiederzufinden, ist sie dazu verdammt, für immer als Geist im Wald umherzuirren. Zusammen mit Muyeong macht sie sich auf die Suche nach ihrem Schatten, und damit beginnt die wundervolle Geschichte von Hyoju und Muyeong, die den Leser in eine magische Welt entführt …


Autorin:
Danbi Eo, Jahrgang 1986, ist eine koreanische Schriftstellerin, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Bühnenschriftstellerin. Ihr Debüt als Autorin gab sie mit ihrem Roman „Eclipse“.

Bekannt wurde sie vor allem für ihre zauberhaften Fantasy-Geschichten. Heute lebt die Schriftstellerin zusammen mit ihrer Familie in Ekcheon, Chungcheongbuk-do in Korea und schreibt neben ihren Romanen auch Novellen und Webtoons für das Internet.


Übersetzer:
Hyuk-Sook Kim

Manfred Selzer



Bewertung:
Das Cover ist mystisch gehalten und ist auf Vorder- und Rückseite verschieden. Was mir daran nicht gefällt, ist das Meer. Ich finde, es passt einfach nicht – der Mond, der im Meer sinkt ... Sehr gefallen tut mir, dass der Titel und die Autorin in Originalschrift beigefügt ist. Auch die Kapitel sind in Originalschrift versehen. Ich finde es sehr gut, dass das Buch nicht vollständig in Deutsch übertragen wurde bzw. noch etwas vom Original geblieben ist.

Was mir sofort positiv vor der Bewerbung aufgefallen ist, ist der Klappentext – die Art der Geschichte. Es ist eine völlig untypische und undeutsche Geschichte. Eine Geschichte mit fremdartiger Kultur. Dies bestätigte sich auch beim Lesen. Einige fernöstliche Rituale sind eingebaut worden. Hier fehlt mir allerdings eine kleine Einführung für Nichtkenner. Diese hätte die Autorin als Einführung kurz darlegen können.

Was mir noch aufgefallen ist, ist, dass typisch deutsche Sprichwörter eingebaut worden sind (… den Brunnen abzudecken, nachdem das Kind schon hingefallen ist). Etwas abgewandelt, aber dennoch deutsch. Oder gibt es die auch in fernöstlicher Art? Das finde ich schon etwas irritierend.


Kommen wir zum Eingemachten:

Der Schreibstil ist etwas schwerfällig und mühsam zu lesen. Nicht, dass die Geschichte kompliziert niedergelegt ist, nur, dass sie so geschrieben ist, dass kaum Spannung auftaucht. Mit Fortschreiten der Seiten fiel es mir immer schwerer, weiterzulesen.

Die Charaktere sind wechselhaft. Hyoju ist etwas schwer zu durchschauen. Sie bleibt etwas rätselhaft und oberflächlich beschrieben. Die Beziehung zu ihrem Freund ist bei mir nicht richtig angekommen. Ich fragte mich, waren sie jetzt zusammen oder nicht? Es wird wie ein Eiertanz darüber berichtet. Auch die Gedanken und Gefühle lassen sich für mich schwer greifen, leider.

Mir war von Anfang an klar, dass diese Geschichte sehr anders und untypisch ist. Und mir gefiel es auch, dass es so anders zu sein schien, auch vom Schreibstil her. Aber leider ist die Geschichte mir zu flach und spannungslos geschrieben. Zudem muss ich mitteilen, dass ich das buch ab Seite 111 abgebrochen habe. Die Rezension sollte gestern stehen, ich habe aber bis gestern Abend versucht, mich zum Lesen des Buches zu bewegen. Aber ich bekomme es einfach nicht hin! Es tut mir leid! Ich mag mich auch nicht mehr rumquälen.

Auch der Fantasy-Teil ist mir etwas zu skurril. An sich finde ich es eine tolle und originelle Idee. Aber es ist für meinen Geschmack fiel zu fad erzählt, sodass ich keine Begeisterung aufbringen kann.


Fazit:
Für mich ist das Buch nichts, obwohl ich es zu Beginn geglaubt hatte.Einen Pluspunkt gibt es für die zweisprachige Deklarierung, das ist wirklich besonders. Ebenso für die kulturellen Einwürfe in der Geschichte. Daher vergebe ich auch 2 Sterne statt nur 1 Stern. Mehr kann ich nicht vergeben, da ich das Buch abgebrochen habe. Die Autorin hätte die Geschichte viel effektvoller schreiben können, da bin ich mir sicher.



Wenn es hieß, dass man Stolz nicht habe, wenn man ihn haben will, und dass man ihn habe, wenn man ihn ablege, dann sollte ich ihn ablegen – das wäre das Richtige, dachte ich.

(Seite 26)





Meinen lieben Dank an das Lovelybooks-Team und dem Verlag für das bereitgestellte Exemplar. Es war in jeden Fall eine neue Erfahrung.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Das Eis schmilzt - schon viele Jahre!

Das Eis schmilzt
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Klappentext:
Arved Fuchs ist auf seinen Expeditionen immer wieder mit den Auswirkungen all dessen konfrontiert worden. Wider Willen wurde er so zum Zeitzeugen und hat schon vor Jahrzehnten auf die verhängnisvolle ...

