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Veröffentlicht am 05.06.2017

Annabel Lee oder Lady Midnight

Lady Midnight
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Inhalt:
Wir befinden uns im LA der Schattenjäger, einige Jahre nach den Ereignissen von City of Heavenly Fire, mit einem neuen Cast an Schattenjägern, die dem Geheimnis um die vielen Leichen, die immer ...

Inhalt:
Wir befinden uns im LA der Schattenjäger, einige Jahre nach den Ereignissen von City of Heavenly Fire, mit einem neuen Cast an Schattenjägern, die dem Geheimnis um die vielen Leichen, die immer wieder am Strand auftauchen, nachgehen wollen. Emma Carstairs wird nie vergessen, wie ihre Eltern damals spurlos verschwanden, und umso mehr machen ihr die neuen Leichen zu schaffen. Zusammen mit ihrem Parabatai Julian Blackthorn macht sie sich auf die Suche nach dem Schuldigen - mit oder ohne die Hilfe der Enklave.


Charaktere:
Die neue Schattenjägergeneration um Emma und die Blackthorn-Geschwister wächst dem Leser schnell ans Herz, auch wenn ich persönlich nicht denselben Draht zu Emma aufbauen konnte wie zu den Protagonistinnen Clary und Tessa in den vorangegangenen Reihen um die Schattenjäger. Auch finde ich das Hin- und Her mit Julian, ihrem Parabatai, an gewissen Stellen sehr nervend, obwohl es an anderen wiederum herzzerreißen ist. Im Gegensatz zu Emma hat mich Julian sofort fasziniert, besonders in seiner doch eher schwierigen Rolle als Familienoberhaupt, bedingt durch die "Krankheit" seines Onkels.
Christina ist eine perfekte Unterstützung für die beiden Hauptcharaktere und sorgt mit ihrer südländischen Art für einen Hauch frische Luft, wenn man so will.
Tja, und dann wären da noch Mark und die Feen... Mit Abstand meine Lieblinge, die einen ganz neuen Konflikt mit in die Geschichte einbringen.


Erzählstil:
Flüssig und stimmungsvoll, wie wir es von Cassandra Clare gewohnt sind. Es dauert ein wenig, bis man sich an der Geschichte festgebissen hat, aber diese Mühe ist es auf jeden Fall wert! Hin und wieder sind manche Windungen nicht so leicht nachzuvollziehen, am Ende ergeben sie aber durchaus Sinn und würzen die Geschichte.
Cassandra Clare arbeitet gut mit ihrem Bezug zu dem Gedicht "Annabel Lee" von Edgar Allan Poe, was mir hervorragend gefallen hat! Sie verknüpft ihre Handlung mit den durch das Gedicht hervorgerufenen Bildern und gibt dem ganzen eine ganz eigene Inszenierung mit einem guten Schuss Pfeffer und Spannung.

Störendes:
Emma und Julian. Leider. Der Fokus liegt zu sehr auf dem Hin- und Her und weniger auf der starken Freundschaft, die die beiden verbindet.
Hin und wieder an den Haaren herbeigezogene Wendungen/Lösungen.
Querverweise zu den anderen Reihen, die für neuhinzukommende Leser unverständlich sind.


Fazit:
Ein gelungener Start in eine neue Reihe, allerdings mit einem kleinen Verbesserungspotenzial. Sehr spannend - wegen den Querverweisen zu den anderen Reihen sollte man diese allerdings auch gelesen haben. Ich erhoffe mir viel vom zweiten Band!

Veröffentlicht am 07.07.2017

Unheimlich phantastisch oder unheimlich langatmig?

Die Geisterseher
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Inhalt:
Die Gebrüder Grimm erhalten vom dahinsiechenden Friedrich Schiller ein versiegeltes Manuskript, dass sie Johann Wolfang von Goethe bringen sollen. Auf dem Weg durch Weimar wird es jedoch entwendet. ...

Inhalt:
Die Gebrüder Grimm erhalten vom dahinsiechenden Friedrich Schiller ein versiegeltes Manuskript, dass sie Johann Wolfang von Goethe bringen sollen. Auf dem Weg durch Weimar wird es jedoch entwendet. Als sie aus Scham am nächsten Tag aus Weimar abreisen, werden sie allerdings von den Dieben, darunter Elisa von Brockoff, gefangen genommen... So werden die Gebrüder Grimm sich einer Welt gewahr, in der es verschiedene Parteien auf das versiegelte Manuskript Schillers abgesehen haben... Wer wird es jedoch am Ende erhalten? Und welches Geheimnis enthält es?

Erzählstil:
Der Titel mag es bereits verraten: leider hat mich das Buch nicht wirklich mitgerissen. Über den Schreibstil wird man sofort in die Zeit der großen deutschen Dichter gezogen, das funktioniert wirklich wunderbar. Dann ist da aber die Erzählung aus Sicht von Wilhelm Grimm... Oft sehr gefühlslastig - was nicht schlechtes ist, um Himmels Willen - und schwülstig hat es mich leider irgendwie nicht mitgerissen. Ich habe das Buch bestimmt fünfmal angefangen und immer wieder weggelegt...

Geschichte:
Sehr sehr schön spannend und verschwörerisch, aber eben mit gewissen Längen in der Erzählung - oder plötzlichen Sprüngen durch die Räumlichkeit.

Charaktere:
Wilhelm ist mir zu gefühlsdusselig und Jacob zu geradlinig... Eine Mischung der beiden wäre schön gewesen ;)
Alle anderen Charaktere werden bis auf Fräulein Anna fast ausschließlich in ihren äußeren Gestalt beschrieben, weshalb mich ihre Schicksale leider nur minimal interessiert haben...

Fazit:
Es ist kein schlechtes Buch. Die Geschichte ist innovativ und mysteriös. Es ist wunderbar, geschichtliche Charaktere aufleben zu sehen. Für mich war der Schreibstil leider nichts - aber ich werde Die Winterprinzessin trotzdem lesen. Es ist vielleicht einfach nicht Kai Meyer at his best.

Veröffentlicht am 06.05.2018

Das Alkoholproblem

Zum Teufel mit der Liebe
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Versteht mich nicht falsch, dieses Buch ist sehr unterhaltsam. Aber ich kann und will es nicht besser bewerten, da es, meiner Ansicht nach, Alkohol als die Lösung sehr vieler Probleme verherrlicht. Beziehungsweise, ...

Versteht mich nicht falsch, dieses Buch ist sehr unterhaltsam. Aber ich kann und will es nicht besser bewerten, da es, meiner Ansicht nach, Alkohol als die Lösung sehr vieler Probleme verherrlicht. Beziehungsweise, Chardonnay.


Den ersten Band von Catalea Morgensterns Geschichte hab ich dank der Lesejury in einer Leserunde kennengerlernt. Auch damals habe ich das Alkoholproblem bereits angemerkt, aber die meisten anderen Teilnehmer haben es mit "das gehört nun mal als Sünde zu der ganzen Höllen-Geschichte dazu" abgetan. Und ich dachte mir: "Okay, ja, soooo schlimm war es auch gar nicht." Die Kombination aus Markennamen und Cataleas Unfähigkeit, trotz Schmerzen und Unpraktikabilität auf High Heels zu verzichten, waren damals noch nervtötender.

Nun hat es sich aber umgekehrt.


Catalea Morgenstern hält sich im ersten Kapitel eine Pistole an den Kopf, weil es nun mal nicht anders geht, ihren Vater Luzifer als Vorstand der Firma zu ersetzen: sie muss sich erstmal ins Jenseits katapultieren. [Hier bitte schweren Seufzer einbauen.] Ja, ja, es macht Sinn mit der Geschichte, aber ist es nicht auch eine Verherrlichung des Selbstmordes? Ich bin zu kritisch, oder?

Ich liebe Cataleas und Timurs Humor, ihre Beziehung, und auch die ganze Konzeption der Firma ist genial. Sogar die Hauptstory um die Revolten im neunten Kreis, die Attentate auch Catalea und Jans nervende Auftritte finde ich, für einen Liebesroman, gar nicht mal so übel.

Wäre da nicht Cataleas unablässiges Lechzen nach Chardonnay. Ja, sie ist die Teufelin. Und ja, normales Wasser tut's dann nicht mehr. Das kann ich alles verstehen. Aber es muss nicht in jedem einzelnen Kapitel als Lösung für einen Streit mit Timur, für Jans Auftauchen, für ein Treffen mit den Sieben, für einen Anschlag auf ihre Person... etc. als Lösung dienen. Nein!