Profilbild von WriteReadPassion

WriteReadPassion

Lesejury Star
offline

WriteReadPassion ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit WriteReadPassion über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2021

Charmant, witzig, modern, jugendlich - not in waiting!

Kate in Waiting
0

Inhaltserzählung:
Ich habe immer gedacht, Musical sei die unerwiderte Liebe meines Lebens. All die Rollen, die mich nicht wollten, egal wie sehr ich mich nach ihnen verzehrt habe. All diese sinnlosen Versuche ...

Inhaltserzählung:
Ich habe immer gedacht, Musical sei die unerwiderte Liebe meines Lebens. All die Rollen, die mich nicht wollten, egal wie sehr ich mich nach ihnen verzehrt habe. All diese sinnlosen Versuche beim Vorsingen. Es hat sich langsam angefühlt, als würde ich laut 'Ich liebe dich' in ein schwarzes Loch schreien.

(Seite 108/109)


Autorin:
Nachdem die Autorin Becky Albertalli einen Doktortitel in klinischer Psychologie erworben hatte, arbeitete sie bis 2013 als Psychologin. Ihre hierbei erworbenen Erfahrungen spiegeln sich in ihren Romanen wider. Erst nach der Geburt ihrer beiden Söhne entschloss sie sich, es mit dem Schreiben zu versuchen. Nach ihren eigenen Angaben beeinflussten sie hierbei unter anderem die Werke von Jaclyn Moriarty.

In ihren Büchern konzentriert sich Becky Albertalli feinfühlig auf die Entwicklung ihrer Charaktere. Zum Beispiel begleitet sie ihren Protagonisten Simon in „Nur drei Worte“ durch sämtliche Phasen des Erwachsenwerdens bis hin zu seinem Coming-out. Mit außergewöhnlich viel Einfühlungsvermögen erkundet sie Simon‘s Seelenleben, wobei die anderen Figuren nicht zu kurz kommen. Alle Akteure stellt sie detailliert und humorvoll vor. Ihre Leser folgen ihr gebannt, da sie sich selber und ihre Gefühle in den Romanen von Becky Albertalli wiedererkennen und sich beim Lesen an nicht gelebte Erfahrungen und an nicht gegangene Wege erinnern.

Übersetzerinnen:
Kristina Koebe ist seit fast 20 Jahren als Übersetzerin in der Sprachkombination Deutsch-Englisch-Deutsch tätig. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Recht, Energie, Wirtschaft und Urkundenübersetzungen. Sie ist beim Amtsgericht Rostock und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern als Übersetzerin für ihre Sprachkombination beeidigt, verfügt aber auch über die Qualifikation (Staatsexamen) und langjährige Unterrichtserfahrungen als Englischlehrerin - sowohl für ganze Klassen als auch für Kleingruppen- oder Einzelunterricht. Das Unterrichtsspektrum reicht von Anfängerkursen bis hin zu Conversation classes.

Hannah Brosch


Bewertung:
Das Cover ist WOW! Ich stehe ja nicht auf dieses Glitzerzeug, noch auf Gold, aber das passt einfach hervorragend! Die gesamte Aufmachung ist im Musical-Stil ausgerichtet: Kates Haare in glitzergold, im Hintergrund Sternchen, der Titel als Scheinwerfer umfunktioniert. Das ganze Buch ist nach dem Theater-Stil gestaltet. Nicht nur die Außenaufmachung, auch die Kapitel. Der Prolog heißt Ouvertüre und die Kapitel Szenen. Und zu jedem sind auch noch Sterne dabei, die ja auch auf der Außenverkleidung abgedruckt sind. Selbst die Danksagung - die Verbeugungsrunde - hat die Autorin passend im selben Stil geschrieben.

Der Spiegel-Sticker auf dem Cover stört das harmonische Bild, mal wieder! Wenigstens ist es nicht mittendrin aufgeklebt, wie die das gerne machen. (Idioten. Ist doch wahr!) Leider bekommt man es - natürlich 🙄 - nicht ab, habe es versucht. Da bleiben Reste zurück, auch unschön. Die ganze Aug lässt sich der Verlag auch was kosten; mit 13 € ist es für durchschnittliche 300 Seiten etwas teuer. Das wäre eigentlich ein gewöhnliches Taschenbuch. Aber die Gelaufdrücke wäre dafr ungeeignet.

Der Klappentext passt ebenfalls zum gesamten jungen und theaterischem Stil. Er kommt sehr witzig und charmant rüber. Da ich selbst früher leidenschaftlich Theater gespielt habe, hat mich das Buch angezogen.


Der Prolog ist in Andersons Sicht, das hat mich überrascht. Ich nahm an, wir erfahren die Geschichte nur von Kate. Und das ist leider auch so, sehr bedauerlich. Ich hätte es viel erfrischender und lebhafter empfunden, wenn die Autorin beide zu Wort hätte kommen lassen. Durchweg. Warum nicht auch mal einen Jungen erzählen lassen? Das ist wieder so Schubladen-Typisch, immer sind es die Mädchen und Frauen.

Anderson und Kate sind typische Jugendliche in modernen Zeiten mit Instagram und Jugendsprache. Auf Seite 30 erfährt man nach vielen Malen, dass Garfield nicht ihr Spitzname, sondern ihr Nachname ist. Mich hat bei den beiden irritiert, dass sie nie auf den Gedanken gekommen sind, dass das Doppelte-Verknallt in ihrem Alter mehr schlecht als recht gehen wird. Als Kinder und junge Teenager passt das ja noch, aber mit 16 Jahren verlieben sich die meisten zum ersten Mal, da ist jeder Dritte im Bunde zu viel. Wie viele Freundschaften sind schon an diesem Problem gescheitert ... Aber die Zwei denken darüber gar nicht nach. Für mich eine logische Alterskonsequenz, dass das nicht funktionieren kann. Und das tut es ja auch bei den beiden nicht, ganz klar.

Man spürt die Schwärmerei deutlich, mich irritierte nur, dass das schnell in verknallt sein und dann in verliebt sein, dann wieder nur verknallt sein - alles hin und her pendelte. Aber wie die sich verhalten, das ist keine richtige Verliebtheit, das kommt auf mich nicht sehr erwachsen rüber. Für mich ist das klar jugendliche Verknalltheit. Hier fehlte mir ebenfalls - wie zu den Charakteren generell - Klarheit, was es nun darstellen soll. es ist nämlich ein Unterschied zwischen Schwärmerei/Verknalltheit und Verliebtheit.


Es gibt auch ein paar Ungereimtheiten, ein Beispiel:

Kates Mutter redet von einer alten Freundin und erwähnt ihren Sohn Matthew. Da folgert Kate wie aus dem Nichts, dass Matt damit gemeint ist. Wie kommt Kate denn ohne Anhaltspunkte von Matthew auf Matt?? Ich bin völlig überrascht gewesen, das ist ja total aus den Haaren rausgezogen! Matthew ist ein sehr häufiger Name in Amerika, ebenso die Abkürzung Matt. Wer kommt da bitte auf ausgerechnet den Matt? Hier merkt man einfach wieder das zu gewollte der Autorin. Weiteres in der Lese-Chronik.

Das Buch ist von Beginn an sehr jugendlich erzählt. Man merkt wirklich, dass Jugendliche (Anderson ja nur zu Beginn) erzählen. Die Autorin hat eine sehr jugendhafte Sprache genommen, aber auch nicht irgendeine, sondern eine ganz aktuelle. Ich kann echt schreiben, dass die heutigen Jugendlichen ja richtige Straßensprachen/Jugendsprachen beherrschen. Das gab es zu meiner Zeit (1990) noch nicht richtig. Wir hatten die ganz normalen feindlichen Ausdrücke und Beleidigungen. Aber diese sogenannte Jugendsprache war noch nicht vorhanden und gar nicht erst vorherrschend. Ich merke das ja: Ich verstehe diese Sprache nicht wirklich, viele Wörter hinterlassen nur Fragezeichen. Für mich ist das auch ein Kulturabfall der deutschen Sprache. Finde ich ganz furchtbar. Die Autorin hat natürlich hier keinen Slangs und extremste Beleidigungen eingebaut. Aber es handelt sich schon um eine Art der Jugendsprache, ich habe einige Wörter gar nicht verstanden. Dann gibt es die in Satzkombinationen - hä? Aber es passt eben zur heutigen Zeit und macht das Buch umso glaubwürdiger.

Die Sprache und die Technik hat sich in den letzten 15 Jahren so massiv verändert - ganz anders als die Jahre und Jahrzehnte zuvor. Das war um 2006 rum ein Riesensprung, eine Entwicklung nach der anderen und das monatlich, hat man den Eindruck. In keiner Zeit hat sich diese Veränderung so geballt auf wenige Jahre und so rasant zugetragen. Ich kann es immer noch nicht richtig fassen. Deshalb tue ich mich auch mit dieser hochmodernen Zeit schwer, weil meine Kindheit und Jugend in dieser Zeit war, ich steckte also zwischen den Welten dazwischen. Etwas altes, etwas neues und plötzlich der Satz nach vorn in voller hochmoderner Zeit. Die jetzige junge Generation mit den Jugendlichen kennt es ja nicht anders. Ich merke, dass das ein großer Unterschied ist.