Klappentext:
Arved Fuchs ist auf seinen Expeditionen immer wieder mit den Auswirkungen all dessen konfrontiert worden. Wider Willen wurde er so zum Zeitzeugen und hat schon vor Jahrzehnten auf die verhängnisvolle Entwicklung hingewiesen, während Politik und Gesellschaft das Problem viel zu lange ignoriert und bagatellisiert haben. Jetzt, nachdem die Jahre 2018 und 2019 als die wärmsten in der Historie der Wetteraufzeichnungen festgestellt wurden, hat der Klimawandel auch die norddeutsche Küste erreicht. Der »Klimadeich« wird gebaut, die Halligen werden aufgewartet. Küstenschutz muss neu gedacht werden. Selbst die Coronakrise – wenn auch nicht ursächlich damit verbunden – muss unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels betrachtet werden, der die Ausbreitung von Pandemien begünstigt, so die Warnung der Mediziner.

Autor:
Arved Fuchs steht für 40 Jahre Arktiserfahrung und aufgrund seiner ICE-Camps sowie der aktuellen Kampagne „Ocean Change“ auch im Austausch mit der jüngeren Generation. Für sein Naturengagement erhielt Fuchs zahlreiche Ehrungen, u. a. das Bundesverdienstkreuz am Bande.


Bewertung:
Das Cover, wie auch die Gesamtaufmachung sind sehr schön und passend. Das Cover ist unaufgeregt und ohne Klimbing-Gedöns. Es überzeugt mit schlichter Schrift und schwarz-weiß-Design.


Inhaltsverzeichnis:

Chronist wider Willen (Einführung)

Die Zukunft möglich machen

Von unserem leichtfertigen Umgang mit der Natur

Raubtiermentalität

Die Jugend wacht auf!

Land unter

Der Irrglaube

Das sechste Massensterben

Artis/Antarktis – Die Frühwarnsysteme der Erde

Wir müssen grünes Wachstum fördern

Samso – Eine Insel schafft die Wende

Das unglaubliche Dorf

Es geht auch anders

Plastik – Fluch oder Segen?

Grüner Wasserstoff – Die Lösung aller Probleme?

Einige Gedanken zum Schluss



Vor jedem Kapitel gibt es ein Deckblatt mit Kurzeinleitung, begleitet mit Foto und/oder Zitat zum Kapitel. Das ganze Buch ist in gleichnamiger Aufmachung erstellt und sieht toll aus. Eisberge zieren das Buch und ihre Kapitel. Die Kapitel sind mit zahlreichen Fotos besetzt, die das Geschriebene des Autors unterstützen. Die Deckblätter, sowie einige Textstellen sind außerdem farblich grün-blau gekennzeichnet.


„Wir sind nicht die letzte Generation, die den Klimawandel erleben wird, aber wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann.“

(Barak Obama)


Dies ist nur zum Teil richtig. Wir sind längst an dem Punkt, an dem sich vieles einfach nicht mehr aufhalten lässt – ganz zu Schweigen von den Dingen, die bereits geschehen sind (wie Gletcherschmelze) – die lassen sich nicht wieder umkehren. Wir sind an dem Punkt, an dem sich vieles verselbstständigt hat. Was wir noch tun können, ist diese abzufedern, so gut wir können und weitere Katastrophen zu verhindern. Ganz und gar den Klimawandel loswerden, können wir längst nicht mehr. Diesen Zeitpunkt haben wir nutzlos verstreichen lassen.

Was mir total neu war, sind die Hinterlassenschaften des US-Militärs auf der Insel Fjord im 2. Weltkrieg. Würde sowas in anderer Art nicht weltweit geschehen, wäre ich entsetzt. Der Autor führt hier ein sehr gut recherchiertes Beispiel unserer Verschmutzung auf, die sich schon vor vielen Jahrzehnten ereignete. Viele meinen ja, dieses Problem sei erst vor 20 oder 30 Jahren entstanden. Die wahrheit ist aber, dass alles mit der Industrialisierung seinen Lauf nahm, und mit den Jahren einfach nur noch intensiver wurde.

Womit der Autor definitiv recht hat, ist, das es nicht die Eine Lösung für uns alle gibt. Was in Island funktioniert, funktioniert nicht in Afrika und umgekehrt. Weil einfach jedes Land seine eigenen Lagebedingungen hat und verschiedene Lösungen begünstigt. Darauf müssen wir eingehen und sie entsprechend umsetzen. Der Autor zeigt anhand von einigen Inseln, dass das super funktioniert – wenn alle am selben Strang ziehen und wirklich eine Änderung wollen. Die Technologien sind seit Jahren da, nur der Wille, sie uns zu Nutze zu machen, nicht richtig. Wir verschwenden kostbare Zeit mit Ignoranz und Stillstand.


COVID-19 betrifft die ganze Welt – auch Island. Warum, so frage ich mich, ist man nicht in gleichem Maße dem Rat der Wissenschaftler gefolgt, die seit vier Jahrzehnten vor dem Klimawandel warnen? Hätte man diese Warnungen zu irgendeinem Zeitpunkt ernst genommen, bzw. wäre man Empfehlungen der Wissenschaftler gefolgt, hätten wir heute nicht diesen Zeitpunkt. Das Bruttoinlandsprodukt kann nicht das Maß aller Dinge sein. Was nützt uns ein gutes BIP bei weniger Lebensqualität und einer zerstörten Umwelt? Die Coronakrise wird irgendwann vorbei sein, der Klimawandel ist irreversibel.

