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Lainybelle

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2018

Von der Schwierigkeit, man selbst zu sein

Over the Moon
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Worum geht's?<br /><br />Veronica arbeitet als Auftragsschauspielerin: Je nach Problem ihrer Kunden schlüpft sie in jede Rolle, macht Ex-Freundinnen eifersüchtig oder Geschäftsvorhaben erfolgreich. Aus dem erstem ...

Worum geht's?<br /><br />Veronica arbeitet als Auftragsschauspielerin: Je nach Problem ihrer Kunden schlüpft sie in jede Rolle, macht Ex-Freundinnen eifersüchtig oder Geschäftsvorhaben erfolgreich. Aus dem erstem Grund wird sie von Baxter Lintons Freund Scott engagiert, aus dem zweiten empfiehlt der sie an Bax weiter.<br />Von seiner Verlobten kurz vor der Hochzeit sitzengelassen, dreht sich Bax Leben nur noch um seinen Hund Ari und das Obdachlosenheim, in dem er ehrenamtlich arbeitet. Um das Leben derjenigen, die ihm dort täglich begegnen, zu erleichtern, hat er eine Decke entwickelt, die Menschen auf der Straße selbst im Winter warmhalten kann. Nur will niemand in seine Erfindung investieren. Ob er diese unerträglich arrogante Veronica beauftragen sollte, ihm zu helfen?<br /><br />Was mich neugierig gemacht hat:<br /><br />Veronica war praktisch die „Böse" im ersten Teil der Reihe, und schon da habe ich mich gefragt, wie ihre Vergangenheit aussehen mag und was in ihr vorgeht. So habe ich mich sehr gefreut, dass auch ihre Geschichte den Weg auf den deutschen Buchmarkt gefunden hat.<br />Samantha Joyce ist eine großartige Liebesromanautorin, die Leichtigkeit und Witz sehr gut mit ernsten Themen verweben kann.<br /><br />Schade ist mal wieder, dass weder Titel noch Cover viel Bezug zum Buch haben und die dargestellen Personen nicht auf die Beschreibungen von Veronica und Bax passen. <br /><br />Wie es mir gefallen hat:<br /><br />Der Einstieg ins Buch hat mich sofort überzeugt - Veronica und Baxter erzählen im Wechsel aus der Ich-Perspektive und geben eine spannende Kombi ab.<br />Veronica ist mal etwas anderes als die Graue-Maus-Protagonistinnen, die plötzlich das große Los ziehen. Sie ist tough, weiß, was sie will, und verdrängt sehr entschlossen, dass sie im tiefsten Innern einsam ist. Sie versteckt sich hinter immer wieder neuen Namen, lässt sich von reichen Männern abschleppen und lässt sich für ihre Aufträge gut bezahlen.<br />Baxter würde am liebsten die Welt retten und lässt sich von einer hübschen Fassade nicht so schnell beeindrucken.<br />Knistern, Schlagabtäusche und viele Situationen zum Schmunzeln sind bei diesen beiden gegensätzlichen Persönlichkeiten vorprogrammiert.<br />Auch mit Elise aus „Among the Stars" gibt es das eine oder andere Wiedersehen, was ich bei solchen Buchreihen immer schön finde. <br /><br />Wie der Auftrag, einen Investor für Baxter an Land zu ziehen, Veronicas Leben durcheinanderwirbelt, und Baxter an seine Grenzen gehen muss, um sein Ziel zu erreichen, ist sehr gut umgesetzt. Die Liebesgeschichte entwickelt sich nicht zu schnell und ist wundervoll romantisch.<br /><br />Gegen Ende hat die Geschichte für mich leider etwas an Zugkraft verloren.<br />Ähnlich wie bei Elises Geschichte liegt die größte Schwäche des Buches in dem Geheimnis um die Vergangenheit der Protagonistin. Es dauert lange, bis der Leser erfährt, woher sie kommt und was sie erleben musste - das Ganze wird durch ein leider extrem unglaubwürdiges Ereignis aufgerollt.<br />Zu einem Punkt, an dem der Ausgang bereits klar vorhersehbar ist, gibt es darüber hinaus noch einige unnötige Schleifen in der Handlung, die zudem auf ebenfalls sehr unwahrscheinlichen Zufällen aufbauen. In einer Stadt wie Washington D.C. kann man unmöglich immer zum richtigen Zeitpunkt den passenden Personen über den Weg laufen.<br />Die dramatischen Elemente sind - selbst für das Genre, bei dem das ja zu einem gewissen Grad einfach dazugehört - einfach etwas zu sehr aufgebauscht worden.<br />Trotz dieses Minuspunkts ist das Buch eine tolle Wohlfühllektüre mit vielen mitreißenden Szenen, die ich sehr gern gelesen habe.<br /><br />(Für wen) Lohnt es sich?<br /><br />Ich gebe eine klare Empfehlung für alle Fans von „Among the Stars", aber auch Neueinsteiger, die humorvolle und romantische Geschichten mit viel Drama mögen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig. Da Charaktere aus dem ersten Teil aber am Rande wieder in Erscheinung treten und man erfährt, wie es für sie weitergeht, sollte man, wenn man das „Komplettpaket" lesen möchte, die richtige Reihenfolge einhalten.<br /><br />In einem Satz:<br /><br />„Over the Moon" punktet mit einer spannenden Charakterkonstellation, Romantik, Humor und dem richtigen Maß an Tiefgründigkeit; bis auf einzelne zu sehr an den Haaren herbeigezogene Nebenstränge der Handlung ist Samantha Joyce wieder eine schöne Geschichte gelungen.

