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Veröffentlicht am 30.04.2019

So überwältigend, so gewaltig und düster zugleich

Revenge. Sternensturm (Revenge 1)
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Zu diesem Auftakt fällt mir einfach nur die Kinnlade runter. So überwältigend, so gewaltig und düster zugleich.
Jennifer L. Armentrout hat es mal wieder völlig verstanden, mich komplett zu überwältigen. ...

Zu diesem Auftakt fällt mir einfach nur die Kinnlade runter. So überwältigend, so gewaltig und düster zugleich.
Jennifer L. Armentrout hat es mal wieder völlig verstanden, mich komplett zu überwältigen. Bei Revenge handelt es sich um einen neuen Trilogie Auftakt, der in der Welt der Obsidian Reihe spielt. Mir wurde gesagt, man müsse die vorherige Reihe nicht kennen. Das stimmt. Wenn man allerdings noch vorhat Katys und Daemons Geschichte zu lesen, sollte man das unbedingt vor “Revenge” tun. Nun, das hab ich nicht. Für mich kein allzu großes Drama, da ich gut damit leben kann.
Allerdings sollte man sich bewusst sein, das hier kräftig bei der Welt gespoilert wird, was ja ansich nicht überraschend sein dürfte.
Mich jedoch hat es einfach nur vollkommen fasziniert und nicht einen Moment losgelassen.
Die Autorin hat so eine unfassbar geniale Art zu schreiben.
Locker und leicht, einnehmend, voller Gefühl und einem Kopfkino, das einem ganz schwummrig wird. Sie schreibt in einer leicht verständlichen und sehr jugendlichen Sprache, was ich als ungemein erfrischend empfand.
Gerade im Fantasy Bereich hatte ich gerade einen Hänger, der hiermit nun beendet wurde.
Sie schafft es immer wieder,mich aus diesem Loch herauszuholen. Weiß der Geier, wie sie das immer anstellt.
Und damit reihe ich mich in die Liga der Fans der Obsidian Reihe ein. Für mich hat sie einfach etwas phänomenales und einzigartiges geschaffen, das sowohl jung als auch alt begeistert.

