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Veröffentlicht am 05.01.2021

Ein Werk, das bis in die Sinne vordringt und das man niemals vergisst

Ein Kleid aus Seide und Sternen (Ein Kleid aus Seide und Sternen 1)
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Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich auf diese Geschichte gefreut habe, die noch viel strahlender, magischer und gefährlicher ist, als es das wunderschöne Cover vermag auszudrücken.
Und ...

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich auf diese Geschichte gefreut habe, die noch viel strahlender, magischer und gefährlicher ist, als es das wunderschöne Cover vermag auszudrücken.
Und doch habe ich mich zuerst in diese Farbexplosion verliebt.

Ich könnte euch etwas über den Inhalt erzählen. Doch es wäre nicht genug. Es würde euch nicht mal ansatzweise auf das vorbereiten, was euch hier erwartet.
Es ist so mächtig, magisch und einfach unbeschreiblich.
Angefangen bei den Charakteren, die so unglaublich vielfältig dargeboten werden, dass man das Gefühl hat, in ihre Seele einzutauchen.
Angefangen bei Maia deren Perspektive wir auch erfahren. Wodurch wir sie nicht nur enorm gut kennenlernen, sondern tief in ihre Seele eintauchen und erkennen, was für ein unaussprechlich wertvoller Mensch sie ist.
Maia ist süß, sanft und folgsam. Eine Tugend, die sie so wertvoll macht.
Aber Maia ist auch eine der stärksten Persönlichkeiten, die ich je kennengelernt habe. Maia kämpft, steht niemals still und gibt alles, damit sie ans Ziel kommt.
Ein Ziel das ihre Träume zerstören könnte, sie innerlich zerreißen wird, aber dennoch unglaublich glücklich macht.
Sie hat so enorm viel zu kämpfen, dass es mir das Herz zerrissen hat. Ihre Gefühle, ihre ganze Präsenz gingen mir so ans Herz, dass ich es kaum in Worte fassen kann.
Maia hat eine wertvolle Gabe, aber es ist nicht das, was sie ausmacht.
Sie ist von reiner Natur, sie strahlt wie die Sonne und ist einfach ein Mensch, den man sich an seiner Seite wünschen würde.
Und daneben hat mich Edan unglaublich beeindruckt.
Geheimnisvoll, düster und doch so unglaublich anziehend und sympathisch. Ich wusste nie, woran ich bei ihm war. Aber ich habe ihn sofort geliebt. Der weitere Verlauf, zeigte mir auch warum. Denn Edan ist so viel mehr, als man auszudrücken vermag.
Darüber hinaus beleben weitere Charaktere das Geschehen und diese haben es wirklich in sich. Dabei sind zwar einige recht blass. Es ändert aber nichts daran, dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Sie alle sind so unglaublich gut greifbar, lebendig und mit Ecken und Kanten versehen,dass es mich einfach umgehauen hat.

Elizabeth Lim hat hier ein Setting erschaffen, das reiner Magie gleicht. Sie findet wunderschöne Worte und Beschreibungen, dass man sich völlig darin verliert.
Es begann mit einem Wettbewerb, damit Maia ihre Passion unter Beweis stellen konnte und es endete mit den Tränen des Meeres.
Doch was lag dazwischen?
Wie konnte Maia sich verlieren ?
Die Autorin hat hier eine unglaublich vielschichtige und gewaltige Story zu Papier gebracht, die sämtliche Grenzen sprengt.
Sie wächst und wächst, man hat das Gefühl, als würde sie ein Eigenleben entwickeln und immer größer, gewaltiger und intensiver werden.
Es geht nicht nur um Maias Traum.
Es geht um alles, was sie und ihr Umfeld ausmacht.
Um Tränen, Wut, Angst und Verzweiflung.
Es geht um Konkurrenz, Rivalen und Neider, wie man sie überall findet. Und doch ist man so unglaublich erschüttert über die Niederträchtigkeit, die Bösartigkeit dahinter. Das es einem die Luft abschnürt.