(Seite 200)


Tatsächlich geht die Warnung sogar weiter, wie ich vor kurzem gelesen habe. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts warnten Wissenschaftler davor, wenn auch nicht so zahlreich wie heute. Da waren die Auswirkungen auch noch nicht so vorhersehbar und im Gange. Es kann den Autor nicht wirklich wundern, dass die Regierungen nicht auf die Wissenschaftler gehört haben – so läuft dieses Prinzip in unserer kapitalistischen Gesellschaft: es geht nur ums Geld und die Profitgier. Und wenn der Tod nicht direkt vor unserer Tür steht – wie es bei dem Coronavirus der Fall ist – werden die Probleme ignoriert und weitergemacht, solange es geht. Solange ewiges Wachstum, unendliche Produktivität und Gewinngier über unsere aller Wohl steht, solange machen wir auch erst den Deckel drauf, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Und keine Pandemie der letzten Jahrzehnte hat weltweit solch rasante Tötungsfolgen verursacht. Es sterben Tausende jährlich an normaler Grippe oder an Multiresistente Keime in Deutschland, auch gibt es immer wieder extrem tödliche Epidemien in anderen Ländern, wie vor einigen Jahren Ebola in Afrika … aber schon lange gab es kein Virus mehr, dass so rasant und weltweit zur gleichen Zeit tötet. Das macht die Sache derart dringlich, dass selbst unsere sonst so ignoranten und aussitzenden Regierungsbeamten zügig reagierten und Geld im Übermaß in die Wirtschaft pumpen. Wo sonst Geld von der Bundesregierung nur den Wirtschaftssternchen zugute kam, kommt das Geld, das jetzt fließt, allen in der Wirtschaft zugute. Das sind diese zwei außergewöhnlichen Umstände (weltweiter tödlicher Virus zur selben Zeit und Geld für die gesamte Wirtschaft Deutschlands), die gerade stattfinden und uns zeigen, wie verwundbar, aber auch schnell wir reagieren können – wenn wir denn wollten! So wie die Bundesregierung uns Jahrzehnte vorlallte, es ist kein Geld für unsere dringlichen Problemfälle da (spekulierende Banken bekommen aber Billionen in die Häuser geschmissen, beispielsweise) – ereignet sich im Angesicht einer wirtschaftlichen Katastrophe, dass das Geld sehr wohl da ist, nur eben für bestimmte Bereiche und Menschen. Würde die Gesamtwirtschaft nicht unter dem Virus leiden, würde das Geld auch nicht in Strömen pumpen. So sieht die ganze Wahrheit aus.

Wie der Autor ebenfalls richtig schreibt: Menschen, die um ihre Existenz kämpfen, die Klimaproblematik verständlich zu machen, ist äußerst schwierig. Wenn du kaum Nahrung hast und nicht weißt, wie du die Miete zahlen sollst, dann interessiert es dich wenig, was die Natur uns mitteilt. Ich kenne das aus Erfahrung. Wir hatten oft wochenlang keinen Strom oder warmes Wasser, wären fast obdachlos geworden und hatten ab Mitte des Monats nur noch Toast und Magarine zu essen. Ja, das gibt es mitten in Deutschland, auch wenn sich die Meisten das nicht vorstellen können. Ihr könnt mir glauben, dass ich mich oft wie eine Afrikanerin gefühlt habe. Und da soll ich mich um die Umwelt sorgen und naturgerecht handeln?

Ein weiteres Problem ist die fehlende Bildung. Dieses Problem tritt insbesondere in generell armen Ländern auf. Zwar gibt es das hier auch reichlich, aber Deutschland ist ein reiches land, indem arme Menschen leben. Das ist ein unterschied zu generell armen Ländern. Da ist das Umweltbewusstsein ein ganz anderes, auch trifft das auf Tierwohl und andere Thematiken zu. Auch hier meinen ja viele, dass diese Menschen einfach blöd sind oder denen die Umwelt egal ist. Die gibt es natürlich auch, ob dort oder hier. Aber es ist eher so, dass sie nicht wissen, was sie mit ihrem Verhalten anrichten, da sie in solchen Thematiken nicht gebildet sind. Was für uns selbstverständlich ist, davon wissen sie zuweilen nichts. Erklärt einem Vierjährigen mal das Einmaleins. Der wird nur fragend gucken, weil er es nicht kennt und gelernt hat. Wenn wir allerdings mit einem achtjährigen darüber sprechen, sind wir auf einer Wellenlänge. Anstatt also von oben herab mit den bildungsarmen Menschen zu sprechen, sollten wir ihnen Zugang zu dieser Bildung geben, damit sie ihren Beitrag dazu leisten können.


Wir sollten lernen, dass ein Verdrängungskampf gegen die Natur unser aller Untergang bedeutet. Nur im umsichtigen und nachhaltigen Umgang mit der Natur sind wir zukunftsfähig.

(Seite 246)


Die Quellenangaben finde ich unzureichend und zum Teil auch nichtssagend. Bei einigen Quellen steht einfach „Wikipedia“ als Angabe. Sehr informativ!

Ziemlich unnötig und auch etwas bescheuert finde ich den Plastikaufkleber auf der Rückseite, auf dem steht, dass der Verlag auf Plastik verzichtet. Aha. Das ist genauso sinnvoll wie eine Biogurke in Plastik verpackt. Dieses Statement des Verlages hätte ja, wie alles andere, aufgedruckt werden können. Dafür muss ich doch kein Plastiksticker nutzen. Aber das nur am Rande …


Fazit:
Ich finde nicht alles, was der Autor schreibt, gut gewählt und bin mit ihm einer Meinung (wie Abwägung von Lösungen, bei denen wir einige Tierarten den anderen gegenüber opfern), aber ich finde, dass der Autor tolle Einblicke in die Welt des Eises gewährt und viele gut funktionierende Beispiele aufführt. Obwohl ich sehr viel über das „Eis-Thema“ weiß, habe ich viele neue Erkenntnisse dazugewonnen. Es ist ein Erfahrungsbericht mit gut recherchiertem Wissen über verschiedene Vorgänge – ob Auswirkungen des Klimas oder seine Lösungsmöglichkeiten.

