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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2019

Empfehlenswert, nicht nur für Sylt-Fans!

Finsteres Kliff
1

Zum Inhalt:

Biikebrennen am Kliff von Morsum. Und am Ende der Nacht liegt eine männliche Leiche im alten Wikingergrab und eine junge Frau ist spurlos verschwunden. Kommissarin Liv Lammers von der Flensburger ...

Zum Inhalt:

Biikebrennen am Kliff von Morsum. Und am Ende der Nacht liegt eine männliche Leiche im alten Wikingergrab und eine junge Frau ist spurlos verschwunden. Kommissarin Liv Lammers von der Flensburger Mordkommissio muss zurück nach Sylt, auf ihre Heimatinsel, die sie im Streit verlassen hat. Unter Rollenspielern, verdrehten Psychologen und geheimniskrämerischen Inselbewohnern macht sich Liv auf die Spurensuche und sieht sich schon bald mit den Gespenstern der Vergangenheit konfrontiert.

Meine Meinung:

Die Autorin Sabine Weiss versteht es, in „Finsteres Kliff“ ein stimmiges Bild der Inselbewohner und ihrer Eigenarten zu zeichnen. Traditionen, Inselgeschichte und aktuelle zwischenmenschliche Konflikte fesseln den Leser. Verschiedene Handlungsstränge werden miteinander verwoben und sorgen dafür, dass der Leser, ebenso wie Kommissarin Lammers, dem Täter erst sehr spät auf die Schliche kommt. Dabei war das Buch nie langweilig. So kann ich am Ende sogar verzeihen, dass nicht alle Handlungsstränge am Ende aufgelöst werden. Die Familiengeschichte von Liv Lammers bleibt offen. Vielleicht wird sie ja im nächsten Sylt-Krimi von Sabine Weiss geklärt.

Fazit:

Ein toller Krimi, was das nichtssagende Cover gekonnt verbirgt. Ich kann „Finsteres Kliff“ nur empfehlen!

Veröffentlicht am 17.10.2018

Gut für Fans leichter Lektüre und knisternder Erotik

Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard
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Zum Inhalt:
Lena von Lew genießt das Privileg eines Lebens als reiche Diplomatentochter in vollen Zügen. Gemeinsam mit ihren Eltern lebt die 22-Jährige seit vielen Jahren in Washington D.C., da ihr Vater ...

Zum Inhalt:
Lena von Lew genießt das Privileg eines Lebens als reiche Diplomatentochter in vollen Zügen. Gemeinsam mit ihren Eltern lebt die 22-Jährige seit vielen Jahren in Washington D.C., da ihr Vater das dortige deutsche Konsulat leitet. Als eines Tages nach einer Party ein Entführungsversuch nur knapp fehlschlägt, bekommt sie zum Schutz einen Agenten des Secret Service zur Seite gestellt. Connor James ist alles andere als erfreut über die undankbare Aufgabe des Babysitters, zumal Lena ihm mit ihrer Art und den nicht enden wollenden Shoppingtouren das Leben schwermacht. Doch als Lena in den Fokus der russischen Mafia rückt, kann nur Connor sie noch beschützen. Und je enger die beiden zusammenrücken, umso heißer brennt das Feuer zwischen ihnen. Und nachdem Lena feststellt, dass sie ihre Situation einem Verrat desjenigen verdsnkt, dem sie am meisten vertraut hat, scheint Connor ihr einziger Halt zu sein.

So hat's mir gefallen:
Cara Carter gefällt durch einen einfachen Schreibstil. Der Wechsel der Perspektive zwischen Lena und Connor in den einzelnen Kapiteln sorgt für Abwechselung. Auch die Erotik-Komponente kommt nicht zu kurz.
Leider bleiben die Figuren eher flach. Die Entwicklung Lenas von der High-Society-Zicke zum unsicheren Opfer bis zur kämpfenden Heldin scheint stellenweise etwas unmotiviert. Auch hat die Handlung einige Sprünge, die nicht logisch erscheinen. Zum Beispiel sind Connor und Lena auf ihrer Flucht übervorsichtig, um dann zu Fuß durch ein von Banden beherrschtes Viertel zu marschieren. Das erscheint nicht nachvollziehbar.
Gut gefallen hat mit dagegen die Figur des nerdigen Sparrow. Seine Verschwörungstheorien und sein Witz haben die Handlung oft aufgelockert.

Fazit:
Alles in allem ist „Projekt: Phönix – Geliebter Bodyguard“ ein Buch, das als leichte Lektüre nebenher wunderbar geeignet ist. Es ist fesselnd genug, um es in einem Rutsch durch zulesen. Auch wenn nicht immer alles logisch war, habe ich mich doch gut unterhalten gefühlt. Für Freunde leichter Lektüre und knisternder Erotik zu empfehlen!

Veröffentlicht am 22.05.2019

Hyggelige Unterhaltung

Sommerzauber auf der kleinen Insel
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Das Ehepaar Christine und Andreas J. Schulte schreibt unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp herrlich erfrischende Liebesromane. Der Neueste heißt „Sommerzauber auf der kleinen Insel“ und spielt auf der ...

Das Ehepaar Christine und Andreas J. Schulte schreibt unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp herrlich erfrischende Liebesromane. Der Neueste heißt „Sommerzauber auf der kleinen Insel“ und spielt auf der kleinen dänischen Insel Laeso.

