Cover-Bild Die Stille zwischen den Sekunden

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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arena
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 296
  • Ersterscheinung: 18.03.2019
  • ISBN: 9783401604749
Tania Witte

Die Stille zwischen den Sekunden

Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2019

Hallt länger als ein paar Sekunden in der Stille nach

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Worum geht's?

Mara ist noch am Leben. Hätte sie die U9 nicht verpasst, wäre sie ein weiteres Opfer des Bombenanschlags geworden, bei dem 132 Menschen umgekommen sind. Die Besorgnis ihrer Familie und die ...

Worum geht's?

Mara ist noch am Leben. Hätte sie die U9 nicht verpasst, wäre sie ein weiteres Opfer des Bombenanschlags geworden, bei dem 132 Menschen umgekommen sind. Die Besorgnis ihrer Familie und die Neugier ihrer Mitschüler findet sie dennoch übertrieben. Nur ihr Schwarm Chriso, der sonst jeden Mist auf seinem Videochannel ausschlachtet, überrascht sie positiv, auch wenn er das Ganze stattdessen zu sehr an sich heranzulassen scheint.
Ausgerechnet die Einzige, die verstehen würde, wie es Mara geht und wie sehr Chriso ihre Gefühle ins Chaos stürzt, wird jetzt von ihren hyperbesorgten Eltern von Mara ferngehalten: ihre beste Freundin Sirîn. Mara muss um jeden Preis verhindern, dass sie sie in ihre Heimat zurückschicken, weil sie nach dem Anschlag glauben, sie in Sicherheit bringen zu müssen ...

Was mich neugierig gemacht hat:

Ich bin durch die Autorin zu dem Buch gekommen, die ich als Teil des Duos Ella Blix mit „Der Schein" kennengelernt habe.
Auf den ersten Blick hätte ich das Ganze eher in der Thriller-Ecke verortet und wäre wegen der Altersempfehlung ab 12 Jahren wahrscheinlich zögerlich gewesen, weil ich mich normalerweise eher im älteren Jugend- bzw. jungen Erwachsenenbuchbereich bewege. Ich bin aber sehr froh, dass dieses Buch mir nicht entgangen ist – mehr dazu unten.
Noch ein Tipp: Am besten nicht den Originalklappentext lesen. Ich bin mir nicht sicher, weil ich selbst ihn bei meinem Lesestart nicht angeschaut hatte, aber im Nachhinein finde ich, dass er etwas zu verdächtig wirkt.

Wie es mir gefallen hat:

Kennt ihr diese Bücher, über die man nicht gut sprechen kann, ohne zu viel zu sagen? Mit so einem Fall haben wir es hier absolut zu tun. Trotzdem hier mein Versuch, meine Eindrücke spoilerfrei auf den Punkt zu bringen: Dieses. Buch. schlägt. ein.

Ich habe bei meiner Lektüre der letzten Monate eher wenige Sog-Bücher dabei gehabt. Es gibt viele, die cool und unterhaltsam sind und natürlich auch bewusst ruhige, aber nicht so viele, die sich an deinen Händen und in deinen Gedanken festkrallen und dich nicht loslassen, bevor du nicht alles weißt. Allerspätestens in der zweiten Hälfte entwickelt „Die Stille zwischen den Sekunden" sich zu so einer Geschichte.
Nachdem ich es beendet hatte, musste ich erst mal alles sortieren. Was mir ehrlich gesagt immer noch nicht ganz gelungen ist. Es handelt sich nämlich auch um die Art von Buch, die man am besten gleich noch mal lesen will, um aus der Perspektive von allem, was man jetzt über die Figuren weiß, verschiedene Szenen noch einmal zu betrachten.

Ich könnte mir vorstellen, dass Mara mit ihrer Art nicht bei jedem auf Verständnis stößt, aber mich hat sie in einigen Punkten sehr an mein Schul-Ich von damals erinnert. Sie ist aus vielerlei Gründen nicht die zugänglichste Protagonistin, aber gerade das macht sie so spannend.
Was die Nebencharaktere betrifft, stehe ich am Ende mit vielen Fragen da. Bei vielen von ihnen würde ich zu gern wissen, was zu verschiedenen Zeitpunkten der Geschichte in ihnen vorgegangen ist.

Besonders beeindruckend ist, wie realitätsnah und detailreich Tania Witte Maras Leben samt ihrer Gedankenwelt und ihrem Umfeld gezeichnet hat. Man gewinnt den Eindruck, ihr persönlich begegnet zu sein bzw. alles als Beobachter miterlebt zu haben.
Das Neben- und vor allem Miteinander verschiedener Kulturen ist ein großes Thema des Buches und fließt völlig ungekünstelt und dafür umso warmherziger und unglaublich lebensklug mit ein. Ein besonderer Augenmerk liegt dabei (durch Sirîns Familie) auf der Mentalität und den Traditionen des Kurdischen.
Die Tiefe von Maras und Sirîns Freundschaft, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt, ist mutmachend und wirklich nachahmenswert.
Auch die Art und Weise, wie die „Neuen Medien" Eingang in die Geschichte finden, ist aus meiner Sicht sehr authentisch. Von Chrisos Kanal und Maras und Sirîns Kochblog bis hin zu den Songs, die im Buch eine Rolle spielen und Maras Spotify-Listen zu verdanken sind – am Ende hat man fast das Gefühl, nicht „nur" ein Buch gelesen, sondern gleich auch noch visuelle und akustische Komponenten mit dazu bekommen zu haben.

(Für wen) Lohnt es sich?

Dieses Buch lohnt sich sehr, wenn man bereit ist, sich auf einen nicht ganz leichten Weg zu machen. Es ist eine spannende Geschichte mit einer unerwarteten Komposition, tatsächlich auch eine Liebesgeschichte (nicht nur im herkömmlichen Sinne), sie rüttelt auf, nimmt einen mit.
Ich kann sie auch Lesern weit über der Altersangabe des Verlags (ab 12 Jahren) empfehlen und sie mir außerdem gut als Klassenlektüre vorstellen.

In einem Satz:

„Die Stille zwischen den Sekunden" ist kein Gutelaunebuch, sondern eines, das etwas zu sagen hat und das - nicht nur in den Sekunden danach, sondern weitaus länger - in der Stille nachhallt.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Die Autorin zieht den Leser weiter mit

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MEINE MEINUNG

In „Die Stille zwischen den Sekunden“ geht es um Mara, die nur knapp einem Bombenattentat in der U-Bahn entkommen ist. Nun gilt sie, als das Mädchen das überlebt hat und sie selbst hat ...

MEINE MEINUNG

In „Die Stille zwischen den Sekunden“ geht es um Mara, die nur knapp einem Bombenattentat in der U-Bahn entkommen ist. Nun gilt sie, als das Mädchen das überlebt hat und sie selbst hat aber ganz andere Sorgen. Warum bekommt sie von ihrer Freundin Sirîn keine Antwort mehr und keine Nachricht wie es ihr geht. Wissen, die anderen aus Klasse mehr als sie? Hilfe bekommt Mara unerwartet von Christo ihrem Schwarm.
Auf welche Wahrheit werden sie stoßen?

Mara ist eine interessante Protagonistin, die für mich eher wie eine Außenseiterin gewirkt hat und sie auf den ersten Blick wie ein normales Mädchen ist, das zur Schule geht. Doch ein Erlebnis scheint alles zu ändern und auf einmal redet jeder über sie...
Sie lebt mit ihrer Mutter, Stiefvater und mit ihrer kleinen Schwester zusammen und es scheint ein stabiles Umfeld zu sein.

Christo ist der männliche Protagonist, den ich neben Mara näher kennen lernen konnte und er scheint für sie wie eine Art Hilfe in dieser Zeit zu werden und bei dem Lösen der Fragezeichen in ihrem Kopf. Welche Absichten hat er gegenüber Mara und kann sie ihm vertrauen?

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und wird am meisten aus der Perspektive von Mara erzählt. Der Leser kann sie so noch näher kennen lernen und ihre Gedanken und Gefühle erfahren während der Handlung. Die Kulisse der Stadt passt zur Geschichte und man entdeckt viel Neues durch, die Charaktere.
Die Nebenfiguren sind ebenso authentisch und gestalten, die Geschichte mit.

Die Spannung und Handlung haben langsam in die Geschichte von Mara gezogen. Man erfährt durch den Klappentext schon ein wenig und erfährt, dass sie nur knapp einem Bombenattentat entkommen ist. Nun gilt sie, als das Mädchen, das überlebt hat und jeder in ihrer Schule scheint über sie zu reden.
Was ist mit ihrer Freundin Sirîn passiert, die sich nicht mehr bei ihr meldet?
Erst durch, die Hilfe von Christo ihrem Schwarm kommt, die Handlung langsam ins Rollen. Bei diesem Buch spürt man deutlich, das Thema Traumata, denn Mara hat etwas sehr Schlimmes erlebt und bekommt immer wieder Flashbacks, die sie an Dinge davon erinnern. Wird sie endlich ihre Antworten bekommen auf, die Fragen die sie hat? Das Ende war mehr als nur aufwühlend und ich kann einfach nicht glaube, dass die Autorin es so stehen lässt …

Das Cover sieht einfach toll aus und hat mich direkt in der Verlagsvorschau neugierig gemacht mehr dahinter zu sehen. Die Farbe Blau finde ich sehr schön gewählt und das Mädchen passt perfekt zum Gesamtbild.

Fazit

Mit „Die Stille zwischen den Sekunden“ schafft, die Autorin eine aufwühlende Jugendbuch-Geschichte, die zum Nachdenken anregt und man am liebsten wissen würde wie es mit Mara weitergeht.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Die Stille zwischen den Sekunden

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Das ist wohl das erste Buch, dass ich richtig klasse fand, obwohl ich die Protagonistin nicht mochte.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und super zu lesen, ...

Das ist wohl das erste Buch, dass ich richtig klasse fand, obwohl ich die Protagonistin nicht mochte.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und super zu lesen, so dass ich mich sofort voll und ganz drauf einlassen konnte. Zu Beginn erfährt man auch noch nicht so viel von Mara. Sie entgeht nur ganz knapp einem Terroranschlag und das wirft sie natürlich zu recht leicht aus der Bahn. Doch jetzt kommt das große ABER.

Ich mochte Mara ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich fand sie egoistisch und arrogant. Zum Einen macht sie sich kaum Gedanken über den Terroranschlag, sondern sorgt sich nur um ihre beste Freundin, die zuhause eingesperrt wird. Ihre Eltern sind Kurden und weil sie sich nicht an die Regeln gehalten hat, darf sie nun nicht mal mehr in die Schule und Handyverbot hat sie auch.

Dann findet Mara einfach alles und jeden doof. Ihre Klassenkameraden, teilweise ihre eigene Familie und sogar ihren Schwarm Chriso. Also mal ehrlich, sie findet ihn toll, weil sie 30 Sekunden mal “sein wahres Ich” gesehen haben will. Ansonsten findet sie den “Möchte-gern YouTube Star” aber ziemlich beschränkt. Sie mag nicht, was er macht und wie er sich gibt. Aber aufgrund dieser tollen 30 Sekunden mag sie ihn eigentlich doch. Sorry, aber da kam ich aus dem Augenrollen einfach nicht raus.

Auch sonst hat Mara eine Attitüde an sich, die ich einfach überhaupt nicht mochte und ich habe es selten erlebt, dass mir eine Prota so sehr missfiel. Und dennoch ist die Geschichte so krass und der Plottwist echt heftig. Irgendwas hatte das Buch an sich, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Deswegen fällt es mir diesmal auch total schwer, das Buch zu bewerten.

Die Protagonistin hat mich echt genervt und war mir absolut unsympathisch. Dennoch ist die Geschichte so krass und spannend und das Buch hatte einfach eine Sogwirkung auf mich. Und trotzdem überwiegt das “nicht mögen” der Prota und deswegen gibt es von mir

3 von 5 Punkten

Veröffentlicht am 30.04.2019

Ein Werk das zum nachdenken bringt und nicht nur für Jugendliche lesenswert ist

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Manchmal gibt es Jugendbücher, die so viel mehr sind als das. Dieses Werk gehört eindeutig in diese Kategorie.
Am Anfang war es ein traumatisches Erlebnis und am Ende war es nichts.
Nichts wie Stille
Nichts ...

Manchmal gibt es Jugendbücher, die so viel mehr sind als das. Dieses Werk gehört eindeutig in diese Kategorie.
Am Anfang war es ein traumatisches Erlebnis und am Ende war es nichts.
Nichts wie Stille
Nichts wie Dunkelheit.
Nichts wie Einsamkeit und Verzweiflung.
Nichts wie Trauer.

Mara ist ein ganz normales Mädchen. Bis eines Tages ein traumatisches Erlebnis, ihre Welt aus den Fugen reißt.
Ein Mädchen das Glück hatte.
Doch wie lässt sich Glück definieren?
Solch ein gravierendes Erlebnis bleibt nicht ohne Spuren. Es verändert, ohne das man sich dessen wirklich bewusst ist.
Es erweitert die Blickwinkel enorm.
Es ist authentisch und aus diesem Grund spürt man die Beklemmung, als auch Betroffenheit mehr als deutlich.
Ich mochte Mara sehr gern. Ihre schüchterne, sympathische, aber auch etwas einsame Art.
Sie ist eine Außenseiterin. Immer in sich gekehrt, ruhig. Fast unsichtbar.
Ihr Lebensinhalt ist Sirin. Ihre beste Freundin.
Ihr zweites Ich. Der Mensch in ihrem Leben , der sie besser und vollständiger macht.
Ihr Halt. Ihr Anker.
Auch wenn ihre Kulturen so völlig anders sind, so versteht man doch , warum die zwei sich so wunderbar ergänzen.
Dadurch das man Maras Perspektive erfährt, kann man sich wunderbar in sie hineinfühlen.
Ihre Zerrissenheit, ihre Ängste und ihre Wut spüren.
Aber vor allem spürt man ihre Liebe, ihre tiefe Verbundenheit für Sirin.
Durch vereinzelte Rückblicke erfährt man , was diese Freundschaft ausmacht. Wie tief sie wirklich geht.
Interessant war für mich tatsächlich Sirins Hintergrund.
Eine Kultur, die mir völlig fremd ist und man kann sich doch wunderbar hineinversetzen und es verstehen.
Ein weiterer Punkt in diesem Buch sind die sozialen Netzwerke. Kaum ein Mensch kommt heutzutage noch ohne sie aus. Hier kommt das nochmal sehr gut zur Geltung.
Die Charaktere, denen man im Laufe des Geschehens begegnet, verstehen komplett für sich einnehmen. sie sind authentisch, mit Ecken und Kanten versehen und einfach spürbar. Ganz besonders Maras Mutter hatte es mir angetan. Ich mochte ihre Art total gern, sie brachte auf ihre Art frischen Wind in die Story und lockerte dabei auch etwas auf.

Tania Witte schreibt wahnsinnig fließend und einnehmend. Dieses Buch erfüllte einen Sog, dem ich nicht mehr entkommen konnte.
Sie schreibt hier über ernste Themen, die so unglaublich wichtig sind und verdammt gut ausgearbeitet wurden.
Über Trauma, Trauer und Verdrängung.
Über große Einsamkeit, Verlust , Angst und Wut.
Manchmal gerät das Leben außer Kontrolle, ohne das wir imstande sind, etwas dagegen zutun.
Familie, Freunde , nichts kann dies ändern.

Mir hat dieser Roman unglaublich gut gefallen.
Er hat mich Glück, Liebe , aber auch Angst und Wut spüren lassen.
Aber vor allem hat er mich unsagbar berührt und völlig verloren und erschüttert zurückgelassen.
Es ist sicher kein einfaches Werk. Aber eins das zum nachdenken bringt und vielleicht die Blickwinkel ins rechte Bild rückt.
Ein Buch, das nicht nur Jugendliche lesen sollten.

Fazit:
Am Anfang war es das Trauma, am Ende war es Schock und Verlorenheit.
Tania Witte erzählt eine sehr emotionale und wichtige Story über zwei Mädchen , die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Verbundenheit, Freundschaft.
Trauma, Verlust und Trauer.
Eine Geschichte die mich sehr berührt hat und durch Wendungen hervorsticht, die man nicht kommen sieht.
Voller Feinfühligkeit und Eindringlichkeit.
Ein Werk das zum nachdenken bringt und nicht nur für Jugendliche lesenswert ist

Veröffentlicht am 19.04.2019

Wow, was für ein Buch!

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Als mir auf der Frankfurter Buchmesse „Die Stille zwischen den Sekunden“ vorgestellt wurde, wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Hier sprach mich einfach alles auf Anhieb an. Das Cover ...


Als mir auf der Frankfurter Buchmesse „Die Stille zwischen den Sekunden“ vorgestellt wurde, wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Hier sprach mich einfach alles auf Anhieb an. Das Cover finde ich klasse, es ist so herrlich schimmernd blau und wirkt so schön geheimnisvoll und düster. Der Klappentext klang auch richtig vielversprechend. Hier war ich mir wirklich absolut sicher, dass „Die Stille zwischen den Sekunden“ ganz genau das Richtige für mich ist.

Ein einziger Tag soll das Leben der 16-jährigen Mara auf einen Schlag verändern. Sie wird nur ganz knapp einem Bombenattentat entgehen, der ausgerechnet die U-Bahn in die Luft sprengen wird, in der sie eigentlich gesessen hätte, wenn sie sie nicht verpasst hätte. Viele Menschen sterben bei dem Anschlag, Mara aber überlebt. Ihre Mitschüler nennen sie seitdem „Das Mädchen, das überlebt hat“. Der Vorfall macht Mara schwer zu schaffen, allerdings beschäftigt sie eine andere Sache noch viel mehr: Ihre allerbeste Freundin Sirîn meldet sich kaum noch bei ihr. Mara beginnt sich Sorgen um Sirîn zu machen. Sie versucht Kontakt zu ihr aufzunehmen, scheitert dabei aber ziemlich. Ständig wird sie abgewiesen. Warum das Ganze? Warum benehmen sich plötzlich alle so merkwürdig, was verheimlichen sie ihr? Mara ist verwirrt. Noch größer wird diese Verwirrung, als plötzlich ihr Schwarm Christo, der Star der Schule, Interesse an ihr zeigt. Mit Christo zusammen wird sich Mara auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Eine sehr erschütternde Wahrheit, wie sich schließlich herausstellen wird…

Mich konnte Tania Witte mit „Die Stille zwischen den Sekunden“ zutiefst beeindrucken. Ich war bereits von den ersten Seiten an wie gebannt von der Handlung und wollte das Buch gar nicht mehr aus Hand legen. Mir hat die Story einen richtigen Wow-Effekt beschert. Vor allem das Ende. Also, das Ende ist...echt krass. Und so überraschend. Ich schätze mal, dass nicht jeder so lange im Dunkeln tappen wird wie ich, manche werden wahrscheinlich schon viel früher eine Vermutung haben, worauf alles hinauslaufen könnte. Ich jedenfalls hatte diese Vorahnung nicht. Mich hat das Ende richtig geflasht und noch eine ganze Weile nach dem Lesen sehr beschäftigt. Buch zuklappen, weglegen und sofort zur nächsten Lektüre greifen, ist bei „Die Stille zwischen den Sekunden“ ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindest war es bei mir so.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist unheimlich tiefgründig. Sie ist authentisch, emotional und fesselnd. Sie handelt von Freundschaft, Familie, Liebe, Verlust, Verdrängung, Trauma, den Sozialen Medien und noch so einigem mehr. Ja, es hört sich nach viel an, die Story wirkt aber an keinster Stelle zu überladen an zu vielen Themen. Die Themen wurden einfach perfekt miteinander verknüpft, alles ist so gut durchdacht – für mich war „Die Stille zwischen den Sekunden“ wirklich ein absolutes Highlight!

Was ich gar nicht genug loben kann, ist der Schreibstil. Tania Witte hat eine tolle Art zu schreiben. Ihr Schreibstil ist flüssig, jugendlich und sehr einfühlsam. Für mich hat er sich super angenehm lesen lassen.

Was mir ganz besonders gut gefallen hat, sind die vielen WhatsApp-Nachrichten. Diese wurden in coolen Sprechblasen gedruckt, sogar mit Emojis! So etwas liebe ich in Büchern, ich finde, dass sich solche Textnachrichten-Gespräche immer so schön und witzig lesen.

Als lustig würde ich die „Die Stille zwischen den Sekunden“ allerdings nicht bezeichnen. Das Buch ist sehr ernst und düster. Aber keine Sorge, zu beklemmend wird die Handlung nicht. Ein Gute-Laune-Buch hält man hier zwar definitiv nicht in Händen, aber so ein paar Stellen haben mich dann doch sehr zum Schmunzeln gebracht.
Was hier auf jeden Fall Programm ist, ist das Mitfiebern! Wie oben bereits erwähnt: Ich habe das Buch richtig weggesuchtet. Es hat einfach so einen Sog auf mich ausgeübt, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht von Mara in der Ich-Perspektive. Mit ihr ist Tania Witte eine wundervolle Protagonistin gelungen. Mir war sie vom ersten Moment an richtig sympathisch. Mara ist ein recht schüchterner Mensch. Auf mich hat sie immer einen sehr verschlossenen und irgendwie auch einsamen Eindruck gemacht. Da wir einen sehr tiefen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt erhalten, fiel mir zu der Zugang zu ihr extrem leicht, sodass ich mich wunderbar in sie hineinversetzen konnte.

Wen ich ebenfalls richtig gerne mochte, war Maras beste Freundin Sirîn. Sirîn stammt aus einem ganz anderen Kulturkreis als Mara. Sie ist Kurdin und hat streng gläubige Eltern. Sirîn macht sich nicht groß was aus ihrer Religion, hält sich aber dennoch an die Regeln in ihrem Elternhaus, obwohl sie viel lieber anders handeln würde.

Mara und Sirîn sind beide wahnsinnig interessante und hervorragend ausgearbeitete Charaktere. Generell muss ich sagen, dass die Ausarbeitung der Figuren Tania Witte erstklassig gelungen ist. Sie wirken mit ihren Ecken und Kanten so herrlich authentisch. Bei vielen weiß man nicht so recht, woran man ist, was die Handlung nur noch spannender macht. So war mir zum Beispiel Christo, der Mädchenschwarm der Schule, anfangs ein ziemliches Rätsel. Man denkt zuerst, dass er dieser typische Bad-Boy ist, aber das ist Christo tatsächlich nicht. 

Worauf ich noch mal gerne etwas genauer eingehen möchte, ist die tiefe Freundschaft, die Mara und Sirîn verbindet. Obwohl sich die beiden Mädchen erst gute zweieinhalb Jahre kennen, sind sie dennoch so etwas wie Schwestern füreinander und haben das Gefühl, sich schon ewig zu kennen. Sie bezeichnen sich gerne als Schwestern-im-Geiste und können alles miteinander teilen. Die beiden verbindet viel, so haben sie zum Beispiel einen gemeinsamen Kochblog mit stolzen 17 Followern (hey, jeder fängt mal klein an!), sie hegen beide eine große Leidenschaft für Marvel-Verfilmungen und lieben Pistazieneis. Durch Rückblenden erfahren wir, wie tief die Freundschaft der beiden Mädchen ist und dass sie wirklich etwas ganz Besonderes verbindet. Dass das Thema Freundschaft hier so im Vordergrund der Geschichte steht, hat mir persönlich sehr gut gefallen. 

Ich habe in meiner Rezension ehrlich gesagt nur an der Oberfläche gekratzt und bin bewusst auf viele Themen nicht genauer eingegangen. Zu groß war meine Sorge, doch noch irgendwie zu spoilern. Ich möchte in diesem Absatz nur noch mal betonen, wie wichtig ich dieses Buch finde. In meinen Augen hat es das Zeug zu einer Schullektüre. Es ist ein Buch, dass unter die Haut geht und sehr zum Nachdenken anregt.

Fazit: Mich hat „Die Stille zwischen den Sekunden“ zutiefst beeindruckt. Auf mich hat die Handlung von den ersten Seiten an eine richtige Sogwirkung ausgeübt, der mich einfach nicht mehr entziehen konnte. Tania Witte ist hier in meinen Augen ein großartiges Werk gelungen. Sie behandelt viele wichtige und schwere Themen und das auf eine sehr emotionale, bewegende, eindringliche und fesselnde Weise. Mich hat das Buch sehr berührt und nachdenklich gestimmt. Besonders krass fand ich das Ende. Es kam für mich einfach so überraschend, sodass es mir einen absoluten „OMG“- Moment beschert hat. Ich kann „Die Stille zwischen den Sekunden“ wirklich nur empfehlen, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!