Wieder ein Buch, das zeigt, wie rücksichtslos wir Menschen sind, aber auch, was wir an Möglichkeiten erreicht haben und was noch zu tun ist. Deshalb empfehle ich es sehr gerne weiter!



„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“

(Jorge Santanyana)



Ich bedanke mich herzlich beim vorablese-Team und dem Verlag für dieses tolle Buch!




  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 02.02.2021

Oftmals irritierend mit nerviger Protagonistin

Elloani
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Inhalt:
In der alljährlichen Maskennacht bricht Königin Kaila aus ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen aus. Sie trifft auf Airy, einen geheimnisvollen jungen Mann. Nach einer Liebesnacht trennen sie ...

Inhalt:
In der alljährlichen Maskennacht bricht Königin Kaila aus ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen aus. Sie trifft auf Airy, einen geheimnisvollen jungen Mann. Nach einer Liebesnacht trennen sie sich, ohne zu wissen, wer der andere ist.Sie begegnen sich wieder - auf gegnerischen Seiten in einem Krieg, in dem Kaila Airy und sein Volk unterwirft. Schafft er es, ihr sein Land näherzubringen und ihr die Augen zu öffnen? Oder ist ihre Liebe von Anfang an dem Untergang geweiht?


Autorin:
Anke Becker ist im September 1981 in Warnemünde an der Ostsee geboren und dort aufgewachsen. Nach Ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin schloss sie das Studium zur Diplom Wirtschaftsingenieurin (FH) ab. Eine langjährige Odyssee führte sie quer durch Deutschland und in verschiedenste Jobs in unzähligen Branchen. Das Schreiben hat sie dabei immer begleitet. Seit 2015 hat sie die Belletristik für sich entdeckt und schreibt als Hobby neben dem täglichen Leben. Sie hat sich auf kein Genre festgelegt. Seit April 2017 ist sie Mutter eines Sohnes und lebt in der Rhein-Main-Region.


Bewertung:
Das Cover passt zur Geschichte, so ganz gefällt es mir aber nicht. Die Frau passt zum Beispiel nicht. Sie sieht aus, wie aus Airys Volk. Auch wirken die beiden etwas fehl auf dem Cover. Es wäre besser ohne die beiden. Was ich sehr gut finde, ist eine Ortskarte, sowohl für Velatien als auch für das Hochland. Sowas ist gerade bei Fantasy-Romanen mit erfundenen Settings ein Muss.

Die Sprache der Autorin ist gemixt. Es kommen einige neuartige Satzstellungen auf einen zu, die etwas irritieren können. Ulkig finde ich die Mischung von der damaligen Anrede „Ihr/Euch“ und „Sie/Ihnen“. Diese werden innerhalb eines Satzes durcheinander gemischt.

Das Setting erinnert an Island und gefällt mir sehr gut. Die Atmosphäre der Orte hat mich erreicht.

Die Charaktere … oh je. Die Königin Kaila ist furchtbar heuchlerisch und impulsiv. Sie will angeblich keinen Krieg gegen das Hochland führen, führt ihn aber eisern durch. Die Gründe dafür variieren und selbst der Prinz Airy sagt darüber, dass er nicht genau weiß, wieso. Eigentlich führt Velatien einen Krieg gegen jemand anderes, aber wer das ist, erfahren wir nicht. Irgendwer aus Übersee, glaube ich.

Die ersten beiden Kapitel sind schon sehr verwirrend, weil mir ziemlich viele Fragezeichen entgegenkamen. Wieso sprechen die Delegierten vom Hochland nicht mit der Königin aus Velatien? Dafür sind sie doch da. Einfach sagen „Wir können Euch das Elloani nicht geben“, ohne die Begründung zu nennen, ist total bescheuert. Was erwartet das Hochland denn, wie die Königin reagiert? Andersrum bemüht Kaila sich gar nicht richtig, den Kontakt zu verdichten, sondern geht gleich zum Krieg über.

Airy sieht Kaila als Königin wieder und erkennt in keinem Moment, dass sie die Frau ist, mit der er eine Nacht verbracht hat. Es gibt ein paar Ungereimtheiten und unlogische Szenen, die ich nur mit „Hä?“ gelesen habe. Auch nach dem Autorendialog ist für mich einiges immer noch unsinnig. Ich möchte sie hier nicht alle niederschreiben, aber diese Verwirrungen und unrealistischen Stellen haben mich immer wieder aus dem Lesefluss geholt. Vor allem Kaila ist mir äußerst unsympathisch. Ich mag verschrobene und unperfekte Charaktere am liebsten, da ich immer mit Realismus in Geschichten hadere – und Charaktere, die so perfekt beschrieben sind, sind alles andere als realistisch. Aber Kaila ist mir einfach too much! So heuchlerisch und uneinsichtig hat sie mich total wütend gemacht. Ich habe schon lange nicht mehr über eine derart unangenehme Person gelesen. Airy ist da ein ganz normaler Idiot, wenn ich das mal so schreiben kann.

