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Veröffentlicht am 08.01.2021

Guter Auftakt zu einer neuen Reihe der Autorin

Wintervanille
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Cecilia, von Freunden nur CeCe genannt, führt eine Vanillefarm im kalifornischen Nappa Valley und stellt selbst Produkte damit her und handelt damit. Ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit ihrer etwas ...

Cecilia, von Freunden nur CeCe genannt, führt eine Vanillefarm im kalifornischen Nappa Valley und stellt selbst Produkte damit her und handelt damit. Ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit ihrer etwas verrückten Grandma Angie (78), die gefühlte 30 Jahre ist und mit ihrer besten Freundin Julia, die einen Sandwich-Laden hat. Als eine TV-Sendung über CeCes Vanillefarm ausgestrahlt wird, wird Richard, Inhaber eines Luxushotels, auf Cecilia aufmerksam und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Und so kommt er auf die Idee, ein Gewürzseminar in seinem Hotel zu veranstalten, bei dem Cecilia einen Tag gestalten soll. Hierfür braucht er aber die Schützenhilfe seines Freundes Mitchell, der Handel mit Gewürzen betreibt.

CeCe und ihre „Assistentin“ Julia machen sich also auf zum Luxushotel – beide sind bei der Ankunft gleich hin und weg von Richard und Mitchell. Den anderen geht es genauso. Doch ob sich alle ineinander verlieben, da es in den folgenden Tagen doch zu Missverständnissen kommt, bleibt abzuwarten.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und ich konnte mir manche beschriebene Handlung (TV-Produktion, Schneesturm, Seminar…) bildhaft vorstellen. Ich kenne die Autorin bereits von der Valery Lane Reihe. Auch diese Reihe beginnt vielversprechend.

Am Ende des Buches gibt es Rezepte für Vanilleplätzchen, Vanillezucker und Marmelade mit Vanille. Und eine Leseprobe auf den zweiten Band, der wohl unabhängig von diesem gelesen werden kann: Orangenträume. Dessen Hauptdarstellerin taucht allerdings auch schon in Wintervanille auf.

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Veröffentlicht am 31.12.2020

Sehr gutes Buch

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
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Autorin und Übersetzerin Lucy (30) und Ben, ein Klinikarzt der zeitweise an Panik-Attacken leidet, sind am 24. Dezember von Hamburg nach Schleswig-Holstein unterwegs. Lucy will ihre Familie und Ben Freunde ...

Autorin und Übersetzerin Lucy (30) und Ben, ein Klinikarzt der zeitweise an Panik-Attacken leidet, sind am 24. Dezember von Hamburg nach Schleswig-Holstein unterwegs. Lucy will ihre Familie und Ben Freunde besuchen. Doch ein heftiger Schneesturm wirbelt ihre Pläne an diesem Heiligen Abend durcheinander. So stranden beide in einem Dorf und werden von der 96jährigen Dorle auf einem altem Bauernhof aufgenommen. Ein paar Wochen später erben Lucy und Ben völlig überraschend diesen Bauernhof, wobei Dorle in ihrem Testament vorgibt, dass Ben sich um die medizinischen Probleme der Dorfbewohner zu kümmern habe.

Beiden kommt das eigentlich gerade zur rechten Zeit - Lucy muss aus ihrer Wohnung raus, weil ihr Vermieter sanieren und dann die Miete erhöhen will und Ben hat gerade seinen Job in der Notaufnahme gekündigt da seine Panikattacken schlimmer wurden. Also ziehen die beiden nach Bredenhofe - als Freunde zusammen in ein Haus. Lucy arbeitet an ihrem Buch und ihren Übersetzungen, Ben kümmert sich um die medizinischen Probleme der Dorfbewohner. Lucy kommt bei ihrem Roman allerdings nicht so sehr weiter wie erhofft, doch irgendwann schlägt sie bei diesem eine völlig andere Richtung ein. Ben ist dabei wohl nicht ganz unschuldig, denn plötzlich kommt die Liebe ins Spiel.

Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, herzhaft lachen musste ich zum Beispiel über die Wirkung von Schnee (ich wohne in Südbayern) auf einen Norddeutschen. "Oh, Schnee! Toll, endlich mal." bis hin zu "Oh Gott, wir werden eingeschneit."

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Veröffentlicht am 20.12.2020

Ein gutes Buch, obwohl es auch um eine Krankheit geht

Lass uns an Wunder glauben
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Das Buch ist aus der Wechselsicht von Jasper und seiner Mutter Kate geschrieben. Jasper leidet an ZF (Mukoviszidose). Der eigentliche Hauptdarsteller in dem Buch ist Whistler, der sehr wichtig für Jasper ...

Das Buch ist aus der Wechselsicht von Jasper und seiner Mutter Kate geschrieben. Jasper leidet an ZF (Mukoviszidose). Der eigentliche Hauptdarsteller in dem Buch ist Whistler, der sehr wichtig für Jasper ist, der eine einzigartige Gabe hat und der wohl auf stumme Art mit ihm sprechen kann. Er kann ihn aber nicht behalten, weil zum einen der Vermieter nein sagt und zum anderen Whistler jemand anderem weggelaufen ist. Kann Jasper Whistler doch noch behalten oder findet sich eine andere Lösung?

Das Buch ist gut geschrieben, mal humorvoll, mal etwas spannend. Etwas störend finde ich zeitweise, dass die Handlung zum vorigen Kapitel zurückspringt. Bei Jasper biegt seine Mutter auf Seite 91 auf einen Parkplatz ein, bei Kate taucht dieser auf Seite 94 auf. Es gibt aber nicht laufend solche Rücksprünge.

Das Buch gibt auch Einblicke in Tierheime und in die ZF-Krankheit. Und es wird auch etwas über Assistenzhunde erzählt, die z. B. Lichtschalter betätigen oder Kühlschränke öffnen können oder kontrollieren, ob alle Türen im Haus geschlossen sind, wenn das Wort „Grenze“ gesagt wird.

Der Autor hat Tiermedizin studiert und arbeitet als Chirurg.

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Veröffentlicht am 29.11.2020

Ein humorvolles und warmes Buch für die Seele, obwohl es auch um den Tod geht

Marianengraben
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Vom Buchtitel her hätte ich mich das Buch wohl nicht angesprochen, von der Beschreibung her schon eher. Kann man mal reinlesen. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht.

Als ...

Vom Buchtitel her hätte ich mich das Buch wohl nicht angesprochen, von der Beschreibung her schon eher. Kann man mal reinlesen. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht.

Als ihr kleiner Bruder Tim mit 10 Jahren im Meer ertrinkt, reißt er Paula tief in den Mariannengraben – in eine schwere Depression. In einen Alltag, der einmal Leben war und jetzt nur noch ein Zustand ist. Auf Tims Grab gehen? Undenkbar. Als ihr Therapeut ihr vorschlägt, mal auf den Friedhof zu gehen wenn dort kein anderer ist, bleibt da ja eigentlich nur nachts als Möglichkeit. Will ihr Therapeut so nicht sagen. Aber Paula rafft sich doch dazu auf und bricht an einem Sommertag auf dem Friedhof ein. Nur hatte sie nicht dieselbe Idee – auch Helmut (83) ist gerade dort und gräbt die Urne seiner geliebten Helga aus. Gemeinsam fahren Helmut und Paula dann nach Österreich in die Berge, dabei taucht Paula immer weiter aus dem „Mariangraben“ auf und freut sich wieder eher des Lebens. Und hat am Ende wieder Ziele.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben, zum Beispiel dachte Tim lange, es heißt Uhr-Oma statt Ur-Oma, weil eine Uhr ja Tick-Tack macht. Deshalb war sie die Tick-Tack-Oma. Oder Paula unterhält sich mit ihrem Therapeuten über Nudelsorten, weil ihr die Themen ausgingen, weil die Krankenkasse ja so viele Stunden bewilligt hat.

Das Buch ist wie ein Brief oder eine Unterhaltung an ihren toten Bruder geschrieben, aber mehr lustig als traurig. Oft musste ich schmunzeln, z. B. über Tims neue Anschrift (damit war sein Grab gemeint) oder das Tim bei einer Erklärung des Wasser-Kreislaufs (Verdunsten, Wolken, Niederschlag) plötzlich auch am Verdunsten ist und jetzt ein Eis essen möchte, damit er wieder mehr Wasser in sich hat. Oder bei der Erklärung über den Klimawandel, wo er im Sommer Eiswürfel in den Teich gibt. Die Momente, wo Tim eine Rolle spielt, sind irgendwie was warmes für die Seele – erst recht in der kalten Jahreszeit, in der ich dieses Buch gelesen habe.

Die beschriebene Leere nach dem Tod (Seite 11) konnte ich sehr gut nachvollziehen, nach dem Unfalltod meiner Freundin hatte ich auch erst mal nur „funktioniert“. Da die Autorin ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin arbeitet und das Buch ihrem Bruder gewidmet ist, und Mama & Gerhard gedankt wird als nix mehr ging, dachte ich dass sie mit dem Buch den Tod ihres Bruders verarbeitet hat und damit auch anderen Menschen Mut machen wollte, zeigen: Das Leben geht weiter. Nun, letzteres trifft natürlich zu. Nur das mit dem Bruder nicht: Ihrer lebt, wie ich bei einer Internet-Recherche erfuhr.

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Veröffentlicht am 21.11.2020

Eine Wanderung mit Lamas von Bozen nach Rom

Mit drei Lamas nach Rom
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Der Autor ist nach einer Krebserkrankung in schlechter Verfassung und bricht mit zwei Freunden und drei Lamas zu Fuß von Bozen nach Rom auf. 50 Tage, 1075 km.

Das Buch beginnt mitten in der Reise, nämlich ...

Der Autor ist nach einer Krebserkrankung in schlechter Verfassung und bricht mit zwei Freunden und drei Lamas zu Fuß von Bozen nach Rom auf. 50 Tage, 1075 km.

Das Buch beginnt mitten in der Reise, nämlich am 18. Tag. Aber nur die ersten drei Seiten lang. Doch die hätte es meines Erachtens nicht gebraucht, die hätte ich gerne erst später gelesen. Die dann übrigens nicht mit genau den gleichen Worten, sondern nur ähnlich beschrieben wird.

Vor der eigentlichen Reise kommt dann noch die Vorgeschichte (auch nur drei Seiten) und eine Karte. Auf Seite 13 geht es dann an einem 20. Februar unweit von Bozen los. Anfangs ist mir der Autor ein wenig unsymphatisch – seine Krebserkrankung verschweigt er, nur einem Weggefährten der auch Arzt ist, macht er Andeutungen. Er raucht immer wieder und obwohl er Frau und Tochter extra eine Prepaid-Handynummer mitgeteilt hat und nur über diese zu erreichen ist (weil er es so will) ruft er dann doch in seiner eigenen Kanzlei an – und die ihn daraufhin auch. Doch der Weg ist das Ziel und mal sehen was er mit einem macht.

Wo die drei Freunde hinkommen mit ihren Lamas erwecken sie Aufmerksamkeit, da hilft manchmal nur „Bitte Abstand halten, die Tiere können spucken“. Polizisten die sich zu ihnen gesellen (weil sie die Lamas näher sehen wollen) bekommen schon mal scherzhafte Entschuldigungen wie die im Halteverbot geparkten Lamas oder die übertretene Geschwindigkeit zu hören. Auf dem Weg nach Rom gibt es Überlegungen, die Ballen der Lamas vor dem Asphalt zu schützen – da ist einiges Ausprobieren nötig. Man muss sich auch beim Überqueren einer vielbefahrenen Straße nur zu helfen wissen: Nachdem kein Auto anhält, einfach mal den Pilgerstab quer über die Straße ausstrecken.

Gegen Ende der Reise schaffen es die Freunde sogar, mit den Lamas in eine Therme (Terme del Baggnacio) zu kommen. Auch wenn die Kassiererin bei „Vier Erwachsene und drei Lamas“ abwinkt. In Rom angekommen, treffen sie Papst Franzkiskus. Das Buch ist durch mehrere Fotos von der Reise aufgelockert.

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