Zum Inhalt:

Britta arbeitet erfolgreich als Projektentwicklerin für Feriendörfer. Privat läuft es nicht so gut. Sie ist Single und liegt im Dauerclinch mit ihrer Mutter. Ihren Vater hat sie nicht kennen gelernt, er ist vor ihrer Geburt verstorben. Umso lieber ergreift Britta daher die Chance auf der dänischen Insel Laeso ein neues Feriendorf zu planen, denn von dort stammt ihr Vater. Kaum angekommen, zerbricht Brittas Welt: Ihre Mutter hat sie ihr Leben lang belogen, denn ihr Vater lebt. Auch ihr Auftraggeber hat sie über die wahren Pläne für das Feriendorf im Dunkeln gelassen. Aber nicht mit Britta! Gemeinsam mit ihrer neu entdeckten Verwandtschaft schlägt sie zurück!

So hat es mir gefallen:

Ein wunderbares Buch, das ich an nur einem Nachmittag verschlungen habe. Den Autoren gelingt es einmal mehr, die Personen lebhaft zu charakterisieren. Da schlägt man sich gerne auf die Seite von Britta und ihrer Halbschwester, die gemeinsam mit der resoluten Oma und dem Rest der Verwandtschaft gegen die Pläne der Investoren zur Kommerzialisierung der Insel kämpfen.
Schön ist auch die zarte Romanze, die sich zwischen Britta und dem Schreiner Jan Ole entwickelt. Natürlich braucht es einige Rückschläge und Irrungen bis Britta erkennt wo sie hingehört. Ein Buch, das ich für den Genuss zwischendurch auch meiner besten Freundin empfehlen kann.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Das macht Lust auf mehr!

Träume & Hoffnung
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Zum Inhalt:
Träume & Hoffnung ist die Vorgeschicht zu dem Buch Gold & Schatten von Kira Licht. Mael, der Sohn des Hades, ist seit 3000 Jahren auf der Suche nach einer Frau mit ganz besonderen Kräften und ...

Zum Inhalt:
Träume & Hoffnung ist die Vorgeschicht zu dem Buch Gold & Schatten von Kira Licht. Mael, der Sohn des Hades, ist seit 3000 Jahren auf der Suche nach einer Frau mit ganz besonderen Kräften und hofft, in Rom seinem Ziel nahe zu kommen. Doch die Menschen mit verborgenen Kräften werden weniger. Außerdem sind die Schatten der Vergangenheit auf der Jagd nach ihm...

Mein Fazit:
Leider ist Träume & Hoffnung wirklich nur eine sehr kurze Vorgeschichte zum eigentlichen Buch Gold & Schatten. Doch Kira Licht gelingt es schon hier, mit ihrer Erzählweise zu fesseln. Ganz leicht werden Konflikte angedeutet und spätere Protagonisten vorgestellt.
Die Sprache ist leicht, aber lässt die Atmosphäre vor dem Auge des Lesers entstehen. Ich habe mir nach diesem Prequel das Buch bestellt. Gratulation, Kira, bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 30.11.2018

Ein empfehlenswertes Buch ohne Happy-End

Das Palais Reichenbach
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Berlin in den 20er Jahren. Die alte Ordnung vergeht. Der Adel droht nach einem Volksentscheid enteignet zu werden und zu verarmen, erste Züge von Antisemitismus und Hass auf alles Andersartige zeigen sich ...

Berlin in den 20er Jahren. Die alte Ordnung vergeht. Der Adel droht nach einem Volksentscheid enteignet zu werden und zu verarmen, erste Züge von Antisemitismus und Hass auf alles Andersartige zeigen sich in Unruhen und Straßenschlägereien. mittendrin die Protagonisten von Reichenbach: Das Familienoberhaupt steht den Neuerungen hilflos gegenüber und stürzt sich auf den Alkohol. Die Dame des Hauses, Fürstin Juliane versucht es zunächst mit der Leugnung der Situation, ergreift aber dann die Initiative. Verhängnisvollerweise versucht sie über den Hochzeitsmarkt die Finanzen der Familie zu retten. Erst ein Unglück lässt die Überlebenden neue Wege einschlagen ...

Josephine Winter lässt in ihrem Roman „Das Palais Reichenbach“ Arm und Reich aufeinanderprallen. Sie zeigt Konflikte und Liebe, die am Standesdünkel scheitern muss. Dieser Konflikt trifft alle drei Nachkommen der von Reichenbachs. Während der Älteste, Prinz Fridolin, sich in die Köchin des Hauses verliebt und nach ihrer Zurückweisung und den Kupplungsversuchen der Eltern, sowie dem Verrat an seinem jüdischen Freund Selbstmord begeht, versuchen sich die jüngeren Geschwister mit der Situation zu arrangieren. So leugnet die Tochter Ina ihre Liebe zum mittellosen Schriftsteller Theodor und wendet sich dem reichen, jüdischen Freund zu, den sie zwar nicht liebt, der aber die Familie finanziell retten soll.
Der jüngste, Prinz Georg, der seine Homosexualität vor der Familie und der Öffentlichkeit verbergen muss, flüchtet sich zunächst in Depressionen, entwickelt aber dann einen freien Lebensstil mit einem männlichen Liebhaber. Um das Gesicht zu wahren und die Familienehre zu retten, schließt er mit dem Mündel seines Onkels ein Abkommen. Er wird sie heiraten, aber jeder der beiden wird sein Liebesleben frei fortführen. Für die Zeit unerhört.

Josephie Winter gelingt es die Charaktere sehr gut zu beschreiben, ich habe mit ihnen gelitten und gehofft. Auch wenn das Ende ganz sicher kein Happy-End ist - das ist angesichts des historischen Hintergrunds wahrscheinlich auch nicht möglich - war es ein lesenswertes Buch, das ich voll und ganz weiterempfehlen kann.