Auch der Charakter des Priesters Oafhi finde ich am Ende sehr unlogisch. Von einer Sekunde zur anderen eine Komplettwandlung von jahrzehntelanger Ansichten ist übertrieben. Die Nebencharaktere finde ich am Besten, wenn auch etwas blass. Aber sie bleiben immer standfest und hinterlassen keine Fragezeichen.

Das Ende ist weder zu offen noch geschlossen. Es sorgt dafür, dass es reichlich Stoff für Band 2 gibt.



"Bei uns entscheidet jeder Mensch für sich selbst. Ich denke, wenn eine Person das, was sie tut, mit Leidenschaft ausübt, dann trägt sie dafür gerne die Verantwortung. Wenn jemand also unbedingt kämpfen will, dann wird dieser Mensch alles dafür geben, um es bestmöglich zu tun.“

(Seite 495)



Fazit:
Ich tue mich schwer, eine gute Rezension zu schreiben. Trotz der vielen Notizen, kriege ich meine Meinung nicht richtig zusammengefasst. Der Einstieg fing gut an, wenn auch die ersten Kapitel sehr irritierend sind. Dann wird es sehr fesselnd und die Geschichte liest sich flüssig. Aber die immerwährenden Störungen beim Lesen – sei es unlogische Szenen oder Kaila mit ihrem übertriebenen Verhalten – haben echt genervt. Ohne sie hätte ich etwas mehr Freude am Lesen gehabt. Trotzdem hat es mich gut und kurzweilig unterhalten (und das Buch duftet herrlich!).


Für die Geschichte gebe ich insgesamt 3,5 Sterne. Ob ich Band 2 lesen mag, weiß ich noch nicht. Derzeit jedenfalls nicht.




Liebe Anke, vielen lieben Dank für das Buch und auch deine rege Anteilnahme in der Leserunde. Ich finde es immer sehr wichtig, mit den Autoren in Kontakt zu treten und es macht auch vieles der Geschichten klarer.




  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Poetisch, philosophisch, originell und etwas verklärt (leider)

Die Mitternachtsbibliothek
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Inhaltserzählung:
„Zwischen Leben und Tod liegt eine Bibliothek“, sagte sie.
„Und diese Bibliothek besteht aus endlosen Regalen. Jedes Buch bietet dir die Chance, ein anderes Leben auszuprobieren, das ...

Inhaltserzählung:
„Zwischen Leben und Tod liegt eine Bibliothek“, sagte sie.
„Und diese Bibliothek besteht aus endlosen Regalen. Jedes Buch bietet dir die Chance, ein anderes Leben auszuprobieren, das du hättest leben können. Die Chance, zu sehen, wie alles gekommen wäre, wenn du andere Entscheidungen getroffen hättest … Hättest du irgendetwas anders gemacht, wenn sich ungeschehen machen ließe, was du heute bereust?

Du hast so viele Leben, wie du Möglichkeiten hast. Es gibt Leben, in denen du andere Entscheidungen triffst. Und diese Entscheidungen führen zu anderen Resultaten. Hättest du nur eine Entscheidung anders getroffen, dann hättest du eine andere Lebensgeschichte gehabt. Und all diese Möglichkeiten existieren in der Mitternachtsbibliothek. Sie sind alle so real wie dieses Leben.

Aber es entspricht nicht ganz der Realität, wie du sie kennst. In Ermangelung eines besseren Wortes, es ist dazwischen. Es ist nicht das Leben. Es ist nicht der Tod. Es ist nicht die reale Welt im herkömmlichen Sinn. Es ist aber auch kein Traum. Es ist weder das eine noch das andere. Es ist, kurz gesagt, die Mitternachtsbibliothek.“


(Seite 41, 43, 44)


„Bibliothekarinnen verfügen über Wissen – sie führen einen zu den richtigen Büchern; zu den richtigen Welten; sie finden die besten Orte. Wie Suchmaschinen mit einer Seele.“
„Genau. Aber du musst auch wissen, was du möchtest; was du in das metaphorische Suchfeld eingeben möchtest. Und manchmal musst du ein paar Sachen ausprobieren, bevor das klar wird.“


(Seite 100)


Autor:
Der britische Autor Matt Haig erlangte mit seinen Kinder- und Jugendbüchern und mit spekulativer Fiktion Bekanntheit, unter anderem mit seinem 2013 veröffentlichten Bestseller „The Humans“, der in Deutschland 2015 unter dem Titel „Die Menschen von A bis Z“ erschien.

Der 1975 in Sheffield geborene Matt Haig studierte an der Universität von Hull Englisch und Geschichte. 2004 kam sein Romandebüt „The Last Family in England“ („Für immer, euer Prince“, 2007) auf den Markt, in dem er Shakespeare‘s Henry IV, Teil 1, mit Hunden als Hauptfiguren nacherzählte. Zwei Jahre später folgte mit „The Dead Fathers Club“ eine Nacherzählung von Hamlet aus der Sicht eines elfjährigen Kindes, das den Tod seines Vaters zu verarbeiten versucht.

Nach weiteren Jugendbüchern gelang Matt Haig mit „The Humans“ der endgültige Durchbruch als Autor für Erwachsene. Darin schildert ein außerirdischer Ich-Erzähler seine kuriosen Erfahrungen mit der Menschheit auf dem Planeten Erde. Das 2015 veröffentlichte Sachbuch „Reasons to Stay Alive“ blieb 46 Wochen lang unter den Top Ten der britischen Bestseller-Liste und erschien 2016 in Deutschland unter dem Titel „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“.