Um zu begreifen, wie gewaltig und facettenreich die Handlung ist, wurde diese Geschichte in drei Teile gegliedert. Was einfach so wichtig und gut ist.
Denn es gibt verschiedene Etappen zu bewältigen. Eine ist größer, als die nächste und reißt mitten in den Abgrund.
Wir erklimmen Grenzen, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt. Es fühlt sich bittersüß, tragisch und so unfassbar dramatisch an. Man versinkt darin und verliert sich völlig.
Maia hat mich unglaublich überrascht. Denn sie zeigt nicht nur, was in ihr steckt. Sie zeigt, wie wertvoll sie als Mensch und als Schneider ist. Es wird mit so farbenfrohen Bildern beschrieben, dass es kein größeres Erlebnis sein könnte.
Für Ausgleich sorgt eine sanfte, leichte und so unglaublich schöne und berauschende Liebesgeschichte, die sich so gut und einfach richtig anfühlt.
Die lebt, wächst und strahlt.
Die einfach so besonders und feinfühlig ist.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe.
Aber nicht das. Sämtliche Magie und Dunkelheit kommt hier zum Vorschein.
Ich war schockiert, am Ende und hatte Angst nie wieder auftauchen zu können.
Elizabeth Lim gelingt es, dass diese Geschichte niemals zum Stocken kommt.
Sie ist so spannend, dass man nicht einen Moment zur Ruhe kommt.
Ja, es geht um Liebe, aber es geht auch um die Balance zwischen Gut und Böse. Das es Grenzen gibt, die man niemals überschreiten darf. Es könnte sich verheerend auswirken.
Es geht darum, für seine Träume zu kämpfen. Denn es ist niemals zu spät.

Ich bin so begeistert und völlig außer mir, dass mir wirklich die Worte fehlen.
So berauscht, so verzaubert und so unglaublich berührt von Maias Wesen, dass sie immer wieder zum Ausdruck bringt.
Die Hintergründe haben mich wirklich beschäftigt und etwas in mir zum klingen gebracht.

Definitiv ein Jahreshighlight. Ein Werk, das man mehr fühlt, als liest. Das sich stetig weiterentwickelt, um immer wieder neue Aspekte dieser Welt zum Vorschein zu bringen.
Ich bin so unfassbar gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit:
“Ein Kleid aus Seide und Sternen” oder “Wie Maia, den Himmel zum einstürzen brachte”.
Gewoben mit Magie, bestickt mit bittersüßen und dramatischen Details, vollendet mit den Tränen des Meeres.
Ich bin so berauscht von den Farbergüssen, den sanften und leisen Gefühlen.
Es hat mir das Herz zerrissen.
Niemals zuvor ist mir so eine starke Protagonist begegnet, wie es hier der Fall war.
Eine Geschichte, die sich durch ein unglaubliches Setting und sehr viel Feingefühl hervorhebt.
Magie in ihrer reinsten und ehrlichsten Form.
Ein Werk, das bis in die Sinne vordringt und das man niemals vergisst.
Ich brauche unbedingt mehr davon.
Ein absolutes Jahreshighlight.

Veröffentlicht am 05.01.2021

Nicht schlecht. Aber leider nicht das, was ich erwartet habe

Disney – Villains 3: Die Einsame im Meer
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Wer kennt sie nicht?
Ursula die bösartige Seehexe, die Arielle ihre Stimme nahm. Im dritten Band der Villains Reihe, geht es um ebendiese.
Ich muss zugeben, da mich die beiden Vorgänger schon sehr begeistert ...

Wer kennt sie nicht?
Ursula die bösartige Seehexe, die Arielle ihre Stimme nahm. Im dritten Band der Villains Reihe, geht es um ebendiese.
Ich muss zugeben, da mich die beiden Vorgänger schon sehr begeistert haben, wurde die Messlatte schon verdammt hoch angesetzt. Aber Ursula ist auch eine verdammt faszinierende Persönlichkeit, weshalb ich mir verdammt viel davon erhofft habe.

Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz so erfüllt, wie ich mir das erhofft hatte.
Dazu muss ich sagen, dass es hier zwingend notwendig ist, die Vorgänger zu lesen.
Sonst fehlt einem sämtliches Vorwissen, was hier einfach absolut notwendig ist.
Doch zur Story.
Auch hier erfährt man das über Ursula, was man wissen sollte, um die Tragik dahinter wirklich begreifen zu können. Dennoch hatte ich etwas das Gefühl, als wäre Ursula eher ein Nebenprotagonist . Ihr wurde zu wenig Tiefe geschenkt. Natürlich hatte ich Anteil an ihren Handlungen und Gedankengängen, aber sie blieben mir zu nebulös. Zu verworren, zu undurchsichtig.
Ursulas Geschichte ist nichtsdestotrotz ziemlich interessant und tragisch.
Aber in der Handlung nehmen vor allem die Schwestern sehr viel Raum ein.
Was sich dann zu einer ziemlich dramatischen Sache entwickelt.
Denn Ursula zeigt sich in ihrer ganzen Bösartigkeit. Verletzt und blind vor Rache schlägt sie wild um sich und das mit verheerenden Folgen.

Mitunter fand ich, dass die Story etwas ins Stocken kommt und etwas die Richtung verliert ,um sich dann wieder relativ schnell dem richtigen Kurs zuzuwenden.
Die Handlung besticht mit verschiedenen Charakteren, die absolut für sich einnehmen können. Dabei trifft man auf alte Bekannte wieder, was mir großartig gefallen hat und doch für einige Überraschungen sorgte.
Besonders gelungen fand ich hier Nanny, was meine Faszination ihr gegenüber noch verstärkt hat.
Es wird ein Bild gezeichnet, das verhängnisvoller und niederschmetternder kaum sein kann.
Denn der Hintergrund ist wirklich nicht ohne und reißt ziemlich in den Abgrund.
Menschlich gesehen ist es kaum zu ertragen, geschweige denn zu verstehen.
Mich hätte vor allem interessiert, wie Ursula am Anfang war. Quasi bevor alles diesen Lauf nahm. Das wurde mir einfach zu unzureichend ausgearbeitet. Denn sonst hätte es womöglich eine viel greifbarere und tiefere Story werden können.

Insgesamt eine sehr spannende Story, die doch mit der ein oder anderen Wendung punkten konnte. Bei der leider die böse Seehexe etwas aus den Augen verloren wird.
Dennoch bekommt man schon einen kleinen Vorgeschmack, was uns im nächsten Band erwarten könnte.
Nicht schlecht. Aber leider nicht das, was ich erwartet habe.

Fazit :
Ursula, die machthungrige und rachsüchtige Meerhexe.
Ich könnte im Himmel sein.
Könnte, aber bin es leider nicht.
Hier wurde mir etwas der Kern der Story aus den Augen verloren.
Eine Story, die zwar durchaus mit Wendungen punkten kann, mich aber in eine gänzlich andere Richtung schickte, als erwartet.
Nicht schlecht. Aber leider nicht das, was ich erwartet habe.
Für mich bisher der schwächste Band der Reihe.

Veröffentlicht am 01.01.2021

Definitiv ein Highlight, was ich so gar nicht erwartet hätte.

Disney – Villains 2: Das Biest in ihm
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Im zweiten Band der Villains Reihe geht es um den verfluchten Prinzen aus ” Die Schöne und das Biest”.
Dabei geht es nicht in erster Linie darum, ob das Biest tatsächlich böse ist.
Sondern vielmehr um ...

Im zweiten Band der Villains Reihe geht es um den verfluchten Prinzen aus ” Die Schöne und das Biest”.
Dabei geht es nicht in erster Linie darum, ob das Biest tatsächlich böse ist.
Sondern vielmehr um die Geschichte des Fluches und wie es dazu kommen konnte.
Für mich war das Biest nie böse, sondern lediglich einsam, verloren und einfach traurig.
Wodurch sich durch Verzweiflung,auch immer mehr Wut breit macht, die sich einfach nicht kontrollieren lässt.
Eine Hilflosigkeit, die sämtliche Dämme brechen lässt und all den Emotionen freien Lauf lassen, die in ihm brennen und zehren.
Wie sonst sich artikulieren?
Wie sonst sich äußern?
Denn es birgt auch eine große Verletzlichkeit, die angreifbar macht.

