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Veröffentlicht am 31.07.2020

viele Klischees, aber dennoch schön

Mauerblümchen küsst er nicht
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In der Geschichte treffen wir auf Lilly - ein echtes Mauerblümchen und Roman, einen absoluten Herzensbrecher.
Roman und sein Freund/Kollege Mark sind leidenschaftliche Wettenabschließer.
Dies ist auch ...

In der Geschichte treffen wir auf Lilly - ein echtes Mauerblümchen und Roman, einen absoluten Herzensbrecher.
Roman und sein Freund/Kollege Mark sind leidenschaftliche Wettenabschließer.
Dies ist auch der Ausgangspunkt der Geschichte, denn Roman verliert eine Wette und muss entweder ein Mauerblümchen um den Finger wickeln oder sein geliebtes Auto abgeben.
Seine Entscheidung fällt auf das Bezirzen der schüchternen Kundenberaterin Lilly.
Kurzerhand lässt Roman, der Sohn des Geschäftsführers ist, Lilly für ein Projekt in seine Abteilung versetzten. Er merkt schnell, dass Lilly nicht nur unheimlich fleißig, sondern auch klug ist. Aufgrund der unförmigen Klamotten und des strengen Zopfes hatte Roman nicht angenommen, dass er sich über die Wette hinaus für sie interessieren könnte, doch es kam natürlich alles anders als geplant, denn Lilly leidet sehr unter Vertrauensprobleme und Bindungsstörungen. Dazu hat sie in ihrer Vergangenheit viel über sich ergehen lassen müssen. Roman verliert sein Herz an Lilly, weil er die liebenswerte und schüchterne Person hinter der prüden Fassade kennenlernt.

Alles in Allem eine schöne Geschichte, wenn man die Klischees mal beiseite lässt.
Was ich besonders an Lilly mochte, war dass sie sich auch später optisch nicht verändert hat. Oft werden die Mauerblümchen in solchen Geschichten plötzlich richtig heiß und alle Männer beachten sie auf einmal. Auch vom Charakter bleibt Lilly sich treu, sie gewinnt zwar ein wenig an Selbstbewusstsein, verändert sich jedoch nicht sonderlich.
Dafür ein großes Lob an die Autorin, denn leider "müssen" sich in vielen Büchern die Frauen immer um 180 Grad drehen, um für den Mann attraktiv zu sein. In diesem Buch geht es zum Glück um den Charakter, der den Menschen schön macht.
Leider kann ich hier nur von Lilly sprechen, denn Roman verändert über das Buch sein komplettes Wesen. Die Entwicklung vom frauenverachtenden Macho zu einem Mann der seine Frau "Blümchen" nennt, finde ich persönlich unglaubwürdig.
Sätze wie zum Beispiel "eine Frau will er sie gar nicht nennen" oder "Miri ist ein Liebes Ding" lassen mich mit dem Kopf schütteln, weshalb ich zu Beginn das Buch gar nicht mochte und überlegt hatte, ob ich es beenden sollte oder nicht.. Doch Durchhaltevermögen zahlt sich aus, denn über den Verlauf der Geschichte ließen die sexistischen Bemerkungen nach und verschwanden gegen Ende komplett.

Zusammenfassend also eine schöne Geschichte, die jedoch voller Klischees.

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Veröffentlicht am 28.07.2020

Interessantes Thema

Auf dich war ich nicht vorbereitet
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Cover:
Es sieht so unheimlich schön aus. Die Kombination der Farben, die Icons und die Schrift haben mich sofort dazu bewegt danach zu greifen.
Die Icons passen hervorragen zum Inhalt des Buchs, welches ...

Cover:
Es sieht so unheimlich schön aus. Die Kombination der Farben, die Icons und die Schrift haben mich sofort dazu bewegt danach zu greifen.
Die Icons passen hervorragen zum Inhalt des Buchs, welches aufgrund des Covers wunderschön in meinem Bücherregal aussehen wird.

Handlung:
Daisy ist single in London und arbeitet als Kundenberaterin in einer Marketing Agentur. Sie hat einen superstressigen Job. In ihrer Freizeit verbringt sie jede freie Minute mit ihrem Dauerbegleiter: ihrem Handy. Sie twittert und postet alles was ihr passiert, um ihre Freude immer auf dem Laufenden zuhalten. Als sie jedoch ein Tinder-Date mit einem heißen Typen hat, passiert Daisy ein Fauxpas, denn anstatt ihren Freundinnen einen sexy Text zu twittern, hat sie den Text für alle zugänglich veröffentlich, was sie letztendlich auch ihren Job kostet.
Sie steht ohne Job, Wohnung und mit ungewaschenen Klamotten vor dem Nichts. Ihre Schwester Rosie nimmt sie kurzerhand mit in ein altes Farmerhaus, indem Daisy sich einer digitalen Entgiftungskur unterziehen soll. Ohne ihr Handy das irgendwo tief unten in einem Brunnen liegt, fühlt sich Daisy ganz hilflos.
Sie kämpft gegen ein riesiges Problem unserer Generation - Handy- und Internetsucht! Sie spürt ihr Handy vibrieren und klingeln und kämpft mit der Angst etwas zu verpassen. Ihre Freundinnen könnten sich von ihr abwenden, wenn sie nicht mehr up-to-date ist oder ihr könnte ein Jobangebot entgehen.
Ihre Schwester Rosie versucht sie deshalb abzulenken, doch eigentlich kämpft Rosie gegen ihre eigenen Probleme an. Sie und ihr Mann sind nicht mehr auf einer Wellenlänge. Er arbeitet zu viel und hat kaum Zeit für sie. Deshalb beschließ Rosie das Farmerhaus zu kaufen und zu renovieren. Was sich für ihre Schwerster anfangs wie eine digitale Entgiftungskur anhört, wird schnell zum großen Projekt indem beide Frauen über sich hinauswachsen.
Daisy lernt auf der Suche nach Internet ihren Nachbarn Jack kennen, der ruhig und zurückhaltend ist. Er und Rosie schreiben sich regelmäßig Briefe und nähern sich an. Durch Missverständnisse und einigem hin und her findet Daisy jedoch ihre Bestimmung und auch ihre Schwester Rosie kann am Ende des Buches wieder ehrlich strahlen.

Meinung:
Anna Bell hat mit dem Buch mehrere wichtige Themen aufgegriffen.
Von der Überlastung auf der Arbeit bis hin zum Drang dauerhaft erreichbar und online zu sein, konnte sie die Themen super beschreiben.
Dennoch war ich enttäuscht von den Charakteren... Leider hatte ich am Ende des Buches nicht das Gefühl auch nur einen der Charaktere wirklich zu kennen. Es ging viel um das Hauptthema, was natürlich wichtig ist, aber dadurch ist meiner Meinung nach der Bezug zu den Protagonisten zu schwach gewesen.
Eine Bindung zwischen Jack und Daisy konnte ich persönlich leider nicht spüren und das obwohl ich die Idee mit den Briefen ziemlich süß fand.
Dennoch war ich begeistert von der Thematik und der Message. Es ist nicht schlimm, wenn man das Handy mal bei Seite legt. Es kann sogar ganz entspannend sein, mal wortwörtlich "abzuschalten",
Alles in allem handelt es sich um eine lockere, schöne Geschichte mit einem wichtigen Thema.

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