Die Charaktere sind fast alle Teenager. Das merkt man an vielen Stellen sehr und es passt auch wunderbar. An manchen Stellen wird es unglaubwürdig erwachsen und gebildet. Die Teenies hauen hin und wieder Wörter heraus, die selbst ich außerhalb der Jugendsprache, nicht kannte. Da hat die Autorin ihr eigenes Sein in die Jugendlichen reingesetzt. Ich finde, man merkt die Diskrepanz; einerseits die Jugendsprache mit ihren merkwürdigen Wörtern, andererseits plötzlich hochgebildete Fachwörter. Das passt einfach nicht und ist hier fehlerhaft! Sie wirken zum Teil einfach auch in ihrem verhalten nicht wie 16 Jährige, eher wie 13 Jährige. Ich kann mich da persönlich nicht reinfühlen, da ich selbst als Kind sehr erwachsen war. Hier passt das Benehmen recht gut, denn schon in meiner Generation waren meine Mitjugendlichen sehr kindlich bis kindisch. Und auch die heutigen sind eher albern und kindlich als bodenständig und reif. das hat die Autorin also auch gut transportiert.

Es sind aber auch coole Begriffe dabei, wie Augasmus. Das klingt total nach mir, ich erfinde auch sehr gerne neue Wörter. 🤣 Der Augasmus ist das, was die hier genannten A-Typen tun: so verführerisch wie möglich gucken. Genial, das Wort merke ich mir. 🤣 Das Musical, das sie aufführen, Once Upon a Matress, ist auch ungewöhnlich in Sachen Namen. Da gibt es einen König Sextismus. Bei so manchen Dingen habe ich das Gefühl, das wird absichtlich gemacht. Es kann mir doch auch hier niemand erzählen, dass man bei Sextimus nicht an Sex gedacht hat und an das, was der Name auslöst, gerade in dieser Gesellschaft, wo alles versextelt wird. Also bitte ... für wie blöd hält man uns? Oder auch ein tolles Wort: Arschlochtypistik. Das ist ein imaginäres Studienfach.

Ein sehr gesellschaftlich aktueller Roman bezüglich sexuelle und geschlechtliche Orientierung. Das wird hier wie selbstverständlich eingebaut und erzählt. Da fehlte mir etwas die negativen Rückmeldungen und Vorurteile, die ja immer noch sehr im Kurs sind. Die Geschichte ist hierzu sehr gewollt harmonisch. Eine Gesellschaft, wie wir sie haben wollen. Es ist schon unrealistisch in einer kleinen Clique einen Braunen (Schwarzer und Farbiger passt ja nicht, sind ja nicht schwarz oder farbig - wer das erfunden hat), der schwul ist, eine Bisexuelle und einen Transvestiten zu haben. Und später kommt noch ein Schwuler dazu, genau zur richtigen Zeit. Die Autorin hat hier versucht alles mögliche an Moderne reinzupressen, auch was technische Fortschritte heute angehen, inklusive der Jugendsprache. Es passt von der Modernität hervorragen, aber alles geballt kommt es doch zu gewollt rüber.

Das Ende ist nicht nur lau, sondern hat mich enttäuscht. Über die ganze Geschichte hinweg geht es um das Musical und am Ende die Premiere dazu. Doch doch folgt gar nicht. Nach dem Premiereabend (Genrealprobe) ist Schluß. Ende. Over. Ich blieb etwas ungläubig und sehr genervt zurück.


Fazit:
Ein rundherum - von Außen und Innen, von Anfang bis Ende - angepasster jugendlicher und theaterkünstlerischer Stil. Das habe ich so noch nie gesehen; dass wirklich alles aufeinander abgestimmt ist. Das ist hier wirklich einzigartig! Sehr modern, ja doch recht zu modern oder schreiben wir mal zu sehr alles haben wollen, sodass es nicht wie die Wirklichkeit, sondern eher als Utopie rüberkommt. Sehr schade. Aber auch der spritzige Humor soll nicht unerwähnt bleiben, ich musste einige Male auflachen, die Dialoge und Gedanken sind an manchen Stellen echt schräg und ulkig.

Die Geschichte und ihren Verlauf hat ein paar Ecken und Kanten, aber es ist so besonders andersartig und neuartig im Ganzen (die Idee ist nicht neu), dass ich einfach nicht weniger als 4 Sterne vergeben möchte!

Ein tolles, vor allem hochmodernes Buch für die jetzige Jugend. Erwachsene, die es lesen wollen, werden von dem Charme eingesogen, müssen aber eine gewisse Offenheit der Jugendsprache gegenüber mitbringen.



😈 Lesen auf eigene Gefahr:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/WriteReadPassion/lesestatus/2998281862/



P.S.: Ich hatte die ganze Zeit das Hörbuch auf meiner WuLi und habe gewartet, dass Bookbeat es reinbekommt. Und gewartet, und gewartet ... dann hatte ich keine Lust mehr auf Warten und habe es mir am Freitag, 2. Juli als Buch gekauft. Ich meinte noch zu meiner Mutter " Wetten, jetzt, wo ich es mir gekauft habe, kommt es bei Bookbeat rein?!" Und voilà - sehe eben, es ist nun drin. Danke, Bookbeat! 🤨🙄





  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2021

"Von Männern lässt man sich die Welt erklären, Frauen dagegen müssen beweisen, dass sie die Welt verstanden haben."

Was Männer nie gefragt werden
0

Inhaltserzählung und Leseprobe:
Es ist wirklich keine Übertreibung: In kaum einem Gespräch geht es nicht irgendwann um meine Rolle als Frau, in kaum einem Gespräch nicht irgendwann darum, inwiefern ich ...

Inhaltserzählung und Leseprobe:
Es ist wirklich keine Übertreibung: In kaum einem Gespräch geht es nicht irgendwann um meine Rolle als Frau, in kaum einem Gespräch nicht irgendwann darum, inwiefern ich anders bin und aus der einen oder anderen Rolle falle. Es geht um Klamotten, es geht um mein Aussehen, es geht um meine Familienpflichten und darum, ob ich als Frau Vorbild für andere Frauen sein kann oder einen besonderen Druck in dieser Männerwelt verspüre.

Am Ende war es Martina Merz, heute Aufsichtsratvorsitzende bei Thyssenkrupp, die mir 2018 den entscheidenden Wink gab: "Es geht fast nur um deine Klamotten, um dein Aussehen, um deine Familienpflichten. Es geht nie um Digitalisierung, das Thema der Stunde, für das du stehst. Einen männlichen Aufsichtsrat würde man all das überhaupt nicht fragen."

(Seite 12/13)


Es fällt vielleicht nicht sofort auf, aber im Grunde ist es ganz einfach: Die Rolle des Mannes als Vater, Anzugträger oder Ehemann rückt dann in den Fokus, wenn es darum geht, ihn als Vater, Anzugträger oder Ehemann zu porträtieren. Bei einer Frau dagegen sind Klamotten, Aussehen und Familienpflichten immer ganz automatisch und ohne jede Überleitung Thema.

(Seite 15)


Wir sprechen über Männerrollen und Geschlechtergerechtigkeit, über strukturelle Probleme und - gerade mit Dr. Hellmeyer zum Beispiel - darüber, dass es Männern einfacher gemacht wird. Wo ist denn da die Leistungsgerechtigkeit, die eine Quote schmälern könnte? Oder um die Gespräche noch einmal zusammenzufassen: Wenn Männer die Märkte prägen, auf denen sich ihnen mitunter kurzfristige Gelegenheiten ergeben, auf die sie sich gar nicht vorbereiten können, in die sie aber schon hineinwachsen werden, während Frauen weniger Zeit haben und selbst im Rahmen von Gleichstellungsmaßnahmen der Fokus meist auf der Vereinbarkeit von Karriere und Familie liegt - ihnen also auch an dieser Stelle suggestiert wird, dass ihr Platz bei der Familie ist: Kann man da von einem reinen, gerechten Leistungsprinzip sprechen?

(Seite 83)


Autorin:
Fränzi Kühne, geboren 1983 in Ost-Berlin, ist Aufsichtsrätin, Mutter, Autorin, geschulte Verhandlungsführerin, Gründerin und langjährige Geschäftsführerin der einst ersten Social-Media-Agentur Deutschlands. Sie denkt nicht darüber nach, wie man Arbeit und Familie unter einen Hut bekommt, weil beides einfach Teil ihres Lebens ist. Sie hofft immer noch auf eine Gesellschaft, in der das eher Regel als Ausnahme ist, und wundert sich oft über das mediale Interesse an der erfolgreichen Frau-und-Mutter als solcher. Fränzi Kühne lebt mit ihrer Familie in Berlin-Marzahn.


Bewertung:
Das Cover passt. Ich mag MenschenCover auch nur bei Sachbüchern und Historischen Romanen. Da geht es eben um Menschenschicksale und da passt ein Foto der Personen immer recht gut. Fränzi wirkt auch sehr selbstbewusst und anpackend, und das muss sie als Frau auch sein.

Ich habe bei dem Namen von Fränzi auf den ersten Blick an eine Österreicherin gedacht. Ich finde den Namen als Deutsche sehr eigenartig. Ich muss immer an Österreich bei ihm denken. Aber das hat natürlich nichts mit dem Buch zu tun, es ist mir nur direkt aufgefallen, als ich das Buch das erste Mal bei Lovelybooks sah.

