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Veröffentlicht am 06.05.2019

William R. Forstchen hat hier ein verdammtes Meisterwerk geschaffen, das einfach auf ganzer Linie überzeugt

One Second After - Die Welt ohne Strom
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Ich hab schon einige Dystopien mit wirklich erschreckenden Zukunftsszenarien gelesen.
Einige haben mich begeistert, ja förmlich geflasht, andere weniger.
Aber niemals, absolut niemals hat sich jemals etwas ...

Ich hab schon einige Dystopien mit wirklich erschreckenden Zukunftsszenarien gelesen.
Einige haben mich begeistert, ja förmlich geflasht, andere weniger.
Aber niemals, absolut niemals hat sich jemals etwas so verheerend und so realistisch angefühlt. Ich bin wirklich fast zusammengebrochen und hab Sturzbäche an Tränen vergossen.
Vor Verzweiflung, vor Wut.
Vor Angst und Trauer.
Es ist kein einfaches Buch. Es ist ziemlich schwer, drückend und so unendlich voller Trauer und Qual.
Die einzelnen Schicksale berühren so unendlich tief. Doch man spürt nichts als eine quälende Ohnmacht, weil man diesem nichts entgegenzusetzen hat.

Der Autor hat eine sehr brilliante und sehr gewaltige Art zu schreiben.
Klar, direkt, schonungslos.
Er zeigt mit brutaler Ehrlichkeit auf, was sein könnte.
Er zeigt unsere Schwachstellen und das was uns als Menschen ausmacht.
Klassifizierung gibt es nicht. Es gibt einfach nur Menschen, die versuchen zu überleben. Ein schier aussichtsloses Unterfangen und doch bleibt man an Johns Seite und kämpft. Immer wieder. Bis zur Erschöpfung und darüber hinaus.
Ganz besonders John und sein nahes Umfeld haben mich wirklich berührt und ich hab so immens mit Ihnen gelitten und geweint.
Es gibt niemanden in diesem Szenario, der nicht authentisch ist. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, es zu etwas großem zu machen.
Man hat das Gefühl dieses Buch nicht nur zu lesen, sondern als wäre man direkt unter Ihnen.
Doch was tatsächlich enorm beängstigend ist, das es gar nicht mal so abwegig ist und sich so verdammt realistisch anfühlt.
Es ist gefüllt mit Leben und man spürt es einfach bis ganz tief drinnen.
Das Ausmaß, die Bedrohung ist so greifbar, das es mich wirklich unter sich begraben hat.
Es ist erschreckend wie abhängig wir mittlerweile von Technik sind und vor allem dieser Aspekt hat die meiste Angst in mir ausgelöst.
Wie würde unsere Welt ohne all das aussehen?
Wir sind den Luxus so gewöhnt, das wir gar nicht wüssten, wie wir ohne all dem damit umgehen würde.
Ein nachvollziehbares Szenario, denn so könnte es tatsächlich aussehen.

Die Menschen reagieren, so wie es Menschen tun. Das mag schrecklich und barbarisch sein. Aber so ist es nun einmal. So ist die Wirklichkeit.
Hier erfahren wir alles aus Johns Perspektive und dieser wirklich großartige und selbstlose Mann hat mich so oft zum weinen gebracht. Er ist jemand zu dem man aufschaut, den man einfach respektiert und liebt.
Es gab einige Menschen in diesem Roman die mir wirklich ans Herz gingen. Aber niemand so sehr wie John. Außer Jennifer, Zach und Ginger.
Die Handlung hat mich von erster Sekunde an gefesselt und förmlich in einen Sog gezogen. Es ist keine leichte Lektüre. Ich musste es immer wieder weglegen, weil ich so eine Angst und Ohnmacht verspürte. Ich wollte dem Ganzen Ausmaß nicht ins Auge sehen.
Ich wollte die Kontrolle nicht verlieren.
Denn wenn man John begleitet , spürt man wie sehr alles entgleitet, wie verzweifelt und hoffnungslos er ist.
Verantwortung auf seinen Schultern, die kaum zu tragen ist. Zu schwer , für ihn. Für jeden.
Wenn ich jetzt sage, dieses Buch hat mich total begeistert, dann wäre das zuviel an positiver Energie.
Dieses Buch hat mich wahnsinnig beschäftigt und innerlich förmlich ausgesaugt. Das Beste , das ich je in dieser Form gelesen habe.
Es klärt auf, zeigt auf, was Menschlichkeit letztendlich wirklich bedeutet.
Jede Seite Kraftakt durch und durch.
Jede Seite Hoffen und Bangen.

Wie weit würde man fürs Überleben gehen?
William R. Forstchen zeigt das auf sehr klare und brutale Art und Weise auf.
Der Handlungsverlauf ist enorm gut durchstrukturiert und folgt einer klaren Linie.
Es gab Überraschungen, die mich fertiggemacht haben. So viele Erkenntnisse, so viele Gedanken und Gefühle. Ich bin wirklich an meine Grenzen gestoßen und kann einfach nur sagen, das hier ein absolutes Meisterwerk vollbracht wurde und ich wirklich enorm gespannt bin , wie es weitergeht.

Fazit:
Puh. One Second After hat es wirklich in sich.
Ein Zukunftsszenario, das sich erschreckend realistisch anfühlt und gar nicht mal so abwegig ist.
Mich hat dieser Roman an meine Grenzen stoßen lassen. Er hat mich aufgewühlt und beschäftigt.
Er hat mich schockiert und erschüttert.
Und er hat mich unter sich begraben.
Keine Worte wären diesem Buch gerecht, denn William R. Forstchen hat hier ein verdammtes Meisterwerk geschaffen, das einfach auf ganzer Linie überzeugt.
Ein Buch , bei dem man Angst hat , die nächste Seite aufzuschlagen.
Für mich jetzt schon das absolute Beste Buch in diesem Jahr.
Etwas das jeder lesen sollte.

Veröffentlicht am 03.05.2019

Ein Roman über das loslassen und neu beginnen

Wenn du das hier liest
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“Wenn du das hier liest” sticht vor allem dadurch heraus, wie es verfasst wurde.
Man begleitet nicht das Schicksal eines einziges Menschen und hat Anteil an seinen Gedanken und Gefühlen.
Dieser Roman ist ...

“Wenn du das hier liest” sticht vor allem dadurch heraus, wie es verfasst wurde.
Man begleitet nicht das Schicksal eines einziges Menschen und hat Anteil an seinen Gedanken und Gefühlen.
Dieser Roman ist in Briefform verfasst. Emails, Blog Einträge. All das findet man hier.
So etwas ist immer sehr schwer, vor allem für den Leser. Es ist schwierig dadurch die ganze Bandbreite zu erfassen und es wirklich zu spüren.
Der Autorin gelang es in meinen Augen sehr gut diese Hürde zu meistern.
Doch trotz des doch eher plastischen Schriftverkehrs, hat sie es geschafft, mich innerlich aufzuwühlen.
Was vor allem an der äußerst schwierigen Thematik liegt, die hier zugrunde liegt.
Trauer, Verlust und die Konsequenzen dessen.
Man erlebt nicht nur Iris, die vom Schicksal gebeutelt ist und in ihrem Blog ein Ventil findet. Es sind ihre letzten Zeilen an die Hinterbliebenen.
Was zu sehr viel Schmerz und Qual führt.
Obwohl ich wußte, was letztendlich mit ihr geschah, so hab ich doch mit ihr gehofft und nach jedem Strohhalm gegriffen.
Es hat mich förmlich zerrissen, nicht dagegen angehen zu können.
Hoffnungslosigkeit, Wehmut, Angst.
Die Autorin zeichnet nicht nur ein sehr gutes Bild von Iris selbst. Sondern auch von ihrem Umfeld.
Von ihrem Chef Smith,dessen Praktikanten Carl und ihrer Schwester Jade.
Erstaunlicherweise haben Sie alle sehr viel Tiefe.
Besonders Carl hat mich immer wieder zum schmunzeln gebracht. Er hat ein Talent dafür, immer wieder ins Fettnäpfchen zu treten. Aber auf eine seltsame Art und Weise ist er auch ein wichtiger Bestandteil und Halt in dieser sehr emotionalen Story.
Jade und Smith schlagen ihr eigenes Kapitel auf und so wie sich jede Seite ändert,so ändert sich auch ihr Leben.
Sie haben Träume, Hoffnungen. Doch durch den Verlust droht alles auseinanderzubrechen. Man spürt wie verzweifelt und zerrissen sie sich fühlen.
Doch es geht weiter. Irgendwie.

Der Schreibstil von Mary Adkins ist recht einfach gehalten, leicht verständlich und die Seiten flogen nur so an mir vorbei. Das ganze entwickelte einen Sog, dem ich begierig folgte.
Tatsächlich hatte ich keine Erwartungen und wurde wirklich überrascht.
Die Charaktere haben mich wirklich berührt, sie haben verdammt viele Ecken und Kanten und das hat sie für mich auch so greifbar gemacht. Ich mochte sie sehr. Allen voran Iris.
Ich dachte auch , es geht nur um sie.
Doch es ist so viel größer.
Es geht um Einsamkeit, die Kraft loszulassen und nach vorne zu sehen. Es geht darum , im größten Moment des Schmerzes, neue Gefühle zuzulassen.
Neue Wege zu gehen.
Sich nicht aufzugeben.
Es wird aufgezeigt, dass Verlust nicht nur einen einzelnen Menschen betrifft. Das so viel mehr daran hängt, als man vermuten würde.
Ich empfand diese Geschichte als wahnsinnig traurig und die Atmosphäre als sehr drückend.
Jeder hat hier sein Päckchen zu tragen. Was nicht nur an Iris’ Schicksal liegt.
Das Leben geht manchmal seltsame Wege und führt zusammen, was zusammen gehört.
Tatsächlich habe ich diese Konstellation nicht kommen sehen und war deshalb von dem Ende sehr überrascht.
Mein einziger Kritikpunkt: ich hätte mir gern mehr Details von Iris’ Schicksalweg erhofft. Aber abgesehen davon, gelang es der Autorin im Angesicht der Erkenntnis, die ganze Traurigkeit und Qual über mich hereinbrechen zu lassen.

Schlussendlich ein sehr eindrucksvoller Roman , der mich aufgrund seiner Art doch sehr beeindruckt hat.

Fazit:
“Wenn du das hier liest” ist ein Roman der bewegt und unheimlich traurig und schmerzvoll ist.
3 Menschen
3 Schicksal
1 Weg der zusammenführt.
Trauer, Verlust, Schmerz.
Ein Roman über das loslassen und neu beginnen.
Ein Roman der mich trotz seiner Briefform emotional mitgerissen und beschäftigt hat.
Die Autorin hat gerade diesen Balanceact hervorragend gemeistert.
Ein Roman der einfach auch mal zum nachdenken bringt.
Über das Leben, verpasste Chancen und sich selbst.

Veröffentlicht am 03.05.2019

eine Dämonengeschichte, die sich absolut abhebt und ihren eigenen Esprit und Charme hat

Devilish Beauty 1: Das Flüstern der Hölle
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“Devilish Beauty ” fällt weniger durch das Cover , als vielmehr durch den sehr interessanten Klappentext ins Auge.
Also stürzte ich mich sogleich darauf und war doch zunehmend überrascht, welche Wandlung ...

“Devilish Beauty ” fällt weniger durch das Cover , als vielmehr durch den sehr interessanten Klappentext ins Auge.
Also stürzte ich mich sogleich darauf und war doch zunehmend überrascht, welche Wandlung diese Geschichte vollzogen hat.

Justine Pust hat einen doch sehr leichten, aber auch sehr fordernden Schreibstil, wodurch ich ruckzuck durch war.
Prägend ist absolut die düstere und unheilvolle Atmosphäre, die mich vollkommen im Griff hatte.
Großen Spaß hatte ich vor allem an dem Sarkasmus, der besonders im ersten Teil der Story sehr gut zum Ausdruck kam. Im zweiten Teil der Story war es weniger der Fall, da die Geschichte sehr viel ernster, drückender und dramatischer wurde.
Etwas was den eigentlichen Kern viel besser zum Ausdruck gebracht hat.

Hierbei erfahren wir die Perspektiven von Drake und Mimi. Drake hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Weil er ziemlich durchtrieben ist und seine eigene Art hat, seine Ziele zu verfolgen.
Mimi dagegen erschien mir zunächst etwas zu sorglos.
Naiv. Schwach. Man hatte immer das Gefühl, sie müsse vor sich selbst beschützt werden.
Schwerer Fehler.
Denn gerade Mimi hat hier eine Wandlung durchlaufen, die ich so nicht erwartet habe, die mir aber ausgesprochen gut gefallen hat.
Mein Lieblingscharakter war aber ohne Frage Tessa. Ich hab sie von der ersten Sekunde an geliebt und war einfach nur begeistert von ihrer toughen und starken Art. Sie zeigt jedem wo es lang geht, nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und tritt dem einen oder anderen schon mal kräftig in den Hintern.
Insgesamt gelang es der Autorin die Charaktere sehr gut zu zeichnen. Sie haben Esprit und Charme. Ganz besonders Tessa brachte mich immer wieder zum schmunzeln.
Sie sind greifbar und vielschichtig gestaltet, was sie undurchschaubar macht und somit auch die Spannung und den Nervenkitzel erhöht. Jeder hat seine Geheimnisse, die er eigentlich nicht preisgeben möchte.

Interessant war für mich tatsächlich der Handlungsverlauf.
Während es zunächst sehr spritzig, voller Witz und Charme war. Verlor sich die Sorglosigkeit im Laufe des Geschehen.
Es wurde ernster, packender, drängender.
Eine Emotionsgewalt entlud sich hier förmlich vor meinen Augen.
Während ich eben noch grinste, wurde mir das mit einem Wimpernschlag aus dem Gesicht gewischt und ich fand mich vor den Trümmern der Welt wieder.
Denn die Balance steht auf dem Spiel.
Mimi sieht sich großen Herausforderungen gegenüber und plötzlich ist sie es, die den Zepter in der Hand hält.
Doch gelingt es ihr tatsächlich die Welt zu retten oder schafft sie es, etwas noch viel schlimmeres zu bewerkstelligen?
Tatsächlich war ich hin- und hergerissen. Ich wusste nicht, an welcher Front ich zuerst kämpfen sollte.
Dunkelheit und Ohnmachtsgefühle zogen ein und es versank alles im Chaos.
Diese Wandlung hat mich überrascht, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.
Und auch wenn wir es hier mit Dämonen, Engeln, Hexen und vielem mehr zutun haben, so zeigt die Autorin sehr gut auf, daß dies nichts anderes als eine Hülle ist.
Das Böse und Gute ist nicht klar definierbar und immer eine Sache der Perspektive.
Nehmen wir Baal, der eigentlich knallhart und beängstigend ist, aber doch so viel mehr in sich verbirgt, als man erwarten würde.Auch mein Herz hat er im Sturm erobert. Aber nicht so sehr wie Cosmo.Was für ein Höllenhund. Einfach genial und so schön.
Die Konstellationen formen sich neu und das Dreamteam das sich daraus ergab, hat mir enorm gut gefallen.
Auch die zwischenmenschlichen Aspekte wurden hier nicht außer Acht gelassen. Es gab sehr einfühlsame, losgelöste und prickelnde Momente, was dem Ganzen sehr viel Tiefe verschafft hat. Auf die Art fühlt man es intensiver und kann die Charaktere besser verstehen und in sich aufnehmen. Das gab dem Ganzen eine gewisse Balance und einen Halt, den man auch braucht.
Definitiv eine Dämonengeschichte, die sich deutlich abhebt und einen biblischen Touch innehat.
Moderner und mit seinem eigenen Charme.

Gegen Ende des Buches ging es wirklich Schlag auf Schlag. Die Ereignisse überschlugen sich förmlich.
Mir wurde das Herz gebrochen. Mehrfach.
Es hat mich runtergezogen, wütend gemacht, erschüttert und das Ganze auf eine Art betrachten lassen, die ich nicht erwartet habe.
Ohne Frage ist hier ein ziemlicher starker und wendungsreicher Auftakt entstanden, der facettenreicher,düsterer, beklemmender und dramatischer ist, als man meinen würde.
Ich bin begeistert von der Charakteren und den Wendungen, die ich absolut nicht kommen sehen hab und was mich im Ganzen wirklich beeindruckt hat.
Ich bin schon mega gespannt wie es weitergeht.
Es ist nicht das Ende. Es ist der Anfang.

Fazit:
Justine Pust hat hier einen ziemlichen genialen und vielschichtigen Auftakt geschaffen, der mich gnadenlos begeistert und mitgerissen hat.
Schwarz wie die Hölle und mit Sarkasmus überzogen , der nicht nur absolut genial ist, sondern auch perfekt zur Story passt.
Dämonen, Engel,Hexen
Das Böse und Gute hält sich immer die Waage, doch was, wenn die Balance aus dem Gleichgewicht gerät? Nun, dann haben wir ein Problem.
Mimi tritt man eben, ganz ausversehen so richtig kräftig ins Fettnäpfchen. Dummerweise steht nun etwas viel Größeres auf dem Spiel. Zum Beispiel das Schicksal der ganzen Welt. Ups.
Drama Baby,Drama.
Oh mein Gott, mir entgleisten die Gesichtszüge und ich wusste ehrlich nicht, ob ich zuerst lachen oder weinen sollte. Definitiv eine Dämonengeschichte, die sich absolut abhebt und ihren eigenen Esprit und Charme hat.
Für mich ein absolut gut ausgearbeiteter und genial durchstrukturierter Auftakt, der mit großartigen Charakteren punktet und so einiges zum Vorschein bringt.
Mein Lieblingscharakter ist aber ohne Frage Tessa. Ich hab sie von der ersten Sekunde an geliebt und war einfach nur begeistert von ihrer toughen und starken Art. Sie zeigt jedem wo es lang geht, nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und tritt dem einen oder anderen schon mal kräftig in den Hintern.
Ein Handlungsverlauf der bis zum Ende unvorhersehbar ist.
Packend, dramatisch und nervenzehrend.
Ich bin mega gespannt wie es weitergeht, denn es ist nicht das Ende. Es ist der Anfang.
Herrlich spritzig, erfrischend, aber auch gewaltig und beklemmend.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Eine unkonventionelle Ermittlerin und ein Fall der vor Kalkül und Abgründigkeit nur so strotzt

Profiling Murder – Fall 1
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Als großer Fan der Autorin hab ich mich wahnsinnig auf ihre neue Reihe gefreut und obwohl ich doch immer etwas brauche, um mich an neue Charaktere zu gewöhnen, so hatte mich Laurie doch sofort in der Hand.
Mit ...

Als großer Fan der Autorin hab ich mich wahnsinnig auf ihre neue Reihe gefreut und obwohl ich doch immer etwas brauche, um mich an neue Charaktere zu gewöhnen, so hatte mich Laurie doch sofort in der Hand.
Mit Laurie Walsh schickt sie eine ziemlich starke Protagonistin ins Rennen. Laurie ist Sozialarbeiterin, war aber früher bei der Polizei und wenn man Laurie erlebt, weiß man wie sehr sie dabei in ihrem Element ist.
Ich mag Laurie total gern, aber war doch etwas überrascht von ihrer Persönlichkeit. Natürlich hat Laurie auch eine schmerzhafte Vergangenheit, aber sie lässt sich dadurch nicht beherrschen. Was ich richtig klasse fand.
Sie geht ihren Weg stur geradeaus, ist aber auch wahnsinnig einfühlsam, aber kann auch ordentlich austeilen.
Für mich eine sehr vielschichtige Persönlichkeit, wo uns wohl noch einiges erwarten wird.
Unbedingt erwähnen muss ich noch Liam, der mich absolut zum lachen gebracht hat und ich bin wahnsinnig gespannt, was mich bei Ihm noch alles erwarten wird. Definitiv ein Mann, der nicht kalt lässt.

Dadurch dass man sowohl, Lauries, Täter- als auch die Opfersicht erfährt, haben die Charaktere unheimlich viel Tiefe. Das hat aber auch den Nebeneffekt, dass man nicht nur an den Ermittlungen teilhaben kann, sondern ganz besonders auch die Angst, den Schmerz und die Qual zu spüren bekommt.
Bei den Opfern wird es nicht ganz so blutig wie erwartet, nichtsdestotrotz ging es mir trotzdem nahe und beschäftigte mich.
Eine ganz andere Sache hingegen war die Sicht des Täters.
Man spürt das Kalkül und die Perfidität dahinter mehr als deutlich und das hat mich wirklich schockiert und fassungslos gemacht.
Damit wird jedoch auch aufgezeigt, das die Abgründe enorm tief sind und dem sicher nicht so einfach beizukommen ist.

Dania Dicken hat einfach eine sehr bildhafte, lebendige und leichte Art zu schreiben, so daß ich in einem Rutsch durch war.
Sie lenkt den Fokus nicht allein auf die Taten und Ermittlungen.
Sie geht tiefer und zeigt wer die Menschen dahinter sind. Dadurch spürt man sie mehr als deutlich , was die Spannung noch mehr anzieht, aber auch die Emotionalität verstärkt. Man kann gar nicht anders als mitzuleiden und mitzufiebern.
Mit Eindringlichkeit macht sie klar, das es jeden erwischen kann und wie scheinbar mühelos , sich der Täter unerkannt bewegt und einkassiert.
Das löste in mir eine ziemliche Beklemmung und Hilflosigkeit aus.
Am Ende bringt sie es zu einem guten Abschluss, der nicht nur alles löst, sondern trotz allem noch einmal schockiert.

Die Seiten flogen nur so an mir vorbei.
Definitiv ein Band der mich absolut begeistert und mitgerissen hat.
Lauries Hintergrund beschäftigt und auch in der übrigen Handlung ging es sehr temporeich zu, so daß an durchatmen gar nicht zu denken war.
Schock, Faszination und Beklemmung.
Aufgelockert wurde es durch die zwischenmenschlichen Aspekte, welche mir einige tolle Momente geschenkt haben.
Am Ende zieht sie nochmal einen Trumpf aus dem Ärmel, der mich nach Band 2 lechzen lässt.

Fazit
In Profiling Murder schickt Dania Dicken , Laurie Walsh ins Rennen.
Und oh mein Gott , sie kann es einfach.
Eine unkonventionelle Ermittlerin und ein Fall der vor Kalkül und Abgründigkeit nur so strotzt.
Es geht nahe, es ist brutal und gerade psychologisch gesehen, enorm gut ausgearbeitet.
Ich brauche unbedingt mehr Laurie.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Herzergreifend, voller Tempo und Intensität

Hunting the Beast 1: Nachtgefährten
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An diesem Buch hat mich vor allem, das wunderschönen Cover angesprochen und ich war wirklich mega gespannt darauf, ob der Inhalt ebenso mithalten und überzeugen würde.
Der Einstieg gelang mir gleich recht ...

An diesem Buch hat mich vor allem, das wunderschönen Cover angesprochen und ich war wirklich mega gespannt darauf, ob der Inhalt ebenso mithalten und überzeugen würde.
Der Einstieg gelang mir gleich recht gut, weil der Schreibstil wirklich sehr locker und leicht ist und zudem in einer sehr jugendlichen Sprache verfasst wurde.
Das Ganze wird aus der Perspektive von Ben und Dorothy kurz Dot geschildert.
Ich mochte die beiden sofort unheimlich gern.
Beide haben etwas trauriges und melancholisches an sich, wodurch man sich Ihnen sofort sehr viel näher fühlt.
Aufgrunddessen wie sie ihr Leben bestreiten, kommt auch sehr viel Stärke, Mut und Stolz zum Vorschein. Was ich wirklich gern mochte.
Beide haben viel erlebt. Im Laufe des Geschehen erfährt man auch immer mehr darüber, was dadurch die Blickwinkel erweiterte und man spürte und nachvollziehen konnte, warum sie so sind, wie sie sind.
Ganz besonders hat mich dabei Dots Hintergrund berührt. Man spürt wie sehr sie dadurch zu kämpfen hat und doch, lässt sie sich dadurch nicht maßgeblich beeinflussen.
Trauer und Wut darf uns beherrschen, aber man darf Ihnen nicht die Kontrolle über das eigene Leben übergeben. Was wahnsinnig schwierig ist und dennoch aufzeigt, was für eine starke Persönlichkeit Dot doch ist.
Auch die anderen Charaktere haben mich total begeistert und immer wieder zum lachen gebracht.
Allen voran Noah, Regina, Beth und Anna.
Sie wurden mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet, wirken glaubhaft und man kann sich wirklich gut in sie hineinversetzen.
Ebenfalls empfand ich die unterschiedlichen Wesen als sehr interessant, hätte mir jedoch diesbezüglich etwas mehr Tiefe gewünscht, um die einzelnen Konstellationen besser greifen zu können.
Ich würde mir wirklich wünschen, daß es noch mehr Bände aus dieser Welt gibt, denn ich bin der Meinung, es ist noch längst nicht alles gesagt.

Als ich in die Handlung eintauchte, spürte ich Trauer, Wut und Angst. Es war erschreckend , bestialisch und einfach niederschmetternd. Etwas , was den Kern dieser Geschichte sehr gut wiedergibt.
Wir sind immer das, was das Leben aus uns macht und doch liegt es allein an uns, das beste aus dem Leben herauszuholen.
Im Mittelpunkt der Geschichte liegt natürlich eine Liebesgeschichte verborgen. Sie kommt allerdings nicht laut und stürmisch daher.
Vielmehr ist sie sanft und leise, mit einigen Hürden verbunden und doch erlebt man dabei Momente des Glücks, Schmerzes und der Vertrautheit.
Tatsächlich mochte ich diesen Aspekt der Geschichte wahnsinnig gern. Es hatte einfach etwas sehr berührendes und vollkommenes ansich.
Die Dialoge zwischen Ben und Dot haben mich immer wieder zum lachen gebracht.
Erfrischend, charmant und einfach mit sehr viel Witz verbunden.
Ganz besonders haben mir jedoch die leichten Thrill Anteile gefallen.
Ben und Dot sehen sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert und es hat mir wirklich gut gefallen, wie sie damit umgegangen, wie sie es letztendlich gemeistert haben.
Der Verlauf ging wahnsinnig schnell vonstatten. Wurde begleitet von Adrenalin und Tempo.
Es wird dramatisch, herzergreifend und einfach sehr emotional.
Ich hatte Gänsehaut Momente und war einfach völlig gefesselt von dieser jugendlichen Story, in dessen Fokus doch das eigene Seelenheil, der eigene Schmerz und die innere Zerrissenheit verborgen liegt.
Auch wenn es keine allzu großen Überraschungen gab, so hat es mir wirklich gut gefallen.
Das Ende war ebenso sehr schön gestaltet , auch wenn ich das Gefühl habe, es wurde noch nicht alles gesagt. Für mich blieben dabei leider noch Fragen offen. Es war zwar ansich rund, ich hätte mir jedoch noch mehr Details und Antworten gewünscht.
Cosima Lang hat hier einfach eine Welt entworfen, die wahnsinnig interessant ist, aber auch einiges an Abgründen zu bieten hat.
Man taumelt zwischen Angst, Wut, Verzweiflung und der eigenen inneren Zerrissenheit umher.
Eine Welt , die sich abgesehen von den übernatürlichen Wesen gar nicht so sehr von unserer unterscheidet. Ein Grund dafür, warum man sich so gut in sie hineinversetzen und es wirklich erleben und fühlen kann.
Ganz besonders mochte ich die Idee mit der Gilde und ich denke , es gibt noch eine Menge Potenzial um dieses noch mehr auszubauen.

Letztendlich hat sie eine wahnsinnig ergreifende , aber auch sehr spannende Geschichte verfasst , die die Frage in den Raum wirft , wer man eigentlich ist und das die Vergangenheit, immer zu uns gehören wird.
Manchmal beeinflusst sie das eigene Leben. Aber manchmal hat man auch die Chance , das beste herauszuholen.

Fazit
Hunting the Beast hat ein wahnsinnig tolles Cover, das mich sofort begeistert hat. Ebenso kann der Inhalt sehr gut mithalten, er hat trotz kleinerer Schwächen von vorne bis hinten einfach nur begeistert und zum lachen gebracht.
Herzergreifend, voller Tempo und Intensität.
Einfach etwas fürs Herz.
Es wäre einfach mega, wenn aus dieser Welt noch mehr erscheinen würde, denn Potenzial zum Ausbau ist definitiv vorhanden.