Angefangen bei den Charakteren, die einfach nur total unter die Haut gehen.
Ich liebe Evie. Sie ist so zart, verletzlich, aber gleichzeitig auch unglaublich stark, verbissen und stur. Ich hab die Dialoge mit Luc so genossen und nicht selten hat mich ein Lachanfall erreicht.
Evie ist eine sehr vielschichtige Persönlichkeit, was auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich ist. Aber genau das macht sie auch aus. Aufgrunddessen, das man hier ihre Perspektive erfährt, spürt man sie auch unglaublich tief und kann sich wunderbar in sie hineinversetzen. In ihrem jungen Leben hat sie bereits viel durchmachen müssen, doch es hat gerade erst begonnen.
Wird Evie auch damit umgehen können?
Oder zerbricht sie, bevor sie begonnen hat, richtig zu leben?
Luc. Hach. Ich bin geblendet, überwältigt und liebe einfach seine großartige Art, Dinge zu bewegen.
Ohne Frage ist er voller Geheimnisse, aber das macht ihn auch so interessant.
Seine schelmische, draufgängerische Art, seine Unbeugsamkeit. Jede Facette an seinem und in seinem Körper sind eine Erkundung wert.
Daneben gibt es noch weitere Charaktere , die mir unglaublich ans Herz gewachsen sind.
Allen voran Kent, Zoe und Grayson.
Sie wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet und das spürt man einfach mit jeder Zeile.
Authentisch, greifbar, sinnlich und mit Ecken und Kanten ausgestattet. Aber vor allem sind sie geheimnisvoll, undurchdringlich und düster.
Die Handlung hatte mich vom ersten Moment an im Griff.
Dabei hat mich die Welt der Lux unglaublich begeistert. Natürlich geht es nicht nur um die Lux. Auch die anderen Wesen, die hier zum Vorschein kommen sind wahnsinnig interessant und einfach ganz großes Kino.
Man wird nicht geblendet vom schönen Schein. Viel mehr zeigt die Autorin auf, wieviel Missstände und Abgründe diesem zugrunde liegen. Sie zeigt auf, wie es ist, mit etwas klarzukommen und zu leben, was einem so vollkommen fremd ist.
Sie zeigt aber auch auf wie unberechnbar dies sein kann und das es enorm viel Kraft und Stärke erfordert, um dagegen anzukommen. Das diesem eine Geschichte zugrunde liegt, die man kaum mit allen Sinnen erfassen kann. Was enorm viel Verletzlichkeit und Schmerz auslöst.
Ich war absolut geschockt, entsetzt und konnte gar nicht begreifen, was mir da widerfuhr.
Doch je mehr ich darüber erfuhr, umso auswegloser, umso vielschichtiger wurde es.
Entkommen? Keine Option.
Kämpfen?. Um jeden Preis.
Besonders Evies Geschichte war für mich interessant. Was sie für ein Mensch ist und wie sie es nach außen hin präsentiert. Wie sie sich fühlt, was sie antreibt und was sie im Endeffekt ausmacht.
Tatsächlich ist diese Geschichte weniger von Romantik oder Liebe geprägt, als man annehmen würde. Viel mehr ist es ein Schimmern, eine sanfte Berührung, die sich wie ein zarter Film über diese großartige Welt legt.
Der Fokus liegt vor allem auf den Hintergründen, was ich wirklich toll fand. Man erfährt so unglaublich viel und doch gelingt es der Autorin geschickt, sich nicht in Längen zu verlieren.
Was sie aufzeigt, ist mit so viel Feingefühl und Bedacht gewählt, das man einfach unglaublich intensiv fühlt und erlebt.
Ein Brennen, ein Tosen, ein Wilder Sturm, der nicht zur Ruhe kommt.
Ich hab so geliebt, gelacht und hab vor Angst und Wut gezittert.
Ihr gelang es Wendungen einzuweben, die dem ganzen einen ganz neuen Blickwinkel gaben und ja, es machte doch eine Spur nachdenklicher.
Es gab Momente, da fühlte ich einfach so unglaublich große Wut und gleichzeitig war ich der Ohnmacht so nah.
Es ist ein Gefühl, das man nur schwer beschreiben kann, man muss es ganz tief drinnen erleben und auskosten.
So charmant, tiefsinnig,wunderschön und absolut bezaubernd und bewegend, dass einem die Sinne schwinden.
Ich empfand die Handlung als sehr abwechslungsreich, aber auch als sehr emotional und ein Stück weit auch traurig.
Gegen Ende des Buches zog Jennifer L. Armentrout die Spannungskurve nochmal richtig an.
Ich war nicht geschockt, nein.
Ich war nicht überrascht.
Aber ich kämpfte und fühlte, mich einfach nur vollkommen von den unterschiedlichsten Emotionen überwältigt.
Für mich ist dieses Werk ein ganz klares Jahreshighlight und ich kann es kaum erwarten, wie es weitergeht.

Fazit
Wow. Ich bin überwältigt und gnadenlos fertiggemacht worden.
Revenge ist einfach ein ziemlich genialer und gut durchstrukturierter Auftakt einer neuen Trilogie aus der Welt der Obsidian Reihe.
Überraschenderweise weniger von Klischee oder Romantik geprägt, als man erwarten würde.
Viel mehr geht es um den inneren Kern, um Evie und Luc.
Ein Auftakt, der mich vollkommen hinweggerissen und vollkommen atemlos gemacht hat.
Ein absolutes Jahreshighlight für mich.
Ich will unbedingt mehr davon.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Intensiv . Von Höhen und Tiefen begleitet und sehr emotional

Chronika
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Band 1 mochte ich damals wegen seiner tiefen Emotionen und der intensiven Magie so unglaublich gern. Mit dem zweiten Band erfahren wir nun eine weitere herzzerreißende und alles zerstörende Geschichte ...

Band 1 mochte ich damals wegen seiner tiefen Emotionen und der intensiven Magie so unglaublich gern. Mit dem zweiten Band erfahren wir nun eine weitere herzzerreißende und alles zerstörende Geschichte aus dieser magischen Welt.
In Band 1 drehte sich alles um Helena, nun ist ihre Schwester Greta an der Reihe.
Sie ist definitiv anders.
Verzweifelter, zerstörerischer und auch herzzerreißender.
Greta, ist eine Protagonistin, die unglaublich ans Herz geht. Wenn ich sie betrachte, sehe ich Zerrissenheit, Trauer, so unglaublich große Wut und ein Stück weit Einsamkeit.
Gretas Magie ist anders.
Schmerzvoller, verzehrender, unheilvoller.
Eine Magie , die immer mehr in den Abgrund zieht.
Wenn man Greta sieht, hat man das Gefühl, sie schon verloren zu haben und genauso spiegeln sich ihre Emotionen wider.
Gretas Geschichte ist kein Märchen. Es ist der Untergang.

Bereits im ersten Band hab ich schon den wahnsinnig emotionalen und einnehmenden Schreibstil der Autorin bewundert. Es ist wie ein Strom, der dich mit sich reißt und dabei immer höhere Wellen schlägt.
Er zehrt von Angst, Wut, Qual und Hoffnungslosigkeit.
Band 1 war mir leider nicht mehr so präsent, was sich auch nicht wirklich im Laufe der Handlung änderte.
Ein Pluspunkt ist definitiv, das man diesen Band als eigenständige Geschichte lesen kann. Vorkenntnisse sind nicht wirklich nötig.
Die Autorin entführt uns in Gretas eigene Welt. Leuchtet dabei auch ihren Hintergrund aus und verschafft ihr und der magischen Welt sehr viel Tiefe und Präsenz.
Dabei erfährt man auch Gretas Perspektive, was sie sehr viel greifbarer für mich machte.
Und doch hatte ich bei ihr die zwiespältigsten Gefühle, die man sich nur vorstellen kann.
Einerseits fühlte ich mich ihr nah und zehrte aus ihren Emotionen und auf der anderen Seite, fühlte sie sich seltsam distanziert an. Als ob sie eine Mauer um sich herum aufgebaut hätte und niemand sie durchdringen sollte.
Denn wer liebt, wird verletzt und zerstört.
Das alles zeichnet ihre Persönlichkeit sehr gut aus und wurde damit auch sehr gut zum Ausdruck gebracht.
Schwierigkeiten hatte ich mit der Atmosphäre des Buches.
Es war schwer, drückend, von Angst und Verzweiflung geprägt. Etwas was mich schwer vorankommen ließ. Das empfand ich zum einen als enorm anstrengend. Aber zum anderen hatte man so auch die Zeit alles auf sich wirken zu lassen.

Die Handlung selbst ist wirklich interessant. Nicht wirklich von Tempo geprägt. Dennoch schafft es die Autorin ordentlich Spannung zu erzeugen.
Vor allem blickt man hier den Abgründen sehr intensiv ins Auge. Man begreift wie schwer es Greta hat, gegen alles anzukommen und wie es sie aushöhlt.
Dabei schafft es die Autorin ordentlich Wendungen einzuweben , die es viel schlimmer und auswegloser machen.
Man erlangt Erkenntnisse, die pure Hoffnungslosigkeit und Leere auslösen.
Die , die Frage in den Raum stellen, ob man überhaupt eine Wahl hat und wie genau sich Stärke und Mut überhaupt definieren lässt.
Besonders gegen Ende überschlugen sich förmlich die Ereignisse und ich hing einfach nur völlig gebannt am Geschehen fest.
Im Mittelteil gab es für mich leider aber auch ein paar Längen, wodurch es letztendlich etwas langatmig wurde.

Nichtsdestotrotz hat Julia Schmuck hier eine wirklich tolle Reihe geschaffen, die aufzeigt wie unterschiedlich und facettenreich Magie sein kann.
Sie ist Leben und Untergang zugleich.

Fazit
Mit dem zweiten Band der Chronika Reihe konnte mich Julia Schmuck vor allem mit Greta sehr begeistern.
Zudem zeigt sie auf wie verzehrend, zerstörerisch und unheilvoll Magie sein kann.
Ein Band der unglaublich schwer und drückend ist, aber auch sehr von Angst , Trauer und Qual geprägt ist.
Ein stetiger Kampf um Gut und Böse.
Leben und Untergang zugleich.
Intensiv . Von Höhen und Tiefen begleitet und sehr emotional.
Wer es gern mal etwas düsterer und zerrissener mag, könnte hier fündig werden.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Nichts ist wie es scheint und die Wahrheit ist noch viel schlimmer , als man sich ausmalt

Feuerstunde
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“Frostflamme” der Auftakt dieser epischen Fantasy Saga war für mich damals ein wahres Meisterwerk. Jetzt ging die Reihe “Zeit der Dämonen” in die zweite Runde und “Feuerstunde “ hatte es ziemlich schwer, ...

“Frostflamme” der Auftakt dieser epischen Fantasy Saga war für mich damals ein wahres Meisterwerk. Jetzt ging die Reihe “Zeit der Dämonen” in die zweite Runde und “Feuerstunde “ hatte es ziemlich schwer, an den Erfolg von Band 1 anzuknüpfen.
Auch dieser Band ist wieder ziemlich dick. Fast 700 Seiten. Doch wenn man bedenkt wie komplex und gewaltig diese Welt ist, so ist es auch vonnöten.
Ich freute mich wirklich sehr darauf, aber der Einstieg fiel mir leider auch etwas schwer.
Dadurch das Band 1 schon etwas zurücklag, war mir nicht mehr alles so präsent.
Leider fehlte auch ein kleiner Rückblick und gleich wieder vollends einsteigen zu können.
Aus diesen Gründen dauerte es etwas , um diese großartige Welt und die unglaublich vielschichtigen Charaktere wieder greifen und verinnerlichen zu können.Der Autor hat einen sehr angenehmen und fesselnden Schreibstil, so daß ich wahrlich jede Zeile genossen habe. Die Perspektive erfolgt von einem auktorialen Erzähler, was mir besonders in dieser Welt wunderbar gefallen hat.
Das Buch selbst ist in 4 Teile gegliedert, was sich auch wunderbar mit den Geschehen deckt.
Soviel zum Aufbau.
Für mich standen ganz klar Jane, Cinzia, Noth, Astrid und Winter im Fokus. Ich mag diese Charaktere unglaublich gern. Denn jeder unterscheidet sich von den anderen. Sie sind vielschichtig, greifbar und verstehen es einfach völlig für sich einzunehmen.
Ganz besonders Noth und Winter konnte ich sehr gut spüren.
Auch die Nebencharaktere sind einfach toll ausgearbeitet und bringen so einiges an Überraschungen und Geheimnissen mit sich.
Die Handlung von “Feuerstunde “ hat es ziemlich in sich. Der Autor bringt reichlich an Erklärungen mit, was mir ein besseres Gefühl gab und vieles besser verstehen ließ. Er verliert sich leider auch oftmals etwas darin, wodurch die Spannungskurve etwas herabsinkt. Dennoch ist es trotz allem so interessant, das man das Buch nicht zur Seite legen mag.
Ein neuer Kaiser muss her und allein dieser Aspekt hat mich einiges an Nerven gekostet und auch nachdenklich gestimmt. Denn so einfach wie es klingt, gestaltet es sich natürlich nicht.
Nicht in dieser Welt.
Rivalitäten, Macht und Missgunst.
Loyalität ist ein ziemlich großer Begriff, der an der richtigen Stelle jedoch gut zum Einsatz kommt.
Ganz besonders fasziniert und begeistert bin ich noch immer von der vielschichtigen Magie und den verschiedenen Wesen.
Hier wird das noch weiter ausgebaut und ganz besonders bei Noth und Winter hatte ich kräftig zu schlucken.
Besonders die verschiedenen Snif, die in Noth wohnen, fand ich ungemein faszinierend und interessant. Man wusste nie wer gerade hervorkommt und das hat es im Endeffekt auch so gefährlich gemacht.Die Emotionen wussten nicht recht in welche Richtung sie sich bewegen sollten.
Es war emotional, an den richtigen Stellen.
Aber auch sehr actionreich und einfach gewaltig in der Ausarbeitung.
Auch wenn es für mich vereinzelt ein paar Längen gab, so empfand ich es doch als sehr interessant und vor allem wendungsreich.
Es gab einige Tiefschläge, als auch neue Erkenntnisse und Formationen , die ich so nicht erwartet hätte. Die aber dem Ganzen völlig neue Blickwinkel verschafften.
Was in dieser Welt für ziemlich großen Aufruhr sorgt und auch in gewisser Weise nachdenklich stimmt.Schlussendlich konnte der Autor hier einen neuen, facettenreichen Weg einschlagen, der zwar nicht ganz an den Erfolg von Band 1 anknüpft. Mich dennoch absolut mitreißen und überzeugen konnte.
Ein Band der vor allem mit seiner Magie und den vielschichtigen Charakteren enorm punktet.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, was er für Band 3 in petto haben wird und hoffe, das dieser wieder mit mehr Tempo einhergehen wird.

Fazit
“Zeit der Dämonen” ist eine sehr epische, faszinierende, als auch sehr interessante Welt , die hier zu neuer Form erblüht.
Mit fast 700 Seiten ein ziemlicher Klopper, dennoch nötig.
Eine einzigartige Magie, verbunden mit enorm gut ausgearbeiteten Charakteren und neuen Erkenntnissen , ergibt sich eine Band, der vor allem mit Actionelementen und Emotionen punktet.
Nichts ist wie es scheint und die Wahrheit ist noch viel schlimmer , als man sich ausmalt.
Ein würdiger Nachfolger , dem man anmerkt , das er sehr gewachsen ist. Der durch einige Längen , aber nicht ganz an den Vorgänger heranreicht.
Eine Reihe , die ich uneingeschränkt jedem ans Herz legen kann, was aber auch sehr viel Durchhaltevermögen erfordert.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, was der Autor für Band 3 in petto haben wird.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Wahnsinn, Kalkül und Abgründigkeit auf hohem Niveau

Nacht
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Die Reihe rund um Martin Servaz und Julian Hirtmann geht in die vierte Runde und ich war so gespannt, wie sie sich diesmal umkreisen würden.
Nachts tanzen die Schatten am stärksten und bringen die Dämonen ...

Die Reihe rund um Martin Servaz und Julian Hirtmann geht in die vierte Runde und ich war so gespannt, wie sie sich diesmal umkreisen würden.
Nachts tanzen die Schatten am stärksten und bringen die Dämonen aus dem Untergrund hervor.
Etwas , was die Atmosphäre von “Nacht” sehr gut umschreibt.
Düster, beklemmend und voller Gänsehaut Momente.
Bernard Minier hat eine ganz besondere Art zu schreiben.
Einnehmend, detailreich, fließend.
Man hat das Gefühl zu brennen und sich in Atemlosigkeit zu verlieren.
Hoffen, bangen und wütend zugleich zu werden.
Eine emotionale Achterbahnfahrt, die unglaublich nervenzehrend ist und so einiges abverlangt.
Als würde man rennen, aber das Ziel dennoch nie erreichen.
Es ist unheimlich und doch auch sehr tragisch und traurig zugleich.

Bernard Minier liebt es sich in Details zu verlieren. Und jetzt kommt das morbide. Auch wenn es in diesem Band immer wieder zu langatmigen Stellen kommt, so möchte man das Buch doch zu keiner Zeit zur Seite legen.
Verbrechen in den Wäldern und niemand hört das Schreien. Martin Servaz kämpft mit Hochdruck daran, Julian Hirtmann zu stellen und gleichzeitig sich selbst zu retten.
Ich fand das Katz- und Mausspiel zwischen diesen beiden Größen unglaublich spannend, aber auch sehr perfide. Aber es gab auch immer wieder Stellen, die dem ganzen etwas den Esprit und die Luft genommen haben.
Martin ist kein typischer Ermittler. Oftmals nicht mal unbedingt sympathisch und seine Persönlichkeit ist voller Abgründe und Dämonen und dennoch fühlt man sich ihm verbunden.

Obwohl die Handlungsstränge doch recht komplex und detailreich sind, so stehen Martin und Julian die ganze Zeit im Fokus.
Ich hätte mir einfach auch mehr Details mit Gustav gewünscht. Denn so ganz spüren konnte ich seine Präsenz nicht. Er war für mich wie ein Schatten der immer wieder auftauchte.
Und doch konnte man den Schmerz , den seine kleine Gestalt mit sich brachte sehr gut spüren und verinnerlichen. Seine Geschichte hat mich wirklich berührt und daneben eine andere Seite bei Martin und Julian offengelegt.
Die unterschiedlichen Charaktere, die uns im Laufe des Geschehen begegnen, sind greifbar und jederzeit spürbar. Authentisch und nachvollziehbar in ihren Gedanken und Handlungen.
Aber besonders die Nebencharaktere haben mich wirklich begeistert. Schade, daß Vincent, in diesem Band keine so große Rolle innehatte, denn ihn mag ich mit am liebsten.