Übersetzerin:
Sabine Hübner


Bewertung:
Das Cover und die Aufmachung sind toll und passen wunderbar zur Geschichte. Was will ich mehr … Die Kapitel haben statt Zahlen Überschriften. Die meisten Kapitel sind sehr kurz, nur wenige seiten lang, einige andere sind etwas länger. Das Buch riecht unheimlich gut und fühlt sich an den Seiten so weich an – ach, das liebe ich, auch wenn es vom Lesen immer wieder ablenkt.

Es fängt schon poetisch-philosophisch mit einem Zitat an, das liebe ich ja:

Ich kann nie all die Menschen sein, die ich sein will, und all die Leben führen, die ich führen will. Ich kann mich nie in allen Fähigkeiten üben, in denen ich mich üben will. Doch warum will ich das? Um sämtliche Schattierungen, Töne und Variationen mentaler und physischer Erfahrungen zu erleben, die in meinem Leben möglich sind.

(Sylvia Plath)


Nora hat so viele Chancen und Möglichkeiten, wie sie kaum welche haben: Als Schwimmerin bei der Olympiade teilnehmen, bei einer erfolgreichen Band mit Plattenvertrag, einer eigenen Hochzeit oder andere beruflichen aufstiege durch ihre fantastische Bildung. Und alles verliert sie durch ihre Erkrankung und ihren Fehlentscheidungen. Das macht mich etwas wütend – wenn ich die Chancen hätte wie sie, irgendeine würde ich ergreifen. Auch mit Depressionen.

Und dann fällt wirklich jede Stunde (das ist keine Übertreibung!) einer ihrer jetzigen Halte weg – geht es noch unrealistischer??? So ein Schwachsinn! Ich bin jemand, der wirklich viel Pech hat, aber dass jede Stunde etwas aus meinem Leben fällt, dass mich hält – das ist Blödsinn! Ach, mensch! Der Autor hätte den Anfang echt realistischer gestalten können. Auch wenn nicht alle Halte innerhalb von wenigen Stunden wegfallen, kann man keinen Ausweg mehr sehen und sich umbringen. Sehr schade, dass der Autor so ein konstruiertes Drama genutzt hat, um die Geschichte voranzutreiben.

Und dann nimmt sie auch nur zwei Antidepressiva mit einer Flasche Wein und stirbt fast??? Da folgt dann schon der nächste Realitätsschwachsinn! Von zwei Tabletten mit Alkohol stirbt man nicht - auch nicht fast! Dafür, dass der Autor Depressionen haben soll, erzählt er reichlich Unsinn.


Sie erkannte, dass sie den Suizidversuch nicht unternommen hatte, weil sie unglücklich war, sondern weil sie sich selbst eingeredet hatte, es gäbe keinen Ausweg aus ihrem Unglück.

(Seite 240)


Es gibt ein paar unlogische Momente, zum Beispiel kennt Nora in einem ihrer Leben Personen nicht, weiß aber etwas später plötzlich, wie diese Personen heißen. Auch eine fehlerhafte Angabe ist dabei; in einer Szene wird gesagt, ihre Mutter sei drei Monate vor der Hochzeit gestorben, in der anderen Szene sind es vier Monate davor. Auch wechselt der Autor die Schreibart; Erst heißt es Volts Nummer 2, dann Volts No. 2. Ich habe gelernt, dass man sich für eine Art entscheiden muss. Das Musikgeschäft heißt „String Theory“, da musste ich schmunzeln. Ein total unpassender Name für ein Musikgeschäft. Die String Theory kommt aus der Physik – Quantenmechanik. Es gibt einige Wörter, die ich nachschlagen muss, da sie mir unbekannt sind.

Dann werden zwischen den verschiedenen Leben, die sie ausprobiert, ihre letzten Updates vom vor ihrem Selbstmord auf dem Instagram-Account gepostet … was soll das? Das kommt aus dem Nichts und bringt überhaupt keinen sinn rein.

Dass sie vor einem Tod durch Fremdeinwirkung steht, gibt ihr den sinn „Ich will nicht sterben“ zurück. Aber es ist ein ziemlicher Unterschied von Nichtsterben wollen und Nicht schmerzhaft sterben wollen. Das wird hier leider als ein und dasselbe gesehen.


„Ich glaube nicht, dass dein Problem Lampenfieber war, Auftrittsangst. Oder Hochzeitsangst. Ich glaube, dein Problem war Lebensangst.“

(Seite 26)


Das Ende ist leider märchenhaft „Und alle lebten glücklich und zufrieden ...“. Plötzlich renkt sich alles wieder ein, und das auch wieder im Stundentakt. Der Autor hätte aus dem ende viel machen können … Die Botschaft ist hier aber eher „warte auf ein Wunder“ als die Realität.

Der Autor schreibt poetisch und philosophisch, ohne schwer zu schreiben. Selbst die Überschriften. Die Geschichte liest sich unheimlich fließend, ich habe es in wenigen Stunden komplett durchgelesen. Es fesselt und berührt immer wieder an manchen Stellen.