Veröffentlicht am 19.02.2017

Wenn Zerbrochenes langsam wieder heil wird ...

Liebe ist wie Drachensteigen
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Worum geht's?<br /><br />Ich kann nicht einfach zurück an diesen Ort. Wenn etwas einmal zerbricht, kann man es nie mehr wieder so zusammensetzen, wie es war. Es wird immer Risse geben und Klebstoffspuren und raue ...

Worum geht's?<br /><br />Ich kann nicht einfach zurück an diesen Ort. Wenn etwas einmal zerbricht, kann man es nie mehr wieder so zusammensetzen, wie es war. Es wird immer Risse geben und Klebstoffspuren und raue Oberflächen. (S. 96)<br /><br />Hadley ist immer noch wütend. Die Affäre ihres Vaters hat ihre Familie entzweit, die Stimmung zu Hause ist unerträglich und Hadley flüchtet sich in jede jungstechnische Ablenkung, die sich ihr bietet.<br />Sams Verhältnis zu seinen Eltern ist auf Grade unter Null heruntergekühlt. Neu in der Stadt und an der Schule bekommt er ausgerechnet Hadley als Partnerin für ein Shakespeare-Projekt zugeteilt.<br />Zwischen den beiden knüpft sich sofort ein zartes Band - doch wird es reißfest genug sein, um den Ärger und die Probleme in ihren Familien zu überstehen?<br /><br />Was mich neugierig gemacht hat:<br /><br />Ich hatte bisher noch gar kein Buch aus dem Magellan Verlag gelesen, obwohl einige auf meiner Wunschliste stehen. Als zu dieser Neuerscheinung eine Leserunde angeboten wurde, musste ich mich gleich bewerben, weil "Liebe ist wie Drachensteigen" eine emotionale Geschichte versprach und mich der Perspektivwechsel zwischen Hadley und Sam schon in der Leseprobe sofort überzeugt hat.<br />Mir gefällt das Cover, weil es dezent, aber trotzdem stark, süß, hell, verspielt und einfach hübsch ist - das Herz mit den Rissen wirkt empfindlich und zerbrechlich. Es passt sehr gut zum Buch.<br /><br />Wie es mir gefallen hat:<br /><br />Die Geschichte steigt mitten im Geschehen ein, und schon nach den ersten Seiten haben Hadley und Sam mich für sich einnehmen können. Der Erzählton ist sehr gelungen - beide Perspektiven sind sehr authentisch geschrieben, vermitteln die Gefühle der Figuren auf lebhafte Weise und haben genau die richtige Mischung aus Drama und Humor. Das Buch ist sehr dialoglastig, aber mir persönlich hat das gut gefallen, weil es dadurch sehr flüssig zu lesen ist und in den Gesprächen viel zum Ausdruck kommt.<br /><br />Bis auf eine Enthüllung, die mich gegen Ende überraschen konnte, hält die Autorin die Spannung um die Geheimnisse, die sie aufbaut, nicht sehr lange. An der einen oder anderen Stelle hätte sie die Leser vielleicht noch eiskälter erwischen können, wenn sie die Auflösung noch etwas hinausgezögert hätte.