Der Fischer-Verlag hat mir das Buch auf meine Anfrage hin sofort zugesendet. Ich habe es sofort am selben Tag direkt nach Erhalt ganz ausgelesen. Es liest sich sehr schnell. Das Buch ist auch nicht Interview-Typisch geschrieben, wie man meint. Da liest man nicht ein Interview nach dem anderen chronologisch, nein diese sind kreuz und queer miteinander verbunden, dazwischen Fränzis Kommentare zu den Antworten. Ich habe hin und wieder den Überblick verloren, wer wer ist. Auch die Fragen werden manchmal ohne Vorwarnung eingeworfen bzw. den Männern gestellt. Das wechselt zwischen Kommentare und Befragung hin und her, da brauchte ich manchmal etwas Zeit zur Orientierung, dass wir wieder bei einer Interviewfrage sind, auf die einer der Männer oder mehrere Männer antworten.


Folgende Männer hat Fränzi interviewt:

Jürgen Bornschein, Axel Bosse, Jörg Eigendorf, Rainer Esser, Holger Friedrich, Gregor Gysi, Lars Hellmeyer, Joe Kaeser, Friedrich Kautz, Fynn Kliemann, Frater Rafael Maria Klose, Heiko Maas, Christoph Mönnikes, Julian Otto alias Bausa, Christian Rach, Frank Thelen, Helmut Thoma, Ole von Beust, Jean-Remy von Matt, Frank-Peter Weiß, Peter Wittkamp und Waldemar Zeiler

Ob freischaffende Künstler, Manager, Firmenkonzernsprecher oder Politiker - es ist eine Mischung aus verschiedenen Machtpositionen.


Wir alle Frauen wachsen so unterdrückt im Männersystem auf, das bleibt ja nicht aus, wenn ein System nur von einem Geschlecht gemacht und verwaltet wird. Ein weltweites Problem, kein deutsches. Wir Frauen werden dazu erzogen, rücksichtsvoll, sanft und zurückhaltend zu sein. Und am liebsten ist es allen, wenn wir zusätzlich schön sind. Und wenn einige von uns das Glück und tolle Eltern haben, die rebellisches Verhalten dulden und fördern, sprich; sich genauso wie die Jungs verhalten zu dürfen, dann werden diese Mädchen frühestens im Jugendalter auf Widerstände stoßen. Sie werden als zickig, vorlaut, hysterisch, dominant, egoistisch usw. beschimpft und für den weiteren Werdegang so behandelt, als wären sie ein Störfaktor der Gesellschaft. Was sie ja auch in diesem Männersytem sind. Das lebt ja von unterwürfigen und stillen Frauen.

Die Interviews und somit das Buch sind nicht repräsentativ für alle Frauen, logischerweise, aber es zeigt einfach mal wortwörtlich eines der Themenprobleme (Bereich Karriere) dieses Systems auf.

Bei so viel Bereitschaft, sein Wissen zu teilen, und so viel Zaudern, wenn es darum geht, bewusst und aktiv Vorbild zu sein, wächst in mir die Vermutung, dass sich hier eine gewisse Scheu vor Verantwortung als charmante Bescheidenheit tarnt. Tipps geben, gefragt werden, zum Nacheifern anregen: gern. Explizit Vorbild sein: eher schwierig. Denn das würde vielleicht auch bedeuten, sein eigenes Verhalten und die eigene Strahlkraft nach außen stärker reflektieren zu müssen.

(Seite 39)

Fränzi versucht für alle Frauen zu sprechen und für sie einzutreten, aber es gelingt ihr im Buch nicht immer. Mich stört hier, dass sie immerzu nur von jungen Frauen spricht. Bis zu welchem Alter ist man denn noch jung? Was ist mit älteren Frauen? Haben die kein Anrecht auf Gleichberechtigung? Ich glaube, das ist nicht so gewollt von ihr und sie vertritt ja auch alterstechnisch die junge Frau. Aber hier kommt eben nur der Fokus auf junge Frauen. Vor allem werden die alle gleichgesetzt mit hohem Bildungsstandard und zu hohen Positionen fähig. Aber es gibt eine Vielzahl anderer Frauen, auch junge Frauen, bei denen das nicht so ist und für die das nicht infrage kommt. Bei Fränzi wirkt es eher, als ob nur junge Frauen diese Probleme haben, nicht Frauen allgemein. Ich habe die Sorge, dass dieses Buch den Blick nur auf junge Frauen lenkt und nicht auf das generell strukturelle Problem Frauen allgemein gegenüber.

Die Fragen waren größtenteils zu unpersönlich, auch wenn wenige Interviewpartner das anders sahen. Aber wir werden noch ganz andere Fragen gestellt, bei Bewerbungen zum Beispiel: "Haben Sie vor, in den nächsten Jahren Kinder zu bekommen?" Eine der Fragen, die gestellt werden darf, man aber nicht beantworten muss. Aber wie reagiert man da? Man kann sie offen stehen lassen und/oder auf die Privatsphäre hinweisen, aber kein Gesetz gibt uns den Schutz vor Benachteiligung, weil wir diese Frage nicht beantworten, und wenn doch, unbefriedigend für die Arbeitgeber. Dem steht es ja frei, uns doch nicht einzustellen, weil ihm unsere Haltung nicht gefällt. Vor allem beginnt die Benachteiligung ja schon bei der Stellung der Frage. Einen Mann wird so eine Frage nie gestellt. Warum auch? Die Frauen kümmern sich ja um die Kinder. Die Männer können tun und lassen, was sie wollen. In dem Fall Karriere machen. Ich finde, Fränzi hätte da schon ein paar härtere Fragen aufgreifen können. Das habe ich mir auch tatsächlich so vorgestellt.

Sie stellt auch hin und wieder die falschen Fragen. Sie stellt die Frage, was junge Frauen nicht können, was Männer können. Natürlich erhält sie dadurch die typischen Antworten wie "es fehlt an Erfahrung". Ist ja logisch. Die Frage hätte lauten müssen "Was können Frauen nicht, was Männer können?" Da wären die Antworten interessant gewesen, weil sich die Männer nicht auf die Ausrede Erfahrung hätten ausruhen können.

"Das ist natürlich ein extremer Frau-Mann-Fokus und ein extremes Infragestellen deiner eigenen Leistung bzw. deiner eigenen Strapazierfähigkeit. Immer so ein 'Schaffst du das denn? Kannst du das denn? Hast du nicht doch vielleicht Angst, oder passt dir das nicht, oder ist das schwierig für dich?' und weniger ein 'Krass, was du alles machst, voll geil!'. Eher ein 'Hä?-Das-kann-doch-eigentlich-gar-nicht-gehen'-Ding. Der Fokus darauf, dass das deine Fragen waren, hat es natürlich in ein ganz anderes Licht gerückt. Ich krieg ja ähnliche Fragen gestellt, aber die sind weniger kritisierend und mehr bewundernd. Ich glaube, das ist der große Unterschied."

(Fynn Kliemann, Heimwerkerkönig, YouTuber und Unternehmer, 2020 größter Maskenproduzent Europas)

Auch die Darstellung der Männer, nicht nur in den Interviews, ist oft befremdlich. Verantwortung wird vehement abgelehnt und das nicht mal so zaghaft, wie die Männer in diesen Interviews, sondern sehr offensichtlich. Stattdessen werden Ausreden vorgeschoben, um ja nicht an der Verantwortungswurzel gepackt zu werden, wie "Frauen stehen sich selbst im Weg" oder "Frauen müssen einfach nur mehr einfordern". Die Wahrheit jedoch ist, dass das zum größten Teil Blödsinn ist und ablenken soll. Zudem werden Charaktereigenschaften wie hadern mit dem Selbstwertgefühl und den eigenen Fähigkeiten ja gerade durch dieses Männersystem verstärkt. Da reicht es nicht, zu sagen, Frauen müssen mehr einfordern oder selbstbewusster werden. Das eine bedingt das andere: Es braucht auch ein gleichberechtigtes Umfeld, damit Frauen auch mehr aus sich rausholen können und sich etwas zutrauen. Niemand bei Verstand geht selbstbewusst und ohne Angst und Zweifel in eine finstere Dunkelheit, ganz ohne Licht. Da kann man doch auch nicht sagen "glaub einfach an dich selbst". So ein Unsinn. Aber das soll uns ja ablenken von dem wahren Problem und uns selbst die Schuld zuschieben. "Wir Männer können doch nichts dafür!".