„Wünschen“, sagt sie bedächtig, „ist ein interessantes Wort. Es bedeutet einen Mangel. Wenn man den Mangel mit etwas anderem stillt, kann es passieren, dass das ursprüngliche Bedürfnis völlig verschwindet. Vielleicht hast du eher ein Problem mit einem Mangel als ein Problem mit dem Wünschen. Vielleicht gibt es ein Leben, das du wirklich gerne leben möchtest.“

(Seite 77)


Fazit:
Trotz einiger negativen Kritikpunkte möchte ich das Buch weiterempfehlen. Auch, wenn einige unrealistische Szenen drin sind, vermittelt die Geschichte Zuversicht und Hoffnung. Ich bin nur was enttäuscht, dass der Autor, der ja selber Depressionen haben soll, diese etwas unzulässig und auch verklärt wiedergibt. Sowas ärgert mich immer wieder! Es schürt die fehlerhafte Haltung der Menschen dieser Krankheit und den Leidenden gegenüber.


„Der einzige Weg zu lernen ist zu zu leben.“

(Seite 100)


Ich habe dieses Buch total spontan mit Punkten bei vorablesen eingelöst, weil ich so viele Punkte habe und sie nicht loswerde. Normalerweise denke ich mehrfach nach, bevor ich ein Buch oder anderes nehme. Und ich hatte gehofft, dass das hier kein Fehlgriff war, da ich schon mal ein Werk des Autors abbrechen musste. Aber obwohl ich mit einigem nicht einverstanden bin, finde ich das Buch dennoch gelungen. Es ist nicht nur wieder eine originelle Idee des Autors (er scheint immer welche zu haben), sondern auch eine sehr gute Umsetzung dieser.


„Wir wären wie eine Sternschnuppe verglüht. Kaum angefangen, schon wieder vorbei."
„Sternschnuppen sind was Schöne, verdammt noch mal.“


(Seite 26)


Da ich viele Ähnlichkeiten auf anderer Ebene mit Nora habe, hatte ich das Gefühl, dass das genau mein Buch war. Es passte so vieles … Als ob es für Leute wie mich geschrieben wurde. Was ziehe ich also daraus? Nun ja, ich bin ehrlich geschrieben nicht zuversichtlicher oder hoffnungsvoller als vorher, was sehr schade ist. Jeder kennt sicher dieses Gefühl von neuen Erkenntnissen. Mich haben die unrealistischen Erzählungsmomente hier sehr gedämmt – gerade an den Stellen, wo es wichtig ist, realistische Hoffnung wiederzugeben. Aber diese unrealistische und gekünstelte Darstellung deckelt das Ganze und macht die Geschichte nicht größer als sie sein könnte. Sie könnte ein großer Hoffnungsbringer für Menschen wie Nora sein. Aber dafür müsste sie auch wahrheitsgemäß geschrieben sein und das ist sie nicht! Deshalb ist sie für mich auch einfach eine normale Geschichte mit hoffnungsreichen Momenten und einer originellen Idee. Aber leider auch nicht mehr! Wirklich sehr bedauerlich. Trotzdem möchte ich sie mit 4 Sternen bewerten. Weil sie einfach so originell ist und an einigen Stellen wirklich etwas in einem anregt. Und mich hat während des Lesens der Wunsch genagt, auch so eine Möglichkeit zu haben, verschiedene Leben auszuprobieren. Der Autor weckt die Lust auf mehr … wovon, muss jeder Leser selbst entscheiden.


Man musste nicht jeden Aspekt jeden Lebens genießen, um die Option zu haben, weitere Leben auszuprobieren. Man durfte nur nie aufhören, sich vorzustellen, dass irgendwo ein Leben wartete, das man genießen konnte. Und ebenso blieb man nicht unbedingt in einem Leben, wenn man es genoss. Man blieb nur dann für immer in einem Leben, wenn man sich kein besseres Leben mehr vorstellen konnte …

(Seite 236)



Ich bedanke mich sehr herzlich beim vorablese-Team und dem Verlag für dieses Buch! Ich habe es sehr gerne gelesen.



P.S.: Die Geschichte ist als Hörbuch sicher auch sehr spannend und andersartig.



„Ich kenne nur das Heute. Ich weiß sehr viel über das Heute. Aber ich weiß nicht, was morgen passiert."

(Seite 75)





  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2021

Humorvoll, unterhaltend, doch leider typisch Scott!

Sweet Little Lies
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Inhaltserzählung:
„Wir müssen in allen Dingen, für die wir kämpfen und wir beschützen, in Kontakt bleiben: Liebe, Familie, das Leben an sich. In dem Augenblick, in dem wir diesen Kontakt verlieren, sind ...

Inhaltserzählung:
„Wir müssen in allen Dingen, für die wir kämpfen und wir beschützen, in Kontakt bleiben: Liebe, Familie, das Leben an sich. In dem Augenblick, in dem wir diesen Kontakt verlieren, sind wir nur noch Söldner.“
„Gut bezahlte Söldner“, ergänzt Bear grinsend.


(Seite 149)


Autorin:
Kylie Scott schreibt leidenschaftlich gerne erotische Liebesromane und wurde bereits mehrmals zum Australian Romance Writer des Jahres gewählt. In Deutschland ist sie vor allem für ihre „Stage Dive“- und ihre „Dive Bar“-Reihe bekannt. Kylie Scott lebt mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern in Queensland, Australien.

Übersetzerin:
Katrin Reichardt, Jahrgang 1978 ist gelernte Buchhändlerin, startete eine Ausbildung zur Buchbinderin und übersetzt seit 2008 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche. Arbeiten für Bastei, Lübbe, LYX, Cora Ubooks, Egmont, INK, reichen von spannendem Krimis über paranormale Liebesromane bis hin zu Musiker-Biografien und literarischer Belletristik.
Katrin Reichardt lebt und arbeitet im schönen Odenwald.