Bernard Minier hat seine ganz eigene Art, Spannung zu erzeugen. Überwiegend ist sie unterschwellig spürbar und dabei können sich auch die Emotionen ganz und gar entfalten.
Tatsächlich ist die Handlung nicht einfach und ziemlich verwirrend und undurchsichtig, es gab einige schockierende Momente für mich, die mir schnell mal das Zepter aus der Hand gerissen haben.
Bewundernswert, das man hier mehr oder weniger ohne Blut- und Gewaltszenen auskommt. Dafür ist es auf der psychologischen Ebene wirklich sehr gut ausgearbeitet.
Die psychologische Gewalt geht ordentlich an die Substanz und fordert einiges ein.
Besonders bei Martin sind die Grenzen zwischen Recht und Unrecht nicht immer klar ersichtlich und bei seinem Gegenspieler hat man das Gefühl, nichts könne ihm etwas anhaben.
Ein auswegloser Kampf der sich immer wieder steigert und wiederholt.
Julian Hirtmann ist in seinem Denken und Tun immer ein Schritt voraus. Das fand ich wirklich sehr faszinierend und interessant. Denn ich hab noch immer keinen Schimmer, wie er das überhaupt macht. Erwas, was ich unglaublich respektabel empfinde. Denn er ist eine sehr vielschichtige Persönlichkeit, die ich so gern mal durchschauen würde, was aber niemals im Bereich des Möglichen liegt. Obwohl man ihn fürchtet und Beklemmung verspürt, so kommt man auch gegen seinen Charme nicht an.

Die Perspektiven sind hier ganz unterschiedlich. Je nachdem wer gerade im Zentrum des Geschehen liegt.
Dadurch ergründet man die unterschiedlichsten Personen und Handlungsverläufe.
Das schafft unheimlich viel Tiefe und Präsenz.
Es ist wie Musik. Zunächst leise, bis sie immer eindringlicher und lauter wird. Bis es kaum noch zum aushalten ist.
Macht und Kontrolle.
Vergangenheit wird zur Gegenwart und plötzlich liegt alles so klar auf der Hand.
Es gibt viele Geheimnisse und Gegenspieler.
Dunkelheit die, die schlimmsten Abgründe ans Licht zerrt und dabei so einiges offenbart.
Erkenntnisse, die alles in einem anderem Licht erscheinen lassen.
Ganz besonders mit den Wendungen hat mich der Autor ziemlich beeindruckt und mich erneut sprachlos gemacht.
Wut und Angst verstärkt sich und damit erhält auch Hilflosigkeit, als auch Hoffnungslosigkeit Einzug.
Letztendlich lässt er mich auch mit diesem Schlussakt verzweifelt und sprachlos zurück, so daß ich dem nächsten Band mehr als alles andere entgegenfiebere.

Fazit
Das psychologische Katz- und Mausspiel zwischen Martin Servaz und Julian Hirtmann ist zurück und bringt einige Erkenntnisse und Geheimnisse mit sich, die alles in einem anderem Licht erscheinen lassen.
Ein sehr faszinierender, als auch interessanter und spannender Band, der mich immer wieder an meiner Grenzen gebracht hat.
Wahnsinn, Kalkül und Abgründigkeit auf hohem Niveau.
Nachts treten die Schatten am stärksten hervor und beginnen ihr eigenes Spiel zu spielen.
Ein Band der mich verdammt noch mal begeistert hat, auch wenn es einige Längen gab.
Trotzdem konnte etwas in mir das Buch nicht zur Seite legen.
Ich fiebere Band 5 mehr als alles andere entgegen.
Auch diesmal wieder ein absolutes Highlight für mich. So etwas schafft nur Bernard Minier.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Ein Werk das zum nachdenken bringt und nicht nur für Jugendliche lesenswert ist

Die Stille zwischen den Sekunden
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Manchmal gibt es Jugendbücher, die so viel mehr sind als das. Dieses Werk gehört eindeutig in diese Kategorie.
Am Anfang war es ein traumatisches Erlebnis und am Ende war es nichts.
Nichts wie Stille
Nichts ...