Und was auch nicht neu ist, das erfahren wir ebenso täglich überall ist, dass neben der "bloß nicht die Verantwortung übernehmen" auch die Gemütlichkeit und Heuchlerei Platz hat. Fast alle Männer - ob im Interview oder im Alltag - sagen, dass es Gleichberechtigung geben muss und es muss sich was ändern. Aber fast niemand will die Veränderung anstoßen und mitwirken, ja anpacken. Da sind wir dann wieder bei der Verantwortung. Nette Worte finden fast alle, aber auch in ihren Möglichkeiten etwas verändern will fast keiner. Zu anstrengend, zu unkomfortabel, zu lästig. Und die Angst, plötzlich gleichberechtigte Verantwortung für Familie, Haus und alltäglichen Situationen tragen zu müssen, ist Riesengroß! Da brauche ich keine Psychologie zu studieren, man muss einfach mit den Männern agieren. Fast keiner räumt freiwillig seinen Thron! Und wer das versucht, von sich zu schieben, braucht nur auf öffentliche Beispiele zu blicken, z.B. die Frauenquote. Lange Zeit freiwillige Sache, getan hat sich nichts. Oder Elternzeit. Da wird, wenn, nur das Minimum von zwei Monaten genommen. Ohne Zwang wird das auch alles nichts. Wir hoffen seit Jahrtausenden, dass sich die Männer verändern und Gleichberechtigung schaffen, passiert ist kaum etwas seitdem. Weltweit. Wie geschrieben: der Thron wird nicht freiwillig geräumt werden oder geteilt werden. Für sie ist es auch sehr schön, so wie es ist. Warum soll sich daran etwas ändern?

"Es ist eben nicht so, als wären die ganzen Männer da oben, weil sie alle superbegabt sind. Die sind da hochgekommen aufgrund der Systeme."

(Waldemar Zeiler, Mitgründer und Mitgeschäftsführer des Start-ups "einhorn")

Und wie Fränzi richtig feststellt, hat fast keiner der Männer wirklich reflektiert, wer den Preis für ihre Karriere bezahlt hat - nämlich ihre Frauen und Kinder. Hier wird schleierhaft gesagt, dass es fast keinen Preis gab, den sie zahlen mussten oder es wurde bloß die Zeit mit den Kindern angegeben, die fehlte und sie etwas reuevoll zurückblicken ließ. Was mit den Frauen ist, die ihre eigenen Selbstverwirklichungen aufgegeben haben, damit ihre Männer ihre ausleben konnten, spielt eben keine Rolle. So sind wir es gewohnt. Das kennen wir nicht anders. Und ich habe auch nichts anderes erwartet. Männer müssen sich selbst solche Fragen ja auch nicht stellen, da sie Frauen immer im Rücken haben. Sie können frei wählen, was sie tun wollen oder nicht.

Auch die typischen Ausreden, es liege bloß am Gehalt, warum Männer keine Elternzeit nehmen, wird von den meisten Männern angeführt. Hier im Interview wird jedoch nur der Grund der Sorge um die Nachteile bei der Karriere angegeben. Im Alltag kommt eher die finanzielle Ausrede. Warum Ausrede? Weil das eine ist! Ja, es stimmt, wir Frauen verdienen im Durchschnitt 21 % weniger als Männer in gleichen Positionen. Aber das ist eben nur einer der Gründe, die eine Rolle im Alltag spielen. Die Männerwelt tut öffentlich so, als ob das das Einzige wäre, das eine Rolle spielt, nur um von anderen Gründen abzulenken. Wie hier im Buch auch angegeben, spielen auch Sorge um Benachteiligung der Karriere eine Rolle. Und die wiegt bei den Männern schwerer als bei Frauen in Sachen Kindererziehung. Wenn es nicht so wäre, hätten wir das Dilemma der fast 100 prozentigen Frauen-Zuhause-bei-den-Kindern ja nicht. Reine Logik! Nein, die Herren wollen ich selbst verwirklichen um jeden Preis! Männer sind wichtiger als Frauen. Das ist nur ein Bereich, wo das immer wieder deutlich rauskommt, nicht nur im Buch. Das ist alles ein Zusammenspiel. Die mangelnde Eigenreflektion, die abschiebende Verantwortung und das große Ego, wo auch Selbstsucht und nur auf das eigene Wohl geschaut wird, darunter fallen, bedingen einander. Das kommt aus Fränzis Interviews sehr deutlich raus, was wir sonst nur aus dem Alltag und mündlich kennen.

Eine Kritik habe ich bei Fränzis Meinung zur Missbrauchsfrage, die sie wohl gestellt hat, aber meint, das wäre reine Privatsache und habe es deshalb auch nicht aufgeführt. Ich sehe das anders! Genau dieses Verhalten dient der Tabuisierung der Sexuellen Gewalt. (ja, extra großgeschrieben) Das Thema geht uns eben alle an. Wenn bestimmte Interviewpartner nicht über persönliche Erfahrungen sprechen möchten, steht ihnen das zu, und ist völlig legitim! Aber das Thema generell als reine Persönlichkeit abzuwerten und hinter Schloß und Riegel zu sperren, hat doch genau dazu geführt, dass kaum darüber gesprochen wird, die Scham und Schuld so lasterhaft groß ist und gerade wieder wir Frauen mehr als im Nachteil stehen. Und das führt dann auch dazu, dass Strukturen unentdeckt bleiben und die Täter unbehelligt weiteragieren können. Ich hoffe, dass Fränzi ihrem Kind offen mit dem Thema gegenübersteht, und das nicht erst, wenn die Kleine erwachsen ist. Prävention fängt schon im frühen Kleinkindalter an. Je früher, umso mehr können sich Mädchen vor sexuellen Übergriffen schützen. Das ist auch etwas, worin wir umdenken müssen. Die Scham, über das Thema zu sprechen, bringt die Kinder in Gefahr!

Auch Fränzis Ansicht, Gleichberechtigung sei ein komplexes Thema, finde ich erschreckend! Und macht mich wütend! was ist denn daran bitte komplex, alle - Frauen wie Männer - gleichzustellen??? Das sollte ein naturgegebenes Gesetz unser Gesellschaften weltweit sein. In der Natur sind wir auch alle gleich, niemand wird bevorzugt. Friss oder stirb - ungeachtet davon, ob du männlich oder weiblich bist. Die Natur ist die gerechteste Herrschaft, die es gibt.

"Hat Ihre Optik Einfluss gehabt? Was haben Sie an? Solche Dinge. Das sind vermutlich Fragen, denen sich eher Frauen ausgesetzt fühlen."

(Ole von Beust, von 2001 bis 2010 für die CDU Erster Bürgermeister der freien und Hansestadt Hamburg, heute als Unternehmens- und Verbandsberater selbstständig)

Anmerkung: Hier merkt man den Schleierblick. Frauen fühlen sich nicht nur dem ausgesetzt, Frauen SIND dem ausgesetzt! Jede Frau kennt das, selbst Kinder und Jugendliche werden nach ihrem Aussehen gemessen, besonders eben Mädchen und Frauen. Den Frauen im Buch kann jede Frau zustimmen; wir werden neben häuslichen Pflichten am stärksten am Äußeren bewertet und entwertet. Wir haben schön zu sein, die Körper straff, voller Busen, ansonsten dünn und wohlgeformt.


Ich persönlich rege mich immer wieder über Frauen auf, die Kinder gebären, um sie dann sofort wieder abzuschieben. Mir ist bewusst, dass das nicht alleine die Schuld der Frauen ist, die sich immer zwischen Kinder und Karriere entscheiden müssen. Es liegt an den Männern, die den Frauen nicht die gleichen Rechte eingestehen wollen. Würden sie ihrer Verantwortung als Väter nachkommen, müssten Frauen nicht so radikal handelt, wenn sie auch Karriere machen wollen. Aber mein Kritikpunkt bezieht sich auch eher auf das verantwortungslose Handeln der Frauen gegenüber der Kindern. Fränzi beschreibt es ja auch richtig; in den wenigsten Partnerschaften wird vorher geklärt, wie das Zusammenleben mit Kindern aussehen soll. Es werden einfach Kinder gezeugt, in der Annahme, die Frauen machen das schon. Und die Frauen, die Karriere machen wollen, denken sich, das geht schon, dafür gibt es ja Kitas auch für Babys. Diese unstrukturierte und naive Verhalten führt zwangsläufig zu Unmut, Enttäuschung und Wut seitens der Frauen. Die Männer werden ja einfach aus der Verantwortung geschoben. Da frage ich mich auch: Inwieweit sind die Frauen in den Partnerschaften nicht selber schuld? Niemand zwingt sie, den Haushalt alleine zu rocken und die alleine großzuziehen. Sie tun es einfach ungefragt und das erfreut natürlich die Herren, die sich gar nicht erst Diskussionen stellen müssen. Ich sehe - familiell - eine Mitschuld von uns Frauen. Wir erziehen die Männer so, wir lassen uns Aufgaben diktieren, wir räumen den Müll hinter ihnen her - wieso? Ganz ehrlich, mit mir macht das keiner! Da liegt jede Frau selbst eine Verantwortung bei.

Das ist der Missstand, den ich bei beiden Geschlechtern kritisiere. Ich finde das total verantwortungslos, ohne Klärung, wie der Alltag gestaltet werden soll, Kinder in die Welt zu setzen und sie entweder im typischen Modell nur in Frauen-Hand zu erziehen oder in Kitas abzuschieben. Diejenigen, die am meisten darunter leiden sind die Kinder. Und nicht nur das. Indem die Frauen sich einfach den Gegebenheiten hingeben - entweder Zuhause sitzen und die Kinder erziehen oder in Kitas oder andere Hand abschieben, um Karriere machen zu können - machen sie es den Männern ungeheuer leicht und entlassen sie aus ihrer Verantwortung. Da wird dann auch keine Rücksicht genommen, dass es kein Netzwerk außerhalb der Familie gibt, der die Kinder betreuen könnte. Das Männersystem lässt die Frauen verzweifelt egoistisch handeln, was auch keine Lösung ist. Entweder ziehen wir die Männer in ihrer Vaterrolle in die Verantwortung, das heißt auch, gemeinsam Lösungen zu finden, wie die Balance für alle gewahrt wird oder wir verzichten auf Kinder. Punkt. Alles andere ist auf beiden Seiten egoistisch und schädlich für die Kinder. Und da haben wir noch nicht über die alltäglichen Hausaufgaben gesprochen, die ja auch größtenteils die Frauen übernehmen.