Bewertung:
Das Cover sieht sehr romantisch aus. Die Farbkombination wirkt klassisch und modern zugleich, finde ich. Aber was soll der blöde Titel??? Der Originaltitel heißt „Lies“, wieso nimmt man dann einen anderen englischen Titel anstatt gleich das Original zu nehmen??! „Sweet Little Lies“ statt „Lies“???? Es geht schon bescheuert los.

Diese Rezension enthält ein wenig Spoiler – nur ein paar Ungereimtheiten aus verschiedenen Szenen -, um die Geschichte und ihre Unzulänglichkeiten zu beschreiben. Also wer sich komplett überraschen lassen will, liest diese Rezension bitte nicht!! Ansonsten auf eigene Gefahr! Also, wer sich komplett überraschen lassen will, liest diese Rezension bitte nicht!!! Ansonsten auf eigene Gefahr!



Mir ist diese Betty nicht sehr sympathisch - ich meine, was soll das?! Ohne was zu sagen die Sachen zu packen und den Kerl einfach verlassen?! Ein NO GO! Sie beklagt sich über sein Missverhalten, aber sie verhält sich überhaupt nicht besser! Sie hätte ja wenigstens anrufen können, um ihn zu sagen, dass sie ihn verlässt. Aber ohne nichts einfach gehen??? Die ist so eine Kuh!!! War mit ihm verlobt, aber zuckt vor dem Wort "Liebe" zurück. Ernsthaft?!? Schon alleine nach einem Jahr verlobt sein, finde ich armselig. Tut mir leid, das so feindselig zu schrieben, aber solche Menschen kann ich einfach nicht ernst nehmen. Solche Menschen brauchen therapeutische Hilfe, denn sie kompensieren ja nur etwas. Und diese Betty erst recht; verlobt sich nach einem Jahr mit jemanden, der kaum da ist und hat nicht mal einen Hauch einer Ahnung, ob sie ihn liebt ... ernsthaft??? Was ist das für ein Müll???

Dann werden die beiden verfolgt und was macht sie? Surft in den sozialen Medien herum, obwohl sie genau weiß, dass diese Killer Ausspiermaterial haben und sie bisher in unmöglichen Situationen gefunden haben. Und dann spielt sie sich auch noch als Heldin auf!!! Das Mädel ist zum Kotzen! Und dann die Krönung - schießt sie auf Badger einfach eiskalt, als ob sie das schon so oft getan hat. Kein Mensch schießt so selbstsicher auf jemanden, nach nur einem Tag!!!! Und nach nur ein paar Stunden Übung mit einer Waffe!!! Sowas von unlogisch und überspitzt!!! Und an den Wachleuten des Hotels kommen sie auch einfach blutig vorbei, ohne Fragen beantworten zu müssen. Sowas von absurd!!!

Später stellt sich auch noch heraus, dass sie ihrem Verlobten noch nie gesagt hat, dass sie ihn liebt ... oh Hilfe, echt jetzt??? Warum war sie überhaupt mit ihm zusammen und mit ihm verlobt? Sie sagt, sie wünscht sich so sehnlich jemanden, der bei ihr ist. Genau das, was ich schon schrieb; Kompensation! Sie sollte lieber zur Therapie gehen anstatt sich einfach in eine Beziehung zu stürzen, die ihr letztendlich gar nichts bringt.

Und schon wieder spielt sie sich als Heldin auf ... bäh!!! Ich bin echt enttäuscht. Hatte ich zu Beginn keine Erwartungen, da die Autorin nur zweitklassige Geschichten schreibt, war ich hier doch voller Hoffnung, da das Konzept mal ein ganz anderes ist und die erste Hälfte auch wirklich gut ist.

Ich habe dieselbe Frage wie Betty; es knallt minutenlang, sogar raketenartige Granaten !!!! sind im Einsatz und niemand hört irgendwas??? Ein bisschen mehr Logik hätte die Autorin echt einbauen sollen!!

Und mal ganz nebenbei; woher weiß sie bitte, was ein Totmannschalter ist und wie er funktioniert??? Die Autorin hat an vielen Stellen einfach sehr übertrieben. Von Heute auf Morgen aus einer Zivilistin eine mit viel Ahnung in dem Bereich geschaffen.


Fazit:
Schade, das Buch ist wie immer nur 3,5 Sterne wert. Die erste Hälfte 4 Sterne, die zweite Hälfte nimmt erheblich ab mit 3 Sternen. Es wird total überzogen und die Unlogik wächst von Seite zu Seite. Besonders das Ende ist total bescheuert! Ich hatte bereits beim "ersten" Ende das Gefühl, dass das alles nur Show ist. Es ist eine echt bescheuerte Show. Keine Ahnung, wie ich das besser beschreiben soll.

Die Geschichtsidee ist wirklich klasse, weshalb ich das Buch der Autorin auch gerne lesen wollte und mich über die Zusage sehr gefreut habe. Leider ist ab der zweiten Hälfte des Buches wieder die typisch klischeehafte und unlogische Erzählart der Autorin zutage getreten. Das finde ich wirklich schade, hier hätte sie die Chance gehabt, aus der Geschichte viel mehr in logischer Art herauszuholen. Es reicht schon, wenn Autoren realistisch bleiben.

Da die erste Hälfte sehr gut geschrieben ist und das ganze Buch trotz vieler Makel sehr flüssig und rasch unterhaltend zu lesen ist, vergebe ich noch 3,5 Sterne.



Vielen Dank an das wasliestdu-Team und dem Verlag für das bereitgestellte Exemplar!



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere