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Veröffentlicht am 24.01.2022

Spannender Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen

Das Loft
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Ein Loft in Hamburg. Eine Blutlache. Keine Leiche. Zwei Verdächtige.

Sarah und Marc haben sich im Urlaub kennengelernt und wurden schnell ein Paar. Sie zogen in ein schickes Hamburger Loft, wo sie allerdings ...

Ein Loft in Hamburg. Eine Blutlache. Keine Leiche. Zwei Verdächtige.

Sarah und Marc haben sich im Urlaub kennengelernt und wurden schnell ein Paar. Sie zogen in ein schickes Hamburger Loft, wo sie allerdings nicht alleine lebten: Henning, Marcs bester Freund seit Kindertagen, wurde ihr Mitbewohner. Das sorgte immer wieder für Spannungen in der Wohngemeinschaft. Nun fehlt von Henning jede Spur und eine riesige Blutlache in der Küche lässt Grausames vermuten. Sarah und Marc geraten ins Fadenkreuz der Ermittlerinnen. Kann man ihren Worten trauen?

Die Ereignisse werden sowohl aus Marcs als auch aus Sarahs Ich-Perspektive geschildert, wodurch man sich nie sicher sein kann, ob die Wahrheit gesagt wird. Beide beteuern ihre Unschuld, aber ihre Gedankengänge lassen vermuten, dass sie etwas verheimlichen. Stück für Stück kommen neue Details ans Licht. Was ist wirklich passiert? Durch weitere Kapitel, die die laufenden Ermittlungen schildern, bekommt man als Leser
in noch zusätzliche Eindrücke.

Die Handlung wurde zunehmend spannender. Während in der ersten Hälfte noch nicht viel passiert, bekommt man tiefe Einblicke in die Psyche der Verdächtigen. Was steckt hinter der Fassade des perfekten Paares? Spätestens nach 200 Seiten konnte ich das Buch dann nicht mehr beiseitelegen. Ich wusste gar nicht mehr, wem ich noch glauben kann. Es gab nervenaufreibende Wendungen, mit denen ich absolut nicht gerechnet hätte. Mein Versuch, hinter die Wahrheit zu kommen, ist gescheitert. So blieb das Buch bis zum Ende mitreißend!

Fazit: Linus Geschke hat es geschafft, einen packenden Thriller mit interessanten Figuren und überraschenden Wendungen zu konzipieren. Hier ist nichts, wie es scheint. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Jahreshighlight!

Drowning in Stars
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Schon der erste Satz des Prologs bleibt in Erinnerung und hat dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, was dahintersteckt. Man bekommt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was einem beim Lesen erwarten ...

Schon der erste Satz des Prologs bleibt in Erinnerung und hat dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, was dahintersteckt. Man bekommt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was einem beim Lesen erwarten wird: „Drowning in Stars“ ist keine gewöhnliche Liebesgeschichte.

Man lernt die Protagonisten im Alter von zwölf Jahren kennen, als Gaze mit seinem Vater gegenüber von Pixie einzieht. Man begleitet sie durch ihre Kindheit, was einen großen Teil der Handlung ausmacht. Beide mussten schon viel zu früh lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Gaze‘ Vater ist Alkoholiker, während Pixies Mutter sich mit mehreren Jobs über Wasser hält. Zwischen Einsamkeit und Angst finden die beiden in ihrer Freundschaft einen Lichtblick. Sie gibt ihnen Halt, bis ein Ereignis alles verändert…

Das Buch hat mich emotional sehr mitgenommen (siehe Triggerwarnung) und mich beim Lesen fast an meine Grenzen gebracht. Ich finde es aber wichtig, dass man auch vor solchen Themen die Augen nicht verschließt. Die Autorin geht nicht auf alle Geschehnisse explizit ein, worüber ich ganz froh war. Die Andeutungen, die teils gemacht wurden, haben für einen Kloß im Hals gesorgt. Das Buch hat mich so oft zum Weinen gebracht, dass „Drowning in Tears“ auch ein angemessener Titel gewesen wäre. Es gab Tränen vor Erschütterung, aber auch Tränen vor Rührung.

„Sie schob einen Teller mit Keksen vor mich. Diese kleine Geste brachte mich den Tränen näher als alles andere, was heute Nacht passiert war. Es war ein kleiner Blick auf eine andere Art von Leben - wie es eigentlich sein sollte.“ (Seite 225)

Sowohl Pixie als auch Gaze sind wahnsinnig starke Charaktere, die ich gleich in mein Herz geschlossen habe. Ich fand es toll, dass Pixie am Anfang diejenige war, die Gaze vor den zwielichtigen Ecken und gewalttätigen Personen der Nachbarschaft beschützt hat. Hier wurde mit der traditionellen Rollenverteilung gebrochen. Gaze ist wahnsinnig liebenswürdig und man leidet mit ihm mit. Die Verbindung zwischen den beiden baut auf einer tiefen Freundschaft auf, was ich wahnsinnig schön fand. Doch mit der Zeit hinterlassen die Geschehnisse Spuren und die beiden verändern sich, was mein Herz an so mancher Stelle gebrochen hat. Die Nebencharaktere, die dafür verantwortlich waren, habe ich verabscheut. Bei anderen Figuren, die einen Einfluss auf Pixies und Gaze‘ Geschichte hatten, schimmerten die guten Seiten immer mal wieder durch. Es gab aber auch Nebencharaktere, die ich sehr gemocht habe und die die Welt für die beiden besser gemacht haben.

Durch den altersangemessenen Schreibstil in der Ich-Perspektive bekommt man einen emotionalen Einblick in die Gefühlswelten und Gedankengänge beider Protagonisten. Mir hat es gut gefallen, wie die Autorin die wechselnden Perspektiven dazu genutzt hat, um zwischendurch Informationen zurückzuhalten. Das hat dazu beigetragen, dass die Spannung im ganzen Buch aufrechterhalten wurde.

Fazit: „Drowning in Stars“ gehört für mich jetzt schon zu den Jahreshighlights.

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Die leisen Tage klingen nach

Als die Tage leiser wurden
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London, ein kleines Café mit dem Namen Cinnamoon. Hier treffen Cecilia und Lukas regelmäßig aufeinander, bis sie gemeinsam die Geheimnisse der Stadt erkunden. Doch nicht nur London ist eine geschichtsträchtige ...

London, ein kleines Café mit dem Namen Cinnamoon. Hier treffen Cecilia und Lukas regelmäßig aufeinander, bis sie gemeinsam die Geheimnisse der Stadt erkunden. Doch nicht nur London ist eine geschichtsträchtige Stadt, auch die Vergangenheit der Protagonisten steckt voller unausgesprochener Geschehnisse.

„Manche Erinnerungen beförderte man immer wieder ans Tageslicht und polierte sie, bis sie strahlten. Andere vergrub man so tief, dass sie unergründlich wurden.“ (Seite 132)

Ein unvollendeter Brief ihres verstorbenen Vaters lässt Cecilia keine Ruhe. Gemeinsam mit der Protagonistin begibt man sich auf die Suche nach Antworten. Doch welche Rolle spielt Lukas dabei, der nur wenig von sich preisgibt? Die Handlung hat mich von Anfang an zum Miträtseln eingeladen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Zu Beginn waren noch lauter Fragezeichen in meinem Kopf, bis sich die Hinweise langsam verdichtet haben und ich sehnsüchtig darauf gewartet habe, dass Cecilia die Zusammenhänge auch entdeckt.

Die Charaktere haben in mir teils ambivalente Gefühle hervorgerufen. Dieser Aspekt wird auch im Buch angesprochen.

„Aber es ist so, wie du gesagt hast: kein Schwarz, kein Weiß. Dazwischen sind noch andere Töne.“ (Seite 260)

Dadurch bekommen die Figuren mehr Tiefe. Sie sind keineswegs perfekt, was Authentizität schafft. Mit fortlaufender Handlung geraten die Protagonisten zunehmend in moralische Dilemmata. Manche Entscheidungen, die getroffen wurden, kann (und sollte) man als Leser*in hinterfragen. Die Geschichte steckt voller emotionaler Wendungen und ich bin mir nicht sicher, wie ich in bestimmten Situationen gehandelt hätte. Hat ihre Liebe überhaupt eine Chance?

Die Handlung und der Schreibstil stehen im Einklang. Musikalische Metaphern unterstreichen die Geschichte. Der Autorin ist es wunderbar gelungen, die gemütliche und geheimnisvolle Atmosphäre des Buches mit Worten einzufangen.

Fazit: Es sind die leisen Töne, die nachdenklich machen. So wird das Buch noch lange nachklingen.

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Berührend und spannend

Die Stille hinter den Wolken
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Seid ihr bereit für eine Reise nach Cold Spring?

„In diesem Ort trifft Vergangenheit auf Zukunft. Es ist eine Stadt, in der scheinbar alles stehen geblieben und trotzdem irgendwie in Bewegung ist.“

Die ...

Seid ihr bereit für eine Reise nach Cold Spring?

„In diesem Ort trifft Vergangenheit auf Zukunft. Es ist eine Stadt, in der scheinbar alles stehen geblieben und trotzdem irgendwie in Bewegung ist.“

Die Kleinstadt steckt trotz der neugierigen Bewohner*innen voller Geheimnisse. Als der CEO Cailan Jenkins in Cold Spring eintrifft, muss er in die Vergangenheit der Stadt eintauchen, um seine Geschäftspläne umsetzen zu können. Dabei lernt er auch seine Angestellte Alina näher kennen…

Mit Cailan wurde ich nur langsam warm. Er wirkte auf mich anfangs wie der kalte, arrogante Geschäftsmann, der nur Profit machen will. Alina lässt sich von seiner attraktiven Fassade nicht blenden, was immer wieder zu hitzigen Wortgefechten führt, bis Cailan ihr einen Vorschlag unterbreitet, welcher die Stimmung zwischen den beiden verändert...

Alina ist in Cold Spring aufgewachsen, wo sie nach wie vor gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Schwestern lebt. In dem Haus ist immer etwas los! Die Familiendynamik und der Zusammenhalt habe ich besonders gemocht. Im Laufe der Handlung lernt man Alinas sieben Schwestern kennen. Hier war es manchmal etwas schwierig, den Überblick zu behalten. Keine von ihnen kennt Alinas Traum, den sie seit einem Rückschlag vor ihrer Familie versteckt hält. Ich konnte ihre Selbstzweifel gut nachempfinden und fand die Herausforderungen, denen sie sich stellen musste, sehr authentisch beschrieben.

Die Geschichte ist sowohl aus Alinas als auch aus Cailans Ich-Perspektive geschrieben, sodass man einen Einblick in die Gefühlswelten beider Hauptcharaktere erhält. Die Handlung konnte mich schnell in ihren Bann ziehen und es blieb bis zum Ende spannend. Die überraschenden Wendungen haben für ein Gefühlschaos gesorgt, was dazu geführt hat, dass ich das Buch teils gar nicht mehr aus der Hand legen konnte! Das große Geheimnis der Geschichte hat mich sehr berührt, aber ich möchte nicht zu viel verraten… Die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart ist der Autorin auf jeden Fall sehr gut gelungen! Man erfährt einiges über die Familien der Figuren, was für emotionale Lesemomente sorgt und nicht nur die Charaktere zum Nachdenken anregt.

Fazit: „Die Stille hinter den Wolken“ ist eine berührende Geschichte voller Familienzusammenhalt und Liebe, aber auch voller Trauer. Ihren eigenen Familiengeheimnissen auf der Spur, finden die Figuren zurück zu ihren Wurzeln. Das Ende hat mich fassungslos zurückgelassen und ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 27.12.2021

Winterliches Wohlfühlbuch

Hell wie der Weihnachtsstern
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„Hell wie der Weihnachtsstern“ ist der vierte Teil der Northern Love-Reihe von Julie Birkland, der auch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden kann. Ich kannte die Geschichten rund um Linneas ...

„Hell wie der Weihnachtsstern“ ist der vierte Teil der Northern Love-Reihe von Julie Birkland, der auch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden kann. Ich kannte die Geschichten rund um Linneas Familie vorher nicht und hatte keine Schwierigkeiten, mich in die Handlung hineinzufinden. Auf einer der letzten Seiten des Buches ist ein Stammbaum der Familie abgedruckt, der mir beim Zurechtfinden zusätzlich geholfen hat. Ein Kuchenrezept findet sich dort auch noch, was perfekt zu der Handlung passt!

Julie Birkland nimmt die Leserinnen mit ins winterliche Norwegen und schafft eine schöne Wohlfühlatmosphäre. Ich habe mich dort sofort wie zu Hause gefühlt! Linnea hat in Lillehamn ihr „Strandkafé“ eröffnet, was sich im Sommer als gemütlicher Treffpunkt etabliert hat. Im Winter fehlen ihr jedoch die Kundinnen, was einen Konkurrenzkampf mit dem Barbesitzer Jarik entfacht. Doch dann ändern sich ihre Gefühle…

„Er schaute auf, und für den Bruchteil eines Augenblickes geschah etwas Eigenartiges. In der Bucht mit der Robbe hatte sie etwas Ähnliches erlebt, aber jetzt empfand sie es deutlicher: Es war, als wären sie zwei Schauspieler, die mitten im Stück innehielten und sich jenseits der Masken betrachteten, ganz kurz nur.“ (Seite 70)

Man hat die Anziehung zwischen Linnea und Jarik richtig gespürt. Aus einem Gegeneinander wurde ein Miteinander. Beide waren mir schnell sympathisch! Sie haben das Herz am richtigen Fleck und arbeiten hart für ihre Ziele. Dadurch haben sie mehr gemeinsam, als sie am Anfang vielleicht vermutet hätten. Die Fassade des tätowierten Barkeepers hat mich etwas getäuscht, sodass Jarik hin und wieder für Überraschungen gesorgt hat. Das Buch ist in der dritten Person sowohl aus Linneas als auch aus Jariks Perspektive geschrieben. So bekommt man auch einen Einblick in die Vergangenheit und die Familiensituationen der beiden Charaktere. Trotz der damit verbundenen ernsteren Themen kommt die Geschichte ohne großes Drama aus, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

FAZIT: „Hell wie der Weihnachtsstern“ eignet sich wunderbar, um gemütliche Lesestunden auf dem Sofa zu verbringen, während man von heißer Schokolade, Kuchen, Robben und Norwegen träumt.

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