Ich weiß, dass das utopisch von mir ist, denn die heutige Gesellschaft will alles und auf nichts verzichten, koste es, was es kostet. Früher waren Kinder eine Rentenversicherung, heute entstehen sie eher aus extrem gewollten Bedürfnissen. Ich will ein Kind, egal, wie die Umstände sind. das zeigt sich ja auch bei diesem Familienthema; viele Frauen (Männer ziehen sich ja da ganz raus, die Frauen machen das schon) sehen ja, dass die Umstände nicht ideal sind und sie keine Möglichkeiten haben, die Kinder adäquat großzuziehen, auch weil sie wieder arbeiten möchten, und trotzdem kriegen sie Kinder, weil sie nicht auf sie verzichten wollen. Alleine das zeigt doch den neuartigen Egoismus des unbeugsamen Drangs der Selbstverwirklichung. Das bezieht sich auf Familienleben, das Problem-Thema Karriere für Frauen an sich steht ja noch daneben.


Fazit:
Ich persönlich habe mich schon im Jugendalter bewusst (unbewusst müssen wir das ja) mit dem Männersystem auseinandergesetzt. Umso neugieriger war ich auf ein Buch, dass eines der ungerechten Themen schwarzweiß aufführt. Es wird ja mehr darüber gesprochen als geschrieben. Die Wahrheit ist, dass nicht nur die Männer entweder nichts davon begreifen oder absichtlich verleugnen, sondern auch die Frauen so tief drinstecken in dieser für uns Normalität, dass vieles Ungleiche nicht auffällt, wenn man es nicht von anderen gespiegelt bekommt. Mir ergeht es da nicht anders. Seit ich mehr Filme gesehen und Bücher gelesen habe zu diesem Thema, sind mir auch kleine Dinge viel bewusster geworden. Und manches schon reflektierte habe ich wieder in einem anderen Licht gesehen. Es ist schwer, so ein System gänzlich zu durchschauen, dass uns Frauen auf verschiedene Weise systematisch zum Schweigen bringt.

Das Buch ist eine gute Ergänzung, schriftlich aufzuzeigen, wie Männer agieren und denken und was ihnen fehlt, um es anders zu machen. Und wie Fränzi schreibt; es gibt immer auch Männer, die sich für Frauen einsetzen, ihre Macht für das Gute nutzen, um Veränderungen heranzuführen. Aber leider sind das Ausnahmen von der Regel. Auch eine logische Schlußfolgerung. Denn wäre es nicht so, würden wir ja mit diesem und den anderen männersystematischen Problemen nicht kämpfen. Veränderung ist möglich, wenn die Männer mit uns Frauen zusammenarbeiten. Dafür müssen sie aber mit ihrem egomanen Verhalten aufhören und anfangen, Verantwortung zu übernehmen und Frauen auch geistig als gleichgestellt ansehen. Denn es sagen zwar fast alle, dass wir das sind, aber es wird schon bei dem, was sie wie aussagen deutlich, dass sie das (dass wir Frauen mit ihnen gleichgestellt sind) nicht wirklich so ernst meinen. Das widerspricht sich!

Es ist kein Anklagebuch, eher ein offenes Aufzeigen der Problematik, bei dem mir manchmal die Wut gefehlt hat. Ohne die Wut ändert sich auch auf der Frauenseite nichts. Angemessene Wut ist ein Werkzeug, dass uns aktiv Veränderungen herbeiführen lässt. Und wenn man sich mit dem Männersystem befasst, merkt man die fehlende Wut der Frauen darüber. Man fragt sich: Wo bleibt die Wut über so viel Ungerechtigkeit? Darauf gibt es verschiedene Antworten: Trägheit, Leugnung, Scham, Schuldempfinden, Gewohnheit, Erziehung, "Tradition", fehlendes SELBSTbewusstsein, Hoffnungslosigkeit, Resignation ... ich kenne sie als Frau auch alle.

Trotz meiner negativen Kritiken an dem Buch und manche Herangehensweisen, empfehle ich das Buch jedem weiter, auch Männern! Fehlende Reflektionen können nur sichtbar gemacht werden, wenn Diskussionen darüber entstehen und das für sie Unsichtbare sichtbar gemacht wird. Das Buch könnte Männern dabei helfen. Und Frauen dabei, gehört zu werden.

Das Problem ist nur selten der einzelne Mann. Den Hinweis jedoch, dass da oft noch reichlich Luft nach oben ist, dass wir gemeinsam noch mehr Kraft und Geschwindigkeit in die nötigen Veränderungen bringen könnten, den erlaube ich mir. Viele meiner Interviewpartner sollten unbedingt mehr tun, um Veränderungen möglich zu machen und die Gesellschaft positiv mitzugestalten. Nicht nur, weil selbst die sonst eher fortschrittlich denkenden Männer unter ihnen oft noch an sehr traditionell geprägten Geschlechterrollen hängen, die sie sich kaum wirklich bewusst machen. Sondern vor allem, weil sie mehr tun könnten. In mancher Hinsicht scheinen sie sich ihrer Gestaltungsmacht gar nicht bewusst zu sein, in anderen Momenten wirkt es, als würden sie ihre Verantwortung für den Wandel gern von sich weisen.
Dabei müsste ihnen doch klar sein, dass sie ein Vorbild für junge Männer sind.

(Seite 23)



🙌 An dieser Stelle möchte ich wieder passende Filme und Bücher präsentieren (die mir spontan einfallen), die sich mit dem Männersystem und ihre verschiedenen Themen befasst (hier werden sie vielleicht nicht funktionieren, dann muss selbst gestöbert werden):

Sei kein Mann

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/sei-kein-mann/978-3-446-26798-5/


#Female Pleasure

https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=GbvNV1wWhUs

https://www.ebay.de/itm/283559613676?epid=17044646437&hash=item42057854ec:g:y9YAAOSwoR1dOV1x


Wir sind viele, wir sind eins

https://www.droemer-knaur.de/buch/melinda-gates-wir-sind-viele-wir-sind-eins-9783426277928


Unsichtbare Frauen

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Unsichtbare-Frauen/Caroline-Criado-Perez/btb/e561586.rhd


Woman

https://mindjazz-pictures.de/filme/woman/


Die Geisha

https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Die-Geisha/Arthur-Golden/Penguin/e499884.rhd

https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=4L-xlmakQvc


Whistleblower

https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch" target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=u6_YN-brNsw



😈 Für mehr Einblicke in das Buch könnt ihr in die Lese-Chronik schauen, wie immer auf eigene Gefahr:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/WriteReadPassion/lesestatus/2989719879/



🥰 Mein allerliebster Dank geht an den Fischer-Verlag, der mir auf meine Anfrage hin das Buch sofort zusandte. Das hat mich überrascht und erfreut gleichermaßen. Man bekommt ja sonst nur Rezensionsexemplare als erfolgreicher Blogger mit hunderten und tausend Follower. Das ist einfach für die meisten utopisch. Auch als Nicht-Blogger kann man Bücher und Hörbücher weitreich empfehlen. Daher freue und bedanke ich mich noch mehr über und für das Buch! 🥰




Gelesen am 1. Juli 2021




  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 04.07.2021

DEUTSCHLAND IST ASOZIAL!

Deutschland ist asozial
0

Klappentext:
Ist Deutschland sozial?
Ja.
Wirklich?

Wieso zahlen dann Spitzenverdiener weniger Sozialversicherungsbeiträge?
Warum gibt es höhere Steuern für Einkommen aus Arbeit als für Einkommen aus Kapitalanlagen?
Wieso ...

Klappentext:
Ist Deutschland sozial?
Ja.
Wirklich?

Wieso zahlen dann Spitzenverdiener weniger Sozialversicherungsbeiträge?
Warum gibt es höhere Steuern für Einkommen aus Arbeit als für Einkommen aus Kapitalanlagen?
Wieso gibt es einen höheren Mehrwertsteuersatz auf Windeln als auf Blumensträuße?
Warum müssen Besserverdiener weniger für ihre Krankenversicherung bezahlen und bekommen dafür auch noch bessere Leistungen?
Warum erschweren Gesetze, dass arme Familien eine Mietwohnung bekommen?
Warum zahlen Airlines und Kreuzfahrschiffer keine Steuern auf Kraftstoffe?
Wieso ist pendeln mit dem ÖPNV oder Auto so teuer?
Und wieso profitieren wir kaum vom wirtschaftlichen Aufschwung?
Warum ignorieren die Medien viele dieser Themen?

Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt Stefan Daniel Krempl nun in seinem neuen Buch: „Deutschland ist asozial“


Autor:
Stefan Daniel Krempl ist Soziologe, Psychologe, International Business- und Human Resources Manager. Er fühlt sich weder einer Partei oder Organisation noch einer politischen Richtung zugehörig. Der Autor will aufklären und zeigt durch überprüfbare Fakten wie Menschen der mittleren und unteren Schichten nicht nur vergessen sondern massiv ausgenutzt werden.