Als erstes muss ich sagen, dass man die Bände der Reihe nach lesen sollte. Denn auch wenn unterschiedliche Märchen behandelt werden, so bauen sie doch einfach aufeinander auf und dadurch versteht man Entwicklung viel besser, die sich immer mehr herauskristallisiert.
Dieser Band ist auch nicht ganz so eindimensional, wie es der erste noch war.
Es wurde sich enorm viel Zeit für die Charaktere genommen, mit liebevoller Detailarbeit versehen. Was das Ganze einfach unglaublich greifbar und lebendig macht.

Im Fokus steht natürlich der Prinz.
Er ist arrogant, setzt Maßstäbe und bekommt mitunter gewaltige Höhenflüge.
Das hat jedoch nicht bösartiges ansich. Es ist zwar nicht in Ordnung. Aber mein Gott, er ist jung, tobt sich aus und hat auf seine Art Spaß.
Kann man ihm das zum Vorwurf machen?
Daneben haben mir seine beiden männlichen Diener sehr gut gefallen und Mrs.Pott.
Man spürt einfach diese Zusammengehörigkeit, diese liebevolle Verbindung, die zwischen allen herrscht und das hat mein Herz unsagbar erwärmt.
Auch die Nebencharaktere schaffen es mit ihrer Vielseitigkeit zu punkten, so das es immer wieder neue Entdeckungen gibt.
Doch in erster Linie begleiten wir den Prinzen und ich fand seine Entwicklung einfach so großartig.
War er erst noch der lebenslustige junge Mann, so macht sich nach und nach innere Zerrissenheit und Verzweiflung bemerkbar, die ihn zu verschlingen droht.
Die Emotionen, die dabei entstehen sind tief und echt, dass ich förmlich ununterbrochen mit ihm mitgefiebert habe.

Ich sah Einsamkeit, Trauer und Leere.
Eine Hoffnungslosigkeit, die die Tragik noch dahinter verstärkte und mein Innerstes komplett aufgewühlt hat.
Für Abwechslung sorgen die Schwester, die wir schon im ersten Band kennengelernt haben und mein Gott, ich kann meine Abneigung ihnen gegenüber gar nicht in Worte fassen.
So viel Kalkül, Perfidität und Kälte habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.
Ich möchte nicht zu weit vorgreifen, aber es hat mir auch Spaß gemacht, ihre Spielchen mitzuerleben. Es gab der Geschichte einfach ordentlich Biss und eine große Prise an Sarkasmus, Zynismus und Hinterhältigkeit.
Sie haben es geschafft, mich zutiefst zu erschüttern und trotzdem zum lachen zu bringen.

Dieses Märchen ist wirklich extrem spannend und wahnsinnig emotional. Mir ging die Geschichte wahnsinnig ans Herz.
Denn man spürt die Entwicklung mit jeder Faser seines Herzens.
Denn nicht nur der Prinz leidet und muss extrem viel einstecken.
Alle müssen das und das zieht eine Welle der Tragik nach sich.
Hier brillieren einfach alle und tragen ihren Teil bei.
Mir hat vor allem der Aspekt der Menschlichkeit unglaublich gut gefallen, denn es zeigt, was es für wertvolle Verbindungen untereinander gibt.

Ein Märchen, das mehr ist als das.
Es zeigt, dass du immer geliebt wirst , aber diese Liebe auch schätzen und verdienen musst, um sie nicht zu verlieren.
Denn Einsamkeit und Trauer, verändern deinen Charakter und einen Teil deiner Seele. Und das reißt dich unwiderruflich in einen nie endenden Abgrund.
Definitiv ein richtiges Highlight, was ich definitiv nicht erwartet habe.

Fazit:
“Die Schöne und das Biest” , hach wie liebe ich dieses Märchen.
Hier ist eine sehr eindrucksvolle Geschichte über den Fluch und die Geschichte dahinter entstanden, die mich ausnahmslos begeistert und sehr berührt hat.
Eine Geschichte ,die unglaublich spannend und vielseitig ist und mit einem großen Schuss Menschlichkeit punktet.
Definitiv ein Highlight, was ich so gar nicht erwartet hätte.

Veröffentlicht am 01.01.2021

Sehr berührend, sehr erschütternd und emotional

Disney – Villains 1: Die Schönste im ganzen Land
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Die Villains Reihe befasst sich damit, Märchen noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten.
Darin geht es um die Bösewichte und ob sie tatsächlich so bösartig und rachsüchtig sind, wie ...

Die Villains Reihe befasst sich damit, Märchen noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten.
Darin geht es um die Bösewichte und ob sie tatsächlich so bösartig und rachsüchtig sind, wie man bisher glaubte.
Den Anfang macht “Die Schönste im ganzen Land”, auch besser bekannt als Schneewittchen.
Hierbei geht es um die böse Stiefmutter/Königin, die Schneewittchen einen zarten, rotglänzenden Apfel reicht, um sie ohne Skrupel aus ihrem Leben zu entfernen.
Doch was ist tatsächlich passiert?
Wie konnte es soweit kommen?
Handelt sie wirklich so niederträchtig und bösartig?
Was steckt hinter allem?

Zum ersten Mal erfahren wir die Geschichte der stolzen, unnahbaren und eiskalten Königin.
Und ehrlich, ich weiß gar nicht wohin mit meinen Worten, Gedanken und Gefühlen.
Durch den unglaublich schönen, sprachgewandten und bildhaften Schreibstil, hab ich es in einem Zug inhaliert.
Märchen üben seit jeher eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Dabei bin ich besonders auf die Bösewichte fokussiert.
Denn die Geschichte, hat mich schon immer interessiert und endlich wurde ich erhört.

Das ganze beginnt mit unglaublich schönen und malerischen Beschreibungen. Sei es der Umgebung oder der Kleidung. Es übt einen sehr großen Zauber auf einen aus und lässt uns mitten in diese Welt hineinstürzen.
Dadurch das es die Geschichte der Königin ist, erhält sie besonders viel Raum und Tiefe.
Die meisten Charaktere bleiben hier relativ blass, was aber zu erwarten war. Da sich der Fokus tatsächlich nur auf die Königin richtet, die erstaunlich vielschichtig dargeboten wird und mit einer besonderen Aura sehr beeindruckend geschildert wird.

Dennoch waren für mich auch die Charaktere sehr gut greifbar. Da sie sehr authentisch und lebendig geschildert wurden.
Neben der Königin hat mir vor allem Verona unglaublich gut gefallen.
Da sie wie ein Fels in der Brandung agiert und die Königin immer wieder stützt, aber auch kritisiert.
Was hier von enormer und essentieller Bedeutung wird.
In der Königin selbst steckt so viel. Mehr als man definitiv erwarten würde.
Sanft, verletzlich, ungeschützt und lebensfroh. Das Leben formt sie und verändert ihr Wesen auf unaussprechliche Art und Weise.
Kummer, Einsamkeit und Trauer bringen ihr Herz zum bersten und machen sie blind für alles und jeden.
Der Keim des Verderbens wird früh gesät und man kann förmlich dabei zusehen, wie sie sich dagegen wehrt. Denn ein liebendes Herz ist nicht so einfach umzudrehen.
Wut, innere Zerrissenheit und eine schier unglaublich große Verzweiflung ergreifen von ihrer Seele Besitz und treiben sie an ihre Grenzen und darüber hinaus.
Natürlich ist nicht nur das Leben daran Schuld, dass sie geradewegs in den Abgrund schlittert.
Man erfährt sehr viel über ihre Vergangenheit und es ist ein Aspekt, der mich einerseits nicht losgelassen, aber andererseits auch sehr erschüttert hat.
Zweifel, Ängste und Unsicherheit verändern ihre ganze Natur.
Es wird Platz für Wahnsinn, Niedertracht, Missgunst und Eitelkeit gemacht.
Eine Kombination, die nicht ohne ist und zeigt, wie sehr Trauer und Verlust den Menschen verändern können.

Ich habe diese Geschichte wahnsinnig gern gelesen, weil mich die Schicksalsfäden, die miteinander verwoben wurden, ununterbrochen gefesselt haben.
Nicht ganz so gut hat mir gefallen, dass manche Charaktere sehr schwach rüberkommen, obwohl sie es gar nicht waren.
Ganz besonders fand ich die besondere Verbindung zwischen Schneewittchen und ihrer Stiefmutter. Das hat mein Herz wirklich fast bersten lassen vor Wonne.
Umso erschütternder war der nachfolgende Verlauf. Zudem die unterschiedlichsten Einflüsse und Begebenheiten beitragen.
Interessant fand ich auf jeden Fall den Spiegel, denn er wirft nochmal ein völlig neues Licht auf dieses ganze Märchen. Da hätte ich mir jedoch noch etwas intensivere Details gewünscht.

Insgesamt ein sehr schöner erster Band, der erschüttert ,aber auch zum schmunzeln bringt.
Die Geschichte einer Frau, die von Trauer zerstört wird und sich dadurch um 180 Grad dreht und ihr ganzes Umfeld mit in den Abgrund reißt.
Ich bin schon sehr gespannt, wie das nächste Märchen sein wird und freue mich sehr darauf, auch diesen Aspekt der Geschichte kennenzulernen.

Fazit:
Eins reichte sie einem wunderhübschen Mädchen einen zarten, saftigen, rotglänzenden Apfel, um sie aus ihrem Leben zu entfernen.
Doch warum handelt die Königin so niederträchtig und bösartig?
Aus purer Eitelkeit und Rachsucht oder steckt viel mehr dahinter, als man mit bloßen Augen erkennen kann?
“Die Schönste im ganzen Land ” punktet mit einem sehr sprachgewandten und bildhaften Schreibstil und einem Verlauf, der sehr viel Spaß macht, aber auch vieles besser nachvollziehen lässt.
Gutheißen aber auf gar keinen Fall.
Die Geschichte einer Frau, die sehr vielschichtig und wendungsreich ist und mit Abgründen punktet, in die man niemals gelangen möchte.
Sehr berührend, sehr erschütternd und emotional.
Ein Muss für Märchenfans.

Veröffentlicht am 01.01.2021

Ein Werk, das praktisch ein Eigenleben entwickelt und immer weiter in den Abgrund zieht

The Hurting
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Als ich “The Hurting ” begonnen habe, hätte ich nie erwartet ,dass es mich so in den Bann ziehen könnte.
Denn zu Beginn hatte ich das Gefühl, es zerdrückt mich buchstäblich mit seiner Schwere und Stille.
Denn ...

Als ich “The Hurting ” begonnen habe, hätte ich nie erwartet ,dass es mich so in den Bann ziehen könnte.
Denn zu Beginn hatte ich das Gefühl, es zerdrückt mich buchstäblich mit seiner Schwere und Stille.
Denn das macht dieses Buch aus.
Es ist schwer und still, aber auch laut und tosend. Es raubt dir den Atem und du kannst nichts dagegen tun, als dich immer weiter fort tragen zu lassen.

Lucy Van Smit hat einen einzigartigen Schreibstil, an den ich mich erst gewöhnen musste.
Brennend, einnehmend , fast schon mit Magie behaftet. Sie zelebriert Wörter, die sich förmlich selbstständig machen und mich immer weiter in den Bann gezogen haben.
Genauso außergewöhnlich sind die Charaktere, die so viel Einsamkeit, Leere und Dunkelheit in sich vereinen.
Nell sticht besonders dabei hervor. Was vielleicht daran liegt, dass man ihre Perspektive erfährt und dadurch ein Teil ihres Universums wird.
Nell hat Träume, doch ihr familiäres Umfeld macht es ihr unmöglich diesen Traum zu leben .
Sie ist gefangen, gefesselt und nicht imstande sich zu lösen.
Sie kann nicht gehen. Aber selbst wenn , bezweifle ich, dass es sie glücklich machen würde.
Sie liebt ihre Familie und ohne es zu wissen, bedeutet sie ihr mehr als alles andere auf der Welt. Und dann trifft sie auf Lukas.
Ein Schlund öffnet sich und droht sie mitten in den Abgrund zu ziehen.
Doch ist Nell stark genug, um sich dagegen zu wehren?

Ich mochte Nell unglaublich gern. Ihre Wärme, ihren Stolz und ihren Mut.
Sie handelt menschlich, impulsiv und doch teilweise mit einer Blauäugigkeit, die mich die Augen verdrehen ließ.
Ich konnte mich wahnsinnig gut in sie hineinversetzen und ihr Handeln größtenteils nachvollziehen. Denn in ihrer Welt fühlt sie sich verloren, einsam. Und dann verliebt sie sich und endlich sieht jemand nur sie.
Und daneben Lukas, dem ich schon sofort eine unerklärliche Abneigung entgegenbrachte.
Zu düster, zu gequält, zu verheerend war seine Ausstrahlung, die dich förmlich zu verschlingen droht.
Insgesamt sind die Charaktere sehr lebendig, authentisch und tiefgründig ausgearbeitet, so das ich wirklich mit Ihnen fühlen konnte.
Nells Weg hat mir das Herz zerrissen, weil es immer weiter Abwärts ging und sie nichts dagegen tun konnte. Sie kämpft wie eine Löwin, erklimmt Grenzen und wächst über sich hinaus.
Wahnsinn und Besessenheit durchkreuzen ihren Weg und ziehen sie immer weiter hinunter. Teilweise musste ich wirklich die Luft anhalten, weil es sich so bittersüß und zugleich tragisch anfühlte.
Eine große Welle an Trauer und Wut erfasste mich und ließ mich nicht los.
Ich konnte diesem Sog nichts entgegensetzen, er erfasste mich und verbrannte mich innerlich.
Ohne Hoffnung, ohne Licht.

Die Idee dahinter finde ich einfach großartig. Und auch wenn ich zuerst skeptisch war, hat es mich absolut mitgerissen.
Die Autorin schafft hier eine unglaubliche Atmosphäre, die düster, melancholisch und beklemmend zugleich ist. Daneben das Setting Norwegens, das idyllisch und gleichzeitig so gefährlich ist. Kopfkino pur. Ein Setting, in das man sich hineinfallen lassen kann.
Die Handlung war durchweg mit einem hohen Spannungsbogen versehen und obwohl es schwer und drückend war, konnte ich nicht aufhören mit lesen.
Diese Dramatik des Ganzen hat mich unglaublich gepackt.
Dabei erfährt man auch viel über die Hintergründe, wodurch man vieles viel besser verstehen und nachvollziehen konnte.
Und dennoch ist es unbegreiflich welch Abgründe sich hier auftun.
Mehr als man als Mensch verkraften oder gar verstehen kann.

Es wurden Wendungen eingebaut, die mich absolut umgehauen haben und gleichzeitig mit einer Wortgewalt ,dass ich immer wieder verblüfft war, wie sich alles immer weiter entwickelte und zu einem großen Ganzen wurde.
Es ist ein Überlebenskampf und gleichzeitig beinhaltet es eine Stärke, die wahnsinnig beeindruckend und vielschichtig ist.
Ich weiß gar nicht ,was ich sagen soll. Dieses Buch besticht vor allem durch eine großartige Protagonistin und einem Kern, der atmen unmöglich macht.
Es ist kein Buch, das leicht und flocker einhergeht. Es ist ein Buch, dass dich fordert, auf Trab hält und immer wieder neue Wege entdecken lässt.
Eine Mischung zwischen Drama und Thriller, was vereint extrem explosiv ist und mitten in eine Abwärtsspirale mündet.
Absolut gelungen und empfehlenswert.

Fazit:
"The Hurting” besticht mit einer sehr großen Tragik und Dramatik.
Ein Werk, das praktisch ein Eigenleben entwickelt und immer weiter in den Abgrund zieht.
Lucy Van Smit hat eine unglaublich große Wortgewalt, was mich sehr beeindruckt hat.
Dazu noch das Setting Norwegens und eine Handlung, die einem schieren Überlebenskampf gleicht.
Adrenalin pur.
Ich bin sehr beeindruckt von dieser Fülle und Intensität, die mich förmlich in den Bann gezogen hat.
Unbedingt lesen.