Manchmal gibt es Jugendbücher, die so viel mehr sind als das. Dieses Werk gehört eindeutig in diese Kategorie.
Am Anfang war es ein traumatisches Erlebnis und am Ende war es nichts.
Nichts wie Stille
Nichts wie Dunkelheit.
Nichts wie Einsamkeit und Verzweiflung.
Nichts wie Trauer.

Mara ist ein ganz normales Mädchen. Bis eines Tages ein traumatisches Erlebnis, ihre Welt aus den Fugen reißt.
Ein Mädchen das Glück hatte.
Doch wie lässt sich Glück definieren?
Solch ein gravierendes Erlebnis bleibt nicht ohne Spuren. Es verändert, ohne das man sich dessen wirklich bewusst ist.
Es erweitert die Blickwinkel enorm.
Es ist authentisch und aus diesem Grund spürt man die Beklemmung, als auch Betroffenheit mehr als deutlich.
Ich mochte Mara sehr gern. Ihre schüchterne, sympathische, aber auch etwas einsame Art.
Sie ist eine Außenseiterin. Immer in sich gekehrt, ruhig. Fast unsichtbar.
Ihr Lebensinhalt ist Sirin. Ihre beste Freundin.
Ihr zweites Ich. Der Mensch in ihrem Leben , der sie besser und vollständiger macht.
Ihr Halt. Ihr Anker.
Auch wenn ihre Kulturen so völlig anders sind, so versteht man doch , warum die zwei sich so wunderbar ergänzen.
Dadurch das man Maras Perspektive erfährt, kann man sich wunderbar in sie hineinfühlen.
Ihre Zerrissenheit, ihre Ängste und ihre Wut spüren.
Aber vor allem spürt man ihre Liebe, ihre tiefe Verbundenheit für Sirin.
Durch vereinzelte Rückblicke erfährt man , was diese Freundschaft ausmacht. Wie tief sie wirklich geht.
Interessant war für mich tatsächlich Sirins Hintergrund.
Eine Kultur, die mir völlig fremd ist und man kann sich doch wunderbar hineinversetzen und es verstehen.
Ein weiterer Punkt in diesem Buch sind die sozialen Netzwerke. Kaum ein Mensch kommt heutzutage noch ohne sie aus. Hier kommt das nochmal sehr gut zur Geltung.
Die Charaktere, denen man im Laufe des Geschehens begegnet, verstehen komplett für sich einnehmen. sie sind authentisch, mit Ecken und Kanten versehen und einfach spürbar. Ganz besonders Maras Mutter hatte es mir angetan. Ich mochte ihre Art total gern, sie brachte auf ihre Art frischen Wind in die Story und lockerte dabei auch etwas auf.

Tania Witte schreibt wahnsinnig fließend und einnehmend. Dieses Buch erfüllte einen Sog, dem ich nicht mehr entkommen konnte.
Sie schreibt hier über ernste Themen, die so unglaublich wichtig sind und verdammt gut ausgearbeitet wurden.
Über Trauma, Trauer und Verdrängung.
Über große Einsamkeit, Verlust , Angst und Wut.
Manchmal gerät das Leben außer Kontrolle, ohne das wir imstande sind, etwas dagegen zutun.
Familie, Freunde , nichts kann dies ändern.

Mir hat dieser Roman unglaublich gut gefallen.
Er hat mich Glück, Liebe , aber auch Angst und Wut spüren lassen.
Aber vor allem hat er mich unsagbar berührt und völlig verloren und erschüttert zurückgelassen.
Es ist sicher kein einfaches Werk. Aber eins das zum nachdenken bringt und vielleicht die Blickwinkel ins rechte Bild rückt.
Ein Buch, das nicht nur Jugendliche lesen sollten.

Fazit:
Am Anfang war es das Trauma, am Ende war es Schock und Verlorenheit.
Tania Witte erzählt eine sehr emotionale und wichtige Story über zwei Mädchen , die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Verbundenheit, Freundschaft.
Trauma, Verlust und Trauer.
Eine Geschichte die mich sehr berührt hat und durch Wendungen hervorsticht, die man nicht kommen sieht.
Voller Feinfühligkeit und Eindringlichkeit.
Ein Werk das zum nachdenken bringt und nicht nur für Jugendliche lesenswert ist