Bewertung:
Das Cover und der Titel sagen alles aus, mehr braucht es nicht. Das Papier ist furchtbar und riecht auch so. Die Symbole und Erläuterungen finde ich super. Bei den Texten sind die aber manchmal nicht genau zuordbar, weil dafür manchmal keine Absätze gemacht werden. Das finde ich aber nicht schlimm, sie sind ja nicht völlig fehl am Platz. Toll finde ich das Inhaltsverzeichnis und es gibt eine Mini-Einführung in das Buch.

Ich habe Links zu meinen Beiträgen, meiner Meinung zu den Kapiteln reingesetzt, das wird hier sonst viel zu lang. Wer wirklich Interesse hat, zu wissen, was hier eigentlich los ist, der kann sich das gerne anschauen.


Wie wir um unseren Lohn betrogen werden

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982781886/?selektiert=2988907845

thread


Weshalb wir früher sterben

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982781887/?selektiert=2988907849

thread


Warum für uns alles teurer ist als für Reiche

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982781888/?selektiert=2988908964

thread


Wen die Politik beschenkt

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982781889/?selektiert=2990660846

thread


Wer von Immigration profitiert

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982784290/?selektiert=2990661843

thread


Was unsere Mobilität so teuer macht

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982784292/?selektiert=2990667657

thread


Welche Bildungs- und Karrierechancen wir nicht bekommen

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982784293/?selektiert=2990669484

thread


Wo wir im großen Stil abgezockt werden

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982784294/?selektiert=2990673246

thread


Wodurch das System uns manipuliert

https://www.lovelybooks.de/autor/Stefan-Daniel-Krempl/Deutschland-ist-asozial-2928723564-w/leserunde/2982778273/2982784295/?selektiert=2990870327#thread



Mit den Deutschen Systemen bin ich vertraut und da ich eine reflektierende Frau bin und immer über meinen Tellerrand gucke, weiß ich auch, was hier eigentlich los ist! Leider gehöre ich zu der Minderheit, die allermeisten wissen es nicht, obwohl es so offensichtlich ist. Sie wollen oder können es nicht sehen. Und sobald du Deutschland kritisierst, gehen die Mauern runter und/oder du wirst als Meckerzicke bezeichnet. Kritisieren ist hier gar nicht erwünscht/gewollt, das fängt schon mit kleinen Sachen wie Leserunden an. Ich merke zunehmend - auch dank des anonymen Internets - wie Kritiker jeglicher Art auf die Abschussliste kommen und fertig gemacht werden. Einfach, weil andere andere Meinungen nicht gefallen und ihre Machtgelüste richtig ausleben wollen. Für diese sind Diskussionen längst zu Schlammschlachten geworden, wo es nicht um die Sache geht, sondern ums Draufhauen. Meinungsfreiheit wird immer schwieriger in Deutschland, und ich weiß noch, wie wir genau diese Diskussion hatten als ich 16 Jahre alt war, in der Schule. Das war 2006! Es ist nicht erst seit ein paar Jahren so zugespitzt, es läuft einfach immer weiter so ... Dass damit die Demokratie an Wirksamkeit verliert, sollte jedem bei Verstand klar sein.

Und noch drastischer wird es, wenn man ausländischer Abstammung ist, wie ich. Kritik an Deutschland? Das steht mir nicht zu, als Ausländer! Genau, ich bin Ausländerin, wie wir alle in irgendeinem Land. Ich bin hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe zwei Ausbildungen vollzogen und gearbeitet - wie meine Geschwister. Und meine Mutter lebt hier schon mehr als ihr halbes Leben, ist schon als junger Teenager von Portugal nach Deutschland hin und her getingelt. Und trotzdem dürfen wir nicht die Politiker wählen, wen wir für Deutschland am verträglichsten und fähigsten halten. Wir werden aus den Wahlen ausgeschlossen. Bloß weil wir keinen deutschen Ausweis besitzen. dabei haben wir hier unsere Leben aufgebaut und ich beherrsche die deutsche Sprache besser als viele der deutschen Landsmänner selbst. Was sehr beschämend ist, ein Armutszeugnis. Aber alles, was hier in Deutschland zählt, sind Papiere. Hast du nichts, bist du nichts. Hast du die falschen, bist du falsch.

Es wird sehr deutlich, wie asozial das Land agiert. Sehr sachlich, der Schreibstil. Das muss auch so sein, finde ich. Auch der Ärger des Autors ist dennoch für mich rauszulesen, wenn auch nur leicht. Es soll ja in erste Linie aufklären, das Buch. Allerding ist die Sprache nicht immer für Laien verständlich. Da ich bereits das Meiste schon wusste, war es für mich nicht schwer, die Texte zu verstehen. Hin und wieder hatte ich dennoch Schwierigkeiten. Der Autor hat sich bemüht, alles verständlich zu erklären, was nicht immer gelungen ist. Für Menschen, die das erste Mal von all dem lesen (überhaupt erfahren) ist es sicher nicht immer einfach, dem zu folgen, was hier steht.

Das ganze Buch durchzieht dieselben Fragen immer wieder: Wieso wird das nicht verboten? Oder wieso wird das nicht gemacht? Und auch generell: Wieso nimmt man den Reichen nicht etwas ab? Ich nehme die Fragen auch gar nicht ernst, sondern als Fangfrage. Es ist so simpel und offensichtlich: Weil der Staat mitverdient und sonst nicht mehr mitverdienen würde. Lobbyismus, Geldtransfer an Politiker und Parteien. Muss ich da mehr schreiben?

Es gibt zahlreiche Ideen, auch außerhalb des Buches - viele Länder machen es uns vor -, aber die Politiker wollen genau da bleiben, wo sie sind. Und ihre Anhänger ebenfalls. Und Deutschland tut sich generell sehr schwer, etwas neues auszuprobieren. Hier gilt die Devise "Lieber das alte System, das nicht funktioniert, als etwas neues, das funktioniert". Das zieht sich durch alle Bereiche. Es wird bloß Jahrzehnte lang über etwas diskutiert, getan wird aber nichts. Alle unsere sozial gesellschaftlichen Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt und diskutiert worden, zum Teil bis jetzt noch. Anderes wird erst gar nicht in Diskussionen aufgenommen. es ist eine Hinhalte-Technik: Der Gesellschaft zeigen, wir reden darüber ... Brot und Spiele. damit die Leute beschäftigt und abgelenkt sind.

Die Quellen sind leider nicht chronologisch, sodass ich immer etwas suchen musste, um näheres zu erfahren. Irgendwann habe ich es dann ganz gelassen, die Quellen zu lesen. War mir zu anstrengend.


Fazit:
Deutschland macht krank - sei es das Sozialsystem, Wirtschaftssystem oder Gesellschaftssystem. Und solange wir immer nur dieselben Parteien und Politiker wählen und wir uns selbst nicht ändern, wird nichts besser werden!

Für mich gab es hier nicht viel neues, ich weiß schon ziemlich lange, was hier vor sich geht in diesem Land. Segen und Fluch zugleich. Denn wählen darf ich ja nicht, meine Tätigkeit beschränkt sich auf mich. Ich finde ein paar Themen vom Autor zu stigmatisierend und falsch bzw. fehlerhaft dargestellt. Vor allem sehr auffällig bei dem Thema "Migration". Dort liegt auch meine größte Kritik. Hier und da gab es für mich neues zu lesen, aber überrascht hat mich nichts. Das tut es schon lange nicht mehr. Geht auch gar nicht, was soll mich da noch überraschen? Für mich ist jedes neu erfahrene ein "Ach ja, wieder ein Beispiel".

Insgesamt hatte ich das Buch nach zweimal lesen, also an zwei Tagen durch, aber ich brauchte immer wieder Pausen davon. Zum einem wegen des Themas, zum anderen wegen des Wetters. Das Buch hat meine Wut, die bereits in mir war, nochmal aufflammen lassen. Es ist eben wie ein Messer in der offenen Wunde. Daher war es für mich auch anstrengend, zu lesen, Notizen zu machen und mich an der Leserunde zu beteiligen. Ich habe mich über die Diskussion, dass es überhaupt mal eine gibt, indem Deutschland kritisiert werden darf, sehr gefreut! Es gibt leider sehr wenige Bücher in der Art. Empfehlen kann ich hier den Autor Thomas Wieczorek. Sein Buch "Abgewirtschaftet" habe ich vor vielen Jahren (2013) gelesen, und siehe da, es sind dieselben Themen, die heute noch problematisch sind. Oh Wunder ...

https://www.lovelybooks.de/autor/Thomas-Wieczorek/



Systeme: Bestrafung. Angst.

Dieses "Ich sehe, ich höre, ich sage nichts" ist genau das, was die Politik möchte.

Ach, wir können so viele Missstände aufführen, das würde eine Enzyklopädie-Reihe der Missstände in Deutschland werden. Für jeden Bereich lassen sich eigene Bände schreiben.