<br /><br />Die Liebesgeschichte ist sehr gut umgesetzt, auch wenn das gemeinsame Schulprojekt zu Beginn ein wenig klischeehaft daherkommt. Es wird nichts überstürzt, aber die Chemie zwischen den Charakteren stimmt, und das spürt man.<br />Es gibt viele schöne Begegnungen, in denen sich die Gefühle langsam entfalten, während die Schatten im Hintergrund lauern. Man erlebt mit, wie Hadley und Sam einander in einer schwierigen Zeit ihres Lebens Halt geben und sich dabei beide weiterentwickeln. Nur die kleine Essensschlacht zwischendurch fand ich überzogen - so etwas hat für mich nichts Witziges oder gar Romantisches.<br /><br />Eine weitere Stärke des Buches sind die Nebencharaktere. Sowohl Hadleys beste Freundin Kat als auch Sams Schwester Livy und sein bester Freund Ajay bringen Schwung in die Geschichte und wachsen einem schnell ans Herz.<br />Nur die Hadleys und Sams Eltern habe ich nicht in allen Punkten verstehen können, und ihr Verhalten hat mich manchmal stutzig gemacht.<br /><br />Das Ende ist sehr gelungen, nicht unglaubwürdig kitschig, aber auch nicht viel zu offen oder abrupt.<br />Es wäre schön gewesen, wenn die Drachenthematik noch einmal etwas stärker aufgegriffen worden wäre, aber auch so habe ich das Buch zufrieden zuschlagen können.<br /><br />(Für wen) Lohnt es sich?<br /><br />Wer schöne, einfühlsam erzählte Liebesgeschichten über Jugendliche mag, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Die ernste Thematik um das Fremdgehen von Hadleys Vater zieht sich durch die ganze Geschichte und sorgt für viel Familiendrama. Hadleys Art, damit umzugehen, entspricht sicher nicht jedem Typ Mensch, ist aber gut umgesetzt.<br /><br />In einem Satz:<br /><br />"Liebe ist wie Drachensteigen" ist eine in zwei authentischen Perspektiven erzählte Liebes- und Familiengeschichte, die mehr auf Gespräche als auf Spannung setzt und herzerwärmend zeigt, wie Zerbrochenes langsam von der Hoffnung auf Neubeginn zusammengefügt wird.<br /><br /><br />Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Magellan Verlag!

Veröffentlicht am 08.10.2018

Finale, das allen Erwartungen gerecht wird

Dreams of Gods and Monsters
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Worum geht's?<br /><br />"Die Dinge können sich ändern. Sie können geändert werden, von jenen, die den Willen haben. Und Welten auch. Möglicherweise." (S. 274)<br /><br />Karou und Akiva stehen wieder auf einer Seite, doch ...

Worum geht's?<br /><br />"Die Dinge können sich ändern. Sie können geändert werden, von jenen, die den Willen haben. Und Welten auch. Möglicherweise." (S. 274)<br /><br />Karou und Akiva stehen wieder auf einer Seite, doch diese Seite basiert auf einem zerbrechlichen Bündnis zwischen Engeln und Chimären. Im Kampf stehen sie dem grausamen Seraphim Jael und seiner Armee gegenüber, die nun die Welt der Menschen stürmen und dort an Massenvernichtungswaffen kommen wollen.<br />Wird der Traum, den Karou und Akiva vor langer Zeit teilten, untergehen oder kann es noch Rettung geben, für ihre Völker und für ihre Liebe?<br /><br />Was mich neugierig gemacht hat:<br /><br />Als in diesem Jahr das große Finale der Trilogie erschienen ist, habe ich die Chance ergriffen, nun Band 2 und 3 kurz hintereinander wegzulesen. Band 1 hatte mir damals schon unglaublich gut gefallen - ein Buch, das einfach aus der Masse heraussticht - und so wollte ich natürlich unbedingt erfahren, wie die Autorin es schaffen würde, diese gigantisch vielen Fäden zuende zu führen.<br /><br />Wie es mir gefallen hat:<br /><br />Ich war ein bisschen in Sorge, was dieses Finale angeht und konnte mir absolut nicht vorstellen, wie Laini Taylor es schaffen will, ein überzeugendes Ende zu schreiben. Aber es ist ihr gelungen.<br /><br />Alle offenen Fragen werden geklärt, der Ausgang der Geschichte ist weder überstürzt noch zu Happy-End-mäßig oder zu bitter.<br /><br />Was meinen Einstieg in diesen Band ein wenig erschwert hat, war der Epilog des 2. Bandes. Diesen hätte ich eher weggelassen. Er hat die Spannung ein Stück weit ausgebremst, weil der 3. Teil noch einmal vor diesem Epilog ansetzt und man so schon wusste, auf welche Situation dieser Anfang hinauslaufen würde.<br /><br />Gestört hat mich zu Beginn auch, dass mit Eliza noch einmal ein ganz neuer Erzählstrang aufgemacht wurde. Im abschließenden Band hatte ich das so nicht erwartet und fand ihre Geschichte auch nicht so interessant wie den Rest - im Nachhinein ist dieser Faden aber natürlich in die Haupthandlung mit eingeflochten worden und hat dort auch eine wichtige Rolle eingenommen.<br /><br />"Karou glaubte nicht an das Schicksal. Nicht das Schicksal hatte ihren Plan zunichtegemacht, sondern Verrat. Und es war auch nicht das Schicksal, das ihn jetzt neu schmiedete - oder zumindest diese verzerrte, von Misstrauen und Feindseligkeit bedrohte Abbild dessen, was sie sich einst erträumt hatten. Dahinter steckte ein Wille." (S. 77)<br /><br />Eine der Besonderheiten, die mir an der Zwischen-den-Welten-Trilogie so gut gefallen, ist die Sprache, die niemals plump, aber auch nicht anstregend oder unnötig aufgebauscht ist, und manchmal Gedanken einfängt, die fast einen philosophischen Touch haben.<br /><br />Was ich auch noch kurz erwähnen möchte, ist, dass es mir richtig gut gefallen hat, dass Liraz, Akivas Schwester, hier noch einmal eine größere Rolle eingenommen und eine wirklich schöne Entwicklung durchgemacht hat.<br />Auch mit anderen tollen Figuren - wie Zuzana und ihr Freund - gibt es hier noch ein letztes Wiedersehen.<br /><br />Wenn ich die Trilogie insgesamt betrachte, hat mir überraschenderweise der Mittelteil am allerbesten gefallen, bin aber auch von den anderen beiden wirklich begeistert.<br /><br />(Für wen) Lohnt es sich?<br /><br />Fans der Zwischen-den-Welten-Trilogie werden bestimmt nicht enttäuscht sein. Ich jedenfalls finde, es ist ein würdiger Abschluss. Empfehlen würde ich die Reihe ab 15/16. Die Reihenfolge der Bände sollte man unbedingt einhalten, da sie eng zusammenhängen.<br /> <br />In einem Satz:<br /><br />Mit "Dreams of Gods and Monsters" hat Laini Taylor ein überzeugendes Finale geschaffen, das allen Erwartungen gerecht wird und eine grandiose Trilogie zum Ende führt.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Gigantischer, mitreißender zweiter Band

Days of Blood and Starlight
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Worum geht's?<br /><br />Nachdem Karou den Wunschknochen zerbrochen hat und sich an ihre Vergangenheit erinnert, liegt ihre Welt in Scherben. Und ausgerechnet Akiva trägt Schuld am Tod ihrer Familie - wie soll sie ...

Worum geht's?<br /><br />Nachdem Karou den Wunschknochen zerbrochen hat und sich an ihre Vergangenheit erinnert, liegt ihre Welt in Scherben. Und ausgerechnet Akiva trägt Schuld am Tod ihrer Familie - wie soll sie ihm jemals vergeben können?<br />Um dem Krieg zwischen Chimären und Seraphim endlich ein Ende zu setzen, scheint kein Preis zu hoch, nicht einmal, wenn es bedeutet, sich mit Feinden zu verbünden oder das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Doch können Karou und Akiva wirklich etwas erreichen, wenn sie getrennt voneinander sind?<br /><br />Was mich neugierig gemacht hat:<br /><br />Nach Band 1 war für mich vollkommen klar, dass ich die ganze Trilogie lesen muss. Tatsächlich hat der zweite Teil nun viel zu lange bei mir herumgelegen und wurde erst jetzt, zum Erscheinen des Trilogieabschlusses, wieder herausgekramt. Doch besser spät als nie :)<br /><br />Wie es mir gefallen hat:<br /><br />Ein Grund, warum ich das Lesen ein wenig hinausgezögert habe, war, dass ich befürchtet habe, nicht wieder in die doch sehr komplexe Handlung hineinzukommen. Dieses Problem hat sich aber schnell in Luft aufgelöst. Durch die Landkarte auf dem Vorsatzpapier, ein Personenregister und eine kurze Zusammenfassung "Was bisher geschah" war ich fast sofort wieder mitten im Geschehen.<br /><br />Laini Taylor ist eine Autorin, die ich wirklich wahnsinnig bewundere. Sie schreibt so... ja... tief, würde ich es nennen. Ihre Welt ist so facettenreich und detailliert, ihre Figuren so vielschichtig und die Handlung verliert trotz vieler verschiedener Fäden nie das große Ganze aus dem Blick. <br />Gut gefällt mir nach wie vor, dass die personalen Perspektiven sehr oft wechseln und man so spielend leicht die Gedanken und Motive verschwiedener Figuren sowie das Geschehen an unterschiedlichen Schauplätzen mitverfolgen kann.<br /><br />Es passiert bei Trilogien ja oft, dass die Mittelteile die schwächsten sind - zwischen Auftakt und Finale finden sie sich nicht richtig ein und strecken häufig die Handlung unnötig. Das kann ich über "Days of Blood and Starlight" absolut nicht sagen. Ganz im Gegenteil - dieses Buch fand ich fast noch fesselnder als den ersten Band. Und da ich nun mit dem Lesen schon an Band 3 bin, kann ich auch schon sagen, dass ich "Days of Blood and Starlight" bis jetzt am spannendsten von den drei Teilen finde.<br /><br />Das Einzige, was ich vielleicht weggelassen hätte, ist der Epilog. Er rundet zwar diesen Band schön ab, hat mir aber den Einstieg in den Nachfolgeband etwas erschwert und die Geschichte spannungsmäßig ein bisschen zurückgeworfen.<br /><br />Ich bin mehr als gespannt, wie die Autorin diese unglaubliche Trilogie zum Abschluss bringen wird!<br /><br />(Für wen) Lohnt es sich?<br /><br />Ich denke, jeder, der "Daughter of Smoke and Bone" gelesen hat, wird auch unbedingt Band 2 und 3 lesen wollen - mir jedenfalls ging es so.<br />Fantasyfans ab 15/16 und weit darüber hinaus kommen hier voll auf ihre Kosten. Der erste Band sollte aber bekannt sein.<br /> <br />In einem Satz:<br /><br />Mit "Days of Blood and Starlight" legt Laini Taylor einen gigantischen, mitreißenden zweiten Teil vor, der mich restlos begeistert hat.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Anders, faszinierend, spannend, exotisch, magisch, romantisch, fesselnd!

Daughter of Smoke and Bone
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Inhalt<br /><br />"Das war ihr Leben: Magie und Scham und Geheimnisse und Zähne und eine tiefe, quälende Leere in ihrer Mitte, wo ganz sicher etwas fehlte. Karou plagte der Gedanke, dass sie nicht vollständig war. ...

Inhalt<br /><br />"Das war ihr Leben: Magie und Scham und Geheimnisse und Zähne und eine tiefe, quälende Leere in ihrer Mitte, wo ganz sicher etwas fehlte. Karou plagte der Gedanke, dass sie nicht vollständig war. Sie wusste nicht, was es bedeutete, aber schon ihr Leben lang hatte sie dieses Gefühl, das so ähnlich war, als hätte sie etwas Wichtiges vergessen." (S. 62 f.)<br /><br />Karou ist siebzehneinhalb und lebt seit gut zwei Jahren in Prag. Sie hat blaue Haare - und die sind nicht gefärbt. Sie sammelt Sprachen und bekommt meistens welche zum Geburtstag. Sie ist eine Kämpferin, die tief in sich eine unerklärliche Leere spürt. Sie zeichnet Fantasiewesen, die ihre Kommilitonen an der Kunstakademie faszinieren und die unmöglich ihrer bloßen Fantasie entsprungen sein können.<br />Karou ist in einem Laden aufgewachsen, der in Anderswo liegt, bei dem Wunschhändler Brimstone, der ihr Ketten schenkt, deren Perlen Wünsche sind. Durch seine magischen Portale schickt er Karou mit Aufträgen rund um die Welt. Für ihn stöbert sie alle Arten von Zähnen auf. Und dann verändert ein Trip nach Marrakesch ihr Leben...<br /><br />Meine Meinung<br /><br />Dieses Buch ist schon rein äußerlich betrachtet ein echter Blickfang und macht auch ordentlich etwas her, wenn man den Schutzumschlag ablegt.<br />Von dem recht vagen Klappentext her wusste ich nicht wirklich, was mich erwarten würde. Da ich aber sofort neugierig war, wanderte "Daughter of Smoke and Bone" nach einem Tausch in mein Regal und wo jetzt bald der zweite Teil auf Deutsch erscheinen wird, dachte ich mir, es wäre an der Zeit, es hervorzuholen.<br />Ich habe es nicht bereut.<br /><br />Ich bin mir nicht sicher, ob mir irgendetwas an diesem Buch nicht gefallen hat. Tatsache ist, dass ich von einem tollen Schreibstil, einem gelungenen Perspektivwechsel, originellen Fantasyelementen, gutem Humor an den richtigen Stellen und interessanten Charakteren überrascht wurde.<br /><br />Die Geschichte wird sehr raffiniert aufgewickelt. Es beginnt in Karous halbwegs normalem Alltagsleben - wenn man einmal davon absieht, dass ihr Ex beruflich Vampir spielt, ihre Freundin ein wenig verrückt ist und sie selbst ziemlich außergewöhnlich ist, was nicht nur daran liegt, dass sich ihre Wünsche erfüllen - und im Zentrum steht die Frage, wer sie eigentlich ist. Das Problem ist: Sie weiß es selbst nicht und ihre "Familie" schweigt sich darüber aus. <br />Zu dem großen Geheimnis ihrer Herkunft gesellen sich unzählige andere Fragen hinzu: Was hat es mit den Wünschen auf sich? Über welche Fähigkeiten verfügt Brimstone? Was bedeutet der Wunschknochen, den er um den Hals trägt? Wozu braucht er all die Zähne? Was verbirgt sich hinter dem Portal, das Karou niemals durchschreiten darf? Was löst dieses Gefühl der Unvollständigkeit in ihr aus?<br />Nach und nach entschlüsselt sich die Vorgeschichte und zieht den Leser in eine magische Welt hinein, in der ein Krieg tobt, den niemand gewinnen kann. Seraphim gegen Chimären. Chimären gegen Seraphim. Kann es da noch Hoffnung geben?<br /><br />Fazit<br /><br />Anders, faszinierend, spannend, exotisch, magisch, romantisch, fesselnd.<br />Das sollte man sich meiner Meinung nach nicht entgehen lassen.