Lieber Verlag, lieber Autor, vielen Dank für diese Leserunde! Solche Runden braucht es viel öfter!!! Das Buch ist direkt an meine Lese-Freundin gegangen, die sich auch beworben, aber kein Buch bekommen hat.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 04.07.2021

Schnelle Unterhaltung, die in ihrem Potenzial etwas beschränkt wurde

Die Kräuterhändlerin
0

Klappentext:
1230: Die junge Adelige Leni steht kurz vor ihrer Hochzeit, als die Burg ihres Vaters in der Nähe des Klosters Zwettl überfallen wird. Dabei gerät Leni in die Fänge des brutalen Hadmar von ...

Klappentext:
1230: Die junge Adelige Leni steht kurz vor ihrer Hochzeit, als die Burg ihres Vaters in der Nähe des Klosters Zwettl überfallen wird. Dabei gerät Leni in die Fänge des brutalen Hadmar von Kuenring. Mit letzter Kraft kann sie sich schließlich in den Wald retten. Doch hier muss sie feststellen, dass sie ein Kind von Hadmar erwartet. Leni findet Unterschlupf bei einer Kräuterfrau und bringt ihren Sohn Jakob zur Welt. Fortan leben die beiden verborgen im Schutz des Waldes, bis Leni eines Tages einen verletzten jungen Mann findet. Damian kommt aus Genua und handelt mit Gewürzen aus dem Orient. Während Leni ihn gesundpflegt, kommen die beiden sich näher, und gemeinsam entwickeln sie einen günstigen Pfefferersatz, der großen Absatz findet. Lenis Glück scheint zum Greifen nah, doch dann wird ihr Sohn von Hadmar entführt.


Autorin:
Beate Maly wurde 1970 in Wien geboren und machte nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zur Kindergarten - und Montessori Pädagogin. Seit ihrem Studium an der Universiät Wien (MA) arbeitet sie als Frühförderin. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im BereichrASS (Autismus-Spektrum-Störung). Inzwischen hat Beate Maly zahlreiche Kinderbücher und Sachbücher geschrieben und Beiträge in Anthologien verfasst. Mit „Die Hebamme von Wien“ erschien 2008 ihr erster historischer Roman. Für dieses Buch erhielt sie das Wiener Autorenstipendium.


Bewertung:
Das Cover ist wunderbar und passt - wie der Titel - hervorragend. Leider spoilert der Klappentext von Lovelybooks, was ärgerlich ist, da ich bestimmte Dinge extra aus der Rezension genommen habe. Der Klappentext am Buch spoilert dagegen diese Dinge nicht.

Die Geschichte ist in drei Teile geteilt. Am Ende folgt ein Epilog. Der erste Teil 1230, da ist Leona 14 Jahre alt. Ich hatte mich zuerst erschrocken, weil ich annahm, sie ist eine junge Frau in der Geschichte. Teil 2 spielt 1235 und hat mir Erleichterung verschafft. Nicht, dass es nicht auch 14 Jährigen passiert, aber der Klappentext und das Cover lassen auf eine Frau schließen. Leona ist da 19 Jahre alt. Der dritte Teil spielt 1241, da ist sie 25 Jahre alt. Der Epilog spielt 1243. Die Teile sind nicht als Teile gekennzeichnet. Für mich stellen sie aber Teile des Verlaufs dar. Hier ist auch ein Datenfehler passiert: Der Überfall findet nicht 1230 statt, wie im Klappentext steht, sondern 1235. Das führte bei mir auch zu dem Schock mit der 14 Jährigen Leona, da das das Jahr 1230 war.

Das Setting gefällt mir gut und die Atmosphäre kommt rüber. Allerdings habe ich nicht gemerkt, dass es sich um Österreich handelt. Es könnte genauso gut Deutschland sein. Hier fehlen mir die landesspezifischen Einzelheiten, das man auch mitbekommt, in welchem Land man sich befindet. Durch den Klappentext und bei einem Kapitel ist das deutlich. Ansonsten nicht. Das Zeitalter wird glaubhaft dargestellt. Die Erzählform ist die Über-Erzählung. Dabei ist Leona etwas mehr im Mittelpunkt.

Leona ist eher eine rebellische junge Frau. Es gibt ja zu dieser Zeit nur zwei Charaktere: die braven, die sich unterordnen und die rebellischen, die alles hinterfragen. Für einen rebellischen Geist zu dieser Zeit nimmt Leona ihre Verlobung ohne Worte hin. Nichts negatives, kein zweifeln oder wimmern. Das passt nicht zu ihrem Charakter. Das ist fehlerhaft. Mara wird aus der Gemeinschaft verstoßen und wird später eine treue Gefährtin für Leona.

Viele Charaktere werden eingeworfen und die Erzählung wechselt dementsprechend hin und her.


Leider befinden sich auch ein paar Fehler im Verlauf:

Warum der Altersvergleich von Mara vor 10 Jahren, wo sie sie doch vor 5 Jahren gesehen hat? Ergibt keinen Sinn! Es wird gar nicht geklärt, wie Mara Leona in die Hütte bringen kann ... ohne dass diese nichts mitbekam. Auch unlogisch. Wirkt auch zu gewollt, damit der Verlauf dann so kommt, wie er kommt. Damian hat doch sein Pferd verkauft und einen Gaul gekauft, um ihn vor den Wagen zu spannen. Jetzt ist es auf einmal wieder ein Pferd? Kapier ich nicht!

Das Ende ist enttäuschend salopp und unvollständig. Genaueres kann ich wegen der Details nicht schreiben, aber einiges bleibt offen. Es fehlt ein Stück, aber die Autorin springt direkt zum Epilog.


Fazit:
Das Buch hatte ich schnell durchgelesen, es ist eine recht fesselnde Geschichte. Es gibt Passagen, die nicht so fesselnd sind, aber das ist wirklich erträglich. Ich hatte nicht das Gefühl, gelangweilt zu werden. Trotzdem habe ich mir den Verlauf etwas anders vorgestellt und das Ende enttäuscht mich. Vielleicht liegt es an meinem nicht hervorragenden Gedächtnis, aber die Kriegssache hat mich schon in manchen Szenen verwirrt bzw. konnte ich nicht mehr alle Namen zueinander zuordnen.

Ein schöner historischer Roman, der nicht ganz für Erstleser dieses Genre geeignet ist, aber auch nicht historisch kompliziert erzählt wird. Das Potenzial wurde allerdings nicht ausgeschöpft, hier hätte die Autorin mehr rausholen können. Nicht nur, was das Setting und das Ende angeht. Und wie bei jedem historischen Roman gilt: Wer nichts gewalttätiges lesen möchte/kann, muss das Genre ausschließen.




  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2021

Dunkel und Blau - ja, das passt!

Dark Blue Rising
0

Klappentext:
Traue niemandem! Das wurde Tabby immer wieder eingebläut. Und: Hüte dich vor dem Kreis! Mit ihrer Mutter Cate ist sie ständig unterwegs, zieht viel um – bis Cate plötzlich verhaftet wird und ...

Klappentext:
Traue niemandem! Das wurde Tabby immer wieder eingebläut. Und: Hüte dich vor dem Kreis! Mit ihrer Mutter Cate ist sie ständig unterwegs, zieht viel um – bis Cate plötzlich verhaftet wird und für Tabby eine Welt zusammenbricht: Cate war nie ihre Mutter, sondern hat sie als Kleinkind entführt! Die 16-Jährige versucht, sich in ihrem neuen Leben mit ihren echten Eltern zurechtzufinden. Doch der einzige Ort, an dem sie sich wirklich zu Hause fühlt, ist das Meer. Eine innere Stimme lockt Tabby in die Tiefe, und sie stellt fest, dass sie unglaublich lange tauchen kann. Haben Cates Hinweise auf den Kreis damit zu tun? Und ist sie wirklich die Einzige, der es so geht? Tabby beginnt zu begreifen, dass ein ungeheuerliches Geheimnis in ihr schlummert.


Autorin:
Schon als Kind und bis heute bleibt Teri Terry nie lange an einem Ort. Sie lebte bereits in Frankreich, Kanada, Australien und England, da ihr Vater bei der Airforce tätig war. Durch die vielen Umzüge wurde Terry mehr und mehr zum Außenseiter und Beobachter. Sie interessiert sie v.a. für Menschen, die sich, wie sie, in eine fremde Umgebung einleben müssen. Sie studierte Mikrobiologie und Recht und war auch als Anwältin tätig. Anschließend zog sie nach Australien und wurde Optikerin. Nach ein paar Jahren dort, zog sie zurück nach Großbritannien. Nach verschiedenen Jobs in Schulen, Bibliotheken oder Büros, widmete sie sich ab 2004 ganz ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben. Der erste Band ihrer "Gelöscht" Trilogie schaffte es auf die Bestsellerlisten und wurde in neun Sprachen übersetzt. Es folgten weitere erfolgreiche Reihen wie "Dark Matter" und "Gelöscht - Slated" und "Dark Blue Rising".

Übersetzer:
Wolfram Ströle, Jahrgang 1957, studierte Anglistik und Geschichte in Erlangen, Aberdeen und Tübingen. Seit Mitte der Achtzigerjahre hat er unter vielen anderen Georgina Byng, John Carol, Anthony Horowitz, Catherine Jinks, Stephenie Meyer, Philip Pullman, Arundhaty Roy und Patrick Rothfuss übersetzt.

Sprecherin:
Nadine Zaddam hat 2005 ihre Schauspielausbildung in München abgeschlossen. Seitdem war sie in TV Produktionen, wie z.B. "Rote Rosen" (ARD), "Liebes, Leid und Lust" (ZDF), "Wilmenrod-Es liegt mir auf der Zunge" (ARD) zu sehen. Seit 2008 arbeitet sie als Sprecherin für Werbung, Synchronisationen (Reign, Quantico, Penny Dreadful etc.), Erklär-und Imagefilme, Computerspiele und viele andere Produktionen.


Bewertung:
Mit dem Cover geht das Rätselhafte schon los. Was soll mir das sagen? Tabby ist eine Meernixe, MeerFrau, was auch immer? Den Titel verstehe ich ebenso wenig. Der Klappentext ist irgendwie nichtssagend. Auch die Verlosung mit der Leseprobe hat kein Wissen ergeben. Worum geht es hier eigentlich? Es werden einige Andeutungen gemacht, die aber keinen Sinn im Ganzen ergeben. Ich hatte schon vor dem Hören viele Fragezeichen. Und nach dem Hören bin ich fast genauso ratlos. Der Klappentext erweckt den Eindruck, das Verlangen nach dem Meer würde das Hauptthema sein, aber inwiefern, ist schleierhaft. Und auch während des Hörens und danach: schleierhaft. Mir kam die Fantasie, Tabbie ist in Wirklichkeit eine Meerjungfrau oder eine anderer Meereskreatur, oder sie hat Meereskräfte, weil sie sich mehr als ein Mensch zu dem Meer hingezogen fühlt. Das wird aber nicht aufgelöst. Auch keine der Rezensionen sagt wirklich etwas über die Geschichte aus. In diesem Fall gibt es auch nicht viel, was man schreiben kann.

Im ersten Drittel spielt das Meer auch keine große Rolle, ist fast unwichtig. Es geht eher um das Leben von Kate und Tabby. Das Meer wie auch das Klima-Thema werden nur wenige Male eingeworfen. Im Grunde gibt es zwei Teile: Einmal die Entführung des Kindes und das Leben mit der falschen Mutter, sowie die Rückkehr zu den ursprünglichen Eltern. Dann die Sache mit dem Meer und das Leben bei den Eltern. Diese Anziehung nach dem Meer ist im ersten Teil unwichtig. Im zweiten Teil schon eher sehr penetrant. Da geht es richtig um die Anziehung zum Meer und Tabbys Liebe zum Schwimmen.

Hier haben mir minimale Rahmenbedingungen gefehlt, zum Beispiel, wo sie wohnen. Das erfährt man erst nach dem ersten drittel. Manchester in England, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber durch Kates Verhalten sind sie schon viel in England rumgereist. Tabby erwähnt nie, wieso sie eigentlich fliehen. Mal kurz reingeworfen, dass der Staat ihnen Vorschriften macht und deshalb fliehen sie? Sehr merkwürdig.

Ihre angebliche Mutter Kate ist sowas von egoistisch! Statt erstmal zu fragen, wie es Tabby geht, zerrt sie sie aus dem Krankenhaus. Warum sagt sie nicht. Dass Abby sich in dem Alter und bei dem merkwürdigen Verhalten damit abspeisen lässt, verstehe ich nicht. Was soll der Staat von einer Verletzten wollen? Dass jemand, der kaum aufstehen kann, fliehen muss, ist doch mehr als auffällig, vor allem jetzt in Tabbys Alter. Und dass sie nie zur Schule ging, und stattdessen von Kate unterrichtet wird, wie diese sagt. Da frage ich mich ja, wie sie das macht, als Alleinerziehende mit einem Job. Total unrealistisch! Da kann man eher von etwas Wissensvermittlung abends oder am Wochenende sprechen. Aber nicht von Heimunterricht.

Und das das Tabby mittlerweile nicht komisch vorkommt, verstehe ich auch nicht. Dann darf Tabby sich mit niemanden treffen und anfreunden, das sagt Kate auch immer wieder. Was ist das für ein leben, das sei Tabby zumutet? Das würde jeden einsam machen. Ziehen von Stadt zu Stadt, keine Freunde oder Bekannte, keine Telekommunikationen ... Das hat alles nichts mit Liebe zu tun. Liebe gibt Freiheiten, weil der andere einem so viel bedeutet. Liebe schränkt nicht ein oder macht gar einsam. Das hat einfach mit Selbstsucht zu tun. Wird sehr gerne als Liebe und Fürsorge getarnt. In Wirklichkeit geht es nur um die eigenen Bedürfnisse und nicht um den Anderen.

Tabby als Charakter ist mir oft etwas naiv und hinterfragt nicht. Dann wieder in manchen Szenen hinterfragt sie alles. So richtig warm bin ich mit ihr nicht geworden. Ihre Gefühle zu Kate, die Entführung, den Eltern und dem neuen leben sind aber sehr gut ausgearbeitet und glaubhaft. Einige Charaktere haben merkwürdige Verhaltensweisen oder sind nach kurzer Zeit und unzureichender Ausarbeitung gar nicht mehr vorhanden , was mich sehr betrübt hat, und einige Aussagen sind doch sehr wunderlich und bescheuert.

Das Klima als Thema ist zeitgemäß, aber eben auch nur nebenbei alltäglich. Es ist kein Hauptthema, wie das bei einigen Rezensionen beschrieben wird. Es gehört einfach zu den heutigen Romanen dazu, sollte Platz in den Geschichten finden, alles andere ist unrealistisch.

Es gibt einige Themen, die ich hier nicht nennen möchte, der Verlauf ist eine Mischung aus vielen kleinen Themen. Wobei ich finde, dass man die Aufteilung stark merkt: Teil 1 mit dem Leben als entführtes Kind und Teil 2 zurück bei den eigentlichen Eltern und neuem Lebensalltag. Irgendwie kam es mir wie zwei verschiedene Geschichten vor, auch wenn Schnittstellen auftauchen. Aber die Atmosphäre ist sehr unterschiedlich. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt; ihr lest ein Buch/hört ein Hörbuch und die Geschichte bleibt nicht gleichbleibend, sondern verändert sich so stark, dass ihr das Gefühl habt, beide Teile des Verlaufes passen nicht so zueinander oder sind total verschieden. Erlebe ich auch bandspezifisch, also band 1 und 1 oder anders passen zueinander, aber Band 3 und so weiter wirken wie eine neue Geschichte. Zwei Beispiele kommen mir direkt in den sinn: Twilight 1-3, und Band 4 wirkt total anders. Throne of Glass 1 und 2, ab Band 3 geht es da auch so.

Was überhaupt nicht aufgeklärt wurde: Was ist das für eine Studie in der Klinik? Tabby hat Susanne danach gefragt, aber es gab keine Antwort. Und ich rätselte noch nach dem Schluss. So einiges bleibt rätselhaft. Das Ende ist offen und rätselhaft gehalten, natürlich. Finde ich fesselnd gemacht und dann hört es auf.

Die Spannung insgesamt ist gemischt, mal fesselnd, mal etwas langgezogen. Die eingeworfenen Themen wechseln von ungewöhnlich bis a-typisch, ebenso die Umsetzung. Gerade im zweiten Teil ist eines der Themen sehr 08/15 erzählt.

Die Sprecherin passt recht gut, bei den langgezogenen stellen war es schwer, weiterzuhören. Ansonsten sehr gut verträglich.


Fazit:
Eine wirklich eigenartige Geschichte. Statt die angehenden Themen wie die Sache mit dem Meer und der Entführung eindeutig anzugehen, kommen immer weitere rätselhafte Sachen und Themen hinzu. Und alles bleibt wage und schleierhaft. Sehr seltsam. Es soll ja einen zweiten Band geben, wie der aussehen soll, ist mir wiederum schleierhaft. Der muss ja alles enträtseln. Da bin ich sehr skeptisch. Ich habe eher das Gefühl, dass es wage endet, wie es begonnen hat. Ein einzigartiges Werk in negativer Weise, denn dieses wage in allem ist nervenaufreibend und unbefriedigend. Das ist wie zig halbe Früchte in den Korb zu werfen - zusammen ist es nichts halbes, nichts ganzes ... Science Fiction? Fantasy? Jugendroman? Drama? Thriller? Ich habe keine Ahnung!

Bei manchen Seiten, zum Beispiel Thalia steht Klima-Thriller. Das stimmt überhaupt nicht mit der Geschichte überein. Das Klima wird hier nicht als Hauptthema behandelt, und ein richtiger Thriller ist es auch nicht. Ich habe nicht rumgeschaut, was wer stehen hat, das kann echt alles sein. Merkwürdigerweise lässt der Verlag einem nicht zur Buchseite, höchstens zur Leseprobe, also kann ich nicht schreiben, wie der Verlag das Buch listet. Ein Jugendbuch ist es auf jeden Fall. Eigentlich lässt sich die Geschichte im Ganzen gar nicht bewerten, dafür ist es zu unvollständig. Ich weiß auch nicht, ob meine Rezension genauso wage ist wie die der anderen oder mehr Durchblick liefert. Ich bleibe ratlos zurück. Reichlich blaues und noch mehr dunkles, auch nach